Treffen mit Hugo auf „Innerfrench“ (Französischstunde Nr. 29 )

Letzte Woche habe ich Ihnen dieses Buch empfohlen:

Vorgestern bekam ich nun von Hugo zu diesem Titel unerwartet eine Kurzrezension und ein Beispiel, wie man die 1% Methode anwenden kann. Musste schon ein bisschen schmunzeln.
Wer ist Hugo? Hugo kommt aus Frankreich. Seine Freundin ist Polin und so ging er vor mehreren Jahren nach Warschau und unterrichtet dort seitdem Französisch. Während er selbst Polnisch lernte merkte er, dass Podcasts ihm dabei am besten halfen. Er fasste daraufhin den Entschluss, selbst Podcasts zu produzieren, die das Französischlernen unterstützen.

Auf seiner Internetseite https://innerfrench.com/

findet man inzwischen über achtzig Beiträge. Alle dauern ca. eine halbe Stunde und die Themen haben ein breites Spektrum. Es geht z.B. um „Lernen und Sprache“, „Französischer Alltag“ oder „ Was ist gutes Leben?“. Sehr motivierend ist die Tatsache, dass Hugo langsamer spricht als normalerweise in Frankreich üblich und man ihn deshalb gut versteht. Das Niveau ist für „Intermediate Learners“ gedacht. Die Texte der Podcasts kann man nachlesen, was sich auf jeden Fall lohnt, denn Hugo gibt zwischendurch auch immer wieder Tipps für umgangssprachliche Ausdrücke im Alltag oder er verweist auf andere Internetseiten, die fürs Französischlernen auch interessant sind. Hier nun die 1% Methode beim Französischlernen:

Nicht wundern, dass der Titel in englischer Sprache ist, es wird französisch gesprochen.

Neben den Podcasts bietet Hugo inzwischen auch noch eine Reihe von Videos an, die ebenfalls gut zu verstehen sind. Auch dazu ein Beispiel:

Ab Mai/Juni findet auch wieder ein Online-Kurs auf seiner Internetseite statt. An diesem habe ich bisher noch nicht teilgenommen.

Mein französischer Weihnachtstisch

Ich habe in unserer Wohnung zwei weihnachtliche Tische, mit denen ich meine Vorfreude auf die Feiertage nach und nach erhöhe. Dieser ist der kleine Tisch:

Jeden Tag esse ich eine Madeleine (ist quasi ein französischer Adventskalender) und blättere dabei ein bisschen in den Parisbüchern. Der Tintin Comic und das Reclambändchen werden u.a. meine Feiertagslektüre sein. Den Paris-Armreif schenkte mir eine liebe Freundin, das SW-Foto erinnert mich an einen weiteren schönen Parisaufenthalt. Die Dame mit dem Hündchen-Karte ist eine Wackelkarte, wenn man sie bewegt, wird Madame auch mal sehr schlank. (Vor und nach Madeleinegenuss).
Der Tisch ist meine Art, das Fernweh etwas einzudämmen.
Das Samstagrätsel hilft auch dabei. Es dreht sich um Wörter, die aus dem Französischen in die deutsche Sprache übernommen wurden. Finden Sie bei diesem Silbenrätsel die 15 Wörter? Um es etwas leichter zu machen, fangen die Silben der Wortanfänge mit großen Buchstaben an:

Kar – heur – Sou – don – Pro – pas – Ti -ge- te – Char – tier – na – Bla – gon – mee – de – Ma – ment – Par – Pen – sü – nir – ra – dant – me – Faux -ga – meur – ma – ge – Mal – ve – de – Me – rot – na – Re – to – En – ge – Jar

Jetzt kommen die Lösungen vom letzten Samstag:

„Welcher Familienname ist in welcher Stadt am häufigsten vertreten?“ Das war die Frage der letzten Woche. Wie sieht Ihre „Richtigquote“ aus?

Kiel = Petersen / Rostock = Schmidt /  Oldenburg = Janssen /  Osnabrück = Meyer Siegen = Schneider / Aachen = Schmitz /  Cottbus = Lehmann /  Frankfurt (Oder)  = Schulz / Bauzen = Richter / Regensburg = Bauer / Rosenheim = Huber

Wenn Sie auch einen weihnachtlichen Hot Spot haben, dann wünsche ich Ihnen dort einen schönen dritten Advent!.

Lernen für Tagträumer (Französischstunde Nr. 27)

Sich an schöne Urlaube erinnern, gute Laune bekommen und gleichzeitig dabei etwas lernen? Bei mir funktioniert das seit ein paar Tagen ganz gut- hier meine Idee:
Auf der Internet-Plattform Pinterest gibt es zig Anregungen in wohlportionierten Häppchen, um französische Grammatik oder Vokabeln zu lernen. Man kann sich als Benutzer*in auf einer sogenannten Pinnwand die interessantesten Lerneinheiten selbst zusammenstellen. Ich habe das gemacht, allerdings platziere ich zwischen den Lernkästchen Fotos von vergangenen Frankreichurlauben. Gerne sehe ich mir diese Bilder immer wieder an und verliere mich ein bisschen in Erinnerungen. Dabei lese ich mich aber auch fest bei französischen Redewendungen, Gedichten oder Tabellen mit Besonderheiten der französischen Sprache. Hier können Sie meine Pinnwand „Frankreichliebe“ besuchen: https://pin.it/2ojTGi7

Noch Lust auf einen vielleicht etwas „schrägen“ Lerntipp? Mir fiel es in der Vergangenheit oft nicht leicht, zweimal am Tag meine Zähne die jeweils geforderten 3 Minuten zu putzen. Mir kamen die 3 Minuten immer wie 15 Minuten vor und ich wurde schnell ungeduldig. Jetzt nehme ich mir dabei immer einen kleinen Stapel von ca. 20-30 Vokabelkärtchen vor und schaffe die 3 Minuten ohne Probleme= 1. Erfolgserlebnis. 2. Erfolgserlebnis: Bei den Vokabeln bleibt tatsächlich etwas hängen…

Pffft, pffft-machen wir es den Franzosen nach!

Vor einer Woche schrieb ich über die Sendung „Karambolage“ und stellte Ihnen u.a. zwei kleine Filme vor, die in früheren Karambolage-Sendungen schon gezeigt wurden. Einer dieser beiden Filme beschäftigte sich mit dem „Brumisateur d‘eau“, einer kleinen Flasche mit Wasser, die wohl in jeder Handtasche einer Französin und in jedem Handschuhfach eines Franzosen zu finden ist. An heißen Sommertagen schwören unsere Nachbarn auf die Erfrischung durch das Besprühen des Gesichts mit Wasser.
In dem Film kam die Verwunderung zum Ausdruck, dass diese Methode der Abkühlung in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Das wollte ich so nicht auf mir sitzen lassen und schnell war ein geeignetes Gerät gefunden, um mein Gesicht zu umnebeln: Der Wasserbestäuber für meine Zimmerpflanzen. So besprühte ich mich und der Kühleffekt war eindeutig zu spüren, noch besser war es, das Gesicht danach in den Wind eines Ventilators zu halten.

Ich schaffte mir drei von diesen kleinen Flaschen à 100ml an und deponierte sie in der Tasche, im Auto und ….in der Nähe meiner Katze. Sie erinnert mich jetzt mehrmals am Tag vehement an ihre Wasserportion auf dem Rücken.
Das Wasser meiner beiden Flaschen „veredelte“ ich noch mit ein paar Tropfen Lavendel-und Orangenöl….Urlaub!
Gut, wenn man mal über den Tellerrand guckt.

Ein trockenes Rätsel

Passend zur Hitze und Trockenheit heute mal wieder eine Gehirnjogging-Aufgabe aus der Rubrik Sprache. Was kann alles trocken sein? Beispielsweise der Mund, das Wetter oder die Hefe. Finden Sie noch weitere Möglichkeiten?

Letzte Woche zeigte ich Ihnen dieses Foto und wollte wissen, zu welchem Autotyp es gehört.

Hier die Auflösung:

Es ist ein Citroen aus dem Jahr 1956

Eigentümliche Wandlung

Gestern erzählte ich Ihnen vom Film „Die Tänzerin“ und erwähnte dabei Isadora Duncan, die im Film keine rühmliche Rolle spielt. Das machte mich neugierig, denn „die Duncan“ wird als Wegbegleiterin des modernen Tanzes von vielen Menschen verehrt. So nahm ich mir ihre Autobiografie vor.

Kurz zu der Lebensgeschichte: Isadora wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Die Eltern haben sich scheiden lassen und die Mutter muss danach als Klavierlehrerin für ihre vier Kinder Geld verdienen. Es ist ein chaotischer Künstlerhaushalt, in dem die Familie oftmals nichts zu essen hat, sich aber mit geistiger Nahrung am Leben erhält und jedes Kind seinen Neigungen nachgehen kann. Bei Isadora ist es der Tanz und im Buch ist zu lesen, dass sie schon im Grundschulalter anderen Kindern Tanzunterricht gegeben hat. Im Gegensatz zum gängigen klassischen Ballett bewegt sie sich auf natürliche Weise und tanzt Figuren zu klassischen Musikstücken. Die Familie ist von Isadoras Talent überzeugt und kämpft dafür, dass man ihren Tanz als Kunst anerkennt. Erst in kleinen Schritten, dann in immer größeren wird Isadora bekannt, nach einigen Jahren ist sie ein Star. ( Zu dieser Zeit kommt sie zu Loïe Fuller-siehe den Beitrag von gestern-irgendetwas stimmt da nicht…). Ihr Bruder Raymond liebt das Theater, beide haben eine Leidenschaft für die griechische Antike und so tritt Isadora nur noch in einer Tunnika gekleidet auf und beide beschließen, in Griechenland einen eigenen Tempel zu bauen, wo sie dann ihre Künste zeigen wollen. Während Raymond in Griechenland bleibt, kehrt Isadora nach Deutschland zurück und eröffnet in Berlin eine Tanzschule für Kinder. Zwanzig Kinder leben und arbeiten mit ihr und Isadoras Schwester Elisabeth.

Um ihre Projekte finanzieren zu können, geht Isadora immer wieder auf Tournee. Heiraten würde sie nie, aber in einem schon etwas reiferen Alter hat sie diverse Liebschaften mit Bewunderern, darunter dann auch die Väter ihrer drei Kinder. Bei jeder Schwangerschaft steht sie vor der Entscheidung: Liebe oder ihre Kunst. Sie entscheidet sich für ihre Kinder, aber es ist immer ein Drahtseilakt, denn ihre Tanzkunst bedeutet ihr alles.

Das Ende der Duncan ist tragisch. Gezeichnet von Alkohol und Krankheit lebt sie in Nizza, wie immer pleite und auf die Hilfe von anderen angewiesen. Bei einer Autofahrt in einem Coupé verfängt sich ihr langer Schal in einem Reifen und stranguliert sie.

Dieses Buch hat Isadora Duncan geschrieben, um ihre leere Kassen aufzufüllen. So muss man ihrer Lebensbeichte mit einiger Skepsis gegenüber treten, denn wie sie selbst schreibt wünschte sich der Verleger weniger Tanztheorie dafür mehr skandalöse Stellen. Ich bewundere sie, weil sie zeitlebens an sich und ihre Tanzkunst geglaubt hat und sich nur sehr wenig um irgendwelche Konventionen geschert hat. Dreiviertel des Buches mochte ich aber nicht, denn ihr Erzählton schwankt zwischen Überheblichkeit, Narzissmus und Naivität und nervte mich. Erst zum Ende hin, als es um ihre Kinder geht, schreibt sie berührend und ich war erstaunt über ihre Wandlung, auch nachdenklich und selbstkritisch schreiben zu können.

Wer nicht lesen, sondern lieber gucken möchte:

Bis morgen!

Lieblingswörter der Franzosen-Die Auflösung

Welche Wörter mögen Franzosen am liebsten in ihrer Sprache, das war gestern die Rätselfrage. Hier sind Platz 1-5:

Pamplemousse-Amour-Papillon- Coquelicot- Chocolatinee

Ein bisschen überraschend, oder?

Morgen mache ich eine Pause, denn ich habe einen Co-Autoren für meinen Blog gefunden und er stellt sich morgen vor. Übermorgen geht es dann weiter mit mir weiter.

Lieblingswörter der Franzosen (Französischstunde Nr. 20)

Gestern nannte ich Ihnen meine französischen Lieblingswörter, heute möchte ich gerne wissen, welche Wörter die Franzosen in ihrer Sprache am liebsten mögen. Diese fünf Wörter nahmen die ersten Plätze ein, aber welches steht auf Platz 1, Platz 2 usw- das möchte ich gerne von Ihnen wissen.

Coquelicot-Amour-Pamplemousse-Chocolatinee-Papillon

Die Auswertung beruht auf einer Befragung auf Instagram und es gab ca. 420 Antworten. Die oben genannten fünf Wörter hatten einen weiten Vorsprung vor anderen. Morgen Abend nenne ich Ihnen die Reihenfolge.

Zu viel Ehrfurcht

Im Herbst 2014 erhielt Patrick Modiano den Nobelpreis für Literatur. Wie jedes Jahr nach der Vergabe des Preises stürzten sich zahlreiche Kunden meiner Buchhandlung auf die Bücher des aktuellen Preisträgers. Alledings hörte ich dann relativ schnell, dass seine Romane keine leichte Kost seien und manche Käufer lasen die Bücher nicht zuende. Ich hatte von Modiano noch nichts gelesen, die Aussagen der Kunden trugen nicht dazu bei, dies zu ändern.

Dieses Hörbuch nahm ich aus der Bücherei mit nach Hause- jetzt hast du Muße, dich mit Herrn Modiano auseinander zu setzen, dachte ich mir. Und war sehr überrascht. Der Roman umgarnt den Zuhörenden sofort und man wird hineingezogen in diese Geschichte: Der Schriftsteller Jean Daragne, Anfang 60, bekommt von einem jungen Mann namens Gilles einen Anfuf, dass dieser Daragnes Adressbuch wiedergefunden hätte. Sie treffen sich zur Übergabe. Der junge Mann ist in Begleitung von seiner Freundin Chantal, die einen fast ängstlichen Eindruck macht. Gilles hat auch eine merkwürdige Art an sich, so dass Daragne, als Gilles ihn fragt, was er zu dem Namen Guy Torstel in seinem Adressbuch zu sagen hat, sehr irritiert ist. Gilles erklärt, dass Torstel im Zusammenhang mit einem Verbrechen steht, über das er eine Reportage schreiben will. Daragnes kann zunächst mit dem Namen Torstel nichts anfangen, verspricht aber, nachzudenken und sich zu melden. Bevor er Gilles wieder anruft, meldet sich allerdings dessen Freundin Chantal und warnt Dardagne vor Gilles und dessen große Hartnäckigkeit. Dardagne, der sehr zurückgezogen lebt, schwankt zwischen Angst, Ablehnung aber auch Neugierde und trifft sich trotz Warnung erneut mit Gilles. Gilles bedränkt ihn weiter und gibt ihm als Beweis alte Polizeiakten, die Dardagne sich durchlesen soll. Dardagne will nicht, tut es dann aber doch und ganz, ganz langsam schleichen sich Erinnerungen in seinen Kopf, aber noch mehr Fragen kommen hoch.

Wenn man die Ehrfurcht vor dem Werk eines Nobelpreisträgers vergisst, kann man dieses Buch einfach als anspruchsvollen Krimi lesen, bzw. hören. Man kann dieses Buch aber auch so interpretieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Damit_du_dich_im_Viertel_nicht_verirrst

Mir haben die drei CDs spannende Stunden beschert, das Kopflastige habe ich dabei einfach mal ausgeblendet.

Ich mache eine Wochenendpause, am Montag erwarten Sie afrikanische Momente.