Tomatenflecken & Co

Leider schaffe ich es trotz aller Vorsicht (sogar mit im Halsausschnitt eingestecktem Handtuch) beim Spaghettiessen jedes Mal Tomatenflecken auf der Kleidung zu hinterlassen. Sofortiges Rausreiben hilft nicht hundertprozentig und so besitze ich eine Reihe von T-Shirts, die vorne immer etwas schmuddelig aussehen. Einige färbte ich schon ein, aber es sind noch weitere da. Um sie nicht als Putzlappen verarbeiten zu müssen (davon habe ich inzwischen auch genügend) habe ich mein erstes Fleckweg-Oberteil genäht. Man kann es natürlich auch ohne T-Shirt anziehen, aber dann ist es recht weit. Es ist aus ganz leichten Stoff und viele T-Shirts passen farblich dazu.

Zu nähen war es leicht, sieht man vielleicht von dem orangen Schrägband einmal ab. Das war eine Premiere für mich, die ich dann dank einiger Youtube-Videos aber halbwegs gemeistert habe.

Ich fühle mich darin sehr wohl, denn beidseitige Speckröllchen werden auch kaschiert. Bald fängt wieder die Saison der Stoffmärkte an, dann finde ich hoffentlich noch ein paar andere Stoffe, die zu weiteren Fleckweg-Oberteilen werden.

Kunst oder nicht Kunst?

Gestern schrieb ich, dass ich beim Besuch der aktuellen Ausstellung im Krefelder Textilmuseum an meinen Urlaub in Lettland und Litauen erinnert wurde. So hieß beispielsweise ein Kunstwerk „Riga“:

Es bestand aus vielen Papierperlen und sollte Riga darstellen. Nach einer alten Sage lässt der Teufel Riga untergehen, sobald es fertig gebaut ist. Dieses Kunstwerk kann immer erweitert werden.

Von Krefeld aus geht die Ausstellung nach Dänemark, anschließend nach Litauen. Ich musste sofort an das Museum für moderne Kunst in Vilnius denken. Hier hatten wir eine Ausstellung gesehen, die mich immer noch beschäftigt.

Ist diese Skulptur für Sie Kunst? Überlegen Sie einen Moment, bevor Sie weiterlesen.

Man kam in dem Museum in einen großen hellen Raum, der dem japanischen Künstler Yuji Agematsu gewidmet war. Er ist in den USA ein gefeierter Künstler und hat sich spezialisiert auf Skulpturen und Erfindungen von Landschaften aus Fundstücken, die er in den Straßenschluchten von New York entdeckt. Auf dem Schild wird der Sammelzeitraum angegeben 1-31.Mai 2014.

In dem Raum hing eine lange schmale Glasplatte, auf der verschiedene Zellophantütchen standen.

Ging man näher heran, sah man z.B. dieses Gebilde.

Hatten Sie sich oben bei der Frage entschieden, dass es Kunst ist?

Es ist ca. 3 cm groß und besteht aus einem kleinen Stück Draht, einem alten Bonbon und einem Zigarettenstummel.

Hier ein anderes Beispiel:

Ich wusste bis Montag nicht, ob ich es einfach nur ekelig finden oder die Ideen, die Achtsamkeit und Fantasie des Künstlers bewundern sollte. Um es herauszufinden, versuchte ich, mir eigene Miniskulpturen auszudenken. Hier die Ergebnisse:



Mir hat das viel Spaß gemacht und meine Fundstücke (alle auch unter 5 cm groß) waren auch nicht ekelig. Die Achtsamkeit, aus kleinsten Mülldingen etwas Besonderes zu machen, das manchmal den Eindruck erweckt, es könnte von einem anderen Stern kommen, lässt mich jetzt Yuji Agematsu als Künstler sehr schätzen.

Tiny Houses sind ja stark im Kommen, da passt dann TinyArt bestens zu.

Zum Auftakt ins Wochenende schwinge ich mit Ihnen morgen das Tanzbein.

Raffen wie man rafft

Bei meinem aktuellen Nähteil lernte ich wieder etwas Neues, nämlich, wie man Stoff näht, so dass man ihn nachher raffen kann.

Einmal gemacht, ist es wieder ganz einfach. An das glatte Oberteil nähte ich eine zweite Stoffbahn aus zwei Teilen an. Diese beiden Teile versäumte ich zuerst oben und unten, danach nähte ich etwas unterhalb der Säume jeweils zwei Bahnen mit einem weiten Gradstich. Die Fadenenden blieben lang, denn an diesen zog ich danach, um den Stoff zu kräuseln. Ich raffte ihn auf die Breite zusammen, die ich brauchte, um danach jeweils ein Teil vorne und hinten an das glatte Teil anzunähen. Fertig.

Praktisch bei diesem Schnittmuster war, dass man nicht extra Ärmel annähen musste. Als Stoff nahm ich weichfallende Viskose- knüddelt nicht, ist also ein Teil, das ich gerne auf Reisen mitnehmen werde.

Und da wir beim Thema Reisen sind: Litauen und Lettland „verfolgen“ mich, letzte Woche wurde ich in Krefeld mit künstlerischen Urlaubserinnerungen konfrontiert, von denen ich in meinem Blog noch nicht geschrieben habe. Morgen mehr.

Lieblingsstücke nähen

Vor kurzem besprach ich vier Bücher zum Thema Nähen. Eins gab Tipps, wie man die Schnitte von alter Kleidung am besten kopiert und die Lieblingsstücke dann mit neuem Stoff näht.

Das habe ich ausprobiert.

7Neue Schnitte zu zeichnen fand ich nicht so schwierig. Das Annähen des Rockbündchens und die Randeinfassungen am Shirt waren schon kniffliger. Der Trick dabei ist das Vierteilen. Beim Rock teilt man zuerst die Oberkante in vier Teile, danach das Bündchen mit jeweils vier Nadeln ein. Danach steckt man das Bündchen im Rock fest und achtet darauf, das jeweils ein Viertel des Rockes ein Viertel des Bündchens abbekommt. (Dazu muss das Bündchen u.U. gezogen werden). Ist alles festgesteckt, kann genäht werden.

Beim Nähen kam mir dann noch die Erleuchtung, dass ich einen kleinen Stempel mit einem Löwenzahnsamen-Motiv habe. Also schnell noch eine passende Papierkette zum Stoff gemacht.

Morgen geht es noch einmal um Lieblingsstücke und wie man sie retten kann.

Kettenschal

Am Wochenende habe ich meinen zweiten Loop fertiggestellt. Hatte ich beim ersten Loop Spitze und Baumwolle kombiniert, waren es dieses Mal Jerseystoff und Papierperlenketten.

Ich suchte einfarbigen Stoff aus, damit die Perlen besser wirken. Es sollte Jersey sein, da er dehnbar ist und man ihn so besser über den Kopf bekommt.

Die Enden des Stoffs nähte ich um, damit ich jeweils die Nadel durchziehen kann, an denen ich die Ketten befestigen wollte.

Es gibt mehrere Möglichkeiten den Schal um den Hals oder als Gürtel zu tragen. Hier ein paar Beispiele:

Ich habe die Ketten an die Nadel geknotet. Man könnte die Kettenenden aber auch mit Kettenverschlüssen versehen, dann wären die Ketten sogar noch austauschbar.

Beim Lesen eines 21 Jahre alten Büchleins kamen mir ein paar Gedanken, über die ich morgen schreibe.

Serviettentechnik neu entdeckt

Vor vielen Jahren kam das Basteln mit Servietten in Mode und bei einigen meiner Bekannten wurde im Haus mit Servietten verschönert.Lampen, Blumentöpfe, kleine Tische, es gab kaum etwas, das man nicht bekleben konnte. Ich versuchte mich damals mit dem Verschönern alter Notizbücher und Holzschachteln. Mich überzeugte das Ergebnis allerdings nicht so ganz, denn es gab immer wieder Falten auf der Oberfläche, die mich störten.

Nach ein paar Jahren gab es dann spezielles Papier (Decoupagepapier), die Technik blieb die selbe. Ich versuchte es mit dem Papier, ging besser, war mir aber etwas zu durchscheinend.

Oben mit Serviette, unten mit Decoupagepapier

Jetzt bekam ich von einer Freundin ein Blatt Reispapier geschenkt mit diesen Motiven:

Zu meiner Nähphase passen diese natürlich optimal, nur was daraus machen? Schon bald kamen mir zwei Ideen, die mich nunmehr im meinem Nähalltag begleiten:

Mein Fussel/Stoffreste Topf auf meinem Nähtisch. Zuerst habe ich die Kaffeedose grundiert, dann die Motive (Blumen und Punkte hatte ich noch von früher) mit Serviettenkleber aufgetragen


Stoffbeschwerer, die man braucht, wenn man das Schnittmuster aufsteckt oder ausschneidet

Das Reispapier hat mich überzeugt, denn es knittert nicht so schnell und ist weniger durchscheinend.

Wenn Sie die Serviettentechnik ausprobieren möchten, haben Sie am Samstag eine schöne Gelegenheit dazu:

Ilse Heines, die Sie vielleicht schon aus anderen meiner Blogbeiträge kennen und die mir das Reispapier geschenkt hat, ist mit dabei und bietet einen Mitmachstand für Serviettentechnik an.



Morgen stelle ich Ihnen eine Traumsammlerin vor.

Zu kopflastig (MB)

Als Co-Autor dieses Blogs muss ich jetzt natürlich auch alle Beiträge lesen, um nichts doppelt zu schreiben. Am Wochenende arbeitete ich einige Themen ab und merkte dabei, wie mir immer schwerer ums Herz wurde. Um es direkt zu sagen: Linda, ich finde Deinen Blog zu kopflastig! Erzähl doch wenigstens ab und zu mal einen Witz, werde lockerer! Ich habe auch einen Beweis für Deine Kopflastigkeit. In Deinem Studio liegen überall solche Köpfe und Figuren herum. Dann doch lieber Papierperlen, mit denen kann man wenigstens spielen und sie unter die Schränke kicken.


Bin bespannt, ob sie auf meine Kritik morgen reagiert!

Wirklich einfach

Heute möchte ich Ihnen mein zweites „Supereasy“-Nähprojekt vorstellen. Im Vergleich zum ersten Nähversuch war dieses Kleid wirklich einfach zu nähen.

Dies ist mein erstes Kleid. Ich weiß, es sieht vielleicht lappig aus, aber den Stoff mit kleinen Spiralen hatte ich wegen meiner Lieblingsohrringe gekauft.

Auf der anderen Seite kann man so einen neutralen Stoff schön mit vielen anderen Sachen kombinieren. Hier ein Beispiel:

Mit einer blauen Weste, einem breiten Gürtel oder einem Pullunder geht es auch. Sicherlich werde ich mir aber später noch einmal das Schnittmuster vornehmen und dann einen auffälligeren Stoff benutzen.

Morgen fahre ich mit Ihnen nach Solingen-Wald, wo man einen netten Nachmittag verbringen kann, wenn man einen gewissen Humor besitzt.

Für ein Stündchen in Afrika

Diese Woche wird sehr musikalisch- Ihre Ohren werden staunen! Ich fange aber mit etwas musikalisch leicht Verdaulichem an.

In einem französischen Radiosender hörte ich vor ein paar Tagen dieses Lied und in meinem Hobbyraum machte sich gleich gute Laune breit. Da musste ich doch gleich das passende Video heraussuchen:

Ob von der Musik inspiriert oder als karnevalistische Nachwirkung produzierte ich an diesem Nachmittag noch einige Maskencollagen. Als Untergrund nahm ich wie letzte Woche schon ein Foto, die Gesichter sind gemalt, aufs Foto geritzt oder mit Müllschnipseln gestaltet.

Morgen reise ich musikalisch vom tiefen Süden in den ganz hohen Norden.

Fotoübermalung

Ich habe eine ganze Kiste voller Fotos, die sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen angesammelt haben. Urlaubsbilder, bei denen ich selbst nicht mehr weiß, wo sie aufgenommen wurden, Ferienfotos von Bekannten, Schnappschüsse von Feiern und viele andere Motive. Wegwerfen kam nicht in Frage, aber neu gestalten, das war eine Option. So fing ich an, die Fotos zu übermalen, mit Mustern zu versehen oder zu bestempeln. Die Fotos wurden von mir quasi „weitergedacht“. Hier ein paar Beispiele:

Aus dem Niederrhein wird das Mittelgebirge


Die Zielperson ist…


Munch-Stimmung


Remake des Films „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.

Den morgigen Beitrag widme ich dem Dirigenten Kent Nagano.