Das Wasser wird knapp- Mein Wassertagebuch

Es brennt, es ist heiß- man liest es überall und sieht es. Was mich jeden Tag noch mehr bedrückt ist die Tatsache, dass nach meinem Eindruck viel zu wenig über das Wasser gesprochen wird. Es wird immer knapper, was kommt da noch auf uns zu? Diese Gedanken kamen mir in den letzten Tagen, ich muss sie einfach mal loswerden.

26.7.2026: Ich erinnere mich plötzlich an einen Roman, bei dem es um das Thema Wasserknappheit ging. 2018 muss ich ihn gelesen haben. Genaues über den Inhalt weiß ich nicht nicht mehr, doch brannten sich mir damals im wahrsten Sinne des Wortes Bilder ins Gehirn und ich hoffte damals, dass es nie soweit kommen würde:

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit. (Inhaltsangabe von der Verlagsseite).

27.07.2026
Anstatt die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass das Wasser knapp wird, verkündet man in Duisburg, dass mittelfristig genug Wasser da sei, d.h. füllt eure Pools, wascht die Autos, duscht, solange ihr wollt und gießt euren Garten bis sich Pfützen bilden. Dieser Beitrag erschien heute in der Rheinischen Post:

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Was heißt „mittelfristig“? In diesem Artikel kommt nicht vor, dass im Duisburger Stadtteil Ungelsheim Gärtner, die einen 15 Meter tiefen Brunnen auf ihrem Grundstück haben, kein Wasser mehr aus ihrem Brunnen bekommen. Der Grundwasserspiegel ist schon so weit gesunken.
Ich bin gespannt, wann die Stadt Duisburg zurückrudert und Verbote ausspricht.

Dabei könnte jeder jetzt schon freiwillig dazu beitragen, etwas Wasser zu sparen. Als älteres Semester erinnere ich mich gut daran, dass es früher üblich war, nur einmal pro Woche zu baden. An den anderen Tagen wurde der Waschlappen genommen- wir haben nicht gestunken!
Wenn man an den heißen Tagen duscht, warum nicht einen Eimer mit in die Duschwanne stellen und zumindest einen Teil des Wassers sammeln, um Böden damit nass aufzuwischen?
Auch wären wir früher nie auf die Idee gekommen, Zähne bei laufendem Wasser zu putzen. Wir füllten den Zahnbecher mit Wasser, das reichte.

Das hört sich lächerlich an? Wenn jeder seine Gewohnheiten etwas umstellen würde, kämen wir weiter.

Vor zwei Jahren installierten wir zwei Wassertonnen, um das Wasser vom Garten-bzw.Wohnhausdach aufzufangen. Diese 500 Liter Fässer sind inzwischen leer. Ich nehme weiterhin die gute alte Gießkanne und gieße die Pflanzen punktgenau an der Wurzel. (Nicht jeden Tag, sondern erst dann, wenn man ihnen den Durst ansieht. Viele Pflanzen sind resistenter als man denkt.)
In der Nachbarschaft wird automatisches Gießen bevorzugt. Spart natürlich Zeit, aber dabei erreicht das Wasser teilweise gar nicht den Boden und bleibt oben auf den Blättern.

28.07.2026
Mich nerven alle im Radio, die von einem supersonnigen Ferientag bei 30 bis 32 Grad reden und versprechen, dass das Wochenende nicht von Regen gestört wird.

29.07.2026
Lese meine alten Blogbeiträge zum Thema Wasser und merke, dass das Thema mich schon länger umtreibt. Der Wasserturm-Artikel von 2023 ist besonders ergiebig.

30.07.2026
Müssen es immer neue T-Shirts oder Blusen sein, wenn vorne ein Fleck nicht weg geht? Für die Herstellung eines T-Shirts benötigt man 16000 Liter Wasser. (Na und? Die T-Shirts werden doch nicht in Deutschland produziert, dann kann mir das doch egal sein. Nö, denn wenn die Menschen in den Produktionsländern kein Wasser mehr finden, müssen sie in Länder fliehen, wo es noch Wasser gibt.)
Hier ein paar Anregungen, wie man Fleckenkleidung „retten“ kann:

Oben links: Manchmal reicht schon eine kleine Stickerei oder man geht die Fleckenbeseitigung großflächig an. (Rechts daneben Blume aus Stoffresten, darunter aus 2 mach 1: Das Känguru stammt von einem fast 40 Jahre alten T-Shirt, das ich bisher aus Erinnerungsgründen nicht entsorgt hatte.) Links unten: Meine „Schneeflockenbluse“, bestehend aus altem Hemd und Untersetzern für Likörgläschen.

31.07.2026
Wie passend! Heute trudelten zwei Rechnungen von den Duisburger Wirtschaftsbetrieben ein. Es geht um die Schmutzwassergebühren und die Jahresrechnung Wasser. Wir bezahlen für Frischwasser zukünftig 30 Euro/Monat bei einem Verbrauch von 69 Kubikmeter (= 69.000 Liter). Falls Sie einmal Ihren Verbrauch vergleichen möchten: Ein Zwei-Personenhaushalt verbraucht im Jahr durchschnittlich 90.000 Liter).

01.08.2026
Beim Aussortieren von Büchern habe ich noch einen Titel entdeckt, den ich 2015 gelesen habe:

In England regnet es nicht mehr, eine Dürre überzieht das ganze Land. Nur auf dreißig Morgen Land im Westen der Insel fällt noch Regen. Ruth und Mark, denen »die Quelle« auf ihrem Grundstück gehört, haben noch Wasser. Aus ihrem früheren Paradies wird die Hölle, denn immer mehr Menschen drängen auf ihr Land.

Auch hier gibt es einen aktuellen Bezug: Große Supermarkt-oder Getränkefirmen haben die Erlaubnis, für kleines Geld Millionen von Kubikmeter Trinkwasser aus dem Boden zu pumpen. Wenn das Trinkwasser in den nächsten Jahren knapper wird, reiben sich diese Firmen die Hände, wenn sie das Wasser immer teurer verkaufen können. Dem könnte das Umweltministerium jetzt noch einen Riegel vorschieben, man sollte ihn mit seiner Unterschrift daran erinnern:

https://aktion.campact.de/s/ZJtfx8aV


02.08.2026
Wenn wir uns mit Freunden treffen, kommt das Gespräch im Laufe des Abends immer auf das Thema Hitze. Mehrheitlich gibt es Klagen, aber niemand gesteht oder will es wahr haben, dass diese Hitze nicht überraschend kommt.

1896 — Svante Arrhenius, schwedischer Chemiker und späterer Nobelpreisträger, berechnete als Erster, dass eine Verdopplung des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre zu einer globalen Temperaturerhöhung von etwa 4–6 °C führen würde. Er erkannte damit als Erster, dass menschliche Aktivitäten (insbesondere die Verbrennung fossiler Brennstoffe) das Klima verändern könnten. Interessanterweise sah er die Erwärmung damals eher positiv, da er ein wärmeres Klima für Skandinavien als vorteilhaft erachtete.

1930er Jahre — Hermann Flohn und andere begannen, erste messbare Erwärmungstrends zu erkennen. Auch der deutsche Physiker Robert Döpel warnte bereits in den 1940er Jahren vor einer drohenden globalen Erwärmung durch steigenden CO₂-Ausstoß.

Ende der 1950er Jahre erlebte die Wiederbelebung der Theorie: Charles David Keeling begann 1958/1960 mit seinen berühmten Messungen auf dem Mauna Loa (Hawaii) und konnte erstmals kontinuierlich nachweisen, dass sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre tatsächlich stetig erhöht.

1960er Jahre — Syukuro Manabe entwickelte das erste funktionierende Klimamodell, das den Treibhauseffekt quantitativ simulieren konnte.

1979 — Erste Weltklimakonferenz in Genf: Hier wurde erstmals auf internationaler Ebene davor gewarnt, dass der Mensch das Klima unbemerkt verändert und die Erwärmung „messbar innerhalb weniger Jahrzehnte“ sein würde.

1988 wurde das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet, und dessen erster Bericht erschien 1990 — der die globale Erwärmung als ernsthafte Bedrohung offiziell bestätigte.

Seitdem gab es zig weitere Klimakonferenzen, die nur Empfehlungen aussprachen oder Ziele unverbindlich vereinbarten, die aber von den wenigsten Ländern erreicht werden. Dazu Parteien, die Klimaveränderungen leugnen, bzw. das Budget kürzen, um die Auswirkungen zu stoppen- das bringt mich in Rage.
Ich bin froh, dass ich gerade dieses Buch lese:

Ich fühle mich der Autorin Gabriele von Arnim sehr verbunden, auch für sie ist das Wasserthema belastend.

03.08.2026:
Kann nachts nicht gut schlafen. In meinen Mails landet ein Eintrag von Linkedin. Damit beende ich diesen Beitrag- vorerst.

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Bretagne 9- Anreise in die Bretagne und die Rückreise

Von Duisburg aus sind es fast 1000 Kilometer, bis man die Außengrenzen der Bretagne erreicht hat. Auf der Hinfahrt legten wir deshalb einen Zwischenstopp in Amiens ein. Wir hatten uns bei einem früheren Aufenthalt schon die Kathedrale angesehen, dieses Mal wollten wir mit einem Boot durch „Les Hortillonnages“ fahren. Ehemalig 10000 ha sind, heute von diesen landwirtschaftlich genutzten alten Kanalgärten nur noch 300 ha übrig.


Leider regnete es heftig, was die Aussichten auf die Gärten einschränkte. Der Bootsführer erzählte uns von der Geschichte dieser großen Anlage aus dem 15. Jahrhundert, wie sich die Nutzung in den letzten Jahrzehnten verändert hat und wie die Zukunftsaussichten der Gärten sind. Gehörten früher die Gärten der Gemeinde und waren das Hauptstandbein für die Versorgung der Einwohner von Amiens, sind heute die meisten Grundstücke in Privatbesitz. Das hat z.T. die Auswirkung, dass sich die Gärten in eine Disney – Schrebergartensiedlung mit Kanälen umwandeln, in der Besitzer mit Figürchen oder humorvollen Installationen um die Aufmerksamkeit der Bootsgäste buhlen.

Wegen des schlechten Wetters verzichteten wir in Amiens auf einen Stadtbummel und besuchten noch das Wohnhaus von Jules Verne, das zu einem Museum umgewandelt wurde. Das lohnt sich. Das Ensemble der Ausstellungsstücke ließ abenteuerliche Aufbruchstimmung aufkommen.

Auf der Rückfahrt machten wir einen Schwenker ins Loiretal, um dort Freunde zu besuchen. Unterwegs übernachteten wir zweimal in La Rochelle. Was für eine Entdeckung! Über diese Stadt schreibe ich extra im nächsten Beitrag.

Von La Rochelle aus fuhren wir an die Loire nach Richelieu. Früher bot dieses Örtchen eine Vielzahl von exklusiven Geschäften an, von denen heute kaum noch eins existiert. Sehenswert ist der Park, der zu einem Schloss gehörte, das größer als Versailles war. Besitzer war ….Richelieu!

Am nächsten Tag übernachteten wir in bei einer Freundin. Sie schlug „ 42 auf einen Streich“ vor, sprich, eine Modellanlage von 42 bekannten Loireschlössern. Ich war zuerst etwas skeptisch, aber auf einem 1,5, km langen Rundweg sich so komprimiert einmal Loireschlösser im Maßstab 1:25 anzusehen und ihre verschiedenen Bauweisen zu vergleichen, hat mich überzeugt.

Wir wollten danach natürlich noch ein Loireschloss „in Echt“ sehen und entschieden uns für das „Château Montpoupon“. Eine gute Wahl, denn es liegt, ca 15 km von Chenonceau entfernt, etwas abseits und gehört nicht zu den Schlössern, die man sich z.Zt. als Tourist ansehen muss.

Das Schloss wurde im 15. Jahrhundert erbaut, das heutige Erscheinungsbild resultiert weitgehend von den Umbauten im 20. Jahrhundert durch die Familie La Motte Saint-Pierre, die heute noch in dem rechten Turm wohnt.
Die zur Besichtigung freigegebenen Räume haben teilweise einen sehr intimen Charakter. Die Tante des heutigen Eigentümers, Suzanne La Motte Saint-Pierre, lebte hier eine lange Zeit und man sieht beispielsweise noch ihr Kinderzimmer (unten links). Bis zum Ende des Jahrtausends tat sie viel, um das Schloss und die Ländereien zu erhalten und gründete sogar ein eigenes Museum.

Zuletzt machten wir noch einen Abstecher nach Chédigny, dem Rosendorf schlechthin. Hier stand das Rosenfest vor der Tür und die Blumen verwandelten das Dörfchen in eine grandiose Duftwolke.

Wer eine Duftpause einlegen wollte, konnte mehrere Ateliers besichtigen.

Besonders gut gefiel mir das „Atelier Alain Plouvier“.

Eine Aah und Ooh Gärtnerei

Letzte Woche war ich zum ersten Mal in der Gärtnerei „Gartenwert, Staudenkulturen Wischmann“ in Oberhausen. Sie befindet sich etwas versteckt am Ende einer Sackgasse (Küperstraße).
Man kann seinen Wagen auf dem Gelände direkt parken, hat es also nicht weit, wenn man seine Einkäufe verstauen möchte.
Der erste Eindruck entlockte mir ein „Aah“, denn die Lage der Gärtnerei ist außergewöhnlich. Dies sind ihre Ausblicke:

Die Emscher und ein Damm, der „Kuhweg“ heißt, liegen zwischen der Gärtnerei und den Industrieanlangen.

Das „Ooh“ kam dann mehrmals beim Flanieren durch die einzelnen Angebotsbereiche. Auf dem ganzen Gelände spürte man große pflegerische Sorgfalt gegenüber den Pflanzen und konnte schöne Eindrücke sammeln.

Oben rechts: Die wilde Karde, eine meiner Lieblingspflanzen: Sehr bienen- und insektenfreundlich nicht nur wegen ihrer Blüte, sondern weil sich an den Schnittstellen von Stängel und Blättern auch Regenwasser sammelt und sie damit zur Tränke wird. Im Winter ist die Pflanze dann gerne ein „Hot Spot“ für den Stieglitz, der ihre Samen liebt.

Im vorderen Bereich in der Nähe des Eingangs findet man eine Pflanzenauswahl in Hüfthöhe zu verschiedenen Themen, wie beispielsweise „Prachtstauden“, „Steingarten“, „Schattenpflanzen“ oder „Kräuter“. Es stehen kleine Wagen bereit, um seine Käufe zu transportieren.
Geht man weiter, findet man diese und weitere Themen ebenerdig noch einmal und kann noch andere Pflanzen entdecken. Zu jeder Pflanzenart steht ein kleiner Topf bereit, in dem sich eine Anzahl von passenden Schildern mit Namen und kurzem Pflanzenporträt befinden. Kauft man eine Pflanze, kann man sich ein Schild mitnehmen.
Im hinteren Bereich gibt es eine Spielecke für Kinder und Sitzgelegenheiten sowie einen Kräutergarten. Hier duftete es ganz wunderbar.

Unten rechts: Ein Beispiel für eine Pflanze, die ich in anderen Gärtnereien bisher noch nie gesehen habe: Oregano „Herrenhausen“. Duftiges Erscheinungsbild, duftende Blüten.

Was mich weiterhin erfreute war der große Bereich für „einheimische Pflanzen“. Hier fand ich z.B. die Lichtnelke oder die Braunelle. Auch das deutlich sichtbare Engagement für Bienen und andere Insekten nahm mich für diese Gärtnerei ein und es wäre schön, wenn andere Gärtnereien diesem Beispiel noch mehr folgen würden.
Wer mehr Informationen zu dieser Gärtnerei sucht:

https://gartenwert.de

Ich war ca. eine Stunde in der Gärtnerei. Hatte ich Fragen, wurden diese sehr freundlich und kompetent beantwortet. Meinen nächsten Besuch werde ich mit einer kleinen Auszeit im Wunschcafé ( https://wunsch.cafe/ ) verbinden, das in der Nähe liegt.

Bretagne 3 – Eine Blumenliebhaberin bedankt sich beim Golfstrom

Wenn man Mitte Mai in die Bretagne fährt, hat man, sofern man sich für die Vegetation der Bretagne interessiert, zwei Nachteile: Die Hortensien blühen noch nicht und manche Schlösser und deren Gärten öffnen erst im Juni.
Die Vorteile dieser Jahreszeit überwiegen aber eindeutig. Alle Farben sind noch frisch und die Farbpalette der Blüten könnte kaum größer sein. Da blüht der rosa Rhododendron neben oranger Kapuzinerkresse, spanische Gänseblümchen neben blauen Glockenblumen, garniert mit Mohn oder Rosen. Großzügigen Schatten bieten u.a. die Palmen, auf die man überall trifft. .

Lieben Sie Gärten, dann empfehle ich Ihnen, nach dieser Karte Ausschau zu halten. Sie ist kostenlos und lag in Touristeninformationen oder an anderen touristischen Hotspots aus.

Und wenn Sie nach der Karte suchen, nehmen Sie sich noch dieses Büchlein mit. Dank ihm bekamen wir zwei schöne Museumstipps.

Ich gerate ins Schwärmen, wenn ich an den “Jardin Exotique et Botanique de Roscoff“ denke, der 1986 gegründet wurde. Eine Gruppe von Pflanzenenthusiasten erwarb damals ein felsiges Grundstück, das zuvor teilweise als Mülldeponie genutzt worden war. Der Garten hat heute eine Größe von ca. 1,6 Hektar und zeigt rund 3500 Pflanzen aus verschiedenen Teilen der Welt. Dem Golfstrom sei Dank, sorgt er doch für einen milden Winter mit einem ozeanischen Klima.

Oben links: Australische Eukalyptusbäume sind Nachbarn von Riesenfarnen (unten links)

In dem Garten gibt es verschiedene Rundwege. Wenn Sie alles sehen und genießen möchten, müssen Sie ca. 2-3 Stunden einrechnen, denn man kann auch einen Berg erklimmen, mehrere Brücken über Seen überqueren, verschiedene Blicke auf das Meer genießen oder sich von installierter Kunst überraschen lassen.

In einem anderen Blütenmeer können Sie baden, wenn Sie an die Steilküsten im äußersten Südwesten fahren. Hier blühte der duftender Stechginster, ich wollte gar nicht mehr weg und hätte stundenlang an der Küste weiterlaufen können.

Jetzt denken Sie vielleicht: „Ach, Linda /Frau Broszeit hatte wohl immer schönes Wetter, aber wie sieht es bei Nebel oder Regen aus?“ So:

oder so:

Bei uns war nicht immer eitel Sonnenschein, aber so ein trübes Wetter gehört bei der Bretagne mit dazu. An diesen Tagen fotografierte ich gerne die alten Bäume und abends passte dieses Buch als Lektüre besonders gut:

Noch einmal zurück zu der Vegetation in der Stadt. In Frankreich wird aktiv viel dafür getan, mehr Grün in die Städte zu bringen, sei es, dass kahle Plätze in grüne Oasen umgewandelt werden oder Bürger aktiv dazu aufgerufen werden, sich beim Entsiegeln von Bürgersteigen zu engagieren.

Einer von mehreren neu gestalteten Plätzen- gesehen in Morlaix.
Die Übersetzung des Schildes:
Machen Sie aus Ihrer Straße einen Garten
Schutz der Anpflanzungen
Um die neuen Pflanzungen vor Tieren und möglichen Beschädigungen zu schützen, wurden Zäune (Absperrungen) aufgestellt, damit diese neue Vegetation Zeit hat, zu wachsen und sich zu entwickeln.
Die Zäune werden entfernt, sobald die Vegetation ausreichend robust ist.
Respektieren wir den natürlichen Lebenszyklus der Pflanzen!
(Unten stehen die Logos von „Nature pour tous!“ – „Natur für alle!“ – und der Stadt Poitiers.)

Hier könnten sich viele deutsche Städte inspirieren lassen…

Das Thema „Vegetation in der Bretagne“ hat noch viele andere Facetten, mit denen ich auch in Berührung kam, doch würden diese Schilderungen zu weit führen.

In der nächsten Woche heißt es „Feine Steine in der Bretagne“- Salut!

Ehrenamt für Pflanzen und/oder Gartenfans

Der Frühling lässt sich in den nächsten Tagen blicken. Vielleicht die richtige Zeit, sich an der frischen Luft ein bisschen ehrenamtlich zu engagieren?

Blaue Windröschen


Vor einigen Wochen erzählte ich Ihnen über die Seite mitforschen.org, auf der verschiedene Institutionen die Mithilfe von Bürgern suchen. Unter dem Oberbegriff „Citizen Science“ helfen Bürger, Daten für Forschungszwecke zu sammeln. Ich mache bei einem Forschungsprojekt der Uni Luxemburg mit, bei der die Sprache im öffentlichen Raum anhand von Fotos erforscht wird. (Siehe unten der Link zu dem Beitrag).

Inzwischen habe ich noch zwei andere Aufgaben auf der Seite entdeckt, die mir auch gut gefallen.
Studierende der Universität Bochum untersuchen die Biodiversität von Friedhöfen und brauchen Daten über Pflanzen und Tiere, die auf Friedhöfen zu finden sind. In Zeiten, in denen Friedhöfe immer häufiger aufgegeben und zu Bauland erklärt werden, will man dokumentieren, wie wichtig Friedhöfe als Naturinseln für Städte sind.


Tiersichtungen melde ich direkt auf der Seite der Universität. Mit Hilfe der App „Flora Incognita“ fotografiere ich Pflanzen auf dem Friedhof. Die App bestimmt die Pflanze und fügt den Standort hinzu. Ich ergänze das Foto noch mit dem Schlagwort „Friedhof“. So können die Studierenden auf die Daten zugreifen. Hier wird das Projekt beschrieben:

Wenn Sie einen Garten haben, können Sie die Leipziger Universität unterstützen. Hier untersucht man, welche Pflanzen in Privatgärten zu finden sind und wie sich die Auswahl verändert unter der Berücksichtigung, dass Gärten für die heimische Tierwelt immer wichtiger werden und dashalb Gartenbesitzer bewusst das Pflanzenangebot verändern. Auch hier kommt die App „Flora incognita“ zum Einsatz, nur gibt man anstatt „Friedhof“ das Wort „Garten“ ein. Nähere Informationen dazu gibt es hier:

https://www.uni-leipzig.de/newsdetail/artikel/buergerwissenschaftsprojekt-gartendiv-erforscht-pflanzenvielfalt-in-deutschlands-gaerten-2025-05-19

Ich freue mich schon auf den Bärlauch…

Urlaub in Nordirland 3- Belfast Nr. 1

Wir fuhren an einem Samstag zum ersten Mal nach Belfast. Als wir in der Innenstadt ankamen, erwartete uns Partystimmung.
Unser erstes Ziel war der St. George Market, eine Markthalle aus dem 18. Jahrhundert, die in ganz Großbritannien zur schönsten Markthalle gewählt wurde.

Geöffnet von Freitag bis Sonntag, bietet dieser Markt nicht nur Lebensmittel an, sondern man findet auch Stände mit Kunsthandwerk, besonderer Kleidung oder Büchern. Es gibt Ecken mit Bistrocafés und der Einkaufsbummel wird mit uriger irischer Livemusik begleitet. Nach Manchester hatte ich hier zum zweiten Mal den Eindruck, dass die Luft in der Halle einen ganz eigenen- angenehmen- Duft hatte.

St. George Market liegt nicht weit weg vom Belfaster Rathaus. Vor ihm fand ein Volksfest statt und in benachbarten Pubs war mittags auch schon „viel Stimmung“.

Das Rathaus überraschte uns innen mit viel Pomp, schönen und aktuellen Glasfenstern und einer übersichtlichen Ausstellung zur Geschichte Nordirlands.

Links unten: Ein Glasfenster zum Thema Queerness- ich kann mir das in keinem deutschen Rathaus vorstellen. Auf dem rechten Fenster ist unten zu lesen: Nicht als Katholik oder Protestant, nicht als Nationalist oder Königstreuer, aber als Belfaster Arbeiter stehen wir zusammen.

Der zweite Teil unserer Besichtigung führte uns in das Universitätsviertel von Belfast.

Die Queen‘s University, die ihren Lehrbetrieb 1845 aufnahm. Man kann den Campus und einige Gebäude besuchen, wenn nicht, wie bei uns , eine interne Veranstaltung stattfindet.

Nebenan befinden sich auch der Botanische Garten und das Ulster-Museum.

Das Gewächshaus und der Rosengarten sind die beiden größten Attraktionen des botanischen Gartens.

Auch beim Ulster Museum konnte sich Belfast über eine Auszeichnung freuen. Nicht wegen des äußeren Erscheinungsbildes…Der erste Bau aus dem 19. Jahrhundert wurde in den 70er Jahren und Anfang 2000 erweitert. Die neuen Teile im Baustil „Brutalismus“ ernteten viel Kritik. Aber die Dauerausstellung des Museums gilt als eine der besten in Großbritannien.

In der Kunstabteilung werden vorwiegend Werke von nordirischen Künstlern gezeigt und man sah schöne Stimmungsbilder aus vergangenen und heutigen Zeiten.

Fotocollage: Oben links: Der Pastor verlässt die Insel, darunter zwei typische Landschaftsbilder. Daneben oben ein Landsmann, gemalt 1928, darunter ein Selbstporträt von William Butler Yeats, dem wohl bekanntesten irischen Lyrikers, der 1923 den Nobelpreis für Literatur bekam. Hier eins seiner beliebtesten Gedichte:

Wenn du alt bist

Wenn du alt bist, grau und müde,
Und schläfrig am Kamin sitzt,
Nimm dieses Buch heraus und lies,
Und erinnerst dich an die sanften Augen,
Und an ihren Schatten, tief im Wald,
Wie viele sie liebten, mit ihrem flüchtigen Charme,
Einen Liebhaber, der ihre Schönheit liebte,
Und er liebte sie aus keinem anderen Grund.
Aber einer, der sich jetzt vor dir verbirgt,
Unter einem Berg von Sternen. 

In dem Museum gibt es auch eine tolle Keramikabteilung und bei den Themen Natur, Technik und Geschichte werden den Besuchern neue Sichtweisen präsentiert.

Fotocollage links: Das Thema Keramik und Glas, rechts das Thema Natur. Hier widmet sich das Museum ausschließlich ausgestorbenen Tieren und dem Aufzeigen, wie schlecht oder auch gut es heute Tieren auf der Erde geht. Unten rechts ein Beispiel: Man sieht eine Gruppe der „Great Awk“, die zu den Pinguinen gehörte und Mitte des 19. Jahrhunderts ausgerottet wurden.

Die größten Einkaufsstraßen befinden sich in der Nähe des Rathauses und zeichneten sich nicht durch Einfallsreichtum in Gestaltung oder Auswahl der Geschäfte aus. So machten wir noch einen kleinen Abstecher in die Linen Hall Library.

