Wachau Impressionen (Österreichtour 3)

Auf dem Weg von Linz nach Wien suchten wir uns kleine Straßen, die möglichst nah an der Donau entlangführten. Mehrmals legten wir kleine Pausen ein, um die schöne Landschaft zu genießen.

Eine Mittagsrast machten wir in Melk, das auch als „Tor zur Wachau“ bezeichnet wird. Der Anziehungspunkt ist das imposante Stift und die schöne kleine Altstadt. Auf mehreren ausgeschilderten Spazierwegen kann man das Städtchen entdecken.

Auch dank guter Gastronomie und abwechslungsreichem Einzelhandel ist Melk ein beliebter und moderner Touristenort.

Unser nächster Halt war Dürnstein. Wir fühlten uns ein bisschen wie in einem Ort an der Mosel, auch hier viele romantische Ecken und überall Weinkeller.

Übernachtet haben wir im Stift Göttweig. Hoch oben thront das Benediktinerkloster über dem Donautal und vielen Weinbergen.

In dem Kloster leben z.Zt. 38 Mönche in einem abgetrennten Teil der Anlage. Man kann sich die Stiftskirche und das Museum innerhalb einer Führung ansehen und den Klostergarten besichtigen.

Da in früheren Zeiten das Stift ein beliebter Übernachtungsort für Adelige war- angeblich soll Napoleon das Stift besucht haben- waren die Räume für diese Gäste sehr prunkvoll. Links in der Mitte sieht man das Treppenhaus, unten die Bibliothek.

Unser Übernachtungszimmmer war einfach, aber wie im Restaurant war auch hier die Aussicht beeindruckend. Und dann die Stille…Gerne wäre ich länger geblieben.

Der Blick von der Restaurantterasse, links unten der Blick aus unserem Zimmer.

Abends fuhren wir nach Krems, ebenfalls eine sehr malerische Stadt. Hier bummelten wir ein bisschen durch die Altstadt und besuchten einen Heurigen, um den für die Wachau typischen Veltliner Wein und Käse aus der Region zu probieren.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch einmal nach Krems zurück. Dort gibt es mehrere Museen, u.a. ein berühmtes Karikaturenmuseum. Aber das Wetter war so schön, so dass wir uns für „DIE GARTEN TULLN“ entschieden. In über 70 Schaugärten werden Möglichkeiten der ökologischen Gartengestaltung gezeigt. Darüber und über eine ganz besondere Burg erzähle ich in Kürze.

Höhenrausch in Linz (Österreichtour 2)

Am nächsten Morgen, einem Sonntag, gingen wir zuerst zum neuen Dom, in dem ein Orgelkonzert um 10 Uhr stattfinden sollte. Ein schöner Einstieg in den Tag. Ein bisschen irritierte uns die Außenwerbung am Dom, in Deutschland eher unüblich.

Der Höhepunkt unseres Besuchs in Linz war der Linzer Höhenrausch. Eine Kunstausstellung über den Dächern von Linz, wie z.B. auf dem Dach eines Parkhauses oder im Dachstuhl einer Kirche.

Diese Kunstausstellung gab es zum ersten Mal, als Linz europäische Kulturhauptstadt war. Jedes Jahr wurde der Höhenrausch unter ein anderes Motto gestellt, dieses Jahr zeigte man Kunsterwerke und Installationen zum Thema Paradies.

Angeblich soll es der letzte Höhenrausch gewesen sein. Das fände ich sehr schade, denn mit diese Kunstaktion hat Linz ein Alleinstellungsmerkmal.

Eine weitere Besonderheit in Linz ist die Straßenbahn, die zum Pöstlingberg hinauffährt. Sie ist in Europa die Straßenbahn mit der steilsten Wegstrecke. Auf dem Berg kann man eine Basilika besichtigen, die schöne Aussicht genießen und auch Hunger und Durst stillen.

Wieder im Tal, mieteten wir uns Räder am Lentosmuseum und machten eine kleine Radtour an der Donau entlang. Dank des schönen Wetters waren viele Menschen unterwegs, die Stimmung war gut und locker.

Wir kamen auch zum „Alten Hafen“, wo wir ein paar der über hundert Wandbilder bewundern konnten.

Um diese „Outdoor“ Kunstgalerie komplett zu bewundern, muss man z.Zt. noch aus Sicherheitsgründen eine Führung mit einem Boot mitmachen. Linz ist auch eine Industriestadt und auf dem Gelände ist u.a. ein große Stahlwerk. Die Plätze auf der Bootstour sind sehr begrenzt, man muss sich gfs. früh anmelden.

Zum Schluss noch zwei Tipps: Wir waren mit unserem Hotel Stadtoase Kolping sehr zufrieden. Die Atmosphäre war herzlich und an manchen Kleinigkeiten merkte man, dass die Hotelleitung mitdachte.

Suchen Sie ein Restaurant für den Abend? Wir aßen in der Stadtmitte im „Los Mayas“, wo leckere Gerichte aus Yukatan angeboten werden. Das Restaurant liegt im ersten Stock (War es mal eine Wohnung?). Sehr gemütlich und originell mexikanisch eingerichtet.

Keine bezahlte Werbung!

Österreichische Städtetour (1) – Linz

Wir kamen nachmittags in Linz an und wollten uns nach einer neunstündigen Autofahrt zuerst ein bisschen kräftigen. Das traditionelle Kaffeehaus Traxlmayer lag in der Nähe unseres Hotels und so arbeiteten wir unser erstes Linzer To do ab und probierten ein Stück Linzer Torte. Nicht unter den Topfive unserer Tortenliste, aber „passt schon“. (Diesen Begriff gewöhnten wir uns innerhalb einer Woche an = Allzweckredewendung).

Nach einem Bummel über die größte Einfaufsstraße von Linz kamen wir zum Hauptplatz, er ist der Bauchnabel von Linz. Ein guter Ort, sich noch einmal hinzusetzen und ein bisschen „Leute zu gucken“. Wir saßen in der „Liebhaberei“, wo wir am späteren Abend auch aßen. Nette und flotte Bedienung, gutes Speisekarte.


Um 18 Uhr trafen wir uns am alten Rathaus zu einem Abendspaziergang, veranstaltet von einer Privatinitiative. Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung durch Herrn Vanek (Er sparte das Thema „Hitler in Linz“ nicht aus, fand ich gut), bekamen wir einen Einblick hinter die Kulissen des Hauptplatzes. Hier sind Hinterhöfe versteckt wie z.B. dieser hier:

Erinnert ein bisschen an das spanische Corduba

Weiter ging es in die Altstadt mit z.T. sehr herrschaftlichen Häusern. Auf einem kleinen Platz kamen wir auch an einem Lichtbrunnen vorbei, der tagsüber Licht speichert, um dann im Dunkeln Licht zu spenden.

Wir gingen dann noch hoch zum Schloss mit einem sehr modernen Museumsanbau, von wo man einen schönen Blick auf Linz hat. Das Mozarthaus (Ja, gibt es nicht nur in Salzburg…), das Linzer Landhaus (= Name für den Oberösterreichischen Landtag) und der alte Dom waren unsere nächsten Besichtigungspunkte, bevor wir wieder auf den Hauptplatz zurückkehrten.

Rechts oben einer der Ausblicke auf Linz, darunter Teilansicht des Landhauses. Oben links Innenhof des Landhauses, darunter Museum am Schloss, links unten Blick auf die andere Donauseite. Das in grün strahlende Gebäude ist das Museum Ars Electronica, in dem man in eine mögliche Zukunft sehen kann.

Die Führung dauerte 1 1/2 Stunden und ich kann sie sehr als Einstieg für einen Aufenthalt in Linz empfehlen. Mehr darüber unter https://linzerleben.at/linz.html.

Am Freitag gibt es den zweiten Teil über Linz.

Und nun die Auflösung des Rätsels vom Samstag:

In diesem Ladenlokal befand sich eine Eisdiele!

Wenn es in Österreich wieder Sturm gibt, dann kann man Federweißer kaufen!

