Tödliche Sonate

Den Abschluss meiner musikalischen Blogbeiträge bildet die Besprechung eines Krimi-Hörbuches. (Gibt es auch als Buch).

Das Hörbuch hat drei Sprecher, denn der Krimi spielt zum einen im heutigen Rom, wo ein Mord passiert, zum anderen bekommt man zwischendurch Einblick in die Gedanken des Mörders. Der dritte Sprecher widmet sich der Geschichte zweier Stradivari Geigen. Sie beginnt mit der Entstehung der Geigen und erzählt dann vom Schicksal dieser beiden Musikinstrumente bis in die heutige Zeit.

Commissario Di Bernado muss den Mord an der alten Musikagentin Cornelia Giordano aufklären. Das Musikgeschäft gleicht einer Schlangengrube und mordlüsternde Musiker, die sich von der Agentin betrogen fühlten oder die von ihr in ihrem Ego verletzt wurden, gibt es viele. Aber auch ihre beiden Söhne und eine protegierte Nichte hätten Gründe, Cornelia zu töten. Di Bernado tappt lange im Dunklen, doch dann scheint er eine Spur zu haben, die ihn zu zwei Stradivari Geigen führt, deren Wert auf viele Millionen Euro beziffert wird.

Das Hörbuch hat mir gut gefallen, an den drei Sprechern gibt es nichts zu mäkeln. Die Geschichte an sich hätte etwas zügiger ablaufen können. Was mich für den Krimi einnimmt ist die Tatsache, dass die Autorin selber eine internationale bekannte Violinsolistin ist und damit das Musikgeschäft sicherlich wahrheitsgetreu beschreibt.

Das Rock ‚n‘ Popmuseum in Gronau

Mein „musikalischen Sommer“ beinhaltete auch einen Besuch im o.g. Museum. Wir nahmen an einem Ausflug der NRW -Stiftung teil. Da die Anfahrt mit eigenem Auto erfolgte, verbrachten wir vor der Museumsführung noch ein bisschen Zeit in Gronau.

Das Museum steht mitten im Gelände der ehemaligen Landesgartenschau und vom Aussichtshügel dieser Anlage hat man einen schönen Überblick Dabei erkennt man auch noch ein bisschen, dass die Beete alle eine Blattform haben.

Auf dem Gelände der Gartenschau standen früher mehrere Textilfabriken und eine große Turbinenhalle zur Versorgung. In diesem Gebäude ist jetzt das Museum untergebracht.

Rechts oben ein teil eines Mainaums mit verschiedenen typischen Teilen und Emblemen der Textilindustrie

An einigen Stellen in Gronau erkennt man noch den früheren Reichtum dieser Gegend. Ein bisschen erinnerte mich Gronau an Wuppertal, das ebenfalls eine Textilindustrie hatte. Manche Teile der Stadt sind altehrwürdig, manche sehr hässlich.

Unsere Führung durch das Museum dauerte ca. 2 Stunden. Wir hatten danach noch Zeit, mit einem Audioguide eine zweite Runde zu drehen und an den Vitrinen stehen zu bleiben, die uns besonders Interessierten.

Er gibt einen großen Ausstellungssaal mit dazugehöriger Empore. Im dem Saal werden in Vitrinen viele Musiker, Musikrichtungen und Erinnerungsstücke vorgestellt. Oben rechts sehen Sie z.B. die Originaltrompete von Louis Armstrong, darunter die Originaltür der Hamburger Kultkneipe „Onkel Pö“. Oben an den Wänden sind mehrere Bildschirme angebracht, auf denen kurze Konzertausschnitte gezeigt werden.(Herbert ist hier das Beispiel). Interessant sind auch die Dokumentationen über die technische Entwicklung der Musikbranche. So gibt es z.B. einen „Schallplattenweg“ (oben links) , auf dem man sich anhören kann, wie sehr sich die Qualität von Musikaufnahmen verbessert hat. Im Keller ist das original Tonstudio der Musikgruppe „Can“ aufgebaut- es hat inzwischen 50 Jahre auf dem Buckel.

Ja und dann gibt es noch die „Green Box“, ein Paradies für alle Karaoke Sänger. Als wir es mit unserer Gruppe besichtigten, kam plötzlich ein Mann und fing zu singen an. War es Udo Lindenberg? Wie unser Museumsbegleiter uns vorher schon erzählt hatte, taucht Udo immer mal wieder im Museum auf und das manchmal inkognito…Nein, er war es nicht, aber seine Stimme und seine Gesten ähnelten denen sehr von Lindenberg-Hatte ich vergessen zu erwähnen: Udo Lindenberg ist in Gronau geboren und aufgewachsen und hat großen Anteil an der Entstehung des Museums. Dementsprechend erfährt man auch viel über seinen Werdegang.

Ja und dann arbeiteten mein Mann und ich mal wieder einen Punkt der „Einmalimlebengemachthabenliste“ ab. (Ich finde dieses Wort schöner als das z.Zt. sehr in Mode gekommene „Bucketlist“). Wie beide sangen das sechsminütige „Bohemian Rhapsody“ von Queen- da hatte uns wohl der Film beeinflusst. Wir hätten uns wahrlich ein leichteres Stück aussuchen können: Zuerst war es qualvoll, dann wurde alles egal und zum Schluss es hat viel Spaß gemacht.

Wollen Sie es mal probieren?

https://youtu.be/oVbXpK_BRbw

Wer Pink Floyd, Eric Clapton oder beispielsweise Doors Fan ist, wird vielleicht enttäuscht sein, dass diese Musikgruppen im Museumskonzept nicht vorkommen. Das Museum hat das Oberthema „Musik und Rebellion“, so dass der Aufbau auch nicht chronologisch ist. Dafür finden sich auch Namen und Musiktendenzen, die nicht so bekannt oder Kuriositäten sind und bei denen man Spannendes entdecken kann. Der holländischen Musikszene werden auch einige Vitrinen gewidmet, geschuldet der Nähe von Gronau zur holländischen Grenze.

Neben der Dauerausstellung gibt es auch immer interessante Sonderausstellungen, so z.B. nächstes Jahr zum Jubiläum von Beethoven „Beethoven und Rockmusik“. So kann man durchaus einen ganzen Tag in Gronau verbringen oder man verbindet eine Fahrt ins Münsterland mit einem anderem interessanten Ort. Wir waren im Künstlerdorf in Schöppingen. Doch davon ein anderes Mal.

Kunst oder nicht Kunst?

Gestern schrieb ich, dass ich beim Besuch der aktuellen Ausstellung im Krefelder Textilmuseum an meinen Urlaub in Lettland und Litauen erinnert wurde. So hieß beispielsweise ein Kunstwerk „Riga“:

Es bestand aus vielen Papierperlen und sollte Riga darstellen. Nach einer alten Sage lässt der Teufel Riga untergehen, sobald es fertig gebaut ist. Dieses Kunstwerk kann immer erweitert werden.

Von Krefeld aus geht die Ausstellung nach Dänemark, anschließend nach Litauen. Ich musste sofort an das Museum für moderne Kunst in Vilnius denken. Hier hatten wir eine Ausstellung gesehen, die mich immer noch beschäftigt.

Ist diese Skulptur für Sie Kunst? Überlegen Sie einen Moment, bevor Sie weiterlesen.

Man kam in dem Museum in einen großen hellen Raum, der dem japanischen Künstler Yuji Agematsu gewidmet war. Er ist in den USA ein gefeierter Künstler und hat sich spezialisiert auf Skulpturen und Erfindungen von Landschaften aus Fundstücken, die er in den Straßenschluchten von New York entdeckt. Auf dem Schild wird der Sammelzeitraum angegeben 1-31.Mai 2014.

In dem Raum hing eine lange schmale Glasplatte, auf der verschiedene Zellophantütchen standen.

Ging man näher heran, sah man z.B. dieses Gebilde.

Hatten Sie sich oben bei der Frage entschieden, dass es Kunst ist?

Es ist ca. 3 cm groß und besteht aus einem kleinen Stück Draht, einem alten Bonbon und einem Zigarettenstummel.

Hier ein anderes Beispiel:

Ich wusste bis Montag nicht, ob ich es einfach nur ekelig finden oder die Ideen, die Achtsamkeit und Fantasie des Künstlers bewundern sollte. Um es herauszufinden, versuchte ich, mir eigene Miniskulpturen auszudenken. Hier die Ergebnisse:



Mir hat das viel Spaß gemacht und meine Fundstücke (alle auch unter 5 cm groß) waren auch nicht ekelig. Die Achtsamkeit, aus kleinsten Mülldingen etwas Besonderes zu machen, das manchmal den Eindruck erweckt, es könnte von einem anderen Stern kommen, lässt mich jetzt Yuji Agematsu als Künstler sehr schätzen.

Tiny Houses sind ja stark im Kommen, da passt dann TinyArt bestens zu.

Zum Auftakt ins Wochenende schwinge ich mit Ihnen morgen das Tanzbein.

Fiber Art in Krefeld

Im Textilmuseum in Krefeld Linn findet z.Zt. diese Ausstellung statt.

Letzte Woche besuchte ich sie zusammen mit einer Freundin. Da wir beide nähen, waren wir gespannt, was man für Kunstobjekte aus Stoff und Garn zaubern kann.

Der Begriff Garn war sehr weit gefasst, denn es wurden z.B. auch Kabelbinder (oben rechts) benutzt, Drähte (unten rechts), die Klebpistole oder Garn aus Fiberglas. Die Fertigungstechniken waren z.T. atemberaubend und gerne hätten wir einige Objekte auch einmal berührt (strengstens verboten!), denn manche sahen weich, luftig oder aber auch stachelig aus. Die ca. 40 Objekte gefielen mir alleine vom Ansehen her fast alle, allerdings waren die Beschreibungen zu den Werken oftmals sehr anspruchsvoll. Die Hälfte der Künstler kommt aus asiatischen Ländern und in die Kommentare der Künstler zu ihren Objekten floss viel asiatische Philosophie.

Als wir ankamen, fand zufällig gerade eine Führung statt und wir machten erfreut mit. Diese Führung war eine besondere Erfahrung. Die ehrenamtliche Dame entschuldigte sich, dass es ihre erste Führung in dieser Ausstellung sei und sie die Inhalte noch nicht präsent hätte. (Die Ausstellungseröffnung war am 17. Mai,nun war der 28.Mai- man kann sich auch zuhause ein bisschen vorbereiten- nun gut). Sie las zumeist die Texte vor, die auf den Tafeln neben der Kunstwerke standen und ergänzte dies durch weitere Informationen aus einem Schnellhefter. Diese Informationen passten allerdings nicht immer zu den ausgestellten Werken und es war z.T. verwirrend. Das wäre alles noch mit einem Lächeln zu ertragen gewesen, aber die Tatsache, dass sie oft ihre persönliche Meinung kundtat und sich über die Objekte manchmal lustig machte, fand ich peinlich und dann auch nervtötend. Sollten Sie also die Ausstellung besuchen, sparen Sie sich das Geld für eine Führung und geben dies lieber für ein köstliches Stück Grillagetorte im nahegelegenen Museumscafé aus.

Gestern schrieb ich in der Ankündigung, dass mich diese Ausstellung an den Urlaub in Litauen und Lettland erinnert hätte. Da dieser Artikel schon ziemlich lang ist, verschiebe ich die Erklärung auf morgen.

Würden Sie manchmal gerne in einem „Yellow Submarine“ leben wollen?

Wenn Sie die Frage mit „Ja“ oder „Vielleicht“ beantworten, könnten Sie an dieser Ausstellung Spaß haben.

Ein Fest der Phantasie und der originellen Ideen und Träume, eine Wunderkammer, eine Utopiereise inmitten des Duisburger Kultur-und Stadthistorischem Museum, erschaffen von Corinna Kuhn und Detlef Kelbassa. Hier ein paar Beispiele:

Eine Entdeckerburg mit vielen versteckten Schätzen


Erstaunliches aus Ton, des Weiteren eine Ausstellung mit Fotocollagen

Wenn der Funke übergesprungen ist, dann gebe ich morgen noch als Zugabe einen Tipp, wo Sie eine kulinarische Pause einlegen können, falls Sie eine Radtour machen oder nach dem Museumsbesuch noch schön spazieren gehen möchten.

Vorher möchte ich aber wissen: Wie heißt dieses Eis?

Eine Frage für Duisburg-und/oder Eisdielenkenner, die mit meinem morgigen Tipp zu tun hat. Die Auflösung kommt morgen nach dem Frühstück so gegen 10 Uhr.

Kleve-ich komme wieder!

Am Sonntag waren wir nach sehr langer Zeit mal wieder in Kleve. Grund war eine Fotoausstellung der  “berühmtesten ‘unbekannten’Fotografin Amerikas“.

Das Zitat über Evelyn Hofer stammt aus der New York Times

 Evelyn Hofer wurde 1922 in Deutschland geboren, zog einige Jahre später zusammen mit ihren Eltern nach Mexiko. Dort machte sie eine Ausbildung zur Fotografin, ging dann wegen mangelnder Aufträge nach New York. Dort erkannte man ihr Talent und schon bald arbeitete sie für bekannte Magazine wie Life oder Vogue und war Fotografin für Bildbände und Reportagen. So bereiste sie z.B.Italien, den Libanon, Irland oder das Baskenland. Ihre Porträts der Einwohner sind mal ergreifend, mal sehr humorvoll. Sie hatte aber auch einen Blick für Details in Häusern oder auf der Straße und schenkt damit dem Betrachter eine neue Sicht auf ansonsten nicht beachtete Dinge. Mit zunehmenden Ruhm kam sie auch mit Berühmtheiten zusammen und zeigte sie in ihrer Umgebung. So widmet sich z.B. ein Raum im Museum nur der Präsentation von Fotos mit Andy Warhol.

