2022 erklärte NRW Ministerpräsident Hendrik Wüst den Wald zum Klimaschützer Nr. 1 und rief auf, unserer Wälder zu erhalten und zu stärken.
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Vielleicht haben Sie es schon in den Medien gelesen oder gehört, welche Baumrodungen in Duisburg geplant sind:
Eine Pipeline soll CO2 zur Nordsee transportieren, wo es am Meeresgrund verpresst werden soll (Was allerdings umstritten ist). Die Planung sieht vor, dass die Pipeline quer durch Duisburg gebaut werden soll, genauer gesagt durch das Naturschutzgebiet Rheinaue mit Seeadlern und Störchen und durch den Stadtwald. Bis zu 17 ha Wald sollen gefällt werden, darunter bis zu 200 Jahre alte Bäume. Letzte Woche (in den Sommerferien!) gab es eine „Infoveranstaltung“. Nun sammelt die Deutsche Waldjugend Unterschriften, damit eine walderhaltende Strecke für die Pipeline gewählt wird. (Diese Streckenalternativen gibt es). Die Unterschriften werden an Landtagsabgeordnete übergeben.
Es dürfen auch Nicht-Duisburger unterschreiben, bitte nur einmal, entweder online oder schriftlich.
Möchten Sie mehr über die Deutsche Waldjugend wissen? Ich habe diese Verlinkung bewusst gewählt, um eventuelle Vorbehalte direkt zu entkräften. Wenn Sie unten weiterlesen, kommen Sie von dort aus auch zu der Startseite:
In den letzte Monaten hat es sich so ergeben, dass ich montags und donnerstags einen neuen Beitrag in meinem Blog veröffentlicht habe. Diese Regelmäßigkeit wird im September voraussichtlich unterbrochen werden, da in den nächsten Wochen mein Augenmerk auf der Arbeit liegt. Ich arbeite mehrere Tage pro Monat in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann. Wer in Duisburg oder den anliegenden Städten wohnt, hat durch Zeitungs- oder Fernsehbeiträge in den letzten Monaten u.U. mitbekommen, dass die Buchhandlung wegziehen wird, da die Situation auf der Einkaufsstraße „Sonnenwall“ sich in den letzten fünf Jahren zunehmend verschlechtert hat. Ich bin darauf in meinem Blog kaum eingegangen, da in den Medienbeiträgen dazu schon alles geschrieben, bzw. gesagt wurde. Stattdessen möchte ich Sie lieber mit an den neuen Standort nehmen. Hier werde ich ab dem 12. September arbeiten:
Oben links: Der Anleger der „Weißen Flotte“, daneben Spaziergang an der Stadtmauer, rechts Herbststimmung beim Archivturm des „Landesarchiv NRW“ Mitte: Ein anderer Blick auf den Hafen Unten: Links: Turmspitze vom Rathaus, daneben: ein weiterer Blick auf das Landesarchiv, rechts die Seilscheibe von Schacht V in Duisburg-Walsum. Sie steht auf dem Flachsmarkt.
“Flachsmarkt Nr. 12“ ist die neue Adresse und hier kann man in Duisburg tatsächlich ein bisschen Urlaubs- oder zumindest Entspannungsgefühle bekommen. Und das nicht nur wegen der Nähe zum Wasser und zu den Grünflächen. Meine Kolleginnen und ich trafen uns am letzten Freitag vor der neuen Buchhandlung zu einem abendliche Pizzaessen um 18.30 Uhr. Zuerst haben wir gegessen und erzählt…
Doch dann wurde es langsamer dunkler, der Ort wurde stiller und auch wir hingen schweigend halb liegend in unseren Sitzsäcken und guckten in den Sonnenuntergangshimmel.
War das da gerade eben ein Turmfalke? Ja, wir sind uns sicher! Und dann huschten Fledermäuse am Himmel vorbei…Fledermäuse in der Duisburger Innenstadt ?! Und dann ein Sonnenuntergang…Wir sind wirklich in Duisburg? Drei von uns fuhren nach Hause, meine beiden Chefinnen blieben noch und zeigten mir am anderen Tag dieses Foto von der Duisburger Marina, keine hundert Schritte von der Buchhandlung entfernt:
Elisabeth Evertz genießt die abendliche Stimmung.
Meine Vorfreude auf die Eröffnung am 12. September wächst von Tag zu Tag, wenn ich daran denke, wo ich überall im Innenhafen meine Pause verbringen kann. Im Sommer ist es sogar möglich, hier zu schwimmen und an nicht so schönen Tagen könnte ich auch in eins der beiden nahen Museen gehen:
Oben und Mitte die Küppersmühle- ein Museum, das für mich ein Stück Heimat bedeutet. Unten das stadthistorische Museum, in das ich auch immer mal wieder gerne gehe, um mein Wissen über Duisburg aufzufrischen. Auch gibt es hier, wie in der Küppersmühle, großartige Wechselausstellungen.
Als ich am Freitag vor der Buchhandlung saß und auf meine Kolleginnen wartete, kamen einige Touristen an mir vorbei. Es ist sicherlich eine der interessantesten Ecken von Duisburg und ich wünsche mir sehr, dass nicht nur Touristen, sondern auch viele Duisburger diese Ecke ihrer Heimatstadt noch besser kennen und schätzen lernen.
