Weil ich Mensch bin

Unter diesem Motto läuft Im Duisburger Museum Küppersmühle z.Zt. eine Ausstellung mit ca. 400 Werken des Künstlers Martin Assig. Mich interessierten seine Bilder und Installationen, da er u.a. mit Wachs arbeitet, was ich vor einigen Jahren eine Zeit lang auch gemacht habe. Seine Aussagen in den Bildern und Installationen betreffen seine Alltagsbeobachtungen und seine Gedanken dazu. Das ist mal poetisch, mal humorvoll, er legt aber auch Finger in Alltagswunden.

Besonders gefiel mir die Installation „Vorräte“. Pappschachteln wurden komplett mit Wachs überzogen und mit Baumwollstoff dekoriert.

Welche Vorräte wurden da gesammelt? Warum waren die Schachteln versiegelt? War es ein Schutz für den Inhalt? Man konnte viel spekulieren und das brachte mich auf folgende Idee:

Mit Wachs verschlossene Streichholzschachteln, in denen sich etwas zum Entdecken befindet. Wahre Entdecker müssen sich allerdings die Mühe machen, den Wachs zu entfernen.
Insgesamt 10 dieser Schachteln verteilte ich am Wochenende im Duisburger Westen.

Auch bei meinem heutigen 365 Tage-Projekt habe ich mich von Martin Assig inspirieren lassen.
Die Ausstellung ist noch bis Anfang März im Museum Küppersmühle zu sehen.

Entdecke….Mein Herta Müller Projekt

Im Oktober stellte ich Ihnen kurz ein Collagebuch der Autorin Herta Müller vor. Herta Müller hat ca. 100000 Wörtern aus verschiedenen Druckerzeugnissen ausgeschnitten und danach die Wörter zu neuen Sätzen zusammengesetzt. Ich versuchte mich in ihrer Wortschnipselcollagenkunst- es machte mir sehr viel Spaß, so dass ich jetzt ein weiteres Buch las:

Auch dieses Buch ist wieder eine Fundgrube für surreale Aussagen, tiefgründige Beobachtungen oder witzige Sätze. Ich wollte es auch noch einmal versuchen, schlug allerdings einen anderen Weg als Frau Müller ein. Anstatt aus Tausenden von Wörtern Sätze zu bilden, beschränkte ich meine Wortauswahl pro Satz aus Überschriftwörtern nur eines Magazins der Süddeutschen Zeitung. Ich hatte noch einige ungelesene Exemplare dieses Magazins und entdeckte beim ersten Durchblättern, dass in jeder Zeitung eine Anzeige geschaltet war, die mit dem Wort „Entdecke“ begann. Das wurde für mich zum roten Faden und hier sehen Sie eine Auswahl meiner Ausbeute von Wortschnipselkompositionen:

Mich erinnert diese Beschäftigung ein bisschen ans Puzzlelegen. Beim Puzzlen gibt es das Glücksgefühl, wenn man ein lang gesuchtes Teil endlich gefunden hat und dieses Glücksgefühl erlebte ich immer dann, wenn mein Bauchgefühl mir sagte, das ist genau das Wort, das an der Stelle passt. Unterbewusstsein lässt grüßen?




Lang lebe die Postkarte! Österreichtour- Nr. 6

In Wien gibt es einen Postkartenladen auf der Margaretenstraße, den ich an einem Nachmittag besuchte. Inhaber sind die Schauspielerin Caroline Peters und ihr Lebensgefährte Frank Dehner, den ich im Laden antraf und der mir viel Wissenswertes über die Postkarte berichtete.

Einige Tage zuvor hatten die beiden in ihrem Laden den 152. Geburtstag der Postkarte gefeiert. Hier ein kurzer Auszug aus Wikipedia:
Postamtliche Einführung
Am 1. Oktober 1869 erschien bei der österreichisch-ungarischen Post die von Dr. Emanuel Herrmann entwickelte Correspondenzkarte mit eingedrucktem Postwertzeichen. Die Rückseite der 8,5 cm × 12,2 cm großen Correspondenzkarte konnte bei Erscheinen der Karten, zur Vereinfachung, frei beschrieben werden. Der von Herrmann vorgeschlagene Name „Postkarte“ wurde von der Postverwaltung in Wien in „Correspondenzkarte“ geändert.[20] Die Karte kostete im Unterschied zum fünf Kreuzer teuren Brief nur zwei Kreuzer, was gleichzeitig dem Wert der eingedruckten Briefmarke entsprach, und verkaufte sich bereits im ersten Monat 1,4 Millionen Mal.

Und so sah diese Karte aus:

Die beschriebene Karte wurde direkt dem Postboten gegeben, der sie dann weiterleitete.

In dem Laden, der wie der dazugehörige Verlag, den schönen Namen „art postal“ trägt, gibt es nur hochwertige Fotopostkarten. Das Paar veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Postkarteneditionen von bekannten Fotografen und Fotografinnen. Die Bildmotive sind „wild gemischt“ und ich hatte die Qual der Wahl, welche Karten ich mit nach Hause nehme. Herr Dehner erzählte mir die Entstehungsgeschichte einiger Editionen und wies mich auf besondere Bildmotive hin. Auch erklärte er mir, warum beide sich so für die Postkarte einsetzen. Jemandem heutzutage eine Postkarte und nicht nur schnell eine digitale Nachricht zu schicken zeugt von Wertschätzung, denn man wählt ein passendes Postkartenmotiv aus und nimmt sich die Zeit, ein paar Zeilen per Hand zu schreiben. Wer freut sich nicht über so einen persönlichen Gruß? Das Motto lautet also: Postkartenschreiben nicht vergessen!

Ein Beitrag über Postkarten und kaum Fotos. Um nicht in ein rechtliches Fettnäpfchen zu treten, zeige ich keine der von mir gekauften Karten.
Hier geht es zu dem Internetauftritt von art postal
https://www.art-postal.com/

Damit der Beitrag aber noch ein bisschen bunter wird, hänge ich noch zwei Motive meiner letzten Postkartenunikarte an.

Vorsicht! Wildwechsel in Duisburg!
Der wahre Herrscher der Welt

Am Donnerstag gibt es einen Tipp für einen Ausflug am Wochenende, nächste Woche erzähle ich Ihnen von unserem Aufenthalt in Graz.

Bunt ist meine Lieblingsfarbe

Dieses Zitat von Walter Gropius ist das Motto unserer neuen Ausstellung im AWO BBZ Rheinhausen. Ist es draußen nebelig oder grau und man ist novemberbluesgefährdet oder dezembervorweihnachtsgestresst, lohnt sich ein kleiner Spaziergang. In unseren Fenstern zeigen wir achtzehn Bilder, in denen Farben und Zitate oder Haikus sich bestens ergänzen. Hier drei Beispiele:

Die Ausstellung geht bis Ende Dezember.

Wort kontra Foto

Heute nehme ich Sie mit auf eine kurze Gedankenreise. Vor einiger Zeit sah ich ein schönes Foto mit einem Meermotiv in einem Schaufenster. In dem Moment, als ich es betrachtete, fuhr ein Feuerwehrwagen vorbei und spiegelte sich im Fenster und damit auch auf dem Foto. Plötzlich war die Aussage des Fotos eine ganz andere geworden. Das fand ich bemerkenswert und ich überlegte mir daraufhin zu einigen meiner Fotos Titel, die die Bedeutungen der Fotos so verändern, dass ein kleiner Film im Kopf abläuft, ähnlich wie bei einem Haiku. Ein einfaches Beispiel:

Eine malerische Landschaft am Niederrhein, bestens geeignet, um die Seele baumeln zu lassen. Doch welches Gefühl stellt sich bei Ihnen ein, wenn ich sage, dass der Titel des Bildes „Mückenplage“ lautet?

Ich habe inzwischen auch einige Postkarten gestaltet:

Für Krimifreunde hätte ich noch zwei Zugaben:

GIFTFÄSSERENTSORGUNG
TATORT

Wer hat mehr Macht über uns, das Bild oder das Wort?

Sommerspaß mit Zauberpapier

Vor einiger Zeit schenkte mir eine Freundin dieses Papier:

Man legt Gegenstände auf das beschichtete Papier und lässt dann das Ensemble 5 bis 7 Minuten von der Sonne bescheinen. Anschließend das Papier in kaltes Wasser tauchen, das Ergebnis sind Fotos wie s.o. „aus den Kindertagen der Fotografie“.
Ich sammelte Gegenstände im Haushalt, die ich für geeignet hielt und schnitt aus Papier Figuren zum Auflegen aus. Dann wartete ich auf einen strahlenden Sonnentag, der aber nicht kam. So probierte ich es ohne Sonne, was auch funktionierte, man muss das Papier dann nur länger dem Licht aussetzen.

Mir machte das sehr viel Spaß und ich konnte mich ein bisschen hineinversetzen in die Spannung früherer Fotografen, ob und wie ein Bild gelingt. Ich finde, diese Bilder sind ein bisschen geheimnisvoll.

Ein paar Tage später ging ich dann noch einen Schritt weiter und fotografierte diese Solarbilder mit einer Digitalkamera. Diese Fotos verfremdete ich, hier ein paar Beispiele:

Also bereitet das Solarpapier doppeltes Vergnügen!
Nun sammle ich wieder neue Ideen und werde mir irgendwann noch einmal ein Päckchen dieses Spezialpapiers kaufen.

Bollywoodstunde

Eine Freundin liebt Musik aus Bollywood-Filmen und schickte mir vor einiger Zeit eine Liste mit ihren Lieblingsliedern. Als ich gerade dabei war, ein paar neue Postkarten zu produzieren, kam mir die Idee, dabei diese Musik zu hören. Das blieb nicht ohne Auswirkungen, denn die nächsten Postkarten bekamen plötzlich einen „indischen Touch“.

Damit Sie sich einen Eindruck verschaffen können, welche Art von Musik mich inspirierte, habe ich ein Stück herausgesucht:

Auch 2021 wird bei mir rechteckig

Letzte Woche hatten einige Leser und Leserinnen das „Vergnügen“, einen Blogbeitrag in der Entstehung zu lesen. Beim Schreiben merkte ich, dass ich mit dem Text nicht weiterkam und mir auch noch passende Fotos fehlten. Ich speicherte den Entwurf erst einmal ab, ohne auf das Datum der Veröffentlichung zu achten. So erschien das Textskelett am letzten Donnerstag. Ich bitte um Entschuldigung!
Hier nun ein neuer Versuch:

Letztes Jahr beschäftigte ich mich u.a. mit dem Thema Postkarten und stieß dabei auf diese Internetseiten:

https://postsecret.com/ und http://postsecretdeutsch.blogspot.com/

Der Amerikaner Frank Warren und später Sebastian J.Schultheiß aus Deutschland starteten einen Aufruf, anonym auf einer Postkarte ein persönliches Geheimnis zu verraten.
Warren hoffte, für jeden Tag eines Jahres eine Karte zu erhalten, doch es waren tausende, die man ihm zuschickte. Er bekam in den folgenden Jahren immer mehr Zuspruch und der Strom der Postkarten von Kindern und Erwachsenen riss nicht ab. Bücher wurden herausgegeben und Warren richtete die o.g. linke Internetseite ein, auf der bis heute aktuell zugeschickte Karten abgebildet sind..
Die Entwicklung in Deutschland war ähnlich und so erschien 2014 dieser Bildband:

Die meisten Menschen haben Geheimnisse und denken oftmals, sie hätten sie ganz alleine auf der Welt. Dieses Buch zeigt: Wir sind uns ähnlicher, als wir wahrhaben wollen. Viele Geheimnisse drehen sich um Liebe und Freundschaft in allen Variationen und um schulische, berufliche und gesundheitliche Ängste. Verzweiflung und Depression kommen dazu. Es gibt aber auch Geheimnisse ganz anderer Art wie Kindheitserinnerungen oder anarchistische Gedanken. Absender reflektieren ihren eigenen Charakter und meinen, dass man um sie lieber einen großen Bogen machen sollte, weil sie sich selbst für schlecht oder oberflächlich halten. Kleine und große Wünsche werden verraten: Ein Ticket für ein Fußballendspiel, mal wieder das Lieblingslied hören oder ein Kind wünscht sich, dass es seine Fische und Pflanzen am Leben halten kann.
So vielfältig wie die Geheimnisse sind, so breitgefächert sind auch die künstlerischen Talente der Postkartenabsender. Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Fotos, kalligraphische Texte- das Buch überrascht noch nach mehrmaligem Durchblättern.
Auf dem Kleinformat einer Postkarte etwas auszudrücken, das mich beschäftigt, hat für mich einen besonderen Reiz. Zwei Beispiele:

Sammlung Jahrgang 2020/2021 von leere Worthülsen der Politiker

Diese Karte habe ich inzwischen schon verschickt. Trotz Sekundenklebers war bei der Empfängerin nur noch eine Hülse auf der Karte. Ob das ein gutes Zeichen ist???

Demut tut uns immer gut…

Es wird dieses Jahr auch lustige Karten von mir geben. Wenn einige fertig sind, gibt es eine Fortsetzung dieses Artikels.

Kunststückchen am Zaun

In den letzten Tagen nutzte ich zwei Regenpausen für eine kleine Radtour und einen Spaziergang. Die Radtour führte mich u.a. Richtung Schwafheimer Meer, wo ich diese Art von Zaunpfählen entdeckte.

Auf den ersten Blick eher hässlich, aber sie wurden für mich zu einer Schatzkiste für Fotomotive, ich musste nur nah genug herangehen. Hier zwei Beispiele:

Bearbeitet man diese Makroaufnahmen weiter (Fotoapp Pics Art), können dabei solche Gemälde herauskommen:

Das war „Kunst am Zaun“ Nr. 1.

Früher stellte ich Ihnen schon meine Kunststückchen vor. In Zeiten von geschlossenen Museen hatte ich die Idee, an der frischen Luft eine Miniausstellung zu improvisieren und da spielten Zäune auch eine wichtige Rolle.

Insgesamt 14 Kunststückchen installierte ich, am nächsten Tag waren bis auf zwei alle weg. Diese nahm ich wieder mit nach Hause, sie bekommen beim nächsten Mal eine zweite Chance.