Andy Warhol in Köln

Am späten Samstagnachmittag besuchten wir im Kölner Ludwigmuseum die Ausstellung mit Werken von Andy Warhol.

Seitdem mein Mann vorletzte Woche im Internet zwei Eintrittskarten ergattert hatte war ich in Hochstimmung: Endlich mal wieder ein Museum besuchen! Diese Begeisterung bekam einen ersten Schleier, als wir in die Kölner Innenstadt fuhren. Zum letzten Mal war ich im September in einer lebhaften Großstadt gewesen und sah jetzt eine Geisterstadt, ich fand es schrecklich.
Nach der Registrierung im Museum, war ganz unkompliziert, durften wir in die Ausstellung: Es war voll! Zu voll nach meinem Geschmack. Direkt am Anfang staute es sich, denn an einer Wand stand ein stichwortartiger Lebenslauf in zu kleiner Schrift, wenn man sich nicht nach vorne drängeln wollte und auf Abstandhalten achtete.

Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Räume, die z.T. auch klein sind. Obwohl ich bedingt durch meine Arbeit bei der AWO schon geimpft bin, fühlte ich mich unwohl und konnte den Museumsbesuch nicht so recht genießen. Was ebenfalls nicht fördernd war: Fast ununterbrochen erklang ein Warnton, dass jemand zu nah an ein Bild herantrat. Nur vor wenigen Bildern hatte man mit Holzstäben auf dem Boden einen Sicherheitsabstand sichtbar gemacht, so dass bei den anderen Exponaten ein unbeabsichtigtes Tappen in die Alarmfalle fast unvermeidbar war. Das konnte man schließlich nur noch mit Galgenhumor ertragen.

Diese „Silberwolken“ waren mit Helium gefüllt und schwebten durch den Raum, d.h. auch vor die Füße der Besucher. Wollte man weitergehen, musste man notgedrungen die Wolken mit den Füßen wegkicken= Anschiss vom Museumswärter.
Nein, es gab nicht so viele „Good Vibrations“ in dieser Ausstellung. Das hätte ich locker weggesteckt, wenn die Auswahl der Warhol Exponate eine andere gewesen wäre. Es wurden neben Videoinstallationen in zwei Räumen fast nur die typischen Siebdrucke gezeigt und ich empfand zu diesem Zeitpunkt die große Ausstellung letztendlich etwas langweilig.

Am interessantesten fand ich zu diesem Zeitpunkt seine frühen Werke, wie z.B. dieses Bild

und eine Dokumentation über seine Kunstzeitschrift, die er eine Zeitlang herausgegeben hatte.

Sonntag : Ich beschäftigte mich zuhause weiter mit der Ausstellung und las das kostenlose Begleitheft, das im ersten Museumsraum auslag.

Hätte ich dies nur während der Ausstellung gelesen! Sehr gute Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken, die mir jetzt teilweise in einem ganz anderen Licht erscheinen. Ich ärgerte mich über mich selbst und ließ im Kopf meinen Gang durch die Ausstellung noch einmal Revue passieren. Hätte ich vor den Bildern oder in einer ruhigen Ecke das Heft lesen können? Njein. In den kleinen Räumen auf keinen Fall, in den größeren Räumen vielleicht, aber nicht mit Muße und in Ruhe. Zu viele Menschen, zu laut und natürlich auch keine Sitzgelegenheiten.
Ich grummelte und dabei kam dann diese Postkarte heraus:

Sie trägt den Titel „Wie die Motten das Licht“.

Resümee: Diesen Museumsbesuch werde ich sicherlich nicht vergessen und bei meinem ganzen Gemäkele bleibt trotzdem ein gutes Gefühl. Endlich sich mal wieder live mit Kunst beschäftigen, das war für mich ein Stück zurückgewonnene Lebensqualität.

Ja und der Samstagabend war nach dem Verlassen der Ausstellung ja auch noch nicht zu Ende…Er hielt für mich noch eine kreative Überraschung bereit, die mich richtig beflügelte. Am Donnerstag geht es weiter.

Sankt Petersburg: Palast der Erinnerungen

Die junge Marina ist Museumsführerin in der Eremitage in Leningrad, als 1941 die Bombardierung der Deutschen beginnt. Nachdem die meisten Kunstschätze abtransportiert und in Sicherheit gebracht worden sind, ist sie eine der wenigen Angestellten, die in dem Museum bleibt und von dessen Dach aus nachts Wache schiebt, um Brände zu melden. Der Winter 41/42 ist extrem kalt und die Menschen leiden zunehmend unter den deutschen Angriffen, der Kälte und dem Hunger. Immer mehr Menschen sterben, auch in Marinas Umfeld. Um diesem Grauen zu entgehen, flüchtet sich Marina in ihren Palast der Erinnerungen. Zusammen mit der alten Museumswärterin Anja ist sie immer wieder durch die leeren Räume des Museums gelaufen und hat sich in Erinnerung gerufen, welches Bild an welcher Stelle hing. Sie hatte Lieblingsbilder und die Gedanken an diese sind für Marina tröstlich und lassen sie für kurze Zeit alles vergessen.

Marina überlebte den Krieg. Sie heiratete, bekam zwei Kinder und ist jetzt eine alte Frau, die Alzheimer hat. Ihr Mann kümmert sich liebevoll um sie und anfangs gelingt es beiden noch, Marinas Abschied von der realen Welt zu überspielen. Doch bei einer Hochzeit läuft Marina weg und wird auch nach einem Wochenende nicht gefunden. Sie hat sich in dem Rohbau einer Villa versteckt und dieser erinnert sie an die ausgebombten Häuser in Leningrad. Sie hat Angst, aber sie lebt auch immer mehr in ihrem Palast der Erinnerungen und entdeckt, staunend wie ein Kind, die Welt neu.

Mich hat das Buch sehr berührt, denn beim Lesen gerät man zwischen zwei Extreme: Der schreckliche Krieg in Leningrad auf der einen Seite, die Schönheit der Kunst auf der anderen. Beides geht einem nah, denn die Autorin beschränkt sich bei ihren Schilderungen, welches Leid der Krieg für die Menschen bedeutet, nur auf wenige persönliche Schicksale. Exemplarisch für die Kunst werden von Marina nur einige Gemälde ausführlich beschrieben und beim Lesen hat man im wahrsten Sinne Bilder vor Augen.
Marina als junge und als alte Frau, auch das wird gefühlvoll beschrieben. Der Autorin gelingt es, das Thema Alzheimer nicht als Krankheit darzustellen, sondern als einen neuen Lebensabschnitt, der von der Betroffenen angenommen wird, während die Angehörigen sich schwer tun.


Kunststückchen am Zaun

In den letzten Tagen nutzte ich zwei Regenpausen für eine kleine Radtour und einen Spaziergang. Die Radtour führte mich u.a. Richtung Schwafheimer Meer, wo ich diese Art von Zaunpfählen entdeckte.

Auf den ersten Blick eher hässlich, aber sie wurden für mich zu einer Schatzkiste für Fotomotive, ich musste nur nah genug herangehen. Hier zwei Beispiele:

Bearbeitet man diese Makroaufnahmen weiter (Fotoapp Pics Art), können dabei solche Gemälde herauskommen:

Das war „Kunst am Zaun“ Nr. 1.

Früher stellte ich Ihnen schon meine Kunststückchen vor. In Zeiten von geschlossenen Museen hatte ich die Idee, an der frischen Luft eine Miniausstellung zu improvisieren und da spielten Zäune auch eine wichtige Rolle.

Insgesamt 14 Kunststückchen installierte ich, am nächsten Tag waren bis auf zwei alle weg. Diese nahm ich wieder mit nach Hause, sie bekommen beim nächsten Mal eine zweite Chance.

Kennste eins, kennste alle- nicht bei Puppenmuseen (Hunsrück-Urlaub Nr.5)

Vor einigen Jahren entdeckten mein Mann und ich unsere Liebe zu Puppen- und Spielzeugmuseen und haben seitdem schon einige besucht. Die Museumskonzepte sind dabei recht unterschiedlich, so dass es nie langweilig wird, diese Art von Museen aufzusuchen. Da gibt es z.B. das Museum in Lübeck, dessen Schwerpunkt das Sammeln alter Puppen aus allen Erdteilen ist.

Oder in Lyon widmet man sich den einheimischen Puppenfiguren, sowie berühmten stationären Puppentheatern.

Beim Besuch des Museums für Puppentheaterkultur, kurz PuK genannt, in Bad Kreuznach, erfuhren wir nun viel über deutsche historische Puppentheater.

Displays erklärten sehr anschaulich die Unterschiede zwischen den Puppenarten und welche Besonderheiten man in der Handhabung beachten muss, wenn man mit ihnen auftreten will.

Auch wird gezeigt, wie man eine Puppe schnitzt oder welche anderen Materialien geeignet sind, eine Puppe zu erschaffen.

Unten links: Verschiedene Materialien kommen hier zum Einsatz, z.B. Wellpappe oder Seile. Mitte: Charles de Gaulle und Konrad Adenauer trafen sich 1958 in Bad Kreuznach, mit Pappmaché-Puppen erinnert man an diese besondere Zusammenkunft, denn es war das erste deutsch-französische Treffen nach dem 2. Weltkrieg.
Rechts: Miss Marple, geformt aus einer alten Plastikflasche.

Während die Räume der meisten von uns besuchten Puppenmuseen eher eine schummrige Beleuchtung hatten und dadurch eine Atmosphäre geschaffen wurde, als betrete man eine Puppenschatzkiste, ist das PuK weitläufig und hell und es gibt genügend Platz für Sonderausstellungen. Momentan bietet das Museum einen wunderbaren Überblick über alle Puppen, die nach dem zweiten Weltkrieg im Fernsehen aufgetreten sind und Besucher lernen dabei auch die Sprecher und Sprecherinnen dieser Puppen kennen.
Erinnern Sie sich noch an ihn? Bittttteschööööön:

Der Hase Cäsar war einer meiner Lieblinge, weil er immer ein bisschen frech war. Er trat von 1964 bis 1984 in verschiedenen Sendungen auf und hatte dann 2001 und 2004 noch zwei „Comebacks“.

Natürlich fehlten auch nicht die Stars der Augsburger Puppenkiste, aber über sie schreibe ich ein anderes Mal. Figuren aus der Sesamstraße waren ebenso vertreten wie die Akteure aus der „Sendung mit der Maus“.
Nach zwei Stunden waren wir auch von diesem Puppenmuseum sehr angetan. Es kamen wieder schöne Kindheitserinnerungen hoch, die lange verschüttet waren und der Vorsatz, öfter mal in ein Puppentheater zu gehen, wenn es wieder möglich ist, wurde bekräftigt.
Über die zweite Sonderausstellung im PuK schreibe ich morgen, denn da bietet es sich geradezu an, ein Wochenendrätsel einzubinden.

Abwechslungsreiche Museen im Hunsrück (Urlaub Nr. 3)

Waren Sie schon einmal in einem Motorsägemuseum oder wollten Sie immer schon einmal ein Telefonmuseum besuchen? Gibt es im Hunsrück! Die Museumslandschaft ist hier vielfältig und drei Sammlungen möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen. Sie sind auf Initiative einzelner Bürger entstanden, meine ersten „Beweise“ für unseren Eindruck, dass im Hunsrück öfter gesagt wird:“Geht nicht, gibts nicht!“

Pfiffig fand ich die Idee, ein Restaurant mit einer Art Oldtimerausstellung zu kombinieren. (Wer speist und trinkt darf kostenlos sehen und staunen).

Diese Kombination finden Sie in Grolsheim.“ClassicX“ ist ein amerikanischer Diner (Foto oben links) . Dieser Diner befindet sich in den Räumen von „Classicbid“, einer Auktionsfirma für Oldtimer. Hier können Sie sich ca. 150 Oldtimer ansehen und die meisten von ihnen auch spontan kaufen, wenn das Kleingeldbudget stimmt und Sie Lust auf einen Zweitwagen verspüren. Die Modelle sind mit technischen Angaben und Preisen versehen. Oder Sie warten, bis die nächste Auktion für Oldtimer durchgeführt wird.

In Windesheim, neben dem Gebäude der Orgelbaufirma Oberlinger, wurde 2001 ein Orgel-und Klaviermuseum, genannt „OAM-Orgel Art Museum, eröffnet.

2017 wurden Orgelmusik und Orgelbau als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO bestätigt. Erfindungsgeist und handwerkliche Meisterschaft kann man in diesem Museum bewundern. Historische Orgeln und Klaviere stehen neben Instrumenten, die erst vor einigen Jahren von der Firma Oberlinger gebaut wurden. Wir lernten diverse Orgelarten kennen, von denen wir bis dahin noch nie gehört hatten, z.B. ein „Nonnenpositiv“, ein „Regal“ oder ein „Claviorganum“. Sie suchen eine Orgel fürs Wohnzimmer? Kein Problem, auch für kleinere Raummaße gibt es „vollen Orgelsound“.
Mir juckte es regelrecht in den Fingern, mal eine Tastatur anzuschlagen. Für alle Museumsbesucher mit ähnlich kribbelnden Fingern wäre es schön gewesen, wenn man bei einem Instrument etwas hätte spielen dürfen. Auch Orgelmusik als leise Hintergrundmusik würde das Museum noch etwas stimmungsvoller machen.
Hier ein bisschen passende Musik zu meinem Beitrag:

Noch eine positive Anmerkung: In den Räumen finden auch wechselnde Kunstausstellungen statt. An den Wänden kann man z.Zt. von zwei Künstlern Bilder betrachten, die sich alle dem Thema Musik widmeten.

Diese Skulptur gehört zu dem Skulpturenpark in Bad Kreuznach. Zusammen mit einem Museumsgebäude ist die Anlage in der Welt einzigartig, da ausschließlich Skulpturen aus Stein gezeigt werden. Eröffnet wurde sie 2010 von dem Künstlerpaar Kubach-Wilmsen, das vor Ort auch seine Werkstätten hat. Wenn man zwischen den einzelnen Skulpturen lustwandelt (ca. 65 sind es momentan, weitere Kunstwerke sollen noch dazukommen), wird man von einer ganz besonderen Atmosphäre gefangen genommen.

Diese Ausstellung ist auch ein Fest der Haptik. Augen schließen und fühlen… Die Kühle der Steine, das Glatte, das Raue, Kurven, Wellen, Spitzen…Dazu kommen die Farbspiele der Steine, das Glitzernde, das Matte- einfach grandios!

Wer schon einmal in Neuss bei der ehemaligen Raketenstation war und das Museum der Foundation Langen besucht hat (siehe auch Hinweis am Ende) wird vielleicht an seinen dortigen Besuch erinnert, denn beide Museumsgebäude wurden von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen.

Leider hatte im Museum schon die Winterpause begonnen, so dass wir nur einen kleinen Eindruck von dem Innenhof des Museums bekamen.

Übermorgen zeige ich Ihnen noch weitere Bilder von diesem Urlaubshighlight und kombiniere die Fotos mit der Besprechung meiner Urlaubslektüre.

Treffen mit dem kleinen Wassermann

Es war mal wieder Zeit für einen Besuch in der Ludwiggalerie in Oberhausen. Dort findet z.Zt. diese Ausstellung statt:

Das Buch, das Otfried Preußler bekannt gemacht hat, war „Der kleine Wassermann“ und dieses Buch war auch mein erstes, heiß geliebtes, Kinderbuch (neben den Grimmschen Märchen). Können Sie sich vorstellen, wie mein Herz aufging, als ich jetzt die Originalzeichnungen sah? Wenn Sie mit „Die kleine Hexe“ oder „Das kleine Gespenst“ aufgewachsen sind, werden Sie ebenfalls auf Ihre Kosten kommen.


Aber das ist nur ein Teil des Vergnügens. Die alten Titel wurden vor ca. 10 Jahren noch einmal neu bearbeitet und koloriert. Die dafür verantwortlichen Illustratoren erweiterten die Originalzeichnungen mit witzigen Details und es macht viel Spaß, diese zu entdecken. Auch ist es interessant, einmal die Wirkung der Schwarzweissbilder mit der der Farbillustrationen zu vergleichen. Farbe gewinnt nicht immer.

Ich musste mir als Ex-Buchhändlerin auf dieser Ausstellung eingestehen, dass mein Preußler-Wissen einige Lücken aufwies. Ich kannte längst nicht alle Bücher! So entdeckte ich neue Geschichten und wunderbare Bilder. Was ich besonders lobenswert fand: Es gibt Erklärungstafeln über die Maltechniken- sehr inspirierend, wenn man selbst ein bisschen pinselt und werkelt.

Die Museumsräume dürfen 80 Personen (mit Maske) gleichzeitig besuchen, diese Zahl wurde am letzten Wochenende bei weitem nicht erreicht. Die üblichen Sitzgelegenheiten sind dadurch beschränkt, dass dort die Bücher von Preußler ausliegen und man sie sich ansehen kann.

Idee für einen Familienausflug am Sonntag? Ja, wenn Sie Ihrem Rücken mal eine Sonderschicht zumuten wollen und Ihr Kind immer hochheben, denn die Bilder hängen in Augenhöhe der Erwachsenen. Es gibt allerdings auch viele Veranstaltungen zu der Ausstellung, die sich besonders an Kinder richten. Vielleicht ist das eine Alternative? Oder Sie nehmen ein Höckerchen mit und stellen es demonstrativ vor die Bilder?

Zum Schluss ein Rätsel für Preußler-Fans:

Welche beiden Bücher hat Otfried Preußler selbst illustriert? Die Antwort erhalten Sie am Samstag.

Lassen Sie sich auf Hilma ein

Im Dezember 2018 erzählte ich Ihnen, dass ich mit meinem Mann ein paar Tage in Prag verbracht hätte, um die Bilder von Frantisek Kupka anzusehen. Immer häufiger hatten sich in den letzten Jahren Kunsthistoriker geeinigt, dass er, und nicht Kandinsky, Mondrian oder Matisse, der erste Maler eines abstrakten Bildes war. (Siehe Beitrag siehe unten unter I.H……).

Was ich damals noch nicht wusste: Es gab jemanden, der noch früher als Kupka abstrakt malte. Das anzuerkennen, damit taten sich die Riegen der „Kunstinfluencer“ und Kunstsammler allerdings viel schwerer, denn diese Person war eine Frau. Außerdem: Welchen Wert-und Ansehensverlust würde man als Sammler oder Museum erleiden, wenn plötzlich ein früher Kandinsky gar nicht mehr so innovativ war?

Als sie 44 Jahre alt war und beschlossen hatte, ihrer konservativen Ausbildung als Malerin nicht mehr zu folgen, malte Hilma af Klint u.a. diese beiden Bilder. Bis dahin galt 1912 immer als das Jahr, in dem das erste abstrakte Bild in der Öffentlichkeit bekannt wurde, Hilma af Klint malte diese Bilder bereits 1906/1907.

In Malmö hatten wir die Gelegenheit, uns eine Ausstellung mit einer Auswahl der Werke von Hilma af Klint anzusehen.

Unten links drei, rechts daneben ein weiteres Bild von insgesamt zehn Gemälden, die unter dem Titel„Gemälde für den Tempel“ bekannt sind und die Stationen eines Menschenlebens darstellen.

Seitdem ich mich mit den Bildern von Hilma af Klint beschäftige, sind meine Ansichten zu der Künstlerin und zu ihren Arbeiten weit gefächert und haben sich auch schon mehrmals geändert:
Unverständnis, Skepsis, Akzeptanz (Séancen als Ausgangspunkt von Kunstwerken?)
Ablehnung, Neugierde (die Theosophie als Lebensinhalt?)
Respekt (vor der Konsequenz, mit der af Klint ihren Weg gegangen ist und vor ihrem nie versiegenden Verlangen nach Wissen und Erkenntnis)
Bewunderung ( wegen ihrer künstlerischen Weiterentwicklung und wegen ihrer Weitsicht, dass ihre Mitmenschen noch nicht reif für ihre Bilder waren. So durften ihre Gemälde erst 20 Jahre nach ihrem Tod gezeigt werden und bis heute verbietet ihr Testament den Verkauf der Bilder).
Ungläubigkeit gepaart mit Wut ( wie kann eine solche außergewöhnliche Frau sich von einem Mann, in diesem Fall Rudolf Steiner (Begründer der Anthroposophie), so negativ beeinflussen lassen? Sie hörte wegen seiner Kritik für vier Jahre mit der Malerei auf, dann setzte sie ihr Schaffen fort. Jahre später gab sie ihren persönlichen Malstil wegen ihm auf und malte Aquarellbilder nach seinem Gusto).

Es gäbe so viel zu Hilma af Klint zu erzählen, ich möchte sie mit diesem Beitrag ermutigen, dieser Künstlerin ein bisschen Zeit zu widmen. Bildbände, Sachbücher, ein Roman sind für Buchaffine auf dem Markt. Sehr empfehlen kann ich den Dokumentarfilm „Jenseits des Sichtbaren“. Dies ist der Trailer zu dem Film:

Auf YouTube gibt es noch eine ca. 25 minütige Sendung über af Klint, die ARTE vor einiger Zeit ausgestrahlt hat.

Auge in Auge mit drei Haifischen

Plötzlich sah ich drei Haifischflossen,
sie kamen von rechts nach links angeschossen!
Mein Herz fing heftig an zu pochen,
nein, kein Zweifel, es waren Haie und keine Rochen.
Ganz langsam trat ich den Rückzug an,
mit den Augen immer an den Haien dran.
Ich wollte nicht ihr Abendessen werden
sie sollten mir mein Leben nicht verderben!
Bitte nicht als Gehacktes enden-
wo war die Chance, mein Schicksal zu wenden?
„Hallo Linda, träumst du gerade vor dich hin?“
Ich verstand zuerst nicht der Worte Sinn.
“Sollen wir dort drüben in das Museumscafé gehn,
nach dem Spaziergang wäre das doch ganz schön.“
Mein Mann lächelte mich an
und da wurde mir klar,
dass ich nicht,
oh es war so wunderbar,
in einem Meer um mein Leben schwamm,
sondern auf einer Wiese stand
und unter meinen Füßen war ganz viel Land…

In Porto, Januar 2017

Augen-und Ohrenausflüge

Gestern gab ich Ihnen zwei Tipps für hilfreiche Telefonnummern bei Computerproblemen und bei traurigen Momenten, heute habe ich vier Links für Sie.

Genießen Sie auf https://360.schnurstracks.de/

360 Grad Panoramablicke von schönen Landschaften oder in interessanten Gebäuden.

Besuchen Sie am Wochenende ein Museum

https://www.museum-digital.de/

Sie haben die Auswahl aus 629 Museen, darunter auch diverse Spezialmuseen. Ich habe dabei z.B. das Kreismuseum in Zons entdeckt. Hier kann man über 250 Kacheln betrachten, alle aus der Jugendstilzeit, eine Kachel schöner als die andere.

Wenn Sie Lust auf Hörgenuss haben, hier geht es zu einer Seite, die komplette Opernaufführungen zeigt:

https://operavision.eu/en

oder hier können klassische Musik genießen

http://www.radio-cafezimmermann.de/

Da sind doch schöne Aussichten fürs Wochenende oder?