Gedichte für Kinder und für mich!

Seit geraume Zeit lese ich mit Vergnügen Gedichte, die eigentlich für Kinder bestimmt sind. Die Texte machen mich heiter, bringen mir Kindheitserinnerungen zurück und erzeugen in mir manchmal mit ihrer oftmals überbordenden Phantasie eine Laune, selbst ein paar Zeilen zu schreiben.
Die wunderschönen und teilweise sehr lustigen Illustrationen der Bücher verstärken beim Lesen diese positiven Gefühle. Drei Titel möchte ich Ihnen deshalb vorstellen:

Ich wusste bis vor kurzem nicht, dass der Autor der „Schatzinsel“ auch Gedichte geschrieben hat. Momente seiner Kindheit sind teilweise auch meine Momente.
Josef Guggenmos schreibt für Kinder, seine Gedichte und Haikus halten aber oftmals auch ein Augenzwinkern für Erwachsene parat.
Dieses Buch ist eine Fundgrube! Viele namhafte Autoren und Autorinnen haben hier den schönsten Quatsch gedichtet- sehr inspirierend!
Soll ich Ihnen verraten, was sieben kecke Schnirkelschnecken tun?

Sieben kecke Schnirkelschnecken
saßen einst auf einem Stecken,
machten dort auf ihrem Sitze
kecke Schnirkelschneckenwitze!

Von Josef Guggenmos- siehe oben…

Stürmischer Buchtag

Momentan findet in Frankfurt wieder die Buchmesse statt. Vielleicht kam mein Unterbewusstsein deshalb auf die Idee, gestern einen Buchtag einzulegen? Um der alten Zeiten willen?

Gestern gab es Sturm und Regen,
das war für mich ein wahrer Segen.
Konnte mit gutem Gewissen zuhause bleiben
und mir ein paar Bücher einverleiben.

Morgens um sieben fange ich mit Eckengas Gedichten an,
Humor zu Beginn,
das ist für meine noch müde Stimmung ein Gewinn.

Danach widme ich mich dem Buch von Herta Müller,
hier wird es schon etwas anspruchsvoller.
Die Nobelpreisträgerin schneidet Wörter aus
und setzt sie neu zusammen.
Da verdient sie doch Applaus,
denn damit konnte sie mich entflammen.

Schnell selbst ein paar Wörter aus einer Zeitung ausgeschnitten,
darf ich Sie zu meinem Œuvre um Ihre Meinung bitten?

Noch einmal macht die Buchmesse sich in meinem Kopf breit…

Zum zweiten Frühstück sind Tintin und Milou dran,
ihre Abenteuer ziehen mich noch heute in den Bann.
Ich fühle mich wie ein Kind,
das sich vom Schulstress eine kleine Auszeit nimmt.

Kein Mittagessen und die Siesta ist auch nicht lang,
jetzt ist mir nach einem Buch über den musikalischen Klang.

Ein Roman mit einem japanischen Klavierstimmer,
über dieses Instrument zu lesen, das geht bei mir doch immer.

It‘s teatime, dazu noch ein paar Plätzchen,
danach suche ich mir ein neues Bücherschätzchen.
Einen Bildband möchte ich jetzt haben,
denn meine Augen sollen sich auch mal laben.

Bilder von František Kupka

Viele bunte Farben gegen das so graue Wetter,
wie schnell wird das Leben durch ein Buch doch viel netter!
Ich blättere und versinke, fast wie in einem Traum,
vergesse die Zeit und um mich herum den unaufgeräumten Raum.
Plötzlich streift mich das schlechte Gewissen,
ist Putzen und Aufräumen heute ein Müssen?
Nö, beschließe ich und blättere weiter,
meine Stimmung bleibt deshalb auch heiter.
Mein Kater möchte auf meinen Schoß,
da ist der Bildband jetzt doch zu groß.
Schnell nehme ich einen Krimi zur Hand,
dieses Buch ist ein Unterhaltungsgarant.

Wolf Haas, er ist mein Favorit,
denn seine Bücher haben österreichischen Kolorit.
Mein Kater schnurrt laut und ich werde dösig,
ein weiteres Buch zu suchen ist dann wohl müßig.

Um halbzehn habe ich mich hingelegt,
von diesem Tag noch tief bewegt.
Zufrieden schlafe ich schnell ein,
dankbar für mein schönes Bücherheim.

P.S. Morgen habe ich einen zum Wetter passenden Rätselbeitrag für Sie.





Die Mode- und Beautyseite an mir

Der Vollmond wirkt sich nicht auf die Schlafgewohnheiten der Menschen aus, so wird immer wieder von Wissenschaftlern behauptet. Ohne zu wissen, dass heute Nacht Vollmond war, saß ich kerzengerade im Bett, an Schlaf war nicht zu denken. Und dann kamen sie, die Wörter…

Vor ein paar Wochen beschloss ich:
Linda du musst dein Gedächtnis trainieren,
willst du dich nicht länger vor neuen Bekannten blamieren!
Die Welt der Mode ist für sie wie das tägliche Brot,
spreche ich davon, gerate ich öfter in Erklärungsnot.

Für mich waren bisher Modemarken und Stile einerlei,
doch diese Ignoranz ist nun komplett vorbei.
Habe mir die Ausdrücke schnell reingezogen
und kenne sie jetzt alle-ungelogen.

Nachdem ich mich im Badezimmer dem Soothing, Sculpting und Refining unterzogen habe-vergessen sind die Falten der letzten 60 Jahre-
gehe ich in mein briefmarkengroßes Ankleidezimmer,
was ich anziehen soll, ich habe noch keinen Schimmer.
Ins Auge fällt mir meine neue Boxclutch mit Minaudière,
die muss es schon einmal sein,
dazu passen die lila D‘orsay Pumps,
sehr edel und sehr fein.
Oder nehme ich lieber die Fugly Shoes und die Tasche mit Guitar Strapsen,
doch eigentlich finde ich sie ugly und breche mir bestimmt die Haxen…
Nein, ich trage die Kittenheels, die sind so schön bequem,
doch jetzt muss ich auch mal nach Klamotten für oben herum sehn.

In Hosen mit Galons und einem Pullover mit Popcorn Knit
fühle ich mich besonders jung und fit.
Oder wähle ich was im Preppy Look,
den zu tragen, bräuchte ich auch einen großen Whiskyschluck.
Ein ganzes Whiskyglas bräuchte ich für Track Suitpants oder ein Yoke Kleid-
ich bekomme Kopfschmerzen und bin das ganze Modegefasel allmählich leid.
Schließlich entscheide ich mich für Color Blocking,
rote Hose mit Tulip-Cut von Off-White, gelbe Weste von Gucci und von Jaquemus das blaue Hemd,
da bin ich mir nur noch ein kleines bisschen fremd.

Sehnsüchtig schiele ich nach meiner alten Jeans am Ende vom Schrank
und frage mich plötzlich, bin ich eigentlich im Kopf nur noch krank?
Das bin nicht ich, will es auch gar nicht sein,
neue Bekannte liebt mich so oder lasst es eben sein.














Meine Sammlungen auf dem Handy (u.a. auch Französischstunde Nr. 32)

Ich gehöre normalerweise zu den Menschen, die bei Wartezeiten ein Buch aus der Tasche holen und sich dann über die Lesezeit freuen. Manchmal jedoch ist es nicht voraussehbar, dass man irgendwo warten muss. (Beliebt: Überraschende Staus als Beifahrerin). Dann werde ich in letzter Zeit auch zur Handyguckerin, denn ich habe mir dort verschiedene Sammlungen angelegt.

Sammlung 1:
Im Internet gibt es unzählige Seiten mit französischer Grammatik. Meine Kenntnisse darüber sind im Prinzip vorhanden, aber manche Themen müssen immer wieder wachgeküsst und aufgefrischt werden. Diese speziellen Lücken auf den Seiten im Internet zu suchen, finde ich umständlich und so kam ich auf folgende Idee:
Seit zwei Jahren liegt dieser Kalender auf meinem Schreibtisch und

ich sammle die Kalenderblätter, auf denen man meine grammatikalischen Schwächen kurz und knackig erklärt. Sonderfälle werden ausgelassen, aber das finde ich besonders gut, denn „Mut zur Lücke“ sollte man haben, um keine Scheu beim Sprechen aufkommen zu lassen.
Ich fing vor einiger Zeit an, diese Kalenderblätter mit meinem Handy zu fotografieren und werfe immer mal wieder einen Blick darauf.

Sammlung 2:
Zuhause stapeln sich bei mir (zu) viele Bildbände, da ich bei Museumsbesuchen immer euphorisch Ausstellungskataloge gekauft habe, um Bilder, die mir besonders gut gefielen, nicht zu vergessen. Seitdem das Fotografieren in Museum immer häufiger erlaubt ist, mache ich davon gerne Gebrauch und habe mir eine kleine Fotosammlung mit Kunstwerken auf meinem Handy angelegt, die ich mir immer wieder gerne anschaue.

Diese Bilder sind im Barberini Museum in Potsdam zu bewundern.

Sammlung 3:
Bei Gedichten und Zitaten mache ich es ähnlich wie bei Kunstwerken. Manche möchte ich parat haben, um mich an ihnen zu erfreuen, zu schmunzeln oder zu erinnern. An manchen Tagen tanke ich auch Kraft aus ihnen oder lese sie einem lieben Menschen vor. Wenn ich im Stau oder in einer anderen Wartezeit diese Texte bei mir habe, wird das Warten zur Nebensache.


MSV Duisburg Problem in Reimen

Seit ein paar Tagen freue ich mich jeden Abend auf diese Nachttischlektüre:

Wer Fritz Eckenga nicht kennt, so beschreibt er sich auf seiner Homepage: Fritz Eckenga ruhrt in sich selbst. Vom Stützpunkt Dortmund aus dichtet er sich die Welt zusammen. Die Ergebnisse stellt er auf Bühnen, in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und im Radio vor. Eckenga spielt Solo-Programme, schreibt Theaterstücke, Hörbücher und ist Radiokolumnist.
Dieses Buch enthält alle Gedichte bis zum Jahr 2015. Ja, er ist ein „Ruhrpottkind“ und ja, ich bin es auch und sein Humor und seine Sprache erfreuen mich ungeheuer. Mal knallt er einer Bevölkerungsgruppe direkt etwas vor den Latz und regt sich öfter tierisch auf, mal feiert er ein Zynismusfest, dann taucht plötzlich ein kurzes leises Gedicht auf, nein, er ist nicht nur ein Holterdipolterdichter, er gibt auch Einiges über seine eigenen Befindlichkeiten preis.
Ein Gedichtbeispiel soll folgen. Den Text las ich vorgestern Abend und heute früh steht ein Artikel über die Jahreshauptversammlung vom MSV Duisburg in der Zeitung. Die Presse wurde ausgeschlossen, aber die Frage nach dem neuen Trainer beim MSV bleibt…

Ging mir nicht mehr aus dem Kopf und später beim Postkartengestalten kam dann auch prompt diese Karte heraus:

Hoffentlich in Kürze im Stadion: Die Presse ist wieder wohlgelitten und wurde zur Vorstellung des neuen MSV Trainers eingeladen. Die Journalisten wünschen ihm und dem MSV viel Glück.

Tja, was soll ich sagen…

Herbsteinstimmung mit Haikus

Heute beginnt für Meteorologen der Herbst. Ich möchte Sie mit ein paar herbstlichen Haikufotos darauf einstimmen.

Wer Lust auf mehr Haikus hat: Bis Ende Oktober gibt es in den Fenstern des AWO BBZ auf der Friedrich-Ebert-Str. in Rheinhausen eine kleine Fotoausstellung von mir.

Ihre Texte- ein Wunderkerzenfeuerwerk

“Legen Sie einen Vers von Friederike Mayröcker neben mich und ich schreibe Ihnen Bücher.“
Das ist ein Zitat des Filmemachers und Schriftstellers Alexander Kluge. Es machte mich neugierig und brachte mich dazu, mich endlich an ein Buch von Friederike Mayröcker zu wagen. ( In meinen Jahren als Buchhändlerin hielt mich immer eine gewisse Scheu von ihren Gedankenausflügen ab).

Wie schon im Klappentext zu lesen ist, soll man nicht versuchen, den Inhalt zu verstehen. Es sind Notizen und Gedanken, die die Lyrikerin zwischen ihrem 94sten und 96sten Lebensjahr gesammelt hat. Erinnerungsblitze an ihre Kindheit und ihre Liebe zu Ernst Jandl wechseln sich ab mit kurzen, intensiven Naturmomenten, Bildbetrachtungen und Gesprächsfetzen. Sie ist eine weise Frau, die sich mit fast kindlicher Neugierde ihrem Alltag stellt und immer wieder über Beobachtungen staunt.
Ihre Sprache besteht aus Wörtern, die mich an ein zauberhaftes Wunderkerzenfeuerwerk erinnern. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man außergewöhnliche Lesemomente geschenkt und Mayröcker zeigt, welches Abenteuer die Sprache sein kann. Das Zitat von Alexander Kluge vestehe ich nun gut.

Ich möchte versuchen, Ihnen einen winzigen Eindruck zu vermitteln, auf welches Sprachabenteuer Sie sich bei der Lektüre einlassen. Um rechtliche Probleme mit dem Suhrkamp Verlag zu vermeiden, gebe ich nicht den Originaltext wieder, sondern habe selbst ein paar Zeilen geschrieben. Orthographische Eigenheiten sind gewollt.

Sch,sch,sch macht es im Nebennebelhaus, Einkleistern ist zu meistern. Oh je, Katzenfellchenhaare in der Bürste warten auf die Dinge. Struppi hat Tim mal wieder usw. Meine Hühnergötterchen beob…achten mich.
bz,bz,bz
Baustelle, naked bodies,Dentistenmusik,Schippenduell. Am Glasdach ein Libellchen, huschende Schattenspiele inklusive, il carnevale veneziano.

Mädelchen im weißen Kleidchen an der Kaiufermauer mit schwarzem Pudelchen. Oder war es rot? Nicht „Der Schrei“ von Munch bitte, ach Elstern etc. Ohrgeräusche übertünchen, ÜBERkleistern, ist doch zu, oder? Muttchen erinnerst du dich? Gardasee, ach war das. Hui, das Schiffchen im Wind. Doch dann Stau, stauer, am staunsten, Traudl bestaunt den Reiserückverkehr 1962. Auch der Teddy ist erstaunt.

Springen Sie ins kalte Wörterwasser der Friederike Mayröcker und lassen Sie sich von den Wunderkerzen erwärmen.



Bauernregeln sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

Hat man im Juli Bauernregeln gelesen, konnte man leicht missmutig werden:

Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

Wenn sich die sieben Brüder sonnen, kommt sieben Wochen Wonnen. (10.7.)

Wenn Alexius verregnet heuer, werden Korn und Früchte teuer. (17.7.)

Vinzenz Sonnenschein füllt die Fässer mit Wein. (19.7.)

Jakobi klar und rein, wird das Christfest frostig sein. (25.7.)

Versuchen wir es für den August noch einmal:

Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das täglich Brot.

Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht. (10.8.)

Wenn Sankt Rochus trübe schaut, kommen die Raupen
in das Kraut. (16.8.)

Wenn im März die Veilchen blühn, an Ludwig oft
die Schwalben ziehn. (25.8.)

Wann man in Afrika einen Baum pflanzt

Auf der Suche nach einem schönen Spruch zum 70. Geburtstag bin ich im Internet durch Zufall auf eine Seite (Wikiquote) gestoßen, die u.a. afrikanische Sprichwörter veröffentlicht. Manche gefielen mir so gut, dass ich Ihnen eine kleine Auswahl heute vorstellen möchte.

  • Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen.” – Aus Nigeria
  • “Die Arbeit, die man sich selbst vorgenommen hat, ist nie unmöglich.” – Sprichwort der Gikuyu
  • “Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.” – Aus Uganda
  • „Ich zeigte dir den Mond, und du sahst nichts als meinen Finger.” – Sprichwort der Sukuma
  • „Jemandem zu helfen, bedeutet nicht, sich selbst zu vernachlässigen.” – Sprichwort der Mamprussi
  • „Schöne Dinge wachsen inmitten der Dornen.” – Aus dem Kongo
  • „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.” – Sprichwort der Xhosa (Tansania, Südafrika, Botswana und Lesotho)