Beton trifft Flohmarkt

2017 erzählte ich Ihnen von meinem Besuch auf der Hombroicher Raketenstation während der Kirschblütenzeit (siehe unten „ Ich kann auch Japan ohne Kyoto“). Nun bekam ich einen Eindruck des Geländes an einem Herbstnachmittag:

Grund des Besuches war die Ausstellung des Künstlers Daniel Spoerri. Dass das Museum der Langen Foundation ausgesucht wurde, um Spoerris Werke zu zeigen, empfand ich als Glücksgriff. Der Museumsarchitekt Tadao Ado ordnet in seinen Gebäuden Beton und Glas minimalistisch an.

So wirken die Assemblagen und Skulpturen von Spoerri perfekt, nichts lenkt ab:

Links: Sammlerstücke aus Afrika, kombiniert mit Objekten, erinnern an Fetische. Rechts Flohmarktfunde werden zu Assemblagen – es gibt so viel zu entdecken….
Spoerri kaufte auch Haushaltssammlungen auf. Hier Skulpturen aus alten Küchengeräten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist seine „Eat-Art“ mit seinen Esstisch-Tableaus. Freunde waren bei ihm zuhause, man trank, aß und feierte, als die Freunde gegangen waren, konservierte Spoerri die Tische oder das benutzte Porzellan.

Mit altem Geschirr komponierte er Tische, die wie 3D Bilder aussehen. (Links Mitte und unten). Nimmt man diese Tische genau unter die Lupe, entdeckt man zig Fotomotive. Ich sammelte z.B. diese Ansichten:

Oben eine Fotocollage mit angetrockneten Tassen, darunter ein bearbeitetes Foto

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. März 2022. Sollten Sie die Ausstellung besuchen, versäumen Sie es nicht, diese kostenlose Kunstzeitung mitzunehmen. Man erfährt nicht nur viel über Daniel Spoerri, sondern bekommt auch Anregungen, selbst Assemblagen zu entwerfen.

Ausflug zum Seewerk

In Moers/Kapellen liegt der Silbersee. Hier habe ich schwimmen gelernt und meine Eltern und Großeltern fuhren in den 60er Jahren gerne zum Kaffeetrinken in das dazugehörende Ausflugslokal. Irgendwann war das Lokal geschlossen und der Silbersee wurde für mich zu einer Kindheitserinnerung.

Und dann sahen mein Mann und ich vor ca. 2 Wochen zufällig im Fernsehen „Westart“ mit einem Bericht über das Seewerk am Silbersee. Seit 2009 sollte es quasi vor unserer Nase einen Skulpturenpark, Museumsräume und Werkstätten geben? Wir konnten es nicht glauben, dass wir das nicht mitbekommen hatten.
Am Sonntag besuchten wir das Gelände und waren beeindruckt. Hier ein paar Impressionen:

Auf dem Außengelände kann man auf Entdeckertour gehen
Der Künstler ANATOL arbeitete hier bis zu seinem Tod 2019 und es gibt auf dem Gelände einen Erinnerungsraum und ein kleines Museum
Dieses Werk von Manuel Franke hat es mir besonders angetan und meine Fotoexperimente haben gerade erst angefangen…

Am jetzigen Wochenende kann man zum letzten Mal ohne Voranmeldung das Seewerk besuchen. Mehr Informationen über diesen niederrheinischen Kunst-Hotspot gibt es hier: https://das-seewerk.de/

Wir waren anschließend im nahe gelegenen Bauernhofcafé „Café Frieda“ in Moers-Holderberg. http://www.cafe-frieda-moers.de/Aktuelles/. Sehr leckerer Kuchen!

Ein Tipp für einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag.

Wien für Spezialisten- Österreichtour Nr. 5

Ich fange meinen Beitrag mit einer „Abratung“ ab. (Fällt Ihnen ein Wort ein, das das Gegenteil von Empfehlung ausdrückt?) Wir besuchten endlich einmal das Schloss Schönbrunn und waren dann doch recht enttäuscht.

Ich fühlte mich am Anfang wie auf einem Flughafen. Die Besucher wurden durch Gates geschleust und es gab Taschen-und Personenkontrollen. In den 40 Prachträumen wechselte meine Stimmung und ich hatte ein Ikea-déja-vu. Auf einem vorgegebenen Weg schob sich die Masse von einem dunklen Zimmer zum nächsten. (Um wohl die wertvollen Zimmereinrichtungen zu schützen, waren alle Fenster abgedunkelt und die Lichter nur schwach). Ich war danach froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Wir spazierten danach noch ein bisschen durch den riesigen Park. Imposant die Alleen, aber nicht unbedingt abwechslungsreich. Das Eintrittsgeld für zwei Erwachsene betrug 44 Euro, nicht enthalten war der Besuch der Orangerie und des Rosengartens, dann hätte es 60 Euro gekostet. Diesen Betrag kann man lieber in andere Eintrittsgelder investieren.
Sehr empfehle ich einen Besuch in der Albertina. Dieses Kunstmuseum gehört zu dem „Big Ten“ auf der Welt und hier können Sie die hellen (!) Räume bewundern

einige der bekanntesten Bilder ganz nah betrachten oder Überraschendes entdecken:

Kunstdruck, individuelle Kunstkarte: August Macke, Hafenbild mit Kindern auf der Mauer: Duisburger Hafen
Ein Bild von August Macke mit dem Titel:“ Hafenbild mit Kindern auf der Mauer: Duisburger Hafen” von 1914

Ein Museum für Spezialisten ist das Fotomuseum WestLicht auf der Westbahnstraße in Wien. (Auf dieser Straße und in den Nebenstraßen befinden sich auch noch mehrere Spezialläden für Fotografie). Neben 800 alten Kameras und Spezialfotoapparaten gibt es zwei wechselnde Fotoausstellungen und eine gut sortierte Ecke mit Fotobildbänden. Wir sahen eine Ausstellung mit den besten Pressefotos 2020/2021.

Nach dem Besuch des Museums war meine Fotomuse erwacht und ich experimentierte bis in die Nacht hinein mal wieder mit Doppelbelichtungen.

Weiter geht es mit „Wien für Spezialisten“, Thema Theater. Wir besuchten an beiden Abenden eine Theatervorstellung. Dabei ging es uns nicht um die Stücke, sondern um die Gebäude und die Atmosphäre.
Am ersten Abend waren wir im Theater in der Josefstadt. Das Theater wurde 1788 gegründet und hat eine beeindruckende Geschichte. Beethoven und Wagner dirigierten hier, mehrere bekannte Opern hatten hier ihre Erstaufführung und berühmte Schauspieler gaben sich hier ein Stelldichein. Bei Interesse hier die Wikipediabeschreibung https://de.wikipedia.org/wiki/Theater_in_der_Josefstadt

Das Theaterstück „Medea“ von Grillparzer in einer modernen Version gefiel uns nicht uneingeschränkt gut, schön war es auch, die Wiener Kulturbeflissenen zu beobachten.

Den zweiten Abend verbrachten wir im Wiener Burgtheater, ebenfalls eine Spielstätte mit „großen Namen“. https://de.wikipedia.org/wiki/Burgtheater

Hier war das Publikum gemischter, was aber vielleicht auch an der Komödie „Mein Kampf“ von George Tabori lag. (Ein Stück, das in den 80er Jahren für Furore sorgte, da es das Thema Hitler als Farce präsentierte). Eine Komödie, in der uns das Lachen mehrmals im Hals stecken blieb.

Zurück zum Gebäude des Burgtheaters, unserem eigentlichen Anliegen:

Ohne Worte…

Ein ganz spezielles Wiener Thema hebe ich mir für nächste Woche auf, danach geht es dann weiter Richtung Graz. Morgen habe ich für Sie aber noch ein Wochenendrätsel. Es hat mit unserem Besuch auf der Burg Kreuzenstein zu tun und ich glaube, Sie werden erstaunt sein.

Meine Sammlungen auf dem Handy (u.a. auch Französischstunde Nr. 32)

Ich gehöre normalerweise zu den Menschen, die bei Wartezeiten ein Buch aus der Tasche holen und sich dann über die Lesezeit freuen. Manchmal jedoch ist es nicht voraussehbar, dass man irgendwo warten muss. (Beliebt: Überraschende Staus als Beifahrerin). Dann werde ich in letzter Zeit auch zur Handyguckerin, denn ich habe mir dort verschiedene Sammlungen angelegt.

Sammlung 1:
Im Internet gibt es unzählige Seiten mit französischer Grammatik. Meine Kenntnisse darüber sind im Prinzip vorhanden, aber manche Themen müssen immer wieder wachgeküsst und aufgefrischt werden. Diese speziellen Lücken auf den Seiten im Internet zu suchen, finde ich umständlich und so kam ich auf folgende Idee:
Seit zwei Jahren liegt dieser Kalender auf meinem Schreibtisch und

ich sammle die Kalenderblätter, auf denen man meine grammatikalischen Schwächen kurz und knackig erklärt. Sonderfälle werden ausgelassen, aber das finde ich besonders gut, denn „Mut zur Lücke“ sollte man haben, um keine Scheu beim Sprechen aufkommen zu lassen.
Ich fing vor einiger Zeit an, diese Kalenderblätter mit meinem Handy zu fotografieren und werfe immer mal wieder einen Blick darauf.

Sammlung 2:
Zuhause stapeln sich bei mir (zu) viele Bildbände, da ich bei Museumsbesuchen immer euphorisch Ausstellungskataloge gekauft habe, um Bilder, die mir besonders gut gefielen, nicht zu vergessen. Seitdem das Fotografieren in Museum immer häufiger erlaubt ist, mache ich davon gerne Gebrauch und habe mir eine kleine Fotosammlung mit Kunstwerken auf meinem Handy angelegt, die ich mir immer wieder gerne anschaue.

Diese Bilder sind im Barberini Museum in Potsdam zu bewundern.

Sammlung 3:
Bei Gedichten und Zitaten mache ich es ähnlich wie bei Kunstwerken. Manche möchte ich parat haben, um mich an ihnen zu erfreuen, zu schmunzeln oder zu erinnern. An manchen Tagen tanke ich auch Kraft aus ihnen oder lese sie einem lieben Menschen vor. Wenn ich im Stau oder in einer anderen Wartezeit diese Texte bei mir habe, wird das Warten zur Nebensache.


Ein langes Wochenende in Bremen – 1

Mal wieder in Bremen…
Für mich ist diese Stadt eine „Immerwiederstadt“, denn es gibt hier und im Umland so viel zu entdecken.
Wer noch nie in Bremen war, wird sicherlich zuerst den Rathausplatz mit Roland und den Bremer Stadtmusikanten ansteuern und danach in der Böttcherstraße und im Schnoorviertel bummeln. Das haben wir dieses Mal auch wieder getan, denn wenn es auch sehr touristisch zugeht, so entdeckt man doch auch neue kleine Läden mit besonderen Angeboten.

Rechts unten: Die „Brauche-ich-eine-Diät“ Straße

Wir besuchten zudem erstmalig das Paula-Moderssohn-Becker Museum sowie das direkt daneben liegende Ludwig-Roselius- Museum. Im Moderssohn-Becker Museum wird mit Hilfe von Bildern anderer Künstler aus früheren Epochen gezeigt, wie revolutionär damals der Malstil und die Auswahl der Bildmotive von Paula Moderssohn-Becker war. Das gefiel mir gut. Im Roselius Museum beeindruckte mich die Inneneinrichtung des ehemaligen Bürgerhauses aus dem 16. Jahrhundert und in Vitrinen werden handwerkliche Kunstschätze gezeigt.

Unsere beiden Schwerpunkte an diesem Bremenwochenende waren allerdings zwei andere Viertel. Beide haben gemeinsam, dass viel experimentiert wird und nicht alles in Stein gemeißelt ist. Rund um das Obertor und dem Milchquartier kann man herrschaftliche Häuser bewundern, zwischen denen subkulturelle bzw. grüne Luft herrscht. An unserem Besichtigungstag fand eine Fridays for Future Demonstration mit 10000 Anhängern statt, das war dann noch einmal eine Extraportion politische Luft.

Das andere Viertel ist die Bremer Überseestadt. In einem Reiseführer war zu lesen, dass dieses Viertel z.Zt. der Horror für jeden Reiseführerautor ist, da sich fast täglich etwas ändert. Auf dem ehemaligen Gelände mehrerer Kaffeefirmen finden Startup Unternehmen ihr erstes Zuhause. Moderne Wohngebäude entstehen, in denen auch kleine Läden und angesagte Restaurants eröffnet werden. Dazwischen Industrie, denn es gibt z.B. immer noch die Rolandmühle und die Nähe zum Wasser.

An einem Sonntag sind die Anlagen fast menschenleer und man kann ungestört fotografieren und danach zuhause auch mal wieder ein bisschen experimentieren.


Leider haben wir es die ganze Zeit nicht geschafft, uns Räder auszuleihen. Obwohl es ca. 40 Leihstationen in Bremen  gibt, sind nicht genügend in der direkten Innenstadt installiert und diese Stationen waren immer verwaist. (Gruß an den Bremer Verein zur Tourismusförderung : Obwohl als „Deutsche Fahrradstadt des Jahres 2020“  ausgezeichnet, ist da noch viel Luft nach oben.) So konnten wir die Überseestadt nicht „erradeln“, sondern sind mit dem Auto nur an zwei Plätze gefahren und haben dort Spaziergänge gemacht.

Zum Schluss ein Übernachtungstipp:

Auf der Weser in der Nähe vom Schnoorviertel liegt das Schiff „Alexander von Humboldt“. Es wurde u.a. bekannt durch eine frühere Werbung von Becks Bier, in der Joe Cocker „Sail away“ singt. Dieses Schiff ist nun als Restaurant und Hotel umgebaut. Wir übernachteten dort in einer lütten Kajüte. War urig, allerdings ein bisschen eng, wenn man groß  und dabei nicht gertenschlank ist.

In meinem nächsten Beitrag erzähle ich von unserem Ausflug nach Bremerhaven.

Städtenotizen (Urlaub im Havelland 8)

Zum Schluss ein paar Tipps, welche Städte außer den bisher beschriebenen noch besuchenswert sind.

Oranienburg– Von der Inneneinrichtung des geschichtsträchtigen Schlosses ist leider nur noch wenig vorhanden. Allerdings werden die Räume für Sonderausstellungen genutzt und wir hatten das Glück, viele Einblicke in das Leben des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg zu bekommen. Dieser Fürst, der auch seit 1614 für das des Herzogtum Kleve zuständig war, gründete u.a. 1654 die Universität in Duisburg und hatte für seine Zeit z.T. sehr fortschrittliche Gedanken. Viele Porträts von ihm und seinen Zeitgenossen waren ausgestellt, gemalt von berühmten Künstlern wie z.B. A. van Dyck.

Das Zimmer mit der Porzellansammlung der Fürstin und einige Wandmalereifragmente lassen erahnen, wie prächtig das Schloss einstmals ausgestattet war


Der weite Schlosspark ist sehr abwechslungsreich, da hier 2009 die Landesgartenschau stattfand. Ein Relikt aus dieser Zeit sind z.B. die verschiedenen Gartenzimmer und die großzügig angelegten Spielflächen für Kinder.

Links oben das Zimmer der Zeit, darunter das Zimmer der Träume, rechts widmet sich ein Zimmer dem Luxus

Potsdam– In Potsdam kann man mehrere Wochen verbringen, möchte man alle historischen Gebäude, Museen oder den Filmstadtteil Babelsberg besichtigen. Einer der Höhepunkte des Urlaubs war für mich der Besuch des Barberini Museums, in dem eine exquisite Auswahl impressionistischer Werke gezeigt wird. Noch nie haben ausgestellte Bilder für mich so in ihrer Farbenpracht geglüht dank einer perfekten Ausleuchtung. Ich konnte in diesem Museum für kurze Zeit all das Grau der letzten Corona Monate vergessen.
Wenig bekannt ist, dass es auf einer Halbinsel in der Havel einen Garten gibt, der nach den Regeln des Gartenspezialisten Karl Foerster angelegt ist. Ein Café direkt an der Havel, abseits vom Rummel gelegen, war Ziel unseres Gartenrundgangs, bei dem ich einige Ideen für den eigenen Garten mitnehmen konnte.

Schwielowsee– Hier begegnete uns Kurfürst Friedrich Wilhelm erneut, denn wir besuchten das Schloss Caputh.

Das frühbarocke Schloss war einst die Sommerresidenz Dorotheas, der zweiten Frau des Fürsten. Besonders beeindruckend ist der Kachelraum mit ca. 7500 niederländischen Fliesen. Auch gibt es einige schöne Stillleben und Landschaftsbilder, die allerdings, mit den Bildern in Potsdam verglichen, stiefmütterlich präsentiert werden.
Auch hier kann man schön am Wasser spazieren gehen und zwischendurch mal eine Galerie besuchen oder auch noch einen Abstecher zum Sommerhaus von Albert Einstein machen.

Templin– Einen Tag sind wir in die Uckermark gefahren, um deren berühmte Weite und Leere kennenzulernen. Es gibt dort wirklich sehr viel Landschaft, aber mitten drin liegt Templin. Hier herrschte eine sehr quirlige und nette Atmosphäre, die wir, ehrlich gesagt, nicht erwartet hatten.

Werder

Die Altstadt von Werder liegt auf einer Insel. Sehr malerisch, sehr viel Flair, besonders, bei einem Besuch am späten Nachmittag, wenn die Mehrzahl der Touristen nicht mehr da ist. Und es gibt Eisdielen mit ganz vorzüglichem Eis!

Das war die Reise ins Havelland. Vieles haben wir noch nicht gesehen, den nächsten Urlaub hier auf einem Boot zu verbringen, das ist ein schöner Gedanke.

Grünes Berlin (Urlaub im Havelland 7)

Der zweite Berlinaufenthalt führte uns zuerst nach Dahlem. Hier wollte ich eigentlich die Königliche Gartenakademie besuchen, die aber ausgerechnet an diesem Tag aus innerbetrieblichen Gründen geschlossen war. So besuchten wir die in der Nähe liegenden Botanischen Gärten.

In verschiedenen Gewächshäusern und auf einem großen Areal mit Bepflanzungen aus allen Teilen der Erde kann man den ganzen Tag verbringen. Wir blieben nicht so lange, da im ganzen Park Vorbereitungen für ein Lichterfest getroffen wurden und viele Handwerker laut herumwuselten. Außerdem war es schwül und da versprach ein Aufenthalt an einem See Abkühlung.

Wir fuhren zum Wannsee, um uns das Haus und den Garten des Künstlers Max Liebermann anzusehen. Das Haus liegt direkt am See und man hat von der Terrasse des Cafés aus einen schönen Blick.

Der Garten besteht aus zwei Teilen, einem Bauerngarten und einem kleinen Park.

Im Haus gibt es kaum noch originale Einrichtungsstücke, neben Bildern von Liebermann werden in Sonderausstellungen noch andere Künstler präsentiert. In unserem Fall waren es Bilder der Fotografin Gerty Simon, die besonders während der Weimarer Republik für ihre Porträts bekannt war und u.a. auch Max Liebermann fotografiert hat. Aus dieser Ausstellung habe ich dieses „Fundstück“ mitgebracht, einen Zeitungstext von 1928.

Unsere Tour endete damit. In der Nähe der Max Liebermann Villa liegt auch das Haus der Wannsee Konferenz, doch sich diesem Thema noch anzunehmen, dazu fehlte mir an diesem heilen Gartentag die Kraft.
Der Havellandurlaub ist nun fast vorbei. Nächste Woche gibt es noch ein paar Minitipps, danach geht es in den Norden nach Bremen.

Berlintag (Havellandurlaub 6)

Wenn man so kurz vor Berlin Urlaub macht, dann ist ein Tagesausflug nach Berlin fast Pflicht. Wir wollten dieses Mal die Gegend um den Gendarmenmarkt entdecken und uns u.a. den französischem und deutschen Dom und ein bisschen weiter das Humboldtforum ansehen. Davon klappte nichts, da man sich überall hätte vorher anmelden müssen. So trabten wir einfach los Richtung Alex. Schon die erste Straße in diese Richtung bot eine Überraschung. In der Jägerstraße war die berühmte Mendelssohn Familie beheimatet und mehrere Schautafeln geben Auskunft über diese weit verzweigte musische Bankfamilie.
Kurz hinter der Jägerstraße entdeckten wir die Friedrichswerdersche Kirche, von der wir noch nie gehört hatten. Sie ist inzwischen in ein Museum umgewandelt worden und schenkte uns kostenlos zwei sehr interessante Stunden (ohne Anmeldung).

In der Kirche werden Skulpturen von Schinkel und dessen Zeitgenossen gezeigt. Darüber hinaus widmet sich die Ausstellung dem Leben Schinkels und wir waren sehr beeindruckt, da wir bisher nicht viel über ihn wussten.

Nach dieser Besichtigung stärkten wir uns im nahen Berliner Dom Café. Hier sitzt man relativ ruhig direkt an der Havel und kann den Schiffen zusehen.
Auch zur Besichtigung des Doms hätten wir uns anmelden müssen, doch konnten wir es in diesem Fall kurzfristig nachholen und besichtigten die Kirche. Viel Prachtvolles zu entdecken…

Auf dem Weg ins Nikolaiviertel kamen wir beim Roten Rathaus und dem Amtsgericht Mitte vorbei. Ich hatte gelesen, dass beide Gebäude sich durch eine beeindruckende Innenarchitektur auszeichnen. Leider war das Rathaus an diesem Tag geschlossen, aber im Amtsgericht durfte ich fotografieren.

Das alte Nikolaiviertel kam mir dieses Mal mehr denn je als eine Ruheoase mitten in Berlin vor, denn auch nach Fertigstellung des Humboldtforums wird in dieser Gegend noch immer sehr viel gebaut.
Wir besuchten erstmalig die Nikolaikirche (ebenfalls ein Museum, in diesem Fall wird über die Geschichte der Kirche und des Viertel informiert) und ließen uns durch die Hinterhöfe treiben.


Da das Wetter schlecht wurde, beendeten wir hier unseren Berlintag und fuhren wieder zurück nach Oberkrämer, wo unser Feriendomizil auf uns wartete. Aber wir kamen noch einmal nach Berlin zurück, deshalb: Fortsetzung folgt!

Aus aktuellem Anlass: Zur Wahl die deutsche Parteienlandschaft in Muschelsprache

Wir besuchten gestern dieses Museum in der Nähe von Bremerhaven:

Es ist ein ganz besonderes Museum, denn anstatt deutscher oder lateinischer Muschelnamen bekommen Besucher Muscheldeutungen präsentiert. Hier ein paar Beispiele:

Der Humor des Sammlers, (seinen Namen habe ich nicht herausfinden können), geht aber noch weiter, denn es werden nicht nur Muscheln gezeigt:

Zu der Ausstellung gibt es u.a. folgende Informationen:

Beeindruckt war ich von der Aktualität dieses Museums und das möchte ich meinen Lesern und Leserinnen nicht vorenthalten:

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Wahlsonntag!

Ein bisschen Stephen King Feeling

Ich lese gerade das neuste Buch von Stephen King und finde es gut. Es ist sehr unterhaltsam, phantasie- und humorvoll. Die Rheinische Post meinte in einem Artikel, jetzt sei King reif für den Nobelpreis. Da stimme ich nicht unbedingt zu, aber wer auch mal ein Buch mit Merkwürdigkeiten ganz besonderer Art lesen möchte, der sollte zugreifen.

Warum beginne ich so meinen Beitrag? In diesem Monat hat es irritierende Momente gegeben und ich frage mich, ob ich ein bisschen zu viel King gelesen habe. In meinem Blog gibt es ja die „Es gibt Momente“-Kategorie, in welcher schon lange keinen Textbeitrag erschienen ist, aber jetzt ist es soweit:

Wir besuchten eine Dürerausstellung in Aachen. Auf der Rückfahrt lief uns ein großer Hase über die Straße (Es ist nichts passiert).

Ich lese früh morgens einen Bericht über die Neukonzeption des Museums „Schloss Morsbroich“ in Leverkusen. Das Telefon klingelt, der Anruf kommt aus Leverkusen.

Ich sitze in der Sonne auf der Bank vor unserer Tür und lese dieses Buch.

Am Ende des Romans lebt Ortheil in Rom, weil er dort ein Liszt-Stipenium bekommen hat.
Ein Nachbar sieht mich auf der Bank, geht in sein Haus, kommt wieder und drückt mir ein Buch in die Hand.“Das solltest du mal lesen, Linda, ist sehr interessant!“ Sie ahnen, was für ein Buch er mir gibt? Ich hatte ihm nichts über meine Lektüre erzählt, er kannte das Ortheil Buch nicht.

Nr. 4: Ich las in einer Zeitung ein Wort, das ich bisher noch nicht kannte. Es heißt „nixen“ und bedeutet, dass man nichts tut, d.h., das stimmt nicht ganz, man sitzt und guckt. Nicht Fernsehen, sondern man sieht sich ein Bild intensiv an, beobachtet Leute oder schaut, was in der Natur so alles los ist. Einen Tag später hole ich aus meinem Bücherregal ein Buch heraus. Aus diesem fällt eine Postkarte mit….

Zufälle…

So, hier ist das Ende der „Es gibt Momente“-Kategorie. Sollten Sie noch Lust auf mehr Text haben, es kommen jetzt noch einige Ergänzungen zu diesen Momenten:

Dürer-Ausstellung: Mit Dürer kann man ein Wochenende gestalten. Auf YouTube gibt es eine Dokumentation (ca. 45 Minuten lang)„LIDO- Ich, Albrecht Dürer“, die als Einstimmung für den Museumsbesuch sehr gut geeignet ist.
Bei der Dürer-Ausstellung muss man sich vorher anmelden. Mich hat an dieser Ausstellung besonders berührt, dass die meisten Bilder über 500 Jahre alt sind und eine Ausstrahlung haben, die für mich teilweise magisch war. Sehr deutlich kann man die Meisterschaft Dürers bewundern, denn es werden von anderen Künstlern aus der selben Zeit Werke mit gleichem Motiv gezeigt.
Die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum geht noch bis
zum 24. 10.2021, weitere Informationen finden Sie hier: https://duerer2020.de/

Leverkusen bietet eine andere sehr interessante Ausstellung an. Diese habe ich noch nicht besucht, aber ich finde diesen Zeitungsartikel überzeugend.

Neuanfang im Museum Morsbroich

70 Jahre nach der Eröffnung startet am Sonntag die Jubiläumsschau mit rund 100 Werken.VON BERND BUSSANG

LEVERKUSEN | Das 1951 gegründete Museum Morsbroich hat eine Vergangenheit. Es war das erste Museum für Moderne Kunst in der damals noch jungen Bundesrepublik. Doch hat es auch eine Zukunft? Diese Frage versuchen der neue Museumsleiter, Jörg van den Berg, und sein Team mit einer Jubiläumsausstellung zu beantworten. „Das Ensemble schreibt das Stück. 70 Jahre heute“, lautet der beziehungsreiche Titel der Schau, die noch bis zum 14. November zu sehen ist. Sie zeigt einen „kollektiven Blick“ in die nach wie vor imposante Sammlung des Leverkusener Hauses. Rund 5000 moderne Kunstwerke lagern dort, darunter viele heute hochgehandelte Meisterstücke. Einen Zukaufsetat gibt es in Leverkusen schon seit vielen Jahren nicht mehr. Die meisten Stücke aus jüngerer Zeit sind Leihgaben oder Schenkungen. Waren es bisher die Kuratoren, die Schaustücke auswählen, so sind es diesmal die 16 Mitarbeiter. Jeder durfte sechs Werke bestimmen, die in jeweils einem Raum präsentiert werden.

Auf diese Weise kommt eine Ausstellung mit fast 100 Werken zustande, die Chronologie und kunsthistorische Bezüge bewusst aushebelt, ein subjektiv gesetztes Spektrum: vom Haustechniker über die Verwaltungsangestellte, die beiden Kuratoren, Thelka Zoll und Fritz Emslander, bis hin zum Chef selbst, der mit 50 Tagen als dienstjüngster Mitarbeiter nehmen musste, was noch übrig war. Dabei ist Jörg van den Berg nicht traurig darüber, dass „etwa 50 Werke“ im Keller bleiben mussten, die er sich zum Jubiläum gewünscht hätte. Zu sehen gibt es im historischen Ensemble des Schlosses, mit sicherer Hand platziert, immer noch eine Menge: Neben bekannten und hochgehandelten Künstlern wie Graubner, Picasso, Warhol, Richter, Heerich, Blinky Palermo und Yves Klein sind auch weniger populäre oder vergessene Meister ausgestellt.

„Hier geht es nicht um einen nackten Rückblick, sondern um die Frage, was können wir aus der Historie lernen, also eine Übersetzung in die Zukunft“, sagt van den Berg. Dabei sind die neuerdings geöffneten Türen sämtlicher auch nicht für Ausstellungen genutzter Räume durchaus als Symbol einer neuen Offenheit gedacht. Und der Neuanfang könnte durchaus auch radikal ausfallen. „Wie könnte ein neues, ein unbedingtes Museum aussehen, ein Ort, an dem nichts außer Frage steht?“, heißt es im Pressetext zur Ausstellung.

Liszt-Zufall: Das Buch von Ortheil hat mir sehr gut gefallen. Wieder beschreibt der Autor eine Phase seiner Kindheit und seines jungen Erwachsenseins, in der er sehr viel lernt. (Siehe auch unten eine weitere Buchbesprechung). Natürlich können Menschen, die eine Beziehung zum Klavierspielen haben, dieses Buch am meisten genießen. Aber auch für diejenigen, die gerne klassische Musik hören und dabei auch mal in ein Konzert gehen, ist dieses Buch lesenswert. Was gehört bei einem Kind dazu, um später ein berühmter Musiker zu werden? Talent sollte vorhanden sein, aber es gibt noch viele andere Hürden, physische und psychische, die das Kind bewältigen muss. Das gilt nicht nur für Pianisten, sondern auch für andere Musiker.
Ortheil entscheidet sich letztendlich, Schriftsteller zu werden und den „poetischen Weg“ des Klavierspielens zu gehen, d.h. Klavierspielen ist eine lebenslange Passion, die von dem „technischen Weg“ nicht übertrumpft wird.
Meine Sympathie hat er.

Nixen: Ich nixe sehr gerne im Garten und beobachte Vögel und Insekten. Jetzt habe ich mir die neue App vom Bundesumweltministerium heruntergeladen, um endlich mal Hummeln und Bienen auseinanderzuhalten.

https://www.bienabest.de/app-wildbienen-id-bienabest

Der nächste Blogbeitrag: Wie versprochen, eine Einstimmung auf einen Berlinbesuch.