Johnny Depp und der Bunnyman

Meinen Beitrag „Wenn Düfte zu Farben werden-Teil 2“ muss ich leider verschieben, er erscheint voraussichtlich am Montag. Durch ein Update von Word Press sind Anfang der Woche meine Seiten stark durcheinander geraten und der Schaden ist leider immer noch nicht komplett behoben.

Stattdessen gibt es heute noch einen Tipp fürs Wochenende:

Vor Wochen besuchten wir in Köln ein Konzert mit der Gruppe „Hollywood Vampires“, zu der u.a. auch Johnny Depp gehört. Bis dahin kannte ich ihn nur als Schauspieler und wusste nicht, dass er sich eigentlich als professioneller Musiker sieht, der mit der Schauspielerei nur Geld verdient, um seiner Leidenschaft nachgehen zu können. Er spielte auf dem Konzert Gitarre und sang neben Alice Cooper einige Lieder. Die Hollywood Vampires interpretieren bekannte Lieder beispielsweise von David Bowie, Velvet Underground, Metallica oder The Doors neu. Uns gefiel dieses Konzert ausgesprochen gut, Johnny Depp beeindruckte uns mit seinem Können und wir mussten unsere eher gleichgültige Meinung ihm gegenüber korrigieren.

In der Woche des Konzerts besuchte Johnny Depp auch Schloss Benrath in Düsseldorf.

Hier eröffnete er die Ausstellung mit seinen Bildern, denn auch die Kunst ist seine Passion. Am Montag sahen wir diese Ausstellung und waren erneut überrascht. Johnny Depp kann etwas. Er hat sich mit verschiedenen künstlerischen Techniken auseinandergesetzt und seine Bilder zeigen Nachdenklichkeit und Sensibilität.
Die Schlossräume in Kombination mit dem Bildern waren für mich ein besonderes Ausstellungserlebnis. Noch bis zum 27. September kann die Ausstellung besucht werden, man muss sich online anmelden:https://tickets.schloss-benrath.de/event/the-art-of-johnny-depp-kopie-kti1xn

Hier ein paar Eindrücke:

Das ist der „Bunnyman“. Er erscheint Johnny Depp immer wieder in Träumen und steht für das Gute. Als vor Jahren sein Sohn ihm erzählte, dass er auch von einem Hasenmann träume, nahm Depp das zum Anlass, die Traumfigur als Motiv für zahlreiche Bilder zu nehmen.

Willkommen im Bilker Bunker- Tag des offenen Denkmals

Am Sonntag fand wieder der „Tag des offenen Denkmals“ statt und wir fuhren dieses Jahr nach Düsseldorf, um dort an einer Führung teilzunehmen, die die Geschichte und die heutige Nutzung des Bilker Bunkers zum Thema hatte.

Mit Christina von Plate, der Geschäftsführerin der Bilker Bunker gGmbH, sahen wir uns mehrere unter- und überirdische Stockwerke an und erfuhren in jeder Etage etwas Neues.
In der Eingangshalle begann Frau von Plate mit der Entstehung und Verwendung des Bunkers. Er wurde 1942 gebaut, um ca. 2000 Menschen schnellen Schutz bei Luftangriffen zu bieten. Nach dem Krieg stand der Bunker Jahre leer, danach wurde er in Zeiten des Kalten Krieges als Atomschutzbunker mit Betten und anderem „Komfort“ neu ausgestattet. 1995 gestaltete man den Bunker von außen künstlerisch, bald danach endete allerdings die bisherige Nutzung und der Bunker sollte schließlich abgerissen werden. Dank einer Bürgerinitiative blieb er erhalten und 2016 kaufte die Firma „KÜSSDENFROSCH“ das Gebäude, um neue Nutzungsmöglichkeiten zu erschaffen. Es gab die geniale Idee, auf dem Flachdach mehrere Luxuseigentumswohnungen zu bauen, um durch deren Verkauf den Umbau des Bunkers zu einer kulturellen Begegnungsstätte zu finanzieren.
Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, was den Umbau teilweise schwierig machte. Es gibt gesetzliche Vorgaben für ein öffentliches Gebäude, wie beispielsweise genügend Fluchtwege oder die Luftqualität im Innenraum. Die Wände aus Stahlbeton sind meterdick, diese zu bearbeiten war eine Herausforderung, sei es beispielsweise, um Fenster einzubauen, neue Treppen einzufügen oder eine Belüftungsanlage zu installieren.


Heute findet man im Eingangsbereich eine kleine permanente Ausstellung zu der Geschichte des Bunkers und weitere Räumlichkeiten bieten Platz für eine Kunstausstellung. Wir sahen hier und auch noch auf der ersten Etage Objekte aus dem Ausstellungsfestival „soft signals“ zu zeitgenössischen Sound Art Praktiken.

In den oberen Etagen befinden sich Büros, eine Fahrradgarage, die man mit einem Aufzug erreicht, sowie mehrere Räume, die gemietet werden können. Hier ging Frau von Plate auf die Notwendigkeit ein, Geld mit dem Gebäude zu verdienen, um Kunst und Kultur überhaupt anbieten zu können. Nicht alle Künstler haben dafür Verständnis, dass Ausstellungsräume Kosten verursachen…
Dies ist die momentane Nutzung in einem Teil der Mieträume:

In der Vergangenheit wurden diese Räume aber auch schon von „Ärzte ohne Grenzen“, der Universität, Firmen oder Schulen angemietet.

Die beiden Untergeschosse hielten räumliche Überraschungen bereit:

Multifunktionsräume, die für 10-15 Euro/Stunde gemietet werden können. Drei weitere Räume werden noch dazu kommen.

Die Führung endete in den Musikräumen des Bunkers. Hier finden inzwischen regelmäßig Konzerte und andere Aufführungen statt.

Im Bunker der Anfangszeit gab es drei Schleusen, um nach draußen zu kommen, daher der Name „Schleuse 2“.

Wir waren zu viert und jeder von uns war erst überrascht und dann sehr angetan vom Bilker Bunker.
Wie in den Jahren zuvor, fand ich auch an diesem „Tag des Denkmals“ wieder viele Fotomotive. Besonders angetan haben es mir die unterschiedlichen Strukturen der Wände- was haben sie wohl schon alles gesehen und erlebt? Ich nahm sie als Hintergrund und so kam ich zu einer eigenen Fotogalerie im Bunker:

Düsseldorfer Hängung

Rhein

Bügelsymposium

Lüftungsschacht

Unbekannt

1942 bis 2026

Auf dem Hof des Bunkers wurden wir noch von einem Originalbild des sprayenden Künstlers Harald Naegeli überrascht. Wie Frau von Plate erzählte, handelte es sich um ein gerettetes Stück Mauer einer Tankstelle, die abgerissen wurde.

Wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag, den wir in dem Restaurant „Destille“ auf der Bilker Allee beendeten. ( Tipp: Die Wiener Schnitzel sind Anwärter auf „The Best of Town“).

Zum Schluss noch eine Bitte an das Team von KÜSSDENFROSCH: Könnten Sie vielleicht auch einmal nach Duisburg kommen? Hier gibt es auch noch viel Wachküsspotential!

Führung durch verborgene Schlossräume

Am Samstag nahmen wir in Düsseldorf an einer besonderen Führung teil. So wurde sie beworben:
Sie möchten während Ihres Schlossbesuchs nicht nur die Prunkräume besichtigen, sondern auch die Dienergänge, Keller und Kanäle sehen? Unser Vermittlerinnen-Team gewährt in dieser Führung Einblick in das Alltagsleben und die Wege der Dienerschaft. Welche Wege musste man nehmen, um von Ost nach West zu kommen? Wo waren die Räume für den praktischen Bedarf? Außerdem erfahren Sie Interessantes über das unterirdische Wasserleitsystem: was hat das alles mit der Itter zu tun und wie gelangte das Abwasser mit den Fäkalien nach draußen? Kluge Verbindungen und verzweigte Gänge sorgen für Erstaunen darüber, was sich der Architekt beim Bau des Schlosses so alles hat einfallen lassen… Auch echte Schlosskenner:innen dürfen sich hier noch überraschen lassen.

Unten links: Warum gibt es über den Kleiderschränken eine Luke, hinter der sich ein Gang befand? Hier mussten Bedienstete mit einer Kerze hinein krabbeln und den Fußboden der Etage über ihnen kontrollieren, denn es bestand die Gefahr, dass der Holzboden schimmelte. Unten rechts: Wohin führt diese steile Treppe- die Auflösung findet sich am Ende des Textes.

Auszug aus Wikipedia: Denn hinter den Fassaden verbirgt sich in vier Geschossen (plus Keller) ein raffiniert durchkomponiertes System von 80 Räumen, zwei Lichthöfen und sieben Treppenhäusern. Dies erzeugte einen Überraschungseffekt, wie er in der barocken Bau- und Gartenkunst schon vorher beliebt war: Besucher sollten erst im Innern die Geräumigkeit bemerken.

Wir stiegen aber nicht nur Stufen rauf und runter, um den Wegen der Dienerschaft und den Abwasserkanälen unter dem Schloss zu folgen, sondern wir besuchten auch die Gästezimmer, die der Kurfürst für seine Gäste eingerichtet hatte.

Die Einrichtungen der vier Gästezimmer, waren unterschiedlich üppig. Wichtige Gäste kamen pompöser unter als Gäste, die der Kurfürst nicht so mochte. Man achte auf die empfindlichen Holzböden, darunter krochen die Diener entlang.

Blicke über das Schlossdach wurden uns auch gestattet. Hier sah man die beiden Lichthöfe, die möglichst viel Sonnenlicht in die Räume leiten sollten, um Taler für Kerzenlicht zu sparen.

Haben Sie geraten, welches Schloss wir besuchten?

Diese Tour (75 Minuten) wird in Schloss Benrath angeboten. Anschließend sahen wir uns noch die Prunkräume des Schlosses an und wärmten uns danach im Schlosscafé auf.

Oben der prachtvolle Tanzsaal. Doch wo sitzt das Orchester?
Unten: Auch die anderen Räume waren sehenswert.

Oben : Das Foto zeigt die Decke des Tanzsaals. In der Mitte ein helles „Loch“. (Links unten) Rechts unten: Die Pfeile zeigen an, wo die Musiker rund um das Loch gesessen haben.

Berühren erwünscht

Nur noch bis zum 20. und 26. Mai 2024 laufen im Düsseldorfer Kunstpalast zwei Ausstellungen, die so gut sind, dass es heute einen Extrabeitrag gibt. Besuchen!

Links die Skulptur „Die Welle“ darunter ein Detail
Rechts unten ein Foto von Kathrin Sonntag, die Erklärung für den oberen Fotoraum:

Die Fotoausstellung heißt „Size Matters- Größe in der Fotografie“ und befasst sich nicht nur mit der Größe, sondern auch noch mit vielen anderen Aspekten der Fotografie. Neue Ideen entwickelten sich bei mir im Kopf und Fotomotive fallen einem fast in den Schoß.

Die zweite Ausstellung heißt „Please Touch!“ 30 Skulpturen des Bildhauers Tony Cragg dürfen von den Museumsbesuchern berührt und erfühlt werden. Was für ein Erlebnis!

Auf diese Ausstellung komme ich in einem späteren Beitrag noch einmal zurück.

Wir verbrachten in den beiden Ausstellungen ca. 1 1/2 Stunden. Da wir noch Zeit hatten, wollten wir uns „mal kurz“ die „neue Hängung“ im Museum ansehen. Nach drei Räumen erkannten wir unsere Naivität, man braucht Zeit, Zeit , Zeit!

Nur ein kleiner Eindruck von der Vielfältigkeit der neugestalteten Räume und .Säle

Ich wünsche Ihnen schöne Pfingsttage!

Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen

Noch bis zum 5. November 2023 kann man sich in Düsseldorf das ehemalige Mannesmann Verwaltungsgebäude am Rhein ansehen. Danach wird es für mehrere Jahre geschlossen sein, denn auf ca. 7000 qm wird dann das „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ endgültig renoviert und eingerichtet.


Das Gebäude wird nach seinem Architekt Peter Behrens, unter dessen Leitung es 1911/1912 erbaut wurde, auch „Behrensbau“ genannt. Momentan läuft deshalb neben einer Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes und der Firma Mannesmann eine Sonderausstellung „110 Jahre Peter Behrens-Architektur und Geschichte“, in dem das umfangreiche Schaffen dieses Tausendsassas vorgestellt wird. Er war nicht nur Architekt, sondern auch Künstler, Lehrer und Erfinder.
Wenn Sie das Gebäude betreten, werden Sie direkt von einem beeindruckenden Foyer und einem schönen Treppenhaus empfangen.

Die Exponate in der Peter Behrens Ausstellung lassen erahnen, wie schaffensreich dessen Leben war.

Links oben: Behrens entwarf Plakate für die Firma AEG. Darunter seine Gaslaterne, die das Stadtbild von Düsseldorf lange Zeit prägte und deren Abschaffung z.Zt. diskutiert wird. Mitte: Geschirr und Haushaltsgeräte, wie beispielsweise dieser Föhn, gehörten auch zu den Objekten, mit denen sich Behrens beschäftigte. Rechts: Die lachende Kaffeekanne, die schließlich zum Logo von „Kaiser‘s Kaffee“ wurde.

Im ersten Stock erfährt man viele geschichtliche Details, wie die Firma Mannesmann sich zu einem „Global Player“ entwickelte. Das Gebäude hat aber nicht nur einen Teil der Mannesmannbelegschaft beherbergt, sondern war auch in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts im Besitz der Franzosen und nach dem 2. Weltkrieg benutzte es die britische Besatzungsmacht. Von Sommer 1946 bis 1953 regierte im Behrensbau die erste Landesregierung Nordrhein-Westfalens, danach ging es an die Mannesmann AG zurück. In den 2000er Jahren gehörte es Vodafone, von 2015-2017 wohnten 600 Flüchtlinge in dem Gebäude, seit 2020 hat es den Titel „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“. In diesem Jahr begann auch ein „MuseumMobil“ durch NRW zu fahren und die einzelnen Kreise für mehrere Tage zu besuchen. In dem Mobil bekommt man schon einen kleinen Eindruck, wie vielfältig die Geschichte NRWs ist und man darf hier Ideenvorschläge abgeben, was auf den 7000 qm zukünftig gezeigt werden soll, bzw. freuen sich die Organisatoren auch über Schenkungen von Objekten, die einen Aspekt der NRW-Geschichte dokumentieren.

Oben links: Ein Wandbild aus der Zeit, in der Flüchtlinge im Behrensbau wohnten. Darunter eine Postkarte, die an die Besucher der Ausstellung und im MuseumMobil verteilt werden. Rechts oben der Eingang des Gebäudes, darunter die zukünftige Aufteilung des Museums.

Wer Ideen für das Museum hat oder mehr Infos zu diesem Thema sucht:

https://www.hdgnrw.de/museummobil

Der Eintritt in das Museum ist kostenlos.

Backstage in Düsseldorf

In Düsseldorf gibt es einmal pro Monat an einem Sonntagmorgen die Möglichkeit, für 5 Euro an einer ca. 1 1/2 stündigen Führung durch das Schauspielhaus teilzunehmen.

Wir gehörten zu einer Gruppe von ca. 30 Personen, die im Foyer des Theaters von einer netten Dame der theatereigenen Marketingabteilung empfangen wurde. Wir kannten dieses Gebäude nicht und waren von der Architektur und der Ausstattung beeindruckt.

Das Foyer
Details aus dem Foyer: Oben rechts ein Goldmosaik, links daneben eine Art opakes Fenster. Unten links: Die Düsseldorfer nennen sie ihre Käseecken = Hocker aus Quarz, daneben ein Vorhang mit Durchblick.

Das Schauspielhaus wurde 1970 eröffnet und eine Restaurierung fand vor einigen Jahren statt. Es besitzt drei Bühnen und wir hatten die Gelegenheit, beim Bühnenaufbau vom Kinderstück „Robin Hood“ auf der großen Bühne dabei zu sein. Diese ist die größte Drehbühne Europas und wir stiegen auch in die Tiefen des Gebäudes.

Oben vor und auf der Bühne, unten hinter und unter der Bühne.

Wir waren überrascht, als wir hörten, dass das Schauspielhaus z.Zt. 350 Mitarbeiter hat, davon gehören aber „nur“ 40 zum Ensemble. Alle anderen arbeiten im Hintergrund. Die Werkstätten, wie z.B. die Tischlerei oder Schlosserei sind in das Centraltheater ausgelagert worden und können in einer zweiten Tour besichtigt werden. (Nächste Tour am 30.4.).
Wir statteten den Räumen der Maskenbildner und der Schneider noch einen Besuch ab.

Oben rechts der Arbeitsplatz für Maskenbildner, darunter eine noch nicht fertige Perücke. Jedes einzelne Haar wird geknüpft und ca. 3 Wochen dauert es bis zur Fertigstellung.

Durch diesen Backstagebesuch fühlten wir uns dann am Freitag ein bisschen wie Insider. Wir sahen uns dieses Stück an:

Es dauert 3 1/2 Stunden. Davon eine halbe Stunde Pause, die man in der Mitte des Stücks zum Luftholen dringend nötig hat. Der Schauspieler Christian Friedel verursacht mit seiner Darstellung und seiner Musik Gänsehaut und reißt einen mit.

Die nächste Hamlet Aufführung finde am 30.5.2023 statt.


Eine Ausstellung für schlechte Laune und Regenwetter

Noch bis zum 5.2.2023 läuft im Düsseldorfer NRW-Forum die Ausstellung „Wonderwalls“. Wir besuchten sie an einem trüben Donnerstag, sie ist an diesem Tag bis 21 Uhr geöffnet. In der Ausstellung werden eine Auswahl von Spielzeugen gezeigt, die von Künstlern gestaltet wurden, sogenannte „Designer Toys“ und man bekommt einen Überblick über die Geschichte der „Street Art“. Die Exponate stammen aus der Sammlung des Düsseldorfers Selim Varol, der in den 70er Jahren zu sammeln begann und inzwischen über 10000 Stücke besitzt.
Schon der erste Raum bietet mit unzähligen Figuren ein Farbspektakel. Figuren in Schaukästen erinnern an Wimmelbilder, andere werden wie eine Ahnengalerie präsentiert.

Für den nächsten Raum braucht man eine Extraportion Zeit, denn hier sind die „Be@rbricks“ von Tatsushiko Akashi und Kunst-Skateboards von Craig R. Stecyk III zu entdecken.

Links oben: Be@rbricks Coco Chanel und Karl Lagerfeld (vor seiner Diät um die Jahrtausenwende)

Diese Kunstszene habe ich bisher nicht als solche wahrgenommen und ich lernte einige neue Künstler kennen und schätzen.

Der zweite Teil der Ausstellung zeigte die breite Palette von bekannten Street Art Künstlern wie z.B. Werke Banksy, JR, Swoon, Shepard Fairey oder Blek le Rat.

Oben ein Werk von Banksi, darunter links „Woodstock“ von Stefan Marx, in der Mitte „Ohne Titel“ von Phil Frost und rechts Teilansicht des Fußbodens im dritten Ausstellungsraum

„Wonderwalls““ bietet die Chance, von der Vielfältigkeit der künstlerischen Ausdrucksweise bei Street Art überrascht zu werden, sich am Witz von Werken zu erfreuen und über unseren Alltag nachzudenken.
Wer sich mehr mit dieser Kunstszene beschäftigen möchte, dem kann ich den Ausstellungskatalog aus dem Kettler Verlag wärmstens empfehlen:

Mit der Straßenbahn von Krefeld nach Duisburg

Heute erzähle ich Ihnen von dem zweiten Teil unserer Reise auf der längsten Straßenbahnverbindung der Welt. (Teil 1 siehe unten unter Related Posts).
Da man sich nicht direkt von Krefeld nach Duisburg mit der Straßenbahn fortbewegen kann, muss man eine Schleife über Düsseldorf fahren. Das war uns aber ganz recht, denn dieser Weg führte direkt an der Düsseldorfer Kirmes vorbei.

In dem Radiobericht, durch den wir die Idee zu dieser Reise bekamen, starteten die beiden Herren ihre Reise in Tönisforst. Das machten wir nicht, wir fuhren mit dem Bus bis zum Uerdinger Bahnhof und setzten uns dort in die Straßenbahn nach Krefeld.

Mein Mann meinte sogar, dass durch diese Variante die Gesamtstrecke von den im Radion angegebenen 102 km noch einmal um einen Kilometer erhöht wird. (Und für uns war Uerdingen auch bequemer…).

Die Fahrt zum Krefelder Hauptbahnhof war kurzweilig, die Krefelder Architektur ist beachtenswert, dazwischen immer wieder viel Grün.

Links: Vorplatz vom Krefelder Hauptbahnhof, rechts oben der Bockumer Platz, darunter der Eingang vom Krefelder Zoo.

Vom Hauptbahnhof in Krefeld brachte uns eine Straßenbahn nach Düsseldorf. Der Weg führte über Fischeln, Bovert und Meerbusch, zuerst durch Felder, dann vorbei an Luxusvillen. Der Clou: Ein Büdchen machte Werbung für den teuren Moet Chandon! Leider hab ich davon kein Beweisfoto, aber sie haben jetzt vielleicht eine Ahnung, von welchem Luxus ich spreche. Das Straßenbahnpublikum war dementsprechend. Cool mit Appleohrstöpseln und angesagtem Outfit, der Filius wurde an der Haltestelle von seiner Mama im Mercedes Cabriolet abgeholt.


Zwischen Meerbusch und Oberkassel ist die Bebauung hochmodern mit einem Mix aus Arbeit, Wohnen und Freizeit. Beeindruckend.
Wir legten eine Pause am Oberkasseler Luegplatz ein. Hier gibt es diverse Cafés und man kann sich an den Rhein setzen. Wir drehten allerdings eine Runde über die Düsseldorfer Kirmes. Etwas trinken, Menschen gucken, entsetzte Schreie auf den Karussells hören, über Preise staunen (eine Fahrt 9 Euro) und den Mischmasch deutscher Schlager ertragen.

Da es früher Nachmittag war, konnte sich noch frei bewegen, es gab kein Geschiebe. Was uns auffiel: Es gab Schlangen vor den Kassen an den drei….Geisterbahnen! Kann man das psychologisch so interpretieren, dass man in schwierigen Zeiten seinen Leidensdruck ausprobieren oder trainieren möchte?
Es wurde zunehmend voller und wir fuhren weiter zur Heinrich-Heine-Allee.

Auch hier war es sehr belebt, mit der Kombination aus Wärme und Maske tragen war das nicht so angenehm. Aber die Straßenbahn nach Duisburg war normal besetzt und verlief ruhig.
Und wo sind wir ausgestiegen? An das Karl-Jarres-Straße, denn so schloss sich der Kreis und wir haben einmal die längste Straßenbahnverbindung der Welt abgefahren.

Welcher Teil der Fahrt gefiel mir besser? Teil 1! Hier gab es unterschiedlichere Eindrücke und Anregungen und wie ich schon im anderen Beitrag schrieb, waren die Leute besser drauf.
Tipp: Falls Sie auf den Geschmack gekommen sind und gerne fotografieren: Nehmen Sie sich eine Powerbank für Ihr Handy mit. Auf dieser Strecke kann der Akku sich schnell leeren.

Düsseldorfer Nordfriedhof

Dieses Buch stand schon lange ungelesen in meinem Buchregal.

Am vorletzten Wochenende führte es uns nun erstmals zum 70 Hektar großen Düsseldorfer Nordfriedhof. Nur wenige Besucher waren dort und diese kamen sich dank der breiten Wege nicht in die Quere. (Dieser Artikel wurde während der Coronazeit geschrieben.)

Der Friedhof wurde 1884 eingeweiht und es finden sich dort ca. 50000 Gräber. Diese Karte kann man sich im Internet herunterladen. Sie erleichtert es, bestimmte Gräber zu finden, die durch ihre Geschichte oder auch durch die Gestaltung bekannt geworden sind.

Besonders die Felder Nr. 61 bis 64 sind berühmt und werden auch „Millionenhügel“ genannt. Hier sieht man die größten und prächtigsten Gräber großer Industriefamilien wie z.B. von Henkel, Haniel, Grillo oder Zapp. Aber auch in den anderen Feldern findet man sehenswerte Erinnerungsstätten. Die Gräber prominenter Düsseldorfer wurden und werden auch noch heute von bekannten Künstlern gestaltet, der Einfluss der Düsseldorfer Kunstakademie ist nicht zu übersehen.

Wenn Sie sich den Friedhof ansehen möchten, bringen Sie viel Zeit mit oder besuchen Sie ihn in dem Bewusstsein, nicht jedes Kunstdenkmal zu sehen. In dem Buch werden zwei Spaziergänge von 2 oder 3 Stunden (auf der Karte von mir grün eingezeichnet) vorgeschlagen und die Bedeutung der auf den Wegen liegenden Gräber erörtert. Folgen Sie diesen Wegbeschreibungen, werden Sie zusätzlich außergewöhnliche Gräber entdecken, die das Buch nicht erwähnt, so dass aus den 2-3 Stunden auch schnell 4-5 Stunden werden können.

Oder Sie vergessen alle Hinweise und Beschreibungen und entdecken selbst. (Bitte klicken Sie die Bilder an, dann vergrößern sie sich).