Schütteln Sie bei Sumo auch den Kopf?

Der Grund, warum wir nach Paris gefahren sind, war ein Schaukampf der besten Sumoringer Japans.

Mein Mann und ich sehen Sumokämpfe seit den 90er Jahren an, erst bei der BBC, jetzt bei dem japanischen Sender „NHK World“. Alle zwei Monate kämpfen an 15 Tagen in der Profi-Liga vierzig Sumoringer gegeneinander und der Sender zeigt täglich in englischer Sprache einem Zusammenschnitt der Kämpfe.
Wir haben schon mehrmals versucht, für die Liga in Japan Eintrittskarten zu bekommen, doch dies ist uns bisher nicht gelungen, da die weltweite Popularität von Sumo immer mehr zunimmt. So waren wir sehr glücklich, als wir in diesem Jahr Karten für Paris bekamen.
Als wir das in unserem Bekanntenkreis erzählten, schüttelte die meisten nur ungläubig den Kopf und fragten nach den Gründen, warum wir dafür Geld ausgeben würden. Vielleicht ist Ihnen der Sumokampf auch fremd und Sie möchten etwas mehr wissen?
Mein Mann war ehemaliger Judokämpfer und am Anfang war er alleine der Fan, da er in den Sumokämpfen auch einige Judotechniken wiederfand. Er konnte das Können der Kämpfer ermessen, während ich anfänglich auch meine Schwierigkeiten hatte, diesen Kämpfen, die manchmal nur wenige Sekunden und fast nie länger als 2 Minuten dauerten, etwas Interessantes abzugewinnen. Doch je mehr ich zusah, desto mehr entdeckte ich die unterschiedlichen Mentalitäten, bzw. Persönlichkeiten der Teilnehmer. Die meisten stammen aus Japan, doch damals war Akabono von Hawaii beispielsweise ein Star und heute sind Kämpfer aus der Mongolei oder der Ukraine mit dabei. Manche versuchen, mit technischen Würfen den Gegner zu besiegen, dann gibt es diejenigen, die den Gürtel des anderen nicht berühren und nur schieben und stoßen, um den Gegner aus dem Ring zu drängen. (Diese Männer gehören nicht zu meinen Lieblingen). Es gibt Kämpfer, die beide Kampfweisen auf intelligente Weise kombinieren, andere haben die abgeklärte Aura eines Buddhas und dann treten dort Männer auf, die wie ein Stier unter Strom im Kampfring stehen. Ja und dann gibt es noch Ura. Das Wort „Ura“ beschreibt auf japanisch die „verborgene, geheime oder nicht sichtbare Seite einer Sache“, d.h. der Kämpfer, der diesen Namen trägt, ist immer für eine Überraschung gut. Sie können sich denken, dass er mein Favorit ist. Hinzu kommt, dass Ura, entgegen des üblichen Verhaltenskodex, keine Emotionen zu zeigen, häufig auch lächelt und mit seinem pinkfarbenen Gürtel aus den sonst eher dunklen Gürteln heraussticht.

Links oben: Kirishima (Mongolei) und der 21 jährige Aonishki (Ukraine), beide Anwärter auf den höchsten Titel im Sumo, dem des Yokozunas. Für mich sind die beiden die geistreichsten Kämpfer.
Beeindruckend ist die Lebensgeschichte des jungen Aonishki, wie er aus der Ukraine flüchtete: https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/sport/sumostar-aonishiki-wird-nach-flucht-aus-ukraine-erster-ozeki-des-landes-370285/

Rechts oben: Links Hoshoryu, einer der beiden derzeitigen Yokozunas und für mich der „Kampfstier“, rechts Kotozakura, im darunter liegenden Rang des Ozekis und einer der beiden „Goliaths-siehe weiter unten im Text- mit ca. 180 Kg bei 1,89 m Größe.
Unten links: Mein „Schätzeken“ Ura, sein Gegner Fujiryoga hat inzwischen bei mir auch eine Sonderstellung, dazu aber später noch mehr.


So viel zu den Kämpfertypen. Was mich aber ebenso fasziniert ist die Tatsache, dass dieser Sport, der ca. 2000 Jahre alt ist, mit all seinen Ritualen bis heute fast 1 zu 1 aufgeführt wird. Der Sumokampf ist dabei nur ein Mosaiksteinchen dieser alten Tradition.
Die Ausbildung der Kämpfer, ihre Aufmachung (Haare und Gürtel), die begleitende Trommelmusik, der Gesang, der Bau des Kampfrings, der während mehrerer Tage aus Lehm, Reisstrohballen und Sand Händen und Füßen errichtet wird, die traditionellen Gewänder der Schiedsrichter- es gibt so viele Details, die zu beachten sind und vieles davon konnten wir uns in Paris ebenfalls ansehen.

Die Veranstaltung fand in der Accor Arena im Stadtteil Bercy statt. In die Halle passen ca. 20000 Zuschauer und sie war an zwei Tagen ausverkauft. Die Veranstaltung sollte um 14 Uhr beginnen, doch wir waren schon früher da, um uns in Stimmung zu bringen. Schnell kam man mit anderen Sumofans ins Gespräch, diverse T-Shirts zeigten, wer von wem Fan war. Bereits draußen begann man mit dem Schlagen einer Trommel, um den bevorstehenden Beginn anzuzeigen.

Rechts: Die Fahnen der Sponsoren, darunter die Halle und der Trommler. Daneben Fans- es gibt keine Altersbeschränkung, die Zuschauer waren aus vielen Ländern angereist.

Vor den Kämpfen wurde gesungen, man zeigte, wie die Haare frisiert werden und demonstrierte das Binden des speziellen Yokozuna- Gürtels „Tsuna“.

Oben rechts: Vor Kampfbeginn werfen beide Männer Salz in die Luft, um den heiligen Ring symbolisch von bösen Geistern zu reinigen, bitten damit die Götter um Schutz vor schweren Verletzungen und beten für einen fairen und sicheren Kampf. 
In der Mitte: Onosato ist der zweite amtierende Yokozuna und ihm wird der 20 Kilo schwere Tsuna umgelegt.
Links unten: Der Gewinner des letzten Kampfes bleibt am Ring und reicht dem nächsten Kämpfer auf seiner Seite Wasser. Er gibt damit symbolisch seine „Siegesenergie“ weiter. Mitte und rechts: Die beiden Kämpfer taxieren sich und schüchtern den jeweiligen Gegner ein, sei es durch ein böses Gesicht, dem lauten Klatschen auf den Bauch oder wie im Fall des Ringers Kotoeiho durch die Demonstration großer Körperbeherrschung. (Wie hoch kommen Sie mit Ihrem Bein ? 😉 )
Man merkte, dass das Publikum nur „vom Fach“ war, alle waren sehr aufmerksam und an den richtigen Stellen still. Trotzdem herrschte, im Gegensatz zu den Kampftagen in Japan, eine entspannte Stimmung und wir sahen plötzlich viele lächelnde Sumokämpfer. Das war für mich der schönste Augenblick, es sind freundlichen Menschen und keine Kampfmaschinen.

Links Abi, ein Ringer,den ich wegen seines äußerst aggressiven Schläger-Kampfstils überhaupt nicht mag. Aber als er so durch das Publikum ging, gewann er bei mir Sympathiepunkte. Rechts der Yokozuna Onosato, dessen Auftreten ansonsten eher an einen abgeklärten Buddha erinnert.

Vor den Schaukämpfen untereinander hatten die Sumokämpfer sich noch einer schweren Aufgabe zu stellen: Sie mussten gegen den hochmotivierten jungen Nachwuchs kämpfen. Das war sooo niedlich anzusehen….

Die derzeitigen besten Sumokämpfer sind ca. zwischen 1,76 und 1,94 m groß und wiegen ca. zwischen 125 und 198 Kilo. Wir haben sie alle live erlebt und rieben uns die Augen, als wir sahen, wie leichtfüßig der schwerste Kämpfer Atamifuji (links) aus dem Schneidersitz aufstand. Wir haben aber auch gesehen, wie dieser Mann gegen einen anderen Kämpfer (rechts) verloren hat, der bei uns den Spitznamen „Speedy Mouse“ trägt (1,74, 125 Kg). Der kleine Kämpfer zwingt den großen durch Schnelligkeit zu Bewegung im Raum. Da geht dann „Goliath“ schnell die Luft aus und David kann gewinnen.

Zum Schluss ein Kampf:

https://youtu.be/oAZMi-x6B-w

Ich habe einen auf You Tube ausgewählt, der nicht nur allein den Kampf zeigt, sondern zuvor auch das Taxieren der beiden Ringer. Das Besondere an diesem Film ist, dass man nach dem Kampf fliegende Sitzkissen sieht. Das ist eigentlich strikt verboten, passiert aber trotzdem, wenn ein Yokozuna von einem Kämpfer eines niedrigeren Ranges besiegt wird und die Zuschauer ihre Begeisterung darüber zeigen möchten.

Dieses Plakat hängt jetzt bei uns zuhause. Bekäme ich die Gelegenheit, ich würde jederzeit wieder eine Live-Veranstaltung besuchen.

P.S. Noch kurz zurück zum Ringer Fujiryoga. Er begegnete uns einen Tag später im „Musée Louis Vuitton“, das er mit seiner Freundin besuchte. Auch hier befolgte er die strenge Tradition und trug einen Kimono.

Das Wasser wird knapp- Mein Wassertagebuch

Es brennt, es ist heiß- man liest es überall und sieht es. Was mich jeden Tag noch mehr bedrückt ist die Tatsache, dass nach meinem Eindruck viel zu wenig über das Wasser gesprochen wird. Es wird immer knapper, was kommt da noch auf uns zu? Diese Gedanken kamen mir in den letzten Tagen, ich muss sie einfach mal loswerden.

26.7.2026: Ich erinnere mich plötzlich an einen Roman, bei dem es um das Thema Wasserknappheit ging. 2018 muss ich ihn gelesen haben. Genaues über den Inhalt weiß ich nicht nicht mehr, doch brannten sich mir damals im wahrsten Sinne des Wortes Bilder ins Gehirn und ich hoffte damals, dass es nie soweit kommen würde:

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit. (Inhaltsangabe von der Verlagsseite).

27.07.2026
Anstatt die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass das Wasser knapp wird, verkündet man in Duisburg, dass mittelfristig genug Wasser da sei, d.h. füllt eure Pools, wascht die Autos, duscht, solange ihr wollt und gießt euren Garten bis sich Pfützen bilden. Dieser Beitrag erschien heute in der Rheinischen Post:

Screenshot

Was heißt „mittelfristig“? In diesem Artikel kommt nicht vor, dass im Duisburger Stadtteil Ungelsheim Gärtner, die einen 15 Meter tiefen Brunnen auf ihrem Grundstück haben, kein Wasser mehr aus ihrem Brunnen bekommen. Der Grundwasserspiegel ist schon so weit gesunken.
Ich bin gespannt, wann die Stadt Duisburg zurückrudert und Verbote ausspricht.

Dabei könnte jeder jetzt schon freiwillig dazu beitragen, etwas Wasser zu sparen. Als älteres Semester erinnere ich mich gut daran, dass es früher üblich war, nur einmal pro Woche zu baden. An den anderen Tagen wurde der Waschlappen genommen- wir haben nicht gestunken!
Wenn man an den heißen Tagen duscht, warum nicht einen Eimer mit in die Duschwanne stellen und zumindest einen Teil des Wassers sammeln, um Böden damit nass aufzuwischen?
Auch wären wir früher nie auf die Idee gekommen, Zähne bei laufendem Wasser zu putzen. Wir füllten den Zahnbecher mit Wasser, das reichte.

Das hört sich lächerlich an? Wenn jeder seine Gewohnheiten etwas umstellen würde, kämen wir weiter.

Vor zwei Jahren installierten wir zwei Wassertonnen, um das Wasser vom Garten-bzw.Wohnhausdach aufzufangen. Diese 500 Liter Fässer sind inzwischen leer. Ich nehme weiterhin die gute alte Gießkanne und gieße die Pflanzen punktgenau an der Wurzel. (Nicht jeden Tag, sondern erst dann, wenn man ihnen den Durst ansieht. Viele Pflanzen sind resistenter als man denkt.)
In der Nachbarschaft wird automatisches Gießen bevorzugt. Spart natürlich Zeit, aber dabei erreicht das Wasser teilweise gar nicht den Boden und bleibt oben auf den Blättern.

28.07.2026
Mich nerven alle im Radio, die von einem supersonnigen Ferientag bei 30 bis 32 Grad reden und versprechen, dass das Wochenende nicht von Regen gestört wird.

29.07.2026
Lese meine alten Blogbeiträge zum Thema Wasser und merke, dass das Thema mich schon länger umtreibt. Der Wasserturm-Artikel von 2023 ist besonders ergiebig.

30.07.2026
Müssen es immer neue T-Shirts oder Blusen sein, wenn vorne ein Fleck nicht weg geht? Für die Herstellung eines T-Shirts benötigt man 16000 Liter Wasser. (Na und? Die T-Shirts werden doch nicht in Deutschland produziert, dann kann mir das doch egal sein. Nö, denn wenn die Menschen in den Produktionsländern kein Wasser mehr finden, müssen sie in Länder fliehen, wo es noch Wasser gibt.)
Hier ein paar Anregungen, wie man Fleckenkleidung „retten“ kann:

Oben links: Manchmal reicht schon eine kleine Stickerei oder man geht die Fleckenbeseitigung großflächig an. (Rechts daneben Blume aus Stoffresten, darunter aus 2 mach 1: Das Känguru stammt von einem fast 40 Jahre alten T-Shirt, das ich bisher aus Erinnerungsgründen nicht entsorgt hatte.) Links unten: Meine „Schneeflockenbluse“, bestehend aus altem Hemd und Untersetzern für Likörgläschen.

31.07.2026
Wie passend! Heute trudelten zwei Rechnungen von den Duisburger Wirtschaftsbetrieben ein. Es geht um die Schmutzwassergebühren und die Jahresrechnung Wasser. Wir bezahlen für Frischwasser zukünftig 30 Euro/Monat bei einem Verbrauch von 69 Kubikmeter (= 69.000 Liter). Falls Sie einmal Ihren Verbrauch vergleichen möchten: Ein Zwei-Personenhaushalt verbraucht im Jahr durchschnittlich 90.000 Liter).

01.08.2026
Beim Aussortieren von Büchern habe ich noch einen Titel entdeckt, den ich 2015 gelesen habe:

In England regnet es nicht mehr, eine Dürre überzieht das ganze Land. Nur auf dreißig Morgen Land im Westen der Insel fällt noch Regen. Ruth und Mark, denen »die Quelle« auf ihrem Grundstück gehört, haben noch Wasser. Aus ihrem früheren Paradies wird die Hölle, denn immer mehr Menschen drängen auf ihr Land.

Auch hier gibt es einen aktuellen Bezug: Große Supermarkt-oder Getränkefirmen haben die Erlaubnis, für kleines Geld Millionen von Kubikmeter Trinkwasser aus dem Boden zu pumpen. Wenn das Trinkwasser in den nächsten Jahren knapper wird, reiben sich diese Firmen die Hände, wenn sie das Wasser immer teurer verkaufen können. Dem könnte das Umweltministerium jetzt noch einen Riegel vorschieben, man sollte ihn mit seiner Unterschrift daran erinnern:

https://aktion.campact.de/s/ZJtfx8aV


02.08.2026
Wenn wir uns mit Freunden treffen, kommt das Gespräch im Laufe des Abends immer auf das Thema Hitze. Mehrheitlich gibt es Klagen, aber niemand gesteht oder will es wahr haben, dass diese Hitze nicht überraschend kommt.

1896 — Svante Arrhenius, schwedischer Chemiker und späterer Nobelpreisträger, berechnete als Erster, dass eine Verdopplung des CO₂-Gehalts in der Atmosphäre zu einer globalen Temperaturerhöhung von etwa 4–6 °C führen würde. Er erkannte damit als Erster, dass menschliche Aktivitäten (insbesondere die Verbrennung fossiler Brennstoffe) das Klima verändern könnten. Interessanterweise sah er die Erwärmung damals eher positiv, da er ein wärmeres Klima für Skandinavien als vorteilhaft erachtete.

1930er Jahre — Hermann Flohn und andere begannen, erste messbare Erwärmungstrends zu erkennen. Auch der deutsche Physiker Robert Döpel warnte bereits in den 1940er Jahren vor einer drohenden globalen Erwärmung durch steigenden CO₂-Ausstoß.

Ende der 1950er Jahre erlebte die Wiederbelebung der Theorie: Charles David Keeling begann 1958/1960 mit seinen berühmten Messungen auf dem Mauna Loa (Hawaii) und konnte erstmals kontinuierlich nachweisen, dass sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre tatsächlich stetig erhöht.

1960er Jahre — Syukuro Manabe entwickelte das erste funktionierende Klimamodell, das den Treibhauseffekt quantitativ simulieren konnte.

1979 — Erste Weltklimakonferenz in Genf: Hier wurde erstmals auf internationaler Ebene davor gewarnt, dass der Mensch das Klima unbemerkt verändert und die Erwärmung „messbar innerhalb weniger Jahrzehnte“ sein würde.

1988 wurde das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) gegründet, und dessen erster Bericht erschien 1990 — der die globale Erwärmung als ernsthafte Bedrohung offiziell bestätigte.

Seitdem gab es zig weitere Klimakonferenzen, die nur Empfehlungen aussprachen oder Ziele unverbindlich vereinbarten, die aber von den wenigsten Ländern erreicht werden. Dazu Parteien, die Klimaveränderungen leugnen, bzw. das Budget kürzen, um die Auswirkungen zu stoppen- das bringt mich in Rage.
Ich bin froh, dass ich gerade dieses Buch lese:

Ich fühle mich der Autorin Gabriele von Arnim sehr verbunden, auch für sie ist das Wasserthema belastend.

03.08.2026:
Kann nachts nicht gut schlafen. In meinen Mails landet ein Eintrag von Linkedin. Damit beende ich diesen Beitrag- vorerst.

Screenshot


Snooker live erleben-Wettkämpfe und „Zaubertricks“

Bevor ich mit dem neuen Beitrag starte: Letzte Woche hatte ich leider plötzlich technische Probleme und konnte den Artikel „Bretagne 2“ nicht beenden. Sollten Sie sich also gewundert haben, dass der Beitrag strubbelig war… Er ist inzwischen vollständig und ich habe ihn noch ergänzt. Vielleicht lesen Sie ihn ein zweites Mal?

Thema Snooker:

Am Samstag besuchten mein Mann und ich diese Veranstaltung in Hamm:

Durch Zufall sahen wir im Fernsehen Anfang Mai die Snooker-WM in Sheffield. Die Kämpfe waren so spannend, dass wir die Gelegenheit wahrnahmen, Akteure live zu erleben. Und es waren besondere Spieler! Jeder von ihnen war einmal oder mehrmals Weltmeister, ganz besonders Steve Davis (der Herr unter dem E) dominierte den Snookersport in den 80er Jahren.
Ca. drei Stunden tauchten wir ein in die Welt des Snookers. Ralf Kalb moderierte die Veranstaltung und er und auch die Spieler erzählten einige Anekdoten aus ihrem ereignisreichen Snookerleben.
In der ersten Runde, Frame genannt, spielten die vier gegeneinander. Besonders die beiden älteren Spieler, Steve Davis und Dennis Taylor, garnierten ihre Beiträge mit viel englischem Humor. Bei allen Teilnehmern blitzte immer wieder ihr großes Können auf und das Publikum hatte hier schon mehrmals Grund, frenetisch zu klatschen.


Im zweiten Frame stellten Davis und Taylor ihr legendäres Endspiel von 1985 nach, in dem Taylor den bis dahin unangefochtenen Weltmeister Davis vom Thron stieß.
Nach der Pause wurde es dann ernst, die beiden „Youngster“ Ken Doherty und Stephen Hendry spielten ernsthaft eine Partie, bei der an diesem Nachmittag Hendry beeindruckend dominierte – 108 zu 15 war das Ergebnis für den Schotten.

Ken Doherty hatte an diesem Nachmittag keine Chance
Stephen Hendry war ehrgeizig…Er hat auf YouTube übrigens einen eigenen Kanal zum Thema Snooker.

Bis zu diesem Zeitpunkt agierte die in der Snookerwelt berühmte Michaela Tabb als Schiedsrichterin. Sie war die erste Frau, die 2009 und 2012 das Endspiel einer Snooker-Weltmeisterschaft leitete, erst 2025 wurde zum dritten Mal wieder eine Frau eingesetzt. (Die auf dem Plakat zu sehende Maike Kessler war nicht dabei).


Im vierten Frame stellte ich mir schließlich die Frage, ob ich eine neue Brille brauche. Davis und Taylor zeigten sogenannte Trick Shots, bei denen die wahre Meisterschaft noch einmal besonders zur Geltung kam. Manchmal wurden dabei physikalische Gesetze in Frage gestellt.

Steve Davis versucht à là Dartsweltmeister Luke Littler mit einer Hand einen spektakulären Stoß.
Dennis Taylor bereitet seinen ersten Trick Shot vor.
Was hat Dennis Taylor hier vor? Sehen Sie sich dieses Video an:

https://youtube.com/shorts/VVuyjN3WD8M?si=CDC3Nr5XVR8fDls-

Wir verlebten einen sehr schönen Nachmittag, was die Veranstaltung angeht und ich würde sie jederzeit ein zweites Mal besuchen. Allerdings nicht in Hamm, denn hier ging es teilweise recht unprofessionell zu und man musste sich anstrengen, nicht die gute Laune zu verlieren.



IQ, EQ- und wie hoch ist Ihr KIQ = Künstlicher Intelligenz Quotient?

Der KIQ ist die Fähigkeit des Menschen, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sein Arbeitsleben und sein Privatleben zu gestalten und diese Fähigkeit wird in unserer heutigen Welt immer wichtiger.
Über Künstliche Intelligenz lesen wir z.Zt. jeden Tag in der Zeitung, mal Gutes, mal Schlechtes. Öfter höre ich: „Das will ich nicht, das brauche ich nicht!“ oder „Das ist nur eine Modeerscheinung!“ In China und Indien lernen bereits heute Kinder in der Schule den Umgang mit KI- ob Modeerscheinung da die richtige Einschätzung ist?
Ich wollte wissen, wohin die KI-Reise geht und welche Verbesserungen für mein Leben möglich sind und las dieses Buch:

Die beiden Autoren erklären kurz, was unter KI verstanden wird und geben einen Überblick, wie sich die KI seit dem 30.11.2022 entwickelt hat- an diesem Tag wurde die erste KI „Chat GPT“ für die Öffentlichkeit freigeschaltet. „Atemberaubend“ fasst den Werdegang in einem Wort zusammen. Das Buch zeigt die Bereiche auf, in denen bereits heute KI eingesetzt wird und welche Anwendungen zukünftig möglich sind. Auf die Gefahren und Probleme durch KI wird ebenso eingegangen.
Das Hauptanliegen des Buches ist allerdings, auf spielerische Weise den KIQ des Lesers/ der Leserin Schritt für Schritt zu erhöhen.

Schritt 1 ist ein Bild, das man sich immer wieder vor Augen führen sollte: Der Mensch lenkt und entscheidet, wohin die Reise geht, die KI unterstützt ihn dabei.

Foto einer Flusslandschaft mit einem Tandem, vorne sitze ich, dahinter die KI in Darstellung eines Roboters, der mir Antrieb gibt.

Schritt 2: Für mich persönlich der wichtigste Tipp: Ein kleines Heftchen parat legen, um Fragen aufzuschreiben, die man im Alltag gerne beantwortet hätte und zu notieren, welche Fragestellungen die befriedigendsten Antwortergebnisse brachten. Das habe ich gemacht und fand es bei meiner bewussten Selbstbeobachtung erstaunlich, wie viele Fragen tagsüber kurz in meinem Kopf aufploppen, aber bisher nie beantwortet wurden.

Schritt 3: Diese notierten Fragen der KI stellen. Und hier beginnt das Training, denn je detailierter die Fragen sind, desto präziser sind die Antworten. Das Buch bietet Aufgaben an, um ein Gefühl für gutes „Prompten“ ( =Fragen stellen, Arbeitsanweisungen geben), zu bekommen.

Ich habe das Buch durchgearbeitet und gelernt:
– Ja, man muss das Fragestellen tatsächlich üben und dabei Erfahrungen sammeln.
– Es blieb nicht bei der Beantwortung von Fragen, sondern langsam habe ich auch zusammen mit der KI für mich völlig Neues entwickelt. Ein Beispiel: Einen auf meine Wünsche zugeschnittenen 3-Monate-Übungsplan zum Thema Jazzpiano, bei dem die KI zum Sparringspartner wurde. Die KI fragt immer weiter, bis man durch die eigenen Antworten selbst das beste Ergebnis für sich erzielt hat.
– Man darf sein Gehirn nicht abschalten und alles kritiklos übernehmen. Die Plausibilität zu hinterfragen, ist oberstes Gebot. KIs neigen zum „Halluzinieren“, sprich, sie antworten ohne echtes Wissen, um überhaupt eine Antworten präsentieren zu können.

In der Arbeitswelt ist es in fast allen Sparten unerlässlich, sich mit den Möglichkeiten der KI auseinander zu setzen, um nicht in Kürze auf einem Abstellgleis zu landen. Dabei sollte man bedenken, dass durch KI die Arbeit auch wieder mehr Spaß machen kann, wenn man langweilige Arbeiten delegiert oder plötzlich neue Ideen für seinen Bereich bekommt.
Als Privatmensch weiter am „KI-Ball“ zu bleiben, trainiert mich für die Zukunft, wenn fremde Menschen mir ihre KI – Antworten/Fake News vorsetzen wollen. Ich hoffe, gewappnet und kritischer zu sein.
Die Gedanken, dass ich zukünftig ein Werkzeug an der Hand habe, das mir jederzeit meine Fragen in Sekundenschnelle erklärt, mit dem ich Probleme im Alltag besser lösen kann oder meine Kreativität große Unterstützung bekommt, empfinde ich als positiv.
Die KI erweitert meinen Horizont und deshalb werde ich sie auf mein Tandem öfter mal aufsteigen lassen.

Welche KI bevorzuge ich?

Wenn Sie googeln, wird Ihnen seit ein paar Monaten direkt am Anfang eine KI-Antwort präsentiert. Da ich den Umgang mit Benutzerdaten bei Google ablehne, kommt diese Nutzung nicht für mich in Frage.
Auch beim amerikanischen Chat GPT ist der Umgang mit Daten ein weites Feld, wie inzwischen hinreichend bekannt ist und ich habe inzwischen kein gutes Gefühl mehr bei der Benutzung von Chat GPT.

Die beiden Buchautoren sprechen sich für Perplexity aus, einer KI aus den USA, die in Privathand ist und auf Datenschutz achtet. Was mir daran nicht so gefällt, ist die Teilhaberschaft von Jeff Bezos, dem Inhaber von Amazon.
Eine zweite Empfehlung ist „Lumo“, eine KI aus der Schweiz, ins Leben gerufen von Wissenschaftlern des CERN Instituts ( u.a. Erfinder des World Wide Web). Bei ihnen hat die Privatsphäre der Benutzer oberste Priorität.
Vergleiche ich diese beiden KIs mit Autos, so spreche ich von einem BMW SUV und einem VW Caddy. Die „Pferdestärken“, bzw. Möglichkeiten von Perplexity sind beeindruckend und man wird von ihnen in das Weltall des Wissens katapultiert. Bei einigen Versuchen hat mich das teilweise überfordert und ich fand die Begrenztheit von Lumo für meine Zwecke völlig ausreichend. Sobald Lumo etwas nicht oder nicht genau weiß, wird darauf hingewiesen. Für mich ist das ein Pluspunkt.
Beide Anwendungen gibt es in einer kostenlosen Version und in einer Pro-Version. Nach einem Zwei-Wochentest, habe ich für 96 Euro/Jahr die Lumo-Pro Version abonniert.

Wem das Buch über den KIQ nicht weit genug geht bezüglich derzeitige Möglichkeiten, Zukunftsvisionen und Einordnung der Gefahren, dem empfehle ich dieses Buch. Es ist von 2025, also noch relativ aktuell. Es bietet viele Einsatz-Anregungen und Argumente, warum der Mensch von KI nicht abgeschafft werden wird. Der Schreibstil ist wie bei allen „Dummies“-Büchern locker und humorvoll.



Der Text dieses Beitrages wurde nicht von einer KI geschrieben. Das Tandemfoto habe ich mit der KI meiner Foto-App „Picsart“ erstellt.



„Cabo“, „No Thanks!“, „Hula Hoo“- Festtage = Spieletage?

Heute möchte ich Ihnen drei Kartenspiele vorstellen, die ich zusammen mit meiner Familie schon zigfach gespielt habe. Abgesehen von dem großen Unterhaltungswert haben alle drei den Vorteil, dass sie nur wenig Aufbewahrplatz benötigen, also auch auf Reise mitgenommen werden können.
Meine Beschreibungen sind jeweils nur ein Appetitanreger, die genauen Erklärungen finden Sie unter den angegebenen Links.

Die Spielkarten haben Werte zwischen 1 und 13 Punkten. Der abgebildete Tintenfisch ist der Joker und hat die Punktezahl 7. Den Durchgang gewinnt die Person, die alle Karten ablegen konnte oder die den letzten Spielzug macht, nachdem sie alle anderen Teilnehmer schachmatt gesetzt hat. Die Punktzahl auf den abgelegten Karten werden ihr gutgeschrieben. Wer zuerst 77 Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.
Jeder startet mit 10 Karten: 5 Karten liegen offen vor den Spielern, 5 Karten bleiben auf der Hand. Der Startspieler legt eine seiner Karten aus und fordert „höher“, „tiefer“ oder „doppel“. Der Folgespieler muss von seinen Karten nun, je nach Ansage, eine Karte mit höherem, niedrigeren oder gleichen Wert auf den Stapel legen. Beispiel: Gefordert ist „Tiefer“, ein Spieler wählt eine 2. Aus taktischen Gründen sagt er nun auch „tiefer“, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die nachfolgende Person eine 1 oder einen Joker hat ist gering und die Chancen stehen gut, dass dieser Mitspieler aufgeben muss.

Dieses Kartenspiel kann man auch mit 2 Personen spielen, denn es gibt sogenannte „Chaosregeln“ und da wird es dann auch zu zweit sehr spannend.

https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/hula-hoo-spielkritik/

Wer ruft zuerst „Cabo!“, weil er meint, dass er die Karten mit der niedrigsten Punktzahl hat?
Um zu gewinnen, muss man den Spielverlauf gut beobachten und ein gutes Kurzzeitgedächtnis schadet nichts. Jeder Spieler bekommt vier Karten, die er auf die Hand nimmt und vier Karten, die er verdeckt vor sich hinlegt. Zwei dieser Karten darf er sich ansehen, muss sie aber wieder verdeckt zurücklegen. Er, aber auch die Gegenspieler müssen sich diese beiden Karten merken. Nun beginnt das eigentliche Spiel, denn man kann Karten tauschen, behalten oder bluffen, um mehr Karten mit niedrigen Werte zu bekommen. Drei Arten von Sonderkarten können die ausgedachte Taktik noch einmal ordentlich durcheinander wirbeln.
Hier eine ausführlichere Beschreibung:

https://brettundpad.de/2021/07/30/cabo/

Das dritte Kartenspiel ist schon fast ein Klassiker:

In dem Karton befinden sich 55 Spielsteine und 55 Spielkarten (mit Werten 1 bis 40 und 22 Sonderkarten). Auch hier ist das Ziel, möglichst wenig Minuspunkte zu bekommen.
46 Spielkarten werden verdeckt als Stapel in die Mitte gelegt, 9 zur Seite. Jeder bekommt 11 Spielsteine. Das Spiel beginnt, in dem die erste Person vom Stapel eine Karte zieht. Sie kann diese Karte behalten oder sie sagt „No thanks“ bei einer Karte mit hoher Punktzahl und opfert einen Spielstein. Behält sie die Karte, legt sie sie offen vor sich hin. Danach nimmt der nächste Spieler eine Karte. Das Taktieren beginnt, denn mit jeder nicht genommenen Karte wächst die Zahl der Spielsteine in der Mitte. In der Endabrechnung gelten diese Pluspunkte, so dass es u.U. günstiger ist, eine höhere Punktekarte zu akzeptieren und dafür die Spielsteine einzusammeln.
Man kann dieses Kartenspiel in der Grundform (nur mit Zahlenkarten) oder man nimmt die Sonderkarten dazu. Diese führen zu diversen überraschenden Wendungen im Spielverlauf und machen es noch spannender.

Wer mehr wissen möchte:
https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/no-thanks-spielkritik/


Nutzer von Facebook, Instagram oder LinkedIn sollten sich wehren

Haben Sie ein Konto bei Facebook und /oder Instagram?

Folgender Text ist ein Auszug von der Seite „Good News“ vom 17.11.25. Es geht darum, dass META, die Firma, der Facebook, Instagram und auch Whats App gehört, nicht nur Nutzerdaten auf ihren eigenen Seiten sammelt, sondern auch beispielsweise auf Apotheken-Seiten oder anderen Onlinehandel-Seiten. Nun gibt es dagegen eine deutschlandweite Sammelklage, der man sich anschließen kann.

Symbolbild für das Sammeln aller Daten

Textauszug:
Das Ausmaß des Datensammelns durch Meta ist für Nutzer kaum zu erkennen. Möglich machen es die sogenannten Business Tools – winzige Tracking-Codes, die auf zahlreichen anderen Webseiten und Apps, die nichts mit Facebook oder Instagram zu tun haben, verbaut sind. Sobald ein Nutzer eine solche Seite besucht, werden die getrackten Daten an Meta gesendet – selbst dann, wenn man auf dem Gerät gar nicht in seinem Facebook- oder Instagram-Konto eingeloggt ist. Meta kann so unter anderem nachvollziehen, wo sich die Nutzer im Internet bewegen, welche Produkte sie sich wie lange ansehen und über welche IP-Adresse sie unterwegs sind. 

Für die Weitergabe der Daten an Meta braucht es eigentlich das Okay der Nutzer. Doch viele Websites lassen Besuchern bei den Cookies-Einstellungen kaum echte Wahlmöglichkeiten, beziehungsweise verstecken die Tragweite der Zustimmung im Kleingedruckten. In Einzelfällen wurden Daten nachweislich sogar ohne Einwilligung an Meta weitergegeben. Der Konzern selbst kontrolliert nicht, ob Nutzer auf der Drittseite wirklich eingewilligt haben – er verarbeitet die Daten so oder so.

Wie Sie sich der Sammelklage kostenlos anschließen können

Bei der Sammelklage mitmachen kann grundsätzlich jeder mit einem Facebook- oder Instagram-Konto. Das sind schätzungsweise 50 Millionen Menschen in Deutschland. Die Sammelklage bündelt gleichgelagerte Ansprüche vieler Betroffener – ähnlich den Sammelklagen in den USA.

Die Anmeldung ist derzeit über die Webseite meta-klage.de möglich. Je nach Erfolgsfall könnten Minderjährigen bis zu 10.000 Euro, Erwachsenen bis zu 5.000 Euro zugesprochen werden. Das offizielle Klageregister vom Bundesamt für Justiz soll im Dezember eröffnet werden. Ein Prozessfinanzier trägt sämtliche Kosten. Er erhält im Erfolgsfall dafür rund zehn Prozent des zugesprochenen Schadensersatzes. Das sei ein gängiges Modell, sagt Hannah Ruschemeier, Rechtswissenschaftlerin an der Uni Osnabrück.

Streitwert in Milliardenhöhe

Selbst wenn sich nur ein Prozent aller Klageberechtigten anmeldet, könnte das einen Streitwert in Milliardenhöhe ergeben. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg wird die Sammelklage sehr wahrscheinlich auch noch dem Bundesgerichtshof vorgelegt werden. Ein Urteil dort dürfte frühestens Ende 2026 fallen.

Ein Erfolg der Kläger könnte erheblichen finanziellen Druck auf Meta ausüben, so Ruschemeier. „Gerade, wenn sich viele Verbraucher dieser Sammelklage anschließen, werde es für den Konzern deutlich teurer.“ Für die Verbraucher wäre der Erfolg vor Gericht ein Schritt hin zu mehr Datenhoheit und digitaler Selbstbestimmung.

Haben Sie ein Konto bei LinkedIn?

Seit dem 3. November 2025 füttert LinkedIn seine  KI mit den Daten der Nutzer, um seine KI zu trainieren. Hier ein Auszug aus einem Text vom „ZDF heute“:

Das Icon von LinkedIn

Textauszug:
Christine Steffen, Juristin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), weist darauf hin, „dass alles, was an Text, Bild und Kommentaren auf LinkedIn gepostet wird, als Trainingsdaten in der LinkedIn-KI landet“. Sie gibt zu bedenken, dass Daten, die einmal zum Training der KI verwendet wurden, sich im Nachhinein nicht einfach löschen ließen. Damit seien die Betroffenenrechte wie das Recht auf Löschung oder Korrektur infrage gestellt.

Nutzung von Daten widerrufen

LinkedIn setzt voraus, dass die Nutzer mit der Verwendung ihrer Daten einverstanden sind – das bedeutet: Wer nicht aktiv widerspricht, akzeptiert das. Wer widersprechen will, muss eine Einstellung zurücksetzen. Das funktioniert folgendermaßen:

  1. Bei LinkedIn einloggen
  2. Auf das Profilbild klicken, dann auf „Einstellungen & Datenschutz“ gehen
  3. Im Menü den Bereich Datenschutz auswählen
  4. Unter der Überschrift „So verwendet LinkedIn Ihre Daten“ den Abschnitt „Daten zur Verbesserung generativer KI“ (oder ähnlicher Wortlaut) auswählen. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.
  5. Funktion / Button zur Zustimmung zur Nutzung Ihrer Daten für KI-Training ausschalten

Weniger Transparenz bei LinkedIn

LinkedIn kündigt außerdem an, dass zukünftig weniger vorab über Änderungen an den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und der Datenverarbeitung informiert wird. Das bedeutet, dass neue Funktionen ohne umfassende Vorankündigung eingeführt werden könnten. Umso wichtiger für Nutzerinnen und Nutzer, alle Mitteilungen zu Änderungen – vor allem, wenn sie Datenschutz, Datennutzung und KI-Funktionen betreffen – besonders aufmerksam zu lesen und zu prüfen, ob Einstellungen selbst aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden können.

Falsche Nachrichten/ Gute Nachrichten: Einmal pro Tag „Mimikama“ und „Good News“ lesen

Vielleicht ist ja die Mimikama Homepage für Sie ein alter Hut, ich kannte sie nicht und bekam den Tipp von einer jungen Frau, die bei einer Firma arbeitet und mit der Fütterung von KI ihren Lebensunterhalt als Studentin verdient.

Mimikama ist der Name einer Internetseite, auf der fast täglich Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht werden. Diese Nachrichten tauchen frisch in den sozialen Medien oder in Printmedien auf. Dabei wird unterschieden, ob es sich um reine Fake-News handelt oder inwieweit eine Aussage stimmt, aber verfälscht wurde.

So sieht die Eingangsseite aus:


Klickt man auf die blauen „Mimikama“ Felder, öffnet sich eine neue Seite. Dazu ein Beispiel. Die Fotos 1-5 zeigen an, in welcher Reihenfolge die Informationen kommen, wenn man auf der Seite nach unten scrollt.

Diese Informationen stehen kostenlos zur Verfügung. Wenn man zusätzliches Hintergrundmaterial lesen möchte und Artikel, die zu diesem Thema passen, gibt es drei Versionen, bei denen man eine Gebühr bezahlt.

Wenn ich diese Berichte gelesen habe, brauche ich manchmal einen Ausgleich und lese “Good News“. Auch hier werden fast täglich neue Nachrichten verkündet. Diese verbessern die Laune und es ist toll zu sehen, welche Möglichkeiten Menschen haben und was sie schaffen können, wenn der Mut und der Wille zur Veränderung da ist.
So werden diese Nachrichten präsentiert:

Beide Seiten haben mir in den letzten Wochen bereits geholfen, bei Diskussionen neue Fakten und Ideen in die Runde zu werfen und das Interesse war geweckt.

Flip 7 – Sind Sie risikobereit?

Heute stelle ich Ihnen ein Kartenspiel vor, das dieses Jahr erschienen ist:

Foto von der Schachtel des Kartenspiels „Flip 7“

Auf der Schachtel steht „Das beste Kartenspiel aller Zeiten!“ und ja, es hat Potential, ein Spieleklassiker zu werden wie beispielsweise „Phase 10“.

Zwischen 3 und 18 Mitspieler ab 8 Jahren können teilnehmen. Als wir uns (vier Erwachsene) zuerst die Spielanleitung durchgelesen haben, kamen uns die Regeln recht kompliziert vor. Mein Rat: Direkt mit dem Spielen anfangen und dabei die Anleitung Schritt für Schritt lesen, dann kommt man schnell in einen Spielfluss.

Foto von den verschiedenen Karten des Spiels

Worum es geht: Auf 79 Karten ( siehe auf dem Bild oben) sind Zahlen abgebildet. Es gibt 12 Karten mit der Zahl 12, 11 Karten mit der Zahl 11 usw. Ziel jedes Mitspielers ist es, einen Flip 7 zu erreichen, d.h. sieben Karten mit unterschiedlichen Zahlen zu bekommen. Erreicht man einen Flip 7, hat man gewonnen.
Eine zweite Möglichkeit zu gewinnen ist das Erreichen von mindestens 200 Punkten.
Spielablauf:
In der ersten Runde bekommt jeder eine Karte, die er vor sich offen ablegt. Bei der zweiten Runde fragt die kartengebende Person, (die selbst auch am Spiel teilnimmt), ob man noch eine weitere Karten haben möchte. Wenn man bejaht, wird eine zweite Karte ausgeteilt, die ebenfalls offen ausgelegt wird. Und jetzt wird es spannend: Zeigt die zweite Zahl eine andere Zahl als die erste, darf man weiterspielen. Bekommt man in der zweiten Runde die selbe Zahl, ist man ausgeschieden. Hier der mögliche Ablauf eines Durchgangs:

Skizze, die zeigt, welche Karten vier Spieler bei einem Durchgang ziehen und welche Konsequenzen dies hat.

Auf der Skizze haben zwei Spieler jeweils eine Bonuskarte bekommen. Dazu gibt es noch Aktionskarten, durch die sich der Spielverlauf um 180 Grad drehen kann.
Der Reiz des Spiels liegt einmal darin, in jeder Runde entscheiden zu müssen, ob man weiterspielt oder nicht- zocken oder nicht zocken, das ist hier die Frage. Die Aktionskarten kann man selber benutzen und einen Vorteil daraus ziehen, in gewissen Situationen gibt man sie aber lieber an einen Gegenspieler ab, da es sich für ihn negativ auswirkt. Man muss also auch strategisch denken. Und letzten Endes ist das Gedächtnis gefragt (für Fortgeschrittene).
Wenn ein Durchgang gespielt wurde, werden die benutzten Karten beiseite gelegt und der neue Kartengeber bekommt den schon etwas kleineren Kartenstapel vom ersten Geber. Wenn man jetzt entscheiden muss, ob man eine weitere Karte haben möchte, spielt die Wahrscheinlichkeit eine Rolle, dass eine Karte noch einmal kommt.
Ein Beispiel: Im ersten Durchgang auf der Skizze wurde 3x die Karte 12 ausgeteilt. Im zweiten Durchgang kam die 12er Karte 5x vor, im Durchgang Nr. 3 wieder 3x. Elf der 12er Karten sind also gespielt. Im 4. Durchgang zieht Spieler 2 in Runde 1 eine 12. In Runde 2 weiß er, dass keine 12 mehr kommen kann, denn in dem Spiel sind 12 x 12er Karten! Er kann also ohne Risiko sich eine zweite Karte geben lassen.

Wie lange dauert das Spiel? Wir haben viermal einen Sieger ermittelt. Dreimal wurden 200 Punkte erreicht, einmal ein Flip 7. Dabei vergingen ca. 4x 20 Minuten.

Diese Spielbeschreibung ist für mich eine Premiere. Ich hoffe, ich konnte vermitteln, dass dieses Spiel wirklich pfiffig und kurzweilig ist. Wir hatten viel Spaß!


Woche der Meinungsfreiheit- es geht um die Wurst!

Plakat zur „Woche der Meinungsfreiheit“

Als ich letzte Woche von dieser „Gedenkwoche“ hörte, war ich zuerst begeistert. Die Meinungsfreiheit stärken, stolz darauf sein- eine tolle Gelegenheit! Doch dann machte sich ganz langsam ein ungutes Gefühl breit.
Es gibt z.Zt. in Deutschland eine Partei, die für sich die Meinungsfreiheit in Anspruch nimmt, wenn Parteimitglieder Sätze sagen wie

Zwei Fotos mit Zitaten von Mitgliedern der AfD

und sich dann als Opfer darstellen, wenn ihre Zitate durch Gesetze nicht als freie Meinungsäußerung angesehen werden.
Gibt man durch diese Woche der Meinungsfreiheit der Partei nicht noch mehr Futter für weitere Opferinszenierungen?

Vor fünf Jahren hätte ich solche Gedanken noch nicht gehabt, denn da gab es diese perfide Opferdarstellungen von z.T. sogar strafrechtlich verurteilten Parteimitgliedern noch nicht in den Maßen, wie es heute passiert. Es macht mich wütend, dass ich solche Bedenken gegenüber der Woche habe.

Und doch möchte ich jetzt zeigen, wie gut wir es in Deutschland haben, dass ich jetzt ohne Angst, bestraft zu werden, Folgendes schreiben darf:

Das ist mir nicht Wurst!

Foto mit Würsten, die eine Pelle und einen Verschluss haben

Den folgenden Vorgang kann man nicht mehr unter der Abteilung „Schildbürgertum“ abspeichern, ich finde es peinlich und respektlos gegenüber der Bevölkerung. Ich verurteile die Steuerverschwendung durch Entscheidungen von Politikern und Richtern. (Das ist die höfliche Umschreibung meines Ärgers, eine Schimpfkanonade gibt es nur live von mir).

Das Bundesverwaltungsgericht muss sich am Dienstag mit der Frage befassen, ob die nicht essbare Wursthülle und der Verschlussclip zur Füllmengenabgabe von Wurst hinzugerechnet werden darf. Es geht konkret um eine Abweichung von weniger als 3 gr. bei 130 gr. Wurst bzw. genau 127,7 gr. austarierter Wurst.

Der Landesbetrieb für Mess- und Eichwesen NRW (LBME) will es genau wissen und hat deshalb gegen ein (schlagzeilenträchtiges) Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster Revision zum höchsten deutschen Verwaltungsgericht eingelegt. Die Richter in Münster hatten der Behörde u.a. mit Verweis auf Grimms Wörterbuch und ausführlicher Begründung erläutert, dass Pelle und Clip zur Wurst gehören:

„Auf einen entsprechenden Handelsbrauch, Würste mit (künstlicher) Umhüllung als nicht fertigverpacktes Erzeugnis anzusehen, deutet zudem bereits die verbreitete und seit Jahrhunderten belegte Kollektivbezeichnung für Wurst als ein in zahlreichen Sorten verbreitetes Nahrungsmittel, das gewöhnlich aus zerkleinertem, gesalzenem und gewürztem Fleisch bereitet und „in (Kunst)därme, Mägen oder Blasen gefüllt“ wird.“ (OVG Münster; 4 A 779/23, Rn. 66)

Das Verfahren ist nicht der einzige – recht skurril anmutende – Fall zum Mess- und Eichwesen, den das LBME in jüngster Zeit bis nach Leipzig bzw. sogar bis nach Luxemburg gebracht hat. Mehr Details zu den Verfahren in der
Lebensmittel Zeitung ($). Dort wird auch eine Prognose zum Aus- bzw. Fortgang des Wurstpelle-Falls gewagt. https://lnkd.in/emkNM3t6

Der Text stammt von Hanno Bender, gefunden auf Linkedin.

Dazu noch ein Kommentar von eines Fachanwalts für Verwaltungsrecht:

…darauf achten, dass sich die Klage gegen die behördliche Anordnung (schon von 2019!) nicht etwa darauf stützt, dass es auf die geringfügige Gewichtsdifferenz (2,7 g pro Wurst) nicht ankommen soll, sondern vielmehr darauf, dass Pelle und Verschlussclipse mit zum verpackten Produkt (Wurst) gehören und daher beim Gesamtgewicht auf der Verpackung zurecht erscheinen (und nicht als nicht zum Verzehr bestimmte Verpackung vom Produktgewicht abzuziehen sind!). Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: die ganze Absurdität der behördlichen Forderung wird spätestens beim Vergleich mit dem wiegen beim Direktverkauf der gleichen Wurst an der Bedienung Theke deutlich: dort darf die nicht zum Verzehr bestimmte Hülle der Wurst (einschließlich der Verschlussclipse aus Metall) und streitig mit gewogen werden – anders als eine Verpackungfolie, die aus Hygienegründen schon beim wiegen, unter die anschließend zu verpacken Ware gelegt wird und sog. Tara-Funktion der Waage dann beim Gewicht nicht berücksichtigt.

KI als Hilfe für Ihre Argumentation (Tu was Abend Teil 2)

Im ersten Teil zum „Tu was- Abend“ schrieb ich u.a. : Wie kann man Jugendliche in der TikTok Blase, in der sie sehr oft AfD Propaganda ausgesetzt sind, aus dieser Blase herausholen und überzeugen, eine andere Partei zu wählen? Dies wurde an dem Abend als großes Problem angesehen.

Foto von Pixabay- Junger Mensch mit Laptop

Dieses Thema treibt mich noch um, da ich danach auch noch mit zwei betroffenen Müttern gesprochen habe. Ich kam auf die Idee, Chat GPT zu fragen ( Wie argumentiere ich gegenüber Jugendlichen, dass sie nicht die AfD wählen).
Und hier die KI-Antwort:

1. Werte ansprechen, die Jugendlichen wichtig sind

Jugendliche legen oft Wert auf Themen wie Toleranz, Vielfalt, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Zeige, wie die AfD diese Werte nicht unterstützt:

Toleranz und Vielfalt: Die AfD vertritt oft Positionen, die gegen gesellschaftliche Vielfalt gerichtet sind. Sie lehnt z. B. die Unterstützung von LGBTQ+-Rechten oder die Gleichstellung von Frauen in vielen Bereichen ab. Frage: „Willst du in einer Gesellschaft leben, in der Menschen ausgeschlossen werden, nur weil sie anders sind?“

Umweltschutz: Die AfD leugnet oder relativiert den Klimawandel und blockiert konsequente Klimaschutzmaßnahmen. Für Jugendliche, die sich für Nachhaltigkeit und die Zukunft unseres Planeten einsetzen, ist das oft ein Widerspruch.

2. Fakten und Widersprüche aufzeigen

Populismus statt Lösungen: Die AfD bietet oft einfache Antworten auf komplexe Probleme, hat aber selten konkrete oder umsetzbare Lösungen. Frage: „Hast du dir mal überlegt, wie die AfD ihre Versprechen umsetzen will?“

Wirtschaftliche Konsequenzen: Die AfD vertritt Positionen, die langfristig Arbeitsplätze gefährden könnten, z. B. durch Isolation von der EU oder die Rückkehr zu alten Energiesystemen. Frage: „Wie sieht deine Zukunft aus, wenn Deutschland international isoliert ist?“

3. Gefahren für die Demokratie erklären

Radikale Ansichten: Teile der AfD stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes wegen verfassungsfeindlicher Tendenzen. Frage: „Wollen wir wirklich eine Partei unterstützen, die demokratische Grundwerte in Frage stellt?“

Manipulation und Hetze: Die AfD nutzt oft gezielte Desinformation oder hetzt gegen bestimmte Gruppen, um Stimmen zu gewinnen. Zeige Beispiele von Hassreden oder Fake News auf.

4. Emotionale Ebene ansprechen

Zukunftsängste thematisieren: Jugendliche wollen in einer sicheren, friedlichen und offenen Welt leben. Zeige, wie die AfD mit Abschottung und Misstrauen eine solche Zukunft gefährdet.

Persönliche Fragen stellen: „Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand dich oder deine Freunde wegen ihrer Herkunft oder Meinung ausgrenzt?“

5. Alternative Parteien vorstellen

• Stelle positive Alternativen dar: Parteien, die sich für Bildung, Klima, Vielfalt und Innovation einsetzen, bieten Jugendlichen oft mehr Perspektiven. Frage: „Warum nicht eine Partei wählen, die sich für deine Träume und Ziele stark macht?“

6. Dialog statt Konfrontation

• Höre zu, warum sie die AfD in Betracht ziehen, und hinterfrage ihre Gründe behutsam. Oft basieren solche Meinungen auf Unsicherheiten, Angst oder Desinformation.

• Biete respektvolle Gegenargumente und vermeide Vorwürfe oder Belehrungen – das erzeugt nur Widerstand.