Von Schlafhäfen, Wildpferden und der Waal

Am vorletzten Samstag fuhren mein Mann und ich mit dem Schiff auf dem Rhein von Rees nach Nimwegen. Ein toller Urlaubstag!

Wir hatten Aprilwetter und konnten die Rheinlandschaft auf der Hinfahrt bei Sonnenschein in Ruhe genießen. Der Reiseleiter hielt sich mit Erklärungen zurück.

Oben das malerische Dorf Grieth, darunter ein altes Boot der Rheinfischer.
Bauernhof hinter dem Deich, darunter Ansicht von Emmerich

Ein Höhepunkt waren mehrere Sichtungen von Konik Wildpferden und Gallowayrindern im Naturreservat de Klompenwaard.

Manchmal erinnerte mich das Rheinufer an Südseeinseln.

In Nimwegen verließ uns das Wetterglück. Aber die Stadt hat diverse Einkaufsstraßen mit sehr abwechslungsreichen Läden und unzähligen Cafés und Restaurants. Wir hatten 2 1/2 Stunden Aufenthalt und gingen zuerst zum „Grote Markt“, wo samstags ein Markt stattfindet. Dort sahen wir uns die Stevenskirk an.

In diesem Buch fanden wir weitere Tipps und wurden u.a. neugierig auf „leder z‘n Vak“ auf der „Lange Hezelstraat“.

Ein großes Ladenlokal, in dem Regale stehen, die an unterschiedliche Anbieter für Ausgefallenes vermietet werden. Genau richtig für eine Regenphase.

Auf der Rückfahrt unterhielt uns der Reiseleiter mit vielen Informationen. Arbeiten am und auf dem Rhein, da konnte er schon viel erzählen.

Oben eine Werft, auf der gerade ein neues Passagierschiff innen ausgestattet wird.
Am Samstag war sehr reger Schiffverkehr und die Schiffe waren wieder voll beladen.
Bild 3 zeigt eine Raps-und Sonnenblumenölfabrik.
Darunter eine Art Tankstation für Schiffe.

Wir bekamen einen kleinen Vortrag über die unglaubliche Geschichte des Freizeitparks in Kalkar zu hören. Darüber hinaus lernten wir noch das Fort Pannerden kennen, in dem sich heute ein Heimatmuseum befindet. Direkt daneben beginnt der Pannerden Kanal, auf dem man bis nach Arnheim fahren kann. Wir kamen an einem alten Schlafhafen vorbei und an einer riesigen Baustelle für einen neuen Schlafhafen, in dem ab 2023 dreißig Rheinschiffe „übernachten“ können.

Nicht weit davon entfernt liegt das Schiffswrack Elisabeth, das man im Sommer bei Niedrigwasser noch komplett sehen konnte. Jetzt ragten nur noch ein paar Teile des Schiffsmasts aus dem Wasser.
Zum Schluss noch eine wichtige Stelle im Fluss: Rechts von der Markierung sehen Sie den Rhein, links davon die Waal, wir sind also an der deutsch-niederländischen Grenze.

Ich hatte mir für die Schiffsfahrt ein Buch mitgenommen, weil ich dachte, dass die 2 (Hinfahrt) bzw. 3 (Rückfahrt) Stunden etwas monoton werden könnten. Ich brauchte es nicht. Es gibt auf dieser Fahrt immer etwas zu sehen und zu entdecken oder man lässt seine Gedanken einfach mal schweifen.

Kassel als Ferienort

Wir besuchten im August Kassel für zwei Tage. Wegen der Documenta? Nein. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, das Konzept der diesjährigen Documenta zu verstehen und mir jedes Infofitzelchem im Internet durchgelesen, aber keine Aktion oder Ausstellung weckte mein Interesse. Nein der Hauptgrund war der Bergpark im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe. Er gehört seit 2013 zum Unesco Weltkulturerbe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bergpark_Wilhelmsh%C3%B6he

Der Grund für diese Auszeichnung sind u.a. seine Wasserspiele. Am Mittwochnachmittag und an Wochenenden kann man Zeuge dieses 1 1/2 stündigen nassen Spektakels werden.
Um 14.30 Uhr beginnt das Wasser oben auf der Höhe bei der Herkulessäule zu fließen.

Man läuft ca. 2,2 Kilometer zusammen mit vielen anderen Menschen den Berg hinunter und kommt dabei an weiteren vier eindrucksvollen Wasserspielen vorbei.

Oben links die Herkulessäuke, daneben die großen Kaskaden unterhalb der Säule.
Unten links die Fontäne am Ende der Wasserspiele, rechts daneben der Äquadukt.

Am Ende des Spaziergangs wird man von der großen Fontäne verabschiedet und kann sich im Café von Schloss Wilhelmshöhe stärken. Wer mag, kann danach den Museumsteil des Schlosses besuchen.

Wir waren aus Zeitgründen nur im Teil für antike Fundstücke. Es gibt z.B. noch Räume, in denen ein Teil der Grafiksammlung gezeigt wird, „Alte Meister“ werden präsentiert und eine Sonderausstellung gehört ebenfalls zum Museumsangebot.

Wenn man den Wasserspielen folgt, sieht man nur von weitem die imposante Löwenburg Ruine. Diese sahen wir uns nach der Kaffeepause noch einmal genauer an, denn sie war schön häufiger Filmkulisse.

Am 2. Tag besuchten wir morgens die Neue Galerie oberhalb der Karlsaue. Ein bisschen Documenta wollten wir dann doch erleben und in diesem Museum wird in einem Flügel die Geschichte der Documenta präsentiert. Man findet Ausstellungsstücke von früher, Modelle von großen Installationen und Beschreibungen über die Intentionen der einzelnen Ausstellungen. Das war sehr interessant, da parallel dazu jeweils eine Fotoreihe verdeutlichte, was in den einzelnen Jahren die Welt politisch und gesellschaftlich bewegte.

Oben links das Gebäude des Museums, unten rechts ein schöner Gang.
Kleines Rätsel: Welche Stadt sieht man oben rechts auf dem Bild?
Die Lösung steht am Ende des Beitrags!

In dem Museum gibt es dann noch Räume mit Kunst ab 1800 und eine Ausstellung ist dem Gründer der Dokumenta Arnold Bode gewidmet. Er war u.a. auch Künstler.

Kassel als Ferienort? Das können wir uns gut vorstellen! Es gibt in der Stadt noch viele andere Besichtigungspunkte. (Beispielsweise das Gebrüder Grimm Museum, auch toll für Kinder). Die Stadt hat eine Reihe von grünen Ausflugszielen. ( Neben der Wilhelmshöhe gibt es z.B. die Fulda Auen).
Was Kassel als Ferienstandort attraktiv macht, ist aber auch sein Umland. Nicht weit liegen Göttingen, Hann.-Münden oder Höxter mit der Klosteranlage Corvey. (Und 2023 mit Landesgartenschau).
Wir hatten zwei Ziele außerhalb von Kassel. Zuerst steuerten wir das Schloss Wilhelmsthal an.

Wir machten eine Führung mit, die sehr aufschlussreich war. Das Schloss aus der Rokokozeit wurde durch Kriege nicht beschädigt und war nur sieben Jahre bewohnt. Wer einen Faible für handwerkliches Können auf allerhöchstem Niveau hat, dem sei ein Besuch des Schlosses empfohlen.

Anschließend fuhren wir zur Hansestadt Warburg, die für ihre alten schönen Fachwerkhäuser in der Alt- und Neustadt bekannt ist.

Sie möchten noch mehr Anregungen bekommen? Ich lieh mir diesen Dumontatlas in der Bücherei aus und bekam noch neue Urlaubsideen.

Lösung: Auf dem Bild sieht man die Anfänge von Paris!

Kurstadt Hamm (Teil 2)

„Was gibt es denn in Hamm zu sehen?“ fragten uns schon mehrere Bekannte. Und wenn wir dann anfangen zu erzählen, staunen sie- mal mehr, mal weniger.
Nachdem ich Ihnen im ersten Teil den Hindutmpel und den Maximilianpark vorgestellt habe, komme ich heute zu der Kurstadt Hamm. Es gibt einen Stadtteil, der heißt „Bad Hamm“ und hier findet man ein Kurhaus, einen Kurpark und ein Gradierwerk. Daneben noch Häuser, in denen Anwendungen für eine bessere Gesundheit angeboten werden. Bedingt durch fehlenden Regen, hatte der Park schon ein herbstliches Flair, aber die Lage am Datteln-Hamm-Kanal gefiel mir sehr.

Nach einem schönen Spaziergang fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hammer Bahnhof.

Dabei machten wir gleichzeitig ein kleine Innenstadt-Rundfahrt und kamen am Marktplatz mit der Pauluskirche oder an der Lutherkirche vorbei. Zwischen den modernen Bauklötzen tauchten immer wieder alte Fachwerkhäuser auf und ein kleines Altstadt-Häuserensemble ist auch zu besichtigen. Wegen der Hitze verzichteten wir allerdings darauf und gingen in das Gustav-Lübcke-Museum, das in der Nähe des Bahnhofs liegt.
Das Museum ist eine weitere Perle in der Museumslandschaft des Ruhrgebiets.

Auf zwei Ebenen kann man viel über die Geschichte Hamms erfahren und es werden verschiedene Handwerkskünste vorgestellt.

Innovative Kleidungsstücke aus Papier in historischem Ambiente

Neben regionalen archäologischen Fundstücken widmet man sich in diesem Museum auch ausführlich der ägyptischen Kunst. Eine andere Ebene ist für Wechselausstellungen reserviert. Noch bis zum 23. Januar 2023 werden u.a. Kunstwerke aus Papier gezeigt und diese Exponate sind *****!

Oben links: Raten Sie, was die Grundlage für die Maske ist? Eine Toilettenpapierrolle!Darunter ein sehr großer Scherenschnitt. Rechts oben, ein weiteres Kleidungsstück aus Papier, darunter eine Wandskulptur.

Alles quasi vor der Haustür – ist das nicht toll?

Ein Hammer Tag- Ausflug Teil 1

Das Wortspiel ist zu verführerisch, um es nicht zu verwenden, zumal wenn es Ausflug nach Hamm wirklich großartig war.
Wir fuhren von Duisburg aus mit der Bahn zum Hammer Hauptbahnhof und von dort mit dem Bus zur Endhaltestelle Uentrop. Hier erwartete uns ein dörflicher Stadtteil, der ein bisschen etwas von „Lost Place“ hatte. (Keine öffentliche Toilette, falls Sie suchen sollten).

Viel Industrie und plötzlich…

steht man vor dem Sri Kamadchi Ampal Tempel. Er ist der zweitgrößte hinduistische Tempel Europas. Die Besichtigung (bis 13 Uhr) katapultierte uns sofort ganz weit weg vom schnöden Alltag.

Wer mehr über den Tempel und Hinduismus in Deutschland erfahren möchte, dem empfehle ich diese Fernsehsendung:

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/deutschlands-groesster-hindutempel—spurensuche-in-hamm-100.html

Auf dem Weg zurück in die Hammer Innenstadt legten wir einen Halt im Maximilianpark ein. Sein Markenzeichen ist der gläserne Elefant. Ihn besuchten wir zuerst.

Ist man im Elefant, kann man mit einem Fahrstuhl nach oben fahren und hat von oben eine gute Aussicht. Im Inneren befinden sich eine Kunstgalerie, ein Café und diverse Figuren, die sich auf Knopfdruck bewegen, wie beispielsweise unten der Palmenputzer und oben das durstige Huhn.

Ein zweites Highlight ist das Schmetterlingshaus.

Für Kinder ist dieser Park besonders attraktiv, denn es gibt ganz unterschiedliche Spielplätze, die großzügig angelegt sind. Wer Blumen liebt, wird hier mit beeindruckenden Blumenbeeten ( alle gut beschriftet!) verwöhnt.

Oben links: Ein Herbstbeet, u.a. mit insektenfreundlichen Köcherblume, Staubdenlobelie, Feuer-und Mehlsalbei.
Links unten: Ein kleiner Ausschnitte eines 2000qm großen Areals, in denen 70 verschiedene Stauden und Gräser von dem bekannten holländischen Gartenarchitekten Piet Oudolf gepflanzt wurden.
Rechts daneben: Ebenfalls nur ein kleiner Ausschnitt des großen Rosengartens.
Es gibt außerdem noch einen Kräuter,- Apotheker- und. garten.

Da wir in Hamm noch zwei andere Besichtigungspunkte ansteuern wollten, sahen wir im Park nicht alles. Nicht schlimm, denn eine Fahrt im nächsten Frühjahr ist schon vorgemerkt. Vielleicht verbinden wir diese dann auch noch mit der Besichtigung einer besonderen Ausstellung oder dem Besuch einer Veranstaltung im Park. Hier ist immer etwas los. (Momentan läuft z.B. eine Playmobilausstellung und eine Freilichtausstellung zum Thema „Leben in der Arktis).

Fortsetzung folgt nächst Woche!

Was kennen Sie von Koblenz?

Das Deutsche Eck? Höchstwahrscheinlich, deshalb hake ich das schnell mal ab.

Die Altstadt? Vielleicht auch, aber hier kann man viele kleine Schönheiten entdecken, wenn man den Kopf öfter mal nach oben hält.

Festung Ehrenbreitstein auf der anderen Seite des Rheins? Auf unserer Tagestour war die Fahrt mit der Seilbahn ein Höhepunkt. Eine Aussicht, die man nicht so schnell vergisst. (Tipp: Kaufen Sie sich online ein Ticket für die Bahn+Festung, die Schlange vor den Kassen war recht lang und es gab kaum Schatten).

Die Festung ist sehr weitläufig. Sie zu fotografieren, um einen Gesamteindruck zu gewinnen, das habe ich nicht geschafft, deshalb hier ein Foto, das für mich die Essenz der Anlage widerspiegelt.

In vielen Räumen wird den Besuchern die Geschichte der Festung anhand von Einzelausstellungsstücken näher gebracht. Es gibt aber auch kleine Wechselausstellungen. Momentan eine mit Fotos von jungen Fotografen und Fotografinnen, eine Ausstellung über die Ideen zur Bundesgartenschau 2029 und eine Ausstellung von Objekten, die den Designerpreis Rheinland-Pfalz gewonnen haben. Zukunftsorientierte Themen in altem Gemäuer, das hat mir gefallen.

Apropos Zukunft: In Koblenz wurde 2013 das Forum Confluentes eröffnet. In ihm befinden sich u.a. das Mittelrhein Museum und die Koblenzer Stadtbücherei.

Dieses Gebäude war eine Spielwiese für meine Schwarzweißvorliebe.

In der ebenso modernen Bibliothek verbrachten wir einige Zeit, denn die Medienauswahl war groß und das Stöbern machte Spaß.

Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof kamen wir noch an dem Stammgeschäft der Buchhandlung Reuffel vorbei. (Keine bezahlte Werbung!). Reuffel ist eine inhabergeführte Buchhandlung, die über Jahrzehnte in buchhändlerischen Fachkreisen oft wegen ihrer Bereitschaft zu Innovationen bewundert wurde. Also rein in die Buchhandlung. Von der Größe her ist sie mit größeren Thalia-Filialen zu vergleichen, aber man merkt den Unterschied im Detail und im Buchangebot, bei dem Titel von kleinen Verlagen gleichberechtigt neben Bestsellern präsentiert wurden. Ich schwelgte ein bisschen.

Koblenz ist eine Stadt für ein langes Wochenende, das ist unser Fazit. Der Tag war sehr schön, aber zu kurz.

Tipp für 9 Euro Ticket-Fahrer: Steigen Sie auf der Hinfahrt „Stadtmitte“ aus, zurück sollten Sie aber unbedingt im Hauptbahnhof einsteigen, da hier der RB 5 beginnt und noch leer ist.

Tipp für Kaffeetrinker: Die Preise der Restaurants, die an der Mosel und am Rhein liegen, sind naturgemäß „sportlich“. An der Rheinpromenade gibt es das italienische Restaurant „Amalfi“. Dort bekommt man ein Stück Kuchen + eine Tasse Kaffee für 4,80 Euro.

Tipp für Gartenliebhaber: Im Schlossgarten gibt es viel grüne Fläche, aber wenig Blumenbeete. Ist kein Muss.


Tipp fürs Shopping: In Koblenz finden Sie alles von Kick bis Giorgio Armani. Rund um den Josef-Görres-Platz fielen mir ein paar besonders interessante Fachgeschäfte auf. In einem entdeckte ich diesen Schal- Ein Souvenir an Koblenz und mit seinen Farben, die mich an meinen Garten erinnern, ein Stimmungsaufheller für den Winter.

Die Gemeinde Horst

Im Juli beschrieb ich Ihnen einen Ausflug nach America in Holland (siehe unten unter „Related Posts“). Das Dorf America gehört zu der Gemeinde Horst und von dieser Gemeinde bin ich inzwischen ein richtiger Fan dank des bemerkenswerten Marketings.
Dieses Mal besuchten wir in Horst zuerst das Teehaus „Theetuin de Ronde Vennen“in Broekhuizen. Sehr schön in einem kleinen Park gelegen, der direkt zu einem Waldgebiet führt, in dem man spazieren gehen oder Rad fahren kann. (Die Wege sind z.T. asphaltiert).
Zu einer beachtlichen Teeauswahl gibt es Kuchen, man hat die Möglichkeit, englische Scones zu probieren oder man sättigt sich mit leckeren Sandwiches.

Weiter ging es nach Lottum, dem Rosendorf Hollands. Wir machten Halt an einer großen Rosengärtnerei (Rosarium) und ließen uns von den Rosendüften verwöhnen. Sicherlich über 100 Rosenarten wurden angeboten, ich konnte mich nicht entscheiden…

Den Rosengarten, am Marktplatz von Lottum gelegen, besuchten wir dieses Mal noch nicht, es war inzwischen zu warm geworden.
Vom 12. bis 14. August findet in Lottum das Rosenfestival statt. Vielleicht eine Idee fürs nächste Wochenende?

Ich komme noch einmal auf das Thema Marketing der Gemeinde Horst zurück. Sollten Sie in der Gegend sein, halten Sie nach diesen Karten, Flyern und Broschüren Ausschau und lassen Sie sich für weitere Ausflüge inspirieren.

Abends sahen wir uns noch diesen Film an. Zum Wohlfühlen und Genießen!

Mit der Straßenbahn von Krefeld nach Duisburg

Heute erzähle ich Ihnen von dem zweiten Teil unserer Reise auf der längsten Straßenbahnverbindung der Welt. (Teil 1 siehe unten unter Related Posts).
Da man sich nicht direkt von Krefeld nach Duisburg mit der Straßenbahn fortbewegen kann, muss man eine Schleife über Düsseldorf fahren. Das war uns aber ganz recht, denn dieser Weg führte direkt an der Düsseldorfer Kirmes vorbei.

In dem Radiobericht, durch den wir die Idee zu dieser Reise bekamen, starteten die beiden Herren ihre Reise in Tönisforst. Das machten wir nicht, wir fuhren mit dem Bus bis zum Uerdinger Bahnhof und setzten uns dort in die Straßenbahn nach Krefeld.

Mein Mann meinte sogar, dass durch diese Variante die Gesamtstrecke von den im Radion angegebenen 102 km noch einmal um einen Kilometer erhöht wird. (Und für uns war Uerdingen auch bequemer…).

Die Fahrt zum Krefelder Hauptbahnhof war kurzweilig, die Krefelder Architektur ist beachtenswert, dazwischen immer wieder viel Grün.

Links: Vorplatz vom Krefelder Hauptbahnhof, rechts oben der Bockumer Platz, darunter der Eingang vom Krefelder Zoo.

Vom Hauptbahnhof in Krefeld brachte uns eine Straßenbahn nach Düsseldorf. Der Weg führte über Fischeln, Bovert und Meerbusch, zuerst durch Felder, dann vorbei an Luxusvillen. Der Clou: Ein Büdchen machte Werbung für den teuren Moet Chandon! Leider hab ich davon kein Beweisfoto, aber sie haben jetzt vielleicht eine Ahnung, von welchem Luxus ich spreche. Das Straßenbahnpublikum war dementsprechend. Cool mit Appleohrstöpseln und angesagtem Outfit, der Filius wurde an der Haltestelle von seiner Mama im Mercedes Cabriolet abgeholt.


Zwischen Meerbusch und Oberkassel ist die Bebauung hochmodern mit einem Mix aus Arbeit, Wohnen und Freizeit. Beeindruckend.
Wir legten eine Pause am Oberkasseler Luegplatz ein. Hier gibt es diverse Cafés und man kann sich an den Rhein setzen. Wir drehten allerdings eine Runde über die Düsseldorfer Kirmes. Etwas trinken, Menschen gucken, entsetzte Schreie auf den Karussells hören, über Preise staunen (eine Fahrt 9 Euro) und den Mischmasch deutscher Schlager ertragen.

Da es früher Nachmittag war, konnte sich noch frei bewegen, es gab kein Geschiebe. Was uns auffiel: Es gab Schlangen vor den Kassen an den drei….Geisterbahnen! Kann man das psychologisch so interpretieren, dass man in schwierigen Zeiten seinen Leidensdruck ausprobieren oder trainieren möchte?
Es wurde zunehmend voller und wir fuhren weiter zur Heinrich-Heine-Allee.

Auch hier war es sehr belebt, mit der Kombination aus Wärme und Maske tragen war das nicht so angenehm. Aber die Straßenbahn nach Duisburg war normal besetzt und verlief ruhig.
Und wo sind wir ausgestiegen? An das Karl-Jarres-Straße, denn so schloss sich der Kreis und wir haben einmal die längste Straßenbahnverbindung der Welt abgefahren.

Welcher Teil der Fahrt gefiel mir besser? Teil 1! Hier gab es unterschiedlichere Eindrücke und Anregungen und wie ich schon im anderen Beitrag schrieb, waren die Leute besser drauf.
Tipp: Falls Sie auf den Geschmack gekommen sind und gerne fotografieren: Nehmen Sie sich eine Powerbank für Ihr Handy mit. Auf dieser Strecke kann der Akku sich schnell leeren.

Mit der Straßenbahn von Duisburg nach Witten

Im Deutschlandfunk wurde im März 2022 über die längste Straßenbahnverbindung der Welt berichtet.

https://www.deutschlandfunk.de/per-strassenbahn-durchs-ruhrgebiet-dlf-665a3355-100.html

Zwei Freunde fuhren von Krefeld über Düsseldorf nach Duisburg und von dort bis nach Witten ausschließlich mit Straßenbahnen. Sehr reizvoll, wenn man ein 9 Euro Ticket besitzt…
Mein Mann suchte alle Verbindungen heraus:

und vorletzte Woche verließen wir schließlich an einem Morgen um 9 Uhr das Haus. Wir teilten uns diese Fahrt (ca. 102 km mit ca. 133 Haltestationen) auf und begannen sie auf der Karl-Jarres-Straße in Duisburg.

Erste Alltagseindrücke: Ein Autofahrer diskutierte mit zwei Polizisten, ein alter Mann führte seinen Hund auf einer zugemüllten Wiese Gassi, an einer Häuserwand tauchte das Bild des rosaroten Panthers auf. Noch müde E-Scooter, noch müde oder telefonierende Menschen in der Bahn.

Am König-Heinrich-Platz mussten wir zum ersten Mal umsteigen, um nach Mülheim zu kommen. Fotomotive der Bahnhöfe sollten mich den Tag über begleiten.


Schon auf der Fahrt nach Mülheim gab es erste Schmunzler beim Lesen von Werbetafeln.

Links oben-ein altes Tanzlokal, schon lange geschlossen.
Rechts daneben: Erst in die Disco, danach Hörgeräteshopping
Links unten: Bestattungsinstitut bietet viel Liebe
Rechts unten: Ein anderer Name eines Friseursalons: Paschas HAAR‘m, gesehen in Gelsenkirchen

In Mülheim war an der Haltstelle direkt ein Büdchen, praktisch, um für den kleinen Hunger vorzusorgen, wenn man die Butterbrotdose zuhause vergessen hat.

Hocken- die gesunde Haltung an Mülheimer Wartestellen

Auf dem Weg nach Essen gab es nicht so viele optische Spezialitäten, aber Fahrgästen zuzuhören, das war auch kurzweilig. Zwei Hundebesitzer unterhielten sich z.B. lautstark über die ultimativ besten Hundeleckerli, die man ganz schnell selber machen kann. Dumm war nur, dass der eine Hund das geschenkte Leckerli wieder ausspuckte und sein Hundebesitzer dann schnell versicherte, dass das normal sei…
Ab Essen HBF war eine kleine Straßenbahnstrecke wegen Gleisarbeiten gesperrt, ein Bus stand aber schon bereit. Jetzt merkte man den Unterschied zwischen leisem Gleiten über Schienen und dem Fahren über Huckelstraßen. Wir kamen an der Essener Synagoge vorbei und an der Zeche Zollverein.

Links: Zollverein- Bochumer Jahrhunderthalle- Synagoge
Rechts: Interessante Kirche in Witten

Dazu ein nettes Gespräch mit einer älteren Dame über die Vorteile des 9 Euro Tickets. Sie erzählte begeistert, dass sie schon 4 x zum Friedhof gefahren sei, sonst ginge das nur ein mal im Monat, da eine Fahrt normalerweise 13 Euro kosten würde. Ihr Sohn war aus Bochum mit der Straßenbahn auch schon nach Duisburg gefahren.
In Gelsenkirchen machten wir eine Pause. Der erste Eindruck, wenn man aussteigt: Prächtig!

Wir setzten uns in das türkische Schnellrestaurant „Borsa“. Man wird satt und es war das scheinbar einzige geöffnete Restaurant mit einer Toilette. Unseren Eindruck der Einkaufsstraße mussten wir auf dem Rückweg zum Bahnhof revidieren, aber machen Sie sich lieber selbst ein Bild.

Nächste Station: Bochum. Der Bochumer Bahnhof muss lobend erwähnt werden, denn hier ist die Beschilderung mit Abstand die beste. In Duisburg und besonders in Essen, waren wir zeitweise desorientiert, weil wir nicht wussten, welchen Weg wir zur nächsten Haltestelle nehmen mussten.
Von Bochum nach Witten wurde die Strecke immer grüner.

Kurz vor der Wittener Innenstadt ein Telefongespräch: „ Hey Alter, ich muss Rathaus. Warte da auf mich. Ich muss dort Friseur, nein nich im Rathaus, muss im Friseur!! Äj Alter, kapierst du nich? Muss Friseur!!“ Ein Junge, ca. 7. Klasse.

Und das ist die Endstation der längsten Straßenbahnverbindung der Welt:


Von hier aus gingen wir ein paar Schritte und fanden dann ein Café/Restaurant, wo es leckere Waffeln gab. Geschafft!
Mit der Pause in Gelsenkirchen brauchten wir 6 Stunden für die Strecke. (Laut Radiobericht soll man die komplette Strecke in einem halben Tag schaffen, das zweifeln wir aber sehr an). Zurück fuhren wir mit dem Bus zur Bochumer Uni und von dort nahmen wir einen Regionalzug nach Duisburg, danach dann noch einmal die Straßenbahn bis zu Karl-Jarres-Straße. Nach 8 Stunden waren wir glücklich und zufrieden wieder zuhause.
Am meisten hat uns auf dieser Fahrt die Freundlichkeit der Leute beeindruckt. Eine schöne Erfahrung.

Lust auf den zweiten Teil der Reise? Am Donnerstag geht es weiter.

Schloss Dyck in Jüchen

Wie oft bin ich schon an diesem Schloss vorbeigefahren und habe es nicht geschafft, es mir anzusehen! Aber jetzt habe ich diese Wissenslücke mit einem Besuch über vier Stunden schon ein bisschen geschlossen.
Geht man durch den Eingang der Anlage werden die Besucher zuerst von einem Gemüsebeet, einen Kräutergarten und schönen Blumenrabatten empfangen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptweges trifft man auf verschiedene Themengärten, wie z.B. einen asiatischen Garten oder eine Dahliensammlung.
In den Themengärten fand ich Anregungen für Topf-und Schalenbepflanzungen.

Studentenblümchen mit Ringelblumen kombiniert- für mich ein Hingucker, um gute Laune zu bekommen.
Verschiedene Mangoldpflanzen waren mit Lavendel eingefasst- ebenfalls eine schöne Farbkombination.
Erst hat der Storchenschnabel seinen Auftritt, dann das Sedumgewächs- warum bin ich da nicht drauf gekommen?
Erst Katzenminze, dann peu à peu zum Herbst hin Gräser- finde ich auch genial.

Nach diesem Blumenspaziergang stärkten wir uns im Café, das im Schlosshof liegt. Es war recht voll und wir bekamen keinen Sitzplatz. Das stellte sich aber letztendlich als Glücksfall heraus, denn neben dem Café kann man sich auch Getränke und Kuchen „auf die Hand“ mitnehmen und sich dann irgendwo auf einer der vielen Bänke oder in diesen einladenden Liegen, die man auf dem oberen Bild sieht, niederlassen.

Das Schloss ist zu besichtigen, daneben gibt es noch drei Ausstellungen, zwei permanente und eine aktuelle. Letztere ist eine Fotoausstellung mit herausragenden Gartenfotos etablierter Fotografen.

Nach der Pause machten wir uns auf, den englischen Landschaftsgarten zu erkunden. Er ist sehr weitläufig und wir sahen nur einen Teil von ihm. Außergewöhnliche Sichtachsen mit seltenen Bäumen machen den Spaziergang zu etwas Besonderem.

Das Schild oben ist ein Beispiel für diverse Infotafeln, Interessantes im Park beschreiben.
Unten links die Blätter einer Federbuche, in der Mitte ein amerikanischer Amberbaum, rechts ein Pimpernussbaum.

Am Ende unseres Aufenthalts besuchten wir noch den Bauernhofladen und den Geschenkeladen und nahmen uns als Souvenir leckere Marmelade mit.

Hier ein Überblick über das Garten-und Schlossangebot:

Die letzten beiden Punkte rechts unten sind besonders für Kinder gedacht.

Was wir nicht geschafft haben: Zwischen dem Schloss und dem anliegenden Nikolauskloster (auch zu besichtigen) gibt es noch das Dyker Feld. Hier wurde anlässlich der Landesgartenschau 2002 ein moderner Landschaftsgarten gestaltet, der Altes ( Allee mit 200 Jahre alten Maronenbäumen) mit Neuem (Chinaschilfanlage, Feldorangerien und Skulpturengruppe) verbindet.
Aber man muss sich ja immer etwas für das nächste Mal aufheben…

Der Eintritt zu Schloss und Park kostet derzeit 10 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Die Anlage gehört zu einer Stiftung, die den Unterhalt von Gebäuden und Grünflächen selbst finanzieren muss. Da ist der Eintritt gut angelegtes Geld!




Ausflug nach America

In der holländischen Gemeinde Horst, nahe von Venlo, liegt America, ein kleiner Weiler mit viel Grün. Hier, im Heere Peel, sind noch bis zum 30. Oktober 2022 diverse Kunstobjekte installiert, die man auf einem Spaziergang entdecken kann.

Zu jedem Kunstwerk gibt es eine kurze Erklärung, allerdings nur auf Niederländisch. Mit der Übersetzungsapp „Translator“ von Microsoft kommt man aber weiter.

Es geht an kleinen Seen vorbei, durch Waldstücke und manchmal erinnerte mich die Landschaft auch an Bilder von Monet.

Ein Kunstwerk irritierte mich, weil ich gerade den Beitrag zu der „Müllweg App“ geschrieben hatte. (Siehe auch unter „Related Posts).

Wir verließen auch ab und zu den Hauptweg und fühlten uns ein bisschen wie Kinder, als wir wackelige Hängebrücken überqueren mussten oder an Zelten aus Ästen vorbeikamen.

Am Parkplatz auf der Lorbaan Nr. 9 gibt es auch ein Café/Restaurant, wo man diesen Ausflug ausklingen lassen kann.

In diesem Gebiet gibt es übrigens noch andere Themenspaziergänge, wie z.B. zum Thema Moorstechen oder Bergbau. Ein anderer Weg ist speziell für Hundebesitzer reserviert, hier müssen die Hunde nicht an die Leine.