Ein außergewöhnlicher Grabschmuck

Letztes Jahr sah ich auf dem Trompeter Friedhof dieses Grab.

Am Stein angelehnt war eine LP von Jimi Hendrix. Ein ungewöhnlicher „Grabschmuck“ zwischen den vielen Engeln und Herzen auf anderen Gräbern. Der Titel der LP ist „Rainbow Bridge“, ob sie deswegen dort hingestellt wurde? Oder war ein Lied oder die ganze LP für den Verstorbenen bedeutend?

Gestern hörte ich mir einige der LP-Lieder an. Mein Musikherz flog keinem Lied entgegen, aber an Jimi Hendrix zu erinnern, diese Idee gefiel mir. Deshalb mein Lieblingslied  heute für Sie:

Morgen zeige ich Ihnen ein paar Duisburger Fotospielereien.

Neulich im Schwimmbad

Im Schwimmbad ein kleines Mädchen in der Umkleidekabine, die neben meiner Kabine lag: „Mama, …..Du bist ganz schön dick!“ STILLE…

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Mama sich für 2019 eventuell etwas vornimmt. Haben Sie auch ein Ziel? Wenn ja, dann denken Sie aber bitte an Erich Kästners Worte:

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.
 
Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!
 
Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Ich wünsche Ihnen heute Abend und heute Nacht schöne Stunden- kommen Sie gut ins neue Jahr. Bis morgen!

Kellerfunde

Wenn es momentan so früh dunkel wird, dann ist die Zeit für Buch+Tee+Sofa optimal, aber nach ein paar Tagen bekomme ich dann doch das Gefühl, mich aus der Genusszone etwas herausbewegen zu müssen. So steige ich jetzt ab und zu auch in die Dunkelzone des Hauses, sprich Keller, und erwecke staubige Aufbewahrungskisten aus ihrem Dornröschenschlaf. Gleich die erste Kiste hielt für mich schöne Erinnerungen bereit:

LTU- Eine Fluglinie, mit der ich in den 80er Jahren ein paar Mal in den Urlaub geflogen bin. Hier zu sehen ein Täschchen mit Stoff-Schläppchen für lange Flugreisen. 

Internationaler Führerschein, ausgestellt 1980. Rechnen Sie mir bitte hoch an, dass ich Ihnen so ein Foto von mir zeige. Aber es soll ja auch lustig auf meiner Homepage zugehen.

“Die Wunderblume“- mein Lieblingsmärchenbuch. Mein Lieblingsroman war lange „ Das Geheimnis der 13 Häuser“. Kennt es noch jemand?

Die Single: Wir wohnten in den 60er Jahren in einem Haus, in dem im Erdgeschoss u.a. ein Schallplattenproduzent sein Büro hatte. Diese Probesingels bekam ich von ihm immer geschenkt.

Das Büchlein mit den Kinderzeichnungen wurde vom Rheinhauser Krupp-Gymnasium anlässlich der Krupp-Schließung herausgegeben. Kinder malten, was sie sich für die Zukunft wünschen.

So machen Kellernachmittage Spaß. Morgen zeige ich Ihnen ein Fund, bei dem ich nicht weiß, was es ist. Kann mir jemand einen Tipp geben? (Ist kein Wochenenderätsel!)

 

Klein, fein,mein…

… ist mein diesjähriger Adventskalender, den mir eine Freundin geschenkt hat. Er ist interaktiv, aber lesen Sie selbst:

Der morgentliche Mini-Smartie zum letzten Schluck vom Frühstückskaffee wird mir ab dem 25.12. fehlen. Aber ich werde keine neues Smarties kaufen, es soll etwas Besonderes bleiben.

Morgen pflege ich meinen Smartiesbauch und pausiere, am Samstag gibts ein Quiz, das der Freundin, meiner treuen Leserin I.H., gewidmet ist.

Es gibt solche und solche Melancholie

Bei dieser CD werde ich melancholisch, aber auf eine schöne Art. Wenn ich die Musik höre, dann denke ich beispielsweise an

– einen Spaziergang auf einem Nordseedeich bei rauher See

– einem Fischerboot, das alleine ohne großen Fang in den Hafen zurückkehrt

– eine einsame Möwe am Himmel
 
– an eine warme Kate, in der ich am Fenster sitze und Schneeflocken zugucke
 
oder auch an einen Krimi, der an der Nordsee spielt.
 
Musiker von Sardinen und aus Schweden und Frankreich spielen gemeinsam sehr gefühlvollen Jazz, der dem Meer gewidmet ist. Genau richtig für einen Novembertag, egal, ob schönes oder schlechtes Wetter. Hier eine kleine Einstimmung
 
 
 
Morgen mache ich eine Pause, am Wochenende gibt es was? Genau, ein Rätsel! Oder vielleicht auch zwei. Oder drei.
 

Wie war Ihr Wochenende?

Lustig,lehrreich, philosophisch,obskur humorvoll,ratlos, überraschend, larifari, nervig, amüsant, erinnerungsträchtig, heimatverbunden, berührend, lecker, nass, gemütlich.

Das wäre meine Antwort.

