Die Kleiderdiebin (Paris im August Nr. 2)

Heute eine Besprechung über einen Roman, der in den 30er Jahren in Paris spielt. Eigentlich wollte ich vorher über das Pariser Modemuseum schreiben, doch wird dieses momentan noch renoviert und erst 2019/2020 wieder eröffnet. Auch kamen wir nicht in die Ecke des Place Vendôme, wo sich Chanel, Dior & Co tummeln und ich zum Buch passende Fotos hätte machen können. So müssen Sie mit diesem Foto vorlieb nehmen, immerhin  mit Modepuppe und Schnittmustern!

Aber jetzt zum Buch:

Alix, Angang 20, lebt zusammen mit ihrer Großmutter in Paris in sehr ärmlichen Verhältnissen. Sie lässt sich von einem Freund, der ebenfalls Geldsorgen hat, überreden, in dem berühmten Modehaus, in dem sie als Näherin arbeitet, die Kleidermodelle der anstehenden Kollektion heimlich abzuzeichnen. Diese Zeichnungen bringen Geld ein, denn in den USA werden die Modelle kopiert und viel billiger in den Läden angeboten. Alix hat permanent Angst, entdeckt zu werden, zumal der ahnungslose Besitzer des Modehauses, Monsieur Janvier, sie fördert und sie zusätzlich als Mannequin einsetzt. Um sich abzulenken, lässt Alix sich auf eine Äffäre mit dem Nachtclubbesitzer Serge ein. Dieser hat keinen guten Einfluss auf die junge Frau, doch sie will auch ihre eigentliche Liebe zu dem Journalisten Verrain vergessen. Dieser ist vor Monaten spurlos verschwunden und es gibt kein Lebenszeichen. Und dann sind da auch noch die zwei Überfälle auf sie und ihre Großmutter. Sie müssen irgendetwas mit dem Großvater von Alix zu tun haben. Er war Maler im Elsass und soll angeblich von Zigeunern ermordet worden sein. Weder ihre Großmutter noch zwei Bekannte, die zur selben Zeit im Elsass gelebt haben, verraten Alix die Wahrheit. 

Dieser leichte Schmöker (540 Seiten) bescherte mir Vorfreude auf unseren Parisaufenthalt. 

Morgen geht es dann endlich los mit neuen Besichtigungstipps.

Zwei grummelige Buchkurzbesprechungen

Ich hatte mir vorgenommen, einen feinen Krimileseabend zu verbringen. Bisher dachte ich, dass Heimatkrimis immer etwas Nettes, manchmal auch etwas Kuscheliges an sich haben, also nahm ich diesen Duisburg-Krimi aus meinem Regal:

Ich wurde eines Besseren belehrt…Ein Trio rächt sich an alten reichen Männern. Erst foltern sie sie, dann werden sie ermordet. Die alten Männer hatten sich in den Jahren zuvor als einmal pro Monat getroffen, um ihrer Lust zu frönen und  Kinder bis zur Tötung zu vergewaltigen  und zu misshandeln.

Die Duisburger Polizei ermittelt zusammen mit den Düsseldorfer Kollegen. Sie findet die Identitäten des Trios heraus, ein Mitglied kommt aus den eigenen Reihen.

Mehr will ich nicht schreiben. Vonwegen netter Krimiabend. 

Ab 30 Grad im Schatten oder wenn man erkältet ist und einen dösigen Kopf hat, ist dieser Thriller lesbar. Dann sind noch genau die Gehirnwindungen aktiv, die für dieses Buch ausreichen.

Ende der 90er Jahre arbeitet Simon für die Investmentfirma Revere. Er betreut eine junge Computerfirma, die ein Switchgerät entwickeln will, um Viren vom Computer abzuhalten. Die ersten 2 Millionen bekam das Startup-Unternehmen von Revere anstandslos, doch es benötigt noch drei weitere. Frank, der für die Vergabe von Geldern mit verantwortlich ist, hat allerdings   inzwischen Bedenken, was die Erfolgsaussichten der neuen Firma angeht und verweigert für die Geldzuteilung seine Zustimmung. Simon ist sehr enttäuscht, zumal Frank auch seine Schwiegervater ist. Sie streiten sich heftig.

Kurze Zeit später wird Frank ermordet aufgefunden, und die Polizei hält Simon für den Täter. Allerdings fehlt noch ein stichhaltiger Beweis, um ihn zu verhaften. Seine Frau Lisa vertraut ihm noch anfangs, doch als sie zuhause die vermeintliche Tatwaffe findet, lässt sie diese zwar verschwinden, doch zieht sie auch zu ihrer Freundin, weil sie zu zweifeln beginnt. Simon ist gezwungen, selbst den Mörder schnell zu finden, um nicht verhaftet zu werden.  

Die Spur führt zu einem anderen Unternehmen, an dem Revere und somit auch Frank viele Anteile besitzt. Diese Firma will ein Mittel gegen Alzheimer auf den Markt bringen, doch scheint es etwas zu geben, was die Markteinführung verhindern könnte.

Wie oben angedeutet, sehr leichte Krimikost mit Holterdiepolterende.

Morgen kommt mein musikalischer Beitrag für die Woche.

 

Der Himmel über London

Leonard wird in Kürze sterben. Aber vorher möchte er noch seinen 70sten Geburtstag in einem teuren Londoner Restaurant feiern, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Maud und deren beiden Kinder. Und zwei weiteren Gästen, von denen er den anderen aber nichts erzählt. Um die Feier perfekt vorbereiten zu können, reisen Leonard und Maud schon ein paar Tage früher in die Hauptstadt. Leonard schickt Maud auf Sightseeing Touren, er selbst kämpft mit seinen Schmerzen, trifft sich mit seinem Anwalt, der auf der Feier das Testament vorlesen soll und liest in einem alten gelben Notizbuch. Dieses beinhaltet die Geschichte seiner einzigen Liebe. Carla hieß sie, eine Spionin aus dem Osten, die ihn in den 70er Jahren aus Liebe dazu brachte, für sie zu arbeiten.

Der Tag der Geburtstagsfeier rückt näher, Leonard geht es immer schlechter. Maud vermutet, das er durch Medikamente unzurechnungsfähig wird, behauptet er doch plötzlich, ein anderer zu sein, nämlich der Schwede Lars Gustav Selén. Auch dessen Geschichte wird im Roman erzählt. Er lebt sehr zurückgezogen und schreibt an einem Roman. Dieser spielt in London und Hauptpersonen sind Leonard, Maud, deren Kinder, ein Rechtsanwalt und Leonards unbekannter Sohn Milos…

Der Roman erinnerte mich manchmal an eine Denksportaufgabe, denn er spielt abwechselnd auf verschiedenen Ebenden und in verschiedenen Zeiten. Da muss man dann schon Lust auf Fantastisches haben. Mal wird es ein bisschen philosophisch, sozialkritisch, geschichtlich, auch mal ein bisschen unappetitlich. Aber es ist immer, mal mehr, mal weniger eine gewisse Spannung da, schließlich läuft alles auf das große Geburtstagsfinale hinaus. So schaffte ich die 571 Seiten.

Mein Urteil: Ich würde das Buch nicht verschenken, denn es ist schon recht speziell. Aber vielleicht haben Sie ja Lust, im Urlaub mal so einen Roman zu lesen?

 

Manege frei!

Am Samstag besuchten wir in Gelsenkirchen den Cirque Bouffon. Ich hatte von ihm durch einen Radiobericht erfahren, in dem das Lob des Moderators für den Zirkus überschwänglich war und der Funke der Begeisterung auf mich übersprang.

Das Zirkuszelt bietet Platz für 400 Zuschauer. Es ist also nicht sehr groß und so erlebt man als Zuschauer jede Darbietung hautnah, seien es die von unglaublichen Artisten, einem geheimnisvollen Jongleur, einer faszinierenden Tänzerin oder einem grandiosen Clown. Und nicht zu vergessen die der tollen Musiker und ihrer Sängerin, sie bleiben nicht an einem festen Platz, sondern agieren teilweise mit in der Manege.

Die Zuschauer wurden mit dieser Szene begrüßt:

Ein Mann sitzt auf einem Berg von Zeitungen und der Berg wird immer größer, zerknüllt der Mann doch nach kurzem Lesen jede Seite. Es ist ein Sinnbild  für immer schnelllebigere Nachrichten, ein Innehalten gibt es nicht mehr. Doch der Zirkus bietet mit seinem poetischen Programm „Solva“ (=Erlösung) von diesem Teufelskreis und während man draußen auf der Straße Autos hupen und vorbeirasen hört, wird man im Zirkus von den neun Darstellern verzaubert.

Welche Nummer mir am besten gefallen hat? Kann ich nicht sagen, denn eigentlich hatte ich alle entweder noch nie oder nicht in so einer außergewöhnlichen Qualität gesehen. Ein Beispiel: Können Sie sich vorstellen, dass der Mann auf dem Foto sich durch das Loch dieses Kleiderbügels schlängelt?

Das Programm (übrigens ohne Tiernummern) dauerte 2 Stunden und war keine Minute langweilig. Es waren Kinder, junge und alte Erwachsene da,  und alle klatschten am Ende frenetisch Beifall. Mich erinnert der Cirque Bouffon an die Anfänge des Zirkus Roncalli, beide verzaubern und lassen den Alltag draußen vor dem Zirkuszelt.

Der Cirque Bouffon gastiert noch bis zum 29.4.18 in Gelsenkirchen. Sollten Sie es diese Woche nicht mehr schaffen, sich eine magische Auszeit zu gönnen, so haben Sie ab dem 10. Oktober eine zweite Chance, denn dann tritt der Zirkus mit seinem Programm „Lunatique“ in Düsseldorf auf. Ist in unserem Kalender schon notiert…

Ein Buch für die Feiertage?

Die 24 jährige Ausnahmepianistin Ashley ist tot, gefunden in einem Lagerhaus in Manhattan. War es Selbstmord, wurde sie ermordet? Der Journalist McGrath wittert eine Chance auf eine große Story und stellt selbst Ermittlungen an. Auslöser dafür ist der Vater von Ashley, der berühmte Regisseur Cordova. Um Cordova ranken sich die wildesten Gerüchte, denn er ist sehr lange nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten und seine Filme sind legendär. Sie alle zeigen Abgründe menschlicher Handlungen, doch man weiß nie, was in den Filmen Realität ist oder was vielleicht nur der eigenen Phantasie entspringt. McGrath hat den Verdacht, dass Cordova in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Bei seinen Recherchen werden die Inhalte der Filme immer wichtiger, der Journalist findet Hinweise in ihnen, die mit Praktiken der schwarzen Magie und Kindestötungen zu tun haben. Er muss Cordova finden, doch es werden ihm viele Steine in den Weg gelegt…

Schwarze Magie, Okkultismus- eigentlich sind dies für mich keine Themen für ein Buch, das ich gerne lese. Aber ich gestehe, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Und so kam ich zum Schluss der Geschichte und dieses Ende versöhnte mich wieder. Die knappen 800 Seiten waren keine vergebene Liebesmüh. Warum ein Buch für die Feiertage? Man muss Zeit haben, um am Buch dran zu bleiben. Ich hatte sie nicht immer und dann musste ich ziemlich im Gedächtnis nach Namen und den dahinter versteckten Personen suchen. Außerdem sollte man ein bisschen Englisch sprechen. In dem Buch sind Protokolle, Zeitungsausschnitte und Screenshots vom Darknet eingearbeitet, die McGrath bei seinen Recherchen benutzt, sie alle sind in englischer Sprache geschrieben.

Fünf auf einen Streich

Heute biete ich Ihnen fünf Kurzbesprechungen von Büchern an, die ich in letzter Zeit gelesen oder gehört habe. Kurzbesprechungen deshalb, weil ich entweder nicht zuviel verraten möchte oder die Inhalte aus verschiedenen Gründen mich letztendlich nicht so sehr beeindruckt haben, um ausführlich zu berichten.

 Für Liebhaber schottischer Krimis gibt es Nachschub und zwar ziemlich guten. In diesem Buch ist ein Meeresbiologe der „Held“. Er verfolgt per Computersimulation die Meeresströmungen und kann dadurch u.a. Herkunftsorte von Strandgut bestimmen, in diesem Fall zwei Frauenfüße. Während der Hauptkommissar gar nicht gut mit ihm kann, ist dessen Assistentin pfiffig genug, sich die Hilfe des Spezialisten zu holen. Die beiden lösen den Fall, der Kommissar ist zum Schluss der Dumme. Fazit: 4 von 5 Sternchen wegen Thema Meeresforschung, Held mit Ecken und Kanten und die ein oder andere Prise Humor.

In einem kleinen Ort in der Bretagne gibt es eine Bibliothek der von den Verlagen abgelehnten Buch- Manuskripte. Eine Pariser Lektorin besucht in diesem Ort ihre Eltern und aus Neugierde mehrmals auch die Bibliothek. Die Inhalte der Manuskripte sind z.T. sehr speziell und doch stößt sie auf ein Buch, dessen Liebesgeschichte ein Bestseller werden könnte. Angeblich soll es der verstorbene Ortsbewohner Monsieur Pick geschrieben haben, doch klaffen Buchinhalt und das tatsächliche Leben von Pick derart weit auseinander, da muss ein Geheimnis hinterstecken, doch welches? Fazit: 3 von 5 Sternchen. Leichter Unterhaltungsroman mit anfänglich witziger Idee, doch mit nahendem Buchende wurde es mir zu konstruiert.

Schon lange habe ich mich nicht mehr bei einem Hörbuch so gut amüsiert. Schottische Highlands, tiefer Winter: eine Londoner Bankergruppe verbringt ein langes Wochenende auf dem Grundstück eines etwas heruntergekommenen Herrenhauses. Dieser Aufenthalt soll das Zusammengehörigkeitsgefühl des Bankerteams stärken, doch steht das Wochenende unter keinem guten Stern. Auslöser ist einer der von Lord und Lady geliebten Pfauen, der bei der Farbe Blau rot sieht und auf alles und jeden einhackt. Chaos, Krankheit, Liebe, Kameradschaft, Neid, Mord- ja, das wird alles an einem Wochenende geboten. Fazit: 4 von 5 Sternchen, weil…  teilweise very british, als Ergänzung dazu Zicken– bzw. Männerkriege innerhalb der Bankergruppe und das Hörbuch mit Christoph Maria Herbst als Sprecher.

In San Francisco nimmt der Ich-Erzähler Clay einen Aushilfsjob in Penumbras Buchhandlung an. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass es kaum kaufende Kunden gibt, da nur sehr wenige aktuelle Bücher angeboten werden, die meisten  Besucher leihen sich Bücher in einer besonderen Abteilung aus. Diese Bücher beinhalten Rätsel und Codes, die aufgedröselt werden müssen, um ein noch größeres Rätsel lösen zu können. Der Inhaber, Mr. Penumbra, hält sich mit Erklärungen sehr zurück und Clay muss sich selbst einen Reim auf alles machen. Dann verschwindet Penumbra eines Tages. Clay ahnt Böses und zusammen mit einigen Freunden macht er sich auf, den Buchhändler zu finden und dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Fazit: 3 von 5 Sternchen. Leicht zu lesen, ein paar Einblicke in die Firma Google, die auch beim Lösen des Rätsels involviert ist, waren nett, aber alles in allem hat die Geschichte keinen großen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Nach den Lobeshymnen in diversen Literaturbeilagen hatte ich mir von diesem Buch viel Lesevergnügen erhofft, es aber leider nicht bekommen. Ein Bartforscher träumt vom Fremdgehen seiner Frau und reist daraufhin halsüberkopf nach Japan. Dort trifft er auf einen jungen Mann, der sich das Leben nehmen will und der Bartforscher bemüht sich mehrmals, ihn davon abzuhalten. Sie folgen dabei u.a. der Beschreibung einer Pilgerreise des berühmten Haiku-Dichters Bashu und das Endziel sind die Kieferninseln.

Wenn Sie Lust auf ein Buch haben, in dem sehr viel in der Waage bleibt, wie es in Japan oft üblich ist, dann lege ich Ihnen dieses Buch sehr ans Herz. Dies gelingt der Autorin vorzüglich und insofern verdient das Buch dann 5 Sternchen. Aber persönlich fand ich es sehr unbefriedigend, da sie mit vielen Bildern und Vergleichen arbeitet, die ich z.T. nicht passend fand. Das Buch bietet anfänglich ein gewissen skurilen Humor, aber der bleibt ab Mitte des Buches auf der Strecke, leider. Fazit: 2 von 5 Sternchen.

 

 

Rätsel für Filmgucker-Die Auflösung

Sie haben richtig geraten, die beiden gezeigten Filmszenen stammen aus dem Film „Das Parfüm“. Die Fotos zeigen zwei der Originalräume, in denen der Film gedreht wurde. Gesehen habe ich sie im „ Miniaturen-und Filmmuseum“ in Lyon, über das ich morgen berichte. Sie werden staunen, was man dort noch alles entdecken kann.

Lost in Fuseta

Der Hamburger Leander Lost nimmt an einem europäischen Austauschprogramm der Polizei teil. Es soll für ein Jahr an die Algarve, während der portugiesische Kollege seinen Platz in Hamburg einnimmt. Losts Start in Fuseta ist alles andere als glücklich, denn er schwärzt zuerst einen Kollegen beim Vorgesetzten an, dann schießt er diesem Kollegen auch noch ins Bein. Wie es sich herausstellt, hat sein Verhalten allerdings einen Grund. Leander Lost hat das Asperger Syndrom und er sagt z.B. stets die Wahrheit, hat ein fotografisches Gedächtnis  und sein Verstand arbeitet rein analytisch. Langsam lernen seine Kollegen ihn und seine Fähigkeiten zu schätzen, denn die Aufklärung dreier Morde, die in Zusammenhang mit einem ungeheuren Wasserskandal stehen, gestaltet sich als schwierig. Leander Lost wird immer mehr ein Teil vom Polizeiteam, aber nicht nur das. Er gehört zum Ende fast schon ein bisschen zur Familie seiner Kollegin, deren Schwester sich in Lost verliebt und er bei sich auch etwas irritierende Gefühle wahrnimmt.

Ich kann diesen Krimi als Buch und als Hörbuch empfehlen. Eine Bekannte las ihn und war begeistert, ich habe ihn gehört und war am Ende  tatsächlich ein bisschen traurig, dass es nicht schon Fortsetzungen gibt. Das Thema Wasser als Mordmotiv ist außergewöhnlich und man bekommt eine Ahnung davon, was noch auf uns zukommt, wenn Wasser wertvoller als Gold sein wird. Die Figur des Leander Losts ist besonders, aber auch das oft herzliche Verhältnis der anderen Romanfiguren untereinander verleiht diesem Krimi die berühmte Wohlfühlatmosphäre.

IQ-Die Musikgruppe mit dem mörderrischen Lied

Der Musikbeitrag in dieser Woche gehört nicht nur in die Kategorie “Musik muss sein”, sondern ich markiere ihn auch noch für die Krimiecke.

Achtung: Der Liedtext ist nichts für empfindliche Gemüter, schließlich singt ihn ein Massenmörder. Achtung: Der Sänger der Gruppe “IQ”, Peter Nicholls, ist nicht der Massenmörder.

 

Sitzt Queen Elisabeth II zu Unrecht auf dem Thron?

Zum Abschluss meiner “Welfenlandreise” hier nun noch zwei kurze Krimiempfehlungen. Beide Krimis spielen im Jahr 1966, man fährt VW, entdeckt gerade Nutella und trinkt Doornkaat. Dr. Janne Behrend ist Kunsthistoriker und hat eine Agentur gegründet, die Menschen dabei hilft, sich wie Indiana Jones zu fühlen, sprich, die hilft, Schätze aufzuspüren. Im ersten Band “Welfengold” hat Behrends Kunde ernst zu nehmende Hinweise, dass sich ein Teil des verschwundenen Welfenschatzes in einem Bergwerk im Harz befindet. Beim Besuch des Bergwerkes wird auf die beiden und ihren Führer geschossen. Kunde und Führer sterben, Behrend hat einen Streifschuss und kann vor den Angreifern fliehen. Trotz Verletzung verdächtigt die Polizei Behrend, der eigentliche Mörder zu sein und so beginnt Behrend, auf eigene Faust zu recherchieren. Unerwartete Hilfe bekommt er von der schönen Krankenhausärztin Anna Winter.

In “Welfencode” werden einem Freund von Behrend, der bei der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover arbeitet, sehr wertvolle Briefe gestohlen, die in einer Ausstellung gezeigt werden sollen. Die Briefe sind von Leibnitz und Sophie von Hannover und sie sind codiert. Behrend versucht, die Briefe wiederzubeschaffen. Er vermutet, dass die Briefe Beweise liefern sollen, dass die Nachfahren der katholischen Stuarts noch Anrechte auf den englischen Thron haben. Die Stuarts stellten die Könige in England, bis vom Parlament der erste evangelische König, George I aus Hannover, eingesetzt wurde. Dieser ist ein Vorfahre von Queen Elisabeth II. Behrend und Anna haben Kopien von den gestohlenen Briefen, aber wie den Code der Briefe knacken? Und gibt es überhaupt noch Nachfahren der Stuarts?

Beide Krimis sind leichte Kost und tun nicht weh. Ein bisschen deutsche Geschichte wird nett serviert, für ein paar Lesestunden mit einer guten Tasse englischen Tee genau das Richtige.