Dieser Blog wird anders

Vor ein paar Tagen schrieb ich über meine Bedenken, die ich nach der Lektüre dieses Buches

bekommen habe, was die Benutzung von facebook, Google und anderen Plattformen angeht. Auch stellte ich meinen Blog in Frage. Ob ich aufhöre oder weitermache, diese Entscheidung ist mir nun abgenommen worden. Ich mache weiter, aber anders.

Ab August bin ich wieder berufstätig. Ich werde nicht mehr so viel zum Schreiben kommen, auf der anderen Seite könnte meine neue Aufgabe diverse Themen mit sich bringen, die es wert sind, dass ich über sie berichte. Meine Blogbeiträge werden deshalb unregelmäßiger erscheinen.

In der Vergangenheit wurde ich schon mehrmals gefragt, ob ich nicht einen Newsletter verschicken könne, wenn ein Beitrag neu eingestellt sei. Ich hatte bisher keinen Newsletterverteiler gefunden, der einfach zu bedienen und auch datenschutzsicher ist. Nun, das Problem ist gelöst und ich biete Ihnen gerne an, Sie in den Newsletterverteiler mit aufzunehmen. Wenn Sie Interesse haben, senden Sie mir bitte Ihre Mailadresse an: linda.broszeit@gmx.de .

Sie können Ihre Adresse jederzeit wieder löschen lassen. Ich achte darauf, dass Ihr Postfach nicht mit meinen Newsletter überfrachtet wird, mal wird es eine Benachrichtigung zu einem Beitrag geben, mal werde ich mehrere Themen in einem Mail zusammenfassen.

Ist das ein guter Kompromiss?

Mein Abschied von „Social Media“

Über Pfingsten las ich ein Buch, das mich sehr nachdenklich gemacht hat. Es geht um dieses Thema:

Jaron Lanier gehörte zu den begeisterten und mitreißenden Pionieren des Silicon Valleys, bis er sich darüber klar wurde, dass das Internet durch facebook und Google fast zu einer Büchse der Pandora geworden ist. Er warnt seit Jahren vor den Konsequenzen, die das Datensammeln und die damit verbundene Manipulation jedes Einzelnen nach sich ziehen.(2014 bekam er für seine Schriften den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels).

Lanier verteufelt das Internet nicht, im Gegenteil, er ist immer noch begeistert. Er klärt sehr deutlich auf, wo in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden und warum die o.g. Firmen solche Macht bekommen konnten. Um die Firmen zum Umdenken zu bewegen, müssen Benutzer zumindest so lange ihre Accounts löschen, bis fb + Google im Sinne der Benutzer reagieren.

Ich mag den Schreibstil des Buches nicht, ich habe nicht den ganzen Inhalt verstanden und glaube oder hoffe zumindest, dass einige der beschriebenen Auswirkungen eher auf die USA als auf Deutschland zutreffen. Aber trotzdem habe ich zwei Tage später meine facebook- und twitter-Accounts gelöscht. Google erscheint nicht mehr auf der Eröffnungsseite meines PCs, sondern die Eingabemaske der Suchmaschine Qwant. (In französischem und deutschem Besitz, kaum Werbung, es werden keine Daten gesammelt!).

Das tat alles überhaupt nicht weh.

Bei Instagram bin ich nur noch mit Fotos von Duisburg und seinen Stadtteilen vertreten. Ich gebe zu, dass das Löschen meines libroart-Accounts mir momentan noch schwerfällt und ich hadere noch.

Ja und dann ist da ja auch noch dieser Blog. Abschalten? Weitermachen? Im Hintergrund laufen keine Algorithmen, die meine Leser und Leserinnen ausspionieren, aber der Blog selbst wird von diversen Suchmaschinen durchsucht und die Beiträge in Kategorien einsortiert. Das machte mir bisher nichts aus, aber nach der Buchlektüre sehe ich das inzwischen etwas anders. Ich grübele und mache morgen erst einmal mit einem Musikbeitrag weiter.

Mehr Wasser trinken

Seit Jahren bewundere ich alle Menschen, die es schaffen, die empfohlenen 2-3 Liter Wasser/Tee pro Tag auch tatsächlich zu trinken.

Bisher kam ich auf einen mageren Liter mit Wasser, das dank gesunder Brausetablette wenigstens ein bisschen Geschmack hatte und verschiedenen Tees.

Seit 2 Wochen bin ich auf dem Pfad der Besserung und vielleicht hilft mein „Trick“ ja all denjenigen, die bisher auch mit der Wassermenge haderten.

Bei mir ging es darum, dass ich es nicht mag, mehrere große Schlucke geschmackloses Wasser in einem Zug zu trinken und ich das Trinken auch oft vergaß. So setzte ich mich hin und fing eine Liste zu schreiben an. Notiert habe ich Gelegenheiten, wann ich drei normale Schlucke Wasser trinken kann.

Diese Liste hängt nun in der Küche und ich gucke sehr oft auf sie. Langsam entwickelt sich ein Automatismus, dass ich bei den aufgeführten Gelegenheiten immer ein bisschen trinke. Noch freue ich mich, wenn ich daran denke, aber ich hoffe, dass eines Tages das stetige Trinken mir in Fleisch und Blut übergegangen ist. Als Motivation kommt hinzu, dass ich merke, dass ich mich wacher fühle, je mehr ich trinke.

Haben Sie noch andere Ideen, um mehr Wasser pro Tag zu trinken? Dann schreiben Sie mir diese doch einmal. Ich lerne gerne dazu!

Morgen schicke ich Sie mit ein paar Mädels aufs Land.

Brontë Erinnerungen

Samantha Whipple ist die letzte Nachkommin der berühmten Brontë Schwestern. Sie geht, dem Wunsch ihres Vaters folgend, auf das Old College in Oxford und studiert Literaturwissenschaft. Ihr Leben dort ist nicht einfach. Ihr Zimmer in einem alten Turm ist feucht, ohne Fenster und sehr spartanisch eingerichtet. Einmal pro Woche wird eine Touristengruppe durch ihr Zimmer geschleust, denn vor Samantha haben viele berühmte Studenten das Zimmer bewohnt. Ihr Tutor ist ein junger Professor, der sehr eigene Vorstellungen von Literaturkonzeption hat und beide geraten oft aneinander. Das Schlimmste allerdings ist die Tatsache, dass man gegen Samanthas Willen sie als Erbin der Brontë Schwestern outet. Sie rückt dadurch in den Focus rückt bei der Frage, ob sie Erbstücke der Brontës zurückhält, die für die Literaturforschung von großer Wichtigkeit sind, da sie in den Brontë-Büchern erwähnt werden. Samantha weiß von nichts, doch dann tauchen plötzlich Brontë-Bücher bei ihr auf, die ihrem Vater gehörten und die bei einem Brand, bei dem der Vater ums Leben gekommen ist, als zerstört galten. Samantha kennt die Brontë Bücher fast alle in- und auswendig, doch sie liest die väterlichen Ausgaben erneut, da er viele Randnotizen gemacht hat. Findet sie Hinweise auf die Erbstücke?

Das Buch machte mich noch einmal zu dem jungen Mädchen, das vor langer Zeit die Brontë Bücher gelesen hat und sich nun erinnerte. Ich litt mit Samantha, deren schweres Erbe sie fast aus der Bahn geworfen hätte, wäre da nicht der gut aussehende und auch geheimnisvolle Professor gewesen. Hört sich schön kitschig an, oder? Aber ganz so ist es nicht, denn es gibt diverse Diskussionen zwischen der Studentin und ihrem Mentor, wie man ein Buch richtig liest und interpretiert. Das ist schon ein ganzes Stück anspruchsvoller, so dass mich das Buch wegen dieser „Mischung“ gut unterhalten hat.

Abschied aus Litauen (Lit\Let-Reise Nr.6)

Unser Ziel am 4.Tag war Jūrmela in Lettland. Doch zuvor besuchten wir noch den litauischen Berg der Kreuze.

Auch hier wieder das Thema Religion mit vielen Fragen, Widersprüchlichkeiten.

Den Berg mit den Kreuzen gibt es seit Mitte des 19.Jahrhunderts. Er war zuerst ein Wallfahrtsort, während und nach dem zweiten Weltkrieg gingen Angehörige dort hin und stellten Kreuze auf für alle, die von den Sowjets nach Sibirien abtransportiert wurden. 1961 walzte die sowjetische Regierung den Berg platt, da Religiöses nicht zum Kommunismus passte. Doch die Bevölkerung brachte immer wieder Kreuze zu dieser Stelle und leistete stillen Widerstand. Mit dem Abzug der Sowjets endete dieser Krieg und 1993 las Papst Johannes Paul II am Berg vor 100000 Gläubigen eine Messe.

Der Berg der Kreuze hat also heute viele Bedeutungen: religiöse, politische und monetäre. (Heute eine große Touristenattraktion mit vielen Kreuz-Verkaufsständen.)

