„Cabo“, „No Thanks!“, „Hula Hoo“- Festtage = Spieletage?

Heute möchte ich Ihnen drei Kartenspiele vorstellen, die ich zusammen mit meiner Familie schon zigfach gespielt habe. Abgesehen von dem großen Unterhaltungswert haben alle drei den Vorteil, dass sie nur wenig Aufbewahrplatz benötigen, also auch auf Reise mitgenommen werden können.
Meine Beschreibungen sind jeweils nur ein Appetitanreger, die genauen Erklärungen finden Sie unter den angegebenen Links.

Die Spielkarten haben Werte zwischen 1 und 13 Punkten. Der abgebildete Tintenfisch ist der Joker und hat die Punktezahl 7. Den Durchgang gewinnt die Person, die alle Karten ablegen konnte oder die den letzten Spielzug macht, nachdem sie alle anderen Teilnehmer schachmatt gesetzt hat. Die Punktzahl auf den abgelegten Karten werden ihr gutgeschrieben. Wer zuerst 77 Punkte erreicht hat, gewinnt das Spiel.
Jeder startet mit 10 Karten: 5 Karten liegen offen vor den Spielern, 5 Karten bleiben auf der Hand. Der Startspieler legt eine seiner Karten aus und fordert „höher“, „tiefer“ oder „doppel“. Der Folgespieler muss von seinen Karten nun, je nach Ansage, eine Karte mit höherem, niedrigeren oder gleichen Wert auf den Stapel legen. Beispiel: Gefordert ist „Tiefer“, ein Spieler wählt eine 2. Aus taktischen Gründen sagt er nun auch „tiefer“, denn die Wahrscheinlichkeit, dass die nachfolgende Person eine 1 oder einen Joker hat ist gering und die Chancen stehen gut, dass dieser Mitspieler aufgeben muss.

Dieses Kartenspiel kann man auch mit 2 Personen spielen, denn es gibt sogenannte „Chaosregeln“ und da wird es dann auch zu zweit sehr spannend.

https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/hula-hoo-spielkritik/

Wer ruft zuerst „Cabo!“, weil er meint, dass er die Karten mit der niedrigsten Punktzahl hat?
Um zu gewinnen, muss man den Spielverlauf gut beobachten und ein gutes Kurzzeitgedächtnis schadet nichts. Jeder Spieler bekommt vier Karten, die er auf die Hand nimmt und vier Karten, die er verdeckt vor sich hinlegt. Zwei dieser Karten darf er sich ansehen, muss sie aber wieder verdeckt zurücklegen. Er, aber auch die Gegenspieler müssen sich diese beiden Karten merken. Nun beginnt das eigentliche Spiel, denn man kann Karten tauschen, behalten oder bluffen, um mehr Karten mit niedrigen Werte zu bekommen. Drei Arten von Sonderkarten können die ausgedachte Taktik noch einmal ordentlich durcheinander wirbeln.
Hier eine ausführlichere Beschreibung:

https://brettundpad.de/2021/07/30/cabo/

Das dritte Kartenspiel ist schon fast ein Klassiker:

In dem Karton befinden sich 55 Spielsteine und 55 Spielkarten (mit Werten 1 bis 40 und 22 Sonderkarten). Auch hier ist das Ziel, möglichst wenig Minuspunkte zu bekommen.
46 Spielkarten werden verdeckt als Stapel in die Mitte gelegt, 9 zur Seite. Jeder bekommt 11 Spielsteine. Das Spiel beginnt, in dem die erste Person vom Stapel eine Karte zieht. Sie kann diese Karte behalten oder sie sagt „No thanks“ bei einer Karte mit hoher Punktzahl und opfert einen Spielstein. Behält sie die Karte, legt sie sie offen vor sich hin. Danach nimmt der nächste Spieler eine Karte. Das Taktieren beginnt, denn mit jeder nicht genommenen Karte wächst die Zahl der Spielsteine in der Mitte. In der Endabrechnung gelten diese Pluspunkte, so dass es u.U. günstiger ist, eine höhere Punktekarte zu akzeptieren und dafür die Spielsteine einzusammeln.
Man kann dieses Kartenspiel in der Grundform (nur mit Zahlenkarten) oder man nimmt die Sonderkarten dazu. Diese führen zu diversen überraschenden Wendungen im Spielverlauf und machen es noch spannender.

Wer mehr wissen möchte:
https://www.brettspielblog.ch/spielkritik/no-thanks-spielkritik/


Nutzer von Facebook, Instagram oder LinkedIn sollten sich wehren

Haben Sie ein Konto bei Facebook und /oder Instagram?

Folgender Text ist ein Auszug von der Seite „Good News“ vom 17.11.25. Es geht darum, dass META, die Firma, der Facebook, Instagram und auch Whats App gehört, nicht nur Nutzerdaten auf ihren eigenen Seiten sammelt, sondern auch beispielsweise auf Apotheken-Seiten oder anderen Onlinehandel-Seiten. Nun gibt es dagegen eine deutschlandweite Sammelklage, der man sich anschließen kann.

Symbolbild für das Sammeln aller Daten

Textauszug:
Das Ausmaß des Datensammelns durch Meta ist für Nutzer kaum zu erkennen. Möglich machen es die sogenannten Business Tools – winzige Tracking-Codes, die auf zahlreichen anderen Webseiten und Apps, die nichts mit Facebook oder Instagram zu tun haben, verbaut sind. Sobald ein Nutzer eine solche Seite besucht, werden die getrackten Daten an Meta gesendet – selbst dann, wenn man auf dem Gerät gar nicht in seinem Facebook- oder Instagram-Konto eingeloggt ist. Meta kann so unter anderem nachvollziehen, wo sich die Nutzer im Internet bewegen, welche Produkte sie sich wie lange ansehen und über welche IP-Adresse sie unterwegs sind. 

Für die Weitergabe der Daten an Meta braucht es eigentlich das Okay der Nutzer. Doch viele Websites lassen Besuchern bei den Cookies-Einstellungen kaum echte Wahlmöglichkeiten, beziehungsweise verstecken die Tragweite der Zustimmung im Kleingedruckten. In Einzelfällen wurden Daten nachweislich sogar ohne Einwilligung an Meta weitergegeben. Der Konzern selbst kontrolliert nicht, ob Nutzer auf der Drittseite wirklich eingewilligt haben – er verarbeitet die Daten so oder so.

Wie Sie sich der Sammelklage kostenlos anschließen können

Bei der Sammelklage mitmachen kann grundsätzlich jeder mit einem Facebook- oder Instagram-Konto. Das sind schätzungsweise 50 Millionen Menschen in Deutschland. Die Sammelklage bündelt gleichgelagerte Ansprüche vieler Betroffener – ähnlich den Sammelklagen in den USA.

Die Anmeldung ist derzeit über die Webseite meta-klage.de möglich. Je nach Erfolgsfall könnten Minderjährigen bis zu 10.000 Euro, Erwachsenen bis zu 5.000 Euro zugesprochen werden. Das offizielle Klageregister vom Bundesamt für Justiz soll im Dezember eröffnet werden. Ein Prozessfinanzier trägt sämtliche Kosten. Er erhält im Erfolgsfall dafür rund zehn Prozent des zugesprochenen Schadensersatzes. Das sei ein gängiges Modell, sagt Hannah Ruschemeier, Rechtswissenschaftlerin an der Uni Osnabrück.

Streitwert in Milliardenhöhe

Selbst wenn sich nur ein Prozent aller Klageberechtigten anmeldet, könnte das einen Streitwert in Milliardenhöhe ergeben. Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamburg wird die Sammelklage sehr wahrscheinlich auch noch dem Bundesgerichtshof vorgelegt werden. Ein Urteil dort dürfte frühestens Ende 2026 fallen.

Ein Erfolg der Kläger könnte erheblichen finanziellen Druck auf Meta ausüben, so Ruschemeier. „Gerade, wenn sich viele Verbraucher dieser Sammelklage anschließen, werde es für den Konzern deutlich teurer.“ Für die Verbraucher wäre der Erfolg vor Gericht ein Schritt hin zu mehr Datenhoheit und digitaler Selbstbestimmung.

Haben Sie ein Konto bei LinkedIn?

Seit dem 3. November 2025 füttert LinkedIn seine  KI mit den Daten der Nutzer, um seine KI zu trainieren. Hier ein Auszug aus einem Text vom „ZDF heute“:

Das Icon von LinkedIn

Textauszug:
Christine Steffen, Juristin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), weist darauf hin, „dass alles, was an Text, Bild und Kommentaren auf LinkedIn gepostet wird, als Trainingsdaten in der LinkedIn-KI landet“. Sie gibt zu bedenken, dass Daten, die einmal zum Training der KI verwendet wurden, sich im Nachhinein nicht einfach löschen ließen. Damit seien die Betroffenenrechte wie das Recht auf Löschung oder Korrektur infrage gestellt.

Nutzung von Daten widerrufen

LinkedIn setzt voraus, dass die Nutzer mit der Verwendung ihrer Daten einverstanden sind – das bedeutet: Wer nicht aktiv widerspricht, akzeptiert das. Wer widersprechen will, muss eine Einstellung zurücksetzen. Das funktioniert folgendermaßen:

  1. Bei LinkedIn einloggen
  2. Auf das Profilbild klicken, dann auf „Einstellungen & Datenschutz“ gehen
  3. Im Menü den Bereich Datenschutz auswählen
  4. Unter der Überschrift „So verwendet LinkedIn Ihre Daten“ den Abschnitt „Daten zur Verbesserung generativer KI“ (oder ähnlicher Wortlaut) auswählen. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.
  5. Funktion / Button zur Zustimmung zur Nutzung Ihrer Daten für KI-Training ausschalten

Weniger Transparenz bei LinkedIn

LinkedIn kündigt außerdem an, dass zukünftig weniger vorab über Änderungen an den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und der Datenverarbeitung informiert wird. Das bedeutet, dass neue Funktionen ohne umfassende Vorankündigung eingeführt werden könnten. Umso wichtiger für Nutzerinnen und Nutzer, alle Mitteilungen zu Änderungen – vor allem, wenn sie Datenschutz, Datennutzung und KI-Funktionen betreffen – besonders aufmerksam zu lesen und zu prüfen, ob Einstellungen selbst aktiviert beziehungsweise deaktiviert werden können.

Falsche Nachrichten/ Gute Nachrichten: Einmal pro Tag „Mimikama“ und „Good News“ lesen

Vielleicht ist ja die Mimikama Homepage für Sie ein alter Hut, ich kannte sie nicht und bekam den Tipp von einer jungen Frau, die bei einer Firma arbeitet und mit der Fütterung von KI ihren Lebensunterhalt als Studentin verdient.

Mimikama ist der Name einer Internetseite, auf der fast täglich Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht werden. Diese Nachrichten tauchen frisch in den sozialen Medien oder in Printmedien auf. Dabei wird unterschieden, ob es sich um reine Fake-News handelt oder inwieweit eine Aussage stimmt, aber verfälscht wurde.

So sieht die Eingangsseite aus:


Klickt man auf die blauen „Mimikama“ Felder, öffnet sich eine neue Seite. Dazu ein Beispiel. Die Fotos 1-5 zeigen an, in welcher Reihenfolge die Informationen kommen, wenn man auf der Seite nach unten scrollt.

Diese Informationen stehen kostenlos zur Verfügung. Wenn man zusätzliches Hintergrundmaterial lesen möchte und Artikel, die zu diesem Thema passen, gibt es drei Versionen, bei denen man eine Gebühr bezahlt.

Wenn ich diese Berichte gelesen habe, brauche ich manchmal einen Ausgleich und lese “Good News“. Auch hier werden fast täglich neue Nachrichten verkündet. Diese verbessern die Laune und es ist toll zu sehen, welche Möglichkeiten Menschen haben und was sie schaffen können, wenn der Mut und der Wille zur Veränderung da ist.
So werden diese Nachrichten präsentiert:

Beide Seiten haben mir in den letzten Wochen bereits geholfen, bei Diskussionen neue Fakten und Ideen in die Runde zu werfen und das Interesse war geweckt.

Flip 7 – Sind Sie risikobereit?

Heute stelle ich Ihnen ein Kartenspiel vor, das dieses Jahr erschienen ist:

Foto von der Schachtel des Kartenspiels „Flip 7“

Auf der Schachtel steht „Das beste Kartenspiel aller Zeiten!“ und ja, es hat Potential, ein Spieleklassiker zu werden wie beispielsweise „Phase 10“.

Zwischen 3 und 18 Mitspieler ab 8 Jahren können teilnehmen. Als wir uns (vier Erwachsene) zuerst die Spielanleitung durchgelesen haben, kamen uns die Regeln recht kompliziert vor. Mein Rat: Direkt mit dem Spielen anfangen und dabei die Anleitung Schritt für Schritt lesen, dann kommt man schnell in einen Spielfluss.

Foto von den verschiedenen Karten des Spiels

Worum es geht: Auf 79 Karten ( siehe auf dem Bild oben) sind Zahlen abgebildet. Es gibt 12 Karten mit der Zahl 12, 11 Karten mit der Zahl 11 usw. Ziel jedes Mitspielers ist es, einen Flip 7 zu erreichen, d.h. sieben Karten mit unterschiedlichen Zahlen zu bekommen. Erreicht man einen Flip 7, hat man gewonnen.
Eine zweite Möglichkeit zu gewinnen ist das Erreichen von mindestens 200 Punkten.
Spielablauf:
In der ersten Runde bekommt jeder eine Karte, die er vor sich offen ablegt. Bei der zweiten Runde fragt die kartengebende Person, (die selbst auch am Spiel teilnimmt), ob man noch eine weitere Karten haben möchte. Wenn man bejaht, wird eine zweite Karte ausgeteilt, die ebenfalls offen ausgelegt wird. Und jetzt wird es spannend: Zeigt die zweite Zahl eine andere Zahl als die erste, darf man weiterspielen. Bekommt man in der zweiten Runde die selbe Zahl, ist man ausgeschieden. Hier der mögliche Ablauf eines Durchgangs:

Skizze, die zeigt, welche Karten vier Spieler bei einem Durchgang ziehen und welche Konsequenzen dies hat.

Auf der Skizze haben zwei Spieler jeweils eine Bonuskarte bekommen. Dazu gibt es noch Aktionskarten, durch die sich der Spielverlauf um 180 Grad drehen kann.
Der Reiz des Spiels liegt einmal darin, in jeder Runde entscheiden zu müssen, ob man weiterspielt oder nicht- zocken oder nicht zocken, das ist hier die Frage. Die Aktionskarten kann man selber benutzen und einen Vorteil daraus ziehen, in gewissen Situationen gibt man sie aber lieber an einen Gegenspieler ab, da es sich für ihn negativ auswirkt. Man muss also auch strategisch denken. Und letzten Endes ist das Gedächtnis gefragt (für Fortgeschrittene).
Wenn ein Durchgang gespielt wurde, werden die benutzten Karten beiseite gelegt und der neue Kartengeber bekommt den schon etwas kleineren Kartenstapel vom ersten Geber. Wenn man jetzt entscheiden muss, ob man eine weitere Karte haben möchte, spielt die Wahrscheinlichkeit eine Rolle, dass eine Karte noch einmal kommt.
Ein Beispiel: Im ersten Durchgang auf der Skizze wurde 3x die Karte 12 ausgeteilt. Im zweiten Durchgang kam die 12er Karte 5x vor, im Durchgang Nr. 3 wieder 3x. Elf der 12er Karten sind also gespielt. Im 4. Durchgang zieht Spieler 2 in Runde 1 eine 12. In Runde 2 weiß er, dass keine 12 mehr kommen kann, denn in dem Spiel sind 12 x 12er Karten! Er kann also ohne Risiko sich eine zweite Karte geben lassen.

Wie lange dauert das Spiel? Wir haben viermal einen Sieger ermittelt. Dreimal wurden 200 Punkte erreicht, einmal ein Flip 7. Dabei vergingen ca. 4x 20 Minuten.

Diese Spielbeschreibung ist für mich eine Premiere. Ich hoffe, ich konnte vermitteln, dass dieses Spiel wirklich pfiffig und kurzweilig ist. Wir hatten viel Spaß!


Woche der Meinungsfreiheit- es geht um die Wurst!

Plakat zur „Woche der Meinungsfreiheit“

Als ich letzte Woche von dieser „Gedenkwoche“ hörte, war ich zuerst begeistert. Die Meinungsfreiheit stärken, stolz darauf sein- eine tolle Gelegenheit! Doch dann machte sich ganz langsam ein ungutes Gefühl breit.
Es gibt z.Zt. in Deutschland eine Partei, die für sich die Meinungsfreiheit in Anspruch nimmt, wenn Parteimitglieder Sätze sagen wie

Zwei Fotos mit Zitaten von Mitgliedern der AfD

und sich dann als Opfer darstellen, wenn ihre Zitate durch Gesetze nicht als freie Meinungsäußerung angesehen werden.
Gibt man durch diese Woche der Meinungsfreiheit der Partei nicht noch mehr Futter für weitere Opferinszenierungen?

Vor fünf Jahren hätte ich solche Gedanken noch nicht gehabt, denn da gab es diese perfide Opferdarstellungen von z.T. sogar strafrechtlich verurteilten Parteimitgliedern noch nicht in den Maßen, wie es heute passiert. Es macht mich wütend, dass ich solche Bedenken gegenüber der Woche habe.

Und doch möchte ich jetzt zeigen, wie gut wir es in Deutschland haben, dass ich jetzt ohne Angst, bestraft zu werden, Folgendes schreiben darf:

Das ist mir nicht Wurst!

Foto mit Würsten, die eine Pelle und einen Verschluss haben

Den folgenden Vorgang kann man nicht mehr unter der Abteilung „Schildbürgertum“ abspeichern, ich finde es peinlich und respektlos gegenüber der Bevölkerung. Ich verurteile die Steuerverschwendung durch Entscheidungen von Politikern und Richtern. (Das ist die höfliche Umschreibung meines Ärgers, eine Schimpfkanonade gibt es nur live von mir).

Das Bundesverwaltungsgericht muss sich am Dienstag mit der Frage befassen, ob die nicht essbare Wursthülle und der Verschlussclip zur Füllmengenabgabe von Wurst hinzugerechnet werden darf. Es geht konkret um eine Abweichung von weniger als 3 gr. bei 130 gr. Wurst bzw. genau 127,7 gr. austarierter Wurst.

Der Landesbetrieb für Mess- und Eichwesen NRW (LBME) will es genau wissen und hat deshalb gegen ein (schlagzeilenträchtiges) Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster Revision zum höchsten deutschen Verwaltungsgericht eingelegt. Die Richter in Münster hatten der Behörde u.a. mit Verweis auf Grimms Wörterbuch und ausführlicher Begründung erläutert, dass Pelle und Clip zur Wurst gehören:

„Auf einen entsprechenden Handelsbrauch, Würste mit (künstlicher) Umhüllung als nicht fertigverpacktes Erzeugnis anzusehen, deutet zudem bereits die verbreitete und seit Jahrhunderten belegte Kollektivbezeichnung für Wurst als ein in zahlreichen Sorten verbreitetes Nahrungsmittel, das gewöhnlich aus zerkleinertem, gesalzenem und gewürztem Fleisch bereitet und „in (Kunst)därme, Mägen oder Blasen gefüllt“ wird.“ (OVG Münster; 4 A 779/23, Rn. 66)

Das Verfahren ist nicht der einzige – recht skurril anmutende – Fall zum Mess- und Eichwesen, den das LBME in jüngster Zeit bis nach Leipzig bzw. sogar bis nach Luxemburg gebracht hat. Mehr Details zu den Verfahren in der
Lebensmittel Zeitung ($). Dort wird auch eine Prognose zum Aus- bzw. Fortgang des Wurstpelle-Falls gewagt. https://lnkd.in/emkNM3t6

Der Text stammt von Hanno Bender, gefunden auf Linkedin.

Dazu noch ein Kommentar von eines Fachanwalts für Verwaltungsrecht:

…darauf achten, dass sich die Klage gegen die behördliche Anordnung (schon von 2019!) nicht etwa darauf stützt, dass es auf die geringfügige Gewichtsdifferenz (2,7 g pro Wurst) nicht ankommen soll, sondern vielmehr darauf, dass Pelle und Verschlussclipse mit zum verpackten Produkt (Wurst) gehören und daher beim Gesamtgewicht auf der Verpackung zurecht erscheinen (und nicht als nicht zum Verzehr bestimmte Verpackung vom Produktgewicht abzuziehen sind!). Wie ich schon an anderer Stelle geschrieben habe: die ganze Absurdität der behördlichen Forderung wird spätestens beim Vergleich mit dem wiegen beim Direktverkauf der gleichen Wurst an der Bedienung Theke deutlich: dort darf die nicht zum Verzehr bestimmte Hülle der Wurst (einschließlich der Verschlussclipse aus Metall) und streitig mit gewogen werden – anders als eine Verpackungfolie, die aus Hygienegründen schon beim wiegen, unter die anschließend zu verpacken Ware gelegt wird und sog. Tara-Funktion der Waage dann beim Gewicht nicht berücksichtigt.

KI als Hilfe für Ihre Argumentation (Tu was Abend Teil 2)

Im ersten Teil zum „Tu was- Abend“ schrieb ich u.a. : Wie kann man Jugendliche in der TikTok Blase, in der sie sehr oft AfD Propaganda ausgesetzt sind, aus dieser Blase herausholen und überzeugen, eine andere Partei zu wählen? Dies wurde an dem Abend als großes Problem angesehen.

Foto von Pixabay- Junger Mensch mit Laptop

Dieses Thema treibt mich noch um, da ich danach auch noch mit zwei betroffenen Müttern gesprochen habe. Ich kam auf die Idee, Chat GPT zu fragen ( Wie argumentiere ich gegenüber Jugendlichen, dass sie nicht die AfD wählen).
Und hier die KI-Antwort:

1. Werte ansprechen, die Jugendlichen wichtig sind

Jugendliche legen oft Wert auf Themen wie Toleranz, Vielfalt, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Zeige, wie die AfD diese Werte nicht unterstützt:

Toleranz und Vielfalt: Die AfD vertritt oft Positionen, die gegen gesellschaftliche Vielfalt gerichtet sind. Sie lehnt z. B. die Unterstützung von LGBTQ+-Rechten oder die Gleichstellung von Frauen in vielen Bereichen ab. Frage: „Willst du in einer Gesellschaft leben, in der Menschen ausgeschlossen werden, nur weil sie anders sind?“

Umweltschutz: Die AfD leugnet oder relativiert den Klimawandel und blockiert konsequente Klimaschutzmaßnahmen. Für Jugendliche, die sich für Nachhaltigkeit und die Zukunft unseres Planeten einsetzen, ist das oft ein Widerspruch.

2. Fakten und Widersprüche aufzeigen

Populismus statt Lösungen: Die AfD bietet oft einfache Antworten auf komplexe Probleme, hat aber selten konkrete oder umsetzbare Lösungen. Frage: „Hast du dir mal überlegt, wie die AfD ihre Versprechen umsetzen will?“

Wirtschaftliche Konsequenzen: Die AfD vertritt Positionen, die langfristig Arbeitsplätze gefährden könnten, z. B. durch Isolation von der EU oder die Rückkehr zu alten Energiesystemen. Frage: „Wie sieht deine Zukunft aus, wenn Deutschland international isoliert ist?“

3. Gefahren für die Demokratie erklären

Radikale Ansichten: Teile der AfD stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes wegen verfassungsfeindlicher Tendenzen. Frage: „Wollen wir wirklich eine Partei unterstützen, die demokratische Grundwerte in Frage stellt?“

Manipulation und Hetze: Die AfD nutzt oft gezielte Desinformation oder hetzt gegen bestimmte Gruppen, um Stimmen zu gewinnen. Zeige Beispiele von Hassreden oder Fake News auf.

4. Emotionale Ebene ansprechen

Zukunftsängste thematisieren: Jugendliche wollen in einer sicheren, friedlichen und offenen Welt leben. Zeige, wie die AfD mit Abschottung und Misstrauen eine solche Zukunft gefährdet.

Persönliche Fragen stellen: „Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand dich oder deine Freunde wegen ihrer Herkunft oder Meinung ausgrenzt?“

5. Alternative Parteien vorstellen

• Stelle positive Alternativen dar: Parteien, die sich für Bildung, Klima, Vielfalt und Innovation einsetzen, bieten Jugendlichen oft mehr Perspektiven. Frage: „Warum nicht eine Partei wählen, die sich für deine Träume und Ziele stark macht?“

6. Dialog statt Konfrontation

• Höre zu, warum sie die AfD in Betracht ziehen, und hinterfrage ihre Gründe behutsam. Oft basieren solche Meinungen auf Unsicherheiten, Angst oder Desinformation.

• Biete respektvolle Gegenargumente und vermeide Vorwürfe oder Belehrungen – das erzeugt nur Widerstand.

Künstliche Intelligenz in meinem Blog

Seit gestern habe ich das erste Plugin (Text to Speech) installiert, bei dem künstliche Intelligenz hinzugezogen wird. Sie sehen oben den grünen Balken? Ab sofort können Sie sich jeden Text auch vorlesen lassen. Das ist noch nicht perfekt, aber ein Anfang.
Für mich bedeutet dies, den Stil meiner Texte zukünftig etwas anpassen zu müssen und beispielsweise die Fotos etwas zu beschreiben. Das mache ich aber alles ohne KI.

Als ich letztes Jahr zum ersten Mal mit KI in Berührung kam, rauchte mir der Kopf. Ich musste mich irgendwie abreagieren und bastelte mit Garageband ein Lied:

Ein Musikclip über ChatGPT

Ich kann nicht beurteilen, was alles noch mit KI auf uns zukommen wird, aber ich versuche, gegenüber diesem Thema offen zu sein.

„Irrweg der Moderne“ als Urlaubsziel

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Bauhaus-Bewegung als „entartet“ verfolgt, doch der Stil setzte sich durch und seit 1996 gehören mehrere Bauhausgebäude in Dessau, Weimar und Bernau zum UNESCO Welt Kulturerbe. 2025 feiert das Bauhaus 100jähriges Jubiläum ud nun greift die AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt das Erbe der Bauhaus-Bewegung an. In einem Antrag, der am Freitag im Magdeburger Landtag diskutiert werden soll, heißt es, Bauhaus dürfe nicht übermäßig glorifiziert werden. Unter der Überschrift »Irrweg der Moderne« fordert die AfD eine »kritische Auseinandersetzung« mit Bauhaus um ein angeblich »seriöses und kulturgeschichtliches Gesamtbild« zu erstellen. U.a. wird kritisiert, dass die kulturelle Vielfalt durch diesen Baustil verloren gegangen sei. Kulturelle Vielfalt ? Im AfD-Grundsatzprogramm vom Mai 2017 heißt es: „Die Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle Strömungen auf geschichtsblinde Weise der einheimischen Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert, betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit. Ihr gegenüber müssen der Staat und die Zivilgesellschaft die deutsche kulturelle Identität als Leitkultur selbstbewusst verteidigen.“

Im April besuchten mein Mann und ich die Bauhaus Stadt Dessau. (Siehe unten). Haben wir unseren Urlaub in einer Wüste von „Bausünden“ verbracht?

Farben und Worte- Die Buchmesse hat begonnen

Momentan findet wieder die Frankfurter Buchmesse statt. Gastland ist Italien. Ob diese Gartenhecke in meiner Nachbarschaft Italiens Flagge nachahmen möchte?

Gestern kaufte ich für den Blumenkasten neue Pflanzen. Ich war für alles offen und dann wählte ich diese Alpenveilchen. Ist mein Unterbewusstsein auch im Buchmessemodus?

Ich gebe Ihnen heute keinen Buchtipp, in den nächsten Tagen werden Sie damit in den Medien bestens versorgt. Stattdessen habe ich passend zu einer Buchmesse zwei Zitate zum Thema „Worte“ herausgesucht und lasse danach eine ganz besondere Zitatensammlung folgen, bei der mir erst übel und dann Angst und Bange wird.

„Wer die Macht der Wörter nicht kennt, kann auch die Menschen nicht kennen.“
Konfuzius

„Jedes Wort ist ein Wort der Beschwörung. Welcher Geist ruft – ein solcher erscheint.“
Novalis

Und hier die ganz besondere Zitatenliste:

Die Liste fand ich bei „deutschland_ewoke“ auf Instagram. Die Zitate werden auf der Seite „Jugendstrategie“ der Bundesregierung im Februar 2024 verifiziert und es wird dokumentiert, wann und in welchem Zusammenhang die Worte von den AfD Politikern und AfD Politikerinnen gesagt wurden.