Unauffällige Hingucker-Uerdingen II

Hier nun weitere Fototrouvaillen aus Uerdingen:

Pia und Sascha
Mitfahrzentrale
Früher lagen die Deutschlandfähnchen von den Autos auf der Straße…
Kein Kontaktverbot
Rheinfarbig
Es war eine helle Nacht. Endlich kehrte der Ritter zurück zu seiner Burg. Hier würde er…..Denken Sie sich selber etwas aus….

Jeder Funke Schönheit-Uerdingen I

Diesen Aufkleber entdeckte ich auf der gestern schon erwähnten Radtour am Ortseingang von Uerdingen an einer Brücke.

Ich nahm mir die Aussage zu Herzen und suchte nach Schönheiten. Nicht ganz so einfach, denn ich hatte das Gefühl, in der Vergangenheit jeden Meter in Uerdingen schon fotografiert zu haben.

Beispielsweise solche baulichen Hingucker. Von ihnen gibt es in Uerdingen eine ganze Reihe.

Auch mit Naturschönheiten kann Uerdingen dienen. Dank eines stattlichen Blauglockenbaumes duftet es am Eingang der Fußgängerzone wunderbar nach Vanille.

Bunt, bunter, am buntesten ist es in manchen Ecken:

Aber auch Kleinigkeiten sind „eine revolutionäre Tat“:

Und moderne Kunst wird auch im öffentlichen Raum geboten:

Uerdingen ist immer eine Fotoreise wert. Morgen gibt es weitere Fotofundstücke.

Wie alles zusammenhängt

Artikel aus der heutigen Tageszeitung:

Und plötzlich waren diese Worte da:

Wer das Gefühl hat, etwas gegen das Handeln des Brasilianischen Präsidenten tun zu müssen, kann bei einer europäischen Initiative unterschreiben:

https://aktion.campact.de/mercosur/amazonas/teilnehmen?utm_campaign=%2Fmercosur%2F&utm_medium=recommendation&utm_source=rec-lc&utm_term=inside_flow

Kultur findet Stadt(t)

Gleich zwei neue Veranstaltungsorte lernten wir am Wochenende und vorgestern kennen.

Am Wochenende waren wir in Krefeld, wo unter dem o.g. Motto an drei Tagen am verschiedenen Orten Kulturelles angeboten wurde. Wir besuchten den Willy-Göldenbachs-Platz, wo unter freiem Himmel das „Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1922 in einer neuen Interpretation zu sehen war. Ein spannendes Erlebnis anläßlich der 100 Jahre Bauhaus-Feierlichkeiten. Der Zeitungsartikel in der RP beschreibt den Abend treffend (schauen Sie sich zumindest die Fotos der Kostüme an…):

http://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/871160/11787099?fbclid=IwAR0UJKgWvHTpod8wE7Djwt55Q6pvvmbsbmvCSmo5RjUBen3TYIryBauOirM

Diese Kulturtage in Krefeld werden zukünftig auf unserem „Veranstaltungsradar“ verankert, wie auch das Programm des Hauses „Kunstwerk“ in Mönchengladbach Wickrath. Man fährt nur eine halbe Stunde und kann im Sommer den Besuch einer dortigen Veranstaltung schön verbinden mit einem Spaziergang im Park des Wickrather Schlosses und anschließend in einem Essen in einem der beiden Restaurants. (Vorher über Öffnungszeiten informieren).

Momentan ist der Park dank vieler Rosen ein Traum in rosa und weiß und auf der Niers, die durch den Park fließt, fangen die Seerosen zu blühen an.

In der Kunstwerk“ Halle gibt es u.a. eine Veranstaltungsreihe, die da lautet „Pioniere der Welt“. Prominente Menschen werden eingeladen, um einen Vortrag zu halten und ein Interview zu geben. Wir hatten das große Vergnügen, dem englischen Bildhauer Sir Tony Cragg zuzuhören. Er erzählte erst ein bisschen von sich bevor er zu seinem Hauptthema kam: Warum ist die Bildhauerei gerade in einer Zeit so wichtig, in der Vieles steriler, oberflächlicher und vorhersehbarer wird? Interviewt wurde er vom Schauspieler und Moderator Max Moor, dem es gelang, noch ein bisschen mehr die private Seite Craggs offenzulegen. Bei Craggs Antworten blitzte dabei immer wieder sein wunderbarer englischer Humor durch und auch seine Bescheidenheit- in der heutigen Gesellschaft ist er ein „großer Leuchtturm“, wie ihn der Schirmherr der Veranstaltung, Eugen Viehof, in seiner begleitenden Rede nannte.

Auf YouTube gibt es einen guten englischsprachigen Film, in dem Tony Cragg porträtiert wird.

https://youtu.be/T9HDF4JNcb4

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende-bis Montag!

Fiber Art in Krefeld

Im Textilmuseum in Krefeld Linn findet z.Zt. diese Ausstellung statt.

Letzte Woche besuchte ich sie zusammen mit einer Freundin. Da wir beide nähen, waren wir gespannt, was man für Kunstobjekte aus Stoff und Garn zaubern kann.

Der Begriff Garn war sehr weit gefasst, denn es wurden z.B. auch Kabelbinder (oben rechts) benutzt, Drähte (unten rechts), die Klebpistole oder Garn aus Fiberglas. Die Fertigungstechniken waren z.T. atemberaubend und gerne hätten wir einige Objekte auch einmal berührt (strengstens verboten!), denn manche sahen weich, luftig oder aber auch stachelig aus. Die ca. 40 Objekte gefielen mir alleine vom Ansehen her fast alle, allerdings waren die Beschreibungen zu den Werken oftmals sehr anspruchsvoll. Die Hälfte der Künstler kommt aus asiatischen Ländern und in die Kommentare der Künstler zu ihren Objekten floss viel asiatische Philosophie.

Als wir ankamen, fand zufällig gerade eine Führung statt und wir machten erfreut mit. Diese Führung war eine besondere Erfahrung. Die ehrenamtliche Dame entschuldigte sich, dass es ihre erste Führung in dieser Ausstellung sei und sie die Inhalte noch nicht präsent hätte. (Die Ausstellungseröffnung war am 17. Mai,nun war der 28.Mai- man kann sich auch zuhause ein bisschen vorbereiten- nun gut). Sie las zumeist die Texte vor, die auf den Tafeln neben der Kunstwerke standen und ergänzte dies durch weitere Informationen aus einem Schnellhefter. Diese Informationen passten allerdings nicht immer zu den ausgestellten Werken und es war z.T. verwirrend. Das wäre alles noch mit einem Lächeln zu ertragen gewesen, aber die Tatsache, dass sie oft ihre persönliche Meinung kundtat und sich über die Objekte manchmal lustig machte, fand ich peinlich und dann auch nervtötend. Sollten Sie also die Ausstellung besuchen, sparen Sie sich das Geld für eine Führung und geben dies lieber für ein köstliches Stück Grillagetorte im nahegelegenen Museumscafé aus.

Gestern schrieb ich in der Ankündigung, dass mich diese Ausstellung an den Urlaub in Litauen und Lettland erinnert hätte. Da dieser Artikel schon ziemlich lang ist, verschiebe ich die Erklärung auf morgen.

Kleve-ich komme wieder!

Am Sonntag waren wir nach sehr langer Zeit mal wieder in Kleve. Grund war eine Fotoausstellung der  “berühmtesten ‘unbekannten’Fotografin Amerikas“.

