Auf der Fahrt vom Norden der Bretagne in den Süden legten wir einen Zwischenstopp in Brest ein. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den 50er Jahren baute man schnell viele neue Wohnblocks. Die Kargheit dieser Nachkriegsbauten prägen heute noch das Stadtbild, Brest nennt sich freundlich „Die weiße Stadt“. Der erste Eindruck ist nicht sehr einladend, besonders bei Regen, den es in Brest öfter als in jeder anderen bretonischen Stadt gibt.
Oben: Das eine Ende der Einkaufsstraße mit dem Rathaus im Hintergrund. Unten: Ein ehemaliges Industriegebiet wird nach und nach umgestaltet- siehe unten!
In der Einkaufsstraße gibt es kaum die in Deutschland überall präsenten Ketten, keine Leerstände, stattdessen schöne Bekleidungsgeschäfte, die sich mit anderen Fachgeschäften, Cafés und Restaurants abwechselten. Die Straße verläuft zwischen dem Rathaus und der Hubbrücke, beides Wahrzeichen der Stadt.
Ein ebenso imposantes Gebäude ist die nahe gelegene Kirche St. Louis
Nachdem die ursprüngliche katholische Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Zweiten Weltkrieg abgebrannt war, baute man von 1953 bis 1958 diese neue Kirche aus Beton, Granit und Stahl. Keine Ornamente mehr, die großartigen Fenster und wenige Holzfiguren sind der einzige Schmuck. Ich mag diesen Minimalismus sehr.
Möchte man sich mit der Geschichte der Stadt befassen, empfiehlt sich der Besuch des Schlosses. In ihm befindet sich auch das Maritimmuseum und man bekommt einen Eindruck, welche wichtige Rolle die Stadt seit der Römerzeit als strategischer Militärstützpunkt gespielt hat. Dies ist bis heute sichtbar, denn immer wieder trifft man auf Hinweisschilder, dass man vor einem militärischen Gelände steht, das nicht fotografiert werden darf.
Oben rechts eine Teilansicht des Schlosses, links daneben ein Ausbaggerschiff für den Fluss Penfeld. Links unten ein Ventilator für das Zwischendeck eines Schiffes, rechts daneben ein maritimer Kopfschmuck.
In der Innenstadt von Brest findet man nur wenige Grünanlagen. Etwas außerhalb liegt der Botanische Garten, dem wir auch einen kurzen Besuch abstatteten. Es werden hauptsächlich Pflanzen gezeigt, die im 18. und 19. Jahrhundert entdeckt wurden, als im Hafen von Brest auch große Seeexpeditionen starteten.
Komme ich zum Abschluss auf den Höhepunkt unserer fünfstündigen Besichtigungstour zu sprechen. Brest ist durch den Fluss Penfeld geteilt und eine Seilbahn fährt von der Innenstadt direkt zu den „Ateliers des Capucines“, die laut Brest-Homepage die „größte überdachte öffentliche Platzfläche Europas“ ist.
Unten links die „Ateliers des Capucins“, ein ehemaliges Werft- und Industriegebäude der französischen Marine. Ursprünglich stand dort seit 1695 ein Kapuzinerkloster („Capucins“ = Kapuziner), das nach der Französischen Revolution von der Marine übernommen wurde. Im 19. Jahrhundert wurden daraus große Werkhallen für den Bau und die Reparatur von Kriegsschiffen.
In den Reiseführern wird dieses Gebäude als Kulturzentrum beschrieben. Das ist richtig, aber es ist eher noch ein „Labor für den sozialen Wandel“. Man findet hier keine isolierten Ausstellungen, sondern offene Werkstätten, in denen man zusehen oder sogar mitmachen kann. Auf ca. 10.000 qm treffen sich Menschen, um gemeinsam eine gute Zeit zu verbringen, Neues auszuprobieren, zu lernen oder sich inspirieren zu lassen.
Bibliothek, Theater, Konzertsaal, Geschäfte, Restaurants – gibt es hier alles. Aber beispielsweise auch ein Repaircafé (oben links), eine Boulderanlage oder Workshop-Räume- unten links findet gerade ein Bierbrauerkurs statt. Rechts: Einfach mal was ausprobieren oder machen…
Bei einem erneuten Besuch von Brest würden wir mehr Zeit einplanen, denn wir waren noch nicht im Hafen oder in dem über die französischen Grenzen bekannten Meeresmuseum. Auch würde ich meinen Blick schulen, um die feinen Unterschiede der weißen Häuser zu entdecken und mehr wertzuschätzen.
Eine Collage mit Bildern von Gebäuden in Brest, erstellt von KI
Die Angaben, wie viele Kirchen es in Palermo und Umgebung gibt, schwanken zwischen 130 und 300. Wir sahen uns vier an und trauten mehrmals unseren Augen nicht. Wer Kirchen in Palermo besucht, entdeckt nicht nur Touristenattraktionen, sondern taucht in Palermos komplexe Geschichte ein, die von Byzantinern, Arabern, Normannen und Spaniern geprägt wurde.
Ich fange mit einer Kirche außerhalb von Palermo an, der Kathedrale von Monreale. Die Busfahrt dorthin dauert ca. eine halbe Stunde. Ein Ausflug nach Monreale ist eine weitere Reise in die Zeit der Normannen. Wie beim Schloss in Palermo ist auch die Kathedrale ein gewaltiges Bauwerk, doch mein Herz schlug höher bei dem anliegenden Klostergang.
