Litauen-Lettland-Reise Nr. 4

Nach Vilnius war unser nächstes Ziel Trakai:

Die Schlossanlage ist sehr beeindruckend. Innen kann man ein Geschichtsmuseum besuchen, wir entschieden uns allerdings für einen ausgiebigen Spaziergang rund um die Anlage, weiter am See entlang bis in den Ort hinein, wo wir an vielen schmucken Holzhäusern vorbeikamen. Das Angebot der Gebührenparkplätze gab einen Hinweis, welche Touristenströme im Sommer durchziehen, Anfang Mai waren wir noch ein ziemlich exklusiver „Touri-Club“. Wer mehr Zeit hat, kann den um das Schloss liegenden Naturpark mit vielen Wander,-Rad und Kanumöglichkeiten noch genießen- eine der vielen sehr schönen Ecken von Litauen.

Wir fuhren weiter nach Kaunas, einer quirligen Drehpunkt-Städte des Landes.

Auch hier ist die schöne Altstadt ziemlich abgetrennt von den Neubauten alter Ostblockzeiten oder man versucht, historisches Gemäuer mit neuer Architektur zu kombinieren. (Links unten). Auffällig waren viele Wandbemalungen, manchmal brachten sie ein bisschen Farbe in ansonsten trübe Straßen. Wir machten hier unsere Mittagspause und genossen am Marktplatz vorzügliche Crêpes.

Klaipeda liegt an der Ostsee und hier übernachteten wir zweimal. Von hier aus geht die Fähre zur Kurischen Nehrung und dort wollten wir auf jeden Fall hin. Aber uns sprach auch diese Beschreibung unseres Reiseführers an:

An dieser Stelle ein Hinweis: Kaufen Sie sich ggf. einen anderen Reiseführer

Ich hatte aus der Bücherei eine Ausgabe von 1996 ausgeliehen und bekam dann die aktuelle Ausgabe von 1996 geschenkt. In beiden Büchern derselbe Text. Wir waren von der Altstadt ziemlich enttäuscht. Die Wiesen und blühenden Bäume waren höchstens am Rand noch ein bisschen vorhanden, in den Straßen einige Versuche, mit kleinen Geschäften die Altstadt zu beleben. Machte aber nicht den Eindruck, dass es funktionierte. ( Bild rechts oben)

Im Aufbruch befindet sich das Hafengelände und hier kann man bei den Fähren schon nett essen ( z.B. armenisch oder georgianisch) oder Kaffee trinken. Was der Reiseführer nur kurz beschrieb, war der Skulpturenpark- für uns das Highlight von Klaipeda. Seit den 70er Jahren gibt es jedes Jahr ein Skulpturenfestival und in dem Park stehen über 100 Werke baltischer Künstler.

Klaipeda ist wie Kaunas auch eine aufsteigende Stadt, in der man aber auf Schritt und Tritt noch mit kommunistischer Vergangenheit konfrontiert wird. Meine Reiselektüre „Und Marx stand still in Darwins Garten“ passte schon zu Vilnius perfekt und nun auch zu Klaipeda und deshalb stelle ich diese Buch morgen erst einmal vor, bevor wir übermorgen die Kurische Nehrung besuchen.

Litauen/Lettland-Reise Nr.3-Vilnius

Ich stehe vor der Kathedrale mit separatem Glockenturm

Wenn man in Vilnius ankommt, fallen zuerst die sehr modernen Gebäude in der Neustadt auf, die einen Vergleich mit denen von Rotterdam nicht scheuen müssen. Gerne wäre ich hier auch durch die Straßenschluchten gezogen, tolle Architekturfotomotive hätte es viele gegeben. Aber wir waren nur einen Tag in der litauischen Hauptstadt und so blieben wir in der Altstadt, die zum UNESCO Kulturerbe gehört.

Über 50 katholische und orthodoxe Kirchen aus verschiedenen Jahrhunderten sind das erste Besichtigungsthema. Wir sahen uns einige an. Natürlich ist jede eine Schatzkammer: Prunk, Prunk,Prunk! Die Kirchen waren gut besucht, kaum von Touristen, sondern von Anwohnern. Sei es, dass Kommunion gefeiert wurde, ein Chor sang, ein junges Mädchen herzzerreißend Gitarre spielte oder man eben kurz zum Gebet in die Kirche ging. Sehr beeindruckend, abgesehen von der Tatsache, dass Bettler vor den Kirchen nicht beachtet wurden. (Diesen Satz musste ich loswerden, wer mich kennt, weiß warum).

Hier spielte das Mädchen mit der Gitarre

So fühlte ich mich dann auch wohler in

Uzopio ist eine unabhängige Republik mit eigener Verfassung und Botschaftern innerhalb der Altstadt von Vilnius. Am Ende dieses Beitrags habe ich einen Auszug aus Wikipedia zu dieser Republik angehängt für alle, die mehr darüber wissen möchten.

Die Verfassung der Republik hat 42 Leitsätze und ist an dieser Mauer in 23 Sprachen angeschlagen.

Wenn man durch die Altstadt streift, findet man immer wieder lauschige Ecken oder wird von der Pracht profaner Bauten überrascht.

Oben links ein Restaurant, das wir empfehlen können, unten links das Parlamentsgebäude.

Wir haben vieles Schönes aber auch Unschönes ( sprich trostlose Ostblockarchitektur, direkt hinter der Altstadt) nicht gesehen. Vilnius ist eine spannende Stadt, die man mehrere Tage lang erlaufen sollte.

Morgen geht es weiter mit einer Fahrt an die Ostsee.

Und hier noch ein paar Sätze über Uzupio:


In der Straße Paupio Gatve findet man bisher 23 Übersetzungen der Verfassung in den Landessprachen der Botschafter wie z. B. Russisch, Französisch oder Rumänisch und in weiteren Sprachen wie Esperanto. Zur feierlichen Enthüllung der Verfassung werden bedeutende Staatsvertreter eingeladen. Am 27. Mai 2017 wurden Übersetzungen der Verfassung in Hindi und Sanskrit im Beisein u. a. des indischen Außenministers M. J. Akbar und des indischen Botschafters enthüllt.[3]

Für die Münchener Botschaft von Užupis haben der Außenminister Thomas Chepaitis, der Botschafter H. E. Max Haarich und der KI-Experte Alex Waldmann gemeinsam einen zusätzlichen Artikel formuliert: “Any artificial Intelligence has the right to believe in a good will of humanity.” Somit hat Užupis die weltweit erste Verfassung, in der Künstliche Intelligenz erwähnt wird.

Die Unabhängigkeit wird alljährlich am 1. April gefeiert. An diesem Tag hält Užupis Wahlen und Umzüge ab, ernennt Botschafter und verleiht Auszeichnungen. Außerdem gibt es nur an diesem Tag eine eigene Währung und Grenzkontrollen. Am 1. April 2002 wurde auf dem Hauptplatz des Viertels ein Denkmal enthüllt, das zu einem neuen Symbol von Užupis geworden ist. Die Skulptur stellt einen Engel dar, der Trompete spielend die Erneuerung und die künstlerische Freiheit des Stadtteils symbolisiert. Seither wird Užupis auch „Engelsrepublik“ genannt und wird ein immer beliebteres Reiseziel unter Touristen.[4]

Botschaften der Republik Užupis

Die Republik Užupis wird weltweit durch über 200 Botschafter und Ehrenbürger wie den Dalai Lama vertreten.[5] Zum Botschafter werden meist Künstler, Kreative oder Kulturschaffende ernannt. Sie fördern den kulturellen Austausch zwischen der Republik Užupis und ihrem Empfangsstaat im Sinne der Freiheit der Kunst. Es gibt Botschafter für bestimmte Länder und größere Städte, aber auch für andere inspirierende Dinge wie Pusteblumen oder das Flöten auf der Straße. Die Botschafter der Republik Užupis erhalten eine Lehrberechtigung an der virtuellen Universität von Užupis.

Litauen-Lettland-Reise Nr. 2

Nach. einer kurzen Nacht gingen wir morgens in die „Airplane“ Bar, in der ein paar Tische fürs Frühstück gedeckt waren. Hier bekamen wir zum ersten Mal direkt den vollen „Ostblock-Charme“ zu spüren. Erst wurden wir ignoriert und wir verbrachten die Wartezeit mit Zeitschriften, die neben unserem Tisch lagen. Von 2007, 2010…Zeitung für den Zigarrenraucher, Katalog für Dessous, Kunstjournal- seltsame Mischung. Dann ging uns ein Licht auf: Es waren Zeitungen für den Kamin neben unserem Tisch.

Und da war auch „schon“ die Frühstücksbetreuerin, die eine kurze Frage nach Tee oder Kaffee über die Lippen brachte und uns dann die vorbereiteten Frühstücksteller auf den Tisch knallte. Ohne Lächeln. Frühstück war ok, aber etwas eingeschüchtert schlichen wir zum Auto, um die knapp 300 km lange Fahrt nach Vilnius anzutreten.

Wir hatten jeweils nur eine Tasse Kaffee bekommen und das war für diese Strecke definitiv zu wenig. Diese Fahrt ist langweilig, denn man fährt durch sehr viel einlullende Landschaft, ab und zu streift man mal ein Dorf oder ein Städtchen. Um nicht einzuschlafen und meinen Mann alleine in dieser Ödnis zu lassen (es regnete zudem auch noch zeitweise) stellte ich auf Beobachtungsmodus um und versuchte, jede noch so winzige Abweichung von Langeweile zu registrieren. Und da waren:

Birkenwälder in saftigem Grün, endlose Flachsfelder, Störche und ihre Nester, Rehe, Füchse, frisch gemauerte Buswartehäuschen ohne Graffiti, kunstvolle Wegkreuze aus Holz, bunte othodoxe Kirchen, Häuser, die mit Stickereien unter Glas geschmückt sind, ein Feld mit Hundehütten, die wie kleine Neuschwansteins aussahen, ein etwas abgehalfterter Dinovergnügungspark, ein Militärflughafen mit zig Düsenjets, neue bunte Holzhäuschen, alte Holzhäuschen, die auch in einem Western hätten mitspielen können, viele Schilder mit Fluss, -Bach- oder Rinnsalnamen (Jetzt bin ich bei Stadt/Land/Fluss unschlagbar), Werbeschilder mit verschlüsselten Botschaften, ein Kreisverkehr auf der Autobahn, sowie auch eine Autobahn-Ampel.

Wenn man sich in Litauen auf Schnellstraßen an die Geschwindigkeisbegrenzung hält, wird man gerne von anderen Autofahrern waghalsig überholt-der Fahrer auf der Gegenspur wird schon ausweichen – und kann in Ruhe Länderkennzeichen sammeln. Meine exotischsten waren eins aus Albanien und aus den Niederlanden. Nach Lettland und Litauen auf Platz 3-Russland, dann Ukraine und Weißrussland. So ging die Zeit bestens dahin und mittags erwartete uns Vilnius bei strahlendem Sonnenschein.

Am Montag nehme ich Sie dann mit auf einen Spaziergang durch Vilnius-schönes Wochenende!

Litauen-Lettland-Reise Nr. 1

Anfang Mai machten mein Mann und ich eine einwöchige kleine Rundreise mit dem Auto durch die beiden o.g. Länder. Wir flogen mach Riga, mieteten dort ein Auto, mit dem wir zuerst nach Vilnius fuhren. Weiter ging es dann über Kaunas nach Klaipeda, von wo wir auf die Kurische Nehrung übersetzten. Wieder zurück, ging es weiter nach Jurmala, einem alten Seebad, ca. 30 km von Riga entfernt. Hier übernachteten wir dreimal und machten ein paar Ausflüge.

In den nächsten Tagen werde ich über unsere Reise berichten, denn als Deutsche, die nicht organisiert durch das Land fahren, ist man noch ein wenig exotisch.

Unsere Ankunft in Riga verspätete sich um 2 1/2 Stunden dank Ryanair und einer ausgefallenen Maschine und mit der einstündigen Zeitumstellung kamen wir erst Mitternacht in Riga. Ein Lob an die Autovermietung“Budget“, an deren Empfang jemand auf uns wartete, um den Mietwagen zu übergeben. Glücklicherweise hatten wir direkt am Flughafen ein Zimmer im „Sky High Hotel“ gebucht, so dass wir um 1 Uhr uns hinlegen konnten.

Wie es dann in diesem Hotel am nächsten Morgen weiterging, hebe ich mir für den nächsten Blogbeitrag auf. (Erscheint morgen).


Stressfreies Wien

Vorletzte Woche besuchte ich mit einer Freundin zusammen für 2 Tage Wien. Ich kannte Wien schon von früher, meine Freundin noch nicht, so hatte ich Pläne geschmiedet, Typisches und Nichtsobekanntes zu besichtigen. Aber es kam alles anders. Neben uns beiden noch gefühlte 100000 andere Touristen, nicht schön. Aber wir waren flexibel und fielen schnell in den Bummel-und Entdeckermodus und so sahen wir u.a. diese Schönheiten, indem wir einfach mal in alte Häuser hineingingen, bei denen die Haustüren gerade offen standen.

Wo man hinsieht, Jugendstil und anderes Schmuckes

Was sich als gute Investition erwies, war ein 48 Stundenticket für alle Fortbewegungsmöglichkeiten.(Inkl. Zug vom Flughafen zur Wiener Innenstadt). Wir nutzten es u.a. für eine Straßenbahnrundfahrt (Linie 1 – nicht die Touristenstraßenbahn nehmen- viel teurer!) auf den verschiedenen Wiener Ringen. Dabei eröffnet sich ein weiteres Mal die ungeheure Pracht dieser Stadt.

Natürlich haben wir uns zwischendurch immer wieder gestärkt. In den Reiseführern fehlen nie das Café Sacher, Central, Hawelka, Demel oder Landtmann. Bei den beiden ersten legten wir auch einen Stop ein, aber dort gibt es fast immer Warteschlangen und man muss u.U. Geduld mitbringen, bis man einen Platz zugewiesen bekommt. Köstlich war es, keine Frage, aber es gibt auch so viele schöne kleine versteckte Cafés, in denen man auch sehr gut Süßes genießen kann.

Links ein schönes Café in einer Passage, rechts oben und in der Mitte Café Central und das Sacher Café

Angedacht waren auch die Besichtigungen von Karlskirche und Stephansdom, aber die Schlangen vor diesen Eingängen schreckten uns ab. So wichen wir auf kleinere Kirchen aus, deren barocke oder gotische Pracht nicht weniger beindruckend war, wie z.B. Maria am Gestade, Peterskirche, Kirche im Hof oder die Ruprechtskirche.

Die beiden berühmtesten Kirchen von außen, die Innenansichten aus „kleinen Kirchen“.


Um dem Trubel ein bisschen zu entfliehen, eignen sich hervorragend die Parks von Wien. Hier gibt es lauschige Plätzchen oder auch mal ein launiges Konzert. Die Wiener Passagen sind ebenfalls nicht überlaufen und beim bekannten Naschmarkt gab es auch kein Drängeln und Schieben. (Einkehrtipp auf dem Naschmarkt: „Neni“ ein israelisches Restaurant)

Das Sichtreibenlassen war wirklich schön und wie oben schon erwähnt stressfrei. Unsere ganzen kleinen Entdeckungen kann ich gar nicht alle aufzählen, hier zum Schluss nur vier:

Oben links: Kunstvolle Graffitis, oben rechts: Sehr entspannt geht es auf dem Spittelberg zu, unten links: Ein Beispiel für viele inhabergeführte Geschäfte, „Wäscheflott“ war vor einer Kirche“, unten rechts: Endlich weiß ich, wer die Nähmaschine erfunden hat!

Fällt Ihnen als geneigte(r) Blogleser(innen) etwas auf? Ich war in keinem Museum! Das Wetter war einfach zu schön. Drei Museumsshops besuchten wir kurz und das ist mein Souvenir aus Wien:

Eine Briefkarte aus dem Kunstgewerbemuseum

Wien? Immer wieder!

Morgen können Sie Wien erst einmal „verdauen“, übermorgen geht es mit einer Französischstunde weiter.

Serviettentechnik neu entdeckt

Vor vielen Jahren kam das Basteln mit Servietten in Mode und bei einigen meiner Bekannten wurde im Haus mit Servietten verschönert.Lampen, Blumentöpfe, kleine Tische, es gab kaum etwas, das man nicht bekleben konnte. Ich versuchte mich damals mit dem Verschönern alter Notizbücher und Holzschachteln. Mich überzeugte das Ergebnis allerdings nicht so ganz, denn es gab immer wieder Falten auf der Oberfläche, die mich störten.

Nach ein paar Jahren gab es dann spezielles Papier (Decoupagepapier), die Technik blieb die selbe. Ich versuchte es mit dem Papier, ging besser, war mir aber etwas zu durchscheinend.

Oben mit Serviette, unten mit Decoupagepapier

Jetzt bekam ich von einer Freundin ein Blatt Reispapier geschenkt mit diesen Motiven:

Zu meiner Nähphase passen diese natürlich optimal, nur was daraus machen? Schon bald kamen mir zwei Ideen, die mich nunmehr im meinem Nähalltag begleiten:

Mein Fussel/Stoffreste Topf auf meinem Nähtisch. Zuerst habe ich die Kaffeedose grundiert, dann die Motive (Blumen und Punkte hatte ich noch von früher) mit Serviettenkleber aufgetragen


Stoffbeschwerer, die man braucht, wenn man das Schnittmuster aufsteckt oder ausschneidet

Das Reispapier hat mich überzeugt, denn es knittert nicht so schnell und ist weniger durchscheinend.

Wenn Sie die Serviettentechnik ausprobieren möchten, haben Sie am Samstag eine schöne Gelegenheit dazu:

Ilse Heines, die Sie vielleicht schon aus anderen meiner Blogbeiträge kennen und die mir das Reispapier geschenkt hat, ist mit dabei und bietet einen Mitmachstand für Serviettentechnik an.



Morgen stelle ich Ihnen eine Traumsammlerin vor.

Kleve-ich komme wieder!

Am Sonntag waren wir nach sehr langer Zeit mal wieder in Kleve. Grund war eine Fotoausstellung der  “berühmtesten ‘unbekannten’Fotografin Amerikas“.

Das Zitat über Evelyn Hofer stammt aus der New York Times

 Evelyn Hofer wurde 1922 in Deutschland geboren, zog einige Jahre später zusammen mit ihren Eltern nach Mexiko. Dort machte sie eine Ausbildung zur Fotografin, ging dann wegen mangelnder Aufträge nach New York. Dort erkannte man ihr Talent und schon bald arbeitete sie für bekannte Magazine wie Life oder Vogue und war Fotografin für Bildbände und Reportagen. So bereiste sie z.B.Italien, den Libanon, Irland oder das Baskenland. Ihre Porträts der Einwohner sind mal ergreifend, mal sehr humorvoll. Sie hatte aber auch einen Blick für Details in Häusern oder auf der Straße und schenkt damit dem Betrachter eine neue Sicht auf ansonsten nicht beachtete Dinge. Mit zunehmenden Ruhm kam sie auch mit Berühmtheiten zusammen und zeigte sie in ihrer Umgebung. So widmet sich z.B. ein Raum im Museum nur der Präsentation von Fotos mit Andy Warhol.

Evelyn Hofer fotografierte noch bis ins hohe Alter und beschäftigte sich mit Stillleben. Ihre Fotos wurden im Dye Transfer Verfahren gedruckt und haben eine samtige Oberfläche. Man möchte in die Bilder hineingreifen und sich etwas Obst stibitzen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23.Juni und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel. Danach kann man im Museum Kaffee trinken oder man geht in den gegenüberliegenden Kurpark, lustwandelt dort noch ein bisschen und stärkt sich dann in dem Landhaus mit großem Kuchenengebot und guter Speisekarte.

Wir fuhren noch in die Klever Innenstadt, da dort ein Kunsthandwerkermarkt stattfinden sollte. Dieser war recht übersichtlich, aber es war gleichzeitig noch verkaufsoffener Sonntag. Dank des großen Einzugsgebietes von Kleve ist hier die Einzelhandelslandschaft noch intakt und wir waren von der Vielfalt der Geschäfte beeindruckt. Es war sehr voll, so dass ich zum Einkaufen keine Lust hatte, kann mir aber gut vorstellen, demnächst noch einmal nach Kleve zu fahren. Shopping kombiniert mit Radtour- hört sich doch gut an, oder?

Morgen kommt eine Filmempfehlung, nichts Dramatisches oder Spannendes, eher was Schönes.

Ein Sonntagnachmittag im…

Die WAZ war schuld, denn sie berichtete vor zwei Wochen von diesem Museum. Da mein Mann und ich bekennende Dick und Doof Fans sind, fuhren wir nach Solingen. Leider verbrachten wir auf dem Weg dorthin einige Zeit auf der A3 wegen einer Baustelle, so dass wir im Museum nur noch eine gute halbe Stunde Zeit hatten, bevor das Museum schloss. Viel zu wenig! Das Museum besteht aus drei Räumen, wo fast jeder Zentimeter mit einem Erinnerungsstück an die beiden Komiker besetzt ist. Um alles zu sehen bräuchte man viel mehr Zeit, denn es kommen auch noch viele alte Fotos in Mappen dazu und ein 20 minütiger Film wird auch gezeigt.

Aber wir bekamen sofort gute Laune, als wir dort waren und staunten und staunten. Hier alles Wissenswerte über das Museeum und ihre beiden Besitzer:

Das Museum liegt nicht weit entfernt von der Mitte Solingen-Walds. Dort gibt es u.a. ein Café und eine Eisdiele, so dass man nach dem Museumsbesuch sich stärken kann. Ein kleiner Rundgang um die Kirche herum rundete unseren Nachmittag ab.

Morgen ist „Frei“-tag, am Samstag habe ich etwas für Ihre Kreativität.

Venlo- Des Tanzes wegen

Letzte Woche hatte ich das Glück, bei der Duisburger VHS einen Platz für eine Fahrt zum Tanztheater nach Venlo zu ergattern. Diese Fahrt wird schon seit mehreren Jahren angeboten und es gibt eine große Gruppe „Stammbesucher“, die jedes Mal mitfahren.

In den 70er Jahren hatte ich mehrere Balletts von Pina Bausch in Wuppertal mit großer Begeisterung gesehen, aber dann war bei mir, aus welchen Gründen auch immer, die Ballettluft heraus und so war dieser Abend nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Begegnung mit dem Tanz. Besonders reizvoll fand ich, dass vier kürzere Stücke (20-35 Minuten) von vier verschieden Choreographen unter dem Titel „Settle for More“ aufgeführt wurden. Die Tanztruppe war das „Nederlands Dans Theater“ mit z.T. noch sehr jungen Akteuren (17-23 Jahre).

Ein verantwortlicher Choreograph war der Grandseigneur der niederländischen Tanzszene Hans van Manen. In seinem Stück fanden sich die meisten Elemente aus dem klassischen Tanztheater. Schön, aber nicht so hinreißend wie die Vorführungen von Marco Goecke und Felix Landerer. Beim Ballett von Marco Goecke wurde indische Musik von Ravi Shankar als Grundlage genommen und die Bewegungen der Tänzer erinnerten an Bilder indischer Götter mit vielen Armen und Beinen. Ich konnte es beim Zusehen nicht fassen, welche Bewegungen man mit seinen Beinen und Händen machen kann. Das Stück von Felix Landerer war ebenso erstaunlich ob der Bewegungsabläufe, aber hier kam noch die Musik von Christoph Littmann dazu. Tanz und Musik erinnerten an Huxleys „Schöne neue Welt“ und waren faszinierend unheimlich. Bleibt noch der Tanz von Bryan Arias zu erwähnen, der von der Modernität an den Landerers erinnerte, auch sehr gut, aber verursachte keine Gänsehaut.

Die beiden folgenden Videos sind beide wirklich nur ein Eindrucksschnipsel vom gezeigten Können an diesem Abend. NDT, so die Abkürzung der Tanzformation, tritt in vielen holländischen Städten auf, hier geht es zu der Homepage:

https://www.ndt.nl/en/tickets/events.html

Nächste Woche werde ich das Thema Ballett noch einmal aufgreifen. Morgen mache ich aber erst einmal eine Pause, zum Wochenende gibt es dann wieder etwas Knobeliges.

Delfter Blau

Diese Kette ist aus Porzellanperlen gemacht oder doch nicht? Nein, sie ist aus Papier und dieses schöne Papier-Dekor habe ich in Delft gefunden.

Vor Weihnachten waren wir einen Tag dort. Zuerst besuchten wir die Porzellanfabrik „Royal Delft“. Dort staunten wir über Porzellankreationen aus verschiedenen Jahrhunderten, lernten viel über die Geschichte des Porzellans und dessen besonderes Blau und sahen zu, wie Rohlinge gegossen werden. Danach färbt man diese entweder mit Schablonen ein oder bemalt sie mit der Hand.

Die rechts zu sehende Tulpenvase war handbemalt und kostete 16000 Euro- nur, um mal eine Hausnummer zu nennen. Das Papier für meine Kette bekam ich im dortigen Geschenkeshop. (Eintritt ins Museum 13 Euro, Museumscafé vorhanden).

Es war sehr kalt und so suchten wir zwei weitere Gebäude auf, nämlich die alte und die neue Kirche. Beide werden noch als Kirchen genutzt, sind aber gleichzeitig auch Museen. In der alten Kirche, dessen Kirchtum auch in Pisa stehen könnte, findet man Gräber berühmter Menschen, wie z.B. das Grab von Johannes Vermeer und Gedenktafeln, die von Berühmtheiten berichten. Besonders sind auch die Fenster dieser Kirche.

Unter der neuen Kirche liegt das Mausoleum der königlichen Familie der Niederlande und mitten in der Kirche geht eine Treppe in das Mausoleum hinunter. In der Kirche selbst wird die Geschichte der Familie mit vielen Schautafeln und Animationen erzählt. Sehr interessant, da es ja auch immer wieder Bezüge zu deutschen Adelsfamilien gibt.- Für beide Kirchen zusammen bezahlten wir einen Eintritt von 5 Euro.

Man kann sich noch weitere Museen ansehen, wie z.B. das Vermeer Haus. Doch wir wärmten uns nach den Kirchenbesuchen lieber noch einmal ordentlich auf und bummelten dann durch die Gassen mit schönen Grachten. Delft hat keinen Weihnachtsmarkt, nur an einem Wochenende im Dezember wird die Stadt besonders beleuchtet. (Nicht hinfahren, in der übersichtlichen Delfter Altstadt knubbeln sich dann bis zu 40000 Besucher!)

Es gibt auch sehr nette Geschäfte, wie z.B. den LP-Laden, siehe oben links.

Das Angebot an Cafés und Restaurants ist vielfältig. Besonders erwähnen möchte ich, dass Bewohner aus Delft sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Wir hatten an nur einem Tag mehrmals die Gelegenheit zu netten Gesprächen.

Von Delft aus machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Leiden, wo es an diesem Sonntag aber sehr nebelig und noch usseliger war.

Unten links: Eine von vielen Hauswänden, an denen Gedichte verewigt sind. Kann man sich auch besser im Sommer ansehen.

Ich wollte unbedingt den auf der Welt einzigartigen schwimmenden Weihnachtsmarkt sehen. Enttäuschend. In einer Gracht sind auf einem sehr großen Ponton Häuschen installiert. Soweit nett, aber das Warenangebot überzeugte ganz und gar nicht. Massagesessel, Gartenzwerge, Räucherstäbchen…Wenn Sie Leiden besuchen möchten, dann lieber im Sommer.

Ich bleibe morgen noch bei dem Thema Ketten und übermorgen ein bisschen bei der Farbe Blau.