Berühren erwünscht

Nur noch bis zum 20. und 26. Mai 2024 laufen im Düsseldorfer Kunstpalast zwei Ausstellungen, die so gut sind, dass es heute einen Extrabeitrag gibt. Besuchen!

Links die Skulptur „Die Welle“ darunter ein Detail
Rechts unten ein Foto von Kathrin Sonntag, die Erklärung für den oberen Fotoraum:

Die Fotoausstellung heißt „Size Matters- Größe in der Fotografie“ und befasst sich nicht nur mit der Größe, sondern auch noch mit vielen anderen Aspekten der Fotografie. Neue Ideen entwickelten sich bei mir im Kopf und Fotomotive fallen einem fast in den Schoß.

Die zweite Ausstellung heißt „Please Touch!“ 30 Skulpturen des Bildhauers Tony Cragg dürfen von den Museumsbesuchern berührt und erfühlt werden. Was für ein Erlebnis!

Auf diese Ausstellung komme ich in einem späteren Beitrag noch einmal zurück.

Wir verbrachten in den beiden Ausstellungen ca. 1 1/2 Stunden. Da wir noch Zeit hatten, wollten wir uns „mal kurz“ die „neue Hängung“ im Museum ansehen. Nach drei Räumen erkannten wir unsere Naivität, man braucht Zeit, Zeit , Zeit!

Nur ein kleiner Eindruck von der Vielfältigkeit der neugestalteten Räume und .Säle

Ich wünsche Ihnen schöne Pfingsttage!

Tête-à-tête mit Stahlgiganten (Halle 2)

Bei unserem Urlaub in Halle besuchten wir auch „Ferropolis“. Diese Anlage erinnert an den Braunkohletageabbau, der in den 90er Jahren beendet wurde.

Fünf ehemalige Bagger stehen auf einer Halbinsel, die zu dem Gremminer See gehört, ein überflutetes Tagebauloch. Man kann diese Stahlgiganten nicht nur besichtigen und teilweise auf ihnen hochsteigen, ein Museum erzählt auch die Geschichte dieses Geländes.

Das Gelände wird außerdem für diverse Feierlichkeiten benutzt, sei es für Konzerte mit bis zu 25000 Besuchern, Autorennen oder Trödelmärkte.

Wir hatten Glück, dass wir auf dem Gelände fast alleine waren, so dass ich nach Herzenslust fotografieren konnte. Mal war das Bombastische für mich knippswürdig, ich entdeckte aber auch viele Details. Wenn Sie gerne fotografieren, planen Sie mindestens einen halben Tag für die Besichtigung ein.

Meine Favoriten: Schwarzweißfotos

Wir sind wandelnde Pfützen

Heute habe ich für Sie einen Buchtipp passend zum nassen Herbstwetter.

„Unser Körper besteht zu 80 % aus Wasser. Wir sind also aufrecht stehende Pfützen.“ besagt ein Kalenderspruch, den ich in diesem Buch gefunden habe:

Auf 136 Seiten beleuchten die beiden Autorinnen (Journalistin und Geografin) das Thema Pfützen. Dank zahlreicher Fotos und launig geschriebenen Texten werden uns die Augen geöffnet, an welchen besonderen Miniseen wir zumeist als Erwachsene gedankenlos vorbei gehen oder über die wir uns sogar ärgern. Als Kind war das anders, plitschplatsch in eine Pfütze gesprungen, war das nicht herrlich?

Die einen ärgern sich darüber, beim Spazierengehen Umwege machen zu müssen, die anderen freuen sich, dass die Pfützen den Himmel auf die Erde holen


Drösele ich mal auf, wo die Pfütze eine Rolle spielt: Picasso, Gerhard Richter und andere Künstler verewigten Pfützen in ihren Bildern, in der Literatur gibt es z.B. Passagen bei Albert Camus oder Günter Grass, wo die Pfütze beschrieben wird. In der Fotografie war und ist die Pfütze ein beliebtes Motiv, angeführt von dem Bild „Der Sprung“ von Henri Cartier-Bresson. Zu jeder Jahreszeit bieten die Minigewässer Hingucker:

Blätterschiffchen im Herbst

In unseren grauen Städten bringen Pfützen Farbe und Abwechslung und wenn es windig ist, noch flüchtige Bewegungen.


Das sind „Wohlfühlargumente“, die für die Pfütze sprechen, doch es gibt noch wichtigere Gründe, Pfützen zukünftig mehr wertzuschätzen.
Pfützen sind lebenswichtige Plätze für Flora und Fauna. Pflanzen wachsen in Pfützen oder benötigen das feuchte Mikroklima des Wassers.(Z.B. seltene Orchideen in freier Natur).

Große wie kleine Tiere brauchen Pfützen als Trinkplatz. Trocknen Pfützen nicht nach wenigen Tagen wieder aus, siedeln sich Kleinstlebewesen an, Molche und Frösche nehmen die Pfütze als Laichgewässer.


Wie oben schon angedeutet, sorgen Pfützen für ein feuchtes und damit auch kühlendes Mikroklima. So könnten sie auch für uns Menschen ein Mittel sein, nach Starkregenfällen in heißen Sommern die Umgebungstemperatur zu senken. Warum sich im Garten nicht eine „Privatpfütze“ anlegen?

Mir ist echt „pfützig“! Dieses Wort gab es schon mal im Frühneuhochdeutschen und starb dann um 1500 aus. Schön wäre es, wenn es in die deutsche Sprache wieder zurückkehren würde, denn es bedeutete in früheren Zeiten: „Eine als nützlich erachtete Sache mit Spaß und Eifer vorantreiben“.

Tag des offenen Denkmals 2

Vorgestern stellte ich Ihnen bereits einige Fotos vor, die ich am Sonntag in der alten Papierfabrik in Süchteln gemacht habe. Die Motive dieser Fotos waren sofort sichtbar, doch es gab noch „Spezialitäten“, bei denen man genauer hinschauen musste. Dazu kamen weitere Motive auf den Baustellen rund um die alten Gebäude, aber sehen Sie selbst:

Ein kleines Stück Fensterglas
Fensterrest
Umverpackung von neuen Steinen
Die Augenklappe
Abgebrochenes Plastik, von der Sonne beschienen
Begrenzter Sonnenstrahl
Lost „Lost Place“

Tag des offenen Denkmals 1

Gestern konnte man wieder historische Gebäude und Parks entdecken, zu denen man sonst keinen oder nur selten einen Zugang bekommt. Wir nutzten die Gelegenheit, nach Süchteln zu fahren. Dort hatte man zum letzten Mal die Chance, Teile der alten Pappen- und Papierfabrik H. Lehnen von 1911 zu besichtigen, bevor diese grundsaniert und in Wohnungen und Praxisräume umgewandelt werden. Auf dem Gelände sind bereits diverse Einfamilienhäuser gebaut worden und in einem Teil der alten Fabrik befinden sich inzwischen u.a. eine Apotheke, ein Fliesenhandel und Arztpraxen.

Alte Gerätschaften und andere technische Vorrichtungen waren bereits abmontiert, aber trotzdem hielt dieser „Lost Place“ noch viele Fotomotive bereit, wie beispielsweise verschiedene Fenster:

Für Schwarzweissfotos waren diese Gebäude ebenfalls eine Fundgrube.

Weitere Fotos zeige ich Ihnen am Mittwoch, da ich noch nicht alle gesichtet und bearbeitet habe.

Von Süchteln aus fuhren wir nach Krefeld zum Mies van der Rohe Campus, wo um 15 Uhr eine 1 1/2 Stunde Führung stattfand. Zum geschichtlichen Hintergrund ein Auszug aus Wikipedia: Die Vereinigte Seidenwebereien Aktiengesellschaft kurz VerseidAG war der Zusammenschluss verschiedener Textilbetriebe im niederrheinischen Krefeld. Seit der Firmengründung im Jahr 1920 gehören zu der Anlage verschiedene Gebäude, von denen sieben auf die Pläne von Ludwig Mies van der Rohe zurückgehen, dem letzten Bauhausdirektor.

Der jetzige Inhaber des Geländes, Herr Wolf-Reinhard Leendertz, erzählte uns bei der Führung, wie er 2011 die alte, völlig heruntergekommene Textilfabrik auf dem ca. 50000qm großen Gelände gekauft und seitdem Schritt für Schritt die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude saniert und vermietet hat.

Wir besichtigten einige der sanierten Gebäude und konnten hochmoderne Büros, andere Arbeitsstätten oder Sportstudios in altem Gemäuer bewundern. Dank der hohen Wände können die Räume mit Zwischendecken sehr individuell gestaltet werden.

Am 24.9. findet eine weitere Führung über das Gelände statt. Man kann aber, möchte man nur Fotos von außen machen, auch ohne Führung den Campus erkunden. Das werde ich sicherlich noch einmal tun, wenn es nicht so heiß ist. Besonders bieten sich Motive mit Spiegelungen an.

Was ich noch zu zeigen hätte…(GB 12)

Ich habe die Fotos nicht gezählt, die ich in England und Schottland gemacht habe. Zum Abschluss meiner „GB“-Reihe deshalb hier noch ein paar Lieblingsbilder. Ein paar modelte ich auf den langen Autofahrten ein bisschen um.

Öfter gab es mal ein spontanes Ständchen, hier auf den Orkney Inseln. Das hob die Urlaubsstimmung noch mehr an.

14 Tage gutes Wetter, nur an den Küsten war es manchmal nebelig

Geschichte auf Schritt und Tritt. Es gibt ca. 500 Steinkreise in Schottland. Steinkreise auf den Orkneyinseln sind mit einem Alter von 5200 Jahre älter als der von Stonehenge.

Ein Steinkreis auf der Insel Lewis

Diese Kacheln fand ich auf dem Boden in der Sankt Magnus Kathedrale in Kirkwall auf den Orkneyinseln. Die Muster sind ein Beispiel dafür, dass Wikinger, Pikten oder Kelten ihre Spuren hinterlassen haben.

Und dann sind da noch die „Black Houses“, kleine Steinhütten, in denen in früheren Zeiten Mensch und Tier zusammen wohnten. Im 19. Jahrhundert wurden sie langsam von den „White Houses“ abgelöst. Nur noch wenige der Black Houses sind komplett erhalten, man kann sie z.B. in Lewis in einem Heimatmuseum besuchen. Aber diverse Ruinen sahen wir noch auf unserer Rundfahrt.

Sie suchen Einsamkeit? Ja, ganz im Norden Schottlands und auf den Äüßeren Hebriden haben wir sie noch gefunden.

Ich empfand die Fährfahrt von Ullapool zu den Äußeren Hebriden als etwas Besonderes. Der Gedanke, alles hinter sich zu lassen und in ein neues Leben einzutauchen, machte sich in meinem Kopf breit.

Der Hafen von Ullapool

Nach einer Fahrt durch viele kleine Inseln hindurch näherten wir uns den Hebriden:

Ein bisschen Shangri-La…

Am letzten Tag in Schottland wurde ich gefragt, ob ich wiederkommen würde. Ja, das Fernweh zu den Shetland Inseln und einigen noch abgelegeneren Hebrideninseln ist bei mir geweckt.

Rauf und runter während der Ostertage

Letzte Woche entdeckte ich zufällig diesen Pianisten auf YouTube. Seitdem läuft bei mir seine CD „Letter“ rauf und runter. Sofiane Pamart war bis 2018 in der französischen Rapszene verankert. Dann erschien seine erste Solo-CD als Pianist und seitdem scheint er schon sehr berühmt geworden zu sein- nur ich hatte keine Ahnung. Sie vielleicht auch nicht?

Ebenfalls rauf und runter probierte ich am Wochenende die kostenlose Fotobearbeitungsapp „Photoshop Camera-Fotoeffekte“ aus. Ca. 80 Filter werden z.Zt. angeboten. Ich fand einige Effekte, die ich bis dahin von anderen Programmen nicht kannte. Hier ein paar Beispiele:

Ein Schwarzweissfoto habe ich als Negativ umgewandelt, danach mit dem Filter „Pop-Art“ bearbeitet.
Ebenfalls ein Schwarzweissfoto, das ich mit „Medienmix“ einfärbte.
Ein Farbfoto durch einen Infrarotfilter gesehen.
Eine nachgemachte Cyanotypie

Fake Fotos

Letzte Woche stellte ich Ihnen eine Software zum Kolorieren von Schwarzweissfotos vor, nun bekam ich von meinem Leser Frank Gniffke (Merci!) noch einen Tipp für ein „Fotohelferlein“.
War es noch bis vor einiger Zeit etwas mühsam, ein Motiv aus einem Foto auszuschneiden, bzw. den Hintergrund zu entfernen, so geht das nun mit der Schnelligkeit eines Augenzwinkerns. Hier zwei Beispiele:

Stepptanz
Pilgerfahrt

Diese Fotos sind insofern harmlos, da lebende Personen nicht als Fotomotiv dienen.
Werden Sie nicht auf mich neidisch, weil Sie denken, dass ich letztes Jahr im winterlichen Rio de Janeiro war!

Das Landschaftsmotiv bekam ich von Pixabay, das zweite Foto war dieses:

Viel Spaß beim Fotomontieren! Die Software finden Sie unter www.remove.bg.