Drösele ich das mal auf: Die ersten vier Adjektive beziehen sich auf den Freitagabend. Wir waren in Neukirchen-Vluyn in der Kulturhalle, in der diese beiden auftraten.

Es gab kein festes Programm, aus dem Stehgreif beantworteten die beiden Fragen, die die Zuschauer zuvor auf Karten geschrieben haben.  Es war teilweise zum Schreien komisch, dank sehr seltsamer Fragen oder dank der schlagfertigen Antworten der Künstler. Manche Fragen kamen philosophisch daher (Warum vergeht die Zeit schneller, je älter man wird?) oder waren verblüffende Wissensfragen. (Warum haben Frösche keine Haare?). Obwohl sehr professionell und mit viel Bühnenerfahrung ausgestattet, überraschte manche Frage die beiden so sehr, dass sie in der Pause googelten und in der zweiten Hälfte darauf eingingen. Und zur Not schwadronierte Boning so vor sich hin bis ihm eine obskure Idee zu einer Beantwortung kam, das waren für mich die Höhepunkte. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ für diesen Abend. Ginge immer wieder dorthin, denn jeder Abend ist ja anders. 

Adjektive Nummer 5-9: Samstagnachmittag Eröffnung der Ausstellung „Vor Ort“ im Duisburger Lehmbruckmuseum

34 Duisburger Künstler (von 122, die sich für die Ausstellung beworben hatten) zeigen Werke aus ihrer aktuellen Schaffensphase. Sehr großer Andrang, daher kaum die Möglichkeit, in Ruhe die Bilder, Skulpturen usw. anzusehen = nervig. So entstand ein eher negativer Eindruck bei mir, den ich durch einen erneuten Besuch verbessern möchte. ⭐️⭐️ für die Tatsache, dass es sich um Duisburger Kultur handelt und für den  Abwechslungsreichtum der Werke-das konnte ich schon erkennen.

Adjektive amüsant bis berührend beziehen sich auf einen Samstagabend mit Wolfgang Trepper, der in Gelsenkirchen in der „Kaue“ auftrat.

Meine erste Veranstaltung mit ihm. Aus dem Fernsehen wusste ich, was mich erwartet: ehrlicher, manchmal grobschlächtiger Ruhrpott-Humor, so ist das hier eben. Und seine Anmerkungen beispielsweise zu heutigen Kindern und ihren Eltern, Fernsehprogrammen, Politikern waren wie erwartet: direkt, übertrieben und richtig. Er machte dann einen Erinnerungs-Ausflug in seine Kindheit nach Rheinhausen, die Friedrich-Alfred-Straße, „meine“Bücherinselstraße war unverkennbar. So war datt damals, kannich beschwören.

Sehr berührten mich die Erinnerungen an seine Eltern. Sein Vater wäre gestern 90 Jahre alt geworden. Er schickte Dankesworte an ihn und seine Mutter gen Himmel. Hier stand am Samstag ein Mann auf der Bühne, der seine Eltern immer noch liebt, weiß, was er ihnen zu verdanken hat und dies ausdrückt.

Ja, dann hatte er noch so eine rote Handtasche mit. Fast schon ein Markenzeichen, denn er sammelt am Ende seines Auftritts immer für einen guten Zweck und Zuschauer können Geldscheine aus ihrem Portemonnaie in besagte rote Tasche transportieren. Dieses Mal sammelte er für die Dirk Bach-Stiftung, die sich um alte Menschen kümmert, die an HIV oder Krebs erkrankt sind.

Schön, jemanden wie Wolfgang Trepper zu kennen, wenn auch nur aus der Ferne. ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Lecker war es an jedem Tag. In der Kulturhalle kann man gut essen (Unbedingt Tisch reservieren). Gegenüber von der Kaue gibt es ein kleines italienisches Restaurant, gestern gab es eine leckere Spitzkohl Quiche. Nass wurde ich bei einem gestrigen Spaziergang, aber ich begrüße z. Zt. jeden Regentropfen gerne persönlich. Und danach habe ich es mir dann gemütlich gemacht, mit einem Buch, das ich ihnen morgen vorstelle.

So war das mit meiner Antwort.

Auf Wiedersehen und Willkommen zurück-Momente

Dieses Herz hat viele mit Air Berlin-Reisende über Jahre begleitet. Entweder beim Ein-oder Ausstieg durfte man sich aus einem großen Korb ein Herz herausnehmen und die Schokolade war einfach köstlich. Sie war so köstlich, dass mein Mann aus der Konkursmasse von Air Berlin noch mehrere Beutel gefüllt mit diesen Herzen ergatterte und sich jeden Tag ein Schokoherz gönnte. (Manchmal bekam ich auch eins ab). Das abgebildete Herz ist nun das allerallerletzte gewesen und ich sage „Auf Wiedersehen Schokoherz, danke für die leckeren Momente!“

Ein überraschenden Willkommensmoment erlebte ich, als ich in einem Biomarkt diese Flasche entdeckte. Rotbäckchen- der Wundertrank aus meiner Kindheit! Wie würde mir der Saft heute schmecken?