Evelyn Hofer fotografierte noch bis ins hohe Alter und beschäftigte sich mit Stillleben. Ihre Fotos wurden im Dye Transfer Verfahren gedruckt und haben eine samtige Oberfläche. Man möchte in die Bilder hineingreifen und sich etwas Obst stibitzen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23.Juni und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel. Danach kann man im Museum Kaffee trinken oder man geht in den gegenüberliegenden Kurpark, lustwandelt dort noch ein bisschen und stärkt sich dann in dem Landhaus mit großem Kuchenengebot und guter Speisekarte.

Wir fuhren noch in die Klever Innenstadt, da dort ein Kunsthandwerkermarkt stattfinden sollte. Dieser war recht übersichtlich, aber es war gleichzeitig noch verkaufsoffener Sonntag. Dank des großen Einzugsgebietes von Kleve ist hier die Einzelhandelslandschaft noch intakt und wir waren von der Vielfalt der Geschäfte beeindruckt. Es war sehr voll, so dass ich zum Einkaufen keine Lust hatte, kann mir aber gut vorstellen, demnächst noch einmal nach Kleve zu fahren. Shopping kombiniert mit Radtour- hört sich doch gut an, oder?

Morgen kommt eine Filmempfehlung, nichts Dramatisches oder Spannendes, eher was Schönes.

Ein Sonntagnachmittag im…

Die WAZ war schuld, denn sie berichtete vor zwei Wochen von diesem Museum. Da mein Mann und ich bekennende Dick und Doof Fans sind, fuhren wir nach Solingen. Leider verbrachten wir auf dem Weg dorthin einige Zeit auf der A3 wegen einer Baustelle, so dass wir im Museum nur noch eine gute halbe Stunde Zeit hatten, bevor das Museum schloss. Viel zu wenig! Das Museum besteht aus drei Räumen, wo fast jeder Zentimeter mit einem Erinnerungsstück an die beiden Komiker besetzt ist. Um alles zu sehen bräuchte man viel mehr Zeit, denn es kommen auch noch viele alte Fotos in Mappen dazu und ein 20 minütiger Film wird auch gezeigt.

Aber wir bekamen sofort gute Laune, als wir dort waren und staunten und staunten. Hier alles Wissenswerte über das Museeum und ihre beiden Besitzer:

Das Museum liegt nicht weit entfernt von der Mitte Solingen-Walds. Dort gibt es u.a. ein Café und eine Eisdiele, so dass man nach dem Museumsbesuch sich stärken kann. Ein kleiner Rundgang um die Kirche herum rundete unseren Nachmittag ab.

Morgen ist „Frei“-tag, am Samstag habe ich etwas für Ihre Kreativität.

1960-1979

Vorletzten Donnerstag besuchten meine Freundin und ich eine Ausstellung über die 60er und 70er Jahre in Kevelaer, genauer gesagt im Niederrheinischen Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte. Wir machten dort eine 45 minütige Führung mit, anschließend gab es als besonderes Zückerchen Kuchen, gebacken nach Rezepten aus einem Schulkochbuch von 1964 und eine Tasse Kaffee.

Es war ein großer Spaß, diese Zeitreise anzutreten, denn Erinnerungen sprudelten nur so hoch und man kam schnell mit anderen Museumsbesuchern ins Gespräch. Besonders nett fand ich die mehrmals gehörte Bemerkung von jüngeren Frauen: „Ist das krass!“

Frau Peters, die Museumspädagogin, erzählte uns von ihrem persönlichen Blick auf die 70er Jahre, den sie als in den 80ern Geborene bei der Vorbereitung zu der Ausstellung bekommen hat. Ihr wurde dabei klar, dass in den 70er Jahren vieles begonnen hat, was heute noch unseren Alltag prägt oder uns selbst beschäftigt. Das hatte ich bisher noch nie so gesehen. Ein Beispiel:

Die Ausstellung läuft noch bis zum 22. April. Ob man nun diese Zeit schon miterlebt hat oder seinen Kindern mal etwas erzählen möchte, diese Ausstellung empfehle ich Ihnen wärmstens.

Und das Beste noch zum Schluss: Dank der Ausstellung habe ich direkt ein neues Ausflugsziel gefunden. Die Ausstellungsstücke stammen aus der Sammlung von Frau Dr. Corinna Wodarz. Sie ist die Kuratorin der Ausstellung in Kevelaer, besitzt aber auch ein eigenes Museum in Höxter. Bevor ich darüber viele Worte verliere, hier der Link zu diesem Museum:

http://www.höxter-museum.de

Wenn man sich dieses Museum ansieht, etwas an der Weser radelt und das Weltkulturerbe Schloss Corvey besucht, hat man schöne Pläne für ein langes Wochenende.

Morgen gibt es zu diesem Thema noch einen passenden musikalischen Blogbeitrag-Thema: Ja, damals in der Disko…

Delfter Blau

Diese Kette ist aus Porzellanperlen gemacht oder doch nicht? Nein, sie ist aus Papier und dieses schöne Papier-Dekor habe ich in Delft gefunden.

Vor Weihnachten waren wir einen Tag dort. Zuerst besuchten wir die Porzellanfabrik „Royal Delft“. Dort staunten wir über Porzellankreationen aus verschiedenen Jahrhunderten, lernten viel über die Geschichte des Porzellans und dessen besonderes Blau und sahen zu, wie Rohlinge gegossen werden. Danach färbt man diese entweder mit Schablonen ein oder bemalt sie mit der Hand.

Die rechts zu sehende Tulpenvase war handbemalt und kostete 16000 Euro- nur, um mal eine Hausnummer zu nennen. Das Papier für meine Kette bekam ich im dortigen Geschenkeshop. (Eintritt ins Museum 13 Euro, Museumscafé vorhanden).

Es war sehr kalt und so suchten wir zwei weitere Gebäude auf, nämlich die alte und die neue Kirche. Beide werden noch als Kirchen genutzt, sind aber gleichzeitig auch Museen. In der alten Kirche, dessen Kirchtum auch in Pisa stehen könnte, findet man Gräber berühmter Menschen, wie z.B. das Grab von Johannes Vermeer und Gedenktafeln, die von Berühmtheiten berichten. Besonders sind auch die Fenster dieser Kirche.

Unter der neuen Kirche liegt das Mausoleum der königlichen Familie der Niederlande und mitten in der Kirche geht eine Treppe in das Mausoleum hinunter. In der Kirche selbst wird die Geschichte der Familie mit vielen Schautafeln und Animationen erzählt. Sehr interessant, da es ja auch immer wieder Bezüge zu deutschen Adelsfamilien gibt.- Für beide Kirchen zusammen bezahlten wir einen Eintritt von 5 Euro.

Man kann sich noch weitere Museen ansehen, wie z.B. das Vermeer Haus. Doch wir wärmten uns nach den Kirchenbesuchen lieber noch einmal ordentlich auf und bummelten dann durch die Gassen mit schönen Grachten. Delft hat keinen Weihnachtsmarkt, nur an einem Wochenende im Dezember wird die Stadt besonders beleuchtet. (Nicht hinfahren, in der übersichtlichen Delfter Altstadt knubbeln sich dann bis zu 40000 Besucher!)

Es gibt auch sehr nette Geschäfte, wie z.B. den LP-Laden, siehe oben links.

Das Angebot an Cafés und Restaurants ist vielfältig. Besonders erwähnen möchte ich, dass Bewohner aus Delft sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Wir hatten an nur einem Tag mehrmals die Gelegenheit zu netten Gesprächen.

Von Delft aus machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Leiden, wo es an diesem Sonntag aber sehr nebelig und noch usseliger war.

Unten links: Eine von vielen Hauswänden, an denen Gedichte verewigt sind. Kann man sich auch besser im Sommer ansehen.

Ich wollte unbedingt den auf der Welt einzigartigen schwimmenden Weihnachtsmarkt sehen. Enttäuschend. In einer Gracht sind auf einem sehr großen Ponton Häuschen installiert. Soweit nett, aber das Warenangebot überzeugte ganz und gar nicht. Massagesessel, Gartenzwerge, Räucherstäbchen…Wenn Sie Leiden besuchen möchten, dann lieber im Sommer.

Ich bleibe morgen noch bei dem Thema Ketten und übermorgen ein bisschen bei der Farbe Blau.

Noch ein aufgewecktes „Mädchen“

Gestern stellte ich Ihnen ein Buch mit einem beonderen Kind als Romanheldin vor. Heute möchte ich Sie mit einem musikalisches Pendant erfreuen. Ihr Name ist ZAZ. Sie kommt aus Frankreich, und immer wenn ich ihre Lieder höre, bin ich ein bisschen im Urlaub.

Morgen stelle ich Ihnen mein erstes Näh-Lieblingsstück vor.