Dieser Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert ist ein Meisterwerk der Synthese aus normannischen und arabischen Stilelementen. Die doppelten Arkadenreihen ruhen auf 228 Säulenpaaren, auf denen jeweils einzigartige, handgeschnitzte Motive aus Flora, Fauna und biblischen Szenen zeigen.
In der Kathedrale sind auf fast 6000 Quadratmetern viele Wände fast mit Mosaiken aus Gold und Glas bedeckt. Wir kamen in die Kirche und alles schimmerte. Doch dann wurden plötzlich Scheinwerfer angemacht, die Kirche erstrahlte und das Licht brach sich in den goldenen Flächen. War ich plötzlich in eine riesige Schatzkammer gereist? Es war unglaublich!
Zurück in der Stadt thront die Kathedrale von Palermo im Herzen des Viertels Vucciria. Ihr Äußeres ist ein einzigartiges architektonisches Puzzle, das die wechselvolle Geschichte Siziliens in Stein manifestiert. Auf der Fassade zeigt sich auf der Südseite der arabisch-normannische Stil mit charakteristischen Zickzackmustern, blinden Arkaden und vier massiven Türmen. Im Nordosten finden sich gotische Türme, an der Westfassade ist es üppig barock. Der Innenraum der Kathedrale überraschte mich hingegen mit seiner weißen Schlichtheit.
Die Chiesa del Gesù, auch bekannt als Casa Professa, bietet einen faszinierenden Kontrast. Von außen wirkt die Fassade schlicht, fast streng und abweisend. Doch betritt man hier den Innenraum, so trifft man auf eine für mich erdrückende Überfrachtung des Barocks: Die Wände und die gewölbte Decke sind vollständig mit Stuckarbeiten, vergoldeten Ornamenten und riesigen Fresken bedeckt. Es gibt kaum eine freie Fläche; jedes Detail ist mit kunstvollen Ranken, Engeln und biblischen Szenen überladen. Staunen Sie selbst:
Die Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria ist nicht nur eine Kirche, sondern Teil eines großen Klosterkomplexes. Während die Kirche selbst ein Meisterwerk des sizilianischen Barock ist, liegt der eigentliche Reiz in der Verbindung von Sakralraum und klösterlichem Leben. Auch hier ist der Kircheninnenraum ein Paradebeispiel für den sizilianischen Barock: geschwungene Linien, gewaltige Säulen und wieder eine Fülle an Skulpturen.
Doch das Kloster Santa Catarina aus dem 17. Jahrhundert mit seine Klostergang und seinem ruhigen Inneren, lässt die asketische Welt des Ordens der Theatiner erahnen.
Ich fand die Besuche der Kirchen sehr eindrucksvoll und bewunderte besonders die verschiedenen Handwerkskünste. Innerlich bewegt haben mich die Kirchen allerdings nicht, das geschah mehrmals an anderen Stellen. In dunklen Gassen, an Hausfassaden, die schon sehr viel bessere Tage gesehen haben, trafen wir immer wieder auf Altäre, die der Jungfrau Marie gewidmet waren. Diese kleinen Erinnerungen an Liebe und Trost berührten mich mehr.
Der letzter Beitrag über Palermo beschäftigt sich übernächste Woche noch mit zwei Orten, die mich am meisten beeindruckt haben.
Die Duisburger Stiftung für Umwelt, Gesundheit und Soziales bietet zweimal im Jahr eine alternative Bustour durch Duisburg an, einmal in den Norden, einmal in den Süden. Am Samstag starteten wir um 14 Uhr vom Duisburger Fernbusbahnhof in den Norden. Reiner Leuchter, Landschaftsarchitekt und bei der Stadt Duisburg Mitglied im Beirat für Stadtgestaltung, war unser Reiseleiter. In den nächsten drei Stunden sollten wir ( ca. 30 Neugierige) von den 50 Stadtteilen, die Duisburg hat, ca. die Hälfte durchfahren. Der Norden fing im Westen an, denn wir fuhren zuerst nach Homberg. Schon hier wurde klar, welche Schwerpunkte Leuchter bei seinen Erklärungen haben würde. Kritisches Hinterfragen baulicher Maßnahmen aus der Vergangenheit und Gegenwart, Vergleiche zwischen guter und minderwertiger Architektur, das Nebeneinander von Industrie- und Wohnanlagen. In Homberg kam es zu dem Vergleich zwischen dem Wohnen in den Rheinpreußen- und Johannenhof-Siedlungen und dem Leben in den Weißen Riesen, von denen hier der letzte zu sehen ist, nachdem die anderen gesprengt wurden.
Beim Überqueren auf der Friedrich-Ebert-Brücke bezog Leuchter Stellung zu der neuen, sehr umstrittenen Halle auf der Mercatorinsel.
Obwohl er Verständnis für die Bedenken von Naturschützern und Anwohnern von Ruhrort hatte, hielt er den Bau für die Halle für folgerichtig, denn schließlich gehört die Insel zum Duisburger Hafen, der solche Infrastruktur benötigt.
Nicht weit entfernt befindet sich das alte Hermann Wenzel Kraftwerk, das 1955 eingeweiht wurde. Es verarbeitet bis heute das Gas der Thyssenkrupp Hochöfen, das durch riesige oberirdische Gasrohre transportiert wird.
Sie sind so groß, dass man durch sie durchlaufen könnte. Das Gas ist hochgiftig, aber diese Tatsache spielte damals beim Bau und wohl auch heute keine Rolle. Auch dass die Rohre und die damit verbundene Infrastruktur Stadtteile zerschnitt, wurde früher hingenommen. So kam es beispielsweise in Laar zu einem Niedergang des Einzelhandels, noch gefördert von der Ansiedlung großer Supermärkte außerhalb des Stadtteilzentrums.
Der „Laarer Dom“ erinnert noch von eine bessere Vergangenheit, rechts oben ein Beispiel für den Niedergang des Einzelhandels und unten ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Dieses Zerschneiden von Stadtteilen kann man auch noch in anderen Stadtteilen erkennen, besonders in Hamborn oder Marxloh. Für die Industrie wurde Platz gemacht, egal wie die Gemeinde gewachsen war. ( Man denke z.B. an die Trassen der Autobahnen A 42 und A 59). Wir kamen immer wieder an Hochöfen vorbei
und Reiner Leuchter versorgte uns mit Zahlen, was und wie viel man in welcher Zeit produziert und wie teuer die geplante Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp werden soll: 1,9 Milliarden Euro (davon 60% staatliche Fördergelder).
Die Weseler Straße in Marxloh war unser nächstes Ziel. Hier waren viele Menschen unterwegs, hauptsächlich Paare, die vor einer großen Entscheidung standen:
Was ziehe ich auf meiner Hochzeit an? Marxloh ist einer der europäischen Einkaufszentren, wenn es um das Einkleiden von Hochzeitspaaren geht.
Weiter ging es durch die Stadtteile Fahrn und Röttgersbach, die sich glücklich schätzen können, Straßen mit qualitätsvoller Architektur aus den 20er Jahren zu besitzen. Nach einem Abstecher zur Merkez Moschee,
nahm unser Reiseleiter Hamborn genauer unter die Lupe. Dieser Stadtteil war früher eine selbständige Stadt, was imposante Gebäude wie ein eigenes Rathaus, ein Gericht oder auch ein Gefängnis bis heute bezeugen, nicht zu vergessen das BauhausKarree, ebenfalls aus den 20er Jahren.
Rechts eine kleine Ansicht vom BauhausKarree, links der bekrönte Treppengiebel eines Backsteinhauses, in dem sich heute die Hamborner Polizei befindet.
Hamborn hat darüber hinaus einen eigenen Stadtpark und einen botanischen Garten. Auch der Marktplatz beeindruckte durch seine Größe, hier wird in der Verwaltung gerade zusammen mit den Anwohnern eine Umgestaltung geplant: Parkplätze sollen weichen, der Platz soll mehr ein Freizeitraum für die Bevölkerung werden. Wir kamen bei unserer Rundfahrt an zwei Schulneubauten vorbei und zwei alten renovierten Schulen. Was dieses Thema angeht, ist Duisburg gut aufgestellt und tut etwas für die Zukunft. In Neumühl gibt es direkt zwei Beispiele, die zeigen, wie schwierig Stadtplanung sein kann. Das 2013 aufgegebene St. Barbara Krankenhaus ist heute ein Lost Place. Wie es dazu gekommen ist und was in den letzten 12 Jahren an diesem Ort passiert ist, können Sie hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Barbara-Hospital_(Duisburg)
Durch die Felix-Dahn Straße fuhren wir, weil sie in Duisburg laut Reiner Leuchter exemplarisch für die z.T. sinnlose Abholzung von altem Baumbestand ist. Ca. 100 Jahre alte Bäume wurden wegen Kabelverlegungen gefällt und durch Jungbäume ersetzt. Bis diese allerdings denselben Nutzen für die Umwelt haben, braucht es mindestens zwei Generationen.
Den Landschaftspark steuerten wir nicht an, da er wohl vielen Duisburgern schon bekannt ist. Was ich nicht wusste: Das gesamte Areal des Landschaftsparks beträgt 200 ha, also ist er ca. 280 Fußballfelder groß. Hätte ich nicht gedacht. Wurde aus dem Areal des Landschaftsparks etwas Neues gemacht, gibt es an anderen Stellen Gelände, wo früher Gebäude standen, die sinnlos abgerissen wurden, da danach Neubaupläne nicht weiter verfolgt wurden. So finden sich immer wieder solche Orte in Duisburg:
In Meiderich trafen wir einmal mehr auf Häuser der GEBAG, genauer gesagt in der Ratingsee-Siedlung.
Auch hier lohnt es sich, den Wikipedia-Eintrag zu lesen, nicht nur wegen der Architekturgeschichte, sondern auch wegen der Tatsache, dass sich an diesem Ort ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald befand.
Das Tourende war Gewässern gewidmet. Über den Rhein waren wir ja schon gefahren, aber wir passierten nun zum zweiten Mal die alte Emscher, dann den Rhein-Herne-Kanal und schließlich die Ruhr.
Oben links der Rhein bei Homberg, darunter der Rhein-Herne-Kanal, oben rechts die renaturierte alte Emscher und rechts unten die Ruhrlandschaft.
Wenn auch die Wasserqualität erst in den letzten Jahren so gut geworden ist, dass man im Kanal und in der Ruhr wieder schwimmen könnte, so gehörten diese Teile Duisburgs immer schon zu Orten, an denen die Bevölkerung gerne ihre Freizeit verbrachte. Ein aktueller Beweis: Der gut ausgebaute Radweg der Fern-Radwanderroute „Ruhrradweg“.
Nach der Bustour fuhren wir in den Innenhafen, um etwas zu essen. Hier bekamen wir noch eine Extraportion Duisburg, dank mehrerer Wandbilder, die unter der A59 für Duisburg werben.
Eine rüstige 90jährige Duisburgerin machte die Rundfahrt mit und war voll des Lobes am Ende der Tour. Sie hätte viel Neues zu ihrer Heimatstadt erfahren und es gäbe viel Stoff zum Nachdenken. Diesem Urteil schließe ich mich gerne an. Der Duisburger Süden wird übrigens am 12.10. erkundet.
Ich hatte zuvor noch nie von der Duisburger Stiftung gehört. Eine gute Sache, wie ich finde. Hier ein Ausschnitt aus ihrem Flyer,
Anmerkung: Einige der Fotos habe ich nicht am Samstag gemacht, sondern auf früheren Radtouren. (Falls es Ihnen aufgefallen ist, dass die Jahreszeiten nicht immer kompatibel sind).
Da wir in Liverpool nur ein paar Stunden Zeit hatten, setzten wir uns in einen Bus und machten eine Tour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Das Hauptthema der Stadt „The Beatles“ ließen wir dabei außen vor, denn dies wäre eine zusätzliche Rundfahrt gewesen. Unsere Busfahrt dauerte ohne Aus- und Wiedereinsteigen ca. 50 Minuten und startete am Royal Albert Dock. In alten restaurierten Hafengebäuden aus dem 19. Jahrhundert befinden sich neben Restaurants und Geschäften mehrere Museen wie beispielsweise das über die Beatles, ein Museum über die Sklaverei, durch die Liverpool u.a. reich wurde oder auch ein Ableger der Londoner Tate Gallery.
Drei Fotos vom Royal Albert Dock
Liverpool liegt an dem Fluss Mersey. Er war der Start für viele Menschen, die nach Amerika auswanderten. Aus dieser Zeit stammen viele der beeindruckenden Häuser, die heute mit modernen Gebäuden die Skyline von Liverpool bilden.
Fotocollage, die mehrere alte Gebäude zeigt. Das rot-weiße “Albion“ Gebäude gehörte der Reederei White Star, zu der die Titanic gehörte. Zum Thema Titanic werde ich später noch mehr schreiben, wenn ich über Belfast berichte.
Unseren ersten Halt machten wir im „Kulturviertel“, wo sich in Nachbarschaft die St. George Hall für Veranstaltungen, die Walker Art Gallery und die städtische Bibliothek befinden. Die Bibliothek kann man sich ohne Eintritt ansehen.
Fotocollage mit zwei Fotos der drei Hauptgebäude des Kulturviertels. Die St.George Hall und auch andere Gebäude in Liverpool dienten schon mehrmals als Kulisse für Filmaufnahmen, wie z.B.bei Harry Potter under der Fernsehserie „Peaky Blinders“
Der alte Teil der Bibliothek ( 2 Fotos links) wurde durch einen modernen ergänzt, rechts sieht man die neue Eingangshalle.
In dem katholisch geprägten Liverpool steht in Sichtweite die anglikanische Kathedrale der römisch-katholische Metropolitan Cathedral gegenüber. Es ist lohnenswert, beide zu besuchen.
Links zwei Fotos der neugotischen Kathedrale, die zu den größten Kirchen in Großbritannien gehört. Innen hat man Teile für einen Souvenirshop und für ein Café abgeteilt, das war gewöhnungsbedürftig. Rechts die katholische Kirche, die 1969 eingeweiht wurde und dank ausgefallener Holz- und Glaskonstruktionen eine besondere Atmosphäre hat.
Auf dem Weg zur protestantischen Kathedrale fährt man durch die Hope Street, die als Luxusstraße mit edlen Restaurants, der Philharmonie und zwei Theatern in den Reiseführern gelistet ist.
Die Kofferinstallation ist das Wahrzeichen der Hope Street. Die Koffer sind Symbole der Migration-damals und heute und einige Koffer wurden von bekannten Bewohnen Liverpools gespendet. Auch die Beatles beteiligten sich daran.
Nicht weit entfernt liegt Chinatown. Das Viertel gibt es seit 1940 und ist damit das älteste chinesische Quartier in Europa. Allerdings enttäuschte es uns, denn im Zentrum waren viele Geschäfte geschlossen oder es waren nur noch Restaurants vorhanden. In der Nähe befindet sich aber noch die Boldstreet, die als beste Einkaufsstraße Liverpools gilt und auch in deren Seitengassen kann man besondere Geschäfte entdecken. (Uns fehlte dazu leider die Zeit).
Fotocollage: Unten Mitte: Eine Werbung mit Jürgen Klopp, der einige Jahre beim FC Liverpool sehr erfolgreicher Fußballtrainer war und immer noch sehr beliebt ist. Rechts ein chinesischer Parkautomat.
Liverpool hat uns positiv überrascht und es ist leicht, hier und im Umland mehrere Tage zu verbringen. Wir übernachteten im Hotel „62“, das in einem alten Bankgebäude vor einigen Jahren eingerichtet wurde und einen besonderen Charme hat. Es befindet nahe beim Hafen auf der Castlestreet, in der die meisten Gebäude unter Denkmalschutz stehen.
Fotocollage mit Ansichten des Hotels
Tschüss Liverpool!
Die Skyline von Liverpool mit alten und sehr modernen Gebäuden.
Von Liverpool ging abends um 22.30 Uhr unsere Fähre nach Belfast. Da viele Geschäfte und Museen zwischen 17 und 18 Uhr schließen, fuhren wir nach Newbrighton ans Meer. Es war Montagabend und der Ort war ziemlich ausgestorben. Ich denke, dass am Wochenende und an Feiertagen die Liverpooler hier einen Miniurlaub verbringen. Es gibt ein bisschen Strand, diverse Playing Grounds und billige Schnellrestaurants.
Hier lernte ich einen Bankfriedhof kennen. An der Strandpromenade standen viele Sitzbänke, von denen die Mehrzahl als Gedenkorte für Verstorbene gestaltet sind. Könnten Sie sich auf so einen Bank setzen?
Nächste Woche gebe ich Ihnen einen visuellen Überblick über unseren Aufenthalt in Nordirland.
Von Dubai aus machten wir einen Ausflug nach Abu Dhabi. (1 1/2 Stunden Autofahrt). Der Herrscher des Emirats Abu Dhabi, Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, liebt Kunst und Kultur und möchte damit Touristen in sein Land locken. Seine Devise: Nicht kleckern, sondern klotzen! So wurde 2017 zuerst eine Dependance des französischen Louvres eröffnet.
Der Louvre in Paris stellt dem neuen Museum für dreißig Jahre Kunstwerke zur Verfügung. Darüber hinaus kauft der Scheich Kunstwerke an. Das Museum befindet sich auf einer künstlich angelegten Insel, der sogenannten „Glücksinsel“ und ist von Wasser umgeben. Auch im Gebäude spielt das Wasser eine große Rolle.
Hier fünf Fotos, beginnend mit einem Modell der gesamten Anlage:
Das Museum hat eine permanente Ausstellung und bietet zudem Sonderausstellungen an. Man gibt den Kunstwerken viel Platz, einzelne Kunstwerke haben einen Raum für sich alleine.
Rechts: Der Raum für ägyptische Kunst war wie ein dunkles Labyrinth gestaltet und erinnerte ein bisschen an das Innere einer Pyramide Links ist eine kleine Dose das einzige Ausstellungsstück. An der Wand werden in einer Bildershow einzelne Details der Dose gezeigt.
Es wird Kunst von der Antike bis hin zur Gegenwart präsentiert. Was mir besonders gut gefiel, waren teilweise die Zusammenstellungen der Exponate. In diversen Vitrinen zeigte man jeweils ein Stück von verschiedenen Kontinenten, alle ungefähr zur selben Zeit hergestellt.
Oben in der Vitrine: Afrika, Europa und Asien sind vertreten. Unten Südamerika, Europa (lebend), Asien und Afrika
Ab ca. dem 17. Jahrhundert wurden überwiegend europäische Kunstwerke gezeigt.
Fotocollage: Oben links: ein Art-Deco Wandschmuck, daneben ein Bild von Frantisek Kupka, der als erster Künstler, noch vor Matisse, abstrakte Bilder gemalt hat. Links unten eine Skulptur von Jean Tinguely, daneben eine Skulptur in Form einer Bodenvase von Keith Haring.
Auf der „Glücksinsel“ befinden sich noch zwei weitere Museen, die demnächst eröffnet werden sollen. (Deshalb am Anfang nicht kleckern, sondern klotzen).
Links eine Dependance des New Yorker Guggenheim Museums, rechts das Zayed Nationalmuseum für arabische Kultur, das mit dem British Museum zusammenarbeitet. Weiterhin entstehen auf der Glücksinsel ein Meeresmuseums und ein Theater.
In meinem abschließenden Bericht über Dubai zeige ich Ihnen nächste Woche die Altstadt von Dubai und nehme Sie mit auf eine Fahrt in die Wüste.
Mein Mann und ich waren letzte Woche für ein paar Tage in Dubai, um einen ehemaligen Schulfreund meines Mannes zu besuchen. Ich hatte absolut keine Lust mitzureisen, da ich mir bei unserem ersten eintägigen Besuch vor ein paar Jahren geschworen hatte: “Nie wieder!“ Dubai stand für mich für vieles, was ich schrecklich fand. Exzessives Shopping, kaum Grün, von Umweltschutzgedanken weit entfernt. Doch die Tatsache, dass jemand sich vor Ort auskennt und vielleicht ein anderes Dubai zeigen kann, bewog mich dann doch, meinen Mann zu begleiten.
Vom Flughafen kommend, empfing uns Dubai, wie ich es erwartet hatte:
Collage aus vier Fotos mit Wolkenkratzern
Am ersten Tag hatten wir Tickets für das höchste Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa (828 m und 163 Etagen) und sahen uns die Wolkenkratzer von oben an.
Fotocollage: Was der Stadtwerketurm für Duisburg ist, ist der Burj Kalifa für Dubai- er ist unübersehbar
Fotocollage aus vier Fotos, die Wolkenkratzergruppen von oben zeigen und ein Teil der „Mall of Dubai“ (links unten)
Da der Turm nahe bei der „Mall of Dubai“ liegt, absolvierten wir direkt auch den Shoppingteil der Reise. Ich kaufte mir in einem der 1200 Geschäften und Restaurants ein Safran/ Karak-Chai Eis und wir bewunderten das Meeresaquarium. Ansonsten fühlten wir uns heimisch, denn Oberhauser Centro-Feeling machte sich breit.
Vier Fotos, die leckeres Eis zeigen, je eine Ansicht der Mall und des Aquariums und von einem Roboter, der in der an der Mall angeschlossenen U-Bahn Auskünfte für Touristen gab
Außen waren es inzwischen 35 Grad und wir warfen nur einen kurzen Blick auf die Wasserzone, wo eine der größten Springbrunnenshows der Welt stattfindet. (Ja, hier reihen sich Superlative wie Perlen auf einer Kette aneinander, ich kann nichts dafür).
Bei einer abschließenden kleinen Rundfahrt sahen wir noch ein paar andere Dubai-Wahrzeichen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Zu sehen oben links ist eine Teilansicht des Atlantis The Palm Hotels, rechts daneben das Luxushotel Burj Al Arab. Links unten der größte Bilderrahmen der Welt (150 x 93 m), in dem ein kleines Museum untergebracht ist und ein Lift, der Besucher zu einer Aussichtsplattform in der 48. Etage nach oben bringt. Rechts unten sieht man das Museum der Zukunft…
…und dieses besuchten wir am nächsten Tag. Von unserer großen Begeisterung erzähle ich nächste Woche!
Acht Fragen und Antworten zum Thema Helsinkiurlaub.
Hat uns Helsinki gefallen? Ja, ein zweiter Besuch ist nicht ausgeschlossen.
Ist Helsinki teuer? Ja, wenn man gerne Süßes isst. Ein kleines Stück Käsetorte kostet 7- 9 Euro, die berühmte Zimtschnecke 4- 6 Euro, eine mittlere Eiskugel durchschnittlich 4 Euro.
Der Eintritt in die bekannten Museen kann bis zu 20 Euro kosten. (Das Straßenbahnmuseem und das Geldmuseum haben freien Eintritt, den Eintritt in den Dom (8 Euro) kann man sich sparen, wenn man ihn zwischen 18 und 21 Uhr besucht). Restaurantpreise sind etwas höher als in Deutschland. Zu beachten: In vielen Läden wird nur noch elektronisch Bezahlung akzeptiert.
Haben wir für Helsinki Apps benutzt? Ja, die HSL-App für den öffentlichen Nahverkehr. Für 5 Tage unbegrenztes Fahren bezahlt eine Person 33 Euro, darin ist alles enthalten, auch Fährfahrten und der Transport vom und zum Flughafen). Unsere Füße waren uns oft dankbar, dass wir häufiger die Straßenbahn benutzt haben. (Mit den Trams 2 und 4 kann man zudem selbst eine gute Sightseeingtour machen). App Nr. 2: Die Deepl Übersetzungs-App. Mit Englisch kommt man sehr weit, aber manchmal möchte man auch gerne wissen, was finnische Texte bedeuten (z.B. in Museen) oder einzelne Wörter können schon mal verwirren.
„Kot kot kot“ ist der Laut, den ein Huhn auf Finnisch macht. Aber es klingt auch wie „Kot(I)“, was „Zuhause“ bedeutet.
Ist Helsinki Ende August voll? Ja, es gab viele japanische Reisegruppen und deutsche Touristen. Diese bewegten sich allerdings hauptsächlich im Hafengebiet oder in dem Shoppingvierteln rund um das Stockmankaufhaus und dem Kampii. Ein paar Straßen weiter waren wir gefühlt mit Finnen alleine. Die beste Reisezeit sind September oder Oktober, da ma dann auch die Chance hat, Polarlichter über Helsinki zu sehen.
Sind Finnen nett? Ja! Ich hatte zuvor in diesem Buch gelesen, dass Finnen die Meister des Schweigens sind, im Sommer aber auftauen. Auch lieben sie auf der einen Seite eine gewisse Portion Individualismus, haben aber auch einen großen Gemeinsinn und sind gerne pragmatisch
Das bestätige ich zu 100%. Für mich sind die Finnen im Sommer die Plaudertaschen des Nordens. Das Verhalten in Restaurants, Läden oder Hotel: Immer freundlich und hilfsbereit.
Oben Links: Flohmarkt auf einem Friedhof- Warum nicht? Links darunter: Ein Beispiel von farbigen Overalls, die anzeigen, zu welcher Uni der/die Student(in) gehört. Mitte: Käppis in jeglicher Form scheinen bei Finnen beliebt zu sein. Rechts oben: Können Sie sich vorstellen, dass bei uns in öffentlichen Gebäuden Puzzles ausliegen und man eingeladen wird, sich zur Entspannung daran zu beteiligen? Rechts unten: Können Sie sich vorstellen, dass so eine Werbung an der Berliner Philharmonie nonstop blinkt? Wohl nicht, aber in Helsinki werden pragmatisch die Werbeeinnahmen in Kulturprojekte gesteckt.
Habe ich einen Hoteltipp? Ja, das Helkahotel. Eins der ganz wenigen Hotels in Helsinki, in dem man das Fenster im Zimmer öffnen kann und es Zimmer mit einem Balkon gibt. (Für alle Raucher). Das Frühstück ist gut, es gibt eine Bar, eine Sauna, einen Bügelraum, einen Kühlschrank und eine Mikrowelle für die Allgemeinheit zum Gebrauch. (Wenn man mal nicht im Restaurant essen möchte, ist die Mikrowelle für ein warmes Essen im Hotelzimmer optimal). Die Lage des Hotels ist gut, ca. 5 Minuten zu einer Haltestelle für die Straßenbahnen 2 und 4. Nur 1 km entfernt liegt dieser schöne Strand.
Gibt es persönliche Highlights? Ja!
Aus der Tempelkirche, die in einen Fels gebaut wurde, wäre ich am liebsten gar nicht mehr weggegangen. Die Stimmung in diesem Raum war bestimmt von Geborgenheit, aber auch Freiheit.
Oben Der Eingang in die Kirche
Bei den Bibliotheken in Helsinki ging mir das Herz auf. Wir besuchten drei von den vierzig, die es in Helsinki gibt.
Obere Reihe:Die Universitätsbibliothek von 2012 Mitte:Die finnische Nationalbibliothek aus dem 19. Jahrhundert Unten: Mit dem Besuch der 2018 eröffneten Oodi-Bibliothek erhielten wir einen Blick in die Zukunft. Das kann eine Bibliothek alles sein…
Das Museum Amos Rex liegt unter der Erde und zeigt moderne finnische Kunst ab ca. 1960. Hier bekommt man eine Ahnung, wie es in der „finnischen Seele“ aussieht.
Oben rechts: Das Museum von außen, links daneben eine Installation zum Thema Wasser mit dem Lichtschacht, den man auf dem rechten Bild links neben dem Turm sieht. Links unten: Rußeiszapfen, rechts das letzte überlebende Pferd auf der Erde. Die Themen „Sorge um die Umwelt“ und der „Zustand der Erde“ waren ein Schwerpunkt in der Ausstellung. Aber nicht nur dort. In Straßenbahnen liefen beispielsweise Filme über die Schädlichkeit von Zigarettenstummeln für das Grundwasser, Seen und Flüsse . (Nichts beschönigend wurden Fische gezeigt, die verenden).
Die Schärenlandschaft vor Helsinki hat mich ebenfalls für die Stadt eingenommen. Wir fuhren mit der Fähre zu der Insel Suomenlinna, auf der es eine riesige Festungsanlage gibt, aber auch typische bunte Holzhäuschen.
Hatten wir einen guten Reiseführer dabei? Ja, dieser gibt viele Anregungen und obwohl wir fünf Tage dort waren, haben wir längst nicht alles gesehen.
Wer schon einmal in Helsinki war, dem werden vielleicht einige typische Sehenswürdigkeiten fehlen. Ich schreibe nichts darüber, aber mache zum Schluss noch etwas neugierig:
Als wir im Januar in Berlin waren, hatten wir an einem kalten Sonntagmorgen bis zu einem Termin noch zwei Stunden Zeit. Die Museen waren noch nicht geöffnet, so entschieden wir uns für einen Besuch der Villenkolonie in Lichterfelde. Über die App Hearonymus luden wir uns eine 1 1/2 stündige Führung herunter. Johann A.W. Carstenn hatte die Idee, in dem Dorf Lichterfelde günstig Land zu kaufen, um danach betuchten Bürgern aus Berlinmitte eine Villa im Grünen anzubieten. Die Idee hatte er aus London mitgebracht, wo sie sehr erfolgreich war. 1866 baute er die erste Straße der Kolonie noch mitten in Getreidefeldern. In Berlin lief das Geschäft aber aus verschiedenen Gründen nur schleppend an, hinzu kam der Börsenkrach von 1873. Schließlich verspekulierte sich Carstenn bei dem Bau einer Kadettenschule in Lichterfelde und wäre fast pleite gegangen. Da einige prominente Berliner aber inzwischen Villen in der „Sommerfrische“ besaßen, zogen andere nach und jeder Neuankömmling wollte mit seiner Villa die der anderen übertrumpfen. So gibt es während des Spaziergangs Türmchen über Türmchen zu bewundern, burgenartige Häuser mit Wassergräben oder Villen im italienischen Renaissancestil.
Unten links die Villa von Otto Lilienthal. Wenn Sie rechts genau hinschauen, erkennen Sie eine Zugbrücke über einem Graben.
Beim Flanieren konnte man darüberhinaus viele schöne Details entdecken:
Der Sonntag war für das Fotografieren günstig, denn es waren kaum Leute und Autos unterwegs. Welche berühmten Köpfe hatten hier auf engem Raum zusammengelebt! Nach dem Spaziergang kaufte ich mir dieses Buch, um noch mehr über Lichterfelde zu erfahren.
Im ersten Teil des Buches wird auf die Entstehung und die Geschichte der Siedlung eingegangen und man erfährt auch etwas über die besondere Architektur. Hier erfuhr weitere interessante Details wie beispielsweise, die Tatsache, dass in Lichterfelde weltweit die erste Straßenbahn fuhr und dass Lichterfelder während des Naziregimes aktiv Widerstand geleistet haben. Exemplarisch für an die 200 berühmten Lichterfelder (eine Auflistung mit Kurzbeschreibungen befindet sich am Ende des Buches) werden sechzehn Lebensläufe im Buch erzählt, darunter z.B. die Leben von Elly Heuss-Knapp, Sebastian Haffner, Karl Liebknecht oder Hans Rosenthal. Lichterfelde- ein wirklich beeindruckendes „Pflaster“!
Noch bis zum 5. November 2023 kann man sich in Düsseldorf das ehemalige Mannesmann Verwaltungsgebäude am Rhein ansehen. Danach wird es für mehrere Jahre geschlossen sein, denn auf ca. 7000 qm wird dann das „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“ endgültig renoviert und eingerichtet.
Das Gebäude wird nach seinem Architekt Peter Behrens, unter dessen Leitung es 1911/1912 erbaut wurde, auch „Behrensbau“ genannt. Momentan läuft deshalb neben einer Ausstellung zur Geschichte des Gebäudes und der Firma Mannesmann eine Sonderausstellung „110 Jahre Peter Behrens-Architektur und Geschichte“, in dem das umfangreiche Schaffen dieses Tausendsassas vorgestellt wird. Er war nicht nur Architekt, sondern auch Künstler, Lehrer und Erfinder. Wenn Sie das Gebäude betreten, werden Sie direkt von einem beeindruckenden Foyer und einem schönen Treppenhaus empfangen.
Die Exponate in der Peter Behrens Ausstellung lassen erahnen, wie schaffensreich dessen Leben war.
Links oben: Behrens entwarf Plakate für die Firma AEG. Darunter seine Gaslaterne, die das Stadtbild von Düsseldorf lange Zeit prägte und deren Abschaffung z.Zt. diskutiert wird. Mitte: Geschirr und Haushaltsgeräte, wie beispielsweise dieser Föhn, gehörten auch zu den Objekten, mit denen sich Behrens beschäftigte. Rechts: Die lachende Kaffeekanne, die schließlich zum Logo von „Kaiser‘s Kaffee“ wurde.
Im ersten Stock erfährt man viele geschichtliche Details, wie die Firma Mannesmann sich zu einem „Global Player“ entwickelte. Das Gebäude hat aber nicht nur einen Teil der Mannesmannbelegschaft beherbergt, sondern war auch in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts im Besitz der Franzosen und nach dem 2. Weltkrieg benutzte es die britische Besatzungsmacht. Von Sommer 1946 bis 1953 regierte im Behrensbau die erste Landesregierung Nordrhein-Westfalens, danach ging es an die Mannesmann AG zurück. In den 2000er Jahren gehörte es Vodafone, von 2015-2017 wohnten 600 Flüchtlinge in dem Gebäude, seit 2020 hat es den Titel „Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen“. In diesem Jahr begann auch ein „MuseumMobil“ durch NRW zu fahren und die einzelnen Kreise für mehrere Tage zu besuchen. In dem Mobil bekommt man schon einen kleinen Eindruck, wie vielfältig die Geschichte NRWs ist und man darf hier Ideenvorschläge abgeben, was auf den 7000 qm zukünftig gezeigt werden soll, bzw. freuen sich die Organisatoren auch über Schenkungen von Objekten, die einen Aspekt der NRW-Geschichte dokumentieren.
Oben links: Ein Wandbild aus der Zeit, in der Flüchtlinge im Behrensbau wohnten. Darunter eine Postkarte, die an die Besucher der Ausstellung und im MuseumMobil verteilt werden. Rechts oben der Eingang des Gebäudes, darunter die zukünftige Aufteilung des Museums.
Wer Ideen für das Museum hat oder mehr Infos zu diesem Thema sucht:
Auf unserer Rückreise von Schottland übernachteten wir auch in Manchester. Ich war skeptisch, denn bei den Vorbereitungen fand ich keinen Zugang zu der Stadt. So fuhren wir von unserem Hotel (Holiday Inn East) mit dem Bus in die Innenstadt ( ca. 15 Minuten) und stiegen am Picadelly Place aus. Es war später Nachmittag und unglaublich wuselig zwischen den Wolkenkratzern, den alten Fabrikgebäuden und in den öffentlichen Parks. (Oder kam es mir nur so vor nach stillen Tagen auf den Hebriden??) Wir gingen zuerst zur Kathedrale, einem Ort der Stille…
Innen konnten wir uns nur kurz umschauen, da gerade eine Messe begann.
Aber zufällig traf ich auf einen Engel 2.0…
Ganz in der Nähe der Kathedrale befindet sich ein Stückchen Altstadt von Manchester, wo es viele „Afterwork-Meetings“ gab.
Wir schlugen uns weiter durch Richtung Chinatown und so langsam beschlich mich das Gefühl, in Klein-New York zu sein. Die Mischung von alter und neuer Architektur, die teilweise eher düsteren Gassen, die Viertel, die für verschiedene Lebensformen stehen und schließlich die Bewohner von Manchester, deren Vielschichtigkeit auffällig war. Hier ein paar Fotobeweise:
Manchester bietet noch mehr: Zwei neue Viertel, die direkt am Wasser liegen, das alternative Northern Quartier, tolle Museen, drei alte Bibliotheken, das Arndale Shoppingcenter und das Thema Fußball nicht zu vergessen. Manchester ist prädestiniert für ein langes Wochenende. Touristengruppen wie in London und Edinburgh haben wir nicht gesehen, die Mancunians scheinen noch unter sich zu sein.
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