Letzte Sommermomente und mehr

Nach langer Zeit mal wieder eine kleine Sammlung von besonderen Momenten.

Ich gehe am 14.November in eine Bäckerei und sehe auf einem Nuss-Marzipan-Teilchen eine Wespe. Jetzt ist sie kein unbeliebter Gast mehr sondern erfreuliche Sommererinnerung.

Stehe mit meinem Auto alleine an einer Ampel, die gerade auf rot umgesprungen ist. Es ist Mittagszeit, die Sonne scheint. An der Fußgängerampel steht ein Postbote mit seinem Fahrrad. Er sieht abgekämpft aus. Plötzlich Lärm, über uns fliegt ein großer Schwarm Spatzen hinweg. Der Postbote guckt nach oben und ein Lächeln erscheint auf seinem Gesicht. Er verfolgt die Vögel und vergisst dabei, dass er auf die grüne Ampel wartet. Als die Spatzen nicht mehr zu sehen sind guckt er zu seiner Ampel, die gerade wieder auf rot springt. Für einen Moment hat er die Zeit und alles herum vergessen und er lacht über sich.

Zwei kritische Momente:

Jemand kauft Bio-Petersilie, entsorgt aber den Plastiktopf im Wald…


Ich sitze in einem Restaurant, das zu einer Kette gehört, die dem Journalismus sehr verbunden ist. Das Speiseangebot ist eine Mischung zwischen Fast Food und ein bisschen gesünder. Während ich auf das Essen warte, sehe ich mich um. In dem Raum hängen in allen vier Ecken oben an der Decke große Bildschirme. Man sieht viermal das selbe Programm: „Planet der Dicken“ eine Dokumentation über Diäten und übergewichtige Menschen. Was würde dazu wohl ein Betriebsberater dem Manager dieser Restaurantkette sagen?

Sankt Martin Singen: Es klingelt an der Haustür, ich öffne. Zwei junge Männer strahlen mich an. Beide jeweils sind „in Begleitung“ eines Buggys, an dem eine Laterne befestigt ist. In den beiden Buggies sitzen zwei kleine Jungen, ca. 2 1/2 Jahre alt. Einer kämpft gegen die Müdigkeit an, der andere mampft einen Schokoriegel. Die Väter beginnen mit

Wie alles zusammenhängt

Artikel aus der heutigen Tageszeitung:

Und plötzlich waren diese Worte da:

Wer das Gefühl hat, etwas gegen das Handeln des Brasilianischen Präsidenten tun zu müssen, kann bei einer europäischen Initiative unterschreiben:

https://aktion.campact.de/mercosur/amazonas/teilnehmen?utm_campaign=%2Fmercosur%2F&utm_medium=recommendation&utm_source=rec-lc&utm_term=inside_flow

Szenen für Hanns Dieter Hüsch

Gestern stellte ich ein paar neue Haikus vor, u.a. dieses hier:

Nun, wie war ich auf diesen Haiku gekommen? Ich lag an einem etwas kühleren Tag alleine auf einer der beiden großen Wiesen im nahen Schwimmbad, auf der anderen Wiese sonnte sich noch ein Ehepaar.Den See fast für sich alleine, dazu eine entspannende Ruhe- wunderbar! Gegen Mittag, ich war gerade im Wasser, sah ich, dass eine Familie kam. Großeltern, Mutter, zwei Kinder ließen sich direkt neben meiner Decke häuslich nieder. Innerlich tauchte bei mir ein großes Fragezeichen auf- warum rückte man mir so auf die Pelle? Ich schwamm wieder zurück und ging zu meinen Sachen. Während ich mich abtrocknete kam noch eine Freundin der Mutter und ich hörte ein leise gezischeltes „Die liegt auf unserem Platz!“ Auf einer Wiese, auf der an vollen Tagen mindestens hundert Menschen Platz haben, hatte ich das Sakrileg begannen, einen Wiesen-Stammplatz zu besetzen. Sollte ich jetzt weggehen? Dann hätte ich aber zugegeben, dass ich mitgehört habe. Ich entschied mich deshalb fürs Bleiben und fing zu lesen an. Konzentrieren konnte ich mich allerdings nicht, war ich nun doch unfreiwillig ein Teil der Familie. Tine, die ca. 12jährige Enkelin mit ersten Anzeichen von pubertärem Verhalten, hatte ihre Badelatschen vergessen und stand mit nackten Füßen an dem Sandstreifen, der Wiese und Wasser trennt. Sie hyperventilierte etwas, denn wie sollte sie den megaheißen Sand ohne Badeschuhe überqueren? Erschwerend kam hinzu, dass der kleine Bruder schon längst im See war, hatte quasi Oberwasser gewonnen, und machte sich über seine große Schwester lustig. Die Problemerörterung mit Mutter und Oma brachte nichts, die Straßenschuhe zu nehmen, kam nicht in Frage und reichlich verflunscht setzte sich Tine an den Rand der Decke. Der liebe Opa hatte Mitleid und bot ihr Geld für ein Eis an, das sie sich am Ende der Wiese am Kiosk holen sollte. Die Antwort:“ Opa, geh Du lieber, Deine Füße haben eine dickere Hornhaut als meine!“

Ich glaube, Herr Hüsch hätte seine Freude gehabt.