  Ich hatte den Saft etwas süßer in Erinnerung, aber sonst sah ich mich beim Trinken in der Küche unserer damaligen Wohnung. Meine Mutter stellte mir ein Glas hin, wenn ich am Küchentisch Schularbeiten machte…

Ich schicke sie jetzt mit roten Bäckchen ins Wochenende, erholen Sie sich gut- bis Montag!

 

 

Momente, die durch den Magen gehen können

Heute habe ich für Sie ein paar Momente gesammelt, die mit Essen und Trinken zu tun haben. Am Ende finden Sie eine Buchbesprechung über eine Roman, in dem ein alter Mann für eine junge verzweifelte Frau kocht und sie damit aus der Lebenskrise holt.

Es gibt einen kulinarischen Moment, wenn

man im Jahr erstmalig wieder frische Pfifferlinge genießen kann

man in der Bäckerei in einer Schlange wartet und gezwungen ist, sich mit den Brotauslagen hinter der Theke zu beschäftigen. 17 verschiedene Brote und plötzlich kommt die Lust auf ein „Brot-Tasting“.

vier erfahrene Hobbyköche heftig darüber diskutieren, wie man den „wahren“ Kartoffelsalat zubereitet

man nach Jahren mal wieder grüne Sauce mit gekochten Eiern und Salzkartoffeln isst, dazu einen Appelwoi trinkt und kurz bedauert, nicht in Hessen zu wohnen

man eine volle Pralinenschachtel erstmalig öffnet und die Qual der Wahl hat, welche Praline man zuerst essen soll

man für eine kurze Zeit bestätigt bekommt, dass ein Buch, das in Schottland spielt, mit dem Genuss eines Glases Whisky gut zusammenpasst

Und hier die Buchbesprechung:

New York: Valerie bittet ihre Freundin Isabel, mit ihrem 90jährigen Vater Edward essen zu gehen. Er hat kürzlich seine Frau Paula verloren und Valerie kann sich nicht um ihn kümmern, da sie in Kanada lebt. Isabel besucht Edward und sie essen gemeinsam zu Abend. Isabel genießt das Treffen sehr, denn Edward hat sehr gut gekocht und sie beide sind sich auf Anhieb sympathisch. Bei den weiteren wöchentlichen Besuchen in den nächsten drei Jahren lernen sich die beiden näher kennen.Edward gewinnt dabei wieder seinen Lebensmut zurück und hilft Isabel mit seiner weisen Lebenserfahrung, aus deren Ehekrise herauszukommen und mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Beide finden ein neues Glück, doch wird dies nicht ewig anhalten.

Der WDR besprach das Buch hymnisch und ich ließ mich von der Begeisterung anstecken. Meine Lesefreude war etwas gedämpft. Warum? Alle, die gerne und auch anspruchsvoller kochen, erfreuen sich im Buch pro Kapitel an einem Menuvorschlag. Die Finessen von Edwards Kochkünsten werden verraten und drumherum bekommt man noch Lebenshilfe und vier Liebesgeschichten serviert. Da ich mich lieben bekochen lasse, lag mein Lesefokus auf der Drumherum-Geschichte, und diese fand ich teilweise recht sprunghaft geschrieben und mager, was Edwards Altersweisheit angeht. (Vielleicht hatte ich noch zu sehr das Buch „Ein Gentleman in Moskau“ im Kopf, ach war das schön! s.u.). Also gibt es deshalb nur 3 von 5 Löffeln.

Am Wochenende sammle ich neue Themen und am Montag geht es weiter. Erholen Sie sich gut!

 

Es gibt Momente…

wenn man in das „kalte Wasser des Seniorinnenseins“ geworfen wird. In einem Museum kamen mein Mann und ich mit dem Herrn von der Kasse  gesprächsweise darauf, dass ich in Kürze 60 würde und er verkaufte mir freudestrahlend ein Seniorinnenticket. Sollte ich mich freuen oder grämen? Entschied mich fürs Freuen, so habe ich jetzt wenigstens die Feuertaufe schon hinter mir.

wenn man auf dem Friedhof vor dem Grab der Eltern und Großeltern steht und plötzlich die Sirenen heulen. Wie oft haben sie diese Sirenen damals gehört? 

wenn die Katze des Nachbarn ihren Dosenöffner per Miauen jeden Abend pünktlich um 20 Uhr auffordert, die Haustür zu öffnen, um einen Spaziergang zu uns machen zu können. Bei uns wartet ein Topf mit einem Ziergras, das anscheinend für ihren Gaumen äußerst köstlich ist.

Und dann ist da noch eine Radiosprecherin, die beim Thema deutsche Fußballnationalmannschaft von dem „Glow des Neuanfangs“ sprach. Ich biete an: Glühen, Funkeln, Leuchten, Aufblitzen, Schein, Glitzern, Glut…

Und dann hörte ich noch, wie am Nachbartisch eine Mutter einer andern erzählte, dass ihre Tochter jetzt bei der Musikschule angemeldet sei. Die andere fragte in welcher Musikschule, erste Mutter antwortete: „In der „Art of Noise!“   

Und zum Schluss noch ein Fotofundstück für alle, die planen, eine Erbtante einzuladen: