Vergangenheit und Zukunft in Duisburg

Ich habe mir ein neues Fotobearbeitungsprogramm heruntergeladen und da musste ich gleich erst einmal ein bisschen experimentieren.

Die Geister der Vergangenheit wird man nicht mehr los.
Die Erderwärmung kommt auch nach Duisburg
Duisburger im Jahr 2436?

Morgen lege ich eine Pause ein (damit ich noch mehr „herumspielen“ kann), am Freitag gibt es eine Buchbesprechung.

Fotofreunde sollten nach Köln fahren

Noch bis zum 6. Januar werden in Köln im Käthe-Kollwitz-Museum Bilder der ungarischen Fotografin Eva Besnyö gezeigt.

Wir besichten die Ausstellung vorgestern und waren überrascht, wieviele Fotos wir kannten, obwohl uns der Name vorher nicht geläufig war. Aktuell taucht beispielsweise ein Foto in den Buchbestsellerlisten auf, denn es ist das Cover des Buches, nach dem die Serie „Babylon Berlin“ gedreht wurde.

In der Kölner Ausstellung werden über 80 Schwarzweissfotografien gezeigt, aufgenommen in Budapest, in Berlin der 30er Jahre und in Holland mit Schwerpunkt Amsterdam. Nach einem Zeitungsartikel, den ich über Eva Besnyö gelesen hatte, dachte ich, sie sei eine zweite Vivien Maier, doch das stimmt nur zum Teil. Besnyö wurde zwar auch durch ihre spontanen Fotos bekannt, doch diese sind immer ästhetisch, während bei Maier es um Witz, Skuriles oder Kritisches geht. Auch hatte Besnyö eine fundierte Ausbildung zur Fotografin, ihr „Markenzeichen“ wurden diagonale Linien in ihren Fotos. Sie arbeitete mit anderen Fotografen zusammen, was Vorteile hatte aber auch den Nachteil, dass ihre Fotos unter dem Namen des berühmteren Kollegen in Zeitungen veröffentlicht wurden und es später nicht einfach war, Fotos Eva Besnyö zuzuordnen.

Die Ausstellung ist ein wirklicher Leckerbissen für alle, die sich für Fotografie interessieren. Auch der WDR war begeistert:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westart/video-ausstellung-der-fotografin-eva-besnyo-in-koeln-100.html

Wir waren zum ersten Mal im Käthe-Kollwitz-Museum und hatten nur wenig Zeit, uns die Werke von der Künstlerin in Ruhe anzusehen. Doch was wir sahen, das hat uns tief beeindruckt (z.B. ihre Eigenporträts) und ein zweiter Museumsbesuch steht 2019 auf dem Programm.

Passend zum heutigen Thema habe ich morgen für Sie ein Fotorätsel zum Wochenende.

Wenn einem der Schalk im Nacken sitzt…

…da kann einem dann schon mal so ein Blogbeitrag wie der von gestern passieren. Ich entschuldige mich ganz lieb und stelle Ihnen den Künstler „V“ jetzt vor, dessen Bilder ich gestern gezeigt habe.

Hier fotografierte ich seine „Werke“:

V bedeutet Verwitterung, die Bildmotive habe ich in dem gelben Streifen entdeckt

Sind Sie mir böse? Wenn Sie grollen, können Sie mich morgen persönlich zwischen 13 und 17 Uhr ausschimpfen. Darüber würde ich mich sehr freuen, denn dann bin ich im Moerser Tierheim und verkaufe meine Karten-Unikate mit Weihnachtsmotiven, Tierfotos und anderen Collagen. Deshalb gibt es morgen auch keinen Beitrag, am Montag fordere ich Sie zum Tanzen auf.

Ein Spaziergang in die Kindheit

Vor einiger Zeit machte ich einen Spaziergang am Hülser Berg. Hier war ich oft in meiner Kindheit, denn meine Mutter und meine Großeltern liebten es, im „Parkschlösschen“ Kaffee zu trinken. Aber zuerst war der Spaziergang dran.

Dieser kam mir als Kind immer unendlich lang vor, und so sah ich jetzt auf die Uhr, als ich losging. Während des Spaziergangs hatte ich als Kind immer drei und im Herbst vier Highlights. Am schönsten fand ich die Stelle, wenn wir an den Nieper Kuhlen vorbeigingen und auf dem Wasser die Seerosen blühten. Jetzt blühte nichts mehr, bzw. man konmt, im Vergleich zu früher, gar nicht mehr so nah ans Wasser heran. Der nächste Punkt war damals das limnologische Institut. Das fand ich immer unheimlich, denn wir haben wirklich nie einen Menschen in dem mit einem hohen Zaun umgrenzten Grundstück gesehen. Heute steht auf dem Gelände ein Privathaus mit Gitterfenstern. Kein Garten, obwohl Platz wäre, sieht auch ausgestorben aus.

Die Überraschung wartete auf mich bei Punkt drei: Ein altes niederrheinisches Haus, ziemlich heruntergekommen, aber mit so vielen Spielsachen im Garten, dass ich damals immer ganz neidisch war. (Allerdings habe ich auch hier nie ein anderes Kind gesehen…). Dieses Haus ist heute ein kleines Schmuckstück mit schöner Gartenanlage.

Im Herbst warteten am Bahngleis viele alte Kastanienbäume auf mich. Was habe ich Kastanien gesammelt und gebastelt… Ich freute mich jetzt schon auf die Bäume, aber es stand nur noch eine Kastanie da, alle anderen waren gefällt worden. Traurig ging ich den Rest des Weges zurück.

Der Spaziergang dauerte 25 Minuten. Zur Stärkung und Aufmunterung ging ich ins Café, und hier ist die Zeit stehen geblieben. Nette Bedienung, leckerer Kuchen und Kaffee, „zeitlose“ und etwas angestaubte Gemütlichkeitsdeko. (Falls jemand eine Cafézeitreise machen möchte, vorher über Öffnungszeiten informieren.)

Hatte ich als Kind meine Bezugspunkte beim Spaziergang, so ging ich jetzt als Erwachsene mit einen anderen Blickwinkel spazieren. Hier ein paar Fotos von meinen neuen Lieblingsstellen- ein bisschen märchenhaft verfremdet:

Sollte es in diesem Winter schneien, werde ich noch einmal zum Hülser Berg fahren und erneut in der Kindheit spazieren gehen.

Morgen wird es wieder städtisch, die Besprechung eines Pariser Krimis wartet auf sie.

Atelier des Lumières (Paris im August Nr. 9)

Wie soll ich das beschreiben? Stellen Sie sich vor, Sie stünden in einer alten leeren Fabrikhalle. Es ist dunkel und plötzlich beginnt ein Film. Aber nicht nur vor Ihrer Nase, sondern ebenso an der Decke, dem Boden, den Seitenwänden. Der erste Film zeigt Bilder von Gustav Klimt, der zweite Bilder von Hundertwasser. Sie befinden sich in einem Rausch von Farben untermalt mit Musik. Am besten sitzt man, denn wenn man umhergeht, was auch möglich ist, kann einem u.U. schummrig werden. Und der dritte Film? Schwarzweiss- technisch, futuristisch, kalt.

In der Nähe der Bastille wurde am 13. April dieses Jahres das Atelier des Lumières eröffnet. 140 Videoprojektoren und eine räumliche Beschallungsanlage auf 3300 qm ermöglichen diese besondere Sinneserfahrung:

Herr Klimt:

Herr Hunderwasser:

Utopia:

Eine innovative Idee, die auch gut als Besuchermagnet nach Duisburg passen würde…

Nur ein Hinweis: Wenn Sie in Paris das Atelier besuchen möchten, tun Sie es nicht mit kleinen Kindern. Einige anwesende reagierten verängstigt und fingen zu weinen an. Ab Schulalter sollte es gehen.

Morgen mache ich eine Pause und dann gibt es zum Abschluss ein kleines Parisquiz am Wochenende.

Paris für Sammler (Paris im August Nr.5)

Dieses Buch kaufte ich mir bei meinem letzten Paris-Aufenthalt. Es ist ein kleiner Bildband. Der Autor und Fotograf hat Motive ausgewählt und gesammelt, die für Paris ganz typisch sind. Da kann man z.B. die unterschiedlichen Metroschilder bewundern, phantasievolle Türklopfer, verschiedene Bankdesigns. Ich fand das sehr inspirierend und hatte mir in den Kopf gesetzt, auch Motive zu sammeln, die in dem Buch noch nicht abgebildet sind. Hier meine Sammlungen:

Vor Pariser Fenstern befinden sich sehr oft kleine Gitter.

Diese haben sehr unterschiedliche Muster:

Viele Läden haben, wenn sie geschlossen sind, Rolläden vor den Schaufenstern. Oft sind die Rolläden Freiflächen für Graffiti, aber es gibt auch welche, die bewusst gestaltet wurden.

In dem Buch gibt es jeweils eine Auswahl an alten Briefkästen und Lampen. Mir fielen diese gelben Briefkästen auf:

Meine Lampensammlung ist eine wilde Mischung, aber jede erinnert mich an einen bestimmten Ort in Paris.

Und zu guter Letzt noch ein bisschen Grün: Es gibt in Paris unzählige kleine Parks. Wir haben uns einige dieses Mal bewusst angesehen, es sind wirklich kleine Oasen.

Nun gibt es eine kleine Paris-Pause, nächsten Montag geht es weiter. Schönes Wochenende!

 

Haben Sie noch mit Murmeln gespielt?

Beim Aufräumen habe ich alte Murmeln wiedergefunden. Ich habe manchmal mit ihnen gespielt oder Sandburgen mit Bahnen für die Kugeln gebaut, aber noch lieber habe ich sie mir nur einfach angesehen. Dies war und ist meine Lieblingsmurmel:

Platz 2:

  

Platz 3:

Und hier die passende Musik dazu:

Übermorgen gehts hinaus in den Wald, aber anders als Sie sich jetzt vielleicht vorstellen…

Ich kannte doch noch nicht jeden Grashalm

Am Wochenende waren eine Bekannte und ich mit unseren Fotoapparaten auf dem Rheinhauser Logportgelände. Sie wollte gerne dort hin, ich hatte absolut keine Lust dazu. Schon zu oft war ich dagewesen, was sollte ich dort noch groß fotografieren? Aber wir fanden kein anderes gemeinsames Ziel, so blieb es bei Logport und ich nahm die Herausforderung an. Nach vier Stunden beendeten wir die Tour, beide höchst zufrieden. Ich hatte noch diverse neue „Grashalme“ gefunden,  weil ich versuchte, das Gelände unter verschiedenen Themen zu betrachten und da entdeckte ich dann plötzlich auch neue Motive. Vielleicht geben Ihnen meine Fotos ein paar Anregungen? Hier sind sie:

Thema „Blau“- Eine der beliebtesten Farben bei den Gebäuden

Thema „Schwarzweiss-Grafik“

Am Sonntag ist das Gelände fast wie ausgestorben. Aber bei genauem Hingucken man sieht doch immer mal wieder ein Gesicht

Einige LKWs sind schon älter und haben Korrosionsschäden. Diese zu fotografieren, kann auch interessant sein. (Ein bisschen nachbearbeitet).

Folgendes Foto besteht aus sechs verschiedenen, hier habe ich mit dem Bearbeitungsprogram Snapseed gespielt

Ich weiß noch, wie das Gelände in der Zeit zwischen Krupp-Abtragung und Neuansiedlung der Firmen ausgesehen hat. Es gab teilweise Brachgelände mit den tollsten Blumen. Wahre Paradiese für Bienen. Davon ist jetzt kaum noch etwas übrig, hier ein paar letzte einzelne Überlebende:

Es gibt monotone Rasenflächen zwischen oder an den Gebäuden, kann man diese nicht zu Wiesen umwandeln? Erfreulicherweise passiert dieses ja in Duisburg z.Zt. häufiger bei Verkehrsinseln. (Das ich das noch erlebe….).

Am Ende der Tour stärkten wir uns im Casino und kamen auf dem Weg dahin an der Villa Rheinperle vorbei. Hier hat vor einigen Tagen ein Fest stattgefunden und einige Reste waren noch zu erkennen.

Irgendwann wird es einen zweiten Teil mit neuen Logportfotos geben, denn wir haben noch längst nicht alles gesehen.

 

Alles so schön rosa hier…

Fotos von blühenden Bäumen sind jetzt „in“. Ich sah in den letzten Tagen  mal öfter nach unten und fand die Blütenblätterteppiche unter den Bäumen auch sehr schön. Am Wochenende habe ich da mal ein bisschen was ausprobiert. Vielleicht bekommen Sie auch mal Lust, Blätter und andere Dinge zu kombinieren?

Ein Ausflug nach Bergisch Gladbach mit Überraschung

Bergisch Gladbach, was verbinden Sie mit dieser Stadt? Wenn es nicht so viel ist, dann sind wir schon zu zweit. Aber da ich in den letzten Monaten zu mehreren Gelegenheiten immer wieder auf diese Stadt gestoßen bin, bzw. auf sein Museum in der Villa Zanders, machten wir am letzten Sonntag einen Ausflug dorthin.

Es war der letzte Tag einer Ausstellung mit Bildern und Installationen der Künstlerin Mary Baumeister. Sie war u.a. Freundin von Joseph Beuys oder John Cage und das machte mich neugierig. Die Ausstellung war sehr gut besucht und wir sahen nicht alle Bilder, da geführte Gruppen die z.T. kleinen Räume der Villa komplett ausfüllten.  Aber hier wenigstens ein paar Eindrücke:

https://in-gl.de/2017/11/16/villa-zanders-stellt-mary-bauermeister-in-den-fokus/

Wir waren beide sehr angetan und beglückwünschten uns schon in diesem Moment, uns auf den Weg gemacht zu haben. In der zweiten Etage wurde eine weitere Ausstellung gezeigt mit Bildern von Reinhold Koehler. Er hat sich der „Décollage“ gewidmet. Hier die Innenseite eines Flyers. (Diese Ausstellung läuft noch bis zum 22.4.18).

Draußen war das Wetter sehr freundlich und wir bummelten durch die Innenstadt. Sie erinnerte mich ein bisschen an Wuppertal, wo Schönes auf Hässliches trifft. Finde ich fürs Fotografieren reizvoll, allerdings wollte mein Fotoauge an diesem Tag nur Schönes sehen.

Da es erst 16 Uhr war, entschieden wir uns, noch zur Papiermühle „Alte Dombach“ zu fahren und hier wartete eine Überraschung auf uns. Es ist ein geniales Museum, das das Thema Papier in über 20 Räumen allumfassend behandelt. Da mir dieses Thema ja nahe ist, haben wir in der Vergangenheit schon einige Papiermuseen besucht (z.B. Düren oder Basel) und ich habe Vergleichsmöglichkeiten. Nicht eine, nicht zwei Stunden, planen Sie mindestens einen halben Tag für diesen Besuch ein, wenn Sie auch noch gerne spazieren gehen, Kaffee trinken, sich in einem Museumsshop gerne tummeln oder alte Industrieanlagen reizvolle Fotomotive für Sie sind. Wird alles geboten.

Ja und auch hier taucht der Name Zanders auf. Was Krupp für Essen ist, ist Zanders für Bergisch Gladbach. Hinter Zanders steckt eine große Papierfabrik mit abwechslungsreicher Geschichte. https://de.wikipedia.org/wiki/Zanders_Papierfabrik

 

Wem diese Anregungen noch nicht reichen: Es gibt beispielsweise in Bergisch Gladbach noch ein Kindergarten-Museum oder einen Lyrikpfad an dem Flüsschen Strunde, der bis zur Burg Zweifel und der Quelle der Strunde führt. Und fürs leibliche Wohlergehen eine „Bergische Kaffeetafel“…