Zum Abschied aus Litauen habe ich noch ein dort sehr bekanntes Lied für Sie, das von einer deutschen Sängerin, die in Litauen geboren wurde, interpretiert wird:

Gegen Mittag kamen wir dann in Jūrmala an, wo wir drei Nächte übernachteten. Das alte Seebad bietet architektonische Zeitreisen ab dem 19. Jahrhundert an. Da der Ort aus mehreren Stadtteilen besteht, die sich 25 km am Meer entlangziehen, kann man hier schon wunderbar einen ganzen Tag verbringen, um alles z.B. mit dem Rad zu entdecken.

Patinaalt bis supermodern- wie eine Werkschau der verschiedenen Baustile.

Aber Jūrmela ist auch für Naturliebhaber eine 1A Adresse. Am Ende des Ortes gibt es einen Nationalpark, die Strände sind überall lang und breit, fährt man ein bisschen aus der Stadt heraus wird es noch einsamer. Die Radwege sind sehr gut, ebenso die Wanderwege.

Oben links: Eine Küchenschelle im Nationalpark. Bei uns ist es eine Gartenpflanze.

Jūrmala ist ein sehr beliebtes Seebad, so dass die touristische Infrastruktur einen hohen Standard hat. Sicherlich spielt auch die Nähe zur Hauptstadt eine Rolle. Für 1,50 Euro kann man sich in den Zug setzen und ist in einer halben Stunde in Riga. Das haben wir dann auch an unserem letzten Tag gemacht und nach dem morgigen Wochenendrätsel kommt am Montag der letzte Bericht über unsere Reise.

Litauen-Lettlandreise Nr.5-Die Kurische Nehrung

Einmal auf der höchsten Düne Europas stehen, das war schon lange mein Traum. Bei jeder Fernsehsendung oder jedem Durchblättern eines Bildbandes fand ich den Blick von oben über das Meer und die anderen Dünen traumhaft schön. Ja und so war es dann auch…

Um 9 Uhr mit der Fähre übergesetzt, hatten wir die Dünen kurze Zeit für uns alleine. Dann kam die erste österreichische Reisegruppe…

Die Kurische Nehrung sind aber nicht nur Dünen, Wald und mit etwas Glück Elche, sondern man kann auch kleine ehemalige Fischerdörfer besuchen. Das bekannteste ist Nida (früher Nidden), da hier Thomas Mann mehrere Jahre mit seiner Familie die Sommerferien verbracht hat. Dieses Haus kann man besichtigen, in seinem Arbeitszimmer eine Gedenkminute einlegen, wenn man Mann-Fan ist. (War ich vorher nicht, bin es jetzt auch nicht geworden. Sein Verhalten gegenüber seinen Kindern macht ihn mir unsympathisch.) Man kann aber auch einfach nur durch das Dorf schlendern und sich an den Häuschen und ihren Gärten erfreuen und danach z.B. eine delikate Rote-Beete-Suppe essen, die in dieser Gegend oft angeboten wird.

Oben links Mann-Haus und Blick aus seinem Arbeitszimmer, unten links ein Beispiel der prächtigen Segelschiffwipfel, die für die Nehrung-Fischer typisch waren.

Wir blieben bis zum Nachmittag auf der Nehrung, setzten dann wieder über, um uns noch den Festland -Landstrich anzusehen, der an der Innenseite der Nehrung liegt. Hier sollte es noch ein bisschen so aussehen wie früher, bei mir hieß das, früher, als man Vater hier als Kind gelebt hat.

Ich weiß jetzt, warum ich den Niederrhein so liebe- das Flache und die weite Leere, die hier allerdings wirklich weit war, die Besiedelung ist sehr gering

In dem Dorf Minija fanden wir diese Tafel, die die Namen der Bauernhofbesitzer anzeigt. Viele deutsche Namen-1956. Von den 45 Gehöften sind heute nur noch 12 übrig geblieben.

Um mir noch mehr die damalige Stimmung zu verdeutlichen, las ich die „Litauischen Geschichten“ von Hermann Sudermann. Er wurde im hiesigen Memelland geboren und schrieb die vier Erzählungen 1906. Der Autor war damals der Konkurrent von Gerhard Hauptmann und schrieb ebenfalls über die Nöte des kleinen Mannes. Die Geschichten sind auch heute noch gut lesbar und besonders die ersten beiden gehen immer noch zu Herzen.

Für mich war das schönste Tag unseres Urlaubs, aber Besonderes gab es auch noch in den nächsten Tagen. Morgen verlasse ich Litauen und der Lettland Urlaub beginnt.