Das Zitat über Evelyn Hofer stammt aus der New York Times

 Evelyn Hofer wurde 1922 in Deutschland geboren, zog einige Jahre später zusammen mit ihren Eltern nach Mexiko. Dort machte sie eine Ausbildung zur Fotografin, ging dann wegen mangelnder Aufträge nach New York. Dort erkannte man ihr Talent und schon bald arbeitete sie für bekannte Magazine wie Life oder Vogue und war Fotografin für Bildbände und Reportagen. So bereiste sie z.B.Italien, den Libanon, Irland oder das Baskenland. Ihre Porträts der Einwohner sind mal ergreifend, mal sehr humorvoll. Sie hatte aber auch einen Blick für Details in Häusern oder auf der Straße und schenkt damit dem Betrachter eine neue Sicht auf ansonsten nicht beachtete Dinge. Mit zunehmenden Ruhm kam sie auch mit Berühmtheiten zusammen und zeigte sie in ihrer Umgebung. So widmet sich z.B. ein Raum im Museum nur der Präsentation von Fotos mit Andy Warhol.

Evelyn Hofer fotografierte noch bis ins hohe Alter und beschäftigte sich mit Stillleben. Ihre Fotos wurden im Dye Transfer Verfahren gedruckt und haben eine samtige Oberfläche. Man möchte in die Bilder hineingreifen und sich etwas Obst stibitzen.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 23.Juni und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel. Danach kann man im Museum Kaffee trinken oder man geht in den gegenüberliegenden Kurpark, lustwandelt dort noch ein bisschen und stärkt sich dann in dem Landhaus mit großem Kuchenengebot und guter Speisekarte.

Wir fuhren noch in die Klever Innenstadt, da dort ein Kunsthandwerkermarkt stattfinden sollte. Dieser war recht übersichtlich, aber es war gleichzeitig noch verkaufsoffener Sonntag. Dank des großen Einzugsgebietes von Kleve ist hier die Einzelhandelslandschaft noch intakt und wir waren von der Vielfalt der Geschäfte beeindruckt. Es war sehr voll, so dass ich zum Einkaufen keine Lust hatte, kann mir aber gut vorstellen, demnächst noch einmal nach Kleve zu fahren. Shopping kombiniert mit Radtour- hört sich doch gut an, oder?

Morgen kommt eine Filmempfehlung, nichts Dramatisches oder Spannendes, eher was Schönes.

Fotoübermalung

Ich habe eine ganze Kiste voller Fotos, die sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen angesammelt haben. Urlaubsbilder, bei denen ich selbst nicht mehr weiß, wo sie aufgenommen wurden, Ferienfotos von Bekannten, Schnappschüsse von Feiern und viele andere Motive. Wegwerfen kam nicht in Frage, aber neu gestalten, das war eine Option. So fing ich an, die Fotos zu übermalen, mit Mustern zu versehen oder zu bestempeln. Die Fotos wurden von mir quasi „weitergedacht“. Hier ein paar Beispiele:

Aus dem Niederrhein wird das Mittelgebirge


Die Zielperson ist…


Munch-Stimmung


Remake des Films „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.

Den morgigen Beitrag widme ich dem Dirigenten Kent Nagano.

Tierliebhaber sind wasserfest-eine kleine Nachbereitung

Vorgestern verkaufte ich meine Kartenunikate zum ersten Mal im Moerser Tierheim auf dem dortigen Tierweihnachtsfest. Um 13 Uhr sollte es losgehen. Die Stimmung der Teilnehmer war morgens beim Aufbauen schon toll, wenngleich das schreckliche Regenwetter auch einige Sorgenfalten erzeugte. Doch das war unnötig, denn das Fest wurde von vielen Tierliebhabern und ihren Vierbeinern trotz des Regens besucht.

Segnung der Tiere

Mein Stand sah etwas anders aus, als ich es auf der Generalprobe zuhause geplant hatte, da die örtlichen Begebenheiten im neuen Hundehaus nicht ganz so waren wie gedacht. Aber das Interesse an den Karten war trotzdem da und ich konnte am Ende 130 Euro spenden.

