Politiker und das Prestige- ein Beispiel aus Krefeld

Ein Surfpark soll in Krefeld am Elfrather See entstehen. Das finde ich verwunderlich, denn ich hatte bisher den Eindruck, dass die Krefelder Stadtoberen das Thema Umweltschutz ernst nehmen. Doch bei dem Surfpark scheint der Wunsch nach einem Prestigeobjekt jegliche Vernunft ausradiert zu haben.

Diese Parklandschaft (85000qm) würde dann verschwinden und versiegelt werden. Und das neben einer Müllverbrennungsanlage, bei der man über jeden Baum froh sein sollte, der zur Luftverbesserung beiträgt.

Kritische Stimmen gegen dieses Projekt nehmen zu. Ich habe mich dieser Ablehnung angeschlossen und eine Petition unterschrieben, die den Bau verhindern soll. Es gibt diverse Argumente, die gegen diese Surfanlage sprechen. Hier drei „kleine“ Beispiele:

Rechts: Der Spielplatz verschwindet, ebenso der Fußballplatz links oben. Bisher kostenlose Parkplätze, links unten, werden dann gebührenpflichtig

Weitere Themen sind u.a.: Zu wenig Infrastruktur, um den Verkehr reibungslos zu regeln, fragliche Liquidität des Investors, der weltgrößte Surfpark entsteht z.Zt. im Osten des Ruhrgebiets- kommen dann Surfer überhaupt noch zu der Anlage am Elfrather See?
Wer sich ebenfalls informieren und seine Meinung kundtun möchte, hier geht es zur Seite einer Bürgerinitiative.

https://chng.it/b8LNsTRYMK

Kleiner Ausflug nach Moers

Ob mit Rad oder dem Auto, auf der Pfefferstraße 6 in Moers gibt es ein lohnendes Ziel.

Hier befindet sich ein Blumenladen, der über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist für seine schönen Arrangements. Im hinteren Teil des Geschäfts „Stil und Blüte“ steht neben ein paar Tischen und Stühlen eine Kuchentheke mit verführerischer Auslage. Geht man weiter, kommt man in einen schönen Hof.

Wir waren an einem Montagnachmittag kurz nach der Öffnung um 15 Uhr dort und konnten uns noch einen Tisch aussuchen, eine halbe Stunde später waren alle Tische besetzt. An den anderen Tagen ist das Café auch morgens geöffnet. Wir bekamen mit, dass am Telefon mehrere Reservierungen entgegengenommen wurden, meistens für ein ausführliches Frühstück.

Ob man nur einen guten Kaffee trinkt und sich über die freundliche Bedienung freut, sich Blumen kauft oder bei den Dekostücken im Laden und im Hof schwach wird und etwas mitnimmt, ein Besuch von „Stil und Blüte“ ist eine schöne kleine Auszeit.

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Beton trifft Flohmarkt

2017 erzählte ich Ihnen von meinem Besuch auf der Hombroicher Raketenstation während der Kirschblütenzeit (siehe unten „ Ich kann auch Japan ohne Kyoto“). Nun bekam ich einen Eindruck des Geländes an einem Herbstnachmittag:

Grund des Besuches war die Ausstellung des Künstlers Daniel Spoerri. Dass das Museum der Langen Foundation ausgesucht wurde, um Spoerris Werke zu zeigen, empfand ich als Glücksgriff. Der Museumsarchitekt Tadao Ado ordnet in seinen Gebäuden Beton und Glas minimalistisch an.

So wirken die Assemblagen und Skulpturen von Spoerri perfekt, nichts lenkt ab:

Links: Sammlerstücke aus Afrika, kombiniert mit Objekten, erinnern an Fetische. Rechts Flohmarktfunde werden zu Assemblagen – es gibt so viel zu entdecken….
Spoerri kaufte auch Haushaltssammlungen auf. Hier Skulpturen aus alten Küchengeräten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist seine „Eat-Art“ mit seinen Esstisch-Tableaus. Freunde waren bei ihm zuhause, man trank, aß und feierte, als die Freunde gegangen waren, konservierte Spoerri die Tische oder das benutzte Porzellan.

Mit altem Geschirr komponierte er Tische, die wie 3D Bilder aussehen. (Links Mitte und unten). Nimmt man diese Tische genau unter die Lupe, entdeckt man zig Fotomotive. Ich sammelte z.B. diese Ansichten:

Oben eine Fotocollage mit angetrockneten Tassen, darunter ein bearbeitetes Foto

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. März 2022. Sollten Sie die Ausstellung besuchen, versäumen Sie es nicht, diese kostenlose Kunstzeitung mitzunehmen. Man erfährt nicht nur viel über Daniel Spoerri, sondern bekommt auch Anregungen, selbst Assemblagen zu entwerfen.

Ein Abend im Seewerk

Nach unserer Besichtigung des Seewerk tagsüber Anfang November (siehe unten) waren wir jetzt noch einmal am Samstagabend dort. Auch abends ist dieses Gelände sehenswert.

In einer Lagerhalle zeigte das Ensemble des Moerser Schlosstheaters das Theaterstück „Der Process“ von Franz Kafka. Diese karge Installation aus 250000 geknüddelten Papierstücken war die Bühne:

In zwei Stunden wurde die Geschichte des Bankangestellten Josef K. erzählt, der unschuldig verhaftet wird und in die Mühlen der Justiz gerät. Die Vorstellung der drei Schauspieler und zwei Schauspielerinnen, die abwechselnd Josef K. spielten, war sehr beeindruckend. Ich fand es toll, wie die Akteure nur durch Bewegungen in dem Papierberg und durch Benutzung einzelner Papierstücke es schafften, Bilder in den Köpfen der Zuschauer heraufzubeschwören. Dazu kamen noch z.T. große Papierpuppen, die aus Stöcken und Papierfetzen improvisiert wurden- der belgische Puppenkünstler Joost van den Branden war Berater bei der Inszenierung des Intendanten Ulrich Grebs.

Die vierzig Zuschauer gaben begeistert lang anhaltenden Applaus. Am 11.Dezember findet die letzte Aufführung in diesem Jahr im Seewerk statt.
Mehr Informationen unter:

Ausflug zum Seewerk

In Moers/Kapellen liegt der Silbersee. Hier habe ich schwimmen gelernt und meine Eltern und Großeltern fuhren in den 60er Jahren gerne zum Kaffeetrinken in das dazugehörende Ausflugslokal. Irgendwann war das Lokal geschlossen und der Silbersee wurde für mich zu einer Kindheitserinnerung.

Und dann sahen mein Mann und ich vor ca. 2 Wochen zufällig im Fernsehen „Westart“ mit einem Bericht über das Seewerk am Silbersee. Seit 2009 sollte es quasi vor unserer Nase einen Skulpturenpark, Museumsräume und Werkstätten geben? Wir konnten es nicht glauben, dass wir das nicht mitbekommen hatten.
Am Sonntag besuchten wir das Gelände und waren beeindruckt. Hier ein paar Impressionen:

Auf dem Außengelände kann man auf Entdeckertour gehen
Der Künstler ANATOL arbeitete hier bis zu seinem Tod 2019 und es gibt auf dem Gelände einen Erinnerungsraum und ein kleines Museum
Dieses Werk von Manuel Franke hat es mir besonders angetan und meine Fotoexperimente haben gerade erst angefangen…

Am jetzigen Wochenende kann man zum letzten Mal ohne Voranmeldung das Seewerk besuchen. Mehr Informationen über diesen niederrheinischen Kunst-Hotspot gibt es hier: https://das-seewerk.de/

Wir waren anschließend im nahe gelegenen Bauernhofcafé „Café Frieda“ in Moers-Holderberg. http://www.cafe-frieda-moers.de/Aktuelles/. Sehr leckerer Kuchen!

Ein Tipp für einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag.

Komoot Radtour Neukirchen-Vluyn

Letzten Donnerstagnachmittag machte ich diese schöne Radtour:

https://www.komoot.de/tour/388591337?ref=itd&share_token=aMtFXCSavWvzqXkvOHrCtcTerffOgesIAp7XRP9zxaodrsk52y

Sie ist auf Komoot gut beschrieben und bebildert, ich habe nur ein par Anmerkungen dazu:

Von der Streckenführung her hätte ich auf Punkt 8 und 9 verzichten können. Hier fährt man an den Obstplantagen von Gut Bloemersheim vorbei. Das ist eher im Frühjahr zur Baumblüte oder im Herbst zur Obsternte sehenswert, jetzt im Sommer fand ich es nicht so interessant. Man kommt aber zwischen den Streckenpunkten 13 und 14 am Hofladen des Gutes vorbei und kann sich dort mit Obst eindecken.

Das Seefoto habe ich gegenüber vom Gasthof Samannshof gemacht. Er öffnet z.Zt. erst um 17 Uhr, so dass ich den See für mich alleine hatte. Ein bisschen kam ich mir wie im Amazonasgebiet vor.

Auch steht hier z.Zt dieses Kunstobjekt. Fotografiert man es aus mehreren Perspektiven, kann man daraus neue interessante Motive gestalten.

Da der Samannshof geschlossen war, fuhr ich bei Streckenpunkt 12 weiter nach Schaephuysen und fand dort eine Möglichkeit, eine Eispause einzulegen.


Auf dem Rückweg kam ich noch an diesem Turm vorbei.

Das Fotografieren auf dem Gelände der Zeche erinnerte mich an die ersten Fototouren im Duisburger Landschaftspark. Hat noch ein bisschen „Lost Places“ Ambiente.“

Zum Ende der Tour fährt man durch Neukirchen und Vluyn. Hier gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten, um seinen Durst und/oder Hunger zu stillen.

…hier lässt’s sich leben

Korschenbroich wirbt mit diesem Slogan und das habe ich am Mittwoch mal „überprüft“. Meine Bewertung bezieht sich dabei nur auf das merkantile Angebot in der Ortsmitte.

Der Ortskern von Korschenbroich ist übersichtlich. Sofort ins Auge fallen diverse Häuser, die unter Denkmalschutz stehen,

sowie die Kirche Sankt Andreas, die mir mit ihren modernen Fenstern und ihrer Schlichtheit gut gefiel. Sie besitzt die zweitgrößte Orgel im Bistum Aachen und alle zwei Jahre findet ein Orgelfestival statt.

Auf den zweiten Blick, und jetzt wird der Slogan „unterfüttert“, fallen diverse inhabergeführte Läden mit ausgefallenen Sortimenten auf. Ich kam an einem „Feinkosthimmel“ vorbei, in der Nähe lagen ein Käseladen, ein Fischgeschäft und auch eine „Schnapsidee“ war nicht fern. Ergänzt wurde dieses Angebot von mehreren Restaurants und Kneipen, sowie der Eisdiele „Cipriani“, deren sahniges Eis ich empfehlen kann. Geht es nicht um das Hunger-und Durststillen, wartet Korschenbroich mit weiteren schönen Geschäften auf. Für mich die Nummer Eins:

Wer ein Faible für schöne Glückwunschkarten, Kalligraphie und geschmackvoller Dekoration hat, ist hier genau richtig.
Der andere Dekorationsladen „Dördelmann“ war leider geschlossen, die Schaufenster waren aber auch ansprechend.
Natürlich fehlen in Korschenbroich weder Buchhandlung, noch Bekleidungs-oder Schuhgeschäfte, so dass man bei einem Ausflug auch auf diesem Gebiet Anregungen bekommt.

Ein Besuch in Korschenbroich lohnt sich und wem das Beschriebene noch zu wenig ist, der ergänzt seinen Ausflug mit einem Abstecher nach Liedberg und/oder Schloss Dyck, beides liegt in der Nähe.

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Erst gucken, dann buddeln

Seit Anfang des Monats sind wieder einige private Gärten am Niederrhein geöffnet.

https://www.kleve-tourismus.de/reisefuehrer/natur-in-kleve/offene-gaerten-im-kleverland

Ich habe am Sonntag eine gärtnerische Wissenslücke geschlossen und mir u.a. die über die Niederrheingrenzen bekannten Gärten von Herrn Lucenz und Herrn Bender und von Mutter und Tochter Imig angesehen. Einfach mal wieder über den eigenen gärtnerischen Tellerrand schauen, Ideen sammeln und neue Pflanzen kennenlernen. Vielleicht bringe ich Sie ja auf den Geschmack?

Was mich bei den besuchten Gärten besonders faszinierte, das waren die Ausblicke auf die niederrheinische Landschaft. Neben den beiden oben erwähnten Gärten sah ich mir noch den „gARTen Atelier Peters“ und „Viller the Garden“ an.
Pflanzen, mit denen ich für meinen Garten liebäugele. Rechts unten z.B. ein Paradiesbaum (Elaeagnus „Quecksilber“), der wunderbar duftet und auch in Töpfen gepflanzt werden kann. Zur Bestimmung der Pflanzen eignet sich sehr gut die kostenlose App „PlantNet“.
Besonders im Garten der Imigs bekommt man schöne Präsentationsideen.

Alle Gärten liegen im nahen Umkreis von Bedburg-Hau. Um sich zwischendurch zu kräftigen, eignet sich beispielsweise der Landgasthof Westrich. Er hat eine großzügige Terrasse, von der man ebenfalls „puren Niederrhein“ und leckeres Essen genießen kann.

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Und zum Kaffeetrinken? Decke mitnehmen, ein Kaffeetrinkenpicknick machen und weiter die Seele baumeln lassen oder Buddelpläne für den eigenen Garten schmieden.