Nasse Momente

Häufiges Regnen kombiniert mit Hallenbadbesuche und dem Lesen ergibt „Nasse Momente“. Nach dem gestrigen regnerischen Sonntag passen diese Momente heute ganz gut.

Hier ein paar Vorschläge für innovativen Regenschutz (gesehen auf „Pinterest“):

 

 

Im Hallenbad sah ich eine Frau, die vier verschiedene Dusch-und Haarshampoo-Flaschen mit unter die Dusche nahm. Eine Flasche hatte den Titel „stressfrei“…

Innerlich verteile ich jetzt immer rot-gelbe Karten, wenn Frauen beim Verlassen des Duschraums ihre Dusche einfach weiterlaufen lassen, weil diese ja irgendwann mal selbst ausgeht. Selbst wenn es draußen aus Eimern schüttet, kann man trotzdem ein bisschen Wasser einsparen- tut nicht weh.

Das Highlight des Monats im Schwimmbad: Nachbarkabine, Mutter mit kleiner Tochter (zwischen 4 bis 8 Jahre, da um 15 Uhr der Mini-Schwimmkurs anfängt). Es gab schon einiges Genörgel, da das Töchterchen eigentlich gar keine Lust zum Schwimmen hat. Mutter sprach ein Machtwort, dann war Stille. Plötzlich die Tochter:“ Mama, findest Du nicht, das Schwimmen total überbewertet wird?“ Wieder Stille….

Zum Schluss noch ein literarischer Beitrag. Diese Nieselregen-Passage aus dem Buch „Die Stadt-Entdeckungen im Inneren von Wien von Gerhard Roth gefällt mir sehr gut:

Morgen ist Maurice Ravel das Thema meines Blogs.

Meine Skepsis ist weg

Warum kann ich eigentlich nicht recht sagen, aber ich hatte bisher immer Vorbehalte bei Blumenkästen mit integriertem Bewässerungssystem. Doch nun bin ich „Fan“.

Diese Blumenkästen stehen bei uns seit 3 Wochen auf der Terrasse in der vollen Mittagssonne. Ich finde, dass die Pflanzen dafür noch sehr frisch aussehen. Im Garten gibt es auch einige Ecken, die eine ähnliche Sonnenbestrahlung haben, doch, obwohl ich zweimal am Tag gieße, sehen dort die Blumen ausgelaugt aus. (Können Pflanzen ausgelaugt aussehen? Mir fällt kein besserer Wort ein, ich hoffe, Sie können sich vorstellen, was ich meine).

Die Blumenkästen hatten wir über das Internet bestellt, da wir Kästen mit den benötigten Maßen bei den hiesigen Anbietern nicht bekamen. Wir hatten bei der Bestellung nicht gesehen, dass es diese besonderen Kästen waren. Zurückschicken kam aber nicht in Frage, auch wegen ihres günstigen Preises. (Ein Kasten kostete knapp 9 Euro!). So bewässerte ich vom ersten Tag nach Anleitung und das Resultat begeistert mich jetzt. (Im Normalfall sollen die Pflanzen für 2 Wochen genügend Wasser bekommen, also ist das auch für Urlaube eine gute Sache.)

Bei Hornbach wollten wir ähnliche Kästen für den Eingang kaufen, allerdings werden hier nur Kästen angeboten, die zwar ein ähnliches System haben und auch etwas edler sind, deren Preise aber zwischen 24,90 und 34,90 liegen. 

Wer noch einfache Kästen besitzt und in den letzten Wochen Gieskannen-Armmuskeln bekommen hat, sollte sich überlegen, ob er investiert und umsteigt. Heiße Wetterperioden und Urlaube kommen immer wieder.

Wichtige Telefonnummer

  1. Auch wenn Sie nicht aus Duisburg kommen, sollten Sie meine Zeilen lesen. Außerdem gibt es am Ende noch ein kleines Rätsel.

Anfang der Woche erwähnte ich einen Wasserrohrbruch im Keller unseres Haus. Wie es sich herausstellte, gehörte das kaputte Rohr der Stadt Duisburg und die bestellte Firma durfte daran nichts reparieren. Also musste ich in Duisburg anrufen. Angenommen, Sie hatten noch keinen Wasserschaden, wüssten Sie aus dem Stehgreif, wen sie anrufen sollen? Ich versuchte es erst bei der Stadt Duisburg, in der Annahme, dass man mich weiterverbinden könnte. Hier lief die Durchsage, dass wegen zu hoher Kundenfrequenz z.Zt. keine Telefonanrufe entgegengenommen würden. Zweiter Versuch: Die Stadtwerke. Die Stadtwerke sind nur für die Qualität des Wassers zuständig, nicht für die Rohre. Eine junge Dame erklärte mir,  dass es aber die Stelle „Netze Duisburg“ gäbe. Da könnte ich es mal probieren und gab mir „auf Verdacht“ zwei Telefonnummern. Bei der ersten war ich schon halb richtig und sollte verbunden werden. Das klappte bei mehreren Versuchen nicht, so entschied ich mich für die zweite Nummer und – tatata- dies war und ist die einzig wahre Telefonnummer für Schäden jeglicher Art ( Gas, Strom, Wasser, Straßenbeleuchtung usw.) Falls Sie sich diese einmal notieren möchten:

0203/6042000 (Stand 30.7.2018)

Für Nichtduisburger: Wissen Sie, wie es in Ihrem Heimatort geregelt ist? Fragen Sie lieber jetzt einmal nach, denn wenn ein Schaden da ist, sind die Nerven schon genug angespannt.

So und jetzt noch ein kleines leichtes Rätsel, den Temperaturen angepasst:

Was haben Bernstein und diese Kekse gemeinsam?

Morgen Abend zeige ich Ihnen zwei Fotos mit der Auflösung. Ein Foto machte ich in Hattingen, das andere in Travemünde.

 

Noch mehr heiße Tage…

Es gibt Momente bei 30 Grad im Schatten, da

kommen Buchhändler auf besondere Gedanken:

 

schiebt man die Abfahrt aus einer kühlen Tiefgarage gerne hinaus

sieht man sich den Film „Fargo“ mit eisigen Winterszenen gerne  noch einmal an, selbst wenn man ihn schon mehrmals geguckt hat

behält man nach dem Schwimmen den feuchten Badeanzug an, zieht ein weites Kleid darüber und fährt dann Rad. Das Fahrtwind ist sehr erfrischend!

streicht man eine Decke weiß und bildet sich ein, dass es auf dem Gesicht Schneeflöckchen sind

freut man sich aufs Bügeln im kühlen Keller

oder lässt einfach Fünfe gerade sein

 

 

Es wurde mal wieder Zeit….

 zu besuchen..

Eigentlich hatte ich mich wegen der Ausstellung „Erdäpfelzeit“ aufgemacht, denn von der Künstlerin Barbara Schroeder 365 x das Thema Kartoffel behandelt zu sehen, machte mich neugierig. Doch ich wurde enttäuscht, zuviele Wiederholungen der Motive wurden gezeigt. Auch die zweite Ausstellung mit dem Titel „Die zweite Haut“ war zwar interessant, fand aber nicht meine uneingeschränkte Begeisterung. Hier die Beschreibung und ein paar Fotos:

Wer gerne über Ausstellungen diskutiert, ist gut bedient. (Geht noch bis zum 27.5.).

Was meine Laune erhellte war die neue Konzeption des Museums. Ich kannte es von früher nur mit der 4000er Hängung (=4000 Bilder wurden dicht an dicht präsentiert und erschlugen mich bei meinen beiden damaligen Besuchen). Jetzt werden 400 Werke gezeigt, immer noch genug, aber alle Räume sind „luftig“. Auch gibt es jetzt Werke unter dem Motto „Die Juniorakademie“ von Kindern und Jugendlichen zu sehen, die im Schloss angefertigt wurden. Manche fand ich richtig gut!

Der Garten von Moyland mit seinen Skulpturen ist immer einen Besuch wert. Ich hatte meinen Fotoapparat vergessen und nur mein Handy dabei, aber so ganz ohne Fotografieren ging es dann doch nicht. Wasserspiegelungen, eine Skulptur aus vielen Perspektiven oder das Thema „Frauen in Moyland“ lachten mich geradezu an. 

Ich sah mir bewusst nicht alles an, um beim nächsten Besuch neue Fotomotive zu entdecken. Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie bald wieder etwas über Moyland auf dieser Seite lesen…

Zum Schluss noch eine Anmerkung: Wenn Sie Moyland besuchen und etwas Gutes tun wollen, dann gehen Sie in die Schlossgärtnerei von Moyland. Ich habe noch nie eine Gärtnerei in einem so schlechten Zustand gesehen. Kaufen Sie dort ein paar Blumen für Garten oder Balkon und retten Sie sie vor dem Vertrocknen!

Angerbogen-Tour

Vor einigen Wochen erzählte ich Ihnen von meinem Besuch des Biegerhofparks und der Renaturierung der Anger. Heute kommt die Fortsetzung oder anders ausgedrückt: Kennen Sie den Angerbogen im Duisburger Süden und sind dort schon einmal spazieren gegangen oder haben eine Radtour gemacht? Wenn nicht: Nehmen Sie es sich vor! Ich bin vorletzte Woche mit dem Fahrrad dort 2 Stunden lang kreuz und quer gefahren bis zur Grenze nach Wittlaer. Wer gerne Natur oder Architektur fotografiert, kommt hier auf seine Kosten, auch eignet sich dieses Gebiet sehr schön für ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund.

Vielleicht können ja ein paar Fotos überzeugen. Ausgangspunkt war für mich die Straße „ Am Heidberg“ in Ungelsheim. Hier kann man rechts oder links am Angerbach entlang gehen/fahren, ich entschied mich für rechts.

Am Ende dieses Weges (= Süden des Angerbogens) richtet man sich nach der Kirche St. Peter und Paul, fährt bei dieser rechts vorbei, weiter geradeaus, passiert das St. Anna Krankenhaus und biegt am Ende der Staße rechts ab. Einmal links noch fahren, dann befindet man sich auf der Nordseite des Angerbogens.

Folgt man der Anger, kann man weitere alte und neue Bauwerke fotografieren. Das bekannteste Bauwerk ist wohl das Landhaus Milser (unten rechts).

Weiter ging es dann Richtung Wittlaer. Gerne wäre ich hier noch länger gefahren, aber man soll sich ja auch noch etwas Schönes aufheben. So kehrte ich nach Ungelsheim zurück. 

Lost in Fuseta

Der Hamburger Leander Lost nimmt an einem europäischen Austauschprogramm der Polizei teil. Es soll für ein Jahr an die Algarve, während der portugiesische Kollege seinen Platz in Hamburg einnimmt. Losts Start in Fuseta ist alles andere als glücklich, denn er schwärzt zuerst einen Kollegen beim Vorgesetzten an, dann schießt er diesem Kollegen auch noch ins Bein. Wie es sich herausstellt, hat sein Verhalten allerdings einen Grund. Leander Lost hat das Asperger Syndrom und er sagt z.B. stets die Wahrheit, hat ein fotografisches Gedächtnis  und sein Verstand arbeitet rein analytisch. Langsam lernen seine Kollegen ihn und seine Fähigkeiten zu schätzen, denn die Aufklärung dreier Morde, die in Zusammenhang mit einem ungeheuren Wasserskandal stehen, gestaltet sich als schwierig. Leander Lost wird immer mehr ein Teil vom Polizeiteam, aber nicht nur das. Er gehört zum Ende fast schon ein bisschen zur Familie seiner Kollegin, deren Schwester sich in Lost verliebt und er bei sich auch etwas irritierende Gefühle wahrnimmt.

Ich kann diesen Krimi als Buch und als Hörbuch empfehlen. Eine Bekannte las ihn und war begeistert, ich habe ihn gehört und war am Ende  tatsächlich ein bisschen traurig, dass es nicht schon Fortsetzungen gibt. Das Thema Wasser als Mordmotiv ist außergewöhnlich und man bekommt eine Ahnung davon, was noch auf uns zukommt, wenn Wasser wertvoller als Gold sein wird. Die Figur des Leander Losts ist besonders, aber auch das oft herzliche Verhältnis der anderen Romanfiguren untereinander verleiht diesem Krimi die berühmte Wohlfühlatmosphäre.

Begleiter durch den Sommer

Dieses Buch habe ich in den letzten Sommerwochen peu à peu gelesen. Die Autorin ist während eines Jahres in 52 Seen in und um Berlin geschwommen. Sie beschreibt die unterschiedlichen Schwimmerfahrungen und Sinneseindrücke während der vier Jahreszeiten und die Erinnerungen, die sie von den einzelnen Seen und ihrer Umgebung behalten hat. Das ist für alle, die gerne wie ich in Seen schwimmen, lesenswert, aber auch für diejenigen, die Berlin und die Mark Brandenburg lieben. Fontane wird öfter zitiert, am Ende des Buches gibt es einen Infoteil über fast alle von Lee besuchten Seen.

Aber das Buch ist noch viel mehr. Lee ist gebürtige Kanadierin. Ihre Kindheit ist geprägt von der Scheidung ihrer Eltern und sie verlässt früh das Zuhause und auch Kanada. Sie geht nach London, studiert dort und heiratet jung, doch die Ehe scheitert nach zwei Jahren. Um für ihre Dissertation zu forschen zieht sie nach Berlin. Sie ist einsam, hat Depressionen und am Anfang ist es das Schwimmen in den Seen, das ihren Lebensmut aufrecht erhält. Hier beginnt das Buch und in Rückblicken erfahren wir Lees Lebensgeschichte. Wir begleiten sie, wie sie sich im Laufe der Zeit und der Seebesuche ändert, selbstbewusster wird, das Leben von einer anderen Warte aus sieht. Optimistischer.

Ein geschenkter Tag Nr. 1

Vorletzte Woche fiel ein Termin bei mir aus und plötzlich hatte ich einen ganzen freien Tag. Einen geschenkten Tag. Ich beschloss, nach Dortmund zu fahren, um mir dort den Phoenixsee anzusehen, von dem ich schon so viel gehört hatte. Nach einer Stunde Fahrzeit (jetzt in den Sommerferien ist der Ruhrschnellweg erträglich) war ich da und es war wie im Urlaub. Diverse Déjavus gingen mir durch den Kopf. Ein bisschen Mallorca, ein bisschen Ostsee, ein bisschen…Das Auto parkte ich in der Hörder Hafenstraße, dann fuhr ich mit dem Rad am Südufer entlang. Hier ein paar Eindrücke:

Sehr angenehm: Fußgänger und Radfahrer haben getrennte Wege, wenngleich das nicht immer so ganz ernst genommen wird.

Am Ende des Sees trifft man auf die Emscher, die hier schon fast komplett renaturiert wurde. Entlang der Emscher führt der Emscherweg für Fußgänger und Radfahrer und ich kam aus dem Staunen nicht heraus, wie schön der Emscherverlauf war. Viele Wildblumen und Vögel, mein Herz ging auf!

Ich fuhr auf dem Weg bis nach Aplerbeck zum barocken Wasserschloss Haus Roderberg. Hier gibt es ein griechisches Restaurant und Café, alles umgeben von einem kleinen Park mit ein paar witzige Skulpturen. Aplerbeck hat auch einen netten Marktplatz, wo man ebenfalls draußen etwas trinken und essen kann.

Hier entdeckte ich zu meinem Glück einen Bücherschrank. Ich wollte am See noch ein bisschen Picknick machen und hatte vergessen, mir etwas zu lesen mitzunehmen. Welches Buch fand ich?

Von Aplerbeck fuhr ich wieder zurück, allerdings nicht an der Emscher entlang sondern über diverse Hügelchen mit schönen Weitblicken. Da hatte ich mir das Picknick dann auch verdient, am Nordufer gibt es viel Wiesefläche und dies war mein Blick vom Picknickplatz aus:

Nach der Pause war ich wieder voller Tatendrang und dachte mir: “Wenn ich schon mal in Dortmund bin…”. 10 Minuten Fahrzeit vom Phoenixsee zum Westfalenpark. Diesen hatte ich bisher zweimal besucht und mir fehlten noch Ecken, die ich nicht kannte. Also verbrachte ich dort noch 2 Stunden mit meinem Fotoapparat. Besonders bekannt ist der Park wegen seines großen Rosariums. Um die ganze Rosenpracht zu erleben, war ich allerdings zu spät dran, aber dafür empfingen mich jetzt die Dahlien und die Seerosen. Welche Farben!

 

Der Park hat noch andere Themenbereiche und dieses Mal entdeckte ich den ostasiatischen Teil, die Anlage für Amphibien und die Plätze, die sich mit “Naturgärten” beschäftigten.

Ich verabschiedete mich vom Park bis zum nächsten Mal, da ich immer noch nicht alles gesehen habe. Als Eintritt in den Park werden 3,50 Euro erhoben, dieser Preis ist mehr als fair.

Mein geschenkter Tag…Was die Protagonisten im gleichnamigen Buch erlebt haben, das erzähle ich Ihnen morgen.

 

 

 

Sturmwarnung

Wenn Ihnen an einem Tag mal der ein oder andere Mitmensch auf den Wecker geht,
wenn Sie mal einen Tag haben, an dem Sie sich selbst ziemlich leid tun,
wenn Sie am liebsten auf ein Schiff flüchten würden, um aufs Meer zu kommen, um durchzuatmen
wenn Ihnen mal nach einem Rachenputzer in Form eines Buches ist, dann ist dieses Buch genau richtig

Kapitän Schwandt ist 79, als er zusammen mit Stefan Kriecken, dem Inhaber des Ankerherz Verlages, dieses Buch schreibt. Er erzählt von seinem abenteuerlichen Leben, in dem er auf See und an Land sehr viel erlebt hat und bezieht Stellung zu heutigen Erscheinungen des Zeitgeistes. Dabei nimmt er kein Blatt vor dem Mund, schont sich nicht und andere erst recht nicht. Diese Textpassage aus dem Nachwort beschreibt es treffend:

Ich habe das Buch (191 Seiten mit ausdrucksstarken Fotos und Illustrationen) in einem Rutsch gelesen und danach ging es mir besser, denn hier hat jemand geschrieben, der Vieles auf den Punkt bringt, der meinem eigenen Punkt sehr nahe ist.