Wenn Düfte zu Farben werden (2)

Letzte Woche schrieb ich über ein kleines Experiment. Meine Versuche bestanden darin, nicht benannte Düfte in Farben umzusetzen. (Link zu dem Artikel siehe unten). Heute zeige ich Ihnen vier Bilder. Ich habe zu jedem Duft eine Farbpalette angelegt und mit den Farben einer Palette ein Bild gemalt, das die Eindrücke, die ich bei dem Riechen eines Dufts sammelte, darstellen sollte.


Erst nach dem Malen der Bilder sah ich nach, mit welchen Düften ich es zu tun hatte. Zwischen „Punktlandung“, völligem Versagen meiner Nase und „na ja, ist ok“ konnte ich wählen.
Dies waren die Düfte: Pfefferminze, Paprika, Magic Beeren-Tee und Malve/Hibiskustee: Welches Bild passt zu welchem Duft?

Ich fange mit der schlechten Nachricht an: Oben rechts…Nein, es sind nicht die Beeren, es ist Pfefferminze…Nix Grünes. Ich mag den Pfefferminzgeruch sehr, doch diese anonyme Mischung empfand ich als unangenehm und sie belegte meine Lunge. Deshalb unten kleine erdrückte Lungenbläschen.

Oben links: Malve- ich kam mir ein bisschen wie in einem Dschungel vor.
Unten rechts: Magic Beeren. Ich fand den Duft schneidend, deshalb habe ich im unteren Bereich zackige Eisschollen gemalt, der „Duftabgang“ war dann frisch.
Unten links: Paprika!

Mir hat dieses Experiment viel Spaß gemacht. Komme ich demnächst mal bei einem Teeladen vorbei, werde ich nicht sofort auf die Tütenbeschriftungen sehen, sondern erst einmal meine Nase arbeiten lassen und die Augen schließen.

Wenn Düfte zu Farben werden (1)

Im Februar schrieb ich über eine Ausstellung zum Thema „Duft“, die ich zusammen mit meiner Freundin besuchte. (s. unten „ Duft-Challenge für ein Jahr). Uns beide hat das Thema seitdem nicht mehr losgelassen und so bekam ich vor Kurzem von meiner Freundin eine Duftbox zur Verfügung gestellt. Diese Box enthält zehn nummerierte Gläser, darin befindet sich jeweils ein schwarzes Säckchen mit einem unbekannten Duftträger.

Die Idee dahinter ist, an einem Glas zu riechen und dann zu versuchen, die Eindrücke in Farben darzustellen ohne zu wissen, um welchen Duft es sich handelt.(In der Box befindet sich eine Liste, auf der hinter jeder Nummer der Duft notiert ist, dieses Blatt Papier legte ich aber schnell bei Seite, um nicht beeinflusst zu werden). Auf vorbereiteten Aquarellpapierstücken kann man die verschiedenen Farbempfindungen aufmalen.

An einem Samstagnachmittag fing ich an, saß im Wintergarten bei offener Tür, die Sonne schien, ein leichter Wind wehte in den Raum. Ich griff mir wahllos ein Glas, es war die Nummer 9, schraubte es auf und roch daran. Was für ein Duft! Mein erster Eindruck: Sehr intensiv, unangenehm schneidend, etwas beißend, aber auch frisch. Mir kam der Duft bekannt vor, aber ich konnte ihn nicht zuordnen. Um ihn aufzuschlüsseln, roch ich im nächsten Schritt nur mit dem rechten Nasenloch. Der Duft war viel schwächer und es kam eine erdige Komponente dazu. Mal roch ich mit offenen, mal mit geschlossenen Auge, auch das machte einen Unterschied aus. Nur mit dem linken Nasenloch riechend, empfand ich wieder diese kratzige Schärfe und ich verband damit das Bild von scharfen Eisschollenkanten. Doch die Frische mit einem Hauch von Zitrone übernahm wieder die Oberhand und dieser Eindruck blieb dann auch bis zum Schluss.

So sieht diese Farbkarte aus. Auf der rechten Seite gehören die unteren vier Kästchen dem rechten Nasenloch, daneben dem linken, die oberen vier Felder zeigen das Ergebnis des kompletten Empfindens, wobei oben rechts das Endergebnis zu sehen ist.

Am nächsten Morgen öffnete ich erneut das Glas…Hallo Nase, bist du schon wach? Ich erlebte einen feinen Duft, bei dem ich nur mit viel Konzentration die Ingredienzien wiederfand, die ich einen Tag zuvor erschnüffelt hatte. Jetzt war das zweite Farbfeld von oben rechts das passende.

Ein neues Glas:

Die erste Wahrnehmung bei Glas Nr. 5: Meine Lungen werden zugedeckt, was ich als sehr unangenehm empfand. Aber mir kam sofort ein bräsiges dunkles Lila in den Sinn. Beim mehrmaligen Riechen ploppten dann Bilder von Himbeeren auf, in die sich aber immer mehr Blaubeeren vermischten. Konkret zuordnen konnte ich den Duft nicht.
Mein morgendlicher Eindruck am nächsten Tag war auch ein anderer. Jetzt tauchte plötzlich etwas schmierig Braunes auf und das dritte rechte Farbfeld von oben entsprach meinen Empfindungen.

Glas Nr. 7 öffnete ich am Sonntag. Der selbe Sitzplatz, aber keine Sonne und kein Wind. Der Duft war bei weitem nicht so intensiv wie am Vortag. Ich vermute, dass es mit der Wärme der Sonne zusammenhängt.
„Das ist ein Konfettiduft“, war mein erster Gedanke. Sofort sah ich mehrere Farben in Punkten, völlig ungeordnet, die Farbe Orange war etwas dominierend. So trug ich auf dieser Karte die Farben auch ungeordnet ein:

Glas Nr. 1 (Die Sonne schien wieder, ein leichter Wind wehte): Für mich ein fast eindeutiger grüner Duft, die Feldaufteilung richtet sich hier wieder nach den verschiedenen Eindrücken meiner beiden Nasenlöcher.

Ich habe bisher noch nicht auf den Zettel geguckt, was für Düfte es sind, mit denen ich mich beschäftigt habe. Vielleicht möchten Sie ja mitraten?
Über den zweiten Teil des Experiments schreibe ich am Freitag. Es besteht darin, aus den jeweiligen Farbtabellen ein abstraktes Bild zu malen, das den Duft beschreibt. Ja und dann gucke ich auf die Liste und bin schon sehr gespannt, ob die Bilder den Duft wiedergeben.

Duftduschen

Vor einigen Wochen schrieb ich einen Betrag zu einer Ausstellung zum Thema Duft. (Siehe unten unter „Duft Challenge“). Dieses Thema beschäftigt mich weiter.
Wie unter einer Duftdusche komme ich mir z.Zt. vor, wenn ich im Garten unter diesem Blauregen stehe. Herrlich! Der Flieder steht schon in Lauerstellung und wir den Blauregen in den nächsten Tagen ablösen.

In der Ausstellung lernte ich den Duft von Benzoin kennen und lieben. Dieser Duft wird aus Harz des Styrax-Baumes gewonnen.

Ich kaufte mir das Harz, wollte den Duft aber nicht in Rauch aufgehen lassen, sondern mischte mir einen Raumduft. Dazu zermalmte ich 5 g des Harzes sehr fein in einem Mörser und schüttete das Pulver danach in 50 ml Jojobaöl und rührte alles um. Das Öl musste danach 48 Stunden in einem dunklen Raum ziehen, nur ab und zu sollte es gut durchgeschüttelt werden.
Jetzt habe ich einen dezenten Benzoin-Raumduft.

Am besten eignen sich Rattanstäbchen zum Verteilen des Duftes.

Die mir selbst gestellte Duft-Challenge „Finde jeden Tag einen neuen Duft“, konnte ich bisher erfüllen. Lebensmittel- oder Kosmetikdüfte gibt es natürlich viele, aber es gibt auch noch andere:

Hier eine kleine Auswahl:
Bohnerwachs
Brennendes Holz
Zahnarztpraxis
Pommesbude, an der man bei einer Radtour vorbei fährt
Ein nasser Hund
Chlorduft im Schwimmbad
Frisch geteerte Straße
Buchhandlung am Montagmorgen, nachdem sie zwei Tage nicht gelüftet wurde
Regennasse Erde


„Duft Challenge“ für ein Jahr

Am vorletzten Sonntag besuchten meine Freundin und ich im Düsseldorfer Kunstpalast die Ausstellung „Die geheime Macht der Düfte“. Wir waren und sind von dieser Ausstellung, die wir uns 2 1/2 Stunden ansahen, derart begeistert, dass ich Ihnen einen Besuch sehr ans Herz legen möchte.
Man kann sie noch bis zum 22. März 25 besuchen. Sie ist in ihrer Konzeption auf der Welt wohl ziemlich einzigartig, das erfährt man in dem kurzen Einführungsvideo auf der Kunstpalastseite im Internet. In dem Video erklärt der Ausstellungskurator Robert Müller-Grünow, wie vielfältig das Thema Duft ist, welche Quellen er hinzugezogen hat und gibt einen Ausblick, wie der Einsatz von bestimmten Düften zukünftig immer mehr ein Thema in der Medizin sein wird.
Hier wird die Ausstellung beschrieben und das Video gezeigt:

https://www.kunstpalast.de/de/event/duefte

Ich hatte mich auf die Ausstellung nicht vorbereitet und erwartete eher eine nüchterne wissenschaftliche Darstellung über die Geschichte und die Erzeugung von Düften. So war ich überrascht, diese Ausstellung als integrierten Teil der permanenten Ausstellung des Kunstpalastes vorzufinden. In ca. 30 Räumen wurden verschiedene Aspekte von Düften dargestellt und die Kunstwerke korrespondierten mit diesen Aspekten. Dazu gab es jeweils verschiedene Duftstationen, wo Besucher Düfte „nasennah“ erfahren konnten. So toll!

Bekannte natürliche und chemische Düfte (z.B. der Duft des Waldes, 4711 versus Farina) wurden neben neu komponierten Düften präsentiert. Bei den Kompositionen waren einige alte Düfte dabei, die man anhand von historischen Quellen erstmals riechbar gemacht hat.

Hier ein paar Eindrücke zur Ausstellung:

Oben rechts: Zwei von ca. 20 berühmten Parfüms, die es heute noch gibt.
Der Duft Benzoin erinnerte mich an meine Kindheit.
Unten drei sogenannte Pomander, an denen man riechen konnte.
Wie hat sich der Duft von „Persil“ seit 1959 verändert? 1959 roch es ziemlich chemisch, 1986 eher blumig, 2000 angenehm neutral, 2025 „frisch“.

Mich lässt das Thema „Duft“ seitdem nicht mehr los, denn ich wurde durch die Ausstellung mal wieder daran erinnert, wie sehr Düfte das Leben bereichern können. Deshalb habe ich mit einer 365 Tage – Duft – Challenge angefangen: Jeden Tag einen anderen Duft bewusst wahrnehmen und notieren. Ich weiß nicht, ob ich das ein ganzes Jahr schaffe, aber wenn es drei oder sechs Monate sind, ist es auch gut, denn dann habe ich meine Nase trainiert.
Beim Riechen ist mir jetzt schon klar geworden, dass das Notieren auch etwas wie ein Tagebuch ist, denn durch Tätigkeiten tauchen plötzlich Düfte auf. Hier die Düfte der letzten achte Tage:

1.3.25: Hibiskusteeduft
2.3.25: Modriger Duft (Gartenteich entschlammt)
3.3.25: Duft einer ausgepustete Kerze (wir waren auf einer Geburtstagsfeier)
4.3.25: Duft von Pizza Funghi
5.3.25: Frische Bärlauchblätter
6.3.25: Der Duft im Innenraum eines Fahrstuhls
7.3.25: Der Duft von „Rotbäckchen“ (Ein Getränk aus meiner Kindheit)
8.3.25: Wick Vaporub

Wochenenden mit Tee, Duft und dem Wissen von koptischen Mönchen

Vorletzten Sonntag besuchte mich meine Freundin, um meiner Kollegin und mir eine Buchbindung zu zeigen, die von koptischen Mönchen in Ägypten (ca. 300 n. Chr.) erstmals angewandt wurde.
Bei dieser Buchbindung werden sogenannte „Signaturen“ (mehrere gefaltete Blätter, die ineinander gelegt werden) mit einer Art Kettenstich zusammengenäht. Wir brauchten ca. 3 Stunden, um unsere ersten beiden koptischen Bücher fertig zu stellen.

Fotocollage: Unten ein paar Schritte während der Herstellung: Links: Mit einer Ahle und einem Lochlineal werden Löcher mit gleichmäßigem Abstand in die Signaturen gestochen. Mitte: Der Buchdeckel wird für das Lochstanzen vorbereitet. Rechts: Die genähten Signaturen mit dem Buchdeckel zu verbinden ist der kniffligste Teil.

Es gibt diverse Möglichkeiten, ein Buch mit einer koptischen Bindung zu versehen. Dieses Video erklärt es fast genauso, wie wir es am Sonntag gelernt haben.

Stolz, auf den Spuren der Mönche gewandelt zu sein und nun zwei koptische Bücher zu besitzen, machte ich mir dann Gedanken, was ich mit den Büchern anfange.
Das Buch mit dem braunen Deckel wurde gestern mein Teebilderbuch.


Kleine handgeschöpfte Papierquadrate beträufle ich mit schwarzem Tee, lasse diesen dann zerfließen oder bespritze mit einer in Tee eingetauchten Zahnbürste das Papier. Daraus ergeben sich zufällige Teeflecken, die mich nach längerer Betrachtung zu Bildern inspirieren. Die Teeflecken ergänze ich mit Aquarellfarben und feinem Filzstift.

Das zweite Buch hat als Deckel ein gefaltetes Aquarellpapier, wie oben links zu sehen ist.

Ein Duftbuch sollte es werden!
Zuerst bemalte ich das Aquarellpapier und ließ es trocknen. Dann stach ich vorne und hinten jeweils kleine Löcher in die Deckelseiten. (Oben rechts sieht man die Rückseite des Buches). Dritter Schritt: Ich verteilte zwischen den beiden Seiten vorne und hinten getrocknete Blätter einer Zitronenverbene (Fotos unten). Jetzt musste der Deckel nur noch zugenäht werden.

Die Farben der Perlen des Lesezeichens stehen für mich für verschiedene Duftquellen wie z.B. bei blau für Meer, weiß für Maiglöckchen oder grün für Pfefferminztee.


Das Büchlein duftet herrlich und ist wie gemacht für das Sammeln von Urlaubs- oder Sommereindrücken oder als Buch, in dem ich „Duft“ Erinnerungen notiere.

Fliegende Taxis ab 2026 (Dubai Nr. 2)

Hier nun mein zweiter Bericht über die Dubai Reise, ich erzähle vom Museum der Zukunft.

„Wir werden nicht Hunderte von Jahren leben, aber wir können etwas schaffen, das Hunderte von Jahren überdauert .“ „Die Zukunft gehört denen, die in der Lage sind, sie sich vorzustellen, zu entwerfen und zu bauen. Die Zukunft wartet nicht. Die Zukunft kann heute entworfen und gebaut werden.“ Diese Worte stammen von Scheich Mohammed bin Rasched Al Maktoum, dem derzeitigen Herrscher von Dubai.

Der emiratische Künstler Mattar bin Lahej ist für 14.000 Meter arabischer Kalligrafie auf der Fassade des Museums verantwortlich. Diese Kalligrafie dient dem Gebäude als Fenster.

Aber was innen gezeigt und geboten wurde, war teilweise auch atemberaubend.

Das rechte Bild ist keine Kopie aus einem Science Fiction Film, sondern ein Plakat für Lufttaxis, die ab 2026 in Dubai eingesetzt werden. Dann gibt es mitten in der Stadt einen Bahnhof für fliegende Taxis!

Kommt man in die Eingangshalle des Museums, kann man sich direkt von einem Roboter einen Kaffee machen lassen oder man kreiert mit Hilfe von KI sein eigenes Parfüm.

Besucher fahren in einem Aufzug in die oberste Etage des Museums. Der Aufzug ist kein Nullachtfünfzehnaufzug, sondern ist einer Weltraumkapsel nachempfunden und bei der Fahrt nach oben fliegt man quasi ins Weltall und guckt auf die Erde. Es hat aber nicht nur ein Ortswechsel stattgefunden, sondern auch ein Zeitwechsel, denn jetzt befinden sich die Besucher im Jahr 2071. Angekommen, werden die Besucher mit verschiedenen Szenarien konfrontiert, was 2071 alles Realität sein könnte. Das war mir zu etwas zu spekulativ, aber eine Etage tiefer wurde es dann konkret für unsere heutige Welt.

Fotocollage: Ein Archiv für Samen und DNA vieler Lebewesen, wie beispielsweise Löwenzahn, Libelle oder Kaktus.

Auf einer anderen Etage ging es um die Weiterentwicklung der Technik in den nächsten Jahren. Hier eine kleine Auswahl:

Fotocollage: Oben links ein Roboterhund, der beim Gassigehen die Hinterlassenschaften des lebenden Hundes aufsammeln und direkt kompostieren könnte. Rechts daneben: Die neue Generation des Käfers, selbstverständlich selbstfahrend.
Unten links: Ein Model für die zukünftige platzsparende Anordnung von Solarmodulen. Der Turm in der Mitte speichert direkt die Energie. Rechts daneben: Eine leistungsstärkere Windräderanlage mit der Höhe eines einzelnen Windrades.

Es gab noch viele beeindruckende Naturvideos und auch dem Thema Duft wurden zwei Räume gewidmet.

Im oberen Raum sollte man einen blumenartigen Duft mehrmals tief einatmen. Laut Aussage des Museumsangestellten wären die Museumsbesucher dank des Dufts nunmehr miteinander verbunden. Im nächsten Raum konnte man diese Verbundenheit bei sphärischen Klängen dann spüren- oder auch nicht.

Was ich wirklich furchteinflößend fand war dieser humanoider Roboter:

Die Dame könnte auch so aussehen…

Zum Schluss noch fünf „Zukunftsanwendungen“ außerhalb des Museums:

Fotocollage: Oben links: Auch die Begrünung von Häusern wird in Dubai vorangetrieben. Darunter: Eine mit Sonnenenergie betriebene Wasserpumpe in der Wüste. Links unten: Die Bushaltestellen haben oft klimatisierte Wartehäuschen, ebenfalls mit Sonnenenergie betrieben.
Rechts oben: Kein Papier mehr beim Museumsbesuch. Die Zahlungsquittung erscheint auf dem Bildschirm (links), danach fotografiert man diese ab (rechts) und zweigt beim Eingang dem Museumswärter das Foto.
Rechts unten: Hier gibt es bereits einen Uber-Bahnhof und es wir angezeigt, wann die nächsten Uberfahrzeuge bereitstehen.

Als wir vom Rückflug in Düsseldorf landeten, fühlten wir uns ein bisschen ins Mittelalter zurückversetzt. Auch bei diesem Urlaub stellte sich dann umgehend das „Ach, wir sind wieder in Deutschland“ Gefühl ein, als wir von deutschen miesepetrigen Gesichtern empfangen wurden. (Auch was Freundlichkeit angeht, ist Dubai uns weit überlegen):

Aber man muss auch die Kehrseite der Medaille sehen. Bei einem Gespräch mit einer Polin, die seit ca. 4 Jahren in Dubai lebt, wurde mir das besonders klar. Sie betonte, dass es immer besser sei, in einer Demokratie zu leben und nicht von den Launen eines Mannes abhängig zu sein, eben Scheich Rasched Al Maktoum- s.o. Wer mehr über ihn wissen möchte: http://Scheich Mohammed bin Rasched Al Maktoum.

Nächste Woche besuche ich mit Ihnen die Louvre Dependance in Abu Dhabi.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihre Nase gelobt?

Im ersten Kapitel dieses Buches

schreiben die Autoren ein Hohelied auf unsere Nase. In unserer Nase befinden sich 20 Millionen (!) Riechzellen, die sich ca. alle vier Wochen erneuern und Düfte wahrnehmen. Diese werden an 400 Riechrezeptoren weitergeleitet, die einen Duft analysieren. Diesen „Job“ macht unsere Nase ununterbrochen, selbst in der Nacht bei jedem Atemzug. Das ist wichtig, denn die Interpretation der Düfte kann für uns lebenswichtig sein, wie z.B. bei Rauch, Gas oder ätzenden Gerüchen. Bei Gestank versucht die Nase, das Riechen herunterzufahren, bei angenehmen oder leckeren Düften intensiviert sie ihre Arbeit. So kommen auch besondere Geschmackserlebnisse zustande, die Geschmacksknospen auf der Zunge könnten dies alleine gar nicht leisten. Was wären wir also ohne unsere Nase?
Nach dem ersten Kapitel war ich von dem Buch schon sehr angetan, aber es sollte sich noch steigern. So erfährt man, dass es nicht nur in der Nase, sondern auch in anderen Organen Riechrezeptoren gibt. Diese Erkenntnis hat die Wissenschaft noch nicht sehr lange und daraus ergeben sich große Forschungsmöglichkeiten. Die beiden Autoren arbeiten an der Bochumer Ruhr- Universität auf diesem Gebiet und geben mehrere Beispiele: Ein Gehirntumor verlangsamt das Wachstum, nachdem er mit bestimmten Düften konfrontiert wird. Bei Asthma hebt ein bestimmter Duft die Verengung der Bronchien auf. Im Darm und im Herz gibt es Riechrezeptoren für Fette. Riecht ein Organ zu viel Fett, löst dies Krankheiten aus. Ein Antiduft kann das stoppen.

Weitere Kapitel beschäftigen sich u.a. mit den Gebieten „Tiere und Düfte“ (kann ein Tier die Krankheit eines Menschen riechen und anzeigen?), Manipulation durch Düfte in der Wirtschaft (durch Düfte werden Käufer angeregt, mehr Geld auszugeben) oder Verbesserung der Hirnleistungen durch Düfte ( kann Gehirnjogging mit Düften die Entwicklung von Alzheimer oder Demenz beeinflussen?)

Auf 141 Seiten gelingt es den Autoren, dieses sehr komplexe Thema so zu erklären, dass man es ohne medizinische Vorbildung gut versteht. Ihr Enthusiasmus für Düfte ist so groß, dass sie ein eigenes Parfüm herausgebracht haben. Es heißt „Knowledge“ und ist im Einzelhandel erhältlich.
Mein Interesse an der Wirkung von Düften hat sich vergrößert und
seit vorgestern mache ich sogar ein Experiment. Laut einer Studie mit einer großen Gruppe von Studenten soll Rosenduft das Behalten von Gelerntem verbessern. Ich habe mir ein mit Rosenöl getränktes Taschentuch in mein französisches Vokabelheft gelegt… Sollte es nicht helfen, erfreue ich mich wenigstens an dem Duft!

Was schreibt man über seinen Garten? (Französischstunde Nr. 25)

Bei unserem Französischspaziergang überlegen meine Bekannte und ich uns ab und zu ein Thema, zu dem wir uns ein paar Sätze ausdenken und dadurch dann auch neue Vokabeln lernen. Letzte Woche war der Garten als Thema dran. Was soll ich über meinen Garten schreiben? Ich ging hinaus und ließ mich inspirieren. Hier ein paar Sätze, die aktuelle Momente in meinem Garten wiederspiegeln: (Für die französische Übersetzung übernehme ich keine Garantie auf Richtigkeit!)

Oft vergesse ich die Rosenschere im Blumenbeet, danach suche ich sie stundenlang. – Souvent j‘oublie la sécateur dans la platebande de fleur. Après il me faut la chercher longtemps.

Meine Spezialität ist der verschlungene Gartenschlauch. – Ma spécialité est le tuyau d‘arrosage embrouillé.

Die Probleme mit Häuschenschnecken und Nacktschnecken haben angefangen. Um zu vermeiden, dass sie die Pflanzen abfressen, habe ich Eierschalen auf der Erde gleichmäßig verteilt. – Les problèmes avec les escargots et les limaces ont commencé. Pour éviter, qu‘ils broutent les plantes, je bien repartis les coquilles d‘œuf sur le sol.

Jetzt ist der Garten voller Düfte. Verantwortlich dafür sind der Holunder, der Sommerjasmin, der Lavendel, Vanilleblumen und die Rosen. – Maintenant le jardin est plein des odeurs. Le sureau, le jasmin d‘été, les plantes de lavande, les plantes de vanilles et des roses sont résponsables.

Wir haben keine Gartenzwerge, aber ein paar andere kleine Skulpturen. Zum Beispiel einen kleinen Teufel, der liest oder, als Souvenir, einen Pilz, den wir in den Cotswolds gekauft haben, wo diese Dekoration sehr beliebt ist. – Nous n‘avons pas des nains de jardin, mais quelques autres petites sculptures. Par example un petit diable, qui lit ou, comme souvenir, un champignon, que nous avons acheté au Cotswolds, ou cette décoration est très en vogue.

Beim Suchen nach Sätzen hatte ich plötzlich noch ein anderen Gedanken im Kopf. Ich sah eine Mohnblüte an und dachte an Gina Lollobrigida.

Da fragt man sich doch, wie das Gehirn funktioniert… Aber die Idee, welche prominente Person mir zu welcher Blume einfällt, gefiel mir und ich guckte mich noch einmal im Garten um.

Oben links: Catherine Deneuve, daneben Nina Hagen, David Niven. Unten links: Frida Kahlo, Audrey Hepburn und die Kessler Zwillinge ?

Was wissen Sie über Ihren Geruchssinn?

Hören und Sehen sind für uns die beiden wichtigsten Sinne, doch wie ist es mit dem Geruchssinn? Wäre sein Verlust ebenso dramatisch?

Vor zwei Wochen beendete ich dieses Buch:

Die amerikanische Autorin erzählt von 6 Jahren ihres Lebens. Sie hat einen schweren Unfall, als sie gerade dabei ist, zu einer sehr guten Köchin ausgebildet zu werden. Mehrere Knochenbrüche und Abrisse fordern Operationen und eine lange Heilungszeit. Doch viel schlimmer ist der anfänglich komplette Verlust ihres Geruchssinns. Augenscheinlich ihrer Zukunft als Köchin beraubt, studiert sie Journalismus und beginnt, sich intensiv mit der Welt des Riechens zu befassen. Sie besucht mehrere Professoren, die den Geruchssinn erforschen, um auf den neusten Wissensstand gebracht zu werden. Auch trifft sie den bekannten Psychologen Oliver Sacks, der über Menschen mit ausgefallenen Krankheitsbildern Bücher geschrieben hat. In einer Firma erfährt sie viel über künstliche Geruchs-und Geschmacksverstärker und nach vier Jahren, als ihr Geruchssinn fast wieder hergestellt ist, besucht sie im französischen Grasse einen Kurs zur Parfümherstellung.

Spätestens am Ende des Buches weiß man als Leser, dass der Geruchssinn überaus wichtig ist, wenn es um den Wert des eigenen Lebens und um das Zusammenleben mit anderen Menschen geht. Die Autorin erzählt von vielen Gesprächen mit anderen Betroffenen. Sie beschreiben, wie schwer es ist, nicht jeden Lebenssinn zu verlieren, wenn man nicht riechen kann.

Das Buch ist einfach und dabei sehr persönlich geschrieben. Man leidet mit der Autorin oder freut sich, wenn sie etwas Neues riechen kann oder ein Kochrezept trotz unvollständigem Geruchssinn gelingt.(Ihr Traum, Köchin zu werden, gewinnt im Laufe der Geschichte wieder an Bedeutung). Birnbaums Enthusiasmus, riechen und auch schmecken zu können, ist ansteckend und ich bemerkte, dass ich meine Nase und was sie roch, in den folgenden Tagen öfter registrierte als vor der Lektüre. So war auch der Besuch in Düsseldorf, über den ich morgen schreibe, auch etwas von dieser Leseerfahrung beeinflusst.