Pflichterfüllung, kein Wunsch mehr

Gestern stellte ich ein Buch zum Thema Wertschätzung vor. Diese wird z.Zt. immer mehr zur Mangelware und das Buch versucht gegenzusteuern. Allerdings dachte der Autor beim Schreiben wohl nur an lebende Menschen, denen Wertschätzung fehlt, von Toten war nicht die Rede.

Aber mir kam das Buch sofort in den Sinn, als ich vorgestern auf dem Friedhof war. Von weitem kam mir ein Familie auf dem Weg entgegen, sie ging in Richtung der Gräber. Vater, Mutter und ca. achtjähriger Sohn. Alle drei sahen stumm auf ihre Handys. Ich ging auf sie zu und merkte, dass es keine Chance gab, dass die Familie mich wahrnehmen würde. Also wich ich ihr auf dem breiten Weg aus. Diese gedankliche Nichtanwesenheit und Gleichgültigkeit gegenüber eines solchen Ortes fand ich beschämend. Im Nachhinein ärgerte ich mich, nicht einfach vor ihnen stehengeblieben zu sein, gedacht hatte ich daran, aber ich hatte keine Lust auf irgendeinen Wortwechsel.

Ich ging weiter, nicht ahnend, dass dieses Verhalten noch zu „toppen“ war. In dem Gang, in dem das Grab meiner Eltern und Großeltern liegt, standen in einiger Entfernung Vater und Tochter, ca.13 Jahre alt, vor einem Grab. Was taten sie? Genau, sie starrten beide auf ihre Handys. (Das Grab wurde laut eines Schildchens von einem Friedhofsgärtner gepflegt)-Beim meinem Gieskannefüllen und Entfernen von braungewordenen Blüten, beobachtete ich sie ein bisschen aus den Augenwinkeln. Wohlwollend hatte ich erst noch angenommen, dass sie evtl. das Grab fotografieren, um das Bild jemanden zu zeigen, der es nicht besuchen kann. Dem war nicht so. Vater starrte auf das Display, Tochter tippte Text ein, las, tippte. Dann gingen sie und kamen an mir vorbei, die Handys immer noch in ihren Händen. Ich ging zu dem anderen Grab. Dort lag ein Ehepaar, vielleicht die Eltern des Mannes, die Großeltern der Mädchens. Der Vater war 2016 gestorben, die Mutter 2018. Der Besuch war anscheinend nur noch Pflichterfüllung, nicht mehr ein Wunsch. Warum sich also mit einer gewissen Ehrerbietung verhalten?

Manchmal ist es schon merkwürdig…

Ich wollte Ihnen ein kleines Wochenendrätsel zum Thema Europa aufgeben. Beim Durchstöbern der Briefmarkenalben meines Opas waren mir diverse Marken aufgefallen, die alle für Europa werben und ich wollte von Ihnen wissen, wie alt die gezeigten Europamarken sind. Bei einer Marke steht es drauf (1984), bei den anderen musste ich recherchieren. Die Briefmarken erschienen in mehreren Ländern gleichzeitig und waren so eine frühe europäische Gemeinsamkeit.

Nun die Merkwürdigkeit: Es gelang mir einfach nicht, das Foto so herunterzuladen, dass die Briefmarken nicht auf dem Kopf stehen. Ich habe die Briefmarken mehrmals neu fotografiert, mal mit Handy, mal mit dem Fotoapparat, aber jedes Bild zeigte Kopfüberbriefmarken, egal, wie ich es danach bearbeitete. (Deshalb speichere ich diesen Artikel auch noch unter meiner Rubrik „Es gibt Momente…“ ab).

Ja, mit Europa, das ist eben nicht so ganz einfach, aber mit gutem Willen (Ihrem in diesem Fall, in dem Sie Ihr Gerät entweder drehen oder den Kopf zur Seite neigen), wird das mit Europa, bzw. dem Europarätsel klappen. Raten Sie, von wann die anderen Marken sind und gucken Sie genau hin, welche der Briefmarken eine Besonderheit darstellt.

Morgen früh, bevor die Wahllokale öffnen, gibt es bereits die Lösungen.

Zu kopflastig-Die Antwort

Der Co-Autor dieses Blogs, Minky, mein Kater, warf mir gestern vor, der Blog sei zu kopflastig und ich sollte mal mehr Spässchen machen und mehr Witze erzählen. Mein Talent hält sich dabei sehr in Grenzen, da ich gehörte Witze schnell wieder vergesse. Aber ich will moch ka nicht lumpen lassen:

„Herr Ober, in meiner Suppe liegt ein Hörgerät!“ „Wie bitte?“

Ich lache gerne über Alltagssituationen und habe da ja auch schon einige wiedergegeben, ich sage nur Schwimmbadgespräche. Aber ich kann auch mit einer neuen kleinen Geschichte aufwarten: Wir sind im Café von Heino in Bad Münstereifel und essen die berühmte Nusstorte. Auf jedem Stück findet sich oben ein weißes Schokoladenblättchen, auf dem das Konterfei von Heino zu sehen ist. Das Handy klingelt, eine Freundin ist dran. Fragt u.a., wo wir wären, worauf mein Mann ihr über Whats App ein Foto des Tortenstücks schickt. Antwort der Freundin: Seid ihr im Café von Karl Lagerfeld?

Schluss mit lustig! Morgen gibt es die Besprechung eines Buches der Sängerin Patti Smith.

Nasse Momente

Häufiges Regnen kombiniert mit Hallenbadbesuche und dem Lesen ergibt „Nasse Momente“. Nach dem gestrigen regnerischen Sonntag passen diese Momente heute ganz gut.

Hier ein paar Vorschläge für innovativen Regenschutz (gesehen auf „Pinterest“):

 

 

Im Hallenbad sah ich eine Frau, die vier verschiedene Dusch-und Haarshampoo-Flaschen mit unter die Dusche nahm. Eine Flasche hatte den Titel „stressfrei“…

Innerlich verteile ich jetzt immer rot-gelbe Karten, wenn Frauen beim Verlassen des Duschraums ihre Dusche einfach weiterlaufen lassen, weil diese ja irgendwann mal selbst ausgeht. Selbst wenn es draußen aus Eimern schüttet, kann man trotzdem ein bisschen Wasser einsparen- tut nicht weh.

Das Highlight des Monats im Schwimmbad: Nachbarkabine, Mutter mit kleiner Tochter (zwischen 4 bis 8 Jahre, da um 15 Uhr der Mini-Schwimmkurs anfängt). Es gab schon einiges Genörgel, da das Töchterchen eigentlich gar keine Lust zum Schwimmen hat. Mutter sprach ein Machtwort, dann war Stille. Plötzlich die Tochter:“ Mama, findest Du nicht, das Schwimmen total überbewertet wird?“ Wieder Stille….

Zum Schluss noch ein literarischer Beitrag. Diese Nieselregen-Passage aus dem Buch „Die Stadt-Entdeckungen im Inneren von Wien von Gerhard Roth gefällt mir sehr gut:

Morgen ist Maurice Ravel das Thema meines Blogs.

Davon müssen wir noch ein bisschen zehren

Waren Sie gestern auch spazieren? War das nicht toll? Ich habe ein paar Fotos gemacht für die grauen Tage, die uns in den nächsten Wochen sicherlich noch weiter begleiten werden. Wenn Sie also mal eine kleine sonnige Aufmunterung brauchen, klicken Sie diesen Beitrag an…

Dieses Blau ist nicht getürkt!
Der wei(s)se Weg…


Und dann noch der tolle Duft der Lonicera am Hauseingang

Den geplanten Gedicht-Beitrag habe ich auf Dienstag verschoben.

Ein außergewöhnlicher Grabschmuck

Letztes Jahr sah ich auf dem Trompeter Friedhof dieses Grab.

Am Stein angelehnt war eine LP von Jimi Hendrix. Ein ungewöhnlicher „Grabschmuck“ zwischen den vielen Engeln und Herzen auf anderen Gräbern. Der Titel der LP ist „Rainbow Bridge“, ob sie deswegen dort hingestellt wurde? Oder war ein Lied oder die ganze LP für den Verstorbenen bedeutend?

Gestern hörte ich mir einige der LP-Lieder an. Mein Musikherz flog keinem Lied entgegen, aber an Jimi Hendrix zu erinnern, diese Idee gefiel mir. Deshalb mein Lieblingslied  heute für Sie:

Morgen zeige ich Ihnen ein paar Duisburger Fotospielereien.