Musikalisches Gedenken

Vor ein paar Tagen lernte ich den polnischen Komponisten Wojciech Kilar kennen. Er lebte von 1932 bis 2013. Für über hundert Filme schrieb er die Soundtracks, darunter zu „Der Pianist“ von Polanski oder „Bran Stoker‘s Dracula“ von Francis Ford Coppola. Für den Film „König der letzten Tage“ komponierte er u.a. ein „Agnus Dei“ und dieses Stück passt für mich besonders gut zu dem heutigen Tag.

Geben Sie dem Lied ein bisschen Zeit, es entwickelt sich langsam. Wenn möglich, hören Sie es laut, am besten über Kopfhörer.

Glocken, die verlocken

In Asten, in der Nähe von Eindhoven, gibt es das Klok&Peel Museum. Es liegt am Rande des Naturschutzgebietes „De Groote Peel“, in dem man noch wenige Überreste eines alten Hochmoores findet. Ein Teil des Museums nimmt sich dieses Themas an. Es geht um Fauna und Flora, die Geschichte des Moores,

wie auch um das bäuerliche Leben in diesem Gebiet. Ein aktueller Bezug wird ebenfalls hergestellt, denn es wird ausführlich auf die Bedeutung von Mooren für das Klima eingegangen und auf die Gefahren, Moore weiter zu zerstören, sei es durch Abbau des Torfs oder Verschmutzung.
Ich fand das Thema im Prinzip sehr interessant, aber die Beschriftungen sind leider nur in niederländischer Sprache und da reichten meine Kenntnisse nicht aus. Auch mochte ich nicht die vielen ausgestopften Tiere.
Kommen wir zu „Klok“.Dahinter verbirgt sich ein einzigartiges Glockenmuseum. In Asten gibt es eine berühmte Glockengießerei, woraus sich der Standort des Museums ergab.

Kommt man beim Museum an, fallen direkt mehrere Glockentürme auf:

Im Gebäude selbst gibt es verschiedene Abteilungen. Ausführlich wird gezeigt, wann Glocken in den verschiedenen Erdteilen zum ersten Mal zum Einsatz kamen, welchen Zweck sie erfüllten und wie unterschiedlich sie früher und auch noch heute aussehen.

Oben links Bronzeglocken aus China, ca. 1600 v.Chr. Sie wurden am Hof zu Ehren der Kaisers geläutet. Darunter thailändische Glöckchen, die als Schmuck benutzt wurden. Auch in Südamerika waren Glocken Schmuckstücke. Unten eine mit Glocken bestückte Maske aus Afrika, die böse Geister verscheuchen sollte. Großes Bild: Alte Tempelglocken aus Miramar, die zur Liturgie gehörten.

In einem anderen Raum ist eine alte Glockengießerei eingerichtet, in der man die einzelnen Schritte zur Herstellung einer Glocke nachverfolgen kann.

Was mich am meisten beeindruckte ist die Sammlung alter Glockenspiele und die damit verbundenen mechanischen Zeitmesser. Das älteste Glockenspiel stammt aus dem 16. Jahrhundert. Bei einigen Glockenspielen wird mit einem Foto dokumentiert, aus welcher Kirche sie stammen und man hat sogar die Möglichkeit, selbst ein Glockenspiel zu bedienen.

Mehrere der ganz alten Glockenspiele werden auf Wunsch vom ehrenamtlichen Personal bedient und zur vollen Stunde kommt man dann auch in diesen Genuss:

Ein bisschen Kritik muss ich loswerden: In dem Glockenmuseum waren die Beschriftungen teilweise auch in englischer Sprache. Es gibt kostenlose deutsche Audioguides, die uns beim Kauf der Kasse aber nicht angeboten wurden. Wir erfuhren erst am Ende unseres Rundgangs davon.
Sehr enttäuscht waren wir vom Café. Wir waren an einem Mittwoch da und hofften, mittags eine Kleinigkeit zum Essen zu finden. Es gab ein bisschen trockenes Gebäck, auf unsere Frage, ob es auch etwas Herzhaftes gäbe, sah man in der Küche im Kühlschrank nach und fand zwei Wraps vom Sonntag. So fuhren wir in die Mitte von Asten, wo es auf dem Marktplatz mehrere Restaurants gibt.

Ich möchte den Beitrag aber nicht negativ beenden. Auf dem Gelände befindet sich noch ein schöner Garten und eine Wiese, auf der Kinder Krocket spielen können. Überhaupt wird für Kinder viel getan, in den Museen können sie viel ausprobieren. Dank der direkten Lage am Naturschutzgebiet kann man dort noch einen schönen Spaziergang oder eine Radtour machen. Ein Tagesausflug, der sich lohnt!