So, jetzt habe ich vielleicht ein bisschen weit ausgeholt…Der Umzug steht vor der Tür und auch nach dem 12. September wird es noch viel zu tun geben, bis in den neuen Räumen alles passt. Sie wissen jetzt, wo mein Gedanken im September sein werden, mal sehen, wie viele Blogbeiträge da noch „rausspringen“😉 Donnerstag habe ich aber schon eine neue Buchbesprechung für Sie vorbereitet!
Beinahe hätte ich noch etwas vergessen…
Hier noch ein vereinfachter Stadtplan:
Es gibt diverse Parkmöglichkeiten, beispielsweise auf dem Rathausparkplatz, vor dem B&B Hotel und in den kleinen Seitenstraßen. (Alle mit Parkgebühren, zwischen 1 und 2 Euro/Stunde). Die nächste Bushaltestelle ist „Rathaus“.
Sie sind neugierig auf die Buchhandlung geworden? Hier geht es zu einer Bildergalerie:
Es brennt, es ist heiß- man liest es überall und sieht es. Was mich jeden Tag noch mehr bedrückt ist die Tatsache, dass nach meinem Eindruck viel zu wenig über das Wasser gesprochen wird. Es wird immer knapper, was kommt da noch auf uns zu? Diese Gedanken kamen mir in den letzten Tagen, ich muss sie einfach mal loswerden.
26.7.2026: Ich erinnere mich plötzlich an einen Roman, bei dem es um das Thema Wasserknappheit ging. 2018 muss ich ihn gelesen haben. Genaues über den Inhalt weiß ich nicht nicht mehr, doch brannten sich mir damals im wahrsten Sinne des Wortes Bilder ins Gehirn und ich hoffte damals, dass es nie soweit kommen würde:
Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit. (Inhaltsangabe von der Verlagsseite).
27.07.2026 Anstatt die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass das Wasser knapp wird, verkündet man in Duisburg, dass mittelfristig genug Wasser da sei, d.h. füllt eure Pools, wascht die Autos, duscht, solange ihr wollt und gießt euren Garten bis sich Pfützen bilden. Dieser Beitrag erschien heute in der Rheinischen Post:
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Was heißt „mittelfristig“? In diesem Artikel kommt nicht vor, dass im Duisburger Stadtteil Ungelsheim Gärtner, die einen 15 Meter tiefen Brunnen auf ihrem Grundstück haben, kein Wasser mehr aus ihrem Brunnen bekommen. Der Grundwasserspiegel ist schon so weit gesunken. Ich bin gespannt, wann die Stadt Duisburg zurückrudert und Verbote ausspricht.
Dabei könnte jeder jetzt schon freiwillig dazu beitragen, etwas Wasser zu sparen. Als älteres Semester erinnere ich mich gut daran, dass es früher üblich war, nur einmal pro Woche zu baden. An den anderen Tagen wurde der Waschlappen genommen- wir haben nicht gestunken! Wenn man an den heißen Tagen duscht, warum nicht einen Eimer mit in die Duschwanne stellen und zumindest einen Teil des Wassers sammeln, um Böden damit nass aufzuwischen? Auch wären wir früher nie auf die Idee gekommen, Zähne bei laufendem Wasser zu putzen. Wir füllten den Zahnbecher mit Wasser, das reichte.
Das hört sich lächerlich an? Wenn jeder seine Gewohnheiten etwas umstellen würde, kämen wir weiter.
Vor zwei Jahren installierten wir zwei Wassertonnen, um das Wasser vom Garten-bzw.Wohnhausdach aufzufangen. Diese 500 Liter Fässer sind inzwischen leer. Ich nehme weiterhin die gute alte Gießkanne und gieße die Pflanzen punktgenau an der Wurzel. (Nicht jeden Tag, sondern erst dann, wenn man ihnen den Durst ansieht. Viele Pflanzen sind resistenter als man denkt.) In der Nachbarschaft wird automatisches Gießen bevorzugt. Spart natürlich Zeit, aber dabei erreicht das Wasser teilweise gar nicht den Boden und bleibt oben auf den Blättern.
28.07.2026 Mich nerven alle im Radio, die von einem supersonnigen Ferientag bei 30 bis 32 Grad reden und versprechen, dass das Wochenende nicht von Regen gestört wird.
29.07.2026 Lese meine alten Blogbeiträge zum Thema Wasser und merke, dass das Thema mich schon länger umtreibt. Der Wasserturm-Artikel von 2023 ist besonders ergiebig.
