Vier unmögliche Buchbesprechungen

Diese Bücher habe ich u.a. in den letzten Monaten gelesen:

Mit allen vier Titeln habe ich eine grundlegende Schwierigkeit: Ich kann für sie keine Buchbesprechungen schreiben. Für mich besteht eine gute Besprechung darin, dass sie den Inhalt möglichst kurz zusammenfasst und eine kurze Wertung abgibt. Die Betonung liegt auf „kurz“, denn von Buchbesprechungen, die in die epische Breite gehen, halte ich nicht viel. Ich möchte beim Lesen des Buches noch überrascht werden.
Wenn ich plane, eine Buchbesprechung zu schreiben, lege ich Lesezeichen in einzelne Seiten, die mir wichtig erscheinen. Bei allen vier Büchern sahen die Buchschnitte so aus.

Sehen Sie vorne die ersten Seiten des Buches, die keine Lesezeichen haben? Hier hatte ich begonnen, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Sie fing so an:

Haben Sie schon einmal vergeblich versucht, sich eine gute Gewohnheit anzueignen oder eine schlechte abzugewöhnen? Falls Sie bejahend nicken, lesen Sie ruhig weiter.
Wir setzen uns meistens ein Ziel, um etwas zu erreichen, doch hier erklärt uns der Autor direkt am Anfang des Buches, dass dieses Vorgehen falsch ist. Ein erreichtes Ziel kann u.U. nur temporär etwas verändern ( z.B. 20 Kilo abnehmen und dann wieder zunehmen) und das Ziel grenzt darüber hinaus die Möglichkeit von noch größerem Erfolg ein. Der richtige Weg lautet: Man muss das System ändern. Was bedeutet das? Fragen Sie sich in aller Ruhe , was Sie für ein Mensch sein möchten. Die beste Motivation ist, wenn eine Gewohnheit ein Teil der Identität wird. Je stolzer Sie auf einen Teil Ihrer Identität sind, desto leichter ist es, die dazugehörende Gewohnheit sich anzueignen und dann auch beizubehalten. Indem Sie bestimmte Gewohnheiten pflegen, gestalten Sie Ihr eigenes Ich.
Wie entstehen Gewohnheiten? Unser Gehirn ist der Schauplatz und dies läuft in ihm ab: 1. Auslösereiz-2. Verlangen-3. Reaktion-4. Belohnung

Ich merkte beim Schreiben, dass die Besprechung ellenlang würde und das wollte ich nicht und hörte auf. Lesen Sie „ Die 1% Methode“ lieber selbst und entdecken Sie, wie man den Alltag und letztendlich sein ganzes Leben mit guten Gewohnheiten erleichtert und auch bereichert.

Bei den anderen drei Büchern ging es mir auch so. Sie sind toll und bieten viel Stoff zum Nachdenken.
Das Hormonbuch (2. Buch von links) habe ich zuerst gehört. Teilweise sehr kurzweilig, da sich die Hormone miteinander unterhalten, was der Mensch, in dem sie sich befinden, mal wieder alles falsch macht. Auch haben die Hormone menschliche Züge, sind traurig, euphorisch, zickig. Den ernsten Inhalt konnte ich beim Hören nicht so schnell behalten und so las ich danach das Buch in Ruhe. Die wichtigste Kernaussage für mich: Die Hormone meinen es gut mit mir, der kritische Satz: „ Ach das sind bestimmt mal wieder die Hormone!“ kommt mir nicht mehr über die Lippen, denn das ist ungerecht gegenüber unseren Helfern, den Körper am Laufen zu halten. Kein Eingreifen in den Hormonhaushalt, um bei Leistungen noch ein Schüppchen drauflegen zu können= Kernaussage Nr. 2. Darüber hinaus lernt man auch viel darüber, wie Hormone unsere Gesellschaft prägen können und weiß man das, wird man selbst ein ganzes Stück abgeklärter.