Über einige Kommentare freute ich mich besonders, wie sinngemäß „Warum machen Sie so viele unterschiedliche Karten, da kann man sich ja gar nicht entscheiden“, über „ Mit Ihren Karten könnte ich meine Wände tapezieren“ bis hin zu „ Ihre Weihnachtskarten mit den Sternen verschicke ich zum Geburtstag und schreibe, dass ein Glücksstern über das neue Lebensjahr wachen soll.“

Mein Stand/ Erste Kundin an meinem Stand/ Stand meiner Nachbarin

Ich hatte eine sehr nette Standnachbarin, die schöne Filzsachen anbot, traf alte Bekannte wieder, wurde mit Kaffee und Kuchen verwöhnt und bekam durch Gespräche Buchtipps und Ideen für Städteführungen.

Ich glaube, dass es für Besucher und  Veranstalter eine runde Sache war und alle nächstes Jahr gerne wiederkommen, um die liebevolle und heitere Atmosphäre zu genießen.

Morgen wird es noch einmal musikalisch, weil ich Ihnen unbedingt von einem Konzert erzählen möchte.

P.S. Wer es nicht zum Tierheim schaffte, aber gerne meine Weihnachtskarten mal live sehen möchte, kann ab Samstag in der Mayerschen Bücherinsel in Rheinhausen nachfragen.

Ein Spaziergang in die Kindheit

Vor einiger Zeit machte ich einen Spaziergang am Hülser Berg. Hier war ich oft in meiner Kindheit, denn meine Mutter und meine Großeltern liebten es, im „Parkschlösschen“ Kaffee zu trinken. Aber zuerst war der Spaziergang dran.

Dieser kam mir als Kind immer unendlich lang vor, und so sah ich jetzt auf die Uhr, als ich losging. Während des Spaziergangs hatte ich als Kind immer drei und im Herbst vier Highlights. Am schönsten fand ich die Stelle, wenn wir an den Nieper Kuhlen vorbeigingen und auf dem Wasser die Seerosen blühten. Jetzt blühte nichts mehr, bzw. man konmt, im Vergleich zu früher, gar nicht mehr so nah ans Wasser heran. Der nächste Punkt war damals das limnologische Institut. Das fand ich immer unheimlich, denn wir haben wirklich nie einen Menschen in dem mit einem hohen Zaun umgrenzten Grundstück gesehen. Heute steht auf dem Gelände ein Privathaus mit Gitterfenstern. Kein Garten, obwohl Platz wäre, sieht auch ausgestorben aus.

Die Überraschung wartete auf mich bei Punkt drei: Ein altes niederrheinisches Haus, ziemlich heruntergekommen, aber mit so vielen Spielsachen im Garten, dass ich damals immer ganz neidisch war. (Allerdings habe ich auch hier nie ein anderes Kind gesehen…). Dieses Haus ist heute ein kleines Schmuckstück mit schöner Gartenanlage.

Im Herbst warteten am Bahngleis viele alte Kastanienbäume auf mich. Was habe ich Kastanien gesammelt und gebastelt… Ich freute mich jetzt schon auf die Bäume, aber es stand nur noch eine Kastanie da, alle anderen waren gefällt worden. Traurig ging ich den Rest des Weges zurück.

Der Spaziergang dauerte 25 Minuten. Zur Stärkung und Aufmunterung ging ich ins Café, und hier ist die Zeit stehen geblieben. Nette Bedienung, leckerer Kuchen und Kaffee, „zeitlose“ und etwas angestaubte Gemütlichkeitsdeko. (Falls jemand eine Cafézeitreise machen möchte, vorher über Öffnungszeiten informieren.)

Hatte ich als Kind meine Bezugspunkte beim Spaziergang, so ging ich jetzt als Erwachsene mit einen anderen Blickwinkel spazieren. Hier ein paar Fotos von meinen neuen Lieblingsstellen- ein bisschen märchenhaft verfremdet:

Sollte es in diesem Winter schneien, werde ich noch einmal zum Hülser Berg fahren und erneut in der Kindheit spazieren gehen.

Morgen wird es wieder städtisch, die Besprechung eines Pariser Krimis wartet auf sie.