30.07.2026 Müssen es immer neue T-Shirts oder Blusen sein, wenn vorne ein Fleck nicht weg geht? Für die Herstellung eines T-Shirts benötigt man 16000 Liter Wasser. (Na und? Die T-Shirts werden doch nicht in Deutschland produziert, dann kann mir das doch egal sein. Nö, denn wenn die Menschen in den Produktionsländern kein Wasser mehr finden, müssen sie in Länder fliehen, wo es noch Wasser gibt.) Hier ein paar Anregungen, wie man Fleckenkleidung „retten“ kann:
Oben links: Manchmal reicht schon eine kleine Stickerei oder man geht die Fleckenbeseitigung großflächig an. (Rechts daneben Blume aus Stoffresten, darunter aus 2 mach 1: Das Känguru stammt von einem fast 40 Jahre alten T-Shirt, das ich bisher aus Erinnerungsgründen nicht entsorgt hatte.) Links unten: Meine „Schneeflockenbluse“, bestehend aus altem Hemd und Untersetzern für Likörgläschen.
31.07.2026 Wie passend! Heute trudelten zwei Rechnungen von den Duisburger Wirtschaftsbetrieben ein. Es geht um die Schmutzwassergebühren und die Jahresrechnung Wasser. Wir bezahlen für Frischwasser zukünftig 30 Euro/Monat bei einem Verbrauch von 69 Kubikmeter (= 69.000 Liter). Falls Sie einmal Ihren Verbrauch vergleichen möchten: Ein Zwei-Personenhaushalt verbraucht im Jahr durchschnittlich 90.000 Liter).
01.08.2026 Beim Aussortieren von Büchern habe ich noch einen Titel entdeckt, den ich 2015 gelesen habe:
In England regnet es nicht mehr, eine Dürre überzieht das ganze Land. Nur auf dreißig Morgen Land im Westen der Insel fällt noch Regen. Ruth und Mark, denen »die Quelle« auf ihrem Grundstück gehört, haben noch Wasser. Aus ihrem früheren Paradies wird die Hölle, denn immer mehr Menschen drängen auf ihr Land.
Auch hier gibt es einen aktuellen Bezug: Große Supermarkt-oder Getränkefirmen haben die Erlaubnis, für kleines Geld Millionen von Kubikmeter Trinkwasser aus dem Boden zu pumpen. Wenn das Trinkwasser in den nächsten Jahren knapper wird, reiben sich diese Firmen die Hände, wenn sie das Wasser immer teurer verkaufen können. Dem könnte das Umweltministerium jetzt noch einen Riegel vorschieben, man sollte ihn mit seiner Unterschrift daran erinnern:
02.08.2026 Wenn wir uns mit Freunden treffen, kommt das Gespräch im Laufe des Abends immer auf das Thema Hitze. Mehrheitlich gibt es Klagen, aber niemand gesteht oder will es wahr haben, dass diese Hitze nicht überraschend kommt.
1896 — Svante Arrhenius, schwedischer Chemiker und späterer Nobelpreisträger, berechnete als Erster, dass eine Verdopplung des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre zu einer globalen Temperaturerhöhung von etwa 4–6 °C führen würde. Er erkannte damit als Erster, dass menschliche Aktivitäten (insbesondere die Verbrennung fossiler Brennstoffe) das Klima verändern könnten. Interessanterweise sah er die Erwärmung damals eher positiv, da er ein wärmeres Klima für Skandinavien als vorteilhaft erachtete.
1930er Jahre — Hermann Flohn und andere begannen, erste messbare Erwärmungstrends zu erkennen. Auch der deutsche Physiker Robert Döpel warnte bereits in den 1940er Jahren vor einer drohenden globalen Erwärmung durch steigenden CO₂-Ausstoß.
Ende der 1950er Jahre erlebte die Wiederbelebung der Theorie: Charles David Keeling begann 1958/1960 mit seinen berühmten Messungen auf dem Mauna Loa (Hawaii) und konnte erstmals kontinuierlich nachweisen, dass sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre tatsächlich stetig erhöht.
1960er Jahre — Syukuro Manabe entwickelte das erste funktionierende Klimamodell, das den Treibhauseffekt quantitativ simulieren konnte.
1979 — Erste Weltklimakonferenz in Genf: Hier wurde erstmals auf internationaler Ebene davor gewarnt, dass der Mensch das Klima unbemerkt verändert und die Erwärmung „messbar innerhalb weniger Jahrzehnte“ sein würde.
1988 wurde das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet, und dessen erster Bericht erschien 1990 — der die globale Erwärmung als ernsthafte Bedrohung offiziell bestätigte.
Seitdem gab es zig weitere Klimakonferenzen, die nur Empfehlungen aussprachen oder Ziele unverbindlich vereinbarten, die aber von den wenigsten Ländern erreicht werden. Dazu Parteien, die Klimaveränderungen leugnen, bzw. das Budget kürzen, um die Auswirkungen zu stoppen- das bringt mich in Rage. Ich bin froh, dass ich gerade dieses Buch lese:
Ich fühle mich der Autorin Gabriele von Arnim sehr verbunden, auch für sie ist das Wasserthema belastend.
03.08.2026: Kann nachts nicht gut schlafen. In meinen Mails landet ein Eintrag von Linkedin. Damit beende ich diesen Beitrag- vorerst.
Am Samstag waren mein Mann und ich bei der Premiere der Musical-Kommödie „On the Town“ von Leonard Bernstein. Wir sind beide keine großen Musicalfans, doch verehren wir beide Bernstein. Um es kurz zu machen: Wir werden uns das Musical ein zweites Mal ansehen – es war so toll und ich hoffe, dass viele Duisburger ins Theater gehen und/oder Menschen aus dem Umland sich auf den Weg nach Duisburg machen.
