Ein Geschenk an mich- Bild Nr.1

Ich beginne heute ein „Projekt“, bei dem ich nicht weiß, ob es mir gelingen wird. Aber ich werde es wenigstens versuchen.
Jeden Tag möchte ich ein Bild veröffentlichen. Ich behaupte nicht, dass die Bilder „Kunst“ sind, vielmehr möchte ich entweder ein bisschen die Sicht auf Dinge verändern oder auf Unbedeutendes aufmerksam machen.
Die Bilder können Fotos sein, Collagen, Gemaltes, vielleicht ist auch mal etwas Genähtes oder Modelliertes dabei, mal sehen, wohin die Reise mich führt.
Ich tue dies, weil es mir gut tut und vielleicht mache ich Ihnen ja mit dem ein oder anderen „Werk“ ja auch eine Freude.
Ich werde auch weiterhin Beiträge schreiben, also gibt es auch immer wieder etwas zum Lesen.

Meine Muse Melete

Ein bisschen Stephen King Feeling

Ich lese gerade das neuste Buch von Stephen King und finde es gut. Es ist sehr unterhaltsam, phantasie- und humorvoll. Die Rheinische Post meinte in einem Artikel, jetzt sei King reif für den Nobelpreis. Da stimme ich nicht unbedingt zu, aber wer auch mal ein Buch mit Merkwürdigkeiten ganz besonderer Art lesen möchte, der sollte zugreifen.

Warum beginne ich so meinen Beitrag? In diesem Monat hat es irritierende Momente gegeben und ich frage mich, ob ich ein bisschen zu viel King gelesen habe. In meinem Blog gibt es ja die „Es gibt Momente“-Kategorie, in welcher schon lange keinen Textbeitrag erschienen ist, aber jetzt ist es soweit:

Wir besuchten eine Dürerausstellung in Aachen. Auf der Rückfahrt lief uns ein großer Hase über die Straße (Es ist nichts passiert).

Ich lese früh morgens einen Bericht über die Neukonzeption des Museums „Schloss Morsbroich“ in Leverkusen. Das Telefon klingelt, der Anruf kommt aus Leverkusen.

Ich sitze in der Sonne auf der Bank vor unserer Tür und lese dieses Buch.

Am Ende des Romans lebt Ortheil in Rom, weil er dort ein Liszt-Stipenium bekommen hat.
Ein Nachbar sieht mich auf der Bank, geht in sein Haus, kommt wieder und drückt mir ein Buch in die Hand.“Das solltest du mal lesen, Linda, ist sehr interessant!“ Sie ahnen, was für ein Buch er mir gibt? Ich hatte ihm nichts über meine Lektüre erzählt, er kannte das Ortheil Buch nicht.

Nr. 4: Ich las in einer Zeitung ein Wort, das ich bisher noch nicht kannte. Es heißt „nixen“ und bedeutet, dass man nichts tut, d.h., das stimmt nicht ganz, man sitzt und guckt. Nicht Fernsehen, sondern man sieht sich ein Bild intensiv an, beobachtet Leute oder schaut, was in der Natur so alles los ist. Einen Tag später hole ich aus meinem Bücherregal ein Buch heraus. Aus diesem fällt eine Postkarte mit….

Zufälle…

So, hier ist das Ende der „Es gibt Momente“-Kategorie. Sollten Sie noch Lust auf mehr Text haben, es kommen jetzt noch einige Ergänzungen zu diesen Momenten:

Dürer-Ausstellung: Mit Dürer kann man ein Wochenende gestalten. Auf YouTube gibt es eine Dokumentation (ca. 45 Minuten lang)„LIDO- Ich, Albrecht Dürer“, die als Einstimmung für den Museumsbesuch sehr gut geeignet ist.
Bei der Dürer-Ausstellung muss man sich vorher anmelden. Mich hat an dieser Ausstellung besonders berührt, dass die meisten Bilder über 500 Jahre alt sind und eine Ausstrahlung haben, die für mich teilweise magisch war. Sehr deutlich kann man die Meisterschaft Dürers bewundern, denn es werden von anderen Künstlern aus der selben Zeit Werke mit gleichem Motiv gezeigt.
Die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum geht noch bis
zum 24. 10.2021, weitere Informationen finden Sie hier: https://duerer2020.de/

Leverkusen bietet eine andere sehr interessante Ausstellung an. Diese habe ich noch nicht besucht, aber ich finde diesen Zeitungsartikel überzeugend.

Neuanfang im Museum Morsbroich

70 Jahre nach der Eröffnung startet am Sonntag die Jubiläumsschau mit rund 100 Werken.VON BERND BUSSANG

LEVERKUSEN | Das 1951 gegründete Museum Morsbroich hat eine Vergangenheit. Es war das erste Museum für Moderne Kunst in der damals noch jungen Bundesrepublik. Doch hat es auch eine Zukunft? Diese Frage versuchen der neue Museumsleiter, Jörg van den Berg, und sein Team mit einer Jubiläumsausstellung zu beantworten. „Das Ensemble schreibt das Stück. 70 Jahre heute“, lautet der beziehungsreiche Titel der Schau, die noch bis zum 14. November zu sehen ist. Sie zeigt einen „kollektiven Blick“ in die nach wie vor imposante Sammlung des Leverkusener Hauses. Rund 5000 moderne Kunstwerke lagern dort, darunter viele heute hochgehandelte Meisterstücke. Einen Zukaufsetat gibt es in Leverkusen schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die meisten Stücke aus jüngerer Zeit sind Leihgaben oder Schenkungen. Waren es bisher die Kuratoren, die Schaustücke auswählen, so sind es diesmal die 16 Mitarbeiter. Jeder durfte sechs Werke bestimmen, die in jeweils einem Raum präsentiert werden.

Auf diese Weise kommt eine Ausstellung mit fast 100 Werken zustande, die Chronologie und kunsthistorische Bezüge bewusst aushebelt, ein subjektiv gesetztes Spektrum: vom Haustechniker über die Verwaltungsangestellte, die beiden Kuratoren, Thelka Zoll und Fritz Emslander, bis hin zum Chef selbst, der mit 50 Tagen als dienstjüngster Mitarbeiter nehmen musste, was noch übrig war. Dabei ist Jörg van den Berg nicht traurig darüber, dass „etwa 50 Werke“ im Keller bleiben mussten, die er sich zum Jubiläum gewünscht hätte. Zu sehen gibt es im historischen Ensemble des Schlosses, mit sicherer Hand platziert, immer noch eine Menge: Neben bekannten und hochgehandelten Künstlern wie Graubner, Picasso, Warhol, Richter, Heerich, Blinky Palermo und Yves Klein sind auch weniger populäre oder vergessene Meister ausgestellt.

„Hier geht es nicht um einen nackten Rückblick, sondern um die Frage, was können wir aus der Historie lernen, also eine Übersetzung in die Zukunft“, sagt van den Berg. Dabei sind die neuerdings geöffneten Türen sämtlicher auch nicht für Ausstellungen genutzter Räume durchaus als Symbol einer neuen Offenheit gedacht. Und der Neuanfang könnte durchaus auch radikal ausfallen. „Wie könnte ein neues, ein unbedingtes Museum aussehen, ein Ort, an dem nichts außer Frage steht?“, heißt es im Pressetext zur Ausstellung.

Liszt-Zufall: Das Buch von Ortheil hat mir sehr gut gefallen. Wieder beschreibt der Autor eine Phase seiner Kindheit und seines jungen Erwachsenseins, in der er sehr viel lernt. (Siehe auch unten eine weitere Buchbesprechung). Natürlich können Menschen, die eine Beziehung zum Klavierspielen haben, dieses Buch am meisten genießen. Aber auch für diejenigen, die gerne klassische Musik hören und dabei auch mal in ein Konzert gehen, ist dieses Buch lesenswert. Was gehört bei einem Kind dazu, um später ein berühmter Musiker zu werden? Talent sollte vorhanden sein, aber es gibt noch viele andere Hürden, physische und psychische, die das Kind bewältigen muss. Das gilt nicht nur für Pianisten, sondern auch für andere Musiker.
Ortheil entscheidet sich letztendlich, Schriftsteller zu werden und den „poetischen Weg“ des Klavierspielens zu gehen, d.h. Klavierspielen ist eine lebenslange Passion, die von dem „technischen Weg“ nicht übertrumpft wird.
Meine Sympathie hat er.

Nixen: Ich nixe sehr gerne im Garten und beobachte Vögel und Insekten. Jetzt habe ich mir die neue App vom Bundesumweltministerium heruntergeladen, um endlich mal Hummeln und Bienen auseinanderzuhalten.

https://www.bienabest.de/app-wildbienen-id-bienabest

Der nächste Blogbeitrag: Wie versprochen, eine Einstimmung auf einen Berlinbesuch.

Radfahrer-Blumenwiese-Tasse Kaffee

Nach vielen Monaten ist es mal wieder soweit: Ich erzähle Ihnen von besonderen Momenten.

Nr. 1 : Nur ein kurzer Moment, bei dem sie bitte Ihr Vorstellungsvermögen aktivieren: Ein schöner sonniger Tag. Ich gehe zwischen zwei goldenen Weizenfeldern spazieren, als es plötzlich hinter mir wild zu klingeln beginnt. Schnell mache ich Platz und es überholt mich ein kleiner Junge, wild strampelnd auf seinem Kinderfahrrad. Er ist so zwischen sechs und acht Jahre alt. Gehetzt ruft er ein „Danke!“. Das war schon etwas Besonderes, aber ich war von diesem Moment verzaubert, weil dieser kleine Junge einen Judoanzug mit einem roten Gürtel trug und wohl eiligst zu seiner Trainingsstunde musste…Einfach nur sehr niedlich!

Auf einer Erft-Radtour, über die ich noch berichten werde, kam ich u.a. auch durch Grefrath. Ein öder Stadtteil von Frechen, doch beim näheren Hinsehen entdeckte ich Details mit Kopfschüttel- und Schmunzelpotential.

Ah, ein Blumenparadies für Hummeln & Co, wie zu lesen ist:

Direkt gegenüber ein Haus mit Trockenwiese davor- Welten begegnen sich….nicht.

So ein Beethoven-Statement über einer kleinen Eingangstür zeugt von einer wahren Leidenschaft.

Direkt daneben dieser Garten:

Was für Bilduntertitel fallen Ihnen ein? Auf die Schnelle: Ich habe das Abstandsgebot so satt. Etwas differenzierter: Nur weil sein Fenster einen Rollladen hat, hält er sich wohl für etwas Besseres! Oder: Typisch, der dicke Weiße muss sich auf dem Foto mal wieder vordrängeln!

Und für das Heimeliggefühl in Grefrath sorgt:

Schnell bin ich weitergefahren und habe Grefrath verlassen.

Nach Frechen radelte ich, um mir das Museum „Keramion“ anzusehen. Ich war ziemlich ausgelaugt, da ich bis dahin keine Pause gemacht hatte, mein Wunsch nach einem schnuckeligen Café erfüllte sich auf dem Weg nicht. So war die Sehnsucht nach einer Tasse Kaffee dementsprechend groß. In dem Museum gab es weder ein Café, noch einen Kaffeeautomaten. Meine Stimmung sank weiter, doch dann hörte ich von der Dame an der Museumskasse:“ Ich sehe mal nach, ob ich Ihnen einen Kaffee aufbrühen kann.“ Es war die beste Tasse Kaffee seit langer Zeit, zumal das Museum sich als eine Museumsperle präsentierte, die ich für mich ganz alleine hatte. Was für ein Moment!

Tagtagebuch

Ich wollte immer schon einmal ein Tag-Tagebuch als Blogbeitrag schreiben, um zu gucken, was für schöne Momente trotz grauem und kalten Wetters und der C-Endlosschleife an einem Tag möglich sind. Vorgestern war es soweit:

8.30 Uhr: Ein Dompfaffpaar im Garten! Nach so langer Abwesenheit freue ich mich sehr.

9.40 Uhr: Mit der Hand über meinen Lavendel in der Küche gewuschelt.

An der Hand riechen, Augen zu: Ich sitze auf dem Marktplatz von Biot, sehe den Boulespielern zu und trinke einen Pernod. Augen auf. Draußen hat es gerade wieder geschneit. Na und?

10.05 Uhr: Endlich mal den Trinkalarm ausprobieren. Ein Geschenk einer Bekannten, weil ich immer zu wenig trinke. Das Geschenk hatte ich zu gut weggeräumt, jetzt aber wiedergefunden…. Alle 20 Minuten leuchtet der Untersetzer, der am Laptop angeschlossen ist, blau auf und gibt Töne von sich, die erst wieder aufhören, wenn man getrunken hat. Es funktioniert.

11 Uhr bis 11.30 Uhr. Regenpause ausgenutzt und zum Briefkasten gegangen. Dabei kurzen Abstecher zum Bücherschrank, wieder ein bisschen Beute gemacht:

Das Buch links soll laut Terry Pratchett das komischste Buch seit 500000 Jahren sein, das Cover des mittleren Buches von 1958 fand ich schön und die Geschichten wollte ich immer schon einmal lesen. Beim rechten Buch machte mich der Autor neugierig. Von ihm habe ich schon zwei Bücher gelesen, er schreibt düster, aber teilweise auch witzig, man muss in Stimmung für seine Bücher sein. Aber vielleicht bin ich das ja demnächst einmal.

12.40 Uhr: Habe noch einen Rest leckerer Bärlauchsuppe im Kühlschrank, genau richtig bei dem kalten Wetter. Hier das Rezept von „Camouflage 165“ auf Chefkoch.de:

Man braucht für vier Portionen:

100 g Bärlauch, frisch
5 m.-große Kartoffel(n) 
Zwiebel(n) 
1 Liter Gemüsebrühe 
50 ml Sahne 
Salz und Pfeffer 
2 EL Butter

Die Zwiebel schälen und würfeln, die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden.
Die Zwiebel in einer Pfanne mit der Butter anschwitzen, bis sie goldgelb ist. Mit der Brühe aufgießen und Kartoffeln sowie Bärlauch beifügen, dabei vier Blätter Bärlauch für die Garnitur zurückbehalten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und langsam köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. 
Dann die Suppe mit einem Pürierstab mixen und zum Schluss die Sahne unterrühren. 
Nochmals kurz aufkochen lassen und heiß, mit dem Bärlauch garniert, servieren.

14.50 Uhr: Französische Teepause mit Lieblingskeks.

15.20 bis 16.50 Uhr: Gebügelt mit amüsantem Hörbuch als Begleitung.

Besprechung folgt nächste Woche!

Ab 17.15 Uhr: Neue Postkarten geklebt. diese z. B. ist tagesaktuell:

Steigende Bildungsdefizite

22.10 Uhr: Noch ein bisschen lesen…Solche Lektüre macht mir bewusst, wie dankbar ich sein kann, ein Buchmensch zu sein.

Das war die heutige schöne Momente- Ausbeute. Ich bin zufrieden.

Die Deutsche Bank und das schamlose Verhalten

Ich versuche, mich möglichst nicht aufzuregen. So sage ich mir bei manchen Situationen, dass man an Ereignissen oftmals nichts ändern kann oder frage mich, ob ich in der Situation klüger gehandelt hätte. Auch meine ich, dass Menschen normalerweise Fehler nicht extra machen, es fehlt dann eben an Wissen oder die momentane Gefühlslage führte zu einem Fehler. Sich ärgern schadet nur der Gesundheit.

Am Wochenende habe ich mich aufgeregt und tue es noch immer. Auslöser waren zwei Zeitungsartikel. Hier der kürzere zur Einstimmung:

Deutsche Bank verteilt Boni in Rekordhöhe 

FRANKFURT | (rtr) Nach dem ersten Jahresgewinn seit sechs Jahren erhält der Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing eine Gehaltserhöhung und die Mitarbeiter mehr Bonus. Sewings Gesamtvergütung legte 2020 um fast die Hälfte auf 7,4 Millionen Euro zu, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Boni für alle Mitarbeiter stiegen trotz eines Abbaus von Tausenden Stellen um 29 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Insgesamt bezahlte die Deutsche Bank ihren Vorständen 50 Millionen Euro nach 36 Millionen Euro im Jahr zuvor. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Vorstände im Jahresdurchschnitt auf zehn von acht Mitgliedern.

Ich bin selbst gar nicht betroffen, weder bin ich Kundin der Bank noch Aktionärin. Aber das Verhalten dieser Bank empört mich, selbst wenn es im Prinzip rechtens ist. Unverfroren, dreist, skrupellos- suchen Sie sich ein Adjektiv aus, um die Vorgänge zu beschreiben.
Ob die Aktionäre bei der nächsten Vollversammlung den Vorstand abstrafen? Ich befürchte nicht, dass hieße ja, dass die „kleinen Aktionäre“ geschlossen den Mund aufmachen und aktiv werden müssten. Und die großen Aktionäre, eine chinesische und eine amerikanische Firma, sowie das Königshaus von Katar? Ich glaube, dass sich in der Vorstandsbesetzung nichts ändert.

Hier noch ein Postkarte von mir zu diesem Thema:

Der Vorstand der Deutschen Bank besteht aus neun Männern und einer Frau

Noch eine andere Ergänzung: Zum 1. Oktober 2020 erhöhte die Deutsche Bank ihre Gebühren „großzügig“.

https://www.kostenloser-girokonto-vergleich.de/deutsche-bank-erhoeht-gebuehren-fuer-girokonten/

Der zweite Artikel aus der Rheinischen Post vom Samstag:

Hohe Boni lassen Gewinn schrumpfen

Die Deutsche Bank hat ihren Geschäftsbericht vorgelegt. Der weist Bonuszahlungen und Stellenabbau aus, aber kaum Dividende.VON MISCHA EHRHARDT

FRANKFURT | Es sieht nach einer noblen Geste aus: Der Vorstand der Deutschen Bank verzichtet im vergangenen Geschäftsjahr wegen der Corona-Krise auf Teile seiner Boni. Dennoch sind es rund 1,9 Milliarden Euro, die die Beschäftigten inklusive Vorstand an variabler Vergütung bekommen haben. Das geht aus dem Geschäfts- und Vergütungsbericht hervor, den das Bankhaus am Freitag veröffentlicht hat.

Gegenüber dem Vorjahr sind die Boni-Ausschüttungen bei der Deutschen Bank somit um fast 30 Prozent gestiegen. Zugutehalten kann man dem Geldhaus, dass es im Krisenjahr 2020 immerhin den ersten Gewinn seit 2014 ausgewiesen hat. Allerdings war dieser recht bescheiden: Das den Aktionären zurechenbare Konzernergebnis lag bei gerade einmal 113 Millionen Euro. „Auf Basis des Gewinns, der den Aktionären zuzurechnen ist, und 1,9 Milliarden Euro Boni sieht man, dass da etwas aus dem Ruder gelaufen ist. Die Erfolgsboni sind viel zu hoch“, sagte Dieter Hein unserer Zeitung. Er ist Bankenexperte im bankenunabhängigen Analystenhaus Fairesearch und stellt fest: „Die Eigentümer haben eigentlich auch einen Anspruch auf Dividende, doch da sah es sehr mau aus.“

Die hohen Bonuszahlungen dürften auch die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank kritisch sehen. Denn die haben während der Krise die Banken des Euroraums zu maximaler Zurückhaltung bei Dividenden und Boni aufgefordert. In einem Brief am Jahresende hatte Chefaufseher Andrea Enria die Banken aufgefordert, zu überprüfen, inwieweit sie die variablen Vergütungen begrenzen könnten.

„Wir achten darauf – und wir sind uns natürlich der allgemeinen Lage bewusst“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing anlässlich der Vorlage der Geschäftszahlen der Bank im Februar. „Auf der anderen Seite sind wir in einem globalen Wettbewerb und werden natürlich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch wettbewerbsgerecht entlohnen.“ Zudem rechtfertigt die Bank die Bonuszahlungen mit den „deutlich besseren Finanzergebnissen und den erreichten Zielen“ im vergangenen Jahr. Dazu gehört ein eiserner Sparkurs, der laut Vergütungsbericht im vergangenen Jahr die Beschäftigtenzahl um rund 3000 minimiert hat. Arbeiteten Ende 2019 noch knapp 88.000 Beschäftigte in dem Kreditinstitut, waren es Ende 2020 nur noch rund 85.000.

Kritik hagelte es deswegen auch von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Es passt überhaupt nicht zusammen, dass für die Spitzenverdiener der Deutschen Bank wie die Investmentbanker die Vergütung erhöht wird, während es für die Beschäftigten, die am unteren Ende des Gehaltsgefüges stehen, fast nichts geben soll“, sagte Verdi-Vertreter Jan Duscheck, der auch für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat der Bank sitzt.

Laut Vergütungsbericht ist die Summe der Fixgehälter bei der Deutschen Bank leicht zurückgegangen – das lässt sich auf die reduzierte Beschäftigtenzahl zurückführen. Die Bonuszahlungen dagegen sind um 30 Prozent in die Höhe geschnellt. Beachtlich dabei ist, dass unter dem Strich die Vergütungszahlungen in der Bank leicht gestiegen sind – obwohl 3000 Beschäftigte weniger auf den Gehaltslisten stehen.

Hohe Bonuszahlungen – auch in schlechten Zeiten – sind bei der Deutschen Bank kein Novum. So lagen die variablen Gehaltsanteile laut Vergütungsbericht in den vergangenen zehn Jahren insgesamt bei mehr als 23 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum allerdings hat die Bank insgesamt Verluste in Höhe von rund neun Milliarden Euro geschrieben, hat Bankenexperte Dieter Hein errechnet. „Da kann man eigentlich auch nicht argumentieren, dass man die wichtigen und profitablen Mitarbeiter halten muss. Ganz offensichtlich gibt es die, in der Summe, nicht“, erläutert er und betont: „Die Mitarbeiter, und speziell die Investmentbanker, plündern seit Jahrzehnten die Bank. Und das geht auch an die Substanz. Hätte man in den vergangenen zehn Jahren diese Boni nicht gezahlt, dann hätte die Bank über diesen Zeitraum keinen Verlust, sondern einen Gewinn ausgewiesen. Und so sollte es eigentlich auch sein“.

Der zehnköpfige Vorstand der Deutschen Bank schließlich erhielt im vergangenen Jahr 50 Millionen Euro an Vergütung. Wegen der Krisenfolgen sei diese Summe gegenüber der ursprünglichen Planung um 4,6 Millionen Euro reduziert worden, heißt es. Damit habe der Vorstand seine Gesamtvergütung um ein Zwölftel gekürzt. Allerdings scheint das zu verkraften zu sein. Denn im Jahr zuvor lag die Vorstandsvergütung insgesamt lediglich bei 36 Millionen Euro. Für das Corona-Jahr handelt es sich also – trotz der noblen Geste – um eine Steigerung von fast 40 Prozent.

Sich impfen lassen?

Am letzten Samstag, dem 2.1.2021, wurde ich im Rahmen meiner Tätigkeit in einem Seniorenzentrum gegen Covid 19 geimpft.
Als vor Weihnachten davon die Rede war, dass ab Januar die Impfungen beginnen, motivierte mich die Aussicht, u.U. zu den ersten Impfpatienten zu gehören, nicht übermäßig und ich fragte mich, warum das so ist. Der Gedanke, dass man nichts über mögliche Spätfolgen der Impfung weiß, erzeugte bei mir ein mulmiges Gefühl. Da ich allerdings immer versuche, gegen mulmige Gefühle anzugehen, fing ich an, mich mit dem Thema noch mehr zu befassen. Dabei las ich u.a. ein Interview mit den beiden Besitzern des Impfstoff-Firma Biontech, ein paar Tage später sah ich noch ein Interview mit ihnen im Fernsehen. Ich bekam dabei den Eindruck, dass hier ein Mann und eine Frau etwas nach bestem Wissen und Gewissen tun und ihre Aussagen glaubwürdig sind. Das gab mir schon ein etwas besseres Gefühl. Ausschlaggebend, dass ich mich dann habe impfen lassen, war aber ein Interview im Radio. Eine 47jährige Frau, die an Corona erkrankt war und jetzt als genesen gilt, erzählte, wie die Krankheit bei ihr verlaufen ist. Das wohl Schrecklichste war für sie die Tatsache, keine oder nur noch schwer Luft zu bekommen und künstlich beatmet werden zu müssen. Da ich selbst Asthma habe, konnte ich mich sehr gut in ihre Ängste hineinversetzen.Darüberhinaus schilderte sie ihren jetzigen Alltag. Sie hat weiterhin noch Herzprobleme und kann noch nicht wieder voll arbeiten, da sie sich immer wieder schlapp fühlt.
Sich impfen lassen? Auf der einen Seite eine nicht bestätigte Gefahr, irgendwann einmal an irgendeiner Spätfolge zu leiden, auf der anderen Seite aktuell die konkrete Möglichkeit, schwer zu erkranken, das war von mir abzuwägen und das fiel mir jetzt nicht mehr schwer.
Das Impfen dauerte nicht lange. Zuerst musste ich einen Schnelltest machen und das ging wirklich schnell, denn nach ca. 10 Minuten konnte ich schon in die Impfkabine. Linker Arm, Pikser, fertig.
Wie ich mich danach fühlte? Gut! Die Atmosphäre im Seniorenzentrum war positiv aufgeladen ( habe lange nach den Wörtern gesucht). Es schien so, als wären alle Anwesenden froh und erleichtert, dass ein langes Unwetter endlich vorbei und man selbst heil davongekommen ist. Diese Stimmung übertrug sich auf mich und mein silberner Horizontstreifen ist jetzt um Einiges dicker.
Abgesehen von dem Eindruck, im Arm ein bisschen Muskelkater zu haben, hatte ich keine Nebenwirkungen.

Am 23.1. ist meine zweite Impfung und ich freue mich jetzt schon auf baldige Drückerchen, den ersten Konzertbesuch, ein Essen in einem Restaurant und auf eine neue Reise.

Mein Weihnachtsstern für Sie

Alles ist diesem Jahr durcheinander gewirbelt, doch der Weihnachtsstern bleibt…
Unbeschwert sein- das ist mein herzlich gemeinter Wunsch für Sie und Ihre Familie für die Weihnachtstage ⭐️🙂⭐️ Haben Sie eine schöne Zeit!

Nächste Woche melde ich mich wieder.

Noch mehr Weihnachtsvorfreude

Am Samstag stellte ich meinen kleinen Weihnachtsvorfreudetisch vor. Ich bekam für diesen Beitrag einigen Zuspruch per Mail, deshalb zeige ich Ihnen auch noch den zweiten Tisch.

Er ist in den letzten Tagen immer voller geworden, denn auch hier sammle ich alles, was mir über die Feiertage Freude bereiten wird. Das sind nicht nur das Geschenkeauspacken und Weihnachtspostlesen, Bücher fürs Sofa liegen natürlich auch bereit.
Sie sehen auf dem Foto ein 1000 Teile Puzzle, mit denen wir uns einige Abende vergnügen werden. Dahinter eine Weihnachtsplatte, die neue LP von Chilli Gonzales. Sich hinsetzen, in Ruhe hören, dazu vielleicht ein paar leckere Weihnachtsplätzchen (Keksdosen links und rechts) mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Glühwein (siehe Flasche) schnabulieren, ist das eine schöne Aussicht?
Last and least ein paar DVDs , wenn unsere Augen keine Puzzlesteine mehr sehen oder Buchseiten lesen können.

Ganz links liegt neben der Keksdose eine meiner Lieblingspostkarten. Abgebildet ist ein lächelnder (!) Engel, der die Besucher am Eingang der Kathedrale in Reims begrüßt.

Geheimnisvoller Glan (Hunsrück Urlaub Nr.7)

Unter diesem Motto zeigte im Mai 2020 der SWR eine 45 minütige Sendung über den Hunsrücker Fluss „Glan“.
https://www.ardmediathek.de/swr/video/expedition-in-die-heimat/geheimnisvoller-glan/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExMjAzNjI/

Als wir im Hunsrück Urlaub machten, kannten wir diese Sendung noch nicht, doch war unsere Begegnung mit dem Glan ein Highlight für mich.

