Seen für die Seele (Havellandurlaub 2)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist wohl inzwischen das deutsche Mekka für alle Wassersportler und es ist dementsprechend oft überlaufen. Eine Alternative könnte das Havelland sein. Wir lernten während der einen Woche verschiedene Seen und die Havel an mehreren Stellen kennen.

Der Mühlensee bei Vehlefanz – er erzählt Geschichte. Der Spaziergang dauerte
1 1/2 Stunden und war dank seines ausgebauten Weges besonders geeignet für einen nieseligen Regentag.

Der kleine Ort Linum mit seinem Netz aus Seen steht stellvertretend für alle Gewässer, in und an denen man Störche, Kraniche, Gänse und viele andere Vögel beobachten kann. Auch hier sind die Spazier-und Wanderwege gut ausgebaut, oftmals gibt es Beobachtungsstationen und Informationsschilder oder NABU-Anlaufstellen.

Zu den Seen führen oftmals schöne Alleen. Als Stellvertreter aller Vögel habe ich den kecken Berliner Spatz ausgesucht.

Schließlich gibt es noch ein großes Angebot für Wassersportler und Schwimmer. Im letzten Beitrag zeigte ich Ihnen schon ausleihbare Flöße, aber Kajaks, Kanus, Ruder- und Tretboote, Moto-und Segelschiffe sowie Hausboote stehen ebenfalls an vielen Stellen zur Verfügung. Persönlich war ich von den vielen erlaubten Möglichkeiten angetan, an den Seen in kleinen Buchten schwimmen gehen zu können. (Siehe dazu auch den Beitrag „Begleiter durch den Sommer- ein Buch über 52 Seen in und um Berlin).

Schwimmen im Wannsee, unten ein kleiner Hafen in Werder.

In vielen Orten ist diese maritime Atmosphäre zu spüren, es herrschen „Good Vibrations“, wie man so schön sagt. Was mir übrigens aufgefallen ist: Für Wohnmobile gibt es an den Seen oft schöne Plätze, die nicht überlaufen waren.

All You Can Eat

„All You Can Eat“- dieser Ausdruck kam mir in der letzten Woche in meinem Garten zweimal in den Sinn. Das erste Mal war es beim Beobachten von Bienen, Hummeln & Co, als diese sich bei dem Blütenangebot von Salbei, Cosmeen und Glockenblumen gar nicht entscheiden konnten, wohin sie zuerst fliegen sollten. Ähnlich wie Menschen an einem Buffet.

Dieser Anblick erfreute mich schon sehr, doch an anderer Stelle war das Angebot anscheinend ebenfalls sehr beliebt.

Rote Spornblume, Schwarzer Lauch und ein blauer Ceanothus Strauch

Das zweite „All You Can Eat“ ging mir bei diesem Anblick durch den Kopf:

Das war mal eine Funkie, die in einer Nacht zur Leibspeise dieser Gartenbewohnerin wurde:

Mich hätte der Anblick der abgefressenen Funkie noch bis vor Kurzem in negative Wallung gebracht, doch jetzt machte ich mit der Schnecke einen kurzen Spaziergang zu einem Feld und verabschiedete mich von ihr mit ein paar wohlmeinenden Worten. Ich hatte dieses Buch gelesen:

Die Autorin des Buches litt über viele Jahre hinweg an einer sehr schweren Viruserkrankung, wodurch es ihr zeitweise nicht möglich war, sich zu bewegen oder lautere Geräusche wie Musik zu ertragen. Von einer Pflegerin zweimal am Tag versorgt, lag sie nur im Bett, sah und dachte. Eines Tages bringt ihr eine Freundin einen Blumentopf mit, in dem eine kleine Waldschnecke lebt. Die Autorin macht die Freundin darauf aufmerksam, doch die Freundin verabschiedet sich nur lächelnd und geht.

