Sibiriens vergessene Klaviere Nr. 1

Dieses Buch beendete ich am Wochenende und widme ihm die nächsten drei Blogbeiträge.
Zuerst möchte ich Ihnen die Dame vorstellten, die „Schuld“ daran trägt, dass das Buch geschrieben wurde. Es ist die Pianistin Odgerel Sampilnorov aus der Mongolei. Die Buchautorin besuchte einen Freund in der Mongolei und lernte dort die Musikerin kennen. Sampilnorov spielte in einer Jurte (landestypisches Zelt) auf einem alten Steinway Stutzflügel Stücke von Bach und Roberts war fasziniert von ihrem großen Können. Wie würde die Musik erst klingen, wenn Sampilnorov einen besseren Flügel besäße? Daraus entstand eine Art Schnapsidee, so dass Roberts sich schließlich aufmachte, in Sibirien einem ehrwürdigen Flügel für die Pianistin zu finden. Diese Suche dauerte insgesamt gute zwei Jahre und ist Inhalt des Buches.

Zurück zu Odgerel Sampilnorov. In den beiden Musikvideos spielt sie Stücke des mongolischen Komponisten B. Sharev. Lassen Sie sich verzaubern!

Übermorgen erzähle ich Ihnen noch mehr über das Buch.

Ein Tipp für das Klavier-Festival Ruhr

Letzte Woche wurden die Programme für das o.g. Festival verschickt. Sollten Sie auch vorhaben, das ein oder andere Konzert zu besuchen, so habe ich einen Tipp für Sie:

Es fällt schwer, ruhig sitzen zu bleiben und keine Wippbewegungen mit dem Kopf zu machen…

Und das steht über die Künstlerin im Programmheft:

Einen weiteren Tipp finden Sie unter den „Related Posts“. Einfach mal „Vorfreude auf eine Verabredung“ anklicken, dieser Künstler ist auch Gast des Festivals.

Kein Tag ohne Musik

Gestern stellte ich Ihnen das linke Buch vor, heute folgt das rechte. Schuld daran in das linke.

In dem Buch über Martha Argerich wird u.a. erzählt, dass sie kurz vor dem ersten Konzert zusammen mit Leonard Bernstein als Dirigent spontan beschloss, nicht aufzutreten. Eine Ersatzbesetzung fürs Klavier war nicht so schnell zu bekommen, also entschloss sich „Lenny“, selbst das Klavier zu bespielen und mit den Augen sein Orchester zu dirigieren. Das beeindruckte mich so sehr, dass ich beschloss, mich einmal wieder mit der Person Bernstein zu befassen. (In der Vergangenheit habe ich mir schon einige seiner Veranstaltungen, in denen er Musik Kindern erklärt und zwei kurze Interviews auf YouTube angesehen und bin seitdem „Fan“).

Ich wählte dieses Buch von 1990 aus, weil es das letzte ausführliche Interview vor seinem Tod wiedergibt. Jonathan Cott und Bernstein verstehen sich auf Anhieb gut und das Interview dauert über 6 Stunden bis nachts um drei.

Die Themen sind sehr vielfältig. Das ewige Lernen ist z.B. eine Herzensangelegenheit von Bernstein und damit u.a. verbunden das Heranführen von Kindern an klassische Musik. Bei der U-Musik ist er sehr kritisch, denn die meisten Lieder sind auf schnelle Befriedigung des Musikbedarfs aus und lassen bei Langzeitkonsum den Zuhörer verblöden.

Neben der Musik kommen die Religion und die Politik noch zur Sprache, dazwischen erzählt Bernstein immer wieder kleine Anekdoten von Begebenheiten mit anderen Prominenten oder bei seinen eigenen Musikprojekten.

Leonard Bernstein ist voller Unrast. Er will jeden Tag auskosten, d.h. jeden Tag in irgendeiner Form sich mit Musik beschäftigen und Neues lernen. Er ist sehr klug und hat ein phänomenales Gedächtnis, beim Lesen des Interviews nahm meine Bewunderung für diesem Mann noch einmal zu.

Zum Schluss komme ich noch einmal auf das Dirigieren mit den Augen zurück: Hier ist der Beweis:

Boléro ist keine Musik

Momentaufnahmen aus dem fünften Lebensjahrzehnts des berühmten Komponisten verknüpft der Autor in diesem schmalen Roman.

Ravel ist berühmt, die Musikwelt liegt ihm zu Füßen. Doch glücklich ist er nicht. Er hat keine Familie und lebt alleine in seinem Haus in der Nähe von Paris. Er schläft kaum und seine Gesundheit ist angeschlagen. Allein die Lust zu rauchen, sich stilvoll zu kleiden und die Treffen mit seinem alten Freund Jacques bringen ihm ein bisschen Lebensfreude. Trotz der Mahnung des Arztes, sich zu schonen, geht er auf große USA Tournee. Er wird dort frenetisch gefeiert, wenngleich sein Klavierspiel nicht das höchste Niveau hat. Wieder zurück in Frankreich, geht es Ravel schlechter, auch langweilt er sich. Fast aus Verzeiflung nimmt er den Auftrag der bekannten Tänzerin Ida Rubinstein an, ein Ballett zu vertonen. Das Resultat: Boléro. Dieses Stück wird sein berühmtestes, obwohl er selbst meint, dass diese Komposition gar keine richtige Musik ist. Der Erfolg verbessert Ravels persönliche Situation nicht. Er verfällt zunehmend, die Ärzte können nicht mehr helfen.

Boléro stellte ich Ihnen letztes Jahr in einem anderen Zusamnenhang vor. Deshalb hier eine andere Komposition von Ravel

Morgen wird es super easy oder auch nicht.

„Meine“ Instrumentenmischung

Zwei Lieder, die mit einer Trommel und einem Klavier gespielt werden, diese muss ich einfach gut finden…Dieses ist ein schönes Stück für eine Miniauszeit.

Nummer zwei ist eher etwas, um aufgepeppt zu werden, wenn man einen Durchhänger hat.

Morgen präsentiere ich Ihnen das Resultat einiger „Leserbriefe“.

Peace Piece

Frieden…sei es für Völker, Familien, Ehepartner oder mit sich selbst. Ein so schönes Klavierstück, das aber auch zeigt, das Frieden nicht einfach ist und man um ihn kämpfen muss.

Wünsche allen meinen Lesern und Leserinnen Gesundheit, schöne Momente und eben diesen Frieden!

Morgen kehre ich in mein Studio zurück und zeige ein paar neue Ideen.

 

Igor Levit- mein „Klavierheld“

Am Samstag waren wir in der Düsseldorfer Tonhalle in einem Klavierkonzert mit Igor Levit. Es war das erste Mal, dass wir ihn live sahen. Auf dem Programm standen Teile aus seinem neuen Album, u.a. Stücke von Bach, Wagner und Meyerbeer, die von Brahms, Liszt und Busoni bearbeitet worden sind. Levit begann mit Ciaccona aus der Patita d-Moll für Violine solo von Bach, bearbeitete von Brahms als  Klavierstück nur für die linke Hand. Ich war hin und weg. Diese Begeisterung setzte sich bei mir durchgehend fort, das Konzert hatte etwas Magisches. Das drückte sich auch darin aus, dass andere Zuhörer zu husten vergaßen und es eine fühlbare Konzentration im Saal gab. Mit dem Trailer ( s.u.) versucht Levit, die Neugierde auf sein Album zu wecken. Wenn Sie ein Weihnachtsgeschenk für jemanden suchen, der klassische Musik und insbesondere Klaviermusik liebt, dann lege ich Ihnen die CD sehr ans Herz.

Wir sind große Daniil Trifonow Fans. Auf YouTube gibt es einen Clip, in dem er ebenfalls das Stück für die linke Hand spielt. Welch ein Unterschied zu Levit! Mein Mann brachte es auf den Punkt : Für Trifonow ist das Klavier ein Instrument und er ist der perfekte Techniker (ich ergänze: mit viel russischer Seele), Levit und Klavier sind zwei Teile, die sich komplettieren.(Ich: Levit spielt intellektuell und erinnerte mich teilweise an das Spiel vom Jazz Pianisten Keith Jarrett).

Was für ein Musikabend, was für schöne Aussichten, weitere Einspielungen von Levit für sich noch entdecken zu können.

Achtung: Der morgige Beitrag erscheint nicht wie üblich schon nachts, sondern erst um ca. 9 Uhr, da ich ihn erst morgen früh beenden kann.