Tauchen Sie ab!

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diese Lebewesen einmal live sehen, ist eher gering. Selbst in berühmten Aquarien werden Sie sie vermutlich nicht finden.

Sie leben in mehren tausend Metern Tiefe im Meer und nur die Besatzung von Forschungsschiffen mit spezieller Ausrüstung erleben diese Meeresfauna zum Greifen nah.

Mit den nachfolgenden beiden Büchern bekommen Sie allerdings die Chance, ebenfalls einen Eindruck von der Pracht der kleinsten Lebewesen unter Wasser zu bekommen.

Das Tiefseebuch besticht neben grandiosen Aufnahmen durch fundierte Texte, die auch einem absoluten Laien verständlich machen, wie wichtig es ist, die Meere, die das größte Ökosystem auf der Erde darstellen, zu schützen. Unter den Überschriften: „Faszination Tiefe“, „An der Grenze des Lichts“, „In der ewigen Finsternis“, „Oasen des Lebens“, „Geheimnisvolles Leuchten“ und „Im Fjord“ wird verdeutlicht, dass wir Menschen staunen und viel von diesen Lebewesen lernen können. Es verblüfft beim Blättern und Lesen des Bildbandes z.B. immer wieder, welche Techniken Krebse, Quallen oder Tintenfische anwenden, um im Meer zu überleben. Da ist u.a. die Staatqualle. Sie besteht aus mehreren eigenständigen Polypen, von denen jeder dazu beiträgt, dass der Gesamtorganismus „Qualle“ funktioniert. Oder es gibt eine Tintenfischart, deren Haut eine andere Farbe annimmt, sobald sie mit Sonnenlicht in Berührung kommt. Wissenschaftler erforschen z.Zt. diese Sonnenschutzmethode, um evtl. ein nichtchemisches Sonnenschutzmittel für Menschen zu finden. Der Kinderwagen-Krebs, die Flügelschnecken, das Schokoladentröpfchen, der Peitschennasen-Anglerfisch- sie und noch viele andere Tiefseewesen warten darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.
Das Kapitel „Fotografieren, wo andere forschen“ soll nicht unerwähnt bleiben, da es ebenso faszinierend ist.

Sind die Lebewesen im Tiefseebuch zumeist einige Zentimeter groß, geht es bei Plankton in den Größenbereich von Mikrometern. Beschäftigt man sich mit Plankton, blickt man in die Geschichte der Erde, auf der vor 4,6 bis 3,5 Milliarden Jahren im Urozean das Leben begann.
Auch in diesem Buch wird ausführlich darauf eingegangen, wie schwierig die Forschung auf diesem Gebiet ist. Um möglichst viele unterschiedliche. Arten präsentieren zu können, werden Planktonfunde u.a. aus dem Mittelmeer, dem nördlichen und südlichen Pazifik und dem japanischen Meer gezeigt.
Welche Farben, welche Formen! Die Fotos kommen mir manchmal wie Bilder aus einem Science Fiction Film vor, das Titelbild geht ja auch in diese Richtung. Die Texte sind ebenfalls gut zu lesen und zeigen deutlich auf, wie fragil der Lebensraum von Plankton und wie wichtig Plankton ist. Für die Nahrungskette, an deren Ende der Mensch steht und für das Klima, denn Plankton bindet mehr CO 2, als alle Wälder auf der Erde.

Die Fotos stammen nicht aus den Büchern, sondern sie habe ich bei Pixabay gefunden. Die Qualität der Bilder ist aber vergleichbar.

Der Holländer

Aron, Peter und Klaus sind Extremwattwanderer. Sie halten über ihre Abenteuer Vorträge, ein Buch ist erschienen und die Drei haben eine gewisse Berühmtheit erlangt.
Nur eine Wattüberquerung fehlt ihnen noch, doch jetzt ist der langersehnte Tag da: die Wetter und Gezeitenbedingungen lassen einen Wanderung von Manslagt nach Borkum zu. Doch Aron kommt nicht mit. Er macht in England Urlaub und muss sich dort um seine kranke Frau Marie kümmern. So ziehen Peter und Klaus alleine los und scheitern. Klaus kommt dabei um und Peter kann sich nur mit letzter Kraft an Land retten. Als man ihn dort empfängt, ist er verwirrt. Er spricht von seiner Frau Helen, die von einem Segeltörn nie zurückgekehrt ist.
Klaus findet man auf einer Sandbank, er hat ein Hämatom am Kopf, war es ein Unfall oder Mord?
Liewe Cupido arbeitet bei der deutschen Bundespolizei, aber alle nennen ihn wegen seiner Kindheit in den Niederlanden den „Holländer“. Peters anhaltende Verwirrtheit ist für ihn nur ein Mosaikstein, dass hinter dem Tod von Klaus mehr steckt. Während man offiziell davon ausgeht, dass es ein Unglück war, ermittelt Liewe zusammen mit seinem jungen Kollegen Xander weiter- zu Recht.

Ich habe diesen Krimi mit Begeisterung gelesen. Er war spannend, das ruhige Ermittlerpaar hatte bei mir viel Sympathien und die Welt der Extremwattwanderer war für mich etwas ganz Neues. Spuren im Watt bekommen noch einmal eine ganz andere Bedeutung!

Spiekeroog

Auf der Insel Trischen

Die Autorin Anne de Walmont ist eine außergewöhnliche junge Frau. Sie möchte in ihrem Leben Vieles ausprobieren und bewirbt sich nach einem Studium der Musikwissenschaft, der Skandinavistik und einer Lehre als Schneiderin als Vogelwartin auf der Insel Trischen. Trischen (Trieschen ausgesprochen), liegt im Wattenmeer 20 Km vor Cuxhaven und ist ein Vogelschutzgebiet, das von Menschen nicht betreten werden darf. Die Autorin bekommt den Zuschlag und beobachtet 2019 sieben Monate lang die Vogelwelt und die geologischen Veränderungen der Insel. Ihre Tagebuchaufzeichnungen darüber sind lebhaft und liebevoll geschrieben, die Autorin ist eine Beobachterin, die wahrlich mit dem Herzen sieht und dies auch auf stimmungsvollen Fotos dokumentiert. Wie unterhaltsam kann das Zählen von Vögel sein, wie unterschiedlich wirken die Insel und der Himmel bei Ebbe, bzw. bei Flut. Und was gibt es Kurioses zu berichten… Wie kommt z.B. plötzlich ein Reh auf die Insel? Aber auch auf einer anderen Ebene ist dieses Buch sehr lesenswert. Die Autorin schreibt offen über ihr Seelenleben während dieser sieben Monate. Der einzige menschliche Kontakt ist Alex, der alle paar Tage mit seinem Schiff vorbeikommt und ihr Lebensmittel bringt. Sonst ist sie allein, lebt in einer karg eingerichteten Hütte auf Stelzen (siehe auf dem Buchumschlag) und muss besonders im Herbst den Stürmen widerstehen, bei denen das Meer die Insel überschwemmt und nur noch ihre Hütte aus dem Meer herausgucken lässt. Sie hat keine Angst, aber ungeheuren Respekt vor dem Wattenmeer.
Anne de Walmont möchte mit ihrer Arbeit einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Insel Trischen noch lange ein sicherer Rückzugsort für viele Vögel bleibt. Das Buch hat sie geschrieben, um zu zeigen, was wir Menschen verlieren, wenn wir die Natur nicht mehr schützen und wir sollten Tieren das gleiche Lebensrecht einräumen, wie wir es für uns Menschen selbst beanspruchen. Alles andere ist ein Armutszeugnis für den „Homo sapiens“.

Wo die Liebe hinfällt…

Eine Matrjoschka stand am Strand,
da kam von links ein Mann gerannt.
Von weitem hatte er sie gesehen
und konnte die Welt nicht mehr verstehen.
Es war für ihn Liebe auf den ersten Blick,
die Matrjoschka war für ihn so lieblich und so schick.
Auch sie fand den jungen Mann sehr schön und fragte beherzt:
“Wollen wir miteinander gehn?“
Kurze Zeit später heirateten sie-
ob das gut geht, das weiß man nie.
Doch man sieht sie immer wieder am Strand,
verliebt Hand in Hand
und ihre fünf Töchter buddeln fleißig im Sand.

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