Ich über nehme die Besprechung aus der RP von Montag:
VON ANKE DEMIRSOY
DUISBURG. Nur 24 Stunden Landgang, dann geht es zurück an die Front: Für die Matrosen Gabey, Chip und Ozzie ist New York City im Jahr 1944 ein einziger Ausnahmezustand.
Kein Wunder, dass sie vor Unternehmungslust fast aus ihren Anzügen platzen. In Leonard Bernsteins Musical „On the Town“ prallen ihre Sehnsüchte auf eine Metropole, die schon im Alltag nicht zur Ruhe kommt. Die Regisseurin Louisa Proske, die selbst lange in New York gelebt hat, inszeniert das Stück am Theater Duisburg als schnelle Reise durch eine Stadt, die ihre Besucher mit Bildern überflutet.
Wie ein Kameraverschluss öffnen und schließen sich die Vorhänge für die vielen Szenenwechsel. Die Bühne von Momme Hinrichs zeigt immer neue Ansichten: Straßenschluchten, Innenräume, U-Bahn-Abteile, Times Square, Nachtklubs, den Vergnügungspark auf Coney Island. Vieles ist nahezu fotorealistisch auf Vorhänge gemalt. Eine Taxifahrt, bei der Chip in die Fänge der temperamentvollen Fahrerin Hildy gerät, wird fast zu einer Filmszene, in der die Hochhäuser am Auto vorübergleiten. Aber es gibt auch Traumsequenzen: New York, Projektionsfläche für viele Wünsche, befeuert die Imagination.
Louisa Proske und ihr Team verlassen sich völlig zu Recht auf die Stärke von Bernsteins Jugendwerk, das in der Verfilmung mit Gene Kelly, Frank Sinatra und Jules Munshin weltberühmt wurde. Unterstützt von präzise choreografierten Tanzszenen, die Tempo mit Glamour verbinden (Marie-Christin Zeisset), inszenieren sie die Stadt als Feuerwerk der Sinneseindrücke.
Dazu trägt auch die Kostümabteilung bei: Esther Bialas greift auf die 1950er-Jahre zurück – und gibt für diesen Abend Vollgas. Vom Arbeiter bis zur Upper Class fächern sich gesellschaftliche Klassen auf. Trenchcoats und Pelzmäntel, Bürokleidung und Uniformen, Hüte, Taschen und Regenschirme beleben die Bühne. Glitzernde Revuekostüme mischen einen Schuss Sex-Appeal hinzu. An manchen Kleidern bleibt der Blick lange hängen: Ivy Smith, die „Miss U-Bahn des Monats Juni“, erscheint dem vor Erschöpfung eingeschlafenen Gabey in zartem Himmelblau mit transparentem Faltenrock als perfektes Traumbild.
Nichts gleitet in bloßen Pomp ab, weil die Regie den Blick konsequent auf die Figuren gerichtet hält. Die Charaktere der drei jungen Männer gewinnen Kontur, weil sie selbstbewussten Frauen begegnen, die sich in den Kriegsjahren neue Freiräume erkämpft haben. Leon de Graaf (Gabey), Julius Störmer (Chip) und Peter Lewys Preston (Ozzie) zeichnen diesen Reifungsprozess glaubhaft nach. Maria Joachimstaller ist als „Miss U-Bahn“ eine Kombination aus Ehrgeiz und Charme, Laura Magdalena Goblirsch angelt sich als Taxifahrerin den Fahrgast ihrer Wünsche. Valerie Luksch legt die Menschenforscherin Claire de Loone als unterkühlte Wissenschaftlerin an, doch dauert es nicht lange, bis ihre Studien einen deutlich feurigeren Charakter annehmen.
Das auf Musical spezialisierte Ensemble singt und tanzt durchweg auf hohem professionellem Niveau. Unter der Leitung von Stefan Klingele, Chefdirigent am Theater Bremen, gelingt den Duisburger Philharmonikern eine schillernde Mischung aus Leichtfüßigkeit, Überschwang und Großstadt-Nervosität. Aus dem Orchestergraben tönt sozusagen eine Musik, die niemals schläft: Jazzige Synkopen, Ballroom- und Swing-Anmutungen, ein pointiert eingesetztes Schlagzeug und Xylofon-Ideen treiben das Bühnengeschehen voran. Kurze, fanfarenartige Bläserrufe blitzen auf wie Reklamelichter.
Nachtrag 1 von mir: Dies ist meine kurze Beurteilung, die Sie auf der Homepage der Oper am Rhein lesen können:
Ein Augen- und Ohrenfest mit großartigen kombinierten Sing- und Tanzleistungen des Ensembles! Ich hatte vor der Aufführung nicht erwartet, mit dieser Aufführung eine der besten der ganzen Spielsaison zu sehen. Sobald man Platz genommen hat, kommt „Broadway-Feeling“ auf und man wird in das pulsierende New York der 40er Jahre katapultiert. Ich habe an dem Abend teilweise herzhaft gelacht, aber mit etwas Abstand bleiben die ruhigen und nachdenklichen Szenen in Erinnerung. Das Musical wird zu einer ernsthaften Geschichte, deren heutige Gültigkeit uns die Regisseurin Louisa Proske in einer kleinen genialen Szene vor Augen führt.
Nachtrag 2 von mir: Ich habe mir auf der Musikplattform Deezer inzwischen schon zweimal die Musik angehört. Drei Lieder haben Ohrwurmpotential, andere gehen wirklich zu Herzen.
Die Duisburger Volkshochschule bietet seit mehreren Jahren diese Fahrt an.
In diesem Frühling waren wir dabei und fuhren nach Brüssel.
Nach drei Stunden Busfahrt erreichten wir das EU-Viertel und nach unserer Legitimation als Besucher wurden wir von einer Dame empfangen, die uns eine einstündige Einführung rund um das Thema EU geben wollte. Fragen waren von Seiten des Publikums jederzeit möglich.
Bereits die ersten Grafiken ihrer vorbereiteten Powerpointpräsentation lösten Fragen und Diskussionen aus. Die Gastgeberin stand sehr engagiert Rede und Antwort, bei kritischen Fragen versuchte sie mit geschulter Rhetorik Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Gesetzen und Missstände zu erklären und gab an einigen Stellen auch Handlungsbedarf zu. Nach 60 Minuten hatten wir ca. nur ein Drittel der Grafiken gesehen, waren aber trotzdem um einiges klüger, wenn es um Arbeitsabläufe, Zuständigkeiten, Fraktionszusammensetzungen oder Abstimmungen ging. Wir suchte danach den Plenarsaal auf, der mich mit seiner Größe beeindruckte. Hier bekamen wir noch Erklärungen zu der Sitzordnung der 720 Abgeordneten und das Thema Dolmetschen wurde ausführlich erläutert. Nach der Besichtigung machten wir noch einen kurzen Spaziergang im EU-Viertel und fuhren anschließend in die Brüsseler Innenstadt zum „Grand Place“. Hier hatten wir zwei Stunden zur freien Verfügung.
Oben rechts der „Grand Place“, darunter eine Passage, in der es u.a. mehrere berühmte Schokoladengeschäfte gibt. Links Mitte und unten eine alte Markthalle, die jetzt für Veranstaltungen genutzt wird.
Rechts die Kathedrale St. Michael und St. Gudula, links zwei Beispiele, für die Präsenz von Comicfiguren in Brüssel. Der Hinweis in der Mitte gefiel mir.
Mein Resümee: Ich bin froh, dass ich an dieser Fahrt teilgenommen habe. Meine Einstellung zur EU war vorher „positiv mit Abstrichen“, jetzt sind es ein paar Abstriche weniger und ich weiß die Leistungen der EU in den vergangenen Jahrzehnten mehr zu schätzen. Gefreut hat mich, dass wir zahlreiche Schulklassen in dem Parlamentsgebäude getroffen haben. Sie kamen beispielsweise aus Thüringen, Spanien, aus der Schweiz und auch aus England! Schade war, dass kein Parlamentsmitglied die Zeit fand, unsere Gruppe zu empfangen und einen persönlichen Einblick in seine Arbeit zu geben. So wünsche ich mir nun noch mehr, dass in den Medien öfter über die Arbeit der EU geschrieben wird, um die Transparenz und das Verständnis für die EU und ihren Leistungen zu erhöhen.
Der Mann, der im Auto auf seine Frau wartet, die im Supermarkt einkauft, die Frau, die vor dem Bahnhof mit dem Auto ihren Freund abholen will, Menschen, die ihre Frühstücks-oder Mittagspause im Auto verbringen, Eltern, die auf ihr Kind im Auto warten, vor dem Kindergarten, an der Schule, bei der Sporthalle- viele lassen den Motor laufen und sehen dabei zumeist auf ihr Handy. Über jede Benzinpreiserhöhung wird lamentiert und gleichzeitig wird gedankenlos und auch ohne schlechtes Gewissen Geld verbrannt.
Warum schalten Menschen ihren Motor nicht ab?
Ein Motor im Leerlauf verbraucht je nach Fahrzeugtyp zwischen 0,5 bis 2 Liter pro Stunde. Wer täglich insgesamt nur 10 Minuten den Motor laufen lässt, während er wartet, verbrennt im Jahr etwa bei Preisen von rund 1,80 bis 2,00 Euro zwischen 90 und 200 Euro. Für nichts. Für null Fortbewegung. Für pure Bequemlichkeit.
Doch das ist nicht das Schlimmste, der wahre Preis ist höher als jeder Literpreis. Motorabgase enthalten giftiges Stickstoffdioxid, Feinstaub und schädliches Kohlenmonoxid. Sie schaden jedem Erwachsenen, aber noch mehr jedem Kind! Vor Schulen und Kindergärten, wo Eltern warten, während die Motoren laufen, atmen Kinder diese Schadstoffe direkt ein. Ihre Atemwege befinden sich noch in der Entwicklung und sie atmen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Luft ein als Erwachsene, also doppelübel.
