Postkartenliebe

In meinem Leben spielen Postkarten zeitweise eine besondere Rolle. Als Achtjährige gab ich z. B mein ganzes Taschengeld für 3D-Postkarten aus, die ganz neu auf dem Markt waren. Ich war ganz verrückt danach! In meiner Buchhandlung gab es dann über mehrere Jahre hinweg in jedem verkauften Buch monatlich eine andere Postkarte als Lesezeichen und 2013 startete ich das Projekt „1000 Postkartenunikate“.
Die Liebe zu Postkarten ließ mich im Laufe der Zeit auch einige Bücher zu diesem Thema kaufen und heute möchte ich Ihnen einen Titel vorstellen. Aber zuvor noch eine Einstimmung. Diese Postkarten habe ich in den letzten Wochen gestaltet:

Oben rechts „Treffen der Zauberfeen in Viersen“, darunter „Viele Pünktchen und vier Antons“
Oben links unterhalten sich Gertrude Stein und Marcel Duchamp über Rosen, darunter eine Auswahl an Jeanstaschen.

Rechts eine Winterszene vom Marktplatz in Roermond, Mitte Szene in einem Pariser Café, links Graffiti in Lissabon

Und um dieses Buch dreht es sich heute:

127 Postkarten hat der Autor Jurek Becker vom Sommer 1992 bis kurz vor seinem Tod im Frühjahr 1997 an seinen Sohn Jonathan, genannt Johnny, geschrieben. Johnny konnte in dieser Zeit noch nicht lesen und so war auch Mutter Christine als Vorleserin involviert.
Das Buch, es ist vielleicht eher ein Bildband, zeigt die einzelnen Postkarten mit ihren Vorder-und Rückseiten. Die Motive der Postkarten sind vielfältig. Barbarpapa und Batman sind Helden für Johnny, also bekommt er mehrere Karten mit Szenen aus Filmen. Der kleine Junge ist großer Traktor-und Lokomotivenfan, auch hier bedient sein Vater Johnnys Vorlieben. Es gibt aber auch ganz andere Postkarten, z.B. Kunstpostkarten von Miro, Picasso oder Kandinsky. Da Becker seinem Sohn aus der ganzen Welt kleine Grüße schickt (z.B. aus Indien, Peru, Irland, USA oder Polen) sind auch Fotokarten mit lustigen Szenen oder Karten mit z.T. ungewöhnlichen Abbildungen dabei.
Ich habe schon lange nicht mehr ein Buch gelesen, das so viel Herzenswärme ausstrahlt. Becker liebt seinen Sohn abgöttisch und vermisst ihn sehr auf seinen Reisen oder wenn er sich in das Haus in Siseby zurückgezogen hat, um an einem neuen Buch zu schreiben. Diese Liebe spürt man beim Lesen immer wieder. Doch die Texte der Postkarten zeigen auch, wie sehr Becker an dem Leben seines Sohnes teilnimmt und er als Vater aus der Ferne versucht, seinen Sohn positiv zu beeinflussen. Oft stellt er Johnny Fragen zu den Postkartenmotiven und möchten ihn zum Nachdenken anregen. Er erzählt seinem Sohn aber auch von Fehlern, die er selbst als Erwachsener gemacht hat und zeigt sich so als jemand, der keineswegs perfekt ist. Ja und dann ist da noch Beckers große Gabe, die Fantasie seines Sohnes anzuregen. Johnny liebt alles, was ein großer Quatsch ist und lacht für sein Leben gerne. Sein Vater gibt ihm deshalb konsequent sehr phantasievolle Kosenamen, wie z.b. Aprikosenei, Kugelblitz oder Mauseloch. Er erzählt auf den Karten kurze augenscheinlich abstruse Geschichten und Johnny ist entzückt. Allerdings versucht Becker auch in diesen Geschichten, seinem Sohn etwas zu vermitteln. So soll Johnny mehr Obst und Gemüse essen, auf den Karten tauchen dann z.B. Orangensaft oder Äpfel als Protagonisten der Geschichten auf.

Dieses Buch ist für mich auch eine „Ode an die Postkarte“. Man sollte Postkarten nicht nur im Urlaub verschicken, sondern viel häufiger auch mal zwischendurch. Sie sind in der heutigen Mail- und WhatsApp-Zeit ein kurzes „Ich denk an dich“, aber viel persönlicher und individueller.

Im Fernsehen sah ich vor ein paar Wochen, dass die Schauspielerin Caroline Peters (Mord mit Aussicht, im August die Buhlschaft im Jedermann in Salzburg) zusammen mit ihrem Mann einen Postkartenverlag ( „Art Postal“mit zeitweiligem Ladenlokalen) in Wien gegründet hat, weil sie damit auch zum Erhalt der Postkartentradition beitragen möchte. Sehr sympathisch.

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Ich hatte am Montag erwähnt, dass ich letzte Woche Urlaub in Ostfriesland gemacht habe. Dieses Mal folgen keine Reisetipps, da wir sehr faul waren, aber wer Lust hat, kann am Samstag überprüfen, wie gut er sich in Ostfriesland auskennt.

Auge in Auge mit drei Haifischen

Plötzlich sah ich drei Haifischflossen,
sie kamen von rechts nach links angeschossen!
Mein Herz fing heftig an zu pochen,
nein, kein Zweifel, es waren Haie und keine Rochen.
Ganz langsam trat ich den Rückzug an,
mit den Augen immer an den Haien dran.
Ich wollte nicht ihr Abendessen werden
sie sollten mir mein Leben nicht verderben!
Bitte nicht als Gehacktes enden-
wo war die Chance, mein Schicksal zu wenden?
„Hallo Linda, träumst du gerade vor dich hin?“
Ich verstand zuerst nicht der Worte Sinn.
“Sollen wir dort drüben in das Museumscafé gehn,
nach dem Spaziergang wäre das doch ganz schön.“
Mein Mann lächelte mich an
und da wurde mir klar,
dass ich nicht,
oh es war so wunderbar,
in einem Meer um mein Leben schwamm,
sondern auf einer Wiese stand
und unter meinen Füßen war ganz viel Land…

In Porto, Januar 2017

Ein Nachmittag mit César Baldaccini

César Baldaccini war ein französischer Bildhauer, der u.a. Skulpturen erschuf, in dem er Rostautos zerdrückte- er wandte seine „Kompressionstechnik“ an. Als ich einen Beitrag darüber im Fernsehen sah, bekam ich Lust, das Komprimieren auszuprobieren. Als Material dafür kamen mir recht schnell Getränkedosen in den Sinn und ich machte mich mit dem Fahrrad auf, weggeworfene Dosen zu suchen. Das war schwerer als gedacht, denn die „Müllhoheit am Wegesrand“ hatten leere Getränkebecher oder „Müllermilchflaschen“. Aber auf einem Platz wurde ich fündig. Dieses Foto gibt die Stimmung des Platzes wieder:

Wieder zuhause, lieh ich mir von meinem Mann einen Vorschlaghammer aus und bearbeitete damit die Dosen. (Sehr zu empfehlen für Momente, in denen man sich abreagieren möchte.) Hier eine kleine Auswahl meiner Kunstwerke (?):

Der Parfümflakon
Der Goldfisch
Die Empörung
Der schnarchende Buddha

In Duisburg soll es übrigens von César Baldaccini eine Skulptur geben mit dem Titel „L’Homme de Figanieres “. Ob ich sie im Kantpark finde?

Paris als roter Faden-Nr.2

Vor ein paar Wochen erschien dieses Buch:

Als Hobbyfotografin und Verehrerin vom französischen Fotografen Henri Cartier-Bresson(=HBC) war das Buch ein Lesemuss für mich, denn die Werbung versprach, dass die wiedergegebenen Interviews bisher gar nicht oder kaum veröffentlicht wurden.

Das Buch war eine Enttäuschung, denn Zweidrittel der Interviews kannte ich bereits aus anderen Büchern. Außerdem hatte ich mir vorher nicht bewusst gemacht, dass sich in Interviews Fragen natürlich immer wiederholen. So wurde die Lektüre zum Ende hin immer langweiliger. Bezug zu Paris? Es gibt seit 2003 in Paris die „Fondation Henri Cartier-Bresson,die als Museum und Archiv für das fotografische und malerische Werk Cartier-Bressons fungiert.

Wenn Sie sich über Cartier-Bresson informieren möchten, empfehle ich Ihnen diese beiden Titel:

Links ein Werk über HCBs Philosophie des Fotografierens, rechts ein kleiner Bildband mit kurzer Biografie und kurzen Interviews.

Ein Buch, das die Enttäuschung mehr als ausglich, war dieses:

Ich weiß nicht, ob HCB und Francoise Gilot sich gekannt haben, aber ich vermute, dass sie sich gut verstanden hätten. Beide halten nichts von Photo- bzw. Kunstschulen, ihre beider Kunst kommt aus ihrem tiefsten Inneren. HBC lehnte das Schneiden eines Fotos vehement ab, Gilot machte einen gemalten Strich niemals rückgängig. Das zu den Gemeinsamkeiten der beiden.

Auch dieses Buch basiert auf mehreren Interviews, die der Autor Malte Herwig mit der Künstlerin über einen längeren Zeitraum geführt hat. Ihre Vitalität mit 90 Jahren ist ein immer wiederkehrendes Thema und die Fotos von ihr in Paris und New York belegen dies.
Francoise Gilot war nicht der Wunschjunge ihrer Eltern, wurde aber trotzdem wie ein Junge erzogen. So sind die Härte gegen sich selbst, ihr großes Bedürfnis nach Selbständigkeit und das Verstecken ihrer Gefühle und Gedanken sicherlich teilweise damit zu erklären. Wie sie sagt, sprechen ihre Bilder zu der Außenwelt, das muss genügen.
Ihr Leben mit Picasso und ihr Entschluss, ihn zu verlassen, sind eher ein Randthema dieses Buches. Dazu befragt, war sie sich der Risiken, mit Picasso zusammenzuziehen und Kinder zu bekommen, durchaus bewusst. „Wenn du wirklich leben willst, musst du etwas Dramatisches riskieren, sonst lohnt sich das Leben nicht. Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lernst vor allem eine Menge und lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden.“

Wer selbst malt oder zeichnet kann in diesem Buch Einsichten gewinnen, wie sich das eigene Kunstwerk entwickelt. Herwig kann nicht zeichnen und bittet Gilot, ihm Tipps zu geben. Anfangs widerstrebend lässt sich Gilot schließlich darauf ein. Diese Ausführungen zum künstlerischen Schaffen sind besonders lesenswert.

Sie interessieren sich für Kunst? Dann habe ich zum Schluss noch einen Filmtipp für Sie (spielt in Paris): „Das letzte Porträt“, ein Film über 18 Tage im Leben des des Künstlers Alberto Giacometti.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Final_Portrait

Flaschenpostgefühl mit Kunststückchen

Ich habe angefangen, 6 x 6 cm große Bilder in Duisburg auszulegen. Mal ist es ein Foto, mal eine Collage oder ein gemaltes Bild. Diese „Kunststückchen“ sollen überraschen und ein Lächeln auslösen, neugierig machen oder zum Nachdenken anregen. Jedes Bild trägt einen Titel und ist nummeriert.

Die meisten der Kunststückchen bestehen aus abbaubaren Materialien, wie Papier, Ton, Holz, Pflanzenteile oder Bienenwachs. Sollte ein Bild nicht abbaubare Bestandteile haben, wie bei einer Collage aus gefundenen Plastikteilchen, lege ich sie auf Abfalleimern aus. Entweder nimmt jemand das Bild mit oder entsorgt es.

Die Kunststückchen werde ich an den Plätzen fotografieren, denn ich finde es spannend, wie selbst kleine Bilder ihre Umgebung verändern können. So werde ich ab und zu in meinem Blog ein paar Fotos zu diesem Thema zeigen. 

Die ersten 40 Miniaturen sind ausgelegt. (Am Toeppersee und in Kaldenhausen). Jedes Mal habe ich ein Mini-Flaschenpostgefühl…Wer wird das Kunststückchen finden, was wird die Person damit machen?

Picassostündchen

Einmal ein bisschen wie Picasso malen…Dazu brauchen Sie:

…und Papier und einen Internetanschluss.

Auf der Internet-Plattform Pinterest können Sie sich Tafeln ansehen (z.B. von Picasso, Miro, Kandinsky oder Haring), auf denen in Spalten verschiedene Arten von Augen, Ohren, Mündern in verschiedenen Zeilen eingetragen sind. (Geben Sie z.B. als Suchbegriff Picasso faces ein). Alle Gesichtsteile sind den Bildern der Künstler nachempfunden. Hier eine kleine Skizze von einer Tafel, damit Sie eine Vorstellung bekommen:

Wie Sie sehen, steht in der linken Spalte jeweils eine Würfelzahl. Sie würfeln zum ersten Mal eine 3, das bedeutet, Sie malen die Gewichtsform, die bei der 3 eingezeichnet ist. Beim zweiten Würfeln haben Sie eine 1, also nehmen Sie für das erste Auge die Form, die in der 2. Spalte unter 1 steht. So geht es weiter, bis Sie alle „Gesichtszutaten“ haben. Danach können Sie nach Lust und Laune die Gesichter noch ausmalen. Hier meine beiden „Wiepicassos“:

Mir hat das viel Spaß gemacht. Ich habe aber auch noch „ernste“ Kunst für Sie. Bitteschön:

Die Anatomie der Träume

Konrad Pinetti ist Dramaturg an einem Wiener Theater. Er bekommt die Aufgabe, ein Sachbuch über Freud in ein Drama umzuschreiben. Eine Zusammenarbeit mit der Autorin des Buches ist unerlässlich, doch ist das für Pinetti nicht einfach. Obwohl Inge den Gerüchten nach die Geliebte des Chefs ist, flirtet sie mit Pinetti, macht sich charmant über ihn lustig und lässt an seinen ersten Textentwürfen nur wenige gute Haare. Eine Szene soll sich mit der Begegnung zwischen Dali und Freud, eine andere mit dem Verhältnis von Mahler zu dem Psychoanalytiker befassen, den längsten Text hat Pinetti zu dem Treffen zwischen Freud und André Breton verfasst. Dieser Text bringt Pinettis Chef und Inge dazu, sich zu offenbaren. Ihr beider Ansinnen gegenüber Pinetti war ein ganz anderes…

Ein Romangenuss, wenn Sie leidenschaftlich gerne das Theater besuchen, Shakespeare lieben („König Lear“ spielt in der Geschichte auch noch eine Rolle), klassische Musik genießen und sich in den Bildern und Texten von Surrealisten verlieren können.

Da mir Hintergrundwissen fehlte, konnte ich das Füllhorn der Anspielungen, die Wilfried Steiner in seinem Roman ausgießt, nicht entsprechend würdigen. Ungeduldiges Weiterblättern war die Folge.

Düsseldorfer Nordfriedhof

Vor dem neuen Beitrag eine kurze Anmerkung: Seit einigen Tagen habe ich manchmal Schwierigkeiten, Verbesserungen an Texten abzuspeichern. Der Support von Word Press hat sich noch nicht gemeldet. Ich entschuldige mich deshalb für fehlerhafte Sätze.

Dieses Buch stand schon lange ungelesen in meinem Buchregal.

Am vorletzten Wochenende führte es uns nun erstmals zum 70 Hektar großen Düsseldorfer Nordfriedhof. Nur wenige Besucher waren dort und diese kamen sich dank der breiten Wege nicht in die Quere.

Der Friedhof wurde 1884 eingeweiht und es finden sich dort ca. 50000 Gräber. Diese Karte kann man sich im Internet herunterladen. Sie erleichtert es, bestimmte Gräber zu finden, die durch ihre Geschichte oder auch durch die Gestaltung bekannt geworden sind.

Besonders die Felder Nr. 61 bis 64 sind berühmt und werden auch „Millionenhügel“ genannt. Hier sieht man die größten und prächtigsten Gräber großer Industriefamilien wie z.B. von Henkel, Haniel, Grillo oder Zapp. Aber auch in den anderen Feldern findet man sehenswerte Erinnerungsstätten. Die Gräber prominenter Düsseldorfer wurden und werden auch noch heute von bekannten Künstlern gestaltet, der Einfluss der Düsseldorfer Kunstakademie ist nicht zu übersehen.

Wenn Sie sich den Friedhof ansehen möchten, bringen Sie viel Zeit mit oder besuchen Sie ihn in dem Bewusstsein, nicht jedes Kunstdenkmal zu sehen. In dem Buch werden zwei Spaziergänge von 2 oder 3 Stunden (auf der Karte von mir grün eingezeichnet) vorgeschlagen und die Bedeutung der auf den Wegen liegenden Gräber erörtert. Folgen Sie diesen Wegbeschreibungen, werden Sie zusätzlich außergewöhnliche Gräber entdecken, die das Buch nicht erwähnt, so dass aus den 2-3 Stunden auch schnell 4-5 Stunden werden können.

Oder Sie vergessen alle Hinweise und Beschreibungen und entdecken selbst. (Bitte klicken Sie die Bilder an, dann vergrößern sie sich).

Karneval mit Leonardo

Sollten Sie noch nach einer Idee suchen, wohin Sie über die Karnevalstage flüchten können, lege ich Ihnen Paris mit der derzeitigen Leonardo da Vinci Ausstellung im Louvre ans Herz. Warum? Da lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass Sie in den nächsten Jahrzehnten keine ähnliche Gelegenheit bekommen werden, aus solcher Nähe viele seine Werke betrachten zu können. Ich hatte trotz hoher Besucherzahl „Leonardos“ ganz für mich alleine und stieß bei einem Bild sogar an den Bilderrahmen. Können Sie sich meinen Schrecken vorstellen? Ich dachte, der Alarm würde losgehen, aber es passierte nichts. Das nur zur Veranschaulichung, wie nah man an die Bilder herankommt.

Nicht mit dem Tele aufgenommen, sondern nur mit dem Handy (ist erlaubt)

Oben links: Eins der vielen Skizzenbücher von da Vinci mit Entwürfen beispielsweise zu Flugkörpern, Bewässerungsmöglichkeiten oder Skizzen zur menschlichen Anatomie. Da Vinci schrieb immer in Spiegelschrift, was die Entzifferung des Textes nicht leicht macht.

Unten links: Eine der vielen Entwürfe zu einer Skulptur, mit einem dem Bleistift ähnlichen Stift hauchzart schraffiert- faszinierend.

Unten rechts: Das Tierchen soll eine Katze sein. Erstaunlich, aber Tiere darzustellen war nicht Leonardos Stärke.

Oben rechts: Einfach nur wunderschön und das schon seit 500 Jahren!

Es gibt noch eine weitere Besonderheit in dieser Ausstellung. Mit einer Art Infrarotuntersuchung wird bei den Gemälden sichtbar gemacht, wie da Vinci das Bild vorgezeichnet hat. Hier ein Beispiel:

Neben den Werken von Leonardo da Vinci hängen auch Bilder von anderen Künstlern aus seiner eigenen Malschule oder zumindest aus seiner Schaffenszeit. Diese Bilder mit oftmals ähnlichen Motiven zu vergleichen, ist auch sehr interessant.

Ein Tipp: Sollten Sie über einen Besuch nachdenken, buchen Sie im Internet Tickets für den frühen Morgen. Obwohl die Tickets zeitbegrenzt sind, kann es Ihnen am Nachmittag passieren, dass Sie trotzdem noch eine Stunde und mehr warten müssen. Wir hatten Eintrittskarten für 10 Uhr, das war perfekt.

Plauschfreudiger Weihnachtsmarkt

Am Samstag bot ich am Stand der AWO BBZ auf dem Weihnachtsmarkt des Seniorenzentrums Lene Reklat in Rheinhausen meine Papierperlenketten und Briefkarten an.

Der Markt war gut besucht und das Interesse an den Papierperlen war groß. Ich wurde fast schon ein bisschen gelöchert mit Fragen zur Herstellung oder der Wasserdichtheit. Noch mehr Interesse weckten allerdings diese Bilder von Frau Ilse Heines:

Wie macht man denn sowas? Die kann man ja drehen, wie man will, man hat immer ein neues Bild! Die besten beiden Sprüche: Platz für Kunst ist in der kleinsten Hütte und noch besser: Tiny Art for Tiny Houses….Der Stand animierte jedenfalls zum gemütlichen Plauschen.

Ich hatte aber auch Gelegenheit, unseren Nachbarstand zu beobachten, an dem u.a. Kosmetika verkauft wurde. Die Inhaberin verstand es bestens, ältere Damen davon zu überzeugen, sich ein bisschen schminken zu lassen, d.h. Augenringe, Fältchen und geplatzte Äderchen abdecken, ein bisschen Rouge auftragen und ein Hauch von Lippenstift aufzulegen. Das Ergebnis war bei fast allen Gesichtern wirklich verblüffend und besonders schön zu beobachten war es, wie sich das wohlbefinden der Geschminkten sichtbar verbesserte.

Ich bin ja keine so große Sichschminkende, aber das gab mir doch zu denken…