Kein Eintritt für Kleinvenedig (FR Nr. 5)

Bei unserem längeren Aufenthalt in der Provence übernachteten wir in Martigues und fühlten uns dort sehr wohl.
Martigues liegt zwischen Marseille und Arles auf einer Landzunge zwischen Mittelmeer und dem Étang de Berre. Die Stadt besteht aus einem modernen Gebiet, Industrieanlagen und einer dreiteiligen Altstadt, die man mit ihren Kanälen zurecht Kleinvenedig nennt.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Stadtplan von Martigues

Es gibt drei kleine Häfen, mehrere Kirchen und diverse Restaurants und Kneipen. Im Stadtteil Ferrières findet täglich ein kleiner Markt und zweimal pro Woche ein großer Markt im Stadtteil Jonquières statt. Wir gehörten zu den wenigen Touristen, die Martigues für sich entdeckt haben- sehr angenehm.

Martigues bietet verschiedene interessante Besichtigungsorte (Mehr darüber unter https://de.wikipedia.org/wiki/Martigues ), wir suchten das Museum Felix Ziem auf.
Felix Ziem war ein Künstler, der z.Zt. des Impressionismus malte. Er unternahm viele Reisen, seine Heimat aber war Martigues. So vermachte die Enkelin des Künstlers der Stadt viele Bilder, die neben archäologischer Fundstücke aus der Römerzeit, den Grundstock des Museums bilden. Auch zeigt das Museum zahlreiche Bilder von Raoul Dufy, der zeitweise ebenfalls in Martigues lebte. Ich fand es schön, Ansichten von der Stadt zu sehen, die ca. 120 Jahre alt waren.


Die derzeitige Sonderausstellung präsentierte Fauna-und Florabilder von Ziem und anderen Künstlern. Eine vielfältige Auswahl von Motiven und Machart. Deshalb widme ich den morgigen Beitrag dem Thema „Blumen“, u.a. mit Pflanzideen, die ich während des Urlaubs entdeckt habe.

Die französische Route 66 ( FR Nr. 2)

Nach einer Übernachtung in Dijon fuhren wir am zweiten Tag bis Lyon auf der Autobahn, um dann auf die Route Nationale No. 7 zu wechseln.
Auf der N7 fuhren in Frankreich in den Sommerferien viele Generationen in den Süden des Landes. Jede Familie hat eigene „N7-Geschichten“ zu erzählen, sei es, dass es um einen legendären Stau geht, um das Essen in einem exquisiten Restaurant, um eine Motorpanne oder die vergessene Oma auf dem Rastplatz. Inzwischen gibt es eine Autobahn 7 und die N7 hat einen gewissen Legendenstatus wie die Route 66 in den USA.
Im Internet finden sich einige Berichte über N7 Fahrten. Sie sind stimmungsvoll zu lesen, aber ich machte mir keine Notizen, wo was zu sehen war, wir wollten unsere eigenen Fundstücke zusammentragen.
Um uns in Stimmung zu bringen, nahm ich vorher eine Playlist mit Liedern aus Frankreich auf:

Und so empfing uns die N 7:

Oben links erlebten wir, glücklicherweise auf der Gegenseite, einen über 50 km langen Stau, da die Autobahn 7 zwischen Vienne und Valence wegen eines Unfalls gesperrt war. Darunter einer von mehreren Wassertürmen, die so langsam aus dem Landschaftsbild von Frankreich verschwinden. Mitte: Ein Beispiel für einen dekorierten Kreisverkehr, die N7 schlängelt sich öfter durch Weinrebenfelder. Rechts oben eine von den alten Übernachtungsmöglichkeiten, wir sahen diverse, die inzwischen geschlossen waren. Unten rechts: Französische Grundnahrungsmittel an der N7.

“Bunte Häuser“ sahen wir viele, sei es, dass man auf ihnen noch alte verblasste Werbung entdecken konnte oder sie mit Wandmalereien geschmückt waren.

Wir fuhren nur 3 Stunden auf der N7, doch um alle alten Schilder zu fotografieren, könnte man sicherlich einen ganzen Tag damit verbringen.

Dir Urlaubsstimmung stieg bei mir von Baum zu Baum und von Allee zu Allee, mir ging das Herz auf:

Da wir sehr kaltes und stürmisches Wetter hatten, machten wir nur zwei kleine Pausen in Valence und Montélimar. Es war Montag, fast alle Geschäfte hatten geschlossen und es herrschte eine trostlose Stimmung. Im verwinkelten Valence fielen mir eine Reihe von schönen Geschäften und netten Plätzen auf, in Montélimar gab es eine lange Einkaufsstraße und eine Prachtstraße. Das Nougatmuseum war auch geschlossen, sollte wohl so sein.

Unten links: Hier entdeckte ich einen Laden, der Kleidung repariert und Strümpfe stopft. In Deutschland kaum vorstellbar.
Rechts das berühmteste Haus von Valence, „La Maison des Têtes“.
Oben rechts der „Eingang“ zur Geschäftsstraße von Montélimar. Links: Zwei Weltanschauungen…

Die N7 machte mich kreativ und das Ergebnis sind einige Collagen, die ich Ihnen morgen zeigen möchte. Dazu kommen einige Tipps für alle, die mit dem Auto durch Frankreich reisen.

Rundreise in Frankreich (FR Nr. 1)

Ich möchte Sie zu einer Rundreise in Frankreich einladen, denn wir waren vom 21. April bis zum 7. Mai in unserem Nachbarland unterwegs. Die Schwerpunkte lagen auf Besuche in der Provence und in der Auvergne. Wir haben Städte kennengelernt, wie z.B. Martigues, Uzès, Brioude, Clermont-Ferrand oder Moulins, die abseits der großen Touristenströme liegen und mehr Beachtung verdient haben. Einige passende Buchbesprechungen kommen dazu und bei manchen Spaziergängen oder auch dem z.T. schlechten Wetter geschuldet, entwickelten sich bei mir neue Fotobearbeitungsideen und Fotothemen, die ich Ihnen vorstellen möchte. Zur Einstimmung hier eine Fotogalerie aus der Provence und Motive aus der Auvergne, gefunden in Kirchen und Museen. Wenn sie auf eins der kleinen Fotos klicken, vergrößert es sich. Viel Spaß beim Stöbern!

Verschiedene Kirchenfensterdetails
Oben: Der Puy de Dôme im Land der Vulkane bei Clermont-Ferrand, unten links, eine typische Stadtansicht, daneben der hochverehrte Vercingetorix

Mein zweiter Beitrag handelt von unserer Fahrt auf der Route national 7 und erscheint am Donnerstag.

Religiöses, tierisches und musikalisches Leipzig (Halle Nr. 5)

Da mein Mann und ich früher schon in Leipzig waren, ließen wir dieses Mal einige Sehenswürdigkeiten links liegen.

Oben links eine der schönen Einkaufspassagen von Leipzig, daneben der Marktplatz. Links unten das historische Café Riquet, daneben die barocke Handelsbörse

Unsere erste Anlaufstelle war die Nikolaikirche, die wir noch nicht kannten.

In einem Nebenraum der Kirche gibt es eine Ausstellung, die die Bedeutung dieser Kirche für die Wiedervereinigung Deutschlands spielte. Viele Fotos und erklärende Texte brachten uns das Jahr 1989 noch einmal näher und ich war dankbar, diesen Ort einmal in natura sehen zu dürfen.

Ebenso erging es mir bei der Thomaskirche, der Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach. Auch hier hatte ich das Gefühl, Deutschland und seine Wurzeln nun etwas besser verstehen zu können. (Hört sich vielleicht hochtrabend an, aber ich kann es nicht besser beschreiben).

Spontan hatten wir uns Karten für das Leipziger Gewandhaus für eine Nachmittagsvorstellung gekauft, um dieses Konzerthaus auch einmal erleben zu können. Gespielt wurde die 9. Sinfonie von Beethoven und vier Sänger und Sängerin, das Orchester und ein fast 50 menschenstarker Chor schenkten uns mehrmals Gänsehaut. Wunderbar!

Ja und dann wollten wir noch „Elefant, Tiger & Co“ live sehen. Ich gebe zu, dass wir öfter beim Zappen im Fernsehen an dieser Tier-Doku-Soapserie hängen bleiben. In bereits über 100o Beiträgen wird von der Arbeit im Leipziger Zoo berichtet, einem Zoo, der zu den besten in Europa zählt.
Eigentlich sind wir keine Zoogänger, aber hier überwog die Neugierde. Wir wurden nicht enttäuscht. In großzügigen Anlagen werden den Besuchern Tiere aus verschieden Erdteilen näher gebracht. Man lernt viel über einzelne Tierarten und deren Gefährdung, auszusterben. Meine eher kritische Meinung zu Zoos habe ich nach dem fast sechsstündigen Besuch etwas revidiert.

Oben der Haupteingang, unten drei Bilder aus dem Gondwanaland, in dem man Leben im Dschungel bestaunen kann.

Ich fühlte mich manchmal wie im Urlaub, bzw. dachte häufiger, dass man eigentlich gar nicht irgendwo hinfliegen muss, um ein „Exkursionsfeeling“ zu bekommen. Hier ein paar weitere Eindrücke:

Bauhaustag (Halle Nr. 4)

Heute ist der „Tag der Museen“, ein passender Anlass, über unseren Ausflug nach Dessau zu berichten.
Dessau liegt eine gute halbe Stunde von Halle entfernt. Hier hatte der „Bauhauschef“ Walter Gropius sein Wirkungsfeld, nachdem er aus Weimar weggehen musste.
Mit einem kleinen Bus kann man einen ganzen Tag lang alle Bauwerke zum Thema Bauhaus abfahren. Wir suchten uns drei Anlaufstellen aus. Zuerst besuchten wir die restaurierten und nachgebauten „Meisterhäuser“, in denen u.a. Gropius und die Künstler Klee, Kandinsky und Feininger gewohnt haben. Im Gropiushaus erfährt man etwas über die Entstehung der Häuser, im Feinigerhaus fand eine Ausstellung über die Familie Feininger statt. Im den baugleichen Kandinsky-und Kleehäusern konnte man sehen, wie die unterschiedlichen Farbanstriche die Räume anders wirken ließen. Informationstafeln und kurze Videos zeigten die architektonischen Raffinessen der Häuser.

Oben rechts zwei der Meisterhäuser. Jedes Haus hatte fast den selben Grundriss: Kleinere Räume, ein großes Atelier (links oben). Wichtig waren große Fenster, um sich „die Natur ins Haus zu holen“. Rechts unten das farbenfrohste Haus von Paul Klee.

Die passenden Möbel zu den Häusern kann man sich im Dessauer Bauhausmuseum ansehen.

Daneben es gibt es noch diverse Exponate von Künstlern, die in dieser Zeit gelebt haben, wie beispielsweise diese Theaterpuppen von Oskar Schlemmer.

In dem Museum gab es eine schöne Idee: Besucher könnten sich eine eigene kleine Kunstmappe über das Bauhaus zusammenstellen. Es gab diverse kostenlose Blätter zur Auswahl über einzelne Personen oder Ausstellungsstücke.

Am Ende des Tages machten wir noch einen Spaziergang durch die Bauhaussiedlung Törten, die für die Zeit der Entstehungen in den 20er Jahren ebenfalls ein revolutionäres Konzept verfolgte. Sie sollte der Prototyp für einen preisgünstigen Massenwohnungsbau werden.

Als Lektüre für diesen Urlaub diente mir u.a. folgendes Buch:

Die Schilderungen über Feiningers Bauhausjahre, über seine Zeit in Halle auf der Moritzburg zusammen mit dem außergewöhnlichen Museumsdirektor Alois Schadt und die Beschreibung seiner Zerrissenheit zwischen Amerika und Deutschland gefielen mir gut.

Tête-à-tête mit Stahlgiganten (Halle 2)

Bei unserem Urlaub in Halle besuchten wir auch „Ferropolis“. Diese Anlage erinnert an den Braunkohletageabbau, der in den 90er Jahren beendet wurde.

Fünf ehemalige Bagger stehen auf einer Halbinsel, die zu dem Gremminer See gehört, ein überflutetes Tagebauloch. Man kann diese Stahlgiganten nicht nur besichtigen und teilweise auf ihnen hochsteigen, ein Museum erzählt auch die Geschichte dieses Geländes.

Das Gelände wird außerdem für diverse Feierlichkeiten benutzt, sei es für Konzerte mit bis zu 25000 Besuchern, Autorennen oder Trödelmärkte.

Wir hatten Glück, dass wir auf dem Gelände fast alleine waren, so dass ich nach Herzenslust fotografieren konnte. Mal war das Bombastische für mich knippswürdig, ich entdeckte aber auch viele Details. Wenn Sie gerne fotografieren, planen Sie mindestens einen halben Tag für die Besichtigung ein.

Meine Favoriten: Schwarzweißfotos

Warum Halle und nicht Leipzig?(Halle Nr.1)

Diese Frage stellten uns einige unserer Bekannten, als wir ihnen von unseren Urlaubsplänen berichteten.
Der Hauptgrund war, dass wir im Fernsehen einen Bericht über das Museum Moritzburg in Halle gesehen haben. Bei diesem Bericht wurden auch einige Stadtansichten gezeigt und wir wurden auf diese Stadt neugierig.

Wir hatten eine Ferienwohnung im Stadtteil Giebichenstein an der Saale mit der Burg als Wahrzeichen. Das war ein guter Ausgangspunkt, denn die Innenstadt (ca. 2 km entfernt) war schnell mit der Straßenbahn zu erreichen und man konnte vor der Haustür schöne Spaziergänge unternehmen.

Oben links: Eine der vielen imposanten Villen im Stadtteil Giebichenstein, darunter ein schönes Ausflugslokal, daneben Abendstimmung an der Saale

Halle ist sehr hügelig und seine Altstadt zeichnet sich durch enge und verwinkelte Straßen aus, durch denen die Straßenbahnen fahren. Das Quietschen der Bahnen, das häufig noch anzutreffende Kopfsteinpflaster oder der aus Platten bestehende Straßenbelag führten bei mir dazu, dass die Geräuschkulisse mich an Besuche in der DDR vor 50 Jahren erinnerte. Haben Sie evtl. auch noch das Tamtam Tamtam auf der Transitstrecke nach Berlin im Ohr?

Prächtige historische Gebäude, Parks und Friedhöfe wechseln sich mit alten, noch nicht restaurierten Häusern, Bauruinen oder Nachkriegsbausünden ab, wo man immer mal wieder Wandbilder entdecken kann. (Besonders im Stadtteil Freiimfelde).

Oben links der Stadtgottesacker aus dem 16. Jahrhundert, der nach dem Vorbild der italienischen Camposanto-Anlagen errichtet wurde. Daneben Teilansicht vom Marktplatz in Halle.Dieser gilt als einer der größten in Deutschland. Auf dem Foto zu sehen sind der Rote Turm und die Kirche „Unser Lieben Frauen“.
Unten rechts: Die Oper von Halle.

Halle ist eine junge Stadt dank der vielen Studenten. Es gibt viele urige Kneipen, kleine originelle Cafés oder auch Tante Emma Läden. Mehrere Theater (z.B. auf einem Schiff auf der Saale) sorgen abends für Abwechslung. (Wir besuchten das „Kammer-Theater“, das für seine Komödien bekannt ist).

Museen gibt es in Halle einige, wir sahen uns die oben schon erwähnte Moritzburg und das Landesmuseum für Vorgeschichte an. (Berichte folgen.)

Auch heute lasse ich den Beitrag musikalisch ausklingen, denn Halle ist „Händel“Stadt. Hier wurde der Komponist geboren und verlebte seine Kindheit und Jugend. Ist Herr Händel ansonsten eher für pompöse Musik bekannt, habe ich mal ein etwas ruhiges Klavierstück ausgesucht.

Auf der Fahrt nach Finsterwalde

Letzten Montag fuhren wir für ein paar Tage quer durch Deutschland Richtung Osten. Unsere erste Übernachtung war im brandenburgischen Finsterwalde. Hier ein paar Beobachtungen, die ich als Beifahrerin auf dem Weg gemacht habe. Los geht es in Dortmund:

9.30Uhr
„Ich bin voller Ideen“- steht auf dem Dortmunder Ruhrschnellweg am oberen Rand eines Tunnels
Ein geflügeltes schwarz-gelbes Nashorn mit BVB Emblem im Vorgarten eines Hauses
Ein Mann putzt bei strömendem Regen an einem Hochhaus ein Fenster
Am Straßenrand ein Sandhügel, der oben bewachsen ist. Sieht aus wie die Haarpracht eines Elefantenjungen

An einer Halle steht „Stiftung Kinderglück“, gegenüber eine mit Goldstreifen veredelte Lärmschutzwand
Wellige Felderlandschaft mit einer ausgedünnten Allee in der Ferne, einem Hochstand und einem Hasen, der von links nach rechts Richtung abgedeckter Strohballen hoppelt
Vertrocknete und verschrumpelte Sonnenblumen als Vergangenheitsboten
Zwischen sich gemächlich drehenden Windrädern steht eine kleine alte Scheune mit rotem Dach, ein Stück weiter ein verlorener Baum zwischen einem Sonnenkollektorenfeld. Schafe grasen dort und suchen Schutz unter den Solarmodulen.
Auf einer Brücke über die Autobahn zwei walkende Frauen in pink und gelb-zwei willkommene Farbtupfer
Die Autobahn als Windradallee
Abgestorbene Fichten neben einer Aufforstung mit kleinen Tannen
Landschaft mit zwei Vulkankegeln, der graue Regenhimmel dahinter etwas heller
Die Sababurg- wohnt dort noch Dornröschen?
Rot-weiße Windfahne warnt vor: Heftiger Windstoß auf der Talbrücke Breuna
Verlassener Wohnwagen an einem Feldweg

11 Uhr
„Keine Bauern-kein Bier“ Verpackte Heuballen dienen als Schreibunterlage
Hinter Kassel eine Villa mit blauem Satteldach und weißer Aufschrift- Besitzer mit einem Fußballherz hat Gelsenkirchener Wurzeln
Schlapper Glitzerluftballon, der in einem Baum hängt. Ein Smileyauge mit passendem Mundwinkel grüßt verknittert die Autofahrer
Sonnenstrahlen wärmen meine rechte Schulter, Blauerhimmelkleks im Grau
Schild „Friedland- Tor zur Freiheit“, links auf einem Berg die Spitzen einer Skulptur, versteckt hinter Bäumen
„Willkommen in Thüringen“ – wirklich?
Wachturmruinen
Leere Autobahn Richtung Halle- Tummelplatz für freie Fahrer –
BER-TA 429 is the Winner
Das dickmachende M-für uns nur ein WC Zeichen

Roterdige Abraumhalde mit leichtem Birkenbewuchs
Eine Damwildgruppe unter Bäumen mit Mispelballen
Willkommen in Sachsen-Anhalt #moderndenken
Erneut Abraumhallen, deutsche Pyramiden

Viiiieeeel Platz!
Keine Menschen, weder Bauern, noch Spaziergänger oder Jäger auf den Feldern, dafür eine Gruppe Schwäne
Und weiße Fahrräder am Straßenrand, die sich mit kleinen mit Plastikblumen geschmückten Kreuzen abwechseln-Alex-Sina-Elmo-Petra

13.50Uhr
Willkommen in Sachsen!
Wandbild „Stolz auf meine Heimatstadt“
Tattoostudio „La Tortura“ und ein Friseursalon „Der Haardieb“
Geduldiges Hinterherzöckeln 

Gruppen mit gewittergeschädigten Bäumen auf Feldern, zerfallene Häuser mittendrin.
Pause in Torgau. Stille Stadt mit imposantem Schloss.

Oben links: Teilansicht vom Marktplatz, rechts daneben und unten links Eindrücke vom Schloss Hartenfels aus dem 16. Jahrhundert. Unten rechts das „Denkmal der Begegnung“, ein Friedensmahnmal zu Ehren amerikanischer und russischer Soldaten, die sich am 25.April 1945 hier getroffen haben.
Die freitragende Treppe im großen Wendelstein an der Hoffront im Schloss hat es mir besonders angetan.

Willkommen in Brandenburg!
Lausitzer Landschaftsleere mit Greifvögeln am Himmel
Fahrt durch versprengte Dörfer a) mit Farbanstrich, b) ohne Farbanstrich oder c) ein rotes Haus zwischen grauen Maushäusern. Ich habe im Ohr, wie Dorfbewohner sich die Mäuler über dieses rote Haus zerreißen.


Kleiner Fuchs auf der Straße, überfahren
Vorbei an einem großen Pferdegestüt, Erinnerung an Gräfin von Döhnhoff
Alte Bockwindmühle, Milchkühe herumdrapiert
Von 1-5: Es gilt die Gefahrenstufe 3 eines Waldbrandes, so zeigen es verschiedene Schilder an.
Tag der offenen Tür auf dem Straußenhof am nächsten Sonntag
Endlich in Finsterwalde! Ein betriebsames Städtchen mit schönen Ecken.

Seit letzter Woche gehört die Sängertradition von Finsterwalde zu dem immateriellen Kulturgütern der UNESCO.

Alle zwei Jahre treffen sich Chöre aus vielen verschiedenen Ländern in diesem Ort- ein Festival, das zeigt, wie unterschiedlich Chormusik sein kann.

In Finsterwalde besuchten wir Bekannte, unser zweites Ziel war Halle, wo wir mehrere Tage wohnten. Was wir uns dort und in der Umgebung angesehen haben, darüber erzähle ich Ihnen in weiteren Beiträgen.

Lichterfelder Spaziergang (Berlin Nr. 4)

Als wir im Januar in Berlin waren, hatten wir an einem kalten Sonntagmorgen bis zu einem Termin noch zwei Stunden Zeit. Die Museen waren noch nicht geöffnet, so entschieden wir uns für einen Besuch der Villenkolonie in Lichterfelde. Über die App Hearonymus luden wir uns eine 1 1/2 stündige Führung herunter. Johann A.W. Carstenn hatte die Idee, in dem Dorf Lichterfelde günstig Land zu kaufen, um danach betuchten Bürgern aus Berlinmitte eine Villa im Grünen anzubieten. Die Idee hatte er aus London mitgebracht, wo sie sehr erfolgreich war. 1866 baute er die erste Straße der Kolonie noch mitten in Getreidefeldern. In Berlin lief das Geschäft aber aus verschiedenen Gründen nur schleppend an, hinzu kam der Börsenkrach von 1873. Schließlich verspekulierte sich Carstenn bei dem Bau einer Kadettenschule in Lichterfelde und wäre fast pleite gegangen. Da einige prominente Berliner aber inzwischen Villen in der „Sommerfrische“ besaßen, zogen andere nach und jeder Neuankömmling wollte mit seiner Villa die der anderen übertrumpfen. So gibt es während des Spaziergangs Türmchen über Türmchen zu bewundern, burgenartige Häuser mit Wassergräben oder Villen im italienischen Renaissancestil.

Unten links die Villa von Otto Lilienthal. Wenn Sie rechts genau hinschauen, erkennen Sie eine Zugbrücke über einem Graben.

Beim Flanieren konnte man darüberhinaus viele schöne Details entdecken:

Der Sonntag war für das Fotografieren günstig, denn es waren kaum Leute und Autos unterwegs.
Welche berühmten Köpfe hatten hier auf engem Raum zusammengelebt! Nach dem Spaziergang kaufte ich mir dieses Buch, um noch mehr über Lichterfelde zu erfahren.

Im ersten Teil des Buches wird auf die Entstehung und die Geschichte der Siedlung eingegangen und man erfährt auch etwas über die besondere Architektur. Hier erfuhr weitere interessante Details wie beispielsweise, die Tatsache, dass in Lichterfelde weltweit die erste Straßenbahn fuhr und dass Lichterfelder während des Naziregimes aktiv Widerstand geleistet haben.
Exemplarisch für an die 200 berühmten Lichterfelder (eine Auflistung mit Kurzbeschreibungen befindet sich am Ende des Buches) werden sechzehn Lebensläufe im Buch erzählt, darunter z.B. die Leben von Elly Heuss-Knapp, Sebastian Haffner, Karl Liebknecht oder Hans Rosenthal. Lichterfelde- ein wirklich beeindruckendes „Pflaster“!

Ein langes Wochenende in Berlin (Nr. 1)

Am Dienstag habe ich Sie mit dieser Collage hoffentlich ein bisschen neugierig auf Berlin gemacht? Es folgen noch ausführlichere Berichte, doch hier schon einmal vorab kurze Erklärungen:

Rechts oben sehen Sie einen kleinen Straßenabschnitt der Villenkolonie Lichterfelder. Hier wohnten viele berühmte Menschen und versuchten, sich mit der Architektur ihrer Villen zu übertrumpfen.
Die Auflösung zu der Frage nach dem Herrn links sieht so aus:

Das Bild hängt in der Berliner Gemäldegalerie, in die wir letzten Samstag gingen.
Zu dem Bild unten links gehört diese Erklärung:

Wir besuchten im Osten Berlins das Stasimuseum, eins der wenigen größeren Museen, die an einem Montag geöffnet haben. Da das Wetter sehr schlecht war, blieben wir in der Gegend und gingen auf diesen Markt, zu dem auch das Blumenbild unten rechts gehört.

Das Dong Xuan Center ist seit 2005 offiziell ein asiatischer Großhandelsmarkt (der größte Deutschlands) und liegt auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Lichtenberg. In ca. 20 großen Hallen gibt es vor allem zahlreiche Geschäfte für Kleidung, technisches Zubehör, Spielzeug, Wohnungseinrichtung, Lebensmittel, Nagelstudios, Friseure und Restaurants.

Inzwischen darf hier jeder einkaufen. Besonders beliebt sind Friseure, bei denen man für 8 Euro einen Haarschnitt bekommt und die Restaurants, die auch von der vietnamesischen Gemeinde gerne frequentiert werden.

Wir gingen durch einige Hallen und es war ein bisschen wie in einem exotischen Urlaub, gepaart mit dem Erahnen von Grauzonen, die es wohl auf den meisten Großhandelsmärkten gibt.

Ein zweiter Tipp: Wir besuchten an einem Abend das „Scheinbar Varieté“ in Schöneberg. Auf engem Raum gibt es eine kleine Bar und ca. 60 Zuschauer haben Platz, um auf der Bühne unbekannte Gesangs- oder Comedytalente zu entdecken.

Wir wählten einen „Secret“-Abend aus. Man weiß nicht, wer kommt, ein bekannter Künstler möchte vor einem kleinem Publikum sein neues Bühnenprogramm ausprobieren. Bei uns war es charming Timon Krause, ein Mentalist, dessen neue Tournee im Herbst beginnt. Zwei Stunden sehr, sehr großes Staunen- „Wie hat es das gemacht?“, diese Frage beschäftigt uns immer noch und wir kauften uns gestern Tickets für die Krefelder Vorstellung im November.

Am nächsten Donnerstag geht es mit Berlin weiter, am Montag bespreche ich ein Buch, das an diesem Tag erscheint.