Gegenargumente der Wartenden, alle habe ich schon gehört:
Im Winter: „Ja, aber dann friere ich ja!“ Es gibt genügend Restwärme im Auto, man bekommt nicht sofort Frostbeulen.
Im Sommer: „Dann wird mir aber zu warm!“ Hauptsache, die eigene Komfortzone ist gesichert…Was kümmern mich Kinder, Enkel oder andere Leute?
“Die Batterie wird leer!“ Moderne Fahrzeuge haben leistungsstarke Batterien, die auch bei kurzen Fahrten genug laden. Ein paar Minuten Leerlauf ohne Motor entladen die Batterie kaum. Im Gegenteil: Ein laufender Motor im Stand kann die Lichtmaschine zusätzlich belasten.
„Das ist zu viel Aufwand!“ Ja, man muss den Schlüssel drehen oder den Startknopf drücken. Das ist wirklich viel verlangt.
“Das ist nicht mein Kind, ich hole es nur für die Nachbarin ab.“ Ohne Worte
„Das machen doch alle so!“ Das ist kein Argument, sondern eine Ausrede. Besser zu sein als der Durchschnitt, wäre das kein Ziel?
Die Rechnung für diese Bequemlichkeit zahlen die Kinder und Enkel. Ein Liter verbrannter Kraftstoff erzeugt etwa 2,3 kg CO₂. Auch wenn wir heute erst langsam spürbar betroffen sind durch extremes Wetter oder schlechtere Ernten – das sich ändernde Klima ist Realität.
Solaranlage, E-Auto, Wärmepumpe – all das kostet Geld und Planung. Den Motor abzuschalten kostet nichts, es dauert eine Sekunde. Und es spart sofort Geld, schont die Luft und man tut etwas für die Zukunft.
Wer es philosophischer haben möchte:
Hans Jonas hat es treffend formuliert: „Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden.“ Der Leerlauf ist genau das Gegenteil: eine Handlung, deren Folgen andere tragen.
Im Brüssel sah ich letzte Woche an mehreren Stellen Verkehrsschilder, die einen laufenden Motor verbieten. Auch hierzulande schreibt § 30 der Straßenverkehrsordnung vor, dass bei längerem Stillstand der Motor abzustellen ist, doch gibt es eher selten Hinweisschilder, die daran erinnern.
Vielleicht sollte ich mal ein paar Aufkleber an prominenten Stellen anbringen?
Im Jahr 2025 beschäftigte ich mich etwas intensiver mit der Duisburger Kommunalpolitik. Leider musste ich recht schnell lernen, dass man sehr viel Geduld braucht und Erwartungen herunterschrauben muss, will man sich nicht permanent aufregen. Manche Tage fand ich sehr belastend und um meinen Frust abzubauen, begann ich ein „Brainstorming-Tagebuch“. Das machte Spaß und federte meine Verärgerung ab.
Eigentlich wollte ich dieses Projekt Silvester beenden, doch im Januar wurden die finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Duisburger Versorgungs-und Verkehrsgesellschaft bekannt. Mehrere Zeitungsartikel befassten sich mit diesem Thema und die Leser erfuhren, dass es bereits zwei Rücktritte in der Chefetage gegeben hat und nun u.a. ermittelt wird, inwieweit der Aufsichtsrat seine Überprüfungspflichten vernachlässigte. Also führe ich das Tagebuch 2026 weiter:
Hier eine von mehreren Seiten zum Jahr 2025:
Ich weiß, dass in anderen Städten vieles auch nicht rund läuft oder gar nicht passiert. Doch habe ich den Eindruck, dass andere Stadtverwaltungen mehr motiviert sind, ihren Bürgern die Gründe für Missstände nachvollziehbar zu erklären, bzw. sie Verbesserungsvorschläge von Bürgern eher ernst nehmen und auch umsetzten. In Duisburg wird entweder gar nicht kommuniziert oder man speist Bürger oft mit nebulösen Erklärungen ab. Gerne gaukelt man Bürgern vor, dass man sich für ihre Probleme interessiert. Politiker präsentieren sich z. B. auf Spaziergängen, in Fragestunden oder Kneipentreffen oder man bietet Bürgern Workshops oder Internetbefragungen an, bei denen Vorschläge gemacht werden dürfen. Was wird aus den Vorschlägen? Sie verlaufen gerne im Sande, es sei denn, der öffentliche Druck ist so groß, dass die Verwaltung den Vorschlag nicht mehr ignorieren kann. Schlechte Kommunikation zwischen Politikern, Stadtverwaltung und Bürgern- dieses Thema nimmt den meisten Platz in meinem Brainstorming-Tagebuch ein. Zwei Beispiele:
Aber ich will mich nicht unterkriegen lassen und hoffe weiterhin auf:
Im letzten Beitrag erzählte ich Ihnen von der Internetseite mit:forschen. Hier werden Forschungsprojekte von Universitäten, Instituten oder Vereinen vorgestellt, bei denen die ehrenamtliche Hilfe von Bürgern gebraucht wird.
