Morgentlicher Vogelgesang

„Angesichts so vieler entgegengesetzter Schulen, überlebter Stile und sich widersprechender Schreibweisen gibt es keine humane Musik, die dem Verzweifelten Vertrauen einflößen könnte. Da greifen die Stimmen der unendlichen Natur ein.“ Das sagte der Komponist Olivier Messiaen und erstellte eine musikalischen „Vögelkatalog“.

Da man morgens jetzt schon wieder früh die ersten Vogelstimmen hört, fand ich diesen Musikbeitrag passend. Hier zwei Beispiele aus Messiaens Werk:

Morgen erzähle ich ein bisschen von einem Ballettabend, ein bisschen Musik kommt da auch noch vor. Aber dann ist für diese Woche Schluss Klang und Gesang.

Für ein Stündchen in Afrika

Diese Woche wird sehr musikalisch- Ihre Ohren werden staunen! Ich fange aber mit etwas musikalisch leicht Verdaulichem an.

In einem französischen Radiosender hörte ich vor ein paar Tagen dieses Lied und in meinem Hobbyraum machte sich gleich gute Laune breit. Da musste ich doch gleich das passende Video heraussuchen:

Ob von der Musik inspiriert oder als karnevalistische Nachwirkung produzierte ich an diesem Nachmittag noch einige Maskencollagen. Als Untergrund nahm ich wie letzte Woche schon ein Foto, die Gesichter sind gemalt, aufs Foto geritzt oder mit Müllschnipseln gestaltet.

Morgen reise ich musikalisch vom tiefen Süden in den ganz hohen Norden.

Erwarten Sie Wunder!

In den letzten Wochen habe ich meine Kaffeepause am Nachmittag mit diesem Buch verbracht, da wir am Montag Karten für ein Konzert mit Kent Nagano in Düsseldorf hatten.

In einer Fernsehsendung über Dirigenten hatte ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal von Herrn Nagano gehört und ihn während des Dirigierens auch gesehen. Für mich hatte er damals eine besondere Ausstrahlung und seitdem wollte ich ihn gerne einmal live erleben.

Das Buch diente als Vorbereitung zum Konzert und war eine wunderbare Lektüre. Nagano erzählt von seinem musikalischen Leben, das schon früh in seiner Kindheit begann. Sein Elternhaus in Kalifornien war ein Haus der Musik, aber auch sein charismatischer Musiklehrer hatte großen Einfluss auf ihn. Zwischen den Texten zu seinem Leben finden sich mitreißende Kapitel zu einzelnen Komponisten. Bach und Bruckner sind für Nagano die Lichtgestalten, aber auch die Werke von Schönberg und Beethoven fordern ihn immer wieder heraus, sie neu zu interpretieren. Naganos Begeisterung ist hier schon ansteckend, das erfährt aber noch eine Steigerung, wenn er über die Bedeutung von klassischer Musik für jeden Einzelnen, für eine Gesellschaft, ja für die ganze Welt schreibt. Er besucht beispielsweise einen Hirnforscher, der die neusten Ergebnisse vorstellt, inwieweit klassiche Musik sich auf das Befinden eines Menschen auswirkt. Er schreibt über Projekte, bei denen Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten gemeinsam klassische Musik hören. Die Musik wird zum verbindenen, Frieden stiftenden Element.

Nagano hat große Befürchtungen, dass die klassiche Musik immer mehr ins Abseits gerät und dadurch viele Menschen das Wohltun dieser Musik nicht mehr kennenlernen. Er hasst „Grauköpfe“ Konzerte, bei denen die Haarfarbe vom Alter der meisten Besucher zeugt und tut sehr viel, um besonders jungen Menschen klassiche Musik näher zu bringen.

Nach der Lektüre war ich wie beseelt und dankbar, die Chance zu haben, noch so viele musikalische Entdeckungen machen zu können. Bei seinen Konzert zusammen mit dem Montrealer Symphonieorchester war dies dann auch direkt der Fall. Es wurden Stücke von Debussy, Mozart, Strawinsky und Ravel gespielt. Das „schwächste“ war sicherlich das von Mozart, aber es war auch eine Atempause zwischen Debussys „Jeux“ und der berühmten Ballettmusik „Sacre du Printemps“.


Ich kannte das Strawinsky-Stück schon aus einem anderen Konzert. Damals hatte ich beim Hören die Bilder im Kopf, die zu der Geschichte des Balletts gehören (Beschreibung eines heidnischen Rituals mit einem Menschenopfer) und war schon sehr beeindruckt, doch dieses Mal nahm ich die Anregung von Konrad Beikircher auf, das Musikstück als Ausdruck des 20.Jahrhunderts zu hören und war wie elektrisiert. Wenn man mal so richtigen Weltschmerz hat, dann ist dieses Stück bestens geeignet, Dampf abzulassen, um es mal salopp auszudrücken. Wild, schräg, laut, aggressiv, verstörend, nur manchmal kleine Einsprengsel harmonischer Klänge. Schließen Sie die Augen und hören sie selbst:

Bestens dazu passte dann auch Zugabe dieses besonderen Walzers von Ravel:

Und alles von Kent Nagano dirigiert…was für ein Abend! Wenn Sie keine Zeit oder Lust haben, das Buch zu lesen, hier ein kurzer Film über den Dirigenten:

P.S. Im Konzert in Düsseldorf waren die Haarfarbenvariationen übrigens erfreulich vielfältig.

Morgen habe ich wieder eine Hörbuch/Leseempfehlung für Sie.

Diskohits aus den 70er Jahren

Passend zum gestrigen Blogbeitrag hier nun noch ein paar musikalische Höhepunkte aus den „Golden Seventies“

So, jetzt höre ich mal auf, wenngleich es mir ein bisschen schwer fällt.

Morgen möchte ich ein Bestseller-Buch zuende lesen, um es übermorgen zu besprechen. Also morgen hier: Sorry, we‘re closed!

Kein blauer Montag, ein blauer Mittwoch

Inspiriert von dem Delfter Blau, sorge ich heute für blaue Stimmung.

Zuerst ein Fotofundstück von letzter Woche:

Der Putzlappen von Yves Klein?

Dieses Gedicht von Georg Heym sprach mich auch sehr an:

Alle Landschaften haben  
Sich mit Blau gefüllt.  
Alle Büsche und Bäume des Stromes,  
Der weit in den Norden schwillt. 

Blaue Länder der Wolken,  
Weiße Segel dicht,  
Die Gestade des Himmels in Fernen  
Zergehen in Wind und Licht. 

Wenn die Abende sinken  
Und wir schlafen ein,  
Gehen die Träume, die schönen,  
Mit leichten Füßen herein. 

Zymbeln lassen sie klingen  
In den Händen licht.  
Manche flüstern, und halten  
Kerzen vor ihr Gesicht.

Natürlich darf ein musikalischer Beitrag nicht fehlen:


Und dann waren da noch die blauen Redewendungen:

 “blau machen” (von der Arbeit fernbleiben)   
 “der blaue Planet” (unsere Erde aus dem Weltall betrachtet)   
 “blau sein” (betrunken sein)   
 “das Blaue vom Himmel herunter versprechen” (Unmögliches versprechen)   
 “das Blaue vom Himmel herunterlügen” (lügen)   
 “das Blaue vom Himmel herunterreden” (viel reden)   
 “ins Blaue hinein gehen” (ohne klare Zielvorstellung etwas machen)   
 “sich grün und blau ärgern” (sich furchtbar ärgern)   
 “grün und blau schlagen” (gehörig verprügeln)   
 “grün und blau vor den Augen werden” (übel werden, Seekrankheit)   
 “mit einem blauen Auge davonkommen” (glimpflich davonkommen)   
 “blaues Blut in den Adern haben” (adlige Herkunft)   
 “blauen Dunst vormachen” (etwas vorgaukeln)   
  “sein blaues Wunder erleben” (große, unangenehme Überraschung)

Morgen mache ich bei mir einen kleinen Gartenrundgang.

Boléro ist keine Musik

Momentaufnahmen aus dem fünften Lebensjahrzehnts des berühmten Komponisten verknüpft der Autor in diesem schmalen Roman.

Ravel ist berühmt, die Musikwelt liegt ihm zu Füßen. Doch glücklich ist er nicht. Er hat keine Familie und lebt alleine in seinem Haus in der Nähe von Paris. Er schläft kaum und seine Gesundheit ist angeschlagen. Allein die Lust zu rauchen, sich stilvoll zu kleiden und die Treffen mit seinem alten Freund Jacques bringen ihm ein bisschen Lebensfreude. Trotz der Mahnung des Arztes, sich zu schonen, geht er auf große USA Tournee. Er wird dort frenetisch gefeiert, wenngleich sein Klavierspiel nicht das höchste Niveau hat. Wieder zurück in Frankreich, geht es Ravel schlechter, auch langweilt er sich. Fast aus Verzeiflung nimmt er den Auftrag der bekannten Tänzerin Ida Rubinstein an, ein Ballett zu vertonen. Das Resultat: Boléro. Dieses Stück wird sein berühmtestes, obwohl er selbst meint, dass diese Komposition gar keine richtige Musik ist. Der Erfolg verbessert Ravels persönliche Situation nicht. Er verfällt zunehmend, die Ärzte können nicht mehr helfen.

Boléro stellte ich Ihnen letztes Jahr in einem anderen Zusamnenhang vor. Deshalb hier eine andere Komposition von Ravel

Morgen wird es super easy oder auch nicht.

Hätte es nicht besser schreiben können

Am 3. Januar beendete ich dieses Buch,

morgens am 4.1. erscheint diese Besprechung in der WAZ. Ich versuchte sie beim Schreiben meiner eigenen Besprechung zu ignorieren, kam aber immer wieder auf einzelne Sätze des Zeitungsartikels zurück. Diese Buchbesprechung ist einfach gut, warum also das Rad neu erfinden?

Zwei Anmerkungen habe ich allerdings trotzdem noch: Dieses Buch widmet sich hauptsächlich dem Jazz. Das ist eine Musikrichtung, deren Stücke ich nur dann zum Hören auswähle, wenn ich in Jazzstimmung bin. So kenne ich mich nicht sehr gut bei den einzelnen bekannten Jazzmusikern aus und war deshalb etwas schockiert, als ich las, wie viele hochbegabte Jazzmusiker in den 40er bis 60er Jahren jung gestorben sind. Welchen Stellenwert hätte der Jazz in unseren heutigen Gesellschaft, wenn diese große Zahl an Künstlern lange gelebt hätte und unseren Musikgeschmack viel mehr hätte beeinflussen können?

Das Buch basiert auf Texten und Musik aus zwei Radiosendungen, die Willemsen zu Lebzeiten bestritten hat. Wenn man es liest, will man sofort die Lieder hören, ja muss sie hören, um Willemsens Texte noch besser goutieren zu können. Ich weiß nicht, ob das Buch wirklich so viel teurer geworden wäre, wenn man eine MP3 CD mit den besprochenen Liedern beigelegt hätte. Auf Spotify gibt es eine von einem Privatmann zusammengestellte Playlist mit fast allen Stücken, nur muss man sich bei Spotify anmelden. Wäre eine pfiffige Idee vom Fischer Verlag gewesen, diese Playlist auf der Homepage bereitzustellen, auch gerne gegen eine Gebühr. Die beiden CDs, die mit einigen Texten und Musikstücken. veröffentlicht wurden, haben den Stellenwert zum Buch wie eine Vorspeise zur Hauptspeise.

Ich schicke Sie jetzt in ein langes Wochenende, bin am Dienstag wieder für Sie da. Tschüss!

 

„Meine“ Instrumentenmischung

Zwei Lieder, die mit einer Trommel und einem Klavier gespielt werden, diese muss ich einfach gut finden…Dieses ist ein schönes Stück für eine Miniauszeit.

Nummer zwei ist eher etwas, um aufgepeppt zu werden, wenn man einen Durchhänger hat.

Morgen präsentiere ich Ihnen das Resultat einiger „Leserbriefe“.