Buch 3 und 4: Beide beschäftigen sich mit Dingen, die unseren Alltag prägen. In „Das verschachtelte Ich -Individualräume des Eigentums“ wird gezeigt, wie Dinge uns als Mensch bestimmen. Sie waren z.Zt. der Römer und im Mittelalter oft die einzige Möglichkeit, seine Individualität und individuelle Freiheit auszudrücken. Oftmals waren es Fundstücke, heute würden wir Souvenirs sagen oder selbstgefertigte Dinge durch die ein Mensch sich von anderen absetzte. Ab Beginn der Industrialisierung änderte sich das zunehmend und heute kaufen wir bewusst Gegenstände und häufen sie an, um unsere Individualität zu demonstrieren. Aber in Zeiten der Massenproduktion ist das mit der Individualität nur noch Wunschdenken. Unser Konsumverhalten wird in dem Buch kritisch unter die Lupe genommen und man hinterfragt beim Lesen seine eigene Einstellung dazu. Das Buch hat nur 159 Seiten, ist leicht zu lesen und bringt es auf den Punkt.

Buch Nr. 4: Für „Lebhafte Materie“ brauchte ich acht Monate. Immer wieder musste ich Pausen einlegen, um den Inhalt zu „verdauen“ und weiter zu recherchieren. Die Autorin bezieht sich bei ihren Ausführungen auf diverse Philosophen (u.a. Latour, Deleuze, Bergson und Driesch) und macht die Aussage, dass in jedem nichtmenschlichen Objekt eine Kraft steckt, etwas Neues zu erschaffen. Sie spricht von der „Handlungsmacht der Gefüge“, wenn mehrere Dinge miteinander agieren. Humbug? Mitnichten. Sie gibt viele Beispiele und Sommer 2020 erschien zu diesem Thema auch ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung. (Das Buch erschien 2010).



Was bedeutet das für uns Menschen? Die Handlungsmacht liegt nicht bei uns allein und wir können absolut nicht absehen, wie und wann die Vitalität der Materie sicht-und fühlbar wird und welche Konsequenzen dies für Menschen hat. Wünschenswert wäre es, wenn sich unser zukünftiges Handeln an dieser Erkenntnis orientiert und wir etwas demütiger würden.

Ich finde es sehr schade, dass die Autorin nicht für interessierte Laien geschrieben hat. Ihre Texte baden in Fremdwörtern und dies grenzt den Lesekreis damit doch erheblich ein. Auch die Tatsache, dass sie einmal in der Ich-Form schreibt, dann wiederum von sich in der dritten Person, irritiert. Nichtsdestotrotz lege ich Ihnen das Buch ans Herz, denn es kann Ihr Weltbild verändern. Eine Rezension im Deutschlandfunk (übrigens die einzige nicht kommerzielle Besprechung, die ich gefunden habe), machte mich auf das Buch neugierig. Falls Sie gerne eine zweite Meinung lesen möchten:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/jane-bennett-lebhafte-materie-eine-politische-oekologie-der.1270.de.html?dram:article_id=479186


Zwei süße Geschichten mit drei Männern und Hildegard

In der Vorweihnachtszeit überraschten mich zwei Freundinnen mit außergewöhnlichen Süßigkeiten. Da war zuerst diese Schokolade:

Das Besondere an ihr: Sie schmeckt nicht nur gut, es läuft darüberhinaus ein Film im Kopf ab, wenn man ein Stück genießt. „Schuld“ daran ist der außergewöhnliche Transportweg der Schokolade. In Gedanken ist man erst in der Karibik, genauer gesagt in der Dominikanischen Republik, dann auf hoher See auf einem restaurierten Segelschiff mit dem Namen „Tres Hombres“, schließlich in Amsterdam, dem Zielhafen von „Tres Hombres“. Lernen Sie das Cargoschiff „Tres Hombres“ etwas näher kennen:

Aber die Reise geht von Amsterdam noch weiter. Nicht im Auto oder im LKW wird die Schokolade zu den einzelnen Verkaufsstellen transportiert, sondern meine Freundin erzählte mir, dass alles per Rad ausgeliefert wird! Ist das nicht eine gute Sache?
Wer auch Schokoladenkopfurlaub machen möchte, sollte in Unverpacktläden nach dieser Schokolade fragen.

Diese Kekse-und Plätzchensorten bekam ich vorletzte Woche. Alle wurden nach Rezepten der berühmten Hildegard von Bingen gebacken.

