Musikfilme

Nach der Besprechung einer neuen CD von Tool und der zwei Buchbesprechungen heute nun drei Filmempfehlungen, in denen die Musik immer eine wichtige Rolle spielt.

Zwei der drei Filme wurden schon vielfach besprochen, deshalb zu ihnen nur eine kurze Anmerkung. Es handelt sich um den Film „Bohemian Rhapsody“, in dem die Geschichte der Musikband Queen und ihrem Sänger Freddie Mercury erzählt wird und um den Film „Rocket Man“- die Geschichte von Elton John. Ich mag die Lieder, bin aber weder Queen, noch großer Elton John Fan. Beide Filme fand ich sehr unterhaltsam und auch interessant, da man u.a. ein bisschen mitbekommt, unter welchen Umständen die einzelnen Lieder entstanden sind. Auch sind die Filme Reisen in noch gar nicht so lange vergangene Zeiten und in beiden ist die Nichtakzeptanz der Homosexualität bei beiden Sängern ein wichtiges Thema. Schön finde ich jetzt, dass ich jetzt beim Hören der Lieder im Radio immer bestimmte Bilder aus den Filmen im Kopf habe.

Kaum bekannt ist der französische Film „Das Konzert“. Wenn Sie klassische Musik mögen und mal wieder so einen richtig schönen Film sehen möchten, dann ist er eine gute Wahl.

Zum Inhalt: Der Film beginnt in Moskau. Im Bolschoi-Theater arbeitet der Putzmann Andrej Filipow, der früher ein berühmter Dirigent war. Er und eine Reihe seiner Kollegen aus dem Orchester wurden vor Jahren unter dem Regime Breschnews abgesetzt, weil sie jüdische Mitglieder des Orchesters unterstützten.

Als Filipow eines Tages das Büro des Bolschoi-Direktors putzt, kommt ein Fax aus Paris an mit der Anfrage, ob das berühmte Orchester im Théãtre du Châtelet kurzfristig auftreten kann. In einem kurzen Anfall von Wahnsinn nimmt Filipow das Fax an sich, denn er hat den Geistesblitz, das alte Orchester zusammenzutrommeln und als das Bolschoi-Orchester in Paris aufzutreten. Fängt der Film mit einer leichten Melancholie an, wandelt sich jetzt die Geschichte zu einer feinsinnigen Komödie. Ohne viel zu verraten: Ja, es gibt ein Konzert in Paris, aber der Weg dorthin ist sehr steinig und verlangt von Filipow Nervenstärke. Das Ende des Films ist nicht kitschig, aber geht trotzdem zu Herzen.

Hier der Trailer zum Film:

Zaubertänze

Heute und morgen komme ich noch einmal auf das Thema Ballett zurück. Da habe ich erst einmal einen schönen Film für Sie:

Der Film heißt „Die Tänzerin“ und erzählt die Lebensgeschichte der Amerikanerin Loïe Fuller. Sie ist Amerikanerin und die Tochter eines Goldgräbers. Nach dem Tod ihres Vaters steckt ihre Mutter sie in ein Kloster, da sie für Loïes tänzerische Anwandlungen kein Verständnis zeigt. Doch Loïe kann nach Paris fliehen und schafft es dort, im Nachtclub Folies Bergère aufzutreten. Die Zuschauer sind fasziniert von ihrem Schleiertanz, bei dem sie sich natürlich bewegt (war damals noch nicht normal) und mit Lichteffekten arbeitet. Sie wird berühmt, zahlt dafür aber auch einen hohen Preis an ihre Gesundheit. Schon geschwächt, taucht ein junges Mädchen auf: Isadora Duncan. Loïe ist anfangs naiv, was Isadoras Absichten angeht und merkt zu spät, dass Isadora sie kopiert und zur Rivalin wird.

Soviel zum Film. Schöne Geschichte, sehr schöne Aufnahmen, besonders empfehlenswert für einen gemütlichen Mädelsabend.

Bei mir löste der Film allerdings auch noch den Wunsch aus, mehr über Isadora Duncan zu erfahren, gilt sie doch als eine der Wegbereiterinnen des modernen Tanzes. So las ich ihre Autobiografie und diese stelle ich Ihnen morgen vor.

Der Stellvertreter

Unter diesem Titel wurde 1963 erstmals ein Theaterstück von Rolf Hochhuth aufgeführt. Von Anfang an gab es große Diskussionen um dieses Werk, denn es thematisiert u.a. die Schuldfrage des Vatikans während des 2.Weltkriegs. Noch Ende der 70er Jahre war dieses Stück für manche Menschen ein rotes Tuch. Ich erinnere mich deshalb so genau daran, da es damals als Schullektüre von einigen Lehrern ausgewählt wurde und Eltern dagegen protestierten.

2002 wurde das Theaterstück verfilmt und diesen Film sah ich mir an.

Ulrich Tukur spielt den hochrangigen SS-Mann Kurt Gerstein, dessen Treue zu Hitler ins Wanken gerät, als er in einem Konzentrationslager mit ansehen muss, zu welchem Zweck tatsächlich das Gift, das er immer besorgen muss, verwendet wird. Er versucht unter großer Gefahr, schwedische und amerikanische Gesandte zum Eingreifen zu bewegen, doch vergeblich. Mengele, gespielt von Ulrich Mühe, ist dabei sein Gegenspieler .

Wenn der Papst Hitler wegen dieser Greueltaten verurteilt, dann werden der Welt die Augen geöffnet, so der nächster Gedanke Gersteins und er findet mit Pater Fontana, der im Vatikan lebt, einen großen Unterstützer. Doch der Papst schweigt, selbst dann noch, als in Rom Juden abtransportiert werden und viele versuchen, im Vatikan Schutz zu finden.

Gerstein, dessen Aufzeichnungen den Autor dazu brachten, das Theaterstück zu schreiben, nimmt sich nach dem Krieg in der Gefängniszelle das Leben. Er ist als Kriegsverbrecher verurteilt worden und niemand mehr konnte oder wollte seine Aussagen bezeugen.

Mein Wunsch: Buch und/oder Film sofort wieder mehr in Theatern spielen, in Schulen oder auch bei der VHS als Kursthema beachten. Dabei nicht beschränken auf die Frage nach der Schuld der Kirche, sondern auch die Aktualität der andere Themen dieses Stückes aufzeigen.

Kritischer Heiligabend

Heiligabend gab es bei uns nichts Familiäres, so besorgte mein Mann eine Dvd. Der Film passte bestens zum Fest der Liebe, ja zu den Eckpfeilern des christlichen Glaubens.

Sie glauben das nicht?

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit ( muss ich noch einmal betonen, wenn es auch auf der Verpackung ganz klein drauf steht). Der Leiter der „Organisation“ tummelt sich auch in Europa und hat zwei Häuser in Salzburg und Zell am See.

Hinweise:

Sollten Sie sich den Film ansehen, dann könnte es sein, dass Sie auch an die A-Partei in Deutschland erinnert werden. Gucken Sie sich bitte unbedingt den Nachspann an. Es gibt einen Gastauftritt von Harry Belafonte. Man kann bei diesem Film auch schmunzeln.

Wenn das noch nicht überzeugt: Hier geht es zu einer Filmbesprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/video-filmkritiken/blackkklansman-im-kino-ein-afroamerikaner-beim-ku-klux-klan-15749157.html

In Cannes hat der Film schon den Hauptpreis bekommen, im März werden wieder Oscars verteilt. Ich hätte Spässchen in den Backen, wenn der Film auch hier eine oder mehrere Trophäen einheimst.

Morgen gibt es einen Tipp für das Weiterverschenken unliebsamer Weihnachtsgaben.

 

Das Grand Hotel von Rimini- zwei Leseempfehlungen- Italien Nr. 11

Der berühmte italienische Regisseur Frederico Fellini  wurde in Rimini geboren. Immer, wenn er in seine Heimatstadt zurückkam, übernachtete er im Grand Hotel und in seinem Film „Amarcord“ spielt es sogar eine Rolle. Dieses Hotel kennen Sie schon vom Anfang meiner Italienbeiträge, hier noