Vor den Toren von Wien- Österreichtour Nr 4

Auf dem Weg nach Wien besuchten wir „Die Garten Tulln“ (Kein Schreibfehler). 2008 als Teil einer Landesgartenschau eröffnet, war es die erste Anlage Europas, die ausschließlich naturnahe Schaugärten zeigte.
Da wir Anfang Oktober die Gartenschau besuchten, konnte man nicht mehr die volle Blumenpracht der ca. 70 Schaugärten bewundern, aber an manchen Stellen sorgten noch Herbstblumen für Farbenfreude.

Neben Gartenideen für die Stadt, gab es auch Gärten, die geografische Besonderheiten mit berücksichtigten ( z.B. Garten als Moorlandschaft, ein Garten an den Hängen eines Weinbauers oder in der Nähe eines Strandes.). Ich nahm einige Tipps mit, wie ich meinen Garten noch tierfreundlichen gestalten kann.

Oben rechts z.B. Klebestreifen für Fensterscheiben. Von innen sind diese durchsichtig, von außen reflektieren sie, so dass Vögel nicht gegen das Glas fliegen. Wirkungsvolle als schwarze Vogelabziehbilder.

Nicht weit von Tulln entfernt liegt auch die Burg Kreuzenstein. Ich hatte gelesen, dass diese Burg dank ihrer perfekten mittelalterlichen „Ausstrahlung“ schon oft als Filmkulisse gedient hat und quasi das „Schloss Neuschwanstein“ Österreichs sei. Und in der Tat, der erste Eindruck war sehr imposant.

Während einer Führung hörten wir dann allerdings zu unserem großen Erstaunen, dass diese Burg ein Puzzle sei. Johann Nepomuk Graf Wilczek, vermögender Polarforscher, hatte ein Gelände gekauft, auf dem die Ruinen einer mittelalterlichen Burg aus dem 12. Jahrhundert stand. Danach scheute er keine Mühen, in ganz Europa Teile von Burgen zu erwerben und daraus sein Idealbild einer perfekten mittelalterlichen Burg zusammenzusetzen.
Leider durfte man innen nicht fotografieren, aber Wilceks Perfektionismus setzte sich auch dort fort. In ca. 70 Räumen sammelte er alles (ca. 11000 Exponate sollen es sein), was zum Mittelalter einen Bezug hatte. Am meisten beeindruckte mich die Sammlung der Ritterrüstungen, ich hätte nicht gedacht, dass es so viele unterschiedliche Ausführungen gibt…

Collage aus Fotos von Pixabay- nur eine kleine Auswahl von Ritterrüstungen

Neben der Burg befindet sich eine Greifvogelstation, in der auch Veranstaltungen stattfinden. Wir besuchten eine Flugschau und waren wirklich beeindruckt. Die Vögel fliegen hier nicht nur von rechts nach links wie oftmals in anderen Vorführungen, sondern die Adlerwarte befand sich oben auf einem Bergplateau und die Vögel flogen hinab Richtung Tal, bevor sie wieder hochstiegen und vor den Zuschauern landeten.

Es ist für mich jedes Mal unfassbar, wenn ich lese, dass Menschen diese Vögel töten.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann nach Wien hinein, wo wir zweimal in dem Bezirk Josefstadt übernachteten. Der Titel des nächsten Beitrags lautet “Wien für Spezialisten“ und kommt voraussichtlich am Freitag.

Grünes Berlin (Urlaub im Havelland 7)

Der zweite Berlinaufenthalt führte uns zuerst nach Dahlem. Hier wollte ich eigentlich die Königliche Gartenakademie besuchen, die aber ausgerechnet an diesem Tag aus innerbetrieblichen Gründen geschlossen war. So besuchten wir die in der Nähe liegenden Botanischen Gärten.

In verschiedenen Gewächshäusern und auf einem großen Areal mit Bepflanzungen aus allen Teilen der Erde kann man den ganzen Tag verbringen. Wir blieben nicht so lange, da im ganzen Park Vorbereitungen für ein Lichterfest getroffen wurden und viele Handwerker laut herumwuselten. Außerdem war es schwül und da versprach ein Aufenthalt an einem See Abkühlung.

Wir fuhren zum Wannsee, um uns das Haus und den Garten des Künstlers Max Liebermann anzusehen. Das Haus liegt direkt am See und man hat von der Terrasse des Cafés aus einen schönen Blick.

Der Garten besteht aus zwei Teilen, einem Bauerngarten und einem kleinen Park.

Im Haus gibt es kaum noch originale Einrichtungsstücke, neben Bildern von Liebermann werden in Sonderausstellungen noch andere Künstler präsentiert. In unserem Fall waren es Bilder der Fotografin Gerty Simon, die besonders während der Weimarer Republik für ihre Porträts bekannt war und u.a. auch Max Liebermann fotografiert hat. Aus dieser Ausstellung habe ich dieses „Fundstück“ mitgebracht, einen Zeitungstext von 1928.

Unsere Tour endete damit. In der Nähe der Max Liebermann Villa liegt auch das Haus der Wannsee Konferenz, doch sich diesem Thema noch anzunehmen, dazu fehlte mir an diesem heilen Gartentag die Kraft.
Der Havellandurlaub ist nun fast vorbei. Nächste Woche gibt es noch ein paar Minitipps, danach geht es in den Norden nach Bremen.

Entenschnabelgarten- oder bin ich ein Gartenmessie?

Im Juni war ich am Tag der offenen Gartenpforte unterwegs (siehe Beitrag unten rechts). Heute möchte ich Ihnen die Ideen vorstellen, die ich bei den Gartenbesuchen mitgenommen habe.

Bei einer Sitzecke, die nur ein bisschen Morgensonne abbekommt, haben sich in den letzten Jahren keine Pflanzen wirklich wohl gefühlt. Sie taten ihr Bestes , aber in anderen sonnigeren Gärten sah ich immer, wie viel Sonne meinen Pflanzen eigentlich brauchten, um prächtig auszusehen. Jetzt aber bin ich auf einem guten Weg. Im Garten von Mutter und Tochter Imig gab es eine ähnliche Stelle und hier entfalteten Funkien in Töpfen ihre ganze Pracht. Schnell zur Erinnerung dort fotografiert und dies im Garten umgesetzt. Meine kleine Funkienecke, ein Anfang.

Kahle Beetstellen im Sommer kann man nur bedingt mit neuen Blumen kaschieren. Schalen mit Bodendeckern zu bepflanzen und diese dann an den besagten Stellen zu platzieren fand ich pfiffig und so habe ich nun diese vier Schalen:

In diesem Jahr noch eine blühende Pflanze dazu, nächstes Jahr wird das vielleicht schon nicht mehr nötig sein.

Auch lernte ich neue Pflanzen kennen, bzw. wurde ich daran erinnert, sie doch endlich in meinem Garten auch einmal auszuprobieren.

Noch einmal zurück zu den Damen Imig: Ganz bezaubernd fand ich die kleinen Blumensträuße auf ihren Gartentischen. Sie inspirierten mich dazu, Blüten von Stauden und Sträuchern, welche ich zurückschneiden musste, ebenfalls noch ein paar Tage in einer Vase zu behalten. Hier ein paar Beispiele:

Die gelben Blümchen hatte jemand auf dem Friedhof weggeworfen, das tat mir zu leid. In den Vasen hielten sie sich noch sechs Tage.

In den besichtigten Gärten gab es auch oftmals die Möglichkeit, sich Bücher anzusehen. Ein Tipp brachte mich zu diesem Bildband, den ich nun ebenfalls wärmstens empfehlen kann. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass Christel Krautwig eine gärtnerische Seelenverwandte ist.

Sie fragen sich immer noch, warum die Überschrift dieses Beitrages Entenschnabelgarten lautet?
Am Sonntag war eine Bekannte bei uns zuhause, die unseren kleinen Garten noch nie im Sommer gesehen hat. Sie war angetan von der Vielzahl der Pflanzen und fragte mich, wie viele verschiedene Arten man entdecken könne. Darauf wusste ich keine Antwort, doch die Frage ließ mir keine Ruhe. Ich begann, eine Liste zu schreiben. Dies ging zuerst recht schnell, doch dann merkte ich, dass ich bei einer Reihe von Pflanzen den Namen gar nicht wusste oder vergessen hatte. So schnappte ich mir meine Gartenbücher, um fehlende Namen ausfindig zu machen. Dabei entdeckte ich dann auch, dass eine Blume, der ich bisher immer den Namen „Flamingoblume“ gegeben hatte, eigentlich „Entenschnabelfelberich“ heißt. Sie blüht im Garten z.Zt. an mehreren Stellen und Insekten freuen sich sehr darüber.

Ich vervollständige meine Pflanzenliste immer noch und staune zunehmend. Stand 21.7. tummeln sich auf knapp 200 qm Gartenfläche 98 Bäume, Sträucher und Blumen ( keine Einjährigen). Nimmt man noch die verschiedenen Sorten einer Art dazu, z.B. den Storchenschnabel mit sechs verschiedenen Variationen, dann sind es 123. Noch ein Schippchen draufgelegt: Kommen die Winter- und Frühjahrsblüher dazu, sind es 136. Bin ich ein Gartenmessie?

All You Can Eat

„All You Can Eat“- dieser Ausdruck kam mir in der letzten Woche in meinem Garten zweimal in den Sinn. Das erste Mal war es beim Beobachten von Bienen, Hummeln & Co, als diese sich bei dem Blütenangebot von Salbei, Cosmeen und Glockenblumen gar nicht entscheiden konnten, wohin sie zuerst fliegen sollten. Ähnlich wie Menschen an einem Buffet.

Dieser Anblick erfreute mich schon sehr, doch an anderer Stelle war das Angebot anscheinend ebenfalls sehr beliebt.

Rote Spornblume, Schwarzer Lauch und ein blauer Ceanothus Strauch

Das zweite „All You Can Eat“ ging mir bei diesem Anblick durch den Kopf:

Das war mal eine Funkie, die in einer Nacht zur Leibspeise dieser Gartenbewohnerin wurde:

Mich hätte der Anblick der abgefressenen Funkie noch bis vor Kurzem in negative Wallung gebracht, doch jetzt machte ich mit der Schnecke einen kurzen Spaziergang zu einem Feld und verabschiedete mich von ihr mit ein paar wohlmeinenden Worten. Ich hatte dieses Buch gelesen:

Die Autorin des Buches litt über viele Jahre hinweg an einer sehr schweren Viruserkrankung, wodurch es ihr zeitweise nicht möglich war, sich zu bewegen oder lautere Geräusche wie Musik zu ertragen. Von einer Pflegerin zweimal am Tag versorgt, lag sie nur im Bett, sah und dachte. Eines Tages bringt ihr eine Freundin einen Blumentopf mit, in dem eine kleine Waldschnecke lebt. Die Autorin macht die Freundin darauf aufmerksam, doch die Freundin verabschiedet sich nur lächelnd und geht.

Bailey fängt an, die Schnecke zu beobachten und immer mehr ist sie von deren Verhalten fasziniert. Es passiert, dass sie die so langsam verstreichende Zeit, ihre Krankheit und ihre oftmals hoffnungslose Lage vergisst. Die Schnecke zieht in ein komfortables Terrarium um und in guten Zeiten, in denen Bailey ein Buch halten und umblättern kann, beginnt sie Fachliteratur über Schnecken zu lesen, was ihre Bewunderung für diese Lebewesen noch mehr wachsen lässt. Sie hat eine Weggefährtin gefunden, die in ihrer Langsamkeit dem Lebensrhythmus Baileys entspricht. Die Schnecke spendet ihr Trost und das Beobachten gibt ihr einen Lebenssinn.
Auch ich war von dem in diesem Buch vermittelten Wissen über Schnecken sehr beeindruckt. Das „System Schnecke“ mit der Langsamkeit, mit den besonderen Sinnesorganen, der Behausung, mit dem Schleim und der Art der Fortpflanzung hat größere Überlebenschancen als das „System Mensch“ und verlangt Respekt und Anerkennung.
Das Buch ist aber auch wegen der Gedanken der Autorin zu ihrer Krankheit lesenswert. Gezwungenermaßen fokussiert sie ihren Blick auf wirklich Wichtiges im Leben und das sollte jeder Mensch auch ohne große Krankheit ab und zu einmal tun.

Erst gucken, dann buddeln

Seit Anfang des Monats sind wieder einige private Gärten am Niederrhein geöffnet.

https://www.kleve-tourismus.de/reisefuehrer/natur-in-kleve/offene-gaerten-im-kleverland

Ich habe am Sonntag eine gärtnerische Wissenslücke geschlossen und mir u.a. die über die Niederrheingrenzen bekannten Gärten von Herrn Lucenz und Herrn Bender und von Mutter und Tochter Imig angesehen. Einfach mal wieder über den eigenen gärtnerischen Tellerrand schauen, Ideen sammeln und neue Pflanzen kennenlernen. Vielleicht bringe ich Sie ja auf den Geschmack?

Was mich bei den besuchten Gärten besonders faszinierte, das waren die Ausblicke auf die niederrheinische Landschaft. Neben den beiden oben erwähnten Gärten sah ich mir noch den „gARTen Atelier Peters“ und „Viller the Garden“ an.
Pflanzen, mit denen ich für meinen Garten liebäugele. Rechts unten z.B. ein Paradiesbaum (Elaeagnus „Quecksilber“), der wunderbar duftet und auch in Töpfen gepflanzt werden kann. Zur Bestimmung der Pflanzen eignet sich sehr gut die kostenlose App „PlantNet“.
Besonders im Garten der Imigs bekommt man schöne Präsentationsideen.

Alle Gärten liegen im nahen Umkreis von Bedburg-Hau. Um sich zwischendurch zu kräftigen, eignet sich beispielsweise der Landgasthof Westrich. Er hat eine großzügige Terrasse, von der man ebenfalls „puren Niederrhein“ und leckeres Essen genießen kann.

Keine bezahlte Werbung!

Und zum Kaffeetrinken? Decke mitnehmen, ein Kaffeetrinkenpicknick machen und weiter die Seele baumeln lassen oder Buddelpläne für den eigenen Garten schmieden.

Die Zauberhecke

Vor zwei Jahren haben wir im Garten mit dem Kompostieren angefangen. Wir wollten es ausprobieren und sehen, ob es sich für den kleinen Garten überhaupt lohnt und wir eine Kompostiermentalität besitzen. Deshalb kauften wir nur einen billigen Kompostbehälter aus Plastik, der im Laufe der Zeit immer instabiler wurde. Um nicht aus dem Garten unmittelbar auf den Behälter zu gucken, improvisierten wir auch beim Sichtschutz und stellten ein altes Weidenzaunelement davor.
Das Kompostieren funktionierte bestens und deshalb war es jetzt an der Zeit, die Ecke neu und besser zu gestalten.
Einen neuen Kompostbehälter fanden wir schnell. Es ist aus recyceltem Plastik und viel stabiler als der Vorgänger.

Doch was sollten wir mit dem Sichtschutz machen? Wieder einen Weidenzaun anbringen, aber dieses Mal einen höheren? Sträucher davor pflanzen?
Mein Mann entdeckte dann im Internet eine komplett fertige Hecke. Nicht aus Plastik, sondern aus lebenden Pflanzen, nämlich bienenfreundlichem Efeu und Clematis. Ein Element hat die Maße 1,20 m x 1,80 m. Im Internet bestellt, wurde es drei Tage später geliefert.

Ich bin absolut begeistert. Die Hecke war schnell eingepflanzt, alle Pflanzen wirken sehr gesund.

Und wie von Zauberhand ist die Komposttonne verschwunden..


Dies ist keine bezahlte Werbung, aber da ich weiß, dass Gartenbesitzer immer wieder mal Sichtschutzprobleme haben, wollte ich diese Hecke doch gerne vorstellen.

Auf dieser Internetseite finden Sie mehr Informationen:

https://www.helix-pflanzen.de/hecke-am-laufenden-meter

Die Nutznießer der Komposterde…

Die blaue Stunde in einem Garten

Ein Fisch wartete am Eingang.

„Willkommen mein Herr, schön, dass Sie uns beehren! Genießen Sie unseren Garten zur blauen Stunde! Der Eintritt ist frei. Sie können Äpfel pflücken, Beeren sammeln, an jeder Blume riechen und sich an ihrem Duft ergötzen, fotografieren, telefonieren, sich überall ausruhen, nur eins dürfen Sie nicht: Setzen Sie sich nicht auf den Zeitstuhl! Tun Sie es trotz meiner Warnung, kann ich Ihnen nicht versprechen, dass Sie Ihre Lieben wiedersehen!“
Der Mann nickte ohne ein Wort zu sagen.
“Unser Personal steht Ihnen jederzeit zur Verfügung. Wenn Sie Fragen haben, scheuen Sie nicht, es anzusprechen.“

Hortus gehörte mit zum Personal. Er wedelte freundlich mit dem Schwanz, sagte aber nichts.

Ich wünsche Ihnen nun einen verzauberten Aufenthalt, genießen Sie die Stille und das Licht. Fangen Sie Ihren Rundgang am besten gegen den Uhrzeigersinn an und gehen Sie dort durch das Tor. Die erste Station wird der See sein. Sollten Sie das Gefühl einer Berührung haben, fürchten Sie sich nicht. Es sind die verspielten Seefeechen, die sich einen kleinen Spaß erlauben.
Bitte entschuldigen Sie, dass ich soviel rede, aber es verirrt sich sehr selten jemand in unseren Garten und ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal jemand zur blauen Stunde bei uns war.“

Der Mann bedankte sich bei dem Fisch und ging, wie empfohlen, durch das Tor.

Nach ein paar Schritten sah er diesen Stein, doch er konnte die Inschrift nicht entziffern.

Am See kam der Mann an einem Boot vorbei, auf dem ein Buch lag. Der Umschlag war verwittert, die Seiten wellig, doch es sah so aus, als hätte gerade noch jemand in dem Buch gelesen.

Neben dem Boot stand eine Bank, auf die er sich setzte. Über den See flogen ein paar Libellen, merkwürdig vibrierte die Luft.

Anscheinend waren auch viele Seefeechen unterwegs. Erst kitzelte etwas an der Wange des Mannes, dann spürte er eine leichte Berührung auf seiner rechten Hand. Er lächelte.

Nach einer Weile stand er auf und ging weiter. Niemand war gekommen, um das Buch zu holen. Links am Weg ragte das Zepter des Königs Majutan II in den Himmel, ein kleines Schild am Boden machte darauf aufmerksam.

Eine Steinmöwe näherte sich diensteifrig und erzählte dem Mann mit krächzender Stimme:

„Der Garten war früher ein Teil eines Parks, der zum Schloss von König Majutan II gehörte. Hierhin zog sich der König zurück, wenn er müde vom Regieren war. Er las, hörte den Vögeln beim Singen zu oder ließ sich von der Hofechse unterhalten. Dann geschah ein Unglück. Eines Tages kehrte der König aus dem Park nicht in sein Schloss zurück und man hat ihn nie wiedergesehen. Da König Majutan II keine Nachkommen hatte, verfielen Schloss und Park und nur wir erinnern uns noch an den König. Sein Zepter konnten wir noch retten und diesen Baldachin des Sommerhauses.“

„Wenn Sie weitergehen, werden Sie bei Guaya und Genio vorbeikommen. Guaya weint immer noch um den König, Genio ist ein harmloser Baumgeist und brabbelt den ganzen Tag vor sich hin, kümmern Sie sich nicht um die beiden.“

Der Mann setzte seinen Weg fort. Blumen, die er noch nie zuvor gesehen hatte, verströmten einen betörenden Duft.

Dann hörte er das leise Weinen. Es war herzzerreißend.

Guaya sah nicht auf, der Mann ging an ihr vorbei. Es fiel ihm schwer, sie nicht anzusprechen.

Genio brabbelte tatsächlich ohne Pause

Unterwegs pflückte der Mann einen Apfel und biss hinein. Hatte er jemals einen so süßen und saftigen Apfel gegessen?

Der Rundweg durch den Garten war länger als der Mann erwartet hatte. Er merkte, dass er müde wurde, vielleicht sollte er noch einmal eine kleine Pause machen, dort stand ja ein Stuhl. Er war etwas verrostet und sah wackelig aus, aber er wollte sich ja auch nur kurz ausruhen.

„SETZEN SIE SICH NICHT HIN!“, warnte ihn die Hofechse.

„Entschuldigen Sie, ist mein Mann eventuell hier vorbeigekommen?“
Eine junge Frau sah den Fisch fragend an.
„ Wir verbringen hier in der Nähe unseren Urlaub und wohnen in dem kleinen roten Ferienhaus, vielleicht kennen Sie es ja. Mein Mann wollte sich ein bisschen die Füße vertreten und einen Spaziergang machen, aber ist immer noch nicht zurück. Jetzt ist es schon fast dunkel, ich mache mir Sorgen. Haben Sie ihn gesehen?“

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Dieser Garten gehörte zu unserem Ferienhaus in Ostfriesland. Jeden Tag, wenn ich in ihm umherlief, fiel mir eine andere Geschichte ein. Eine wollte ich wenigstens aufschreiben.

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort

Warum es sich lohnt, zur diesjährigen Landesgartenschau nach Kamp-Lintfort zu fahren:

1.

Wer einen Balkon oder Garten besitzt, bekommt z.T. ausgefallene Anregungen, wie man Kästen, Töpfe oder Beete bepflanzen kann. Bekannte Stauden sind mit unbekannteren kombiniert, ungewöhnliche Farbkombinationen werden geboten, dazu summt und brummt es und der ein oder andere schöne Duft weht einem um die Nase. Hinweis: Tipps für Schattengärten sind rar.

2.

Das Informationsangebot ist groß an diversen Ständen oder in der großen Blumenhalle, die Einrichtungsideen mit Blumen bietet. Sei es beispielsweise am Stand der Landfrauen oder am Stand für Gartenzäune, überall bekam man freundliche und fachkundige Auskünfte. Ein Schwerpunkt der Landesgartenschau sind Naturschutzthemen. Auch hier gibt es Anlaufstellen, um sich mündlich Rat zu holen oder konkrete Beispiele zum Ansehen:

Links: Renaturierter Bachlauf auch als Anregung für einen Gartenteich, oben „Zutaten“ für einen schmetterlingsfreundlichen Garten, unten ein „pflegeleichter“ Steinvorgarten, ein halbes Jahr nach der Neuanlage.

3.

Hingucker gibt es viele:

Blumen aus Abfall, beispielsweise aus Plastikflaschen und Plastiktüten


4.

Nicht zu vergessen, die Anlagen für beispielhafte Gärten. Sei es ein formaler Garten, ein Garten, in dem Wasser die Hauptrolle spielt, eine hitzeresistenter Garten, ein japanischer Garten und noch einige andere.

Oben: 2 Fotos aus dem „Geheimnisvollen Garten“, den man nicht betreten konnte, in der Mitte eine Ansicht vom Wassergarten mit großem Bienenhaus. Unten Bilder vom Kloster Kamp, das mit in die Gartenschau einbezogen ist. Links der Weinberg am Kloster, den Wein kann man vor Ort verkosten.

Fazit: Wir kamen am Samstag um 9.30 Uhr an und es war noch angenehm leer. Gegen 14.30 Uhr fuhren wir wieder nach Hause, inzwischen waren viele Besucher unterwegs. Wir machten in diesen 5 Stunden zwei Pausen. Im Restaurant „Polster“ aßen wir vorzüglich. (Haben Sie schon einmal Nudeln +Kirschtomaten+ Ruccolasalat+Gemüsechipse gegessen? Nudeln und Chipse-genial!). In der zweiten Pause tranken wir im Park von Kloster Kamp einen Kaffee. Ca. 3 1/2 Stunden sind wir also gelaufen, gesehen haben wir ungefähr die Hälfte.
Wir sind gespannt auf die Herbstbepflanzung und werden Ende September noch einmal zur Gartenschau fahren. Dann bringen wir auch noch ein bisschen mehr Zeit mit für die tierischen Attraktionen.

Wie sehen NRW-Städte aus?

Dies sind die Umrisse von einigen deutschen Städten. Erkennen Sie unter ihnen Duisburg, Essen, Dortmund, Düsseldorf, Krefeld und Bielefeld? Die Lösung gibts am nächsten Samstag.

Auf meine Frage hin am letzten Samstag, was man mit diesen Schaumstoffwürfeln anfangen kann, bekam ich zwei Vorschläge via Mail:

Petra K. schlug vor, ein paar Würfel wie Perlen aufzuziehen, die Würfel mit Duftöl zu tränken und die Würfelschnur dann in ein Zimmer zu hängen. So bekäme man einen länger wirksamen Raumbedufter. Dazu fiel mir dann ein, dass man einen Würfel ja mit Lavendelöl beträufeln und diesen dann in einen Schrank legen könnte, um Motten abzuschrecken.

Heinrich M. ist Hobbygärtner und meinte, dass man im Winter die Würfel zwischen Blumentopf und Blumenübertopf klemmen könnte, quasi als Frostschutz, sie wären gutes Material zum Dämmen.

Mal sehen, ob es in den nächsten Tagen noch weitere Vorschläge gibt…