Diese Bibliothek wurde 1788 gegründet und ist heute dafür bekannt, dass sie die letzte Leihbibliothek Nordirlands ist. Daneben besitzt sie 350000 Poster und andere Dokumente aus dem Nordirlandkonflikt, den sogenannten „Troubles“, die sie in Wechselausstellungen zeigt. (Unten links).

Mit den „Troubles“ werden ich mich im nächsten nordirischen Beitrag beschäftigen. Erst einmal gibt es diese Woche aber noch einen Tipp für einen Ausflug.

Nordirland Nr. 2- Ein Tag auf der Ards Halbinsel

Ca. eine Stunde dauert die Autofahrt von Belfast auf die Ards Halbinsel. Raus aus der Stadt, hin zu wunderschöner Landschaft und einem atemberaubenden Garten!

Fotocollage: Blühende Azaleen an vielen Stellen. Links unten: Es fehlten nicht die romantischen Bogengänge. Mitte: An vielen Orten überraschten Tierfiguren aus Beton, hier beispielsweise zwei ausgestorbene Dodos. Rechts: Anstatt Buchs rote Berberitze als Beeteinfassung auszuwählen, das gefiel mir besonders gut.

Der Garten gehört zum Mount Stewart House, das heute vom National Trust unterhalten wird. Diese vier Fotos zeigen nur einen kleinen Teil der großen Gartenanlage mit verschiedenen Themen. Wer mehr über dieses Anwesen lesen möchte, dem empfehle ich diesen Beitrag:

https://www.gruene-insel.de/blog/2020/mount-stewart-house-und-garden/

Wir besichtigten auch das Haus. Es wurde im 18. Jahrhundert erbaut und seine heutige Einrichtung verdankt es Edith Vane-Tempest-Stewart, die es geschmackvoll für ihre hochkarätigen Gäste in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einrichtete.

Fotocollage: Oben das Haupthaus, links darunter ein besonderer Raum, um Duftpotpourris herzustellen. Rechts: Der beeindruckende Treppenaufgang, unten: Hier machte man es sich mit Champagner und Canapés gemütlich.

Wir fuhren einmal rund um die Halbinsel an der Küste entlang und legten immer wieder kleine Pausen ein, um die Landschaft zu genießen.

Für uns ganz alleine hatten wir die Ruine der Grey Abbey. Der Wind heulte ein bisschen durch das Gemäuer, das war schon eine besondere Stimmung…

Bei der Geschichte der „Grauen Abtei“ begegneten wir wieder Affreca, die wir als Gattin von König John schon in Carrick kennengelernt hatten. Sie gründete 1193 diese Abtei als Dank dafür, dass ihr Mann bei einem Sturm auf See überlebte. Danach überließ sie den Zisterziensermönchen die Anlage, diese gaben sie dann 1541 auf. Spätere Renovierungsarbeiten schlugen fehl und so übernahmen Krähen und Raben die Abtei.

Als Abschluss des Tages machten wir noch einen Strandspaziergang.

Dankbar für diesen schönen Tag hatten wir genug Kraft getankt, um uns am nächsten Tag zum ersten Mal in das Getümmel von Belfast zu stürzen!

Hell-dunkel Ausflug nach Belgien mit überraschendem „Nervenkitzel“

Mit der Duisburger VHS fuhren wir nach Belgien Richtung Limburg.
30 Teilnehmer waren erfreut über den sehr geräumigen Bus, der 14 Meter lang war und eine Höhe von 3,75 m hatte.

Unsere Freude nahm zum ersten Mal ab, als wir uns unserem ersten Ziel näherten. Wir wollten „Schopsheim“ besichtigen, einen über 300 Jahre alten Gutshof mit außergewöhnlichem Garten.

Die Straßen wurden immer enger, hier sollte dieser Bus durchkommen?

Unser Busfahrer war ein alter Hase und schaffte es tatsächlich bis nach Gravenvoeren, wo wir mit Traktor und Planwagen abgeholt und zum Bauernhof gefahren wurden.

Bei einem ersten Rundgang konnten wir auf 1,5 Hektar die schönen Ausblicke genießen, u.a. auf das Schloss Altenbroek (siehe oben rechts). Bei der Restaurierung des Hofes und dem Anlegen des Gartens vor ca. 25 Jahren fanden Maria Kapteijns und ihr Mann unzählige Feuersteine im Boden, so dass einige Hauswände aus Feuersteinen neu gebaut wurden. Rechts unten der lauschige Innenhof mit einem mediterranen Brunnen

Im Gutshaus und im Garten war viel zu entdecken.

Im Garten gefiel mir die Kombination aus rotem Perückenstrauch und rotem Wiesenknöterich. Es gab sechs Terrassen, jede Terrasse hatte ihren eigenen Stil mit Blumen in einer Farbe.

Nach einer Mittagspause mit Brötchen, Kaffee und selbstgebackenem Kuchen fuhren wir zu den belgischen Remouchamps Grotten in den Ardennen.

Das Mergelland ist eine liebliche Landschaft, ca. 20 km von Maastricht entfernt. Hier kann man wunderbar wandern und Rad fahren, nur Reisebusse sollten Nebenstraßen meiden.

Die Höhlenanlage besteht aus Sälen und Galerien und wir gingen ca. 800 m in die Tiefe des Berges.

Am Ende des Weges erwarteten uns Boote, die uns auf dem Fluss Rubikon zurückbrachten. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, wenn niemand sprach und man fast lautlos durch die Höhle glitt.

Der Garten kann innerhalb einer Gruppenführung oder an Tagen der offenen Gartenpforte besucht werden, die Grotten sind das ganze Jahr geöffnet.

Blumensouvenirs ( FR Nr. 6 )

Auf unserer Rundreise fand ich auch einige städtische Blumenrabatte und Blumentöpfe für den eigenen Garten inspirierend. Besonders gefiel es mir, Studentenblümchen mit Lavendel zu kombinieren. Vielleicht bleiben mir die Stundentenblumen so länger erhalten und werden nicht sofort von Schnecken abgefressen?

Oben links: In einem Garten sah ich die Kombination von Tagetes und Lavendel. Ob der Lavendel die Studentenblümchen vor Schnecken beschützt? Ich werde es ausprobieren!

A propos Schnecken: Ich habe im Garten mehrere Storchenschnabelpflanten, deren Blätter duften. An diesen Pflanzen war bisher noch keine Schnecke. So pflückte ich einige Blätter ab und legte sie vor ein paar Tagen rund um meine schon stark abgenagten Astern. Seitdem werden ,toi, toi, toi, die Astern in Ruhe gelassen.
Wieder zurück in die Provence:

So einen Salbeikorb wünsche ich mir auch noch für meinen Garten- ein Projekt, falls mal wieder die Sonne scheint.

Bei den vielen Anregungen kamen mir ein paar Ideen für florale Fotocollagen, für die ich als Grundlage japanische Druckstockmotive genommen habe::

Unser erster Ausflug in die Umgebung von Martigues führte uns nach Arles, der Stadt, die sich dem Künstler Vincent van Gogh verschrieben hat. Auf den Spuren des Künstlers wandeln, das hörte sich im Reiseführer doch schön an. Am Montag erzähle ich davon, morgen gibt es eine Buchbesprechung, die nur ein bisschen mit Frankreich zu tun hat.

Für alle Gartenseelen

Teodor Cerić, Literaturstudent, flieht während des Krieges in den 90er Jahren aus seiner Heimatstadt Sarajevo und verbringt einige Jahre in verschiedenen europäischen Ländern, wo er sich mit Gelegenheitsjobs durchschlägt.
Schon in seiner Kindheit entwickelt er eine besondere Beziehung zum Gemüsegarten seiner Eltern. Hier hilft er seinem Vater bei den anstehenden Arbeiten und liebt die Stille und die Möglichkeit, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. So sind auf seiner unfreiwilligen Reise Gärten für ihn ein Zufluchtsort. Er besucht den berühmten Kiesgarten des Regisseurs Derek Jarman in England. Jarman legte ihn in den 80er Jahren an, als er an Aids erkrankt war und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre. In der Einöde von Dungerness erschafft er ein Festival aus Blüten und Skulpturen, die er aus Strandgut erschafft.
Ganz anders der Garten von Samuel Beckett. Gestaltete Trostlosigkeit, in der Beckett sich von der Welt zurückgezogen hat, um schreiben zu können.
Teodor Cerić mag keine großen Gärten, denn in ihnen fühlt er sich eher einsam. Das ändert sich erst, als er als Hilfsgärtner in den Pariser Tuilerien und im englischen Painshill Garten arbeitet. Er erzählt von der Kameradschaft der Pariser Gärtner inmitten seelenloser Blumenbeete und von Tom Page, der im 18. Jahrhundert in Painsmill als „Schmuckeremit“ lebte.
Rom, Kreta und Graz sind weitere Orte, an denen er grüne Oasen findet, die ihn über Gärten philosophieren lassen.

Einmal mehr entdeckte ich in einem Buch einen gärtnerischen Seelenverwandten und war glücklich bei der Lektüre.