Bailey fängt an, die Schnecke zu beobachten und immer mehr ist sie von deren Verhalten fasziniert. Es passiert, dass sie die so langsam verstreichende Zeit, ihre Krankheit und ihre oftmals hoffnungslose Lage vergisst. Die Schnecke zieht in ein komfortables Terrarium um und in guten Zeiten, in denen Bailey ein Buch halten und umblättern kann, beginnt sie Fachliteratur über Schnecken zu lesen, was ihre Bewunderung für diese Lebewesen noch mehr wachsen lässt. Sie hat eine Weggefährtin gefunden, die in ihrer Langsamkeit dem Lebensrhythmus Baileys entspricht. Die Schnecke spendet ihr Trost und das Beobachten gibt ihr einen Lebenssinn.
Auch ich war von dem in diesem Buch vermittelten Wissen über Schnecken sehr beeindruckt. Das „System Schnecke“ mit der Langsamkeit, mit den besonderen Sinnesorganen, der Behausung, mit dem Schleim und der Art der Fortpflanzung hat größere Überlebenschancen als das „System Mensch“ und verlangt Respekt und Anerkennung.
Das Buch ist aber auch wegen der Gedanken der Autorin zu ihrer Krankheit lesenswert. Gezwungenermaßen fokussiert sie ihren Blick auf wirklich Wichtiges im Leben und das sollte jeder Mensch auch ohne große Krankheit ab und zu einmal tun.

Die Zauberhecke

Vor zwei Jahren haben wir im Garten mit dem Kompostieren angefangen. Wir wollten es ausprobieren und sehen, ob es sich für den kleinen Garten überhaupt lohnt und wir eine Kompostiermentalität besitzen. Deshalb kauften wir nur einen billigen Kompostbehälter aus Plastik, der im Laufe der Zeit immer instabiler wurde. Um nicht aus dem Garten unmittelbar auf den Behälter zu gucken, improvisierten wir auch beim Sichtschutz und stellten ein altes Weidenzaunelement davor.
Das Kompostieren funktionierte bestens und deshalb war es jetzt an der Zeit, die Ecke neu und besser zu gestalten.
Einen neuen Kompostbehälter fanden wir schnell. Es ist aus recyceltem Plastik und viel stabiler als der Vorgänger.

Doch was sollten wir mit dem Sichtschutz machen? Wieder einen Weidenzaun anbringen, aber dieses Mal einen höheren? Sträucher davor pflanzen?
Mein Mann entdeckte dann im Internet eine komplett fertige Hecke. Nicht aus Plastik, sondern aus lebenden Pflanzen, nämlich bienenfreundlichem Efeu und Clematis. Ein Element hat die Maße 1,20 m x 1,80 m. Im Internet bestellt, wurde es drei Tage später geliefert.

Ich bin absolut begeistert. Die Hecke war schnell eingepflanzt, alle Pflanzen wirken sehr gesund.

Und wie von Zauberhand ist die Komposttonne verschwunden..


Dies ist keine bezahlte Werbung, aber da ich weiß, dass Gartenbesitzer immer wieder mal Sichtschutzprobleme haben, wollte ich diese Hecke doch gerne vorstellen.

Auf dieser Internetseite finden Sie mehr Informationen:

https://www.helix-pflanzen.de/hecke-am-laufenden-meter

Die Nutznießer der Komposterde…

Vier unmögliche Buchbesprechungen

Diese Bücher habe ich u.a. in den letzten Monaten gelesen:

Mit allen vier Titeln habe ich eine grundlegende Schwierigkeit: Ich kann für sie keine Buchbesprechungen schreiben. Für mich besteht eine gute Besprechung darin, dass sie den Inhalt möglichst kurz zusammenfasst und eine kurze Wertung abgibt. Die Betonung liegt auf „kurz“, denn von Buchbesprechungen, die in die epische Breite gehen, halte ich nicht viel. Ich möchte beim Lesen des Buches noch überrascht werden.
Wenn ich plane, eine Buchbesprechung zu schreiben, lege ich Lesezeichen in einzelne Seiten, die mir wichtig erscheinen. Bei allen vier Büchern sahen die Buchschnitte so aus.