Langes Wochenende in Bremen – 2

Am Sonntag blieben wir nicht in Bremen, sondern erkundeten ein bisschen das Umland.
Ich möchte noch einmal auf Wremen zurückkommen, dessen Muschelmuseum  Sie ja am Wahlsonntag in meinem Blog schon kennengelernt haben. Neben diesem Museum gibt es noch ein Wattenmeermuseum und auch sonst ist Wremen ein schnuckeliges Örtchen mit kleinem Hafen und viel Meer.

Man nehme eine Tasse Bonner Museumsmeile, Marke „Maritim“, fünf große Stücke Industrie mit „Containergeschmack“, 2 Kilo Centro Oberhausen Atmosphäre und verrühre alles sorgfältig. Füge danach eine Prise Dubaiambiente dazu, dann bekommt man eine Idee von den 2003 eröffneten „Havenwelten“ von Bremerhaven.


Der alte Museumshafen mit den schönen Schiffen und das deutsche Schulschiff (Foto rechts) sind Besuchermagneten und das „Deutsche Auswanderhaus“ (Foto daneben) gehört zu den besten Museen Deutschlands. Sehr zu empfehlen ist auch eine ca. 1 1/2 stündige Busfahrt durch den Überseehafen, den man sonst nicht betreten darf. Wer es exotisch mag, ist im Klimahaus (Schlauchbootförmiges Gebilde auf 2. Foto von links, in dem man die verschiedenen Klimazonen kennenlernt und spürt) und im „Zoo am Meer“ gut aufgehoben und für Einkaufslustige ist in einem Shoppingcenter ebenfalls gut gesorgt. Das Hotel „Sail City“ (Foto links) ist das höchste Gebäude an der deutschen Nordseeküste und im 20. Stock befindet sich eine Aussichtsplattform. Äußerlich erinnert es an das berühmte Hotel „Burj al Arab“ in Dubai, innen ist es aber eher europäisch nüchtern.
Auch die Bebauung dieses Geländes ist, wie in Bremen, noch nicht beendet, man kann also gespannt sein, was in diesem Stadtviertel zukünftig noch geboten wird.
Leider hatten wir keine Zeit mehr, uns die Innenstadt von Bremerhaven anzusehen. Im Krieg fast komplett zerbombt, ist die Architektur in der Stadtmitte eher nüchtern und zweckmäßig, aber, wie mir eine ehemalige Kundin aus Bremerhaven versicherte, gibt es dort schöne und interessante Ecken. Fazit: Auch in Bremerhaven könnte man ein langes Wochenende verbringen!

Ein langes Wochenende in Bremen – 1

Mal wieder in Bremen…
Für mich ist diese Stadt eine „Immerwiederstadt“, denn es gibt hier und im Umland so viel zu entdecken.
Wer noch nie in Bremen war, wird sicherlich zuerst den Rathausplatz mit Roland und den Bremer Stadtmusikanten ansteuern und danach in der Böttcherstraße und im Schnoorviertel bummeln. Das haben wir dieses Mal auch wieder getan, denn wenn es auch sehr touristisch zugeht, so entdeckt man doch auch neue kleine Läden mit besonderen Angeboten.

Rechts unten: Die „Brauche-ich-eine-Diät“ Straße

Wir besuchten zudem erstmalig das Paula-Moderssohn-Becker Museum sowie das direkt daneben liegende Ludwig-Roselius- Museum. Im Moderssohn-Becker Museum wird mit Hilfe von Bildern anderer Künstler aus früheren Epochen gezeigt, wie revolutionär damals der Malstil und die Auswahl der Bildmotive von Paula Moderssohn-Becker war. Das gefiel mir gut. Im Roselius Museum beeindruckte mich die Inneneinrichtung des ehemaligen Bürgerhauses aus dem 16. Jahrhundert und in Vitrinen werden handwerkliche Kunstschätze gezeigt.