Seit Jahren gab es einen Running Gag zwischen meinem Mann und mir: Ich wünschte mir schon so lange, einen Eisvogel in natura zu sehen und bei jedem Fluss, in dessen Nähe wir kamen, brachte ich meinen Spruch an:„Ich finde, dass das hier ein typischer Eisvogel-Fluss ist!“ Mein Mann nahm mich dementsprechend nicht wirklich ernst, als ich meinen Spruch dieses Mal aufsagte. Und dann sah ich ein schillerndes Blau….

Dieses Foto habe ich nicht selbst gemacht, es wurde mir von Herrn Takashi Yanagisawa zur Verfügung gestellt

Auch mein Mann konnte sich gar nicht von dem Anblick lösen. Erst sonnte der Vogel sich, dann tauchte er, ordentliches Federputzen folgte…wunderschön!
So wird der Glan in meinem Herz für Flüsse immer einen ganz besonderen Platz einnehmen. Dass ich damit nicht alleine bin, sieht und hört man auch in der Fernsehdokumentation. Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen hat es an den Glan verschlagen, um hier etwas Neues auszuprobieren oder einfach so zu leben, wie man immer schon wollte. Schöne Lebensgeschichten findet man hier.
An den Glan kamen wir bei einem Spaziergang durch Meisenheim. Durch dieses Städtchen weht noch mittelalterliche Geschichte, denn es wurden nur wenige Gebäude zerstört. Wer in die Stadtgeschichte eintauchen möchte, sollte mindestens einen halben Tag einplanen.

Die evangelische Schloßkirche mit einer Orgel aus dem 18. Jahrhundert der Brüder Stumm. (Rechts oben). Sehr empfehlenswert ist das „Café Meisentörtchen“ mit köstlichem Kuchen. (Mitte). In Meisenheim fielen mir diverse originelle Blumenbepflanzungen auf.(Unten rechts).

Eigentlich wollte ich mit dem Glan-Beitrag die Hunsrück-Reihe enden lassen. Doch es gibt noch ein P.S., weil ich mich unwohl fühle, wenn ich nicht noch kurz auf dieses Hunsrücker Kleinod eingehe:

Einfach nur schnuckelig…

Alles Wissenswerte zu diesem besonderen Ort können Sie hier lesen:

Ich habe es ja schon gesagt: „Hunsrücker packen es an!“

Übermorgen gibt es wieder ein Rätsel, das Thema verrate ich Ihnen heute schon: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!

Ungestüm und doch ganz zart (Hunsrück Urlaub Nr. 6)

Während unseres Urlaubs im Hunsrück kamen wir natürlich auch nicht an dem Thema Wein vorbei. Zum ersten Mal probierte ich einen „Blanc et Noir“, einen Weißwein, der wie ein Rotwein mundet. Eine Neuentdeckung war für mich auch die „Faberrebe“. Der Wein gilt zwar als trocken, doch nicht im Sinne von staubtrocken, sondern süffig trocken.

Eine Art Jagdfieber packte mich, als ich in der ersten Straußenwirtschaft auf einer Weinkarte zwei Beschreibungen von Weinen entdeckte, an die ich sofort ein Kreativsternchen verteilte:
“Aromenpingpong- charmant GEREIFT“
“Eine Sonate für die Seele und die Kehle“

Animiert von diesen beiden verbalen Lustmachern auf Wein suchte ich ab sofort weitere weinsprachliche Schätze und wurde auch fündig. Hier meine besten:

“KULTVERDÄCHTIG, ohne Allüren“
Die Zunge im Rebensaft planscht
Ein Hohepriester unter den Roten
Sublime Tropfen höhlen den Gaumen
Der Rote Simpel-cooler Typ
WIRBELWIND, pure Lust am Leben
Ein Geschmacksknospenstreichler par excellence
Ein roter Wonneproppen
Strotzt vor Kraft, mit viel WUMMS
Eine Kusshand aus dem Weinhimmel
Druckvoll, geradliniger Fluss

Fluss….einen besseren Übergang gibt es nicht zu meinem nächsten Blogbeitrag am Freitag, in dem ich über den Glanfluss schreibe.