Ich sehe für meinen Garten schwarz….und weiß

Prachtvoll, atemberaubend, wunderschön- ja so sind die prallen Farbfotos, die wir in unserem Garten oder in öffentlichen Parkanlagen machen. Ich suchte andere Sichtweisen meines Gartens und fand bisher zwei, die ich Ihnen heute und nächste Woche vorstelle.

Gartenbilder in schwarzweiß ist das erste Thema. Diese Bilder sind nur ein Anfang, sicherlich werde ich zukünftig nicht mehr nur in Farbe denken. Vielleicht versuchen Sie es auch einmal?

Neue Gartenbewohner

Seit Samstag haben wir neue Gartenbewohner. Sie sind sehr scheu und ich habe den ganzen Samstag mit der Kamera auf der Lauer gelegen, um diese vier Motive zu ergattern. Ob es noch weitere Besucher gibt, das weiß ich nicht, ob sie bleiben oder weiterziehen, ich werde sehen. Unsere Katze ignoriert sie, auch die Spatzen und Meisen haben keine Angst vor ihnen. Weiß jemand mehr über sie? Hat jemand auch schon einmal solchen Besuch gehabt? Von was ernähren sie sich? Wo schlafen sie? Ich habe keine Geräusche gehört, wie kommunizieren sie untereinander? Wünsche einen schönen Wochenanfang!

Der Akazienkavalier

„Von Menschen und Gärten“ ist der Untertitel dieses Buches und ich fing bereits im Januar an, es zu lesen, weil ich mich in den Gärten andere Menschen „umsehen“ wollte. Das ging ziemlich schief, denn in den meisten Kapiteln ist entweder nur eine Pflanze das Thema (z.B. ein Ficus in einer Küche oder der Seidelbast als Pflanze der Bettler) oder es geht um einen Garten, dieser dient aber eher nur als Schauplatz für Begegnungen mit Menschen.

Ich war deshalb von diesem Buch enttäuscht und legte es wieder weg. Jetzt, wo ich meinen eigenen blühenden Garten habe, gab ich dem Buch aber eine zweite Chance. Die Autorin erzählt von Begegnungen mit Menschen in mehreren Ländern Europas, deren Leben zeitweise oder ganz vom Leben im Garten oder mit einer Pflanze geprägt wurde. Beeindruckend das Kapitel, in dem sie von einem Treffen mit einer blinden Gärtnerin erzählt. Zu Herzen gehend ist die Familiengeschichte von vier Schwestern, die sich regelmäßig unter einem alten Birnbaum treffen. Der Autorin Colette wird eine Geschichte gewidmet, wie sie im zweiten Weltkrieg aus ihrer Wohnung den Garten des Palais Royal sieht und den Alltag unter der deutschen Besatzung beschreibt. Ja und dann ist da noch der bekannte deutsche Schauspieler Walter Sittler, der auf einer Fensterbank einen Wüstengarten pflegt oder ein Wolkengarten über dem Memelland, den man entdecken kann.

Ich mag die achtzehn Geschichten dieses Buches inzwischen sehr. Es sind z.T. ergreifende Schicksale, von denen die Autorin erzählt, aber auch ihre Gabe, Details und Stimmungen zu beschreiben, hat mir gut gefallen.

Gartenkribbeln in den Fingern

Das schöne Wetter führt mich sehr in Versuchung, schon im Garten zu buddeln oder zu schnippeln. Da ich aber weiß, dass es noch zu früh ist, versuche ich mich abzulenken.

Gartenarbeit fängt bei mir in der Küche an. Höchstwahrscheinlich werden sich demnächst wieder Schnecken ein fröhliches Stelldichein im Garten geben und deshalb fange ich jetzt schon an, Eierschalen zu sammeln. Diese habe ich letztes Jahr um gefährdete Pflanzen verteilt und die scharfen Kanten der Schalen hielten Schnecken fern. Außerdem sind Eierschalen noch ein guter Dünger

Ich probiere den Garten- z.B. mit dieser Schokolade. Hatte ich eigentlich als Geschenk gedacht, bin aber schwach geworden- Köstlich!

Diese Bücher liegen z.Zt in Reichweite. Es wäre doch zu schön, ein paar Insekten oder Bienen demnächst ohne Buch bestimmen zu können.

Ich habe letztes Jahr irgendwo diese Karte mitgenommen. Auf ihr sind über Gärten verzeichnet. Viele kenne ich, aber einige eben noch nicht und da eignet sich die jetzige Zeit wunderbar, Besuchspläne zu schmieden und den Kalender monatlich mit Ausflugsideen zu füllen.

Und dann ist da noch mein altes Gartentagebuch. Vor acht Jahren habe ich angefangen, mir Notizen zu machen, was ich alles gut oder auch schlecht im Garten gemacht habe und was ich im neuen Jahr ausprobieren kann.

Außen vielleicht ein bisschen pfui, aber innen dafür ganz schön hui.

Wenn man das Buch durchblättert, kommen schöne Gartenerinnerungen von ganz alleine und die Vorfreude auf kommende Gartentage

wird noch größer.

Federlesen im Winter

Bücher mit passendem Equipment im Winter zu lesen ist eine feine Sache, aber ich wollte meinen Horizont erweitern, was das Lesen angeht und wählte dazu dieses Buch aus.

Die Autorin ist gebürtige Duisburgerin und erzählt, wie sie zusammen mit ihren Eltern im Meidericher Stadtpark und am linken Niederrhein die ersten Vögel kennengelernt hat. Ihre Eltern wanderten sehr gerne, das Töchterchen nicht, also mussten sie sich etwas ausdenken, dass die Tochter ablenkt. Bald war das Buch „Was fliegt denn da?“ ihr Lieblingsbuch und begleitete sie auf ihrem Lebensweg.

Johanna Romberg ist inzwischen eine Vogelexpertin, doch sie ist nicht wie viele andere ausschließlich auf der Jagd nach seltenen Vogelarten, sondern hat sich nach über 50 Jahren ihre kindliche Freude erhalten, morgens in ihrem Garten „normale“ Vögel begrüßen zu dürfen. So schreibt sie sehr sympathisch z.B. über ihre eher unübliche Liebe zu Tauben, ihren Favoriten, den Goldhähnchen oder Heckenbraunellen. Nebenbei vermittelt sie viel Wissenswertes über die Möglichkeiten, Vogelarten zu bestimmen. Es gibt aber auch Kapitel in diesem Buch, die einem aufs Gemüt gehen können, nämlich dann, wenn sie aufzeigt, wie gefährdet die einheimische Vogelwelt ist, sei es durch die Agrarwirtschaft, Windräder oder auch Versiegelungen von Häusern oder monotonen Gärten.

Ich finde es oft schade, dass ich meine Begeisterung für ein Buch nicht in die Worte fassen kann, die den Funken auf Leser überspringen lässt. Natürlich kann ich „toll“, „einzigartig“ oder „ein Muss“ schreiben, aber das ist alles so abgegriffen. Ein Versuch: Bei diesem Buch merkte ich, wie mir für meine verbleibende Lebenszeit eine Tür aufgestoßen wurde für eine Tätigkeit, die inneren Frieden und Freude bringt und mich immer wieder anstößt, mich mit geschärften „Vogelsinnen“ auf den Weg zu machen. Das hört sich jetzt vielleicht pathetisch an, aber es ist so.

Um mit dem Vögelbeobachten anzufangen, ist der Winter eine gute Zeit, denn das Verdecken durch Blätter fällt weg und wer qualitativ gutes Vogelfutter anbietet, wird mit häufigen Besuchen belohnt.

Letztes Jahr wurden meine Meisenknödel nur widerwillig angenommen. Vielleicht war das bei Ihnen auch so? Deshalb dieser Tipp: Ich habe letzte Woche anscheinend sehr leckere Meisenknödel gekauft ( vom Futterhof aus Linz -keine bezahlte Werbung). Die beiden Knödelhalter sind immer umkämpft, aber nicht nur von Blau-und Kohlmeisen. Eine „Gang“ Schwanzmeisen findet sich zweimal am Tag ein, Sperlinge sind sehr interessiert und auch zwei Buntspechte lassen es sich bekommen…

Als ich am Donnerstag diesen Beitrag schrieb, erschien in der Zeitung ein Artikel, dessen letzte Sätze wunderbar passten:

Ich habe noch ein Vogelthema, aber der Beitrag wird zu lang. Also dann bis morgen!

Bienen- auch im Winter ein Thema

Dieses Buch bekam ich vor einiger Zeit von einer Freundin geschenkt. Sie weiß, dass ich im Sommer gerne „stundenlang“ Bienen im Garten beobachte und deshalb freute ich mich sehr über den Titel.

Nicht so erfreut war ich über den Anfang des Buches, denn ich hatte den Eindruck, dass es sich mehr um die Beschreibung einer Selbstfindung handelt. Autor Dube hat Zweifel an seinem alten Beruf (Texter), erzählt vom Ausprobieren, etwas Anderes zu machen und kommt schließlich zu dem Schluss, dass das Imkern das Richtige für ihn sei. „Learning by Doing“ ist seine Devise, von alten Imkerprofis nimmt er viele Ratschläge an.

Jetzt kommen endlich die Bienen ins Spiel und das Buch wird von Seite zu Seite spannender. Was in einem Bienenstock alles passiert, was Bienen können und tun- ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch wie sich die Persönlichkeit von Dube durch den täglichen Umgang mit Bienen ändert war ebenfalls interessant zu lesen. Besonders gefallen hat mir das Kapitel, wie er seine Honig auf einem Markt anbietet und er dabei die ganz eigenen Gesetze eines Markttages entdeckt. Auch seine Informationen über die gesetzlichen Regeln des Honigverkaufs waren neu für mich.

Am Ende war ich so begeistert von diesem Buch, dass ich am folgenden Wochenende direkt in unser Duisburger Bienenmuseum gegangen bin. Für 2,50 Euro kann man an einer 1-2 stündigen Führung teilnehmen. Ich sah mich dieses Mal nur ein bisschen um und hebe mir den Vortrag für nächstes Jahr im Februar auf, dann bin ich für die anstehende Bienensaison bestens gerüstet.

Buch und Duft- bei diesem Titel kein Problem, wenn man beim Lesen eine Bienenwachskerze anzündet…

Keine Ausrede mehr für Steingärten

Letzte Woche war ich nach längerer Zeit mal wieder in der Hildener Gärtnerei von Peter Janke. (In der Vergangenheit berichtete ich schon über diesen wunderbaren Ort- siehe „Toskana“Link unten) Inzwischen hat sich Einiges getan, denn es gibt noch mehr Schaugärten, in denen gezeigt wird, wie man einen Garten trotz Trockenheit und Hitze grün bepflanzen kann, ohne viel Pflegearbeit zu haben. Ich habe eine paar Fotos gemacht:

Viele Pflanzen kommen aus Südafrika, dem Mittelmeerraum oder Südamerika. Bei der Bepflanzung wird sehr auf Insektenfreundlichkeit geachtet. Die Preise der Pflanzen bewegen sich je nach Größe und Seltenheit zwischen 3,50 und ca. 30 Euro. Das Café ist noch da, was also hält Sie von einem Besuch ab?

Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung.

Gartenarbeit im Winter

Letzte Woche gab ich schon ein paar Ideen weiter, wie man die Winterzeit ein bisschen optimistischer verbringen kann. Nun brachte mich eine Gartenpflanze auf eine weitere Idee.

Ich saß auf diesem Stuhl am Tisch und erneut kitzelte mich das Gras hinter mir am Hals. Das war der Auslöser für meinen Plan, im Winter ein Fotobuch drucken zu lassen mit Bildern aus meinem Garten während der verschiedenen Jahreszeiten. Ich habe schon genügend Bilder, aber dieses Jahr gibt es im Garten einige Premieren. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren zeigen sich Rohrkolben und ein Fingerhut hat sich freiwillig angesiedelt. Mohnblüten gaben sich die Ehre, Duftnelken habe ich im April zum ersten Mal gepflanzt. Die Stockrose und die Malve blühen um die Wette. Also werde ich in den nächsten Wochen noch ein bisschen Bildmaterial sammeln und dann geht es im November los.

Von oben links: Gartenklee, Mädesüß, Fingerhut, Duftnelke

Morgen erzähle ich, warum Frankfurt in meinem persönlichen Städteranking jetzt ziemlich weit oben steht.

Gartenstunden mit der Dosenöffnerin (MB)

Hallo, hier meldet sich wieder Minky, der Kater der Bloggerin. Wer es noch nicht weiß: Ich bin jetzt Co-Autor und gebe auch ein bisschen Senf (Ich würde ja eher Sahne sagen anstatt Senf…) zum Blog dazu.

Hinter mir liegen schon einige nette Stunden im Garten. Vorzugsweise betrete ich ihn nachts, dann ist es ruhiger und die Mäuseausbeute ist besser. Tagsüber leiste ich Linda Gesellschaft. Das ist eine Win-Win-Situation für uns beide. Ihre Anwesenheit beschützt mich zumeist vor den nervigen Besuchen der Nachbarkatze, mein relaxtes Verhalten erinnert Linda daran, nicht so viel zu arbeiten, sondern auch mal den Garten zu genießen.

Neben Sonnenbaden besuche ich auch sehr gerne die Katzenminze und nehme ein Näschen voll betörenden Duft oder fange die ein oder andere Schnake oder Fliege. Unser Garten hat keinen Rasen, aber Gräser versuchen immer wieder, in den Blumembeeten durchzukommen. Ich sorge dafür, dass diese Halme kurz bleiben (allerdings mit mäßigem Erfolg, das gebe ich zu, wie man oben auf dem Bild sieht).

Der Regen in den letzten Tagen macht mir nichts aus, bin nicht so ein Weichei wie manch anderer Kater. Lindas Meinung ist da wohl etwas differenzierter. Sie freut sich über Gießpausen und gute Luft, allerdings sehe ich sie am späten Abend oder nachts mit der Taschenlampe im Garten Blumen inspizieren und ab und zu flucht sie- ich sage nur „Schnecken“…

Fällt mir noch etwas zu dem Thema ein? Ja, vielleicht noch ein Wort zu anderen Tieren im Garten. Mäuse und Nachbarkatze erwähnte ich ja bereits, aber da sind noch andere Zwei-und Vierbeiner, die mir gehörig auf den Keks gehen. „Herr Fasan“, mit ihm habe ich ein Gentlemanˋs agreement: Ich lasse ihn die Körner picken, er bleibt auf Distanz, wenn ich im Garten bin. Die kleinen Vögel interessieren mich nicht, sind ein bisschen wuselig, aber ich sag nur „Lävve un lävve lasse“. Aber Eichhörnchen und Tauben, die in mein Heiligstes ( den Wintergarten) eindringen- da werde ich sehr ungemütlich. Die können von Glück sagen, dass Linda sich immer dazwischenwirft und mich dann abgedrängt. Tut meiner Katzenseele nicht gerade gut, das kann nur mit doppelten Streicheleinheiten wieder ausgeglichen werden.

Ich soll ausrichten, dass Linda morgen etwas zum Thema „ Das Eichhörnchen hilft bei Winterblues“ schreibt. Sorry, aber das finde ich mir gegenüber nicht sehr loyal, aber ich bin ja hier auch bloß die Katze.

Ein Gartenexperiment

In diesem Frühling hatte mein Sommerflieder überdurchschnittlich viele Blattläuse. Ich suchte meinen Garten nach Marienkäfern ab, um sie umzusetzen, fand aber keine. So bestellte ich Marienkäferlarven, die laut einer Gartenzeitung auch sehr wirksam sind.

Die Lieferung kam schnell:

In der Box krabbelten die Larven munter zwischen Papierschnipseln herum.

In beigelegten Tüten sollte man die Papierschnipsel hineinlegen und danach die Tüten an den von Blattläusen befallenen Teilen aufhängen. Nach ein paar Tagen wären die Blattläuse Geschichte, so der Beipackzettel, wenn…das Wetter stimmt! Es sollte möglichst nicht regnen und Wind sei auch nicht gut. Am Aufhängtag war das Wetter optimal, am nächsten Tag stürmte es, danach fing es dann noch zu regen an.

Ich hatte einige Papierschnipsel noch in eine durchsichtige Zellophantüte getan, um die Larven beobachten zu können. Das war nicht so gut, denn in der Tüte sammelte sich schnell Feuchtigkeit. Also kamen diese Papierschnipsel schnell zurück in die weißen Tüten.

Nach ca. einer Woche waren zwei der drei Tütenäste nicht mehr so blattlausschwarz, also schienen zumindest ein paar Larven das Wetter überstanden zu haben.

Diese Wetterabhängigkeit stand nicht auf der Internetseite der Firma, sonst hätte ich vor dem Bestellen den Wetterbericht befragt. Die Dose mit den Larven sollte man möglichst sofort nach Ankunft öffnen und die Larven in die Tüten packen, langes Aufbewahren geht nicht.

Ich hatte gehofft, dass ich mit den 30 Larven eine Marienkäferminifarm im Garten eröffnen könnte, doch es sieht schlecht aus. Die Larven fressen 2 Wochen, danach verpuppen sie sich und nach ca. 10 Tagen schlüpfen dann kleine Marienkäfer aus der Raupe. Aber bei diesem Wetter…

Nächstes Jahr werde ich es noch einmal probieren, aber nur dann, wenn mein Garten in einem konstanten Hochdruckgebiet liegt.

Am Donnerstag geht es weiter!