Wenn man es mit dem Dankeschön ernst meint

In den letzten Tagen gingen per Anzeige, Leserbriefe oder Radiospots viele Dankeschöns hinaus in die Welt an alle, die momentan dafür sorgen, dass unser Alltagsleben nicht völlig zusammenbricht. Dazu gehören auch diejenigen, die in den Supermärkten arbeiten. In einem Supermarkt ist mir vorgestern Folgendes passiert:

Morgens hatte ich beim Aufräumen in einem alten Verbandskasten aus meiner Buchhandlung fünf Mundschutzmasken gefunden. Ich bin absolut kein Fan dieser Masken, besonders nicht zur jetzigen Heuschnupfenzeit, wenn die Nase als Sauerstofflieferant fast immer ausfällt. Aber ich zog eine an, als ich einkaufen ging, weil ich auch mal sehen wollte, wie andere Menschen reagieren. Im Supermarkt war ich die einzige mit Maske und wurde, so hatte ich zumindest den Eindruck, manchmal etwas besorgt angesehen. Mehrere Verkäuferinnen räumten Ware ein. Eigentlich sind diese Damen immer gut oder wenigstens neutral gelaunt, aber jetzt schien es mir, dass sie alle bedrückt waren. Bis mich eine Verkäuferin anlächelte und sich dafür bedankte, dass ich eine Maske trage…Ich lächelte nur zurück, viel zu irritiert, etwas zu sagen.

Wieder zuhause, musste ich noch an die Verkäuferin denken. Wie würde ich mich selber fühlen, wenn ich täglich der Möglichkeit mich anzustecken, hundertfach ausgeliefert wäre? Wäre ich nicht auch dankbar, wenn eine fremde Person von sich aus etwas dafür tut, mich nicht anzustecken?

Ich werde ab sofort immer eine Maske tragen, denn dann ist die Dankbarkeit- siehe oben-kein Lippenbekenntnis mehr.

Aber ich habe mir noch eine zweite Frage gestellt: Warum tun wir uns so schwer, eine Maske zu tragen? Wir bezeichnen uns als vernünftige Menschen, aber die meisten von uns ignorieren hierbei alle sehr guten Argumente, die für das Tragen sprechen. Liegt es vielleicht daran, dass die Maske für uns ein Anzeichen, ein Symbol ist, dass etwas ganz und gar nicht in unserem Alltag stimmt und wir wollen diese Tatsache verdrängen, in dem wir die Maske nicht tragen? Ist dieses Verdrängen für uns wichtiger als unsere Gesundheit? In anderen Staaten wie Japan oder Thailand hat man zu den Masken ein anderes Verhältnis, hier ist es gesellschaftlich völlig ok, wenn man seine eigene Gesundheit und die von anderen schützen will. Also warum nicht bei uns?

Morgen entschleunige ich die Blog, am Samstag geht es mit dem Rätsel weiter.

P.S. Ich bekam gerade ein etwas unwirsches Mail, in dem sich der Absender beschwerte, dass er ja eine Maske tragen würde, wenn es denn eine zu kaufen gäbe.

Es ist besser, sich einen Schal umzubinden, als gar nichts zu tun, so die Aussage eines Arztes in einer gestrigen Radiosendung.

Schreib mal wieder!

Diese Idee finde ich sehr schön, Sie vielleicht auch? Der Artikel stand heute in der WAZ.

Buchholzer Seniorenzentrum Altenbrucher Damm startet Briefaktion gegen die Einsamkeit

Briefe können glücklich machen.                                               <b>Franziska Langhammer</b>                                              dpa

Briefe können glücklich machen.  Franziska Langhammer dpa

Buchholz Es können ein paar aufmunternde Zeilen sein, ein tröstendes Gedicht, ein Lieblingslied oder ein selbst gemaltes Bild. Wie alle anderen Einrichtungen ist auch das Seniorenzentrum Altenbrucher Damm in Buchholz wegen der Corona-Krise momentan für Besucher geschlossen. Kein Grund, völlig auf Außenkontakte zu verzichten, heißt es aus der Einrichtung. Im Haus des Evangelischen Christophoruswerks hat man aktuell das gute alte Briefe schreiben wieder entdeckt. Ein Aufruf an alle Nachbarn und andere nette Menschen.

Unter dem Motto „Post für Dich!“ lädt das Seniorenzentrum ab sofort zur Schreibeaktion. Alle Buchholzer Bürger sind aufgerufen, Briefe an die Bewohner des Seniorenzentrums zu verfassen. Ein Mittel gegen Isolation und Einsamkeit – ein einfacher Weg, um in diesen traurigen Zeiten doch ein wenig Verbindung zur Umgebung halten zu können – auch, um Verbundenheit und Miteinander zu fühlen. Briefe muntern auf, trösten und können Freude schenken, so die Idee, die dahintersteckt.

Also nichts wie ran an den Stift. Man kann an Menschen schreiben, die man kennt oder ganz allgemein an alle Bewohner und Bewohnerinnen. Die Briefe können in den hauseigenen Briefkasten im Eingang des Seniorenzentrums eingeworfen werden oder per Post geschickt werden. Adresse: Ev. Christophoruswerk, Seniorenzentrum Altenbrucher Damm, Altenbrucher Damm 8, 47249 Duisburg. Sie werden den Bewohnern dann persönlich übermittelt oder vorgelesen.

Gehen Sie auf den Friedhof?

Letzte Woche war ich auf dem Friedhof und mir fiel auf, dass Blumen auf einigen Gräbern, die sonst immer sehr gepflegt sind, die Köpfe hingen ließen oder schon vertrocknet waren. Da ich so etwas schlecht ignorieren kann, holte ich ein paar Kannen Wasser und verteilte es auf die bedürftigen Pflanzen. Heute war ich wieder dort und ich entdeckte zwei weitere immer besuchte Gräber, die nun etwas verwahrlost aussahen. Die Gründe können verschiedene sein, aber ich habe beschlossen, bis auf Weiteres ein paar Grabpatenschaften zu übernehmen. Mir fällt dabei kein Zacken aus der Krone und die Vorstellung, dass vielleicht jemand irgendwann wiederkommt und sieht, dass sein Grab gut gepflegt wurde und diese Person sich dann sehr freut, ist für mich Motivation genug.

Wer Hilfe braucht-wichtige Telefonnummern

Gestern erhielt ich einen Newsletter von nebenan.de. Hier ein Teil des Textes, den viele Menschen kennen sollten, da es um mögliche Hilfsangebote gibt.

Diese Hilfsangebote wurden gestern in der WAZ veröffentlicht:

Die komplette Mailadresse lautet unten: hallo@du-bist-Rheinhausen.de !

Tag der Archive

Am Wochenende hatte man die Gelegenheit, kostenlos an Führungen in verschiedenen Duisburger Archiven teilzunehmen. Mein Mann schlug spontan das Landesarchiv NRW im Duisburger Innenhafen vor. Diesen Vorschlag musste ich erst einmal ein bisschen verdauen. Von oben gesehen gebe ich dem Gebäude auf einer Skala von 1-10 eine 8.

Keine Frage: Die Wellen sind ein Hingucker und der Speicherturm bleibt dabei relativ bescheiden.

Aber jedes Mal, wenn ich auf der Autobahn am fensterlosen Speicherturm vorbeifahre, merke ich, wie mich ein ungutes Gefühl beschleicht, das als eine Mischung aus Ärger und Beklemmung daherkommt.

Wie kann man ein solches Ungetüm freiwillig in die Gegend setzen? War der Architekt Freund von kafkaesken Szenen? Auf diversen anderen Fotos setzte ich mich schon vor Jahren mit diesem Gebäude auseinander.

Und das sollte ich freiwillig besuchen? Aber ich ging mit und wir erlebten dank der Führung von Frau Dr. Pilger 1 1/2 sehr interessante Stunden. Deren Inhalt gebe ich hier nicht wieder, nur ein paar Appetitshäppchen, damit Sie sich demnächst ( z.B. beim Tag des offenen Denkmals) auf den Weg machen. Einige Informationen bekommt man auch auf der Homepage www.lav.nrw.de, deren Qualität allerdings zu wünschen übrig lässt (ab Sommer gibt es einen Neuauftritt) und durch diese Broschüren, die an vielen Stellen in Duisburg ausliegen.

Unsere Führung fing in meinem „geliebten“ Speicherturm an. Er hat eine Kapazität 148 km Regallänge, von denen bisher ca. 100 km genutzt werden. Die Akten einer Behörde, einer Firma oder ein anderes Dokument hat es in den Turm geschafft, wenn es von Experten (zumeist Historiker) vorher begutachtet wurde und man positiv entschieden hat, dass das Schriftstück für die Geschichtsschreibung und zukünftige Forschungen Bedeutung hat. Im Turm sieht es dann so aus:

Vorne Akten, die noch keine Signatur haben, hinten säurebeständige Kartons, in denen nach weiterer Bearbeitung die Akten verpackt werden. In den Räumen herrscht eine gleichbleibende Temperatur von 16 Grad, normalerweise dürfen höchstens zwei Mitarbeiter in einem Raum sein, um die Luftfeuchtigkeit konstant halten zu können. Lichtquellen sollen so gut es geht, vermieden werden. (Keine Fenster im Gebäude, so langsam dämmerte es mir…).

Unser nächster Halt war der Raum, in dem Akten und Dokumente restauriert werden.

Das älteste Dokument im Haus ist aus dem 8. Jahrhundert, 1,5 Millionen Akten zur „Entnazifierung“ ist die höchste Aktenzahl zu einem Thema.

Weiter ging es in den Lesesaal, wo z.B. Wissenschaftler, Journalisten oder Ahnenforscher in die gewünschten Akten einsehen können, wenn diese vorher freigegeben wurden.

Oben rechts haben Archivare für einen Besucher alte Bücher und Akten herausgesucht. (Man muss seinen Besuch und seinen Suchwunsch vorher anmelden, damit genügend Zeit bleibt, Akten zusammenzutragen.) Rechts unten: Sogenannte Findebücher aus alten Zeiten, in denen man den Lagerplatz einer Akte nachschlagen kann. Natürlich sind heute die Suchmöglichkeiten auch digitalisiert, sowie eine Vielzahl der eingelagerten Akten.

Dass man eine Akte lesen darf, hängt u.a. vom Datenschutzgesetz ab, bei manchen Themen muss der Verfassungsschutz grünes Licht geben und auch welchen Grund man angibt, warum man in Akten einsehen möchte, ist wichtig. Frau Dr. Pilget gab uns einige sehr anschauliche Beispiele und erzählte uns von bewegenden Schicksalen, die zu einem Besuch des Landesarchivs führen.

Das Landesarchiv bietet auch eine Reihe von interessanten Veranstaltungen an, was mir bisher nicht bekannt war.

Ich mag das Gebäude immer noch nicht, aber was die Arbeit in einem Archiv angeht, war die Führung eine erfolgreiche Horizonterweiterung. Netterweise kam abends eine Sendung im Fernsehen über das Archiv eines Klosters. Da konnten wir dann schon an manchen Stellen „fachmännisch“ nicken.

Litfaßsäule als Fotospielwiese

Anfang der Woche zeigte ich Ihnen in einem Beitrag bereits eine Litfaßsäule, die durch diverse Stürme stark mitgenommen aussah. Inzwischen habe ich noch andere, ähnlich ramponierte Säulen in Rheinhausen entdeckt und finde, dass sie eine Reihe von Fotomotiven bieten, besonders, wenn man die Fotos noch nachbearbeitet. Deshalb zeige ich Ihnen heute einige Beispiele- vielleicht sind sie ja eine Anregung für Ihre nächste Fototour.

Der Pacman-Geist ist unter uns…
Mein Beitrag für alle, die pareidolisch veranlagt sind
Doppelbelichtungen sind auch ein schönes Fotothema

Naturgewalt I
Naturgewalt II

Bis Samstag!

Seifenplatz- Erinnerungsschätze heben Teil 2

Dieses Streichholzheftchen fiel mir am Wochenende aus einem alten Briefmarkenalbum entgegen.

Den Seifenplatz gibt es in Rheinhausen schon sehr lange nicht mehr. Hier kaufte ich meine erste Wimperntusche, den ersten Lippenstift und die erste Dose mit Lidschatten. Mein Lieblingsregal war allerdings das mit den Haarutensilien. Damals noch Besitzerin von langen lockigen Haaren, gab ich mein Taschengeld für eine schwarze Samtschleife, einen Haarreif mit nachtblauem Samt und ein Pferdeschwanzgummi aus. An diesem waren zwei rote Plastikkugeln befestigt, die wie Kirschen aussahen. Apropos zwei Plastikkugeln: Zu dieser Zeit gab es auch ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem jeweils eine pingpongballgroße Kugel an einem Ende einer stabilen Schnur hing. Man musste die Schnur jetzt in der Mitte anfassen und durch Hoch-und Runterbewegungen versuchen, die Kugeln zusammenschlagen zu lassen. Das ergab dann immer ein lautes Klacken. Je schneller man war, desto mehr klackte es und desto mehr nervte man damit die Erwachsenen. Wenn man sich dösig anstellte, konnte es schon mal passieren, dass die Kugeln im Gesicht landeten und blaue Flecken verursachten. Was würden heutige Helicopterelten zu einem solchen Spielzeug sagen? Bei einem anderen Spiel hing an einem Ende einer Kordel ein Ball. Am anderen Ende der Kordel war eine Schlaufe, durch die man eine Fuß durchstecken musste. So hing die Schlaufe um den Fußknöchel herum. Nun musste man versuchen, die Kordel kreisförmig zu bewegen und dabei mit dem Fuß , an dem die Kordel nicht hing, über das Kordelteil mit dem Ball zu springen. (Ich lese diesen Text noch einmal und denke mir, dass ich den Text für alle, die dieses Spiel von früher nicht kennen, auch in chinesischer Sprache hätte schreiben können. Oder können sich alle etwas darunter vorstellen?)

Ja und dann waren da ja noch Seilchenspringen, Federball und Gummitwist. Ich liebte Gummitwist, da ich dank der langen Beine auch bei Gummis, die in Hüfthöhe hingen, noch eine Chance hatte. Allerdings gab es hier auch öfter aufgeschlagene Knie, aber mit Pflaster zugeklebte Knie waren in Kindheit und auch noch Jugend fast schon mein Markenzeichen. Besonders schick wurde das dann beim Tragen von Miniröcken. Wo ich beim Thema Erinnerungen an Kleidungsstücken wäre. Aber die 10 Minuten sind jetzt vorbei, mehr Höckscken auf Stöcksken gibt es nicht.

Straßenmomente

Nach längerer Zeit mal wieder eine kleine Sammlung von Momenten, in denen ich innehielt, stutzte oder lächelte.

Der erste Moment trägt auch gleich zur Lösung des Samstagrätsels bei. Das Fotomotiv, eine Papiercollage, fand ich auf dieser Litfaßsäule auf der Lindenallee in Rheinhausen.

Ein Opfer von Sabine. Die einzelnen Plakatschichten erzählen Geschichten!

Wenn ich Richtung Moers fahre, muss ich oft an einer roten Ampel warten, in deren Nähe der Bus hält. Dieser wird hauptsächlich von Schülern benutzt oder von Anwohnern/Besuchern eines Altenheims. Vor ein paar Tagen sah ich an dieser Bushaltestelle eine ältere Dame. Sie betete mit verkreuzten Händen ganz in sich versunken. Wie stark muss ihr Glaube sein, wie stark der Grund, dass sie an einem solchen Ort zu Gott spricht.

An einem anderen Tag stand dort ein Mann, ein Hüne von einem Mann. Er hatte in einer Hand (ich könnte auch Pranke schreiben), ein Töpfchen mit roten Röschen und sah ganz unglücklich aus…

Und dann wartete bei dieser Ampel vor mir ein völlig verdreckter kleiner Lieferwagen. Seine Werbeaufschrift konnte man kaum lesen „Gebäudereinigung“ war ein Wort davon.

Als Fußgängerin wollte ich an einer Fußgängerampel eine viel befahrene Straße überqueren. Die Ampel war rot. Auf der Straße war weit und breit kein Auto zu sehen, neben mir und auch auf der anderen Seite standen keine Kinder, es wartete nur noch ein junger Mann. Wir sahen uns in die Augen, drückten nicht die Ampel, gingen bei rot über die Straße und als wir auf gleicher Höhe waren, lächelten wir uns an. Zwei Verschworene mit kleinem schlechten Gewissen für einen kurzen Moment.

Um Erinnerungen geht es auch im nächsten Beitrag.

Äthiopien und Eritrea in Duisburg

Seit einem Jahr gibt es in Duisburg ein Restaurant, das typische Speisen aus Äthiopien und Eritrea anbietet. Sein Name ist „Simon‘s“ und es liegt auf der Steinschen Gasse fast neben dem Gebäude der Duisburger Zentralbibliothek, bzw. VHS.

Wir gönnten uns am Montag eine kleine afrikanische Auszeit und gingen zu viert dort essen. Es war richtig lecker!

Rechts oben gut schmeckendes Bier aus Eritrea

Um das angebotene Essen etwas näher zu erklären, ziehe ich einen Wikipedia-Text in Auszügen heran:

Grundnahrungsmittel der Küche in Äthiopien und Eritrea bildet ein spezielles SauerteigFladenbrot namens Injera (Links unten und als Unterlage auf dem großen Bild). Dieses wird idealtypisch hergestellt aus dem einheimischen äthiopischen Getreide Teff. Dazu werden verschiedene Saucen, Wot genannt, serviert, die es in verschiedenen vegetarischen und fleischhaltigen Ausführungen gibt. Die äthiopische Kirche verbietet, wie die meisten orthodoxen Kirchen, mittwochs und freitags sowie während der vorösterlichen Fastenzeit den Genuss von allen tierischen Produkten, so dass von Christen an diesen Tagen Linsenbrei oder Kichererbsenbrei verspeist wird. ( Auf dem großen Bild die rechte Schale- köstlich!). In Restaurants gibt es an diesen Tagen rein vegetarische bzw. vegane Gerichte, bei denen verschiedene Bohnen / Erbsen / Linsensorten in unterschiedlichsten Kombinationen zubereitet werden. Typische Speisen sind etwa der Gemüseeintopf Ye Zom Alitscha Wot [Zom -> fasten, Alitscha -> mild, Wot -> Sauce] (vor den beiden Schalen auf dem großen Bild) oder der Sh‘ro Wot eine Sauce, die aus Saubohnen erzeugt wird. Gegessen wird mit der rechten Hand. Dabei ersetzt das Injera das Besteck und stellt zugleich die Beilage dar, bzw. das Brot. Man reißt einfach kleine Teile des Fladens ab, ergreift damit ein Stück der Fleisch- oder Gemüsezubereitungen und führt es zum Mund. (Man bekommt aber auf Wunsch auch Messer und Gabel, auf Teller haben wir verzichtet). Generell ist das äthiopische Essen scharf, meist durch das Gewürz Berbere oder Mit Mita. In den meisten äthiopischen Restaurants in Europa kann man aber auch mildere Varianten bestellen; eine scharfe, kalt verrührte Berbere-Soße wird dazu oft gesondert in kleinen Schälchen gereicht. So war es auch bei uns.

In dem Restaurant war früher eine Kneipe, so dass jetzt ein Einrichtungsstilmix geboten wird.

Vielleicht wundern Sie sich auch ein bisschen über das Plakat mit Fotos aus der Hauptstadt Eritreas? Die Architektur erinnert an Bauhaus und in der Tat ist Asmara durch die italienische Kolonialzeit ein „Hotspot“ für Architekturfreunde. Neben Bauhausgebäuden gibt es z.B. auch diverse Jugendstilhäuser.

Zurück zum Essen: Als „Gruß des Hauses“ gab es einen Schnaps, der an einen milden Ouzo erinnerte. Wir wollten noch äthiopischen Kaffee bestellen, was aber nicht ging. Der Grund: Da die Zubereitung länger dauert (inkl. frischer Röstung), muss man einen Tag vorher Bescheid sagen, dann kommt die Ehefrau des Besitzers und führt eine Kaffeezeremonie durch.

Während des Essens kam in angenehmer Lautstärke Musik wie diese vom Band:

Wer eine Speisekarte mit riesiger Auswahl braucht, ist hier nicht richtig. Das Angebot umfasst ca. 15 Speisen. (Diese kosten zwischen 10 und 15 Euro.) Auch sollte man ein bisschen Zeit mitbringen, denn alles wird frisch zubereitet.

Ich hoffe, das ist kein frommer Wunsch: Möge dieses Restaurant Duisburg lange erhalten bleiben!

Zum Schluss der gesetzlich vorgeschriebene Satz: Dies ist keine bezahlte Werbung.