Ich sehe den Niederrhein schwarz-weiß (Fleuthkuhlen2)

Während der Radtour im Fleuthkuhlengebiet kam ich auch an typischen Niederrheinmotiven vorbei, die ich schon so oft fotografiert habe. Aber ich kann einfach nicht anders und muss dann wieder auf den Auslöser drücken. Diese Fotos habe ich jetzt mal in schwarz-weiß Bilder umgewandelt, was ich auch sehr reizvoll finde.

Auch die Fleuthkuhlen „haben was“ in schwarzweiß.

In Aengenesch gibt es eine kleine Kirche. Sie war geschlossen, doch vom seitlich gelegenen offenen Gebetsraum kann man auch in das Innere sehen. Schöne Fenster und ein für die kleine Kirche imposanter Holzaltar sind zu entdecken.

Ganz in der Nähe steht die Turmruine von Haus Langendonk, sie ist eine meiner niederrheinischen Lieblingsmotive, weil sie zu jeder Jahreszeit anders wirkt und mich auch ein bisschen an Schottland erinnert.

Aber kommen wir zu Farbbildern zurück. Die Lösung meines Vogelquiz steht ja noch aus.

Oben links sehen Sie einen Mäusebussard, daneben einen Star, darunter ein Kleiber.. Unten links geht es mit einem Fink weiter, in der Mitte sieht Sie keck ein Zaunkönig an und rechts sitzt eine Feldlerche. Ihr Gesang gehört für mich auch zum Niederrhein:

Und hier ein neues Rätsel, bei denen ich aber Ihren Rat brauche. Ich bin an diesem Baum vorbei gefahren- gibt es Bunkerbäume?

Wer weiß mehr darüber?

Bis Samstag!

„Expedition“ zu den Fleuthkuhlen

Am letzten Donnerstag nutzte ich das schöne Wetter, um meine erste Radtour in diesem Jahr zu machen. Auf meiner „To go“- Liste standen schon länger die Fleuthkuhlen zwischen Issum und Geldern. Ich parkte meinen Wagen in Aengenesch, von dort ist es nicht weit zum Radwegknotenpunkt 82, der am Rand der Fleuthkuhlen liegt.

Was sind die Fleuthkuhlen?

Ich fuhr mit meinem Rad zuerst ein Stück auf dem R 82 entlang. Außer zwei Spaziergängern kam mir niemand entgegen.

Doch schöne Ausblicke in Seitenwegen rechts und links ließen mich den R 82 bald verlassen. Auf der Internetseite von Komoot sah ich nach, wo Wege ans Wasser führten und so mäanderte ich durch das Naturschutzgebiet.

Solche Eindrücke ließen mich das Wort „Expedition“ in der Überschrift wählen. Manchmal fühlte ich mich wie in den Swamps von Louisiana, es war märchenhaft, auch mal ein bisschen unheimlich.

Aber die Zivilisation ist nicht weit. Man kommt am Haus Beerenbrouk vorbei,

Der Hof wird erstmals 1331 in Aufzeichnungen erwähnt.

auch Schloss Haag liegt in der Nähe. (Habe vergessen, ein Foto zu machen…).

Man fährt natürlich auch durch Felder oder kleine Haine und da wurde es dann schon ganz schön blumig.

Für die Blüte der gelben Sumpf-Schwertlilie in den Fleuthkuhlen war es leider noch ca. 2 Wochen zu früh, wie mir eine nette Spaziergängerin mitteilte. Das muss dann auch traumhaft aussehen.

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mein Wissen über die heimische Vogelwelt zu erweitern und da sind die Fleuthkuhlen auch ein geeignetes Gebiet, sich als „Birdy“ zu versuchen. (Birdy= englische Bezeichnung für engagierte Vogelliebhaber mit liebenswerten Macken.) Ich besitze keine Tarnkleidung und habe auch kein 1000er Teleskop, aber meine Ohren waren die ganze Zeit gespitzt und schließlich konnte ich neben den üblichen Verdächtigen wie Meisen, Spatzen, Krähen, Spechte, Tauben und Elstern auch ein paar andere Vogelarten bestimmen und z.T. auch sehen.

Die Fotos kommen von Pixabay

Welche Vögel erkennen Sie? Am Mittwoch geht es mit „Fleuthkuhlen 2“ weiter.

Moerser Schlosstheater bietet Frischzellenkur fürs Gehirn

Unter dieser Überschrift stand am Samstag in der Rheinischen Post folgender Artikel:

Mit „21 Lovesongs“ streamt das Schlosstheater erstmals eine Premiere live aus dem Schloss in die Wohnzimmer der Zuschauer. Das Stück ist eine musikalische Antwort auf die Pandemie. Das Ensemble liefert eine großartige Leistung ab.VON ANJA KATZKE 

Mein Mann und ich waren neugierig geworden und da am Samstagabend eine Aufführung stattfand, lösten wir ein virtuelles Ticket. Uns stand eine außergewöhnliche Erfahrung bevor:
Nach einer Viertelstunde wollte ich aufgeben und meinem Mann vorschlagen, uns lieber einen Krimi im Fernsehen anzusehen. Was ich sah und hörte war schrill, laut und chaotisch. Ich war genervt. Da mein Mann aber anscheinend anders empfand oder größeres Stehvermögen hatte, sagte ich nichts und von Minute zu Minute fand ich Details im Bühnenbild, die mir gefielen, die Lieder wurden besser und den Leistungen der Schauspieler musste ich meinen Respekt zollen. Am Ende des Stücks hatte ich nach 100 Minuten den Eindruck, dass mein Gehirn eine Frischzellenkur hinter sich hatte und mir schwirrten zig Ideen für Fotos im Kopf herum. Wie gerne würde ich im Bühnenbild einmal fotografieren…Dieses Theaterstück ist eine pure Kunst-und Kulturerfahrung und anscheinend musste ich mich nach so langer Abstinenz in den ersten Minuten erst einmal wieder daran gewöhnen, mich mit Kunst und Kultur auseinanderzusetzen.

Worum geht es in dem Stück? Hier der Rest des Zeitungsartikels:

MOERS | In der Krise, sagt man, zeigt sich, was in den Menschen steckt. Das Ensemble des Moerser Schlosstheaters hat die Krise zu Höchstleistungen angespornt. Mit der neuen Inszenierung „21 Lovesongs“ legt das Theater eine zweifache Premiere hin: Regisseur Ulrich Greb und seine Schauspieler präsentieren nicht nur ein neu erarbeitetes Bühnenstück, den Lieblingsliederabend, sondern meistern bravourös erstmals den Livestream zum Publikum, in der Spitze sitzen am Premierenabend bis zu 120 Zuschauer vor dem heimischen PC und Laptop, eingeloggt auf der auf der Plattform „Dringeblieben“. „Moers-Landung“ kommentiert jemand im parallel zur Aufführung laufenden Chat in Anlehnung an die Mars-Landung von „Rover Perseverance“. Stimmt.

Auch das Schlosstheater erforscht das Leben – aber nicht auf einem fernen Planeten, sondern hier auf der Erde – das das Coronavirus fast zum Stillstand bringt. In der atmosphärisch verdichteten Inszenierung sezieren Ulrich Geb und die fünf Schauspieler das, was Isolation, Vereinsamung, Frust, Wut, aber auch die Sehnsucht nach Zusammensein und Liebe aus uns und unserer Gesellschaft machen. Die Bühne steht im Moerser Schloss. Bühnenbildnerin Birgit Angele hat das „Pest“-Zelt aus der Camus-Inszenierung in transparente Zellen umgebaut, damit die Schauspieler sich darin einrichten und ihre Charaktere entwickeln, so einsam wie Jona im Bauch des Wals. Da gibt es den Leser, der seine Enzyklopädien auf dem Boden neu ordnet, den Videospieler, der virtuell die Tour de France abstrampelt, oder die junge Frau, die nur beim Sex ihre Ängste vergisst. Gemeinsam arbeiten sie sich an ihrem Phobien ab, beklagen die dem Untergang geweihte Kohlmeise und sinnieren darüber, wie man den Bildschirm zu küssen lernt.

Dabei spielen Matthias Heße, Patrick Dollas, Roman Mucha, Emiliy Klinge und Elsia Reining auf der Klaviatur der Emotionen, phasenweise sehr melancholisch – und schaffen so ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, das viel weiter reicht als die Corona-Pandemie. Denn die Vereinzelung gab es schon vorher, und sie wird wohl auch danach bleiben.

Die Inszenierung von Ulrich Greb schafft es, das Publikum vergessen zu machen, dass es nicht im Theater sitzt. Das liegt an der wohldurchdachten und klugen Kameraführung: Der Kameramann geht nah an die Schauspieler heran, um dann alle gleichzeitig wie in einer Zoom-Konferenz auf den Bildschirm zu bringen. Dazu filmen sich Dollas, Heße und Co. live mit ihren Smartphones und blicken ihre Zuschauer unvermittelt und direkt an, winken ihnen sogar manchmal zu. Dass der Stream einmal wegen einer technischen Störung offline geht, nimmt das Publikum dem Theater nicht krumm. Den Mehrwert des Abends bietet sowieso die Musik, die vielen Lieblingslieder. Mit Unterstützung von Jan Lammert (Piano), der die musikalische Leitung innehat, und Jens Lammert (Gitarre und Bass) rocken, röhren, headbangen, singen und chansonnieren sich die Schauspieler querbeet durch die Musikgenres, die immer die passgenaue Stimmung vermitteln.

Sie lassen mit „Ton, Steine Scherben“ den Turm einstürzen, singen Miley Cyrus’ „Bad Karma“, träumen mit Rio Reiser. Songs von Billie Eilish, Hans Eisler, Richard Strauss, Max Raabe, Savages, Georg Kreisler und Bell Book & Candle komplettieren das Arrangement.

Das Publikum ist hellauf begeistert von den fünf Gesangstalenten und kommentiert virtuell mit zahllosen roten Herzen, fliegenden Hüten und klatschenden Händen. Das Schlosstheater hat den Stoff zu bieten, der zwar nicht vor Corona schützt, aber anderthalb Stunden lang Trost spendet: „21 Lovesongs“ als musikalische Antwort auf die Pandemie. „Danke für das wunderbare Stück Kultur in diesen kulturlosen Zeiten“, schreibt ein anderer Zuschauer im Chat. Es ist der Dank für einen großartigen Theaterabend.

Matthias Heße im Bühnenbild der neuen Schlosstheater-Premiere. Wegen der Corona-Pandemie findet sie zurzeit nur im Livestream statt. Das Foto stammt von Jakob Studnar.

Weitere Aufführungen: Das Schlosstheater überträgt die Inszenierung im Livestream am 27. Februar, jeweils 19.30 Uhr, am 7. März, 18 Uhr, sowie am 13., 21. und 27. März, jeweils 19.30 Uhr.

Tickets Eintrittskarten ab fünf Euro gibt es über die Streamingplattform „dringeblieben.de“.

Link https://dringeblieben.de/schlosstheater-moers/videos

www.schlosstheater-moers.de

Zwei süße Geschichten mit drei Männern und Hildegard

In der Vorweihnachtszeit überraschten mich zwei Freundinnen mit außergewöhnlichen Süßigkeiten. Da war zuerst diese Schokolade:

Das Besondere an ihr: Sie schmeckt nicht nur gut, es läuft darüberhinaus ein Film im Kopf ab, wenn man ein Stück genießt. „Schuld“ daran ist der außergewöhnliche Transportweg der Schokolade. In Gedanken ist man erst in der Karibik, genauer gesagt in der Dominikanischen Republik, dann auf hoher See auf einem restaurierten Segelschiff mit dem Namen „Tres Hombres“, schließlich in Amsterdam, dem Zielhafen von „Tres Hombres“. Lernen Sie das Cargoschiff „Tres Hombres“ etwas näher kennen:

Aber die Reise geht von Amsterdam noch weiter. Nicht im Auto oder im LKW wird die Schokolade zu den einzelnen Verkaufsstellen transportiert, sondern meine Freundin erzählte mir, dass alles per Rad ausgeliefert wird! Ist das nicht eine gute Sache?
Wer auch Schokoladenkopfurlaub machen möchte, sollte in Unverpacktläden nach dieser Schokolade fragen.

Diese Kekse-und Plätzchensorten bekam ich vorletzte Woche. Alle wurden nach Rezepten der berühmten Hildegard von Bingen gebacken.

Ich hatte vorher noch nie von Quendel- und Galgantkeksen gehört und war auch überrascht, als ich bei der dritten Keksart u.a. die Zutat Muskatnuss las. Zuerst probierte ich die Galgantvariante. Etwas süß und ein schärferer „Abgang“, vielleicht ein bisschen mit Ingwerplätzchen zu vergleichen, jedenfalls ganz nach meinem Geschmack. Es folgte ein Nervenkeks. Muskatnuss-im Teig für mich zuerst gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen mag ich die Würzigkeit. Mein Favorit: Die Quendelkekse. Leichte Süße, aber ein Geschmack, den ich mit keinem anderen vergleichen kann.
Ich bin von der Idee fasziniert, dass Hildegard von Bingen und ihre Zeitgenossen im 12. Jahrhundert auch diese Kekse gegessen haben und dass das Rezept bis heute erhalten blieb. Meine Freundin schrieb mir zu ihrem Backwerk einen Brief, den ich auszugsweise hier wiedergeben möchte:

Mit dem Gedanken an die liebe Hildegard tun mir die Kekse gut, Ihnen vielleicht auch?

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Irgendwann werden wir wieder in den Urlaub fahren können, da bin ich einfach mal optimistisch. Nachdem nun unser Aufenthalt im Hunsrück so gelungen war, eignet sich der Winter doch sehr gut dazu, neue Pläne zu schmieden, um Deutschland ein bisschen weiter zu entdecken.

Welche nicht so überlaufenden Urlaubsregionen gibt es? Setzen Sie die folgenden Silben richtig zusammen und Sie bekommen elf Anregungen, wo man in Deutschland Urlaub machen kann.

MARK- BIR – SCHE – MEER – HOL – MÜHL – FRAN – GE – SART – LAND – BREIS – OBER – BURG – SPES – STEIN – BRAN – GAU – NUS – ERZ – DER – ALT – STEIN – TAU – DEN – SAAR – TAL – GE – SCHWEIZ – KEN – UCKER – HU

Letzte Woche wollte ich von Ihnen die Namen dieser Bilder- und Kinderbuchfiguren wissen:

Links unten: Na klar, Pippi Langstrumpf und Herr Nilsson, daneben Karlsson vom Dach mit seinem Freund Lillebror, alle vier erdacht von Astrid Lindgren

Links oben: Katze Findus mit Freund Pettersson von Sven Nordqvist, daneben von Jujja Wieslander die coole Mama Muh mit ihrer trotzigen und motzigen Freundin, die Krähe.

Vielleicht haben Sie noch irgendwo alte Kinderbücher und fangen am Wochenende beim Entstauben mit dem Schmökern an?

Bei mir geht es weiter am Dienstag.

Geheimnisvoller Glan (Hunsrück Urlaub Nr.7)

Unter diesem Motto zeigte im Mai 2020 der SWR eine 45 minütige Sendung über den Hunsrücker Fluss „Glan“.
https://www.ardmediathek.de/swr/video/expedition-in-die-heimat/geheimnisvoller-glan/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExMjAzNjI/

Als wir im Hunsrück Urlaub machten, kannten wir diese Sendung noch nicht, doch war unsere Begegnung mit dem Glan ein Highlight für mich.

Seit Jahren gab es einen Running Gag zwischen meinem Mann und mir: Ich wünschte mir schon so lange, einen Eisvogel in natura zu sehen und bei jedem Fluss, in dessen Nähe wir kamen, brachte ich meinen Spruch an:„Ich finde, dass das hier ein typischer Eisvogel-Fluss ist!“ Mein Mann nahm mich dementsprechend nicht wirklich ernst, als ich meinen Spruch dieses Mal aufsagte. Und dann sah ich ein schillerndes Blau….

Dieses Foto habe ich nicht selbst gemacht, es wurde mir von Herrn Takashi Yanagisawa zur Verfügung gestellt

Auch mein Mann konnte sich gar nicht von dem Anblick lösen. Erst sonnte der Vogel sich, dann tauchte er, ordentliches Federputzen folgte…wunderschön!
So wird der Glan in meinem Herz für Flüsse immer einen ganz besonderen Platz einnehmen. Dass ich damit nicht alleine bin sieht und hört man auch in der Fernsehdokumentation. Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen hat es an den Glan verschlagen, um hier etwas Neues auszuprobieren oder einfach so zu leben, wie man immer schon wollte. Schöne Lebensgeschichten findet man hier.
An den Glan kamen wir bei einem Spaziergang durch Meisenheim. Durch dieses Städtchen weht noch mittelalterliche Geschichte, denn es wurden nur wenige Gebäude zerstört. Wer in die Stadtgeschichte eintauchen möchte, sollte mindestens einen halben Tag einplanen.

Die evangelische Schloßkirche mit einer Orgel aus dem 18. Jahrhundert der Brüder Stumm. (Rechts oben). Sehr empfehlenswert ist das „Café Meisentörtchen“ mit köstlichem Kuchen. (Mitte). In Meisenheim fielen mir diverse originelle Blumenbepflanzungen auf.(Unten rechts).

Eigentlich wollte ich mit dem Glan-Beitrag die Hunsrück-Reihe enden lassen. Doch es gibt noch ein P.S., weil ich mich unwohl fühle, wenn ich nicht noch kurz auf dieses Hunsrücker Kleinod eingehe:

Einfach nur schnuckelig…

Alles Wissenswerte zu diesem besonderen Ort können Sie hier lesen:

Ich habe es ja schon gesagt: „Hunsrücker packen es an!“

Übermorgen gibt es wieder ein Rätsel, das Thema verrate ich Ihnen heute schon: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!

Flusslandschaften Nr. 1 (Hunsrück-Urlaub Nr. 4)


Während unseres Urlaubs haben wir Teile der Nahe und ihres Nebenflusses Glan kennengelernt. Was wir von der Nahe gesehen haben, gefiel uns gut, geschockt waren wir allerdings von der Tatsache, dass sie in einem Ort völlig verschwunden ist.
Ende der siebziger Jahre besuchten wir Idar-Oberstein, weil ich zu der damaligen Zeit eine fleißige Mineraliensammlerin war und diese Stadt als deutsches Mekka für Steininteressierte galt. Es gibt dort zu diesem Thema mehrere sehenswerte Ausstellungen und diverse Geschäfte, die Edelsteine und Mineralien anbieten. Damals alles in einem schönen Ambiente, sprich Altstadtflair.
2020: Als ich nunmehr zum zweiten Mal in Idar-Oberstein war, traute ich meinen Augen nicht. Habe ich schon einmal eine so trostlose Stadt gesehen? Mir fällt spontan keine ein. Der Hauptgrund:

Unter der vierspurigen Bundesstraße, die Sie in dieser Filmeinstellung sehen, fließt die Nahe, man verpasste dem Fluss einen Deckel. Ein zweiter Grund: Mitten in der Stadt wurden in den letzten Jahren mehrere hässliche Betonklötze hochgezogen. U.a. ein Einkaufszentrum, das die Fußgängerzone ausbluten lässt. Wenn Sie sich also nicht für Mineralien und Edelsteine interessieren, ersparen Sie sich die Fahrt nach Idar-Oberstein. Oder machen Sie einen Bogen um die Innenstadt und besuchen Sie nur das Schloss Oberstein.

Links unten sehen Sie die Ruine des Schlosses. Auch hier arbeiteten tatkräftige Hunsrücker zusammen und restaurierten das Anwesen in den 80er Jahren. Oben der Rittersaal, links daneben ein Fenster mit Achat-Splittern. Unten die Aussicht auf Idar-Oberstein.

In Kirn kamen wir zum ersten Mal mit der Nahe in Berührung. Hier darf sie noch durch die Innenstadt fließen und ein kleiner Bummel lohnt sich auf jeden Fall:

Die Ruine der Kyrburg (oben links) und Gebäude aus fünf Jahrhunderten (darunter einige der Fürstenfamilie Salm Kyrburg) machen Kirn zu einem interessanten Ausflugsziel.


Bad Münster war der zweite „Nahe“-Ort, hier hat der Fluss ein ganz anderes Erscheinungsbild:

Man kann am Fluss spazieren gehen, Rad fahren oder ein Paddelboot mieten. Das Ziel ist das nicht weit entfernte Bad Kreuznach. Aber vorher sollte man noch ein bisschen in Bad Münster flanieren, denn hier ist noch ein Hauch der Jahrhundertwende zu spüren, als die Bäderkultur ihren Aufschwung nahm.

Unten rechts ein Plakat, wie es damals in Bad Münster aussah. Unten links ein Blick in die Brunnentrinkhalle, wo man noch heute etwas für seine Gesundheit tun kann.

Auch in Bad Kreuznach prägt die Nahe das Stadtbild. Wenn Sie sich an meinem „Hunsrück-Abitur“ am vorletzten Samstag beteiligt haben, kennen Sie ja schon die berühmten Brückenhäuser von Bad Kreuznach.

Neben der Postkartenansicht der Brückenhäuser oben links gibt es noch weitere Häuser, z. B. unten links. Oben rechts der Marktplatz von Bad Kreuznach, unten rechts die Teilansicht des kleinen Museumviertels, in dem auch das Puppenmuseum liegt.

Wir haben nicht so viel von Bad Kreuznach gesehen, wie wir eigentlich wollten und machten nur einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt und den Schlosspark. Schuld daran war das Puppenmuseum, das uns verzauberte…

Warum das so war, darüber schreibe ich am Freitag, nächste Woche geht es dann mit dem Glan-Fluss weiter.

Abwechslungsreiche Museen im Hunsrück (Urlaub Nr. 3)

Waren Sie schon einmal in einem Motorsägemuseum oder wollten Sie immer schon einmal ein Telefonmuseum besuchen? Gibt es im Hunsrück! Die Museumslandschaft ist hier vielfältig und drei Sammlungen möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen. Sie sind auf Initiative einzelner Bürger entstanden, meine ersten „Beweise“ für unseren Eindruck, dass im Hunsrück öfter gesagt wird:“Geht nicht, gibts nicht!“

Pfiffig fand ich die Idee, ein Restaurant mit einer Art Oldtimerausstellung zu kombinieren. (Wer speist und trinkt darf kostenlos sehen und staunen).

Diese Kombination finden Sie in Grolsheim.“ClassicX“ ist ein amerikanischer Diner (Foto oben links) . Dieser Diner befindet sich in den Räumen von „Classicbid“, einer Auktionsfirma für Oldtimer. Hier können Sie sich ca. 150 Oldtimer ansehen und die meisten von ihnen auch spontan kaufen, wenn das Kleingeldbudget stimmt und Sie Lust auf einen Zweitwagen verspüren. Die Modelle sind mit technischen Angaben und Preisen versehen. Oder Sie warten, bis die nächste Auktion für Oldtimer durchgeführt wird.

In Windesheim, neben dem Gebäude der Orgelbaufirma Oberlinger, wurde 2001 ein Orgel-und Klaviermuseum, genannt „OAM-Orgel Art Museum, eröffnet.

2017 wurden Orgelmusik und Orgelbau als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO bestätigt. Erfindungsgeist und handwerkliche Meisterschaft kann man in diesem Museum bewundern. Historische Orgeln und Klaviere stehen neben Instrumenten, die erst vor einigen Jahren von der Firma Oberlinger gebaut wurden. Wir lernten diverse Orgelarten kennen, von denen wir bis dahin noch nie gehört hatten, z.B. ein „Nonnenpositiv“, ein „Regal“ oder ein „Claviorganum“. Sie suchen eine Orgel fürs Wohnzimmer? Kein Problem, auch für kleinere Raummaße gibt es „vollen Orgelsound“.
Mir juckte es regelrecht in den Fingern, mal eine Tastatur anzuschlagen. Für alle Museumsbesucher mit ähnlich kribbelnden Fingern wäre es schön gewesen, wenn man bei einem Instrument etwas hätte spielen dürfen. Auch Orgelmusik als leise Hintergrundmusik würde das Museum noch etwas stimmungsvoller machen.
Hier ein bisschen passende Musik zu meinem Beitrag:

Noch eine positive Anmerkung: In den Räumen finden auch wechselnde Kunstausstellungen statt. An den Wänden kann man z.Zt. von zwei Künstlern Bilder betrachten, die sich alle dem Thema Musik widmeten.

Diese Skulptur gehört zu dem Skulpturenpark in Bad Kreuznach. Zusammen mit einem Museumsgebäude ist die Anlage in der Welt einzigartig, da ausschließlich Skulpturen aus Stein gezeigt werden. Eröffnet wurde sie 2010 von dem Künstlerpaar Kubach-Wilmsen, das vor Ort auch seine Werkstätten hat. Wenn man zwischen den einzelnen Skulpturen lustwandelt (ca. 65 sind es momentan, weitere Kunstwerke sollen noch dazukommen), wird man von einer ganz besonderen Atmosphäre gefangen genommen.

Diese Ausstellung ist auch ein Fest der Haptik. Augen schließen und fühlen… Die Kühle der Steine, das Glatte, das Raue, Kurven, Wellen, Spitzen…Dazu kommen die Farbspiele der Steine, das Glitzernde, das Matte- einfach grandios!

Wer schon einmal in Neuss bei der ehemaligen Raketenstation war und das Museum der Foundation Langen besucht hat (siehe auch Hinweis am Ende) wird vielleicht an seinen dortigen Besuch erinnert, denn beide Museumsgebäude wurden von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen.

Leider hatte im Museum schon die Winterpause begonnen, so dass wir nur einen kleinen Eindruck von dem Innenhof des Museums bekamen.

Übermorgen zeige ich Ihnen noch weitere Bilder von diesem Urlaubshighlight und kombiniere die Fotos mit der Besprechung meiner Urlaubslektüre.

Am Rhein- Hunsrück-Urlaub (2)

Bacharach, Bingen, Rüdesheim und Ingelheim waren die Orte, die wir am Rhein besuchten. In der Vergangenheit hatten wir um diese Ausflugsziele immer einen großen Bogen gemacht, der Ruf, dort von Touristenscharen aus der ganzen Welt empfangen zu werden, schreckte uns ab.

Ein kleiner Beweis für die Internationalität der Besucher in Bacharach

In diesen Tagen hatten wir allerdings die Rüdesheimer Drosselgasse fast für uns alleine…

Rechts unten die Drosselgasse, die anderen Bilder sind ebenfalls aus Rüdesheim.

Diese Leere fanden wir auch in den anderen Orten. Waren in Rüdesheim trotzdem noch fast alle Cafés und Restaurants geöffnet, wurde es in Bacharach schon schwieriger, eine süße Kaffeepause einzulegen.

Clemens Brentano widmete Bacharach ein Gedicht, für Victor Hugo war Bacharach der schönste Ort der Welt

Mich beeindruckte in Bacharach am meisten die Ruine der Wernerkapelle. Hier eine Fotocollage:

Wenn Sie die Geschichte der Kapelle interessiert: https://www.bacharach.mittelrhein.net/rhein/wernerkapelle/

Besucht man diesen Teil des Rheins, sollte Zeit für eine kleine Rheinfahrt einplant werden, um Rheinromantik vom Wasser aus zu erleben:

In Bingen startet die „Burgenfahrt“ mit einem Schiff der „Weißen Flotte“, sie dauert eine gute Stunde.

Apropos Bingen: Das Rheinufer- sehr schön, dort fand 2008 eine Landesgartenschau statt und dadurch hat die Promenade sehr an Attraktivität gewonnen. Die Innenstadt-eher traurig. Eine Kollektion von Bausünden erwartet sie.

Ingelhein: Das Zentrum des Städtchens liegt auf dem Gelände einer prunkvollen Kaiserpfalz von Karl dem Großen. Ein beschilderter Rundweg führt zu den einzelnen Ruinenteilen der Pfalz. Wir wurden insofern enttäuscht, dass z.Zt diverse Abschnitte dieser Anlage gar nicht zugänglich sind, sei es, weil die Videoüberwachung kaputt ist, es zu behebende Bauschäden gibt oder die Eingangspforten ohne Angabe von Gründen abgeschlossen waren.
Positiv zu erwähnen: Im „Alten Rathaus“ finden seit 1949 hochkarätige Kunstausstellungen statt, gesponsert vom Pharmaunternehmen Böhringer. Noch bis Februar werden z. Zt. erstmalig in Deutschland die Tierbilder von Klee präsentiert.

Dieser Tag am Rhein hat mich berührt. Meine romantische Seele schmolz dahin, als ich die Burgen betrachtete und dann auf den Rhein blickte.

Der berühmte englische Künstler William Turner liebte ebenfalls den Rhein und malte ihn oft. Mit diesem Foto habe ich versucht, die Stimmung einiger seiner Bilder wiederzugeben.

Was mich aber ebenso beschäftigte, das war die Leere der Städte. Natürlich ist diese Saison eine besondere, aber in Bacharach hörten wir in einem Hotel an einem Nebentisch ein Gespräch eines jungen Wirts mit anderen Gästen mit. Er hatte in den letzten Monaten Einbußen, doch was ihm viel mehr zu schaffen machte war, dass in den Hotels, Restaurants und Geschäften seit einigen Jahren kaum ein Generationswechsel stattfindet und dadurch das Angebot für Touristen immer schmaler wird und man junge Menschen nicht mehr anspricht. Er malte ein ziemlich düsteres Bild und schloß nicht aus, dass in einigen Jahren die „Rheinperlen“ ausgestorben sind.

Auf den „Charme“ der 50er und 60er Jahre trifft man in diesen Orten noch häufig

Wie kann man die Entwicklung aufhalten? Der Hunsrück muss ebenfalls um Touristen kämpfen, aber wir gewannen in unserer Urlaubswoche mehrmals den Eindruck, dass hier die Menschen mehr Eigeninitiative entwickeln, um für Gäste interessanter zu werden. Es gibt zig Fördervereine und Stiftungen, in denen sich viele Menschen engagieren. Nächste Woche zeige ich Ihnen einige Beispiele.
Übermorgen gibt es aber erst wieder Kraftfutter für Ihr Gedächtnis.

Urlaub im unbekannten Hunsrück (1)-Wallhausen

Letzte Woche verbrachten mein Mann und ich einige Urlaubstage im Hunsrück. Unser „Basislager“ schlugen wir in Wallhausen auf.

Dieser Standort erwies sich im Laufe der Woche als optimal. Die Landschaft ist hier besonders schön, mich erinnerte sie manchmal ein bisschen an die Toskana und die bunten Weinberge waren eine Pracht. Man kann wunderbar wandern und es gibt Bahntrassenwege für Radfahrer. Fledermäuse, Greifvögel und Starenschwärme lassen sich beobachten. Für alle, die gerne Ausflüge mit dem Auto machen, liegt Wallhausen sehr günstig. Die Nahe und der Rhein sind nicht weit, ebenso schnell ist man im nördlichen oder südlichen Hunsrück mit vielen alten malerischen Orten und Naturschönheiten. Und wer mal zwischendurch wieder etwas Großstadtluft braucht, ist z.B. schnell in Mainz oder Koblenz.

Wir wohnten sehr angenehm im „Ferienhaus am Schloss“, ein liebevoll restauriertes Haus aus dem 16.Jahrhundert.

https://www.ferienhausamschloss.de/das-haus

Wallhausen ist ein Dorf mit diversen Weingütern und recht typisch für den Hunsrück. Touristen sind hier in der Minderheit, es gibt keine abendliche Party wie in den Touristenhochburgen an der Mosel. Hier ist es ruhig und beschaulich und somit ist das gastronomische Angebot z.Zt., abgesehen von einer täglich geöffneten Dönerbude, auf das lange Wochenende beschränkt. Dann haben eine Pizzeria und ein Gasthof geöffnet und man kann in Straußenwirtschaften einkehren. An anderen Tagen weicht man in umliegende Dörfer mit weiteren Gasthöfen aus oder fährt nach Bad Kreuznach (12 km entfernt). Vor Ort gibt es einen Bäcker, einen Metzger und einen Obst-und Gemüseladen. Supermärkte sind 3 km (Aldi) und 6 km entfernt (Rewe).

Unser erster Ausflug ging an den Rhein, darüber berichte ich übermorgen.


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