Tilly und McCartney

In Oberhausen finden momentan zwei sehr unterschiedliche Ausstellungen statt, die für einen Museumssonntag mit anschließendem Kaffeetrinken bestens geeignet sind.

Da wäre zuerst:

Tilly, der inzwischen weltweit bekannte Wagenbauer des Düsseldorfer Karnevals, zeigt u.a. seine Konstruktionspläne für einzelne Wagen sowie 3 D Modelle der Wagenfiguren aus verschiedenen Jahren. Hingucker sind einige Originalteile der letzten Karnevalswagen.

Wenn Sie mehr über Tilly wissen möchten, dann beachten Sie bitte auch unter „Related Posts“ den Link zu meiner Buchbesprechung.

Die Galerie im Schloss widmet sich den Bildern der Fotografin Linda McCartney. Die Beschreibung des Flyers ist schon recht ausführlich. Unter „Roadworks“ werden u.a. auch Fotos gezeigt, die sie aus fahrenden Autos gemacht hat. Diese gefielen mir besonders gut. Auffällig sind die Sun Prints, bei denen Fotopapier der Sonne ausgesetzt und noch bearbeitet wurden. Ich habe versucht, die besondere Ausdruckskraft solcher Fotos mit einem Fotobearbeitungsprogramm nachzuempfinden.

Karneval mit Leonardo

Sollten Sie noch nach einer Idee suchen, wohin Sie über die Karnevalstage flüchten können, lege ich Ihnen Paris mit der derzeitigen Leonardo da Vinci Ausstellung im Louvre ans Herz. Warum? Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass Sie in den nächsten Jahrzehnten keine ähnliche Gelegenheit bekommen werden, aus solcher Nähe viele seine Werke betrachten zu können. Ich hatte trotz hoher Besucherzahl „Leonardos“ ganz für mich alleine und stieß bei einem Bild sogar an den Bilderrahmen. Können Sie sich meinen Schrecken vorstellen? Ich dachte, der Alarm würde losgehen, aber es passierte nichts. Das nur zur Veranschaulichung, wie nah man an die Bilder herankommt.

Nicht mit dem Tele aufgenommen, sondern nur mit dem Handy (ist erlaubt)

Oben links: Eins der vielen Skizzenbücher von da Vinci mit Entwürfen beispielsweise zu Flugkörpern, Bewässerungsmöglichkeiten oder Skizzen zur menschlichen Anatomie. Da Vinci schrieb immer in Spiegelschrift, was die Entzifferung des Textes nicht leicht macht.

Unten links: Eine der vielen Entwürfe zu einer Skulptur, mit einem dem Bleistift ähnlichen Stift hauchzart schraffiert- faszinierend.

Unten rechts: Das Tierchen soll eine Katze sein. Erstaunlich, aber Tiere darzustellen war nicht Leonardos Stärke.

Oben rechts: Einfach nur wunderschön und das schon seit 500 Jahren!

Es gibt noch eine weitere Besonderheit in dieser Ausstellung. Mit einer Art Infrarotuntersuchung wird bei den Gemälden sichtbar gemacht, wie da Vinci das Bild vorgezeichnet hat. Hier ein Beispiel:

Neben den Werken von Leonardo da Vinci hängen auch Bilder von anderen Künstlern aus seiner eigenen Malschule oder zumindest aus seiner Schaffenszeit. Diese Bilder mit oftmals ähnlichen Motiven zu vergleichen, ist auch sehr interessant.

Ein Tipp: Sollten Sie über einen Besuch nachdenken, buchen Sie im Internet Tickets für den frühen Morgen. Obwohl die Tickets zeitbegrenzt sind, kann es Ihnen am Nachmittag passieren, dass Sie trotzdem noch eine Stunde und mehr warten müssen. Wir hatten Eintrittskarten für 10 Uhr, das war perfekt.

Modeschöpfer so und so

Mitte Dezember zeigte ich Ihnen in meinem Blog mehrere Bilder einer Ausstellung in der Rotterdamer Kunsthalle mit Modellen des Modeschöpfers Thierry Mugler. (Siehe Link unten).

Am zweiten Feiertag hatten wir Lust auf einen Museumsbesuch und so fuhren wir nach Düsseldorf, um uns im Kunstpalast die Modelle des Modeschöpfers Pierre Cardin anzusehen.

Die Ausstellung ist kleiner (ca. 80 Modelle) und einfacher (ein paar Videos mit Aufzeichnungen von Modeschauen), aber macht den Unterschied der beiden Männer und ihrer Auffassung von Mode sehr gut sichtbar. Die Mugler Ausstellung war atemberaubend und pompös, Cardin ist seit den 60er Jahren ein Futurist und hat völlig andere Ansichten.

Hier wird tragbare Mode gezeigt, die auf dem ersten oder zweiten Blick aber ausgefallen ist und deshalb mich ebenfalls beeindruckt hat.

Pierre Cardin ist ca. 20 Jahre älter als Thierry Mugler. Liest man die beiden Lebensläufe der Männer, so könnten diese wie ihre Modelle kaum unterschiedlicher sein. Aber lesen Sie selbst:

https://de.wikipedia.org/wiki/Thierry_Mugler

Und hier der Wikipediaeintrag über Pierre Cardin:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Cardin

Die Pierre Cardin Ausstellung läuft noch bis zum 5. Januar 2020.

Keine muggeligen Kleider von Mugler

Gestern kündigte ich unseren Besuch der Ausstellung „Couturissime“ in der Kunsthalle von Rotterdam an. Unter sechs Themen wurden ca. 150 Kleidungsstücke gezeigt, die der Modedesigner Thierry Mugler von ca. 1977 bis 2014 entworfen hat. Hier ein paar Eindrücke:

Das rote Ensemble entsprang aus der Zeit, in dem er für Stars Kleidung entworfen hat, die anderen stammen aus einer späteren Periode, in der sich Mugler die Tierwelt zum Vorbild genommen hat.

Autos mit ihrem Chrom oder Roboter standen ebenfalls Pate bei neuen Ideen. Links unten wieder eine Ausnahme=Ein „Burger de Luxe „ als Accessoire an einem Kleid. Man beachte auch rechts unten das Viertel Autoreifen als Handtasche

Vieles war atemberaubend üppig, aber mir gefielen die „Kleinen Schwarzen“ am besten, denn sie waren teilweise hochgradig raffiniert geschnitten.

Präsentation als Schwarzweissfoto musste hier sein.

Uns hat diese Ausstellung viel Vergnügen bereitet, da neben den Modellen auch noch Videos (z.B. von Modeschauen) und viele Fotos gezeigt wurden. Kaum ein bekannter Fotograf hat es sich nehmen lassen, Muglers Kreationen ins richtige Bild zu setzen und bekannte Mannequins oder Pop Stars posieren zu lassen. Vielleicht führt es Sie ja nächstes Jahr nach München? Eine Idee: Ihr Mann sieht sich am 9. Mai 2020 das MSV Spiel gegen Bayern II an und Sie lassen sich währenddessen von Muglers Modewelt in der Münchener Kunsthalle verzaubern…

Morgen komme ich noch einmal auf Rotterdam zurück.

Dem Regen sei Dank

Nachdem ich gestern ein bisschen über die Stadt Mannheim und unserem Spaziergang in der City erzählt habe, komme ich heute zu dem Grund, warum wir für einen Tag nach Mannheim gefahren sind.

Wir hatten eine Führung am Nachmittag gebucht, gingen aber schon früher ins Museum, da es unentwegt regnete. Das war ein Glück!

Die Kunsthalle Mannheim gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts, doch ist sie seit 2018 durch ein großes Gebäude erweitert worden, in dem auch im Erdgeschoss die Matisse-Bilder und Skulpturen zu sehen sind. Wir fuhren in die zweite Etage und dort empfängt den Besucher großzügig viel Raum mit wenigen Kunstwerken.

Oben rechts beispielsweise zwei Werke von Amseln Kiefer, die dank des Großzügigkeit toll zur Wirkung kamen

Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir das Keramik-Kabinett, in dem man ganz nah die Formen und tollen Glasuren der einzelnen Teile bewundern kann.

Highlight Nummer 3 war dieser Raum.

Hier liegt ein Bild von Miro neben einer Skulptur von Henry Moore, ein Liebermann und ein Beckmann teilen sich ein kleines Plätzchen. Dazwischen unbekannte Künstler, die in den Fokus rücken.

Hier die Raumbeschreibung:

Leider blieb uns keine Zeit mehr, die Räume des alten Gebäudes entsprechend zu würdigen. Dort gibt es u.a. viel zu sehen und zu lesen zum Thema Raubkunst und Provenienzforschung- wie z.B. bei der sehr beachteten Gurlitt-Ausstellung. (Siehe auch unten).

Die Matisseausstellung zeigt nicht nur Werke des berühmten Malers, sondern, wie der Titel des Ausstellung schon andeutet, auch Bilder anderer berühmter Künstler, die von ihm beeinflusst wurden. Viele Exponate waren noch nie oder sehr selten in einer Ausstellung zu sehen und deshalb ist es für Kunstliebhaber fast ein Muss, nach Mannheim zu fahren, selbst wenn man z.B. schon in den beiden Museen in Südfrankreich war.

Man erkennt beim Betrachten der Bilder und Skulpturen sehr gut, wie Matisse sich entwickelt hat. „Aus Farbe wird Licht“ war einer der Kernsätze unserer Führung, denn wurde Licht bisher durch eine Lichtquelle und Schatten dargestellt, übernahm bei Matisse die Anordnung der Farben die Darstellung von Licht. Ich wusste auch nicht, dass Matisse für zwei Jahre eine Kunstschule leitete, diesen Teil der Führung fand ich ebenfalls sehr interessantesten. Die Ausstellung endet zeitlich 1930, seine berühmten Papierarbeiten sind in also nicht zu sehen.

Die Matisse-Ausstellung wird ergänzt von diversen Fotos, die Matisse in seinem Atelier zeigen und einem Film von 1946. In ihm schaut man Matisse, inzwischen 75 Jahre alt, beim Zeichnen und Malen zu oder wie er eine Ausstellung vorbereitet.

Ein Wochenende in Mannheim mit Weihnachtsmarkt und Kunst? Ich hoffe, dass ich darauf bisschen Lust gemacht habe. Wem das noch nicht reicht: Frankfurt hat ebenfalls einen großen Weihnachtsmarkt und dort läuft z.Zt. eine große van-Gogh-Ausstellung. Was man sonst noch in Frankfurt machen kann, erzählte ich in einem Blogbeitrag im Sommer. (Siehe auch unten)

Bienen- auch im Winter ein Thema

Dieses Buch bekam ich vor einiger Zeit von einer Freundin geschenkt. Sie weiß, dass ich im Sommer gerne „stundenlang“ Bienen im Garten beobachte und deshalb freute ich mich sehr über den Titel.

Nicht so erfreut war ich über den Anfang des Buches, denn ich hatte den Eindruck, dass es sich mehr um die Beschreibung einer Selbstfindung handelt. Autor Dube hat Zweifel an seinem alten Beruf (Texter), erzählt vom Ausprobieren, etwas Anderes zu machen und kommt schließlich zu dem Schluss, dass das Imkern das Richtige für ihn sei. „Learning by Doing“ ist seine Devise, von alten Imkerprofis nimmt er viele Ratschläge an.

Jetzt kommen endlich die Bienen ins Spiel und das Buch wird von Seite zu Seite spannender. Was in einem Bienenstock alles passiert, was Bienen können und tun- ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch wie sich die Persönlichkeit von Dube durch den täglichen Umgang mit Bienen ändert war ebenfalls interessant zu lesen. Besonders gefallen hat mir das Kapitel, wie er seine Honig auf einem Markt anbietet und er dabei die ganz eigenen Gesetze eines Markttages entdeckt. Auch seine Informationen über die gesetzlichen Regeln des Honigverkaufs waren neu für mich.

Am Ende war ich so begeistert von diesem Buch, dass ich am folgenden Wochenende direkt in unser Duisburger Bienenmuseum gegangen bin. Für 2,50 Euro kann man an einer 1-2 stündigen Führung teilnehmen. Ich sah mich dieses Mal nur ein bisschen um und hebe mir den Vortrag für nächstes Jahr im Februar auf, dann bin ich für die anstehende Bienensaison bestens gerüstet.

Buch und Duft- bei diesem Titel kein Problem, wenn man beim Lesen eine Bienenwachskerze anzündet…

Humorvoller Sommerabschied und Winterankunft mit Martin Parr

Am Sonntagnachmittag war ich mal wieder in Düsseldorf, um die Retrospektive des britischen Fotografen Martin Parr zu besuchen. Es ist schon lange her, dass ich so oft in einer Ausstellung schmunzeln musste. Da ich aus Copyrightgründen keine Fotos von Parr zeigen darf, füge ich in diesen Beitrag ein paar Fotos von mir ein und versuche damit, ein bisschen die Atmosphäre der Ausstellung wiederzugeben.

Hauptthema der Ausstellung sind Fotos von Kleingartenbesitzern in Düsseldorf und Krefeld. In jedem Foto stecken Details, die obskur, anheimelnd oder auch überraschend sind. Wo und wie lassen sich die Besitzer in ihrem Garten fotografieren? Das zu sehen ist sehr aufschlussreich.

Aber genauso gelungen sind Parrs Bilder von Menschen in englischen und belgischen Seebädern- da kamen bei mir viele eigene Urlaubserinnerungen und Sommergefühle auf.

Engländer- das Volk der Hardcore-Picknicker
Des einen Leid, des anderen Freud…

Auch seine farbenfrohen Bilder aus Mexiko stimmten mich noch einmal sommerlich.

Was in den nächsten Monaten auf uns zukommt, nämliche graue Regentage, war für Parr aber auch Grund genug, mit seiner Kamera loszuziehen. Schwarzweiße Fotos, trübe, grau und dann entdeckt man plötzlich wieder ein Augenzwinkern des Fotografen. Herrlich!

Und was kann man noch im Winter machen, wenn man sich mit dem Fotografieren beschäftigen will? Parr hat über Jahrzehnte Fotostudios besucht und wünschte dort, dass man von ihm ein Porträt in ungewöhnlicher Umgebung. anfertigen. So sehen wir Herrn Parr z.B. zusammen mit Herrn Putin, er ist Astronaut oder schwebt in einer Schneekugel.

Die Ausstellung geht noch bis zum 10.November. Gönnen Sie sich den Spaß und schaufeln Sie sich zwei Stunden Zeit für die Ausstellung frei. Weitere Infos finden Sie hier:

https://www.nrw-forum.de/ausstellungen/martin-parr

Und noch ein Tipp: Wenn Sie an einem Sonntag die Ausstellung besuchen, parken Sie auf der Emmericher Straße kostenlos und gehen Sie dann über den alten Golzheimer Friedhof zum Museum. Oder Sie kommen wegen des Friedhofs noch einmal extra, denn hier gibt es auch Einiges zu entdecken.

https://www.duesseldorf.de/stadtgruen/park/golzheimer-friedhof.html Golzheimer Friedhof – Landeshauptstadt Düsseldorf

Das Rock ‚n‘ Popmuseum in Gronau

Mein „musikalischen Sommer“ beinhaltete auch einen Besuch im o.g. Museum. Wir nahmen an einem Ausflug der NRW -Stiftung teil. Da die Anfahrt mit eigenem Auto erfolgte, verbrachten wir vor der Museumsführung noch ein bisschen Zeit in Gronau.

Das Museum steht mitten im Gelände der ehemaligen Landesgartenschau und vom Aussichtshügel dieser Anlage hat man einen schönen Überblick Dabei erkennt man auch noch ein bisschen, dass die Beete alle eine Blattform haben.

Auf dem Gelände der Gartenschau standen früher mehrere Textilfabriken und eine große Turbinenhalle zur Versorgung. In diesem Gebäude ist jetzt das Museum untergebracht.

Rechts oben ein teil eines Mainaums mit verschiedenen typischen Teilen und Emblemen der Textilindustrie

An einigen Stellen in Gronau erkennt man noch den früheren Reichtum dieser Gegend. Ein bisschen erinnerte mich Gronau an Wuppertal, das ebenfalls eine Textilindustrie hatte. Manche Teile der Stadt sind altehrwürdig, manche sehr hässlich.

Unsere Führung durch das Museum dauerte ca. 2 Stunden. Wir hatten danach noch Zeit, mit einem Audioguide eine zweite Runde zu drehen und an den Vitrinen stehen zu bleiben, die uns besonders Interessierten.

Er gibt einen großen Ausstellungssaal mit dazugehöriger Empore. Im dem Saal werden in Vitrinen viele Musiker, Musikrichtungen und Erinnerungsstücke vorgestellt. Oben rechts sehen Sie z.B. die Originaltrompete von Louis Armstrong, darunter die Originaltür der Hamburger Kultkneipe „Onkel Pö“. Oben an den Wänden sind mehrere Bildschirme angebracht, auf denen kurze Konzertausschnitte gezeigt werden.(Herbert ist hier das Beispiel). Interessant sind auch die Dokumentationen über die technische Entwicklung der Musikbranche. So gibt es z.B. einen „Schallplattenweg“ (oben links) , auf dem man sich anhören kann, wie sehr sich die Qualität von Musikaufnahmen verbessert hat. Im Keller ist das original Tonstudio der Musikgruppe „Can“ aufgebaut- es hat inzwischen 50 Jahre auf dem Buckel.

Ja und dann gibt es noch die „Green Box“, ein Paradies für alle Karaoke Sänger. Als wir es mit unserer Gruppe besichtigten, kam plötzlich ein Mann und fing zu singen an. War es Udo Lindenberg? Wie unser Museumsbegleiter uns vorher schon erzählt hatte, taucht Udo immer mal wieder im Museum auf und das manchmal inkognito…Nein, er war es nicht, aber seine Stimme und seine Gesten ähnelten denen sehr von Lindenberg-Hatte ich vergessen zu erwähnen: Udo Lindenberg ist in Gronau geboren und aufgewachsen und hat großen Anteil an der Entstehung des Museums. Dementsprechend erfährt man auch viel über seinen Werdegang.

Ja und dann arbeiteten mein Mann und ich mal wieder einen Punkt der „Einmalimlebengemachthabenliste“ ab. (Ich finde dieses Wort schöner als das z.Zt. sehr in Mode gekommene „Bucketlist“). Wie beide sangen das sechsminütige „Bohemian Rhapsody“ von Queen- da hatte uns wohl der Film beeinflusst. Wir hätten uns wahrlich ein leichteres Stück aussuchen können: Zuerst war es qualvoll, dann wurde alles egal und zum Schluss es hat viel Spaß gemacht.

Wollen Sie es mal probieren?

https://youtu.be/oVbXpK_BRbw

Wer Pink Floyd, Eric Clapton oder beispielsweise Doors Fan ist, wird vielleicht enttäuscht sein, dass diese Musikgruppen im Museumskonzept nicht vorkommen. Das Museum hat das Oberthema „Musik und Rebellion“, so dass der Aufbau auch nicht chronologisch ist. Dafür finden sich auch Namen und Musiktendenzen, die nicht so bekannt oder Kuriositäten sind und bei denen man Spannendes entdecken kann. Der holländischen Musikszene werden auch einige Vitrinen gewidmet, geschuldet der Nähe von Gronau zur holländischen Grenze.

Neben der Dauerausstellung gibt es auch immer interessante Sonderausstellungen, so z.B. nächstes Jahr zum Jubiläum von Beethoven „Beethoven und Rockmusik“. So kann man durchaus einen ganzen Tag in Gronau verbringen oder man verbindet eine Fahrt ins Münsterland mit einem anderem interessanten Ort. Wir waren im Künstlerdorf in Schöppingen. Doch davon ein anderes Mal.

Kunst oder nicht Kunst?

Gestern schrieb ich, dass ich beim Besuch der aktuellen Ausstellung im Krefelder Textilmuseum an meinen Urlaub in Lettland und Litauen erinnert wurde. So hieß beispielsweise ein Kunstwerk „Riga“:

Es bestand aus vielen Papierperlen und sollte Riga darstellen. Nach einer alten Sage lässt der Teufel Riga untergehen, sobald es fertig gebaut ist. Dieses Kunstwerk kann immer erweitert werden.

Von Krefeld aus geht die Ausstellung nach Dänemark, anschließend nach Litauen. Ich musste sofort an das Museum für moderne Kunst in Vilnius denken. Hier hatten wir eine Ausstellung gesehen, die mich immer noch beschäftigt.

Ist diese Skulptur für Sie Kunst? Überlegen Sie einen Moment, bevor Sie weiterlesen.

Man kam in dem Museum in einen großen hellen Raum, der dem japanischen Künstler Yuji Agematsu gewidmet war. Er ist in den USA ein gefeierter Künstler und hat sich spezialisiert auf Skulpturen und Erfindungen von Landschaften aus Fundstücken, die er in den Straßenschluchten von New York entdeckt. Auf dem Schild wird der Sammelzeitraum angegeben 1-31.Mai 2014.

In dem Raum hing eine lange schmale Glasplatte, auf der verschiedene Zellophantütchen standen.

Ging man näher heran, sah man z.B. dieses Gebilde.

Hatten Sie sich oben bei der Frage entschieden, dass es Kunst ist?

Es ist ca. 3 cm groß und besteht aus einem kleinen Stück Draht, einem alten Bonbon und einem Zigarettenstummel.

Hier ein anderes Beispiel:

Ich wusste bis Montag nicht, ob ich es einfach nur ekelig finden oder die Ideen, die Achtsamkeit und Fantasie des Künstlers bewundern sollte. Um es herauszufinden, versuchte ich, mir eigene Miniskulpturen auszudenken. Hier die Ergebnisse:



Mir hat das viel Spaß gemacht und meine Fundstücke (alle auch unter 5 cm groß) waren auch nicht ekelig. Die Achtsamkeit, aus kleinsten Mülldingen etwas Besonderes zu machen, das manchmal den Eindruck erweckt, es könnte von einem anderen Stern kommen, lässt mich jetzt Yuji Agematsu als Künstler sehr schätzen.

Tiny Houses sind ja stark im Kommen, da passt dann TinyArt bestens zu.

Zum Auftakt ins Wochenende schwinge ich mit Ihnen morgen das Tanzbein.

Fiber Art in Krefeld

Im Textilmuseum in Krefeld Linn findet z.Zt. diese Ausstellung statt.

Letzte Woche besuchte ich sie zusammen mit einer Freundin. Da wir beide nähen, waren wir gespannt, was man für Kunstobjekte aus Stoff und Garn zaubern kann.

Der Begriff Garn war sehr weit gefasst, denn es wurden z.B. auch Kabelbinder (oben rechts) benutzt, Drähte (unten rechts), die Klebpistole oder Garn aus Fiberglas. Die Fertigungstechniken waren z.T. atemberaubend und gerne hätten wir einige Objekte auch einmal berührt (strengstens verboten!), denn manche sahen weich, luftig oder aber auch stachelig aus. Die ca. 40 Objekte gefielen mir alleine vom Ansehen her fast alle, allerdings waren die Beschreibungen zu den Werken oftmals sehr anspruchsvoll. Die Hälfte der Künstler kommt aus asiatischen Ländern und in die Kommentare der Künstler zu ihren Objekten floss viel asiatische Philosophie.

Als wir ankamen, fand zufällig gerade eine Führung statt und wir machten erfreut mit. Diese Führung war eine besondere Erfahrung. Die ehrenamtliche Dame entschuldigte sich, dass es ihre erste Führung in dieser Ausstellung sei und sie die Inhalte noch nicht präsent hätte. (Die Ausstellungseröffnung war am 17. Mai,nun war der 28.Mai- man kann sich auch zuhause ein bisschen vorbereiten- nun gut). Sie las zumeist die Texte vor, die auf den Tafeln neben der Kunstwerke standen und ergänzte dies durch weitere Informationen aus einem Schnellhefter. Diese Informationen passten allerdings nicht immer zu den ausgestellten Werken und es war z.T. verwirrend. Das wäre alles noch mit einem Lächeln zu ertragen gewesen, aber die Tatsache, dass sie oft ihre persönliche Meinung kundtat und sich über die Objekte manchmal lustig machte, fand ich peinlich und dann auch nervtötend. Sollten Sie also die Ausstellung besuchen, sparen Sie sich das Geld für eine Führung und geben dies lieber für ein köstliches Stück Grillagetorte im nahegelegenen Museumscafé aus.

Gestern schrieb ich in der Ankündigung, dass mich diese Ausstellung an den Urlaub in Litauen und Lettland erinnert hätte. Da dieser Artikel schon ziemlich lang ist, verschiebe ich die Erklärung auf morgen.