Einmal „Special Guest“ in Duisburg sein

Ich freue mich sehr, dass ich als „Gründungsmitglied“ nach acht Jahren Pause noch einmal an der „DuisBuch“ teilnehmen darf. Die vier Kolleginnen auf dem Foto und ich werden insgesamt 18 aktuelle Bücher vorstellen, die uns besonders gut gefallen. Da die DuisBuch schon ein Stammpublikum hat, gibt es nicht mehr ganz so viele Karten. (Eintritt 5 Euro zugunsten der Duisburger Bibliotheksstiftung, Kartenreservierung unter 0203/20359 (Buchhandlung Scheuermann) und 0203/3469130 (Flummi- Die Buchhandlung)).

Mit Adolf im Brombeerfeld (Brombeerfeldnachrichten 1/24)

Diese Geschichte ist kein 1. April Scherz.

Nach der Winterpause kommt heute mein erster Beitrag über das Brombeerfeld vor unserer Haustür. Hier versuche ich seit zwei Jahren möglichst viele verschiedene Pflanzen heimisch werden zu lassen, um Tieren und Insekten einen besseren Lebensraum zu bieten.

Viele von Ihnen haben gestern sicherlich Ostereier versteckt. Nun ich habe gestern auch etwas versteckt, aber nichts Österliches, sondern Blumensamen. Das Aussaat fand an der markierten Stelle statt. Zuerst entmüllte ich die Fläche, dann wurde umgegraben und die Samen eingefügt.

Zwei Tüten Müll und eine Schale voller Sommerversprechen: Mohn, Ringelblumen und viele andere Arten könnten hier bald blühen.

Als ich mit dem Aussäen fertig war, entdeckte ich ein weißes Dreieck. Anscheinend gehörte es zu einer Pappe. Ich musste ordentlich an ihr zerren, die Pappe schließlich frei graben und dann konnte ich sie aufheben. Ich drehte die Pappe um und konnte nicht glauben, was ich sah:

Wer nicht aus Duisburg kommt, kann mein Erstaunen vielleicht nicht verstehen. Es handelt sich um ein Wahlplakat aus dem Jahr 2009. Zu sehen ist Adolf Sauerland, der nach 2005 in diesem Jahr zum zweiten Mal zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Viele Duisburger verbinden mit Sauerland nichts Gutes. Bei der Katastrophe der Love Parade in Duisburg im Jahr 2011 hat er sich geweigert, die Verantwortung zu übernehmen und wurde schließlich durch ein Bürgerbegehren im Februar 2012 seines Amtes enthoben.

Mir fällt noch Vieles ein, was ich zu diesem 15 Jahre alten Fund schreiben könnte. Aber das ist nichts Erfreuliches und deshalb verabschiede ich mich lieber mit etwas Hoffnungsvollerem: Meine ersten zwei Brombeerfeld-Schmetterlinge an diesem Ostersonntag…

Nappytalk (Windelgeflüster)

Letztes Jahr berichtete ich Ihnen von meinem wöchentlichen Mülleinsammeln in den Straßen und auf den Wiesen rund um unsere Behausung. Damals standen Schnapsflaschen, Kaffeebecher, Zigarettenschachteln und mit Hundekot gefüllte Plastiktütchen anzahlmäßig an der Spitze der „Fundsachen“. Jetzt im Februar gibt es unerwartet ernstzunehmende Neueinsteiger in der Bestenliste, die besonders den Plastiktütchen Konkurrenz machen.
Es sind Babywindeln mit verschiedenen Designs, anscheinend also von mehreren kleinen Scheißerchen.

Bild von Pixabay


Ich kann Babys ja verstehen, die sich ihrer Kackawindeln entledigen, weil die Werbeversprechen, dass sie an der Haut die Füllungen kaum spüren, wohl doch nicht so stimmt. Außerdem riecht es ja auch unangenehm. Aber liebe Eltern ich habe trotzdem die Bitte, dass ihr das beim nächsten Treffen der Säuglingskrabbelgruppe einmal thematisiert. Versucht euren kleinen Prinzen und Prinzessinnen zu erklären, dass zugemüllte Wege und Wiesen auch für sie selbst nicht schön sind, sobald sie zu laufen anfangen. Auch sollten sie an die armen Hundis denken, die dann nicht mehr wissen, wo sie ihre Häufchen hinterlassen können. Wo Windeln liegen, da können keine Blümchen mehr wachsen und dann finden Bienchen kein Essen.
Wenn, liebe Eltern, eure kleinen Racker dafür kein Verständnis zeigen und weiter die Windeln auf diese Weise entsorgen, fahrt mit ihnen zur Duisburger Stadtautobahn und nehmt dort eine Abfahrt. Hier könnt ihr den kleinen Rabauken zeigen, wie komplett zugemüllte Wiesenstreifen und Büsche aussehen. Vielleicht haben sie ja dann ein Einsehen…

Bild von Pixabay

Für alle Mamas und natürlich auch für interessierte Papas, Großeltern und Menschen ohne Kinder habe ich morgen zum internationalen Frauentag einen besonderen Beitrag.

Demonstrieren ist gut, reicht aber nicht

Vor ein paar Tagen fand unter dem Motto „Leseschnack-Über ein Thema sprechen“ diese Veranstaltung in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann statt.

Was können Du und ich für unsere Demokratie tun?“

Über den „DemokratieKreis Duisburg“ sind wir auf dieses Buch aufmerksam geworden. Es hat uns so überzeugt, dass wir dazu mit Ihnen ins Gespräch und Handeln kommen möchten. Geplant sind dazu insgesamt drei Termine.
Den Anfang machen wir mit Regeln 1 – 3:

  1. Liebe Deine Stadt
  2. Mache dir die Welt zum Dorf
  3. Bleibe gelassen im Umgang mit Demokratie-Verächtern

Zwei der wichtigsten Aussagen in dem Buch sind für mich:
Demokratie kann mühsam sein, da die Anforderungen, ihren Erhalt zu sichern, sich stetig wandeln. Je schwieriger die Anforderungen sind, desto mehr muss ich selbst etwas tun, wenn ich weiterhin in einer Demokratie leben möchte. Diese Aussage fiel bei mir auf besonders fruchtbaren Boden, da ich vor zwei Wochen das Stasimuseum in Berlin besucht habe (Bericht folgt am Freitag). Hier wird jedem Besucher auf eindingliche Weise veranschaulicht, wie es sein kann, in einer Parteidiktatur mit einem kruden Weltbild zu leben.

Die zweite Aussage: Man darf nicht auf den bundesweiten großen Wurf warten, der die AfD und andere rechtspopulistische Bewegungen ins Leere laufen lässt, sondern nur viele kleine Schritte vor Ort können das schaffen. Demonstrationen sind ein gutes Statement, aber damit ist es nicht getan. Das Wichtigste ist, mit Rechtspopulisten ruhig zu sprechen und klug zu argumentieren. Man muss sich also erst einmal mit den Gedanken und Aussagen der AfD befassen, bevor man sich auf Gespräche einlässt.
Doch wie und wo damit anfangen?

Vielleicht ist meine Herangehensweise für Sie hilfreich, wenn Sie auch etwas tun möchten, aber nicht wissen, wie Sie beginnen sollen.
– Ich sammle überregionale und regionale Zeitungsartikel zu aktuellen Aussagen und Aktivitäten der AfD.
– Inzwischen habe ich mehrmals die Internetseite der Duisburger AfD und die eines Duisburger AfD-Mitglieds besucht. Manchmal fällt es mir nicht leicht, einige Aussagen auszuhalten.
-Als Gegengewicht lese ich dann Beiträge der Internetseiten von „Demokratie leben“ 0der „Demokratiekreis Duisburg“. Hier findet man neben Informationsmaterial auch diverse Angebote, sich in einer Gruppe zu engagieren.
-Ich habe dieses zweite Buch gelesen, das sehr hilfreich ist, wenn es darum geht, wie man sich bei einem Gespräch mit einem Rechtspopulisten verhalten soll und wie man typische Gesprächstaktiken durchschaut. Beispielsweise stellen sich Rechtspopulisten gerne als Opfer dar oder pochen auf Meinungsfreiheit, wenn sie menschenverachtende Aussagen treffen.

Die ersten Schritte sind getan. Inzwischen finde ich es sehr befriedigend, jeden Tag ein bisschen mehr zu wissen und Ideen zum Widerstand gegen die AfD zu entwickeln, die sich in meinen Alltag integrieren lassen.



Kafka in Duisburg

Momentan besuchen uns in der Buchhandlung wieder Verlagsvertreter, um Buchtitel zu empfehlen, die im Frühjahr erscheinen werden. Fast jeder Vertreter zeigt dabei ein oder mehrere Bücher, die sich mit Franz Kafka beschäftigen, an dessen 100sten Todestag im Juni gedacht wird. Vielleicht beeinflussten mich diese Bücherpräsentationen, dass ich gestern den Telefonladen von Kafka in Duisburg entdeckte?

Farbige Auszeit

Im letzten Mai besprach ich drei Bücher von Hermann Hesse. Er fand zur Aquarellmalerei, als er schon älter war und die Lektüre der Bücher faszinierte mich nachhaltig. So besuchte ich im November bei Frau Gabriele Petrick einen sechststündigen Minikurs „Aquarellmalerei für Anfänger“ in der Duisburger Volkshochschule. Die Teilnehmer bekamen zuerst einen Überblick über Materialien (Farben, Pinsel, Papiere, Lehrbücher für die Aquarellmalerei). Als zweiten Schritt mussten wir einen Itten-Farbkreis malen, um ein Gefühl davon zu bekommen, wie man mit wenigen Grundfarben andere Farben mischen kann. Der dritte Teil bestand aus dem Abmalen einer Vorlage, die eine Landschaft darstellte und dem Malen von Weihnachtsplätzchen. Zum Schluss durften wir uns ein eigenes Motiv aussuchen. Mir machte das Malen viel Vergnügen, denn ich genoss die beruhigende, fast meditative Wirkung. Frau Petrick gab Hilfestellungen, wenn man sie darum bat, ansonsten war ihr ermutigendes Credo: „Hauptsache, es gefällt Ihnen und es macht Ihnen Spaß!“. Das fand ich für mich trotz meines minimalem Zeichen- und Maltalents motivierend und ich machte zuhause weiter.

Vier Bücher lieh ich mir in der Duisburger Bibliothek aus:

Oben links: In diesem Buch wird zuerst theoretisches Wissen vermittelt, dann beschreibt der Autor das Entstehen mehrerer seiner Blumen- , Landschafts- und Städtebilder und gibt wertvolle Tipps. Seine Bilder zeichnen sich durch intensive Farben aus und viel künstlerischer Freiheit.

Ganz konventionell abgemalt

Links unten: Das nächste Buch macht mir viel Spaß, denn es erklärt in. verschiedenen Schritten, wie man ein Motiv aquarelliert. Sie sehen schon einige Motive auf dem Buchumschlag, besonders gefallen mir auch Donats, Lamas oder oder Anemonen.

Oben rechts: Dieses Buch fand ich spannend, weil ich beim Durchblättern direkt an meine Stempel denken musste, als ich die Lithografien sah. Das Buch beschreibt, wie man eine Lithografie herstellt und wie Aquarellfarbe den Druck verschönern kann.

Das Buch rechts unten ist mein Favorit. Die 100 Ideen beziehen sich z.B. auf Farbmischungen, Motivsuche, Bildaufbau und die Kombination Aquarell und Computerbearbeitung. Da habe ich noch viel zu tun…😉

Haniels Kunstschätze

Für unseren ersten Museumsbesuch im neuen Jahr mussten wir nich weit fahren, die Duisurger Küppersmühle war unser Ziel. Unter der Überschrift „Die Sammlung Haniel- der eigene Weg“ werden bis Anfang Mai einmalig ca. 100 Kunstwerke gezeigt, die die Inhaber der Duisburger Firma Haniel im Laufe der letzten Jahrzehnte gekauft und bisher nur in ihren Geschäftsräumen präsentiert haben. Die Werke der Haniel Sammlung spiegeln die künstlerischen Strömungen nach dem zweiten Weltkrieg wieder, bekannte Künstler wie beispielsweise Gerhard Richter, Damien Hurst, Georg Baselitz oder Imi Knoebel sind in der Sammlung vertreten.

Mittwochs findet immer eine Führung zu den Wechselausstellungen statt. Wir nahmen an einer teil und ich entdeckte für mich spannende Werke. Die Bilder der o.g. Künstler wurden besprochen, sowie die speziellen Schaffungsprozesse bei einigen anderen Werken.

Ein Beispiel der Feuerbilder von Otto Piene, der zum Feuerwerfer griff, nachdem er die Farbe auf der Leinwand verteilt hatte.
Bei diesem Bild mit dem Titel „Cosmic“ wurde ein Foto so vergrößert, dass nur noch Farbflächen zu erkennen sind. Danach überzog der Künstler Peter Zimmermann das Bild mit Harz.
Die Leuchtkraft dieses Bildes ist auf meinem Foto kaum zu erahnen. Die Künstlerin Katharina Grosse benutzt u.a. Neonfarben.

Der Besuch dieser Ausstellung war ein schöner Start ins Kunstjahr 2024, die Neugierde und Freude auf weitere Museumsbesuche wurde bestens „angestupst“.