Seit zwei Wochen mache ich bei einem Projekt der Universität Luxemburg mit, das 2016 begonnen wurde. So wird es auf mit:forschen beschrieben:
“Im Projekt Lingscape erforschen wir die Vielfalt von Sprache im öffentlichen Raum. Ob Sticker, Straßenschild oder Graffiti, ob auf Deutsch oder mehrsprachig, ob in Deutschland oder auf der ganzen Welt – geh mit Lingscape auf Sprach-Safari und hilf uns dabei, Sprachlandschaften zu dokumentieren.“
Fotocollage mit Schildern zu den Themen Denkmalschutz, Nachbarschaft, Handball und Kulturfestival
Ich fotografiere gerne, mich interessieren Graffitis, öfter ärgere ich mich über Aufkleber, finde manche Schilder überflüssig- warum nicht mitmachen, um eine weitere Motivation zu haben, häufiger mal spazieren zu gehen?
Bei den letzten Spaziergängen kam ich mir ein bisschen wie auf einer Schnitzeljagd vor, was mir Spaß machte. Mein Jäger-und Sammlerinstinkt war geweckt. Ich lernte schon eine Menge über die Sprache im öffentlichen Raum. Ungefähr 60 Sprachäußerungen habe ich bisher gesammelt, es gibt so viele Unterscheidungskriterien…hier ein paar Beispiele:
Schilder: private und installiert von einer öffentlichen Stelle
Fotocollage mit drei Bildern von Verkehrsschild, Verbotshinweis und Namensschild eines Büdchen.
Sie vermitteln: Hinweise, Verbote, Namen, Werbung, Meinungen, Aufrufe, Erinnerungen
Gültigkeit: aus der Vergangenheit, zeitlich begrenzt, zukunftstauglich?
Wie sieht es mit der Zukunft dieser Schilder aus? Sterben „Winterdienste“ in unseren Breitengraden in ein paar Jahren aus? Auch „Fuck Jäger“ könnte an Aktualität verlieren, wenn diese Felder zum Naturschutzgebiet erklärt werden. „Alle zusammen gegen Faschismus“- diese Aufforderung verliert nicht an Bedeutung.
Materialien: Blech, Papier, Mauer, Plastik, Holz, Metall, Stoff, Glas
Fotocollage aus Schildern aus verschiedenen Materialien
Sprachen (bisher): Deutsch, englisch, türkisch
Gestaltung: nüchtern, künstlerisch, handgemalt
Ich bekam schon ein kleines Gefühl von Sprachlandschaften, denn die Aufkleber in den Duisburger Stadtteilen Rumeln-Kaldenhausen, Rheinhausen und Duisburg-Mitte unterschieden sich. Nach R-K „schwappten“ schon Aufkleber von Vereinen aus dem benachbarten Krefeld, in R. fand ich die meisten türkischen Aufkleber, in Mitte stieß ich auf eine Reihe politischer Aussagen oder auf Aufkleber aus anderen Städten.
Fotocollage
Gemeinsam hatten alle Stadtteile MSV Fußball-Aufkleber, die es in diversen Ausführungen gibt und die mir leider immer wieder negativ auffielen, weil sie andere Schilder überklebten. Muss das sein?
Fotocollage mit MSV Aufklebern
In dem Projekt wurden bisher weltweit gut 150000 Fotos eingepflegt. Auf einer interaktiven Karte kann man sehen, wo wie viele Schilder bisher dokumentiert sind und nach weiteren Klicks werden diese abgebildet. Oder man gibt auf einer Seite von Lingscape ( https://lingscape.app/de/ ) als Suchbegriff eine Stadt oder ein Land ein, um sich die Schilder anzeigen zu lassen. So sieht dies z.Zt. für Duisburg aus:
Möchte man sich beispielsweise als Schule, Verein o.a. eine eigene Datenbank für Schilder aufbauen, muss man einmalig einen Nutzernamen eintragen, nach dem man auch suchen kann. Im Urlaub Schilder sammeln- eine neue Art von Souvenirs?
Diese Schilder sind nicht nur Sprachgeschichte, sondern auch ein Stück Alltagsgeschichte und zeigen, wie die Welt heute ist. Mir gefällt der Gedanke, ein bisschen dazu beizutragen, dass diese Geschichten in der Zukunft gezeigt werden können und nicht in Vergessenheit geraten.
Schil mit einem Hinweis, dass an dieser Stelle am 14.10.1779 nichts passiert ist
Dieser Hinweis stand unter einem Artikel in der Zeitung „Chrismon“. In dem Artikel ging es um Porträts von Bürgern, die ehrenamtlich Universitäten, Vereine oder Interessengruppen bei ihren Forschungen unterstützen. Meine Neugierde war geweckt und ich besuchte die Homepage :
Das hatte ich nicht erwartet! Es gibt hier zig Angebote, bei denen man mitmachen kann, bzw. es werden auch abgeschlossenen Projekte angezeigt, um einen Eindruck zu bekommen, wo Bürger in der Vergangenheit mitgeholfen haben.
Man kann die Angebote nach folgenden Themen filtern:
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Die Projekte werden genau beschrieben, d.h. wer Hilfe bei seinen Forschungen braucht, welche Ziele verfolgt werden und ob das Mitmachen auch für Kinder geeignet ist. Bei manchen Projekten bleibt man zuhause und hilft am PC mit, bei anderen geht man raus und zählt, beobachtet oder fotografiert. Ein paar Beispiele:
Dokumentation des Verhaltens und der Persönlichkeit des eigenen Hundes: https://www.wau-app.com/
Ich habe mir nicht jedes Angebot angesehen, doch gewann ich den Eindruck, dass man sein ehrenamtliches Engagement sehr individuell einrichten kann bezüglich Verpflichtung und Zeitaufwand. Während der Feiertage habe ich angefangen, mich an einem Projekt zu beteiligen, das mich ein bisschen an eine Schnitzeljagd erinnert. Ich gehe seitdem regelmäßiger spazieren, mein Handy zum Fotografieren immer parat. Mehr verrate ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag.
Voller Schwung nehmen sich viele Menschen am Jahresanfang etwas vor. Mehr Sport, öfter Freunde anrufen oder vielleicht auch etwas Gutes tun? Hier ein Tipp für die dritte Kategorie. Folgenden Zeitungsartikel entdeckte ich letzte Woche in der Rheinischen Post
Was machen Sie mit Ihren alten Laptops oder Tablets?
Recycling statt Wegwerfen – der Trend zur Wiederverwertung ist ungebrochen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Labdoo“. Wie die Idee umgesetzt wird.
Übergabe der Morsbags an Labdoo: Jede Menge der bunten Taschen sind jetzt im Umlauf. Fotos (2): Nikolay Dimitrov
Die Aktion sorgt dafür, dass Laptops länger laufen und nicht so schnell im Elektroschrott landen.Foto: Fabian Sommer
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VON MIKE MICHEL
Die Taschen wurden im Rahmen einer Aktion im Stadtfenster produziert.
DUISBURG Nachhaltigkeit ist ein schönes Schlagwort – noch schöner ist es, wenn es mit Leben gefüllt wird. Und zahlreiche Repair Cafés in Duisburg zeigen, wie dieser Gedanke dank privatem Engagements ein Erfolg werden kann. Noch einen Schritt weiter gehen die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) zusammen mit dem gemeinnützigen Verein „Labdoo“: Was für viele nur noch Elektroschrott ist, wird für andere zum Schlüssel für Bildung und Zukunft. Das ist der Grundgedanke, der hier bereits durchaus professionell umgesetzt wird – allein die Zahlen können sich sehen lassen (siehe Box).
In Duisburg werden an den vier Recyclinghöfen und im H2O-Gebäude der Wirtschaftsbetriebe Duisburg ausgediente Laptops und Tablets gesammelt, aufbereitet und weltweit an Schulen weitergegeben – und das schon seit vielen Jahren. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können sogar an insgesamt sieben Annahmestellen im Stadtgebiet nicht mehr genutzte Laptops und Tablets abgeben.
Möglich macht dies die erfolgreiche Zusammenarbeit der Wirtschaftsbetriebe mit dem gemeinnützigen Verein Labdoo.org, die ihr Engagement für digitale Bildung und nachhaltiges Handeln fortsetzen. Die gespendeten Geräte werden technisch a
Jede IT-Spende trage so zur digitalen Chancengleichheit bei und schone gleichzeitig wertvolle Ressourcen, so die Macher des Projekts. Die Projekte zeigten, wie lokales Engagement, Ehrenamt und nachhaltige Ideen gemeinsam dazu beitragen könnten, Bildungschancen zu verbessern und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.
Die Annahmestellen sind Teil des internationalen Labdoo-Netzwerks. Ehrenamtlich Engagierte kümmern sich dort um die Annahme, Registrierung und Vorbereitung der Geräte für ihren späteren Einsatz in Bildungsprojekten.
Ergänzend zur IT-Spendenaktion ist auch die Initiative „Morsbags“ in Duisburg aktiv. Nach dem zweiten Nähmarathon in der „machbar“ der Stadtbibliothek im Stadtfenster an der Steinschen Gasse in der Stadtmitte wurden insgesamt 100 wiederverwendbare Stofftaschen gefertigt und an Labdoo übergeben. Sie dienen dem sicheren Transport der gespendeten Laptops und verbinden Umweltbewusstsein mit sozialem Engagement. Und dabei sehen die farbigen Behältnisse auch noch ausgesprochen gut aus.
Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sind weiterhin eingeladen, nicht mehr genutzte, funktionsfähige Laptops und Tablets an den sieben Annahmestellen im Stadtgebiet abzugeben und so aktiv zur Förderung digitaler Bildung beizutragen. Informationen zu Standorten, Annahmezeiten und zum Projekt finden sich unter www.wb-duisburg.de sowie www.labdoo.org.
INFO
Fast 2500 Geräte für die Weiterverwertung
Bilanz Seit 2012 wurden insgesamt 2495 IT-Geräte in Duisburg gespendet, registriert oder verarbeitet. Rund 1000 dieser Geräte gingen an 47 Schulen und Bildungsprojekte in Duisburg oder mit direktem Bezug zur Stadt.
Funktion Sie unterstützen dort unmittelbar den Unterricht und den Erwerb digitaler Kompetenzen.
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