Lob auf die Pfütze

Pfützen finde ich als Fotomotiv immer interessant und in den letzten Tagen war ich bei den Minusgraden wieder fündig:

Eiswurm
Scream
Blue Monday

Schmunzeln musste ich, als ich dann am Freitag abends zufällig dieses Gedicht entdeckte:

Ich fand den Text in:

Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die einen gewissen schrägen oder auch schwarzen Humor nicht verschmähen. Darüber hinaus bieten die Gedichte von Bernstein auch einen geschichtlichen Rückblick. Der Autor veröffentlichte u.a. in den Zeitungen „Titanic“ und in „Pardon“ seine Gedichte und nahm Politiker und gesellschaftliche Fragwürdigkeiten in den 70er Jahren aufs Korn. Besonders interessant sind die Gedichte, die selbst „Titanic“ nicht veröffentlichte, weil sie zu brisant waren.
Ja, Herr Bernstein hatte es nicht immer leicht…

Photographie und Impressionismus

Noch bis zum Wochenende läuft im von-der-Heydt-Museum in Wuppertal diese Ausstellung:

(Dies ist der Ausstellungskatalog, in ihm werden noch mehr Fotos gezeigt als in der Ausstellung).

Mich haben die ausgestellten Fotos sehr beeindruckt. Die zwischen ca. 1860 und 1910 entwickelten Bilder vermittelten eine ganz besondere Atmosphäre und beeindruckten durch ihre Bildschärfe und der Bildkomposition. Man bekommt darüber hinaus einen guten Überblick, welche Entwicklungs-und Aufnahmeverfahren in den frühen Zeiten der Fotografie angewandt wurden. Die Fotos sind nach Themen geordnet, wie z.B. „Am Meer“, „In der Stadt“, „Bäume“ oder „Arbeitende Menschen“ und werden bekannten impressionistischen Gemälden gegenüber gestellt. Mich spornte die Ausstellung an, Fotos zu erschaffen, die diese Stimmung vermitteln. Hier ein Beispiel:

Sommerweg

Bild 342 von 365

Wem diese Ausstellung noch nicht als Motivation reicht, sich nach Wuppertal aufzumachen, der kann seinen Museumsaufenthalt noch durch zwei weitere Ausstellungen erweitern:

Noch bis zum 29.1. zeigt das Museum ganz unterschiedliche gemalte und fotografierte Portäts unter dem Motto „Fremde sind wir uns selbst“.

Hier gefiel mir gut, dass in der Ausstellung ausführlich erklärt wurde, wie wichtig die Perspektive des Porträts für die Aussage des Bildes ist. Das war mir davor nicht bewusst.

Die dritte Ausstellung ( bis zum 16.7.23) macht eine Zeitreise in die 60er und 70er Jahre.

Da die 70 er Jahre meine „Sturm-und Drang“ Jahre waren, kam bei der Besichtigung bei einigen Werken Wiedersehensfreude auf und mir gefiel die Ausstellung, weil sie einen guten Überblick über die Künstler dieser Zeit bietet.

Offenes Atelier im Duisburger Westen (1)

Am Wochenende konnte man in diesem Jahr erneut Ateliers von Duisburger Künstlern und Künstlerinnen besuchen. Ich wählte dieses Mal das Städtische Kultur- und Freizeitzentrum auf der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen, in dem man direkt mehrere Ateliers besuchen konnte.

Abgesehen bei Besuchen im Kommatheater hatte ich das Gebäude vor ca. 50 Jahren das letzte Mal betreten, als ich während der Schulzeit dort Montagsmorgens zum gemeinsamen Schulgebet der beiden Rheinhauser Gymnasien kommen musste. So betrat ich das alte Schulhaus mit großer Neugierde. Mich „sprangen“ direkt ein paar Fotomotive an:

ROTE LINIE
Altes Treppenhaus- mal bunt

oder schwarzweiß.

Ein weiterer Ort, der für schwarzweiß Aufnahmen prädestiniert war:

Man findet diverse „Kleinigkeiten“:

Unten links: Der Fußboden bot auch diverse Motive, dieses nenne ich „Alte Frau mit Haube“.

Der grüne Daumen ist in diesem Gebäude eher klein:

Der Außenbereich war ebenfalls interessant, um ihn genauer unter die Lupe zu nehmen;

Japanischer Moment

Morgen erzähle ich Ihnen ein bisschen über meinen Besuch der Ateliers. Es war ein sehr abwechslungsreicher Nachmittag!

Für kunst-und fotoliebende Kastaniensammlerinnen ( und Sammler)

Nach vielen Jahren besuchten wir gestern mal wieder den Duisburger Kantpark. Momentan findet man hier viele Kastanien, verstreut zwischen den berühmten Skulpturen, die immer wieder neue Fotomotive bieten. Vielleicht ein Tipp für ein Ausflug am Wochenende? Hier ein paar Schnappschüsse:

Prophet und Prophetin
(Das Kunstwerk heißt „Der Prophet“ und wurde 1961 v0n Kenneth Armitage erschaffen)
Hier, wie auch an diversen anderen Skulpturen, fanden wir leider keine Erklärungstafeln.

Spaß machte es auch, Spiegelungen in den Fenstern des Museums zu fotografieren:

Und dann waren da noch …

Nase voll I
Nase voll II

Grünes Flanieren

Ich könnte natürlich auch „wandern“ oder „spazierengehen“ schreiben, wenn ich vom Schlosspark von Lütetsburg und dem Neuenburger Urwald erzähle, doch beide Male passt „flanieren“ besser.
Der Schlosspark (nicht weit von Emden gelegen) ist ein ca. 30 ha großer englischer Landschaftspark, der im 18. Jahrhundert angelegt wurde. Theodor Fontane beschrieb ihn 1882 so:

„Ein uraltes Schloss am Meeresstrand;
ein herrlicher Park im baumlosen Land…”

Das Schloß kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden, gegen einen kleinen Obolus darf man aber in einigen Teilen des Parks lustwandeln. Mehrere Wege schlängeln sich durch Wiesen, an mannshohen Rhododendrenbüschen, über Brücken und an eindrucksvollen Bäumen vorbei. Immer wieder gibt es neue Sichtachsen, die man auf sich einwirken lassen kann.

Die Rhododendrenblüte hatte gerade erst begonnen, aber jetzt war der Park schon prächtig.

Zu dem Park gehören ein Café und ein Laden, dessen Angebot mich sehr an Läden des englischen National Trusts erinnerte, so we had a splendid afternoon!

Zwei Fotos mit mehreren Überbelichtungen

Der Neuenburger Urwald…So sieht er nicht aus. Aber als ich zum ersten Mal davon gehört hatte, stellte ich ihn mir so vor. Bereits 1630 erließ der damalige Besitzer des Landes, Graf Anton Günter, Anordnungen, die diesen Wald schützen sollten und nahm damit den Gedanken des Naturschutzgebietes vorweg. Kein aufgeräumter Wald, 600 bis 800 Jahre alte Eichen, riesige Hainbuchen, eine abwechslungsreiche Flora auf dem Boden, so ist in diversen Beschreibungen im Internet zu lesen.
Meine Fantasie war mit mir etwas durchgegangen, denn ganz so wild war es dann doch nicht. Doch ich fand diesen Wald trotzdem sehenswert, denn es gibt immer etwas zu entdecken.

Links oben: Viele Waldgeister beobachteten uns, Mitte: Alte Wurzeln machen Skulpturen von Künstlern Konkurrenz, unten: Die Buschwindröschen blühten um die Wette

Noch mehr Unaufgeräumtes, aber jetzt mal in „Mono“:

Ein Tipp zum Schluss: Sollten Sie den Urwald besuchen, parken Sie beim Urwaldcafé (sehr gemütlich) in Neuenburg und gehen Sie auf dieser Seite der Bundesstraße spazieren. Die Wege zu den Knotenpunkten 12 und 17 sind besonders ursprünglich.

Oberhausensonntag

Am Sonntagmorgen empfahl ich Ihnen eine Sendung über den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, dessen bedeutende Gemäldesammlung u.a. im Essener Folkwangmuseum zu sehen ist. Wie der Zufall es will, besuchten wir mit Freunden am selben Sonntag in Oberhausen das „Rheinische Industriemuseum“. In der Sendung und beim Museumsbesuch tauchte jeweils der Name Peter Behrens auf.

Diese Ausstellung sahen wir uns an:

Wir machten eine Führung mit, die Meinungen zu der Ausstellung waren bei uns vier Personen unterschiedlich. Da ich sehr gerne fotografiere, fand ich die Erläuterungen, wie unser heutiges Sehen und künstlerisches Fotografie-Empfinden von den Umwälzungen in der Fotografie z.Zt. der Weimarer Republik noch beeinflusst werden, sehr interessant. Die Qualität der gezeigten Fotos und ihre Aussagekraft sind beeindruckend. Mein Mann und unsere Freunde hatten wohl eher eine Führung über die Geschichte der Weimarer Republik erwartet. Was uns alle vier wunderte: Die über 300 Bilder wurden in diesem großen Gebäude leider nur auf engem Raum präsentiert, so dass bei der Führung ein unbeschwertes Ansehen der Fotos kaum möglich war. Hätte man da nicht etwas großzügiger mit dem Platz sein können?

Wenn Sie mehr über die Ausstellung wissen und ein paar Fotos sehen möchten:
https://industriemuseum.lvr.de/de/die_museen/peter_behrens_bau/ausstellungen_7/sonderausstellung/inhaltsseite_73.html

Der Zufall: Von Peter Behrens, der einen Teil des Folkwangmuseums entworfen hat, stammt auch das Gebäude in Oberhausen und in der 5. Etage gibt es eine permanente Ausstellung über das Lebenswerk von Behrens. Er war ein äußerst umtriebiger Architekt und ein bedeutender Botschafter des Jugendstils und der späteren Bauhaus-Periode. Viele Fotos zeugen von der Schönheit der Inneneinrichtungen der Gebäude. Einige kann man heute noch bewundern, wie beispielsweise in Darmstadt.

Nach den beider Ausstellungen stärkten wir uns im liebevoll eingerichteten und gemütlichen „Geli‘s Café“ in Oberhausen Osterfeld.

Da das Café nicht sehr groß ist, sollte man einen Tisch vorab reservieren.

Trotz des üblen Wetters konnten wir über diesen Sonntagnachmittag nicht meckern.

Ein Geschenk an mich- Bild Nr.1

Ich beginne heute ein „Projekt“, bei dem ich nicht weiß, ob es mir gelingen wird. Aber ich werde es wenigstens versuchen.
Jeden Tag möchte ich ein Bild veröffentlichen. Ich behaupte nicht, dass die Bilder „Kunst“ sind, vielmehr möchte ich entweder ein bisschen die Sicht auf Dinge verändern oder auf Unbedeutendes aufmerksam machen.
Die Bilder können Fotos sein, Collagen, Gemaltes, vielleicht ist auch mal etwas Genähtes oder Modelliertes dabei, mal sehen, wohin die Reise mich führt.
Ich tue dies, weil es mir gut tut und vielleicht mache ich Ihnen ja mit dem ein oder anderen „Werk“ ja auch eine Freude.
Weiterhin schreibe ich auch Beiträge, also gibt es auch immer wieder etwas zum Lesen.

Meine Muse Melete

Beton trifft Flohmarkt

2017 erzählte ich Ihnen von meinem Besuch auf der Hombroicher Raketenstation während der Kirschblütenzeit (siehe unten „ Ich kann auch Japan ohne Kyoto“). Nun bekam ich einen Eindruck des Geländes an einem Herbstnachmittag:

Grund des Besuches war die Ausstellung des Künstlers Daniel Spoerri. Dass das Museum der Langen Foundation ausgesucht wurde, um Spoerris Werke zu zeigen, empfand ich als Glücksgriff. Der Museumsarchitekt Tadao Ado ordnet in seinen Gebäuden Beton und Glas minimalistisch an.

So wirken die Assemblagen und Skulpturen von Spoerri perfekt, nichts lenkt ab:

Links: Sammlerstücke aus Afrika, kombiniert mit Objekten, erinnern an Fetische. Rechts Flohmarktfunde werden zu Assemblagen – es gibt so viel zu entdecken….
Spoerri kaufte auch Haushaltssammlungen auf. Hier Skulpturen aus alten Küchengeräten.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist seine „Eat-Art“ mit seinen Esstisch-Tableaus. Freunde waren bei ihm zuhause, man trank, aß und feierte, als die Freunde gegangen waren, konservierte Spoerri die Tische oder das benutzte Porzellan.

Mit altem Geschirr komponierte er Tische, die wie 3D Bilder aussehen. (Links Mitte und unten). Nimmt man diese Tische genau unter die Lupe, entdeckt man zig Fotomotive. Ich sammelte z.B. diese Ansichten:

Oben eine Fotocollage mit angetrockneten Tassen, darunter ein bearbeitetes Foto

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. März 2022. Sollten Sie die Ausstellung besuchen, versäumen Sie es nicht, diese kostenlose Kunstzeitung mitzunehmen. Man erfährt nicht nur viel über Daniel Spoerri, sondern bekommt auch Anregungen, selbst Assemblagen zu entwerfen.

Wien für Spezialisten- Österreichtour Nr. 5

Ich fange meinen Beitrag mit einer „Abratung“ ab. (Fällt Ihnen ein Wort ein, das das Gegenteil von Empfehlung ausdrückt?) Wir besuchten endlich einmal das Schloss Schönbrunn und waren dann doch recht enttäuscht.

Ich fühlte mich am Anfang wie auf einem Flughafen. Die Besucher wurden durch Gates geschleust und es gab Taschen-und Personenkontrollen. In den 40 Prachträumen wechselte meine Stimmung und ich hatte ein Ikea-déja-vu. Auf einem vorgegebenen Weg schob sich die Masse von einem dunklen Zimmer zum nächsten. (Um wohl die wertvollen Zimmereinrichtungen zu schützen, waren alle Fenster abgedunkelt und die Lichter nur schwach). Ich war danach froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Wir spazierten danach noch ein bisschen durch den riesigen Park. Imposant die Alleen, aber nicht unbedingt abwechslungsreich. Das Eintrittsgeld für zwei Erwachsene betrug 44 Euro, nicht enthalten war der Besuch der Orangerie und des Rosengartens, dann hätte es 60 Euro gekostet. Diesen Betrag kann man lieber in andere Eintrittsgelder investieren.
Sehr empfehle ich einen Besuch in der Albertina. Dieses Kunstmuseum gehört zu dem „Big Ten“ auf der Welt und hier können Sie die hellen (!) Räume bewundern

einige der bekanntesten Bilder ganz nah betrachten oder Überraschendes entdecken: Ein Bild von August Macke mit dem Titel:“ Hafenbild mit Kindern auf der Mauer: Duisburger Hafen” von 1914

Ein Museum für Spezialisten ist das Fotomuseum WestLicht auf der Westbahnstraße in Wien. (Auf dieser Straße und in den Nebenstraßen befinden sich auch noch mehrere Spezialläden für Fotografie). Neben 800 alten Kameras und Spezialfotoapparaten gibt es zwei wechselnde Fotoausstellungen und eine gut sortierte Ecke mit Fotobildbänden. Wir sahen eine Ausstellung mit den besten Pressefotos 2020/2021.

Nach dem Besuch des Museums war meine Fotomuse erwacht und ich experimentierte bis in die Nacht hinein mal wieder mit Doppelbelichtungen.

Weiter geht es mit „Wien für Spezialisten“, Thema Theater. Wir besuchten an beiden Abenden eine Theatervorstellung. Dabei ging es uns nicht um die Stücke, sondern um die Gebäude und die Atmosphäre.
Am ersten Abend waren wir im Theater in der Josefstadt. Das Theater wurde 1788 gegründet und hat eine beeindruckende Geschichte. Beethoven und Wagner dirigierten hier, mehrere bekannte Opern hatten hier ihre Erstaufführung und berühmte Schauspieler gaben sich hier ein Stelldichein. Bei Interesse hier die Wikipediabeschreibung https://de.wikipedia.org/wiki/Theater_in_der_Josefstadt

Das Theaterstück „Medea“ von Grillparzer in einer modernen Version gefiel uns nicht uneingeschränkt gut, schön war es auch, die Wiener Kulturbeflissenen zu beobachten.

Den zweiten Abend verbrachten wir im Wiener Burgtheater, ebenfalls eine Spielstätte mit „großen Namen“. https://de.wikipedia.org/wiki/Burgtheater

Hier war das Publikum gemischter, was aber vielleicht auch an der Komödie „Mein Kampf“ von George Tabori lag. (Ein Stück, das in den 80er Jahren für Furore sorgte, da es das Thema Hitler als Farce präsentierte). Eine Komödie, in der uns das Lachen mehrmals im Hals stecken blieb.

Zurück zum Gebäude des Burgtheaters, unserem eigentlichen Anliegen:

Ohne Worte…

Ein ganz spezielles Wiener Thema hebe ich mir für nächste Woche auf, danach geht es dann weiter Richtung Graz. Morgen habe ich für Sie aber noch ein Wochenendrätsel. Es hat mit unserem Besuch auf der Burg Kreuzenstein zu tun und ich glaube, Sie werden erstaunt sein.