Das Farbtagebuch

Probieren geht über studieren-genau! Und deshalb ist jetzt eine gute Zeit, entweder mal etwas Neues auszuprobieren, ein altes Hobby neu zu beleben, sich mal kleine Verrücktheiten zu leisten oder es einfach mal der Katze unten nachzumachen.

Bei mir fing das Ausprobieren damit an, dass mein Mann unsere Holzbank neu angestrichen hat.

Wir hatten sieben Farben für jeweils dreizehn Felder bei der Lehne und der Sitzfläche, wie die Farben verteilen? Sie glauben gar nicht, wie schwer dies war bis unser beider Bauchgefühl uns sagte, dass die Kombination gut sei. Schon jetzt freuen wir uns auf einen Besuch im Dezember beim Meister der Farbkombinationen: Im Gemeentemuseum in Den Haag werden viele Bilder von Piet Mondrian gezeigt.

Einfach nur ein paar Kästchen? Mondrian hat oft monatelang an einem Bild gearbeitet. Das können wir uns jetzt ein bisschen besser vorstellen.

Das Beschäftigen mit Farben machte mir viel Spaß und ich beschloss, diesen Spaß auszudehnen. Seitdem habe ich ein Farbtagebuch und male jeden Tag ein kleines Bild. Ich plane nichts im voraus, sondern lasse mich zuerst bei den Farben und Formen treiben, bis dann plötzlich ein Gedanke auftaucht und ich das Bild in einer Richtung beende. Das ist sehr entspannend und stimmungsaufhellend und ich freue mich, dass ich bisher anscheinend wenig Veranlassung sah, dunkle Farben zu benutzen.

Das Farbtagebuch aus einer besonderen Zeit- als Erinnerung, Mahnung und Ermutigung.

Für ein Stündchen in Afrika

Diese Woche wird sehr musikalisch- Ihre Ohren werden staunen! Ich fange aber mit etwas musikalisch leicht Verdaulichem an.

In einem französischen Radiosender hörte ich vor ein paar Tagen dieses Lied und in meinem Hobbyraum machte sich gleich gute Laune breit. Da musste ich doch gleich das passende Video heraussuchen:

Ob von der Musik inspiriert oder als karnevalistische Nachwirkung produzierte ich an diesem Nachmittag noch einige Maskencollagen. Als Untergrund nahm ich wie letzte Woche schon ein Foto, die Gesichter sind gemalt, aufs Foto geritzt oder mit Müllschnipseln gestaltet.

Morgen reise ich musikalisch vom tiefen Süden in den ganz hohen Norden.

Erwarten Sie Wunder!

In den letzten Wochen habe ich meine Kaffeepause am Nachmittag mit diesem Buch verbracht, da wir am Montag Karten für ein Konzert mit Kent Nagano in Düsseldorf hatten.

In einer Fernsehsendung über Dirigenten hatte ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von Herrn Nagano gehört und ihn während des Dirigierens auch gesehen. Für mich hatte er damals eine besondere Ausstrahlung und seitdem wollte ich ihn gerne einmal live erleben.

Das Buch diente als Vorbereitung zum Konzert und war eine wunderbare Lektüre. Nagano erzählt von seinem musikalischen Leben, das schon früh in seiner Kindheit begann. Sein Elternhaus in Kalifornien war ein Haus der Musik, aber auch sein charismatischer Musiklehrer hatte großen Einfluss auf ihn. Zwischen den Texten zu seinem Leben finden sich mitreißende Kapitel zu einzelnen Komponisten. Bach und Bruckner sind für Nagano die Lichtgestalten, aber auch die Werke von Schönberg und Beethoven fordern ihn immer wieder heraus, sie neu zu interpretieren. Naganos Begeisterung ist hier schon ansteckend, das erfährt aber noch eine Steigerung, wenn er über die Bedeutung von klassischer Musik für jeden Einzelnen, für eine Gesellschaft, ja für die ganze Welt schreibt. Er besucht beispielsweise einen Hirnforscher, der die neusten Ergebnisse vorstellt, inwieweit klassiche Musik sich auf das Befinden eines Menschen auswirkt. Er schreibt über Projekte, bei denen Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten gemeinsam klassische Musik hören. Die Musik wird zum verbindenen, Frieden stiftenden Element.

Nagano hat große Befürchtungen, dass die klassiche Musik immer mehr ins Abseits gerät und dadurch viele Menschen das Wohltun dieser Musik nicht mehr kennenlernen. Er hasst „Grauköpfe“ Konzerte, bei denen die Haarfarbe vom Alter der meisten Besucher zeugt und tut sehr viel, um besonders jungen Menschen klassiche Musik näher zu bringen.

Nach der Lektüre war ich wie beseelt und dankbar, die Chance zu haben, noch so viele musikalische Entdeckungen machen zu können. Bei seinen Konzert zusammen mit dem Montrealer Symphonieorchester war dies dann auch direkt der Fall. Es wurden Stücke von Debussy, Mozart, Strawinsky und Ravel gespielt. Das „schwächste“ war sicherlich das von Mozart, aber es war auch eine Atempause zwischen Debussys „Jeux“ und der berühmten Ballettmusik „Sacre du Printemps“.


Ich kannte das Strawinsky-Stück schon aus einem anderen Konzert. Damals hatte ich beim Hören die Bilder im Kopf, die zu der Geschichte des Balletts gehören (Beschreibung eines heidnischen Rituals mit einem Menschenopfer) und war schon sehr beeindruckt, doch dieses Mal nahm ich die Anregung von Konrad Beikircher auf, das Musikstück als Ausdruck des 20.Jahrhunderts zu hören und war wie elektrisiert. Wenn man mal so richtigen Weltschmerz hat, dann ist dieses Stück bestens geeignet, Dampf abzulassen, um es mal salopp auszudrücken. Wild, schräg, laut, aggressiv, verstörend, nur manchmal kleine Einsprengsel harmonischer Klänge. Schließen Sie die Augen und hören sie selbst:

Bestens dazu passte dann auch Zugabe dieses besonderen Walzers von Ravel:

Und alles von Kent Nagano dirigiert…was für ein Abend! Wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, das Buch zu lesen, hier ein kurzer Film über den Dirigenten:

P.S. Im Konzert in Düsseldorf waren die Haarfarbenvariationen übrigens erfreulich vielfältig.

Morgen habe ich wieder eine Hörbuch/Leseempfehlung für Sie.

Diskohits aus den 70er Jahren

Passend zum gestrigen Blogbeitrag hier nun noch ein paar musikalische Höhepunkte aus den „Golden Seventies“

So, jetzt höre ich mal auf, wenngleich es mir ein bisschen schwer fällt.

Morgen möchte ich ein Bestseller-Buch zuende lesen, um es übermorgen zu besprechen. Also morgen hier: Sorry, we‘re closed!

Boléro ist keine Musik

Momentaufnahmen aus dem fünften Lebensjahrzehnts des berühmten Komponisten verknüpft der Autor in diesem schmalen Roman.

Ravel ist berühmt, die Musikwelt liegt ihm zu Füßen. Doch glücklich ist er nicht. Er hat keine Familie und lebt alleine in seinem Haus in der Nähe von Paris. Er schläft kaum und seine Gesundheit ist angeschlagen. Allein die Lust zu rauchen, sich stilvoll zu kleiden und die Treffen mit seinem alten Freund Jacques bringen ihm ein bisschen Lebensfreude. Trotz der Mahnung des Arztes, sich zu schonen, geht er auf große USA Tournee. Er wird dort frenetisch gefeiert, wenngleich sein Klavierspiel nicht das höchste Niveau hat. Wieder zurück in Frankreich, geht es Ravel schlechter, auch langweilt er sich. Fast aus Verzeiflung nimmt er den Auftrag der bekannten Tänzerin Ida Rubinstein an, ein Ballett zu vertonen. Das Resultat: Boléro. Dieses Stück wird sein berühmtestes, obwohl er selbst meint, dass diese Komposition gar keine richtige Musik ist. Der Erfolg verbessert Ravels persönliche Situation nicht. Er verfällt zunehmend, die Ärzte können nicht mehr helfen.

Boléro stellte ich Ihnen letztes Jahr in einem anderen Zusamnenhang vor. Deshalb hier eine andere Komposition von Ravel

Morgen wird es super easy oder auch nicht.

Noch ein aufgewecktes „Mädchen“

Gestern stellte ich Ihnen ein Buch mit einem beonderen Kind als Romanheldin vor. Heute möchte ich Sie mit einem musikalisches Pendant erfreuen. Ihr Name ist ZAZ. Sie kommt aus Frankreich, und immer wenn ich ihre Lieder höre, bin ich ein bisschen im Urlaub.

Morgen stelle ich Ihnen mein erstes Näh-Lieblingsstück vor.