Mitte rechts: Auch draußen konnte man Glocken aktivieren, in dem man auf die einzelnen Felder trat.

Ideen in einem Konzert

“Ich hab da mal eine Idee!“- Diesen Satz hörten wir am Freitag mehrmals, als wir ein Konzert in der Wuppertaler Immanuelskirche besuchten.

Der Pianist und Komponist Martin Kohlstedt war zu Gast. Er kam auf die Bühne und legte sofort los.

Das erste Werk gefiel mir schon sehr gut und ich dachte:“Hoffentlich nennt er gleich den Titel.“ Stattdessen begrüßte er die Zuschauer und merkte an, dass dies ein guter Abend würde. Er hätte gerade mit der ersten Improvisation gerne immer weiter gemacht. Von wegen Titel. Auch die nächsten Musikstücke waren hauptsächlich Improvisationen, an deren Entstehen er sein Publikum teilhaben ließ. Klavier, Fender Rhodes und Loopgerät boten unzählige Möglichkeiten, aus denen Kohlstedt, nach dem er „ da mal eine Idee „ hatte, großartige Musik hervorzauberte.
Zum Ende des Konzerts spielte er dann ein paar „Evergreens“, wie man an der Reaktion des Wiedererkennens beim Publikums erkennen konnte.
Martin Kohlstedt war sichtlich gerührt, dass er vor ausverkaufter Kirche spielte und meinte, dass dies in der heutigen Zeit wie eine Goldmedaille sei. Seine Kommentare im Laufe des Konzerts waren sehr sympathisch, wurden sie doch von leichter Ironie begleitet.
Ich denke, dass wir Glück hatten, Martin Kohlstedt zum ersten Mal in einer Kirche erleben zu dürfen. Die Atmosphäre, die Beleuchtung und die Akustik sorgten für einen ganz besonderen Konzertabend.

Zum Abschluss nun zwei Hörbeispiele. Die Musik auf seinen CDs kann mit der Musik, die wir im Konzert gehört haben, nur bedingt verglichen werden. Auf den CDs hört man zumeist meditative Musik, „KSY“ ist ein Beispiel.
Wenn Sie darunter in die Konzertaufzeichnung „Ströme“ hinein hören, bekommen Sie eher eine Vorstellung von einem Kohlstedt Konzert. Bei uns fehlte der Chor, diesen Part übernahm ein Syntheziser.

Kloster Steyl bei Sonnenschein

Im Dezember 2016 berichtete ich über meinen Besuch in Steyl an einem trüben Tag. (Siehe unten). Damals besuchte ich das Museum, dieses Mal bestimmte das schöne Wetter die Besichtigungspunkte.
Neben dem Kloster gibt es den Jochumhof, zu dem ein botanischen Garten gehört. Hinter dem Eingang (Eintritt 3 Euro) schließt sich direkt ein naturbelassener Teil an, der auf den ersten Blick nicht so recht zu einem botanischen Garten passt. Doch nach ein paar Minuten wird man eines Besseren belehrt. Sammlungen exotischer Pflanzen lösen sich mit verschiedenen Gartenthemen ( z.B. Steingarten, Rosengarten usw.) ab.

Am Ende des botanischen Gartens liegt das „Grand Café“ direkt an der Maas gegenüber von Lottum.

Empfehlung: Apfelkuchen mit Zitronencreme…

Nach der Pause gingen wir zuerst ein bisschen an der Maas spazieren, danach besuchten wir den Klostergarten. Holen Sie sich vorher in der Touristeninformation eine Karte, um den ganzen Garten zu erkunden. Wir taten es nicht und haben leider nicht alles gesehen.

Oben links: Im Garten ist auch das Atelier eines Bildhauers. So ist der Teufel auch nicht weit…Darunter: Im Garten gibt es auch zwei Grotten und schöne stille Plätze. Rechts: Teil eines Kreuzgangs.

In dem Klostergarten entdeckten wir auch eine kleine Kapelle (links). Rechts zwei Fotos aus der Doppelkirche des Missionshauses St. Michael. Oben die Oberkirche, die nur sonntags und an Feiertagen geöffnet ist, unten ein Fenster aus der Unterkirche, in der täglich Gottesdienste stattfinden.

Möchte man sich vor der Rückfahrt noch stärken, empfiehlt sich ein Besuch des Gasthauses „Vaerhuis“.