Kleiner Ausflug nach Moers

Ob mit Rad oder dem Auto, auf der Pfefferstraße 6 in Moers gibt es ein lohnendes Ziel.

Hier befindet sich ein Blumenladen, der über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist für seine schönen Arrangements. Im hinteren Teil des Geschäfts „Stil und Blüte“ steht neben ein paar Tischen und Stühlen eine Kuchentheke mit verführerischer Auslage. Geht man weiter, kommt man in einen schönen Hof.

Wir waren an einem Montagnachmittag kurz nach der Öffnung um 15 Uhr dort und konnten uns noch einen Tisch aussuchen, eine halbe Stunde später waren alle Tische besetzt. An den anderen Tagen ist das Café auch morgens geöffnet. Wir bekamen mit, dass am Telefon mehrere Reservierungen entgegengenommen wurden, meistens für ein ausführliches Frühstück.

Ob man nur einen guten Kaffee trinkt und sich über die freundliche Bedienung freut, sich Blumen kauft oder bei den Dekostücken im Laden und im Hof schwach wird und etwas mitnimmt, ein Besuch von „Stil und Blüte“ ist eine schöne kleine Auszeit.

Keine bezahlte Werbung!

Grünes Flanieren

Ich könnte natürlich auch „wandern“ oder „spazierengehen“ schreiben, wenn ich vom Schlosspark von Lütetsburg und dem Neuenburger Urwald erzähle, doch beide Male passt „flanieren“ besser.
Der Schlosspark (nicht weit von Emden gelegen) ist ein ca. 30 ha großer englischer Landschaftspark, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Theodor Fontane beschrieb ihn 1882 so:

„Ein uraltes Schloss am Meeresstrand;
ein herrlicher Park im baumlosen Land…”

Das Schloß kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, gegen einen kleinen Obolus darf man aber in einigen Teilen des Parks lustwandeln. Mehrere Wege schlängeln sich durch Wiesen, an mannshohen Rhododendrenbüschen, über Brücken und an eindrucksvollen Bäumen vorbei. Immer wieder gibt es neue Sichtachsen, die man auf sich einwirken lassen kann.

Die Rhododendrenblüte hatte gerade erst begonnen, aber jetzt war der Park schon prächtig.

Zu dem Park gehören ein Café und ein Laden, dessen Angebot mich sehr an Läden des englischen National Trusts erinnerte, so we had a splendid afternoon!

Zwei Fotos mit mehreren Überbelichtungen

Der Neuenburger Urwald…So sieht er nicht aus. Aber als ich zum ersten Mal davon gehört hatte, stellte ich ihn mir so vor. Bereits 1630 erließ der damalige Besitzer des Landes, Graf Anton Günter, Anordnungen, die diesen Wald schützen sollten und nahm damit den Gedanken des Naturschutzgebietes vorweg. Kein aufgeräumter Wald, 600 bis 800 Jahre alte Eichen, riesige Hainbuchen, eine abwechslungsreiche Flora auf dem Boden, so ist in diversen Beschreibungen im Internet zu lesen.
Meine Fantasie war mit mir etwas durchgegangen, denn ganz so wild war es dann doch nicht. Doch ich fand diesen Wald trotzdem sehenswert, denn es gibt immer etwas zu entdecken.

Links oben: Viele Waldgeister beobachteten uns, Mitte: Alte Wurzeln machen Skulpturen von Künstlern Konkurrenz, unten: Die Buschwindröschen blühten um die Wette

Noch mehr Unaufgeräumtes, aber jetzt mal in „Mono“:

Ein Tipp zum Schluss: Sollten Sie den Urwald besuchen, parken Sie beim Urwaldcafé (sehr gemütlich) in Neuenburg und gehen Sie auf dieser Seite der Bundesstraße spazieren. Die Wege zu den Knotenpunkten 12 und 17 sind besonders ursprünglich.

Ich wünsche mir die Herrlichkeit von Emden!

Dieses Zitat findet sich in einer Faust-Bearbeitung des englischen Dichters Christopher Marlowe. Verbinden Sie Emden mit Herrlichkeit? Ich tat es nicht. Für mich war Emden Otto, Karl Dall, die Emdener Kunsthalle und das VW-Werk.
Aber nach einer Stadtführung mit Gila Engelhard sieht das jetzt schon ein bisschen anders aus. Die Geschichte der Stadt ist sehr spannend und wir bekamen u.a. auch die Erklärung zu dem Zitat. Im 16. Jahrhundert wurde Emden zur reichen Stadt, weil die kluge Fürstin Anna für alle Einwohner Religionsfreiheit versprach. Viele wohlhabende holländische Reformationsanhänger flüchteten daraufhin nach Emden, weil in Holland der Katholizismus mit Gewalt gegen Andersgläubige verteidigt wurde. Die Holländer bauten prächtige Häuser und waren gewitzte Kaufmänner, Emden wurde so reich und so gut geschützt, dass die Oberen der Stadt es nicht für nötig hielten, dem Hanseverbund beizutreten.
Zurück zur Neuzeit: In Emden gibt es zwar eine „Altstadt“, hier stehen aber nur noch zwei dieser herrschaftlichen Häuser.


Alle anderen Gebäude wurden im zweiten Weltkrieg zerbombt. Ca. 90% der Stadt Emden lagen in Schutt und Asche. Dreißig Bunker hielten stand und erinnern heute noch an die schreckliche Zeit. Sie werden sehr unterschiedlich genutzt und gehören zum Stadtbild von Emden.

Ein Museum

Thema Emdener Museen: Im alten Hafen gibt es mehrere Museumsschiffe, die man besuchen kann, auf einem alten Feuerschiff ist ein gutes Restaurant untergebracht.

Gebäude im Hintergrund ist das alte Rathaus mit dem Ostfriesischen Landesmuseum

In einem kleinen maritimen Museen arbeiten ehrenamtlich alte Seebären und erklären bei einem Pott Kaffee die Ausstellungsstücke und erzählen auch gerne mal ein bisschen Seemannsgarn.
Das Ottohuus: Ein Wallfahrtsort für Fans. Hier sind die ersten Bartstoppeln von Otto oder auch ein von Otto gekautes Kaugummi ausgestellt. Für mich war eine Vitrine das Highlight, in der man sich viele Medienpreise im Original ansehen kann, wie z.B. den Grimme-Preis, das Bambi usw. Otto hat sie alle! Für Menschen mit Platzangst ist das Museum nicht zu empfehlen, denn die Räumlichkeiten sind eigentlich zu klein für die vielen Memorabilia.

Nun aber zur Emdener Kunsthalle, erbaut vom Sternherausgeber Henri Nannen Mitte der 80er Jahre. Ihr Ruf ist international, auch sie gilt als Wallfahrtsort…für Kunstfreunde.

Diese Kunstsammlung hat seit 1987 immer wieder herausragende Ausstellungen gezeigt zum Thema moderne Kunst. Wir sahen „Ein Bild der Zeit- Expressionismus in Film und Kunst“. Werken von beispielsweise Heckel, Dix, Goetz, Kirchner oder Pechstein wurden Sequenzen von Filmen aus den 20er Jahren wie „Das Cabinet des Dr. Calgari“, „Nosferatu“ oder „Metropolis“ gegenübergestellt. Die Auswirkungen des ersten Weltkriegs und die Erforschung der Psyche des Menschen waren dabei prägend.- Eine Ausstellung, die mir nahe ging, denn offensichtlich sind die aktuellen Bezüge.

Emden als Ziel für ein langes Wochenende? Neben unseren Aktivitäten an einem Tag kann man noch eine Grachtenfahrt machen, sich selbst ein Böotchen mieten oder sich den großen modernen Hafen vom Wasser aus ansehen. Mehrere Einkaufsstraßen sind überdeckt, so dass man trocken bummeln kann. In Emden ist eigentlich immer etwas los, vielleicht kombinieren Sie den Besuch mit einem Konzert? Und schließlich bietet das Umland von Emden auch noch schöne Ziele. Eins davon zeige ich Ihnen nächste Woche.

Der japanische Garten in Leverkusen

Umgeben von den Anlagen des Chemparks (ehemalig Bayer AG) liegt der Carl Duisberg Park, der Anfang des 20.Jahrhunderts angelegt wurde. Er ist für die Leverkuser Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel, um dort ihre Freizeit zu verbringen.

In dem Park liegt auf einer Insel ein japanischer Garten und dieser Garten ist ein kleines Juwel. Wir besuchten ihn am Ostermontag und wurden von Farben und Formen überwältigt.

Wer gerne fotografiert, sollte entweder früh aufstehen oder Zeit mitbringen, denn Bilder ohne viele Menschen zu machen braucht eine Portion Geduld.
Der Eintritt zu dem Park ist frei, eine Möglichkeit zum Kaffeetrinken gibt es z.Zt. nicht.
Während wir durch den Garten flanierten, hatten wir Glück, denn es wurde Hanpan Musik gespielt. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Auf die nachfolgenden Hinweise auf andere Videos habe ich keinen Einfluss!

Nicht weit von Leverkusen entfernt liegt der Altenberger Dom. Wir haben ihn schon mehrmals besucht, doch fahren wir immer wieder gerne dorthin, weil man auch schön spazieren gehen kann und es mehrere Cafés gibt.


Zurückgefahren sind wir nicht über die Autobahn, sondern nahmen die Landstraße. So konnten wir noch die schöne Landschaft des Bergischen Landes genießen, wie z.B. die blühenden Obstwiesen bei Leichlingen.

Brüssel- Drei Tage sind zu wenig!

Letzte Woche erzählte ich Ihnen von unserem Besuch des Hergé Museums in Brüssel, heute möchte ich Ihnen nun die Brüsseler Innenstadt schmackhaft machen. Diese drei Sehenswürdigkeiten, die die meisten kennen, haken wir schnell ab:

Das Atomium links kann man gut auf der Rückfahrt nach Deutschland besichtigen, da es etwas außerhalb von Brüssel in einem schönen Park steht, Männeken Pis, mal wieder angezogen in der Nähe vom Grand Place, hier knubbeln sich die Touristen

Wir wohnten in dem Stadtteil Saint-Gilles, ca. 15 Minuten entfernt von o.g. Touristenmagneten. Das war eine gute Wahl, denn hier gibt es kleine Geschäfte und Restaurants mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten. ( Wenn man tagsüber die leckeren Pommes Frites gegessen hat, ist das genau richtig). Die U-Bahn Anbindung ist sehr gut und Saint- Gilles ist nicht weit entfernt von den Straßen der Antiquitätenhändler und Galerien, sowie vom Place du Jeu de Balle, wo täglich ein großer Trödelmarkt stattfindet.

Ein Eldorado zum Staunen und Fotografieren

Setzen sie sich in ein Café am Platz und beobachten Sie die Leute beim Stöbern auf dem Markt oder wie sie stolz ein Schnäppchen nach Hause tragen. Oder schlendern Sie durch die umliegenden Gassen und entdecken Wandmalereien

oder, wenn Sie Richtung Altstadt gehen, die vielen schönen Häuser und Passagen.

Im rechten Art Deco Gebäude ist ein Musikmuseum untergebracht, links unten sieht man eine der Passagen, in der sich u.a. mehrere Schokoladengeschäfte befinden.

Spannende Museen gibt es in Brüssel wirklich viele, wir besuchten u.a. das königliche Museum der schönen Künste (in diesem Gebäudekomplex ist auch das Magritte Museum untergebracht) und den Coudenberg Palast mit seinen Katakomben.

Auch nach Einbruch der Dunkelheit ist Brüssel sehenswert, egal ob es Parkanlagen, Plätze, Gebäude, kleine Gassen oder interessante Schaufenster sind.

Das war der Schnelldurchgang eines langen Wochenendes. Drei Tage sind für Brüssel zu wenig. Uns fehlen beispielsweise noch das Europaviertel, das afrikanische Quartier, das „In“-Viertel oder auch zwei sehr schöne Parks. Also mindestens noch einmal hin!

Ein Abend mit dem Zauberer Marc Weide

Ein junger Mann mit einem weißen T-Shirt, auf dem „Ziehen Sie jetzt eine Karte“ fordert auf der Bühne eine Frau auf, aus einem Stapel von 52 Spielkarten eine Karte wegzunehmen. Nach ein bisschen Geplänkel zum Spannunhgsaufbau wird klar, dass die Frau aus dem Publikum den Pik-König in der Hand hält.

Die Karte wird dem ganzen Publikum gezeigt und, ups, der junge Mann hat plötzlich ein schwarzes T-Shirt an, auf dem ein Pik König zu sehen ist. Von der Karte wird eine Ecke abgerissen und ups, der Karte auf dem T-Shirt fehlt auch eine Ecke…Dies ist nur der Anfang eines Zaubertricks, mit dem der Zauberer Marc Weide 2018 Weltmeister der Salonzauberei wurde. Wir saßen am Freitag in Düsseldorf im Savoy Theater nahe an der Bühne und haben nicht den Hauch einer Ahnung, wie dieser Trick funktioniert. Auch bei den anderen Zauberstücken staunten wir wie Kinder und applaudierten jedes Mal euphorisch.
Ich schrieb am Anfang „Junger Mann“, weil Marc Weide, der 30 Jahre alt ist, wie der charmante junge Mann aus der Nachbarschaft mit dem Schalk im Nacken daherkommt und sein Humor der rote Faden zwischen den Zauberstücken ist. Bling-Bling, zersägte Jungfrauen und verschwundene Tiger sind nicht Weides Sache, er ist eben ein grandioser „Salonzauberer“.
Im Laufe des Jahres 2022 sind noch diverse Auftritte geplant, auch einige im Ruhrgebiet. (z.B. Oberhausen und Dinslaken). Besorgen Sie sich Eintrittskarten, wenn Sie einen wirklich zauberhaften Abend zusammen mit Ihren Kindern oder Enkeln (die jüngste Zuschauerin war 9 Jahre alt und wurde bei einem Trick zur Assistentin) verbringen möchten.

Ein Abend im Seewerk

Nach unserer Besichtigung des Seewerk tagsüber Anfang November (siehe unten) waren wir jetzt noch einmal am Samstagabend dort. Auch abends ist dieses Gelände sehenswert.

In einer Lagerhalle zeigte das Ensemble des Moerser Schlosstheaters das Theaterstück „Der Process“ von Franz Kafka. Diese karge Installation aus 250000 geknüddelten Papierstücken war die Bühne:

In zwei Stunden wurde die Geschichte des Bankangestellten Josef K. erzählt, der unschuldig verhaftet wird und in die Mühlen der Justiz gerät. Die Vorstellung der drei Schauspieler und zwei Schauspielerinnen, die abwechselnd Josef K. spielten, war sehr beeindruckend. Ich fand es toll, wie die Akteure nur durch Bewegungen in dem Papierberg und durch Benutzung einzelner Papierstücke es schafften, Bilder in den Köpfen der Zuschauer heraufzubeschwören. Dazu kamen noch z.T. große Papierpuppen, die aus Stöcken und Papierfetzen improvisiert wurden- der belgische Puppenkünstler Joost van den Branden war Berater bei der Inszenierung des Intendanten Ulrich Grebs.

Die vierzig Zuschauer gaben begeistert lang anhaltenden Applaus. Am 11.Dezember findet die letzte Aufführung in diesem Jahr im Seewerk statt.
Mehr Informationen unter:

Eindrücke aus Graz- Österreichtour Nr. 7

War Linz 2009 europäische Kulturhauptstadt, konnte sich Graz bereits 2003 mit diesem Titel schmücken. Aus dieser Zeit stammt noch diese Insel auf dem Fluss „Mur“.

Auf der Murinsel gibt es ein Café und einen kleinen Laden mit ausgewählten innovativen Geschenkideen aus handwerklichen Betrieben der Steiermark.

Ebenfalls seit 2003 „wohnt“ in Graz „The Friendly Alien“.

Was die „Denkschmiede Steiermark“ in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat, konnten wir in einer faszinierenden Ausstellung in diesem Museum bestaunen. Auf diese Ausstellung komme ich noch einmal in einem späteren Beitrag zurück..

Die Altstadt von Graz gehört zum Weltkulturerbe. Dank diverser Häuser aus der Renaissance haben einige Straßen fast italienisches Flair. Meine Blicke wanderten unstetig immer wieder von unten nach oben und wieder zurück. Oben: Die schönen Häuser, unten die schönen Geschäfte:

Mein Lieblingsladen war „Samen Köller“, rechts oben sehen Sie eine Teilansicht. Neben besonderen Blumensamen und Zwiebeln gab es auch eine Vielzahl von schönen Dingen, die das Garten-oder Naturherz erfreute.
Das rechte untere Bild zeigt einen Teil des Treppenhauses von dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden und frisch restaurierten Kaufhaus „Kastner & Öhler“. Edles Ambiente, schöne (zumeist sehr volle) Dachterrasse mit Café. Links daneben das Schaufenster eines Ladens für Tannenbaumdekoration. Der Friseursalon links auf dem Foto steht stellvertretend für das Lendviertel. Graz ist die erste österreichische Stadt, die den UNESCO Titel „City of Design“ verliehen bekommen hat und im Lend- und Griesviertel trifft man auf überraschende Läden, (die ich nicht fotografierte, weil es in Strömen geregnet hat).

Ja und mittendrin dann der Schloßberg mit dem Wahrzeichen von Graz:

Wie in Linz kamen wir auch in Graz in den Genuss einer steilen Bergbahnfahrt.

Auf dem Schlossberg kann man einige Zeit mit der Besichtigung geschichtsträchtiger Orte verbringen oder einfach nur die Aussicht genießen und in einem Gartenlokal es sich gutgehen lassen.

Wir waren nur einen Tag in Graz, ich kann aber bedenkenlos sagen, dass Graz für ein langes Wochenende ein „heißer Tipp“ist.

Das ist das Ende der Österreichtour. Mit dem Auto fuhren wir zurück, in den Koffern viele schöne Erinnerungen.