Ich hatte vorher noch nie von Quendel- und Galgantkeksen gehört und war auch überrascht, als ich bei der dritten Keksart u.a. die Zutat Muskatnuss las. Zuerst probierte ich die Galgantvariante. Etwas süß und ein schärferer „Abgang“, vielleicht ein bisschen mit Ingwerplätzchen zu vergleichen, jedenfalls ganz nach meinem Geschmack. Es folgte ein Nervenkeks. Muskatnuss-im Teig für mich zuerst gewöhnungsbedürftig, aber inzwischen mag ich die Würzigkeit. Mein Favorit: Die Quendelkekse. Leichte Süße, aber ein Geschmack, den ich mit keinem anderen vergleichen kann.
Ich bin von der Idee fasziniert, dass Hildegard von Bingen und ihre Zeitgenossen im 12. Jahrhundert auch diese Kekse gegessen haben und dass das Rezept bis heute erhalten blieb. Meine Freundin schrieb mir zu ihrem Backwerk einen Brief, den ich auszugsweise hier wiedergeben möchte:

Mit dem Gedanken an die liebe Hildegard tun mir die Kekse gut, Ihnen vielleicht auch?

Wie sieht Ihr Verhältnis zur Zeit aus?

Mit diesem Buch habe ich mich seit einigen Monaten beschäftigt. Es fiel mir in die Hände, als das öffentliche und private Leben plötzlich stillstand und die Coronazeitrechnung begann.
Das Buch versucht in zehn Kapiteln auf 270 Seiten, den Begriff der Zeit allumfassend zu beschreiben und zu deuten. Der Untertitel des Buches „Was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen“ gibt den wichtigsten Aspekt des Buches wieder, aber es gibt darüberhinaus auch Texte zum Thema „Weltraumzeit“, „Ewigkeit“ oder „Weltzeit“. Manche Textstellen lesen sich nicht ganz einfach und ich brauchte immer wieder Pausen, um über verschiedene Sätze nachzudenken.
Ich habe mehrere Anläufe genommen, eine Inhaltsangabe zu schreiben, doch dies überforderte mich. Da ich das Buch wichtig finde, stand ich vor der Wahl, einen Link zu einer fremden Inhaltsangabe zu setzen oder mir etwas anderes einfallen zu lassen. So biete ich ihnen jetzt einige, wirklich nur wenige, Textstellen an, die Ihnen einen ersten Eindruck vermitteln. Vielleicht wird dadurch Ihr Interesse an dem Buch geweckt, es würde mich freuen.

Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Langeweile. Da ist einmal die Langeweile, die der Mensch sich in seinem Inneren selbst erschafft, aber es gibt auch die Langeweile von außen:

Ein anderes Kapitel widmet sich der „Vergesellschaftung der Zeit“. Welches Verhältnis hatten die Menschen früher zum Begriff „Zeit“? Wie hat sich dieses Verhältnis in den letzten 100, 50, 20 und 10 Jahren verändert durch technologische Neuerungen und andere „moderne Anpassungen“ wie z.B. beim Umgang mit Geld. Was machen die Neuerungen aus den Menschen und ihrer Zeit?

Versuchen, die Welt zu verstehen…da kommt keine Langeweile auf.

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort

Warum es sich lohnt, zur diesjährigen Landesgartenschau nach Kamp-Lintfort zu fahren:

1.

Wer einen Balkon oder Garten besitzt, bekommt z.T. ausgefallene Anregungen, wie man Kästen, Töpfe oder Beete bepflanzen kann. Bekannte Stauden sind mit unbekannteren kombiniert, ungewöhnliche Farbkombinationen werden geboten, dazu summt und brummt es und der ein oder andere schöne Duft weht einem um die Nase. Hinweis: Tipps für Schattengärten sind rar.

2.

Das Informationsangebot ist groß an diversen Ständen oder in der großen Blumenhalle, die Einrichtungsideen mit Blumen bietet. Sei es beispielsweise am Stand der Landfrauen oder am Stand für Gartenzäune, überall bekam man freundliche und fachkundige Auskünfte. Ein Schwerpunkt der Landesgartenschau sind Naturschutzthemen. Auch hier gibt es Anlaufstellen, um sich mündlich Rat zu holen oder konkrete Beispiele zum Ansehen:

Links: Renaturierter Bachlauf auch als Anregung für einen Gartenteich, oben „Zutaten“ für einen schmetterlingsfreundlichen Garten, unten ein „pflegeleichter“ Steinvorgarten, ein halbes Jahr nach der Neuanlage.

3.

Hingucker gibt es viele:

Blumen aus Abfall, beispielsweise aus Plastikflaschen und Plastiktüten


4.

Nicht zu vergessen, die Anlagen für beispielhafte Gärten. Sei es ein formaler Garten, ein Garten, in dem Wasser die Hauptrolle spielt, eine hitzeresistenter Garten, ein japanischer Garten und noch einige andere.

Oben: 2 Fotos aus dem „Geheimnisvollen Garten“, den man nicht betreten konnte, in der Mitte eine Ansicht vom Wassergarten mit großem Bienenhaus. Unten Bilder vom Kloster Kamp, das mit in die Gartenschau einbezogen ist. Links der Weinberg am Kloster, den Wein kann man vor Ort verkosten.

Fazit: Wir kamen am Samstag um 9.30 Uhr an und es war noch angenehm leer. Gegen 14.30 Uhr fuhren wir wieder nach Hause, inzwischen waren viele Besucher unterwegs. Wir machten in diesen 5 Stunden zwei Pausen. Im Restaurant „Polster“ aßen wir vorzüglich. (Haben Sie schon einmal Nudeln +Kirschtomaten+ Ruccolasalat+Gemüsechipse gegessen? Nudeln und Chipse-genial!). In der zweiten Pause tranken wir im Park von Kloster Kamp einen Kaffee. Ca. 3 1/2 Stunden sind wir also gelaufen, gesehen haben wir ungefähr die Hälfte.
Wir sind gespannt auf die Herbstbepflanzung und werden Ende September noch einmal zur Gartenschau fahren. Dann bringen wir auch noch ein bisschen mehr Zeit mit für die tierischen Attraktionen.

Wegwerfen oder behalten?

Diese Woche bekam ich etwas zugeschickt, das in einem großen Karton verpackt war. Als Schutz hatte man es in diese Schaumstoffwürfeln eingebettet.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass ich diese Würfel nicht wegwerfen sollte, weil man vielleicht doch noch etwas Sinnvolles daraus machen kann. Fällt Ihnen etwas ein? Das ist meine Gehirnjoggingaufgabe für dieses Wochenende. Es lebe die Kreativität!

Und hier die Auflösungen zu den drei Fragen der letzten Woche. Es ging um das Thema „Strommasten“.

Frage 1: Es gibt tatsächlich einen Tannenbaumstrommast.

Frage 2: Welche Aussage stimmt nicht:

A) In England führt ein schiffbarer Kanal durch die Strommastbeine
B) In Holland gibt es einen Strommast, der zum Tanz auffordert.
C) Ausrangierte Strommasten werden per Gesetz auf Bali bepflanzt

Antwort C war falsch.

Bei Frage 3 wurde der höchste Strommast der Welt gesucht. Er steht in China und ist 370 Meter hoch.

Bis nächste Woche!

Flaschenpostgefühl mit Kunststückchen

Ich habe angefangen, 6 x 6 cm große Bilder in Duisburg auszulegen. Mal ist es ein Foto, mal eine Collage oder ein gemaltes Bild. Diese „Kunststückchen“ sollen überraschen und ein Lächeln auslösen, neugierig machen oder zum Nachdenken anregen. Jedes Bild trägt einen Titel und ist nummeriert.

Die meisten der Kunststückchen bestehen aus abbaubaren Materialien, wie Papier, Ton, Holz, Pflanzenteile oder Bienenwachs. Sollte ein Bild nicht abbaubare Bestandteile haben, wie bei einer Collage aus gefundenen Plastikteilchen, lege ich sie auf Abfalleimern aus. Entweder nimmt jemand das Bild mit oder entsorgt es.

Die Kunststückchen werde ich an den Plätzen fotografieren, denn ich finde es spannend, wie selbst kleine Bilder ihre Umgebung verändern können. So werde ich ab und zu in meinem Blog ein paar Fotos zu diesem Thema zeigen. 

Die ersten 40 Miniaturen sind ausgelegt. (Am Toeppersee und in Kaldenhausen). Jedes Mal habe ich ein Mini-Flaschenpostgefühl…Wer wird das Kunststückchen finden, was wird die Person damit machen?

Ahorre energia!

…ist das Motto einer spanischen Briefmarke, die 1979 dazu aufruft, im Haus Energie zu sparen. Aber auch in Deutschland widmet man sich schon in den 60er Jahren dem Umweltschutz und der Frage der Energie.

Bei Umweltbriefmarken geht es um den Schutz der Meere und des Wassers generell, um die Vermeidung von Müll, um das Problem Lärm und um die Wichtigkeit von Naturschutzgebieten. (Serie oben rechts). Aber auch der Tierschutz ist schon vor 50 Jahren ein Thema gewesen, wie die Briefmarken im unteren Teil beweisen.

50 Jahre sind eine lange Zeit. Die Probleme und die Gefahren waren bekannt, was hätte man alles erreichen können…

Denk mal!

Beim Entstauben meines Bücherregals entdeckte ich diese vier Bücher:

Ich habe sie im Laufe der letzten Jahre gelesen und angesichts der momentanen Zeiten blätterte ich sie zur Auffrischung noch einmal durch. Damals war ich von allen vier Titeln begeistert, jetzt würde ich die beiden linken Bücher nicht mehr kaufen. „Keine Macht den Doofen“ von 2012 ist polemisch geschrieben. Es zu lesen macht Spaß, wenn man sich gerade mal wieder aufgeregt hat und meint, dass man nur von Dummheit umgeben ist. Aber es bietet außer dem Hinweis, dass die Schulbildung das A und O für zukünftige Verbesserungen der menschlichen Schwarmintelligenz ist, keine weiteren Lösungsvorschläge, wie man aus der weltlichen Misere herauskommt.

Ganz anders dagegen das Buch „Selbst denken“ von Harald Welzer. Auch er stellt der Menschheit kein gutes Zeugnis aus und beschäftigt sich u.a. mit der Manipulation des „Kleinen Mannes“ und dessen Unfähigkeit und Unwille, Widerstand zu leisten. Doch Welzer zeigt Wege auf, wie wir Menschen noch den Dreh bekommen können, selbst wenn man denkt, es sei alles schon zu spät. Das Buch ist von 2013 und einige seiner Vorschläge sind jetzt bereits schon realisiert worden, bzw. nehmen im Denken der Bevölkerung einen immer größeren Platz ein (z.B. Vermeidung von Plastik). Das macht Hoffnung und dieses Buch bekommt im Bücherregal einen prominenteren Platz als vorher.

2011 erschien das Buch „Das Ende der Normalität“. Sein Inhalt ist gerade in den letzten Monaten mehrfach überholt worden und ich sehe es nur noch als Bestandsaufnahme, wie es früher einmal war.

Zeitlos und immer wichtiger werdend ist das letzte Buch „Starrköpfe überzeugen“. 2013 erschienen, erklärt es, wie Starrköpfe ticken und wie man versuchen kann, sie zu überzeugen. Ich schreibe bewusst „versuchen“, denn Fakten spielen dabei eher eine untergeordnete Rolle. Das Buch vermittelt psychologisches Wissen, denn es kommt auf die Emotionen an, mit denen man solchen Menschen begegnet. Bei diesem Buch sehr angenehm: Nach jedem Kapitel steht ein Fazit, so dass man sein Wissen durch Lesen dieser Ergebnisse jederzeit auffrischen kann. Neuer Bücherregalplatz: Neben „Selbst denken“.

Entdeckung des Waschballs

Durch Zufall entdeckte ich in einem Regal der Rheinhauser Mayerschen Buchhandlung im Januar eine Packung mit einem Waschball. Von Waschbällen hatte ich schon gelesen und entschloss mich deshalb spontan, einen zu kaufen, wenngleich ich dem Gelesenen skeptisch gegenüberstand. Waschen ohne Waschmittel, sollte das tatsächlich funktionieren?

So sieht er aus:

Ich habe inzwischen acht Maschinen Wäsche mit dem Ball gewaschen und bin sehr angetan. Um herauszufinden, ob er tatsächlich den Schmutz herauswäscht, habe ich u.a. weiße T-Shirts und Hemden mit angegrauten Halsausschnitten getestet, sowie verschmutzte Putzlappen, geschnitten aus alten T-Shirts. Die Kleidung war nach dem Waschen wieder weiß, die Putzlappen deutlich sauberer als vorher. Welche Konsequenzen hat der Einsatz eines Waschballs?

Den Waschball soll man für ca. 1000 (!) Waschladungen nehmen können. Selbst, wenn es nur 500 wären, würde der Gebrauch des Balls viel Verpackungsmüll einsparen. Auch das Portemonnaie freut sich, denn ein Waschball kostet ca. zwischen 15 und 20 Euro, rechnen Sie selbst aus, wieviel Sie für Waschpulver oder Waschflüssigkeit ausgeben müssten, um 1000mal waschen zu können. Man spart aber nicht nur durch den Wegfall des Waschmittels, sondern auch beim Energie- und Wasserverbrauch. Sie können jede Wäsche, also auch Kochwäsche, bei 30 Grad waschen! Also ist ihre Maschine kürzer in Gebrauch und Sie benötigen weniger Wasser. Das macht die Tatsache, dass man die Maschine nicht zu voll machen soll (bis ca. 6 kg), wieder wett.

Weitere Vorteile: Der Waschball kommt ohne Chemikalien aus, er ist geruchsneutral und antibakteriell. Für Allergiker also besonders gut geeignet.

Und sollte man einmal sehr stark verschmutze Wäsche haben, so kann man diese mit Kernseife etwas vorbehandeln und dann mit dem Waschball waschen. Die Umwelt freut sich dann trotzdem.

Stiftung Warentest hat 11 Waschbälle im Februar getestet. Meiner von der Firma Virtual Trading ist baugleich mit dem der Firma Heldengrün und schneidet gut ab. Hier geht es zu den Testergebnissen:

https://www.vergleich.org/waschkugel/?msclkid=f66f7213c90f13946c972c4ae7a43a20&tr_source=bing&tr_medium=cpc Waschkugel Test & Vergleich » Top 11 im Februar 2020

Keine bezahlte Werbung!

Rotterdam macht es vor

Vorgestern schrieb ich, dass Rotterdam mit seiner Architektur und seinem innovationsfreudigem Alltagsleben zukunftsweisend ist. Nach der Architektur vorgestern heute nun das Alltagsleben als Thema.

Ausleihbare Räder und E-Roller sind auch in deutschen Städten angekommen- hier nun die Weiterentwicklung: Das ausleihbare E-Auto.

Dachbegrünungen gibt es auch bei uns, in Rotterdam ist man insofern schon weiter, dass Restaurants und Cafés ihren eigenen Kräutergarten vor Ort haben wie hier z.B. in der 6. Etage.

Oben links Garten, oben rechts Spielwiese und Infotafeln für die Besucher.

Ganz neu ist ein Projekt, bei dem Plastikmüll aus dem Hafen gefischt wird und in bepflanzbare Inseln umgewandelt werden.

Was mich aber auch beeindruckt hat, sind die findigen Kleinigkeiten, die das Leben erleichtern. Das ist nicht nur in Rotterdam so, sondern im ganzen Land. Hier ist die Devise: Mal ausprobieren und einfach mal machen, bei uns gibt es zuerst immer viele Bedenken, die dann erst viel später oder gar nicht zu etwas Neuem führen.

Ein paar kleine Beispiele: Im Museum gab es verschließbare Schränke für Taschen und Jacken. Bei uns muss man fast immer eine Münze einwerfen, da es entweder etwas kostet oder durch den Münzeinwurf der Schlüssel erst abschließt. Nicht so in Rotterdam: Hier stand an den Schränken einfach eine große Schüssel mit kostenlosen Plastikchips. Chip nehmen, Sachen verstauen, einwerfen, abschließen, fertig.

Im Bürgersteig eine Möglichkeit, auf Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen hinzuweisen- die Handygeneration dankt es.

Und was ist das? Stellen Sie sich vor, Ihr Haus hat außen Ecken, auf die es keine freie Sicht gibt… Gerne können Sie mir Ihre Vorschläge schreiben.

Vielleicht warten jetzt noch einige von Ihnen auf das Thema Weihnachtsmarkt, weil ich in den beiden Jahren zuvor bei den Städtetouren immer darauf eingegangen bin.

In Rotterdam selbst stehen verteilt ein paar Büdchen herum, das könnten sie auch bleiben lassen. Der Grund dafür liegt wohl in der Tatsache, dass im ca. 25 km von Rotterdam entfernten Dordrecht der größte Weihnachtsmarkt in den Niederlanden stattfindet. An die 200 Stände auf 2,5 km Wegstrecke warten auf Besucher.

Rotterdam also ein Dezember-Reiseziel? Ganz ehrlich, fahren Sie lieber in einer wärmeren Jahreszeit. In den Hochhausschluchten kann der Wind sehr unangenehm werden und außerdem können Sie bei höheren Temperaturen auch schöne Radtouren unternehmen.

Ich habe aber noch einen Tipp für eine holländische Stadt im Dezember. Mehr am Freitag.