Bretagne 1- Die üblichen „Verdächtigen“

In diesem Monat verbrachten wir zwei Wochen in der Bretagne, die erste Woche im Norden, die zweite im Süden. Es war unser dritte Besuch und wir wollten noch ein paar unbekannte Flecken kennenlernen. Die Aushängeschilder der Bretagne, die Sie auf jeder Reisehomepage oder Bretagne-Kalender finden, kommen in meinen Beiträgen der nächsten Wochen nicht vor, denn ich „arbeite“ sie jetzt direkt ab.

Leuchttürme:

Wir besuchten im Süden den „Pointe du Raz“ und machten einen Spaziergang entlang der Küste. Vier Leuchttürme auf einen Schlag findet man nicht so schnell. Als ich dieses Foto machte, stand hinter mir übrigens der fünfte Leuchtturm.

Alleinstehende Häuser mit dramatischer Felsenformation:

Im Norden an der Côte de Granit Rose

Menhire:

Unterwegs entdeckt: Einsam und verlassen steht er in der Nähe von St. Malo.

Traumhafte Strände:

An der Nordküste in der Nähe von Ploumanac‘h.

Kalvarienberge:

Dieser „Calvaire“ in Guimiliau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ca. 200 Figuren zeigen biblische Szenen.

Das war alles sehr schön, aber es sind touristische Hotspots, die man nur dann relativ ungestört genießen kann, wenn man sie gegen Abend besucht.
Wir hielten deshalb tagsüber Ausschau nach Orten, die uns überraschten oder die das Bild der Bretagne vermittelten, das wir in unseren Köpfen hatten.

Solche Orte und bretonische Themen haben wir gefunden- Fortsetzung folgt!

Ein neuer Anfang am Meer

Eine Frau, Ende 40, lässt sich von ihrem Mann Otis scheiden, nachdem ihre Tochter Ann ausgezogen ist. Die Frau liebt ihren Mann noch, doch dieser lebt seit Jahren für die große Katastrophe, die kurz bevorsteht und hortet dafür alles, was man für Krisenzeiten gebrauchen kann. Er nennt es sein Archiv, seine Wohnung lässt sich kaum noch betreten, auch die Wohnung der Frau ist voll.
Die Frau mietet sich ein kleines Haus am Meer. Hier lebt ihr älterer Bruder in einem Dorf und hat eine Touristenkneipe, in der sie arbeiten kann. Schnell muss sie sich um fast alles kümmern, denn ihr Bruder hat sich in Nike verliebt und ist wie gelähmt. Nike ist eine junge Frau Anfang 20, die in der Kindheit schwer misshandelt wurde. Sie zeichnet sich durch völlig unvorhersehbares Verhalten aus und quält damit den alten Mann.
In ihrer wenigen Freizeit genießt die Frau ihr leeres Haus, liest, spricht mit ihrer Tochter auf Skype oder schreibt kurze Briefe an Otis. Das ändert sich, als sie eine neue Nachbarin bekommt. Die ältere Mimi stammt aus dem Dorf und kehrt nach vielen Jahren zurück. Sie ist Künstlerin und Lebenskünstlerin und möchte die Frau für das Schöne und Wichtige im Leben begeistern. So macht sie sie u.a. mit ihrem Bruder Arild bekannt. Die Frau und er werden heimlich ein Liebespaar.
Nike wird ermordet auf einem Parkplatz aufgefunden. Fast gleichzeitig wird die Frau auf den runden Geburtstag von Mimis und Arilds Mutter eingeladen, an dem die ganze Dorfgemeinschaft teilnimmt. Ist die Frau jetzt angekommen und hat ein neues Leben gefunden? Oder zieht sie weiter, frei von jeglichen Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen?

Ich liebe die Sprache von Judith Hermann, mit der sie ganz ruhig und schnörkellos eine Geschichte erzählt.

Was braucht man für Garageband (3)

Letzte Woche kündigte ich an, Ihnen meinen „Arbeitsplatz“ für die Musiksoftware Garageband vorzustellen.

Die Schriftfarben haben folgenden Sinn:

Gelb= Ohne dem geht es nicht: PC, IPAD, Laptop oder Handy müssen vorhanden sein. Garageband wurde von der Firma Apple entwickelt und besitzt man ein Gerät dieser Firma, ist diese Software entweder von Anfang an auf dem Gerät installiert oder man kann es kostenlos herunterladen. Hat man Windows 8,9 oder 10 auf dem PC oder dem Laptop, kann man Garageband ebenfalls aufspielen, dann es allerdings nicht kostenlos. Ich mache keine Preisangaben, da diese schwanken, bzw. es auch immer wieder Preisaktionen gibt. Für Androidhandys soll es angeblich seit 2021 ebenfalls eine Möglichkeit geben, Garageband zu installieren, aber die Aussagen in Internet widersprechen sich teilweise. Abgesehen davon ist ein größerer Bildschirm von Vorteil, wenn man Musik mit Garageband machen möchte.
Der Zettelkasten (oder ein Notizbuch): Beherzigen Sie meinen Rat und schreiben Sie von Anfang an auf, wenn Sie Ideen haben, in Garageband eine Tonfolge entdecken, die Sie für später vielleicht benutzen wollen. Notieren Sie sich jeden erfolgreichen Arbeitsschritt. Wenn man nicht täglich mit der Software arbeitet, vergisst man schnell einzelne Programmfolgen und muss neu mit dem Lernen anfangen.

Grün: Kopfhörer und Mikrofon kamen nach zwei Wochen dazu, weil ich auch gerne singen und dies aufnehmen wollte. (Auf dem Mikrofon sitzt ein Popschutz, der Atemgeräusche beim Singen oder Sprechen unterdrückt). Ein Paar Lautsprecher gönnte ich mir, weil die eigene Musik besser klingt, als wenn sie nur aus dem IPAD kommt.

Rot: Mein letzter Neuzugang, den ich geschenkt bekommen habe: Ein Audio Interfacegerät mit vier Ein-bzw.Ausgängen. Wollte ich eigentlich nicht haben, aber jetzt möchte ich es nicht mehr missen.
Wenn Sie nicht nur Musik am Bildschirm machen möchten, sondern auch singen oder ein Instrument, das sie spielen, mit einbinden wollen, sollten Sie sich diese Anschaffung überlegen. Die Tonqualität bei Mikrophonaufnahmen wird so viel besser. Bei meinem E-Piano hatte ich zuvor die Bluetooth Midi Funktion benutzt, um das Spielen in Garageband einzubinden. Jetzt geht ein Midikabel von meinem Klavier in das Interfacegerät und die Tonqualität in Garageband ist voller und klarer.

„Ich bin nicht musikalisch, das ist nichts für mich!“ Vielleicht aber doch…Garageband bietet unzählige Tonfolgen an, die man kreativ kombinieren kann, so dass am Ende ein Lied zu hören ist, das Ihnen gefällt. Das Programm übernimmt dabei auf Wunsch die Angleichung der verschiedenen Tonspuren bezüglich Tonart und Takt. Auch gibt es eine Funktion, die sie anklicken können, so dass das Programm für Sie eine passende Tonfolge zu Ihrer eigenen Auswahl vorschlägt.

Hier ein Beispiel für ein kleines Lied, Erinnerung an einen Tag am Meer:

Benutzt habe ich in Garageband:
Das Grandpiano, die Musicbox,Neon Koto,Kindergarten Bass , Acoustic Guitar, Kontrabass Upright und Femail Choir Morph.
Die Wellengeräusche am Ende des Liedes habe ich von der Seite Freesound.org heruntergeladen. Bei der Auswahl muss man beachten, ob eine Tonfolge frei bearbeitet werden darf oder ob Einschränkungen vorliegen.

Wie überwintern Sie?

Für die Autorin Katherine May gibt es zwei Arten des Winters: Die Jahreszeit und der Winter im eigenen Leben, in dem das „normale“ Leben ruht und fast alles stillsteht. So einen persönlichen Winter erlebt die Autorin, als sie 40 wird und ihr Mann schwer erkrankt. Sie wird zur Maschine, die sich fast rund um die Uhr um ihren Mann kümmert, ihren Sohn versorgt und an der Universität noch tätig ist. Eigenen Bedürfnissen nachzugehen ist kaum möglich. Als es ihrem Mann wieder besser geht, tauchen bei ihr undefinierbare Bauchschmerzen auf, die sie so belasten, dass sie ihren Beruf aufgeben muss. Erst sehr spät stellen die Ärzte die richtige Diagnose, um zu gesunden, braucht es viel Zeit und Ruhe. Diese Ruhe findet sie in den Wintermonaten und sie setzt ihre Krankengeschichte in Beziehung zu allem, was typisch für diese Jahreszeiten ist. Zwei Beispiele:
May wohnt am Meer der englischen Südostküste und Spaziergänge sind für sie Medizin. Sie beobachtet die Natur, die sich auch wie sie selbst ausruht und neue Kräfte für den Frühling sammelt. Sie fährt nach Stonehenge, um dort die Wintersonnenwende zu erleben und beschäftigt sich mit Ritualen, die ihr auf ihrem Weg der Heilung gut tun.
Das Buch ist in Kapiteln aufgeteilt, es beginnt im September und endet Ende März. May schreibt mit großer Offenheit über ihre körperlichen und geistigen Befindlichkeiten und den daraus resultierenden Problemen. Dabei wünscht sie sich in der Gesellschaft eine größere Akzeptanz von persönlichen Winterzeiten. Einen „Happy Summer“ kann es nicht immer geben! Sie hat ein Hohelied auf die kalte Jahreszeit geschrieben und ruft auf, diese Jahreszeit viel mehr für das eigene Innehalten zu nutzen.
Die englische Zeitung „The Guardian“ meinte zu dem Buch:“Wenn Therapie eine Redekur ist, dann ist dieses wunderbare Buch eine Lesekur. Ein Buch wie ein warmer Mantel.“ Da schließe ich mich an.