Unsere beiden Schwerpunkte an diesem Bremenwochenende waren allerdings zwei andere Viertel. Beide haben gemeinsam, dass viel experimentiert wird und nicht alles in Stein gemeißelt ist. Rund um das Obertor und dem Milchquartier kann man herrschaftliche Häuser bewundern, zwischen denen subkulturelle bzw. grüne Luft herrscht. An unserem Besichtigungstag fand eine Fridays for Future Demonstration mit 10000 Anhängern statt, das war dann noch einmal eine Extraportion politische Luft.

Das andere Viertel ist die Bremer Überseestadt. In einem Reiseführer war zu lesen, dass dieses Viertel z.Zt. der Horror für jeden Reiseführerautor ist, da sich fast täglich etwas ändert. Auf dem ehemaligen Gelände mehrerer Kaffeefirmen finden Startup Unternehmen ihr erstes Zuhause. Moderne Wohngebäude entstehen, in denen auch kleine Läden und angesagte Restaurants eröffnet werden. Dazwischen Industrie, denn es gibt z.B. immer noch die Rolandmühle und die Nähe zum Wasser.

An einem Sonntag sind die Anlagen fast menschenleer und man kann ungestört fotografieren und danach zuhause auch mal wieder ein bisschen experimentieren.


Leider haben wir es die ganze Zeit nicht geschafft, uns Räder auszuleihen. Obwohl es ca. 40 Leihstationen in Bremen  gibt, sind nicht genügend in der direkten Innenstadt installiert und diese Stationen waren immer verwaist. (Gruß an den Bremer Verein zur Tourismusförderung : Obwohl als „Deutsche Fahrradstadt des Jahres 2020“  ausgezeichnet, ist da noch viel Luft nach oben.) So konnten wir die Überseestadt nicht „erradeln“, sondern sind mit dem Auto nur an zwei Plätze gefahren und haben dort Spaziergänge gemacht.

Zum Schluss ein Übernachtungstipp:

Auf der Weser in der Nähe vom Schnoorviertel liegt das Schiff „Alexander von Humboldt“. Es wurde u.a. bekannt durch eine frühere Werbung von Becks Bier, in der Joe Cocker „Sail away“ singt. Dieses Schiff ist nun als Restaurant und Hotel umgebaut. Wir übernachteten dort in einer lütten Kajüte. War urig, allerdings ein bisschen eng, wenn man groß  und dabei nicht gertenschlank ist.

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich von unserem Ausflug nach Bremerhaven.

Städtenotizen (Urlaub im Havelland 8)

Zum Schluss ein paar Tipps, welche Städte außer den bisher beschriebenen noch besuchenswert sind.

Oranienburg– Von der Inneneinrichtung des geschichtsträchtigen Schlosses ist leider nur noch wenig vorhanden. Allerdings werden die Räume für Sonderausstellungen genutzt und wir hatten das Glück, viele Einblicke in das Leben des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zu bekommen. Dieser Fürst, der auch seit 1614 für das des Herzogtum Kleve zuständig war, gründete u.a. 1654 die Universität in Duisburg und hatte für seine Zeit z.T. sehr fortschrittliche Gedanken. Viele Porträts von ihm und seinen Zeitgenossen waren ausgestellt, gemalt von berühmten Künstlern wie z.B. A. van Dyck.

Das Zimmer mit der Porzellansammlung der Fürstin und einige Wandmalereifragmente lassen erahnen, wie prächtig das Schloss einstmals ausgestattet war


Der weite Schlosspark ist sehr abwechslungsreich, da hier 2009 die Landesgartenschau stattfand. Ein Relikt aus dieser Zeit sind z.B. die verschiedenen Gartenzimmer und die großzügig angelegten Spielflächen für Kinder.

Links oben das Zimmer der Zeit, darunter das Zimmer der Träume, rechts widmet sich ein Zimmer dem Luxus

Potsdam– In Potsdam kann man mehrere Wochen verbringen, möchte man alle historischen Gebäude, Museen oder den Filmstadtteil Babelsberg besichtigen. Einer der Höhepunkte des Urlaubs war für mich der Besuch des Barberini Museums, in dem eine exquisite Auswahl impressionistischer Werke gezeigt wird. Noch nie haben ausgestellte Bilder für mich so in ihrer Farbenpracht geglüht dank einer perfekten Ausleuchtung. Ich konnte in diesem Museum für kurze Zeit all das Grau der letzten Corona Monate vergessen.
Wenig bekannt ist, dass es auf einer Halbinsel in der Havel einen Garten gibt, der nach den Regeln des Gartenspezialisten Karl Foerster angelegt ist. Ein Café direkt an der Havel, abseits vom Rummel gelegen, war Ziel unseres Gartenrundgangs, bei dem ich einige Ideen für den eigenen Garten mitnehmen konnte.

Schwielowsee– Hier begegnete uns Kurfürst Friedrich Wilhelm erneut, denn wir besuchten das Schloss Caputh.

Das frühbarocke Schloss war einst die Sommerresidenz Dorotheas, der zweiten Frau des Fürsten. Besonders beeindruckend ist der Kachelraum mit ca. 7500 niederländischen Fliesen. Auch gibt es einige schöne Stillleben und Landschaftsbilder, die allerdings, mit den Bildern in Potsdam verglichen, stiefmütterlich präsentiert werden.
Auch hier kann man schön am Wasser spazieren gehen und zwischendurch mal eine Galerie besuchen oder auch noch einen Abstecher zum Sommerhaus von Albert Einstein machen.

Templin– Einen Tag sind wir in die Uckermark gefahren, um deren berühmte Weite und Leere kennenzulernen. Es gibt dort wirklich sehr viel Landschaft, aber mitten drin liegt Templin. Hier herrschte eine sehr quirlige und nette Atmosphäre, die wir, ehrlich gesagt, nicht erwartet hatten.

Werder

Die Altstadt von Werder liegt auf einer Insel. Sehr malerisch, sehr viel Flair, besonders, bei einem Besuch am späten Nachmittag, wenn die Mehrzahl der Touristen nicht mehr da ist. Und es gibt Eisdielen mit ganz vorzüglichem Eis!

Das war die Reise ins Havelland. Vieles haben wir noch nicht gesehen, den nächsten Urlaub hier auf einem Boot zu verbringen, das ist ein schöner Gedanke.

Grünes Berlin (Urlaub im Havelland 7)

Der zweite Berlinaufenthalt führte uns zuerst nach Dahlem. Hier wollte ich eigentlich die Königliche Gartenakademie besuchen, die aber ausgerechnet an diesem Tag aus innerbetrieblichen Gründen geschlossen war. So besuchten wir die in der Nähe liegenden Botanischen Gärten.

In verschiedenen Gewächshäusern und auf einem großen Areal mit Bepflanzungen aus allen Teilen der Erde kann man den ganzen Tag verbringen. Wir blieben nicht so lange, da im ganzen Park Vorbereitungen für ein Lichterfest getroffen wurden und viele Handwerker laut herumwuselten. Außerdem war es schwül und da versprach ein Aufenthalt an einem See Abkühlung.

Wir fuhren zum Wannsee, um uns das Haus und den Garten des Künstlers Max Liebermann anzusehen. Das Haus liegt direkt am See und man hat von der Terrasse des Cafés aus einen schönen Blick.

Der Garten besteht aus zwei Teilen, einem Bauerngarten und einem kleinen Park.

Im Haus gibt es kaum noch originale Einrichtungsstücke, neben Bildern von Liebermann werden in Sonderausstellungen noch andere Künstler präsentiert. In unserem Fall waren es Bilder der Fotografin Gerty Simon, die besonders während der Weimarer Republik für ihre Porträts bekannt war und u.a. auch Max Liebermann fotografiert hat. Aus dieser Ausstellung habe ich dieses „Fundstück“ mitgebracht, einen Zeitungstext von 1928.

Unsere Tour endete damit. In der Nähe der Max Liebermann Villa liegt auch das Haus der Wannsee Konferenz, doch sich diesem Thema noch anzunehmen, dazu fehlte mir an diesem heilen Gartentag die Kraft.
Der Havellandurlaub ist nun fast vorbei. Nächste Woche gibt es noch ein paar Minitipps, danach geht es in den Norden nach Bremen.

Berlintag (Havellandurlaub 6)

Wenn man so kurz vor Berlin Urlaub macht, dann ist ein Tagesausflug nach Berlin fast Pflicht. Wir wollten dieses Mal die Gegend um den Gendarmenmarkt entdecken und uns u.a. den französischem und deutschen Dom und ein bisschen weiter das Humboldtforum ansehen. Davon klappte nichts, da man sich überall hätte vorher anmelden müssen. So trabten wir einfach los Richtung Alex. Schon die erste Straße in diese Richtung bot eine Überraschung. In der Jägerstraße war die berühmte Mendelssohn Familie beheimatet und mehrere Schautafeln geben Auskunft über diese weit verzweigte musische Bankfamilie.
Kurz hinter der Jägerstraße entdeckten wir die Friedrichswerdersche Kirche, von der wir noch nie gehört hatten. Sie ist inzwischen in ein Museum umgewandelt worden und schenkte uns kostenlos zwei sehr interessante Stunden (ohne Anmeldung).

In der Kirche werden Skulpturen von Schinkel und dessen Zeitgenossen gezeigt. Darüber hinaus widmet sich die Ausstellung dem Leben Schinkels und wir waren sehr beeindruckt, da wir bisher nicht viel über ihn wussten.

Nach dieser Besichtigung stärkten wir uns im nahen Berliner Dom Café. Hier sitzt man relativ ruhig direkt an der Havel und kann den Schiffen zusehen.
Auch zur Besichtigung des Doms hätten wir uns anmelden müssen, doch konnten wir es in diesem Fall kurzfristig nachholen und besichtigten die Kirche. Viel Prachtvolles zu entdecken…

Auf dem Weg ins Nikolaiviertel kamen wir beim Roten Rathaus und dem Amtsgericht Mitte vorbei. Ich hatte gelesen, dass beide Gebäude sich durch eine beeindruckende Innenarchitektur auszeichnen. Leider war das Rathaus an diesem Tag geschlossen, aber im Amtsgericht durfte ich fotografieren.

Das alte Nikolaiviertel kam mir dieses Mal mehr denn je als eine Ruheoase mitten in Berlin vor, denn auch nach Fertigstellung des Humboldtforums wird in dieser Gegend noch immer sehr viel gebaut.
Wir besuchten erstmalig die Nikolaikirche (ebenfalls ein Museum, in diesem Fall wird über die Geschichte der Kirche und des Viertel informiert) und ließen uns durch die Hinterhöfe treiben.


Da das Wetter schlecht wurde, beendeten wir hier unseren Berlintag und fuhren wieder zurück nach Oberkrämer, wo unser Feriendomizil auf uns wartete. Aber wir kamen noch einmal nach Berlin zurück, deshalb: Fortsetzung folgt!

Ziegelstein ist nicht gleich Ziegelstein (Urlaub im Havelland 5)

Auf Reisen zieht altes Gemäuer unsere Aufmerksamkeit oft auf sich. Ich persönlich finde alte Steine häufig schöner als geleckte Glasfassaden und stelle mir manchmal vor, was diese Steine wohl alles mitgemacht und „gesehen“ haben.
Auch in diesem Urlaub trafen wir auf einige Gebäude, die außergewöhnlich waren.

Oben links die Kirche von Linum, darunter das Rote Rathaus in Berlin. Rechts die Friedrichswerdersche Kirche in Berlin, auf sie komme ich später noch einmal zurück

So nutzten wir die Chance und besuchten den Ziegeleipark in Mildenberg, um einmal zu sehen, wie früher diese Steine hergestellt wurden.
In dem Park kann man sich viele Stunden aufhalten. Mit einer kleinen Lokomotive werden Rundfahrten angeboten oder man mietet sich ein Rad oder ein Go-Kart. Wir machten bei einer der 45 minütigen Rundfahrten mit, um uns einen Überblick über das Gelände zu verschaffen und gingen danach gezielt zu einigen Gebäuden, die uns interessierten.

Anfang des 20. Jahrhunderts war es eine der modernste Ziegeleien Deutschlands, zu Zeiten der DDR verpasste man dann aber den Anschluss, neuere Herstellungsmethoden einzuführen und die Firma wurde 1992 geschlossen. Das Gelände verfiel in einen Dornröschenschlaf, bis es 2003 als „Industriemuseum“ eröffnet wurde und seitdem zur Europäischen Straße der Industriekultur und der Deutschen Tonstaße gehört. Neben dem Besuch von Produktionsgebäuden und den Unterkünften der Arbeiter ist auch der „Alten Hafen“ interessant. Die Ziegel wurden mit Schiffen über die Havel nach Berlin transportiert, in der Marina lässt es sich heute gut essen und entspannen.
Mal selber einen Ziegelstein mit der Hand streichen (so der Fachausdruck)? Auch das wird angeboten und man bekommt einen kleinen Eindruck von der Mühseligkeit, einen Ziegelstein herzustellen.

Rechts oben: Mit den Händen drückt man den nassen Ton in eine Holzform. Danach wird der Ton mit einem Holzschaber in der Form glatt gestrichen. Mitte: Den nassen Ton aus der Holzform zu schlagen, das war am schwierigsten. Unten: Müssen nur noch gebrannt werden… Links: Am Anfang wurden die Ziegel an der Luft getrocknet. Das brauchte Zeit und war wetterabhängig. Das Revolutionäre war die Erfindung einer maschinellen Trocknung, das machte die Firma dann sehr erfolgreich.

Wer mehr über die Geschichte des Ziegeleiparks wissen möchten: https://de.google-info.org/1953357/1/ziegeleipark-mildenberg.html

Mit einer sehenswerten 360 Grad Tour auf der eigenen Webseite vermittelt das Industriemuseum sehr anschaulich, was man in dem Ziegeleipark alles entdecken und tun kann. http://www.ziegeleipark.de

Nächste Woche mache ich eine Havellandpause, aber es gibt eine einstimmende Buchbesprechung auf Berlin.

Geschichtliche Orte (Urlaub im Havelland 3)

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen zwei Ausflugsziele vorstellen. Im heutigen Beitrag die Beelitzer Heilstätten.
Wer gerne fotografiert, hat von diesem Ort vielleicht schon einmal gehört, denn er war bis vor einigen Jahren der „Geheimtipp“ für „Lost Places-Fotografie“ und es erschienen Bildbände und hunderte von Bildern auf Instagram. Diese Zeiten sind vorbei. Ein privater Investor hat das Areal gekauft, eingezäunt und ca. ein Viertel des Geländes in eine Art Mini-Disneyland verwandelt. (Der Rest der Fläche wird zu einem neuen Beelitzer Stadtteil umgebaut). Statt Micky Mouse & Co gibt es altes, verwüstetes Gemäuer zu sehen.

Wer dafür nichts übrig hat, sollte trotzdem diesen Ort besuchen und eine Führung mitmachen. Die Beelitzer Heilstätten, gebaut zwischen 1898 und 1930, hatten zeitweise bis zu 1500 Betten und waren damit weltweit das größte Krankenhaus. Warum wurde es gebaut? Wer wurde wie behandelt? Was geschah mit den Gebäuden nach dem zweiten Weltkrieg und warum sehen sie heute so aus? Die Führung war sehr interessant und man erfuhr viel über die Sozialgeschichte Berlins und über die Entwicklung der Medizin in Deutschland.

Macht man eine Führung mit, kann man solche Fotomotive finden.

Es gibt aber noch zwei weitere Gründe für einen Besuch der Beelitzer Heilstätten. Über dem Gelände führt ein Baumwipfelpfad, der ein ganz besonderes Spaziergangsgefühl vermittelt.

Dank der Schautafeln erfährt man noch zusätzlich viel über die einzelnen Baumarten. Teilweise duftete es herrlich nach Tanne.

Wem das zu hoch ist, der kann sich schließlich auf einem Barfußpfad vergnügen.

Ein Fest für alle Sinne…

Auch der zweite geschichtliche Ausflug nach Mildenberg war wieder was für meinen Fotoapparat und für das Allgemeinwissen. Ein paar Fotos gibt es morgen schon als Vorgeschmack.