Sehen Sie vorne die ersten Seiten des Buches, die keine Lesezeichen haben? Hier hatte ich begonnen, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Sie fing so an:

Haben Sie schon einmal vergeblich versucht, sich eine gute Gewohnheit anzueignen oder eine schlechte abzugewöhnen? Falls Sie bejahend nicken, lesen Sie ruhig weiter.
Wir setzen uns meistens ein Ziel, um etwas zu erreichen, doch hier erklärt uns der Autor direkt am Anfang des Buches, dass dieses Vorgehen falsch ist. Ein erreichtes Ziel kann u.U. nur temporär etwas verändern ( z.B. 20 Kilo abnehmen und dann wieder zunehmen) und das Ziel grenzt darüber hinaus die Möglichkeit von noch größerem Erfolg ein. Der richtige Weg lautet: Man muss das System ändern. Was bedeutet das? Fragen Sie sich in aller Ruhe , was Sie für ein Mensch sein möchten. Die beste Motivation ist, wenn eine Gewohnheit ein Teil der Identität wird. Je stolzer Sie auf einen Teil Ihrer Identität sind, desto leichter ist es, die dazugehörende Gewohnheit sich anzueignen und dann auch beizubehalten. Indem Sie bestimmte Gewohnheiten pflegen, gestalten Sie Ihr eigenes Ich.
Wie entstehen Gewohnheiten? Unser Gehirn ist der Schauplatz und dies läuft in ihm ab: 1. Auslösereiz-2. Verlangen-3. Reaktion-4. Belohnung

Ich merkte beim Schreiben, dass die Besprechung ellenlang würde und das wollte ich nicht und hörte auf. Lesen Sie „ Die 1% Methode“ lieber selbst und entdecken Sie, wie man den Alltag und letztendlich sein ganzes Leben mit guten Gewohnheiten erleichtert und auch bereichert.

Bei den anderen drei Büchern ging es mir auch so. Sie sind toll und bieten viel Stoff zum Nachdenken.
Das Hormonbuch (2. Buch von links) habe ich zuerst gehört. Teilweise sehr kurzweilig, da sich die Hormone miteinander unterhalten, was der Mensch, in dem sie sich befinden, mal wieder alles falsch macht. Auch haben die Hormone menschliche Züge, sind traurig, euphorisch, zickig. Den ernsten Inhalt konnte ich beim Hören nicht so schnell behalten und so las ich danach das Buch in Ruhe. Die wichtigste Kernaussage für mich: Die Hormone meinen es gut mit mir, der kritische Satz: „ Ach das sind bestimmt mal wieder die Hormone!“ kommt mir nicht mehr über die Lippen, denn das ist ungerecht gegenüber unseren Helfern, den Körper am Laufen zu halten. Kein Eingreifen in den Hormonhaushalt, um bei Leistungen noch ein Schüppchen drauflegen zu können= Kernaussage Nr. 2. Darüber hinaus lernt man auch viel darüber, wie Hormone unsere Gesellschaft prägen können und weiß man das, wird man selbst ein ganzes Stück abgeklärter.

Buch 3 und 4: Beide beschäftigen sich mit Dingen, die unseren Alltag prägen. In „Das verschachtelte Ich -Individualräume des Eigentums“ wird gezeigt, wie Dinge uns als Mensch bestimmen. Sie waren z.Zt. der Römer und im Mittelalter oft die einzige Möglichkeit, seine Individualität und individuelle Freiheit auszudrücken. Oftmals waren es Fundstücke, heute würden wir Souvenirs sagen oder selbstgefertigte Dinge durch die ein Mensch sich von anderen absetzte. Ab Beginn der Industrialisierung änderte sich das zunehmend und heute kaufen wir bewusst Gegenstände und häufen sie an, um unsere Individualität zu demonstrieren. Aber in Zeiten der Massenproduktion ist das mit der Individualität nur noch Wunschdenken. Unser Konsumverhalten wird in dem Buch kritisch unter die Lupe genommen und man hinterfragt beim Lesen seine eigene Einstellung dazu. Das Buch hat nur 159 Seiten, ist leicht zu lesen und bringt es auf den Punkt.

Buch Nr. 4: Für „Lebhafte Materie“ brauchte ich acht Monate. Immer wieder musste ich Pausen einlegen, um den Inhalt zu „verdauen“ und weiter zu recherchieren. Die Autorin bezieht sich bei ihren Ausführungen auf diverse Philosophen (u.a. Latour, Deleuze, Bergson und Driesch) und macht die Aussage, dass in jedem nichtmenschlichen Objekt eine Kraft steckt, etwas Neues zu erschaffen. Sie spricht von der „Handlungsmacht der Gefüge“, wenn mehrere Dinge miteinander agieren. Humbug? Mitnichten. Sie gibt viele Beispiele und Sommer 2020 erschien zu diesem Thema auch ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. (Das Buch erschien 2010).



Was bedeutet das für uns Menschen? Die Handlungsmacht liegt nicht bei uns allein und wir können absolut nicht absehen, wie und wann die Vitalität der Materie sicht-und fühlbar wird und welche Konsequenzen dies für Menschen hat. Wünschenswert wäre es, wenn sich unser zukünftiges Handeln an dieser Erkenntnis orientiert und wir etwas demütiger würden.

Ich finde es sehr schade, dass die Autorin nicht für interessierte Laien geschrieben hat. Ihre Texte baden in Fremdwörtern und dies grenzt den Lesekreis damit doch erheblich ein. Auch die Tatsache, dass sie einmal in der Ich-Form schreibt, dann wiederum von sich in der dritten Person, irritiert. Nichtsdestotrotz lege ich Ihnen das Buch ans Herz, denn es kann Ihr Weltbild verändern. Eine Rezension im Deutschlandfunk (übrigens die einzige nicht kommerzielle Besprechung, die ich gefunden habe), machte mich auf das Buch neugierig. Falls Sie gerne eine zweite Meinung lesen möchten:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/jane-bennett-lebhafte-materie-eine-politische-oekologie-der.1270.de.html?dram:article_id=479186


Honigsüßes Quiz

Als Samstagsrätsel biete ich Ihnen heute ein bisschen Vorfreude auf den Sommer, es ist ein Quiz zum Thema Bienen.

Hummeln gehören auch zu der Gruppe der Wildbienen

Anmerkung: Beim Quiz beziehen sich alle Fragen auf die „Apis mellifera“ (= Westliche Honigbiene).

Wie hoch ist die Honigproduktion eines Bienenvolkes in einem Jahr?
a) ca. 5 bis 20 Kilogramm
b) ca. 15 bis 50 Kilogramm
c) ca. 25 bis 70 Kilogramm

Wie viele Bilder/ Sekunde nimmt eine Biene wahr? (Ein Mensch nimmt zwischen 24 und 60 Bilder/ Sekunde wahr, da sind die Forschungen noch nicht abgeschlossen)
a) Bis zu 100
b) bis zu 200
c) bis zu 300

Welche Aussage über die Biene stimmt ?
a) Sie hat einen besseren Geruchssinn als Hunde
b) Sie badet u.a. auch in Sand, um sich zu reinigen
c) Die Biene kann die Farbe Blau nicht erkennen

Ein Glas mit 500 Gramm Honig stellt die Lebensleistung wie vieler Bienen dar?
a) die Lebensleistung von bis zu 30 Bienen
b) die Lebensleistung von bis zu 100 Bienen
c) die Lebensleistung von bis zu 200 Bienen

Wie viele Kilometer fliegt eine Biene durchschnittlich am Tag?
a) 2o km
b) 40 km
c) 60 km

Eine Biene fliegt nicht, wenn es zu windig ist. Ab welcher Windgeschwindigkeit pro Stunde bleibt die Biene lieber zu Hause?
a) Ab Windgeschwindigkeit 2-3
b) Ab Windgeschwindigkeit 4-5
c) Ab Windgeschwindigkeit 6-7

Es gibt ca. 130000 Imker in Deutschland. Wie hoch ist die Zahl der Bienenvölker, die die Imker besitzen?
a) 490.000 Bienenvölker
b) 870.000 Bienenvölker
c) 1,24 Millionen Bienenvölker

Wie hoch ist der Bedarf an Honig in Deutschland? Jeder Deutsche isst statistisch gesehen
a) 1 Kilogramm Honig
b) 2 Kilogramm Honig
c) 5 Kilogramm Honig

Und jetzt summe ich Ihnen noch die Lösung des letzten Rätsels zu:

Letzte Woche stellte ich einen unvollständigen Text zu Diskussion, den ich auf einem Verkehrsschild entdeckt hatte. Konnten Sie den Text vervollständigen?
Hier ist das Schild:

Ahorre energia!

…ist das Motto einer spanischen Briefmarke, die 1979 dazu aufruft, im Haus Energie zu sparen. Aber auch in Deutschland widmet man sich schon in den 60er Jahren dem Umweltschutz und der Frage der Energie.

Bei Umweltbriefmarken geht es um den Schutz der Meere und des Wassers generell, um die Vermeidung von Müll, um das Problem Lärm und um die Wichtigkeit von Naturschutzgebieten. (Serie oben rechts). Aber auch der Tierschutz ist schon vor 50 Jahren ein Thema gewesen, wie die Briefmarken im unteren Teil beweisen.

50 Jahre sind eine lange Zeit. Die Probleme und die Gefahren waren bekannt, was hätte man alles erreichen können…

Rotterdam macht es vor

Vorgestern schrieb ich, dass Rotterdam mit seiner Architektur und seinem innovationsfreudigem Alltagsleben zukunftsweisend ist. Nach der Architektur vorgestern heute nun das Alltagsleben als Thema.

Ausleihbare Räder und E-Roller sind auch in deutschen Städten angekommen- hier nun die Weiterentwicklung: Das ausleihbare E-Auto.

Dachbegrünungen gibt es auch bei uns, in Rotterdam ist man insofern schon weiter, dass Restaurants und Cafés ihren eigenen Kräutergarten vor Ort haben wie hier z.B. in der 6. Etage.

Oben links Garten, oben rechts Spielwiese und Infotafeln für die Besucher.

Ganz neu ist ein Projekt, bei dem Plastikmüll aus dem Hafen gefischt wird und in bepflanzbare Inseln umgewandelt werden.

Was mich aber auch beeindruckt hat, sind die findigen Kleinigkeiten, die das Leben erleichtern. Das ist nicht nur in Rotterdam so, sondern im ganzen Land. Hier ist die Devise: Mal ausprobieren und einfach mal machen, bei uns gibt es zuerst immer viele Bedenken, die dann erst viel später oder gar nicht zu etwas Neuem führen.

Ein paar kleine Beispiele: Im Museum gab es verschließbare Schränke für Taschen und Jacken. Bei uns muss man fast immer eine Münze einwerfen, da es entweder etwas kostet oder durch den Münzeinwurf der Schlüssel erst abschließt. Nicht so in Rotterdam: Hier stand an den Schränken einfach eine große Schüssel mit kostenlosen Plastikchips. Chip nehmen, Sachen verstauen, einwerfen, abschließen, fertig.

Im Bürgersteig eine Möglichkeit, auf Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen hinzuweisen- die Handygeneration dankt es.

Und was ist das? Stellen Sie sich vor, Ihr Haus hat außen Ecken, auf die es keine freie Sicht gibt… Gerne können Sie mir Ihre Vorschläge schreiben.

Vielleicht warten jetzt noch einige von Ihnen auf das Thema Weihnachtsmarkt, weil ich in den beiden Jahren zuvor bei den Städtetouren immer darauf eingegangen bin.

In Rotterdam selbst stehen verteilt ein paar Büdchen herum, das könnten sie auch bleiben lassen. Der Grund dafür liegt wohl in der Tatsache, dass im ca. 25 km von Rotterdam entfernten Dordrecht der größte Weihnachtsmarkt in den Niederlanden stattfindet. An die 200 Stände auf 2,5 km Wegstrecke warten auf Besucher.

Rotterdam also ein Dezember-Reiseziel? Ganz ehrlich, fahren Sie lieber in einer wärmeren Jahreszeit. In den Hochhausschluchten kann der Wind sehr unangenehm werden und außerdem können Sie bei höheren Temperaturen auch schöne Radtouren unternehmen.

Ich habe aber noch einen Tipp für eine holländische Stadt im Dezember. Mehr am Freitag.

Federlesen im Winter

Die Autorin ist gebürtige Duisburgerin und erzählt, wie sie zusammen mit ihren Eltern im Meidericher Stadtpark und am linken Niederrhein die ersten Vögel kennengelernt hat. Ihre Eltern wanderten sehr gerne, das Töchterchen nicht, also mussten sie sich etwas ausdenken, dass die Tochter ablenkt. Bald war das Buch „Was fliegt denn da?“ ihr Lieblingsbuch und begleitete sie auf ihrem Lebensweg.

Johanna Romberg ist inzwischen eine Vogelexpertin, doch sie ist nicht wie viele andere ausschließlich auf der Jagd nach seltenen Vogelarten, sondern hat sich nach über 50 Jahren ihre kindliche Freude erhalten, morgens in ihrem Garten „normale“ Vögel begrüßen zu dürfen. So schreibt sie sehr sympathisch z.B. über ihre eher unübliche Liebe zu Tauben, ihren Favoriten, den Goldhähnchen oder Heckenbraunellen. Nebenbei vermittelt sie viel Wissenswertes über die Möglichkeiten, Vogelarten zu bestimmen. Es gibt aber auch Kapitel in diesem Buch, die einem aufs Gemüt gehen können, nämlich dann, wenn sie aufzeigt, wie gefährdet die einheimische Vogelwelt ist, sei es durch die Agrarwirtschaft, Windräder oder auch Versiegelungen von Häusern oder monotonen Gärten.

Ich finde es oft schade, dass ich meine Begeisterung für ein Buch nicht in die Worte fassen kann, die den Funken auf Leser überspringen lässt. Natürlich kann ich „toll“, „einzigartig“ oder „ein Muss“ schreiben, aber das ist alles so abgegriffen. Ein Versuch: Bei diesem Buch merkte ich, wie mir für meine verbleibende Lebenszeit eine Tür aufgestoßen wurde für eine Tätigkeit, die inneren Frieden und Freude bringt und mich immer wieder anstößt, mich mit geschärften „Vogelsinnen“ auf den Weg zu machen. Das hört sich jetzt vielleicht pathetisch an, aber es ist so.

Um mit dem Vögelbeobachten anzufangen, ist der Winter eine gute Zeit, denn das Verdecken durch Blätter fällt weg und wer qualitativ gutes Vogelfutter anbietet, wird mit häufigen Besuchen belohnt.

Letztes Jahr wurden meine Meisenknödel nur widerwillig angenommen. Vielleicht war das bei Ihnen auch so? Deshalb dieser Tipp: Ich habe letzte Woche anscheinend sehr leckere Meisenknödel gekauft ( vom Futterhof aus Linz -keine bezahlte Werbung). Die beiden Knödelhalter sind immer umkämpft, aber nicht nur von Blau-und Kohlmeisen. Eine „Gang“ Schwanzmeisen findet sich zweimal am Tag ein, Sperlinge sind sehr interessiert und auch zwei Buntspechte lassen es sich bekommen…

Als ich am Donnerstag diesen Beitrag schrieb, erschien in der Zeitung ein Artikel, dessen letzte Sätze wunderbar passten:

Ich habe noch ein Vogelthema, aber der Beitrag wird zu lang. Also dann bis morgen!

Bienen- auch im Winter ein Thema

Dieses Buch bekam ich vor einiger Zeit von einer Freundin geschenkt. Sie weiß, dass ich im Sommer gerne „stundenlang“ Bienen im Garten beobachte und deshalb freute ich mich sehr über den Titel.

Nicht so erfreut war ich über den Anfang des Buches, denn ich hatte den Eindruck, dass es sich mehr um die Beschreibung einer Selbstfindung handelt. Autor Dube hat Zweifel an seinem alten Beruf (Texter), erzählt vom Ausprobieren, etwas Anderes zu machen und kommt schließlich zu dem Schluss, dass das Imkern das Richtige für ihn sei. „Learning by Doing“ ist seine Devise, von alten Imkerprofis nimmt er viele Ratschläge an.

Jetzt kommen endlich die Bienen ins Spiel und das Buch wird von Seite zu Seite spannender. Was in einem Bienenstock alles passiert, was Bienen können und tun- ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch wie sich die Persönlichkeit von Dube durch den täglichen Umgang mit Bienen ändert war ebenfalls interessant zu lesen. Besonders gefallen hat mir das Kapitel, wie er seine Honig auf einem Markt anbietet und er dabei die ganz eigenen Gesetze eines Markttages entdeckt. Auch seine Informationen über die gesetzlichen Regeln des Honigverkaufs waren neu für mich.

Am Ende war ich so begeistert von diesem Buch, dass ich am folgenden Wochenende direkt in unser Duisburger Bienenmuseum gegangen bin. Für 2,50 Euro kann man an einer 1-2 stündigen Führung teilnehmen. Ich sah mich dieses Mal nur ein bisschen um und hebe mir den Vortrag für nächstes Jahr im Februar auf, dann bin ich für die anstehende Bienensaison bestens gerüstet.

Buch und Duft- bei diesem Titel kein Problem, wenn man beim Lesen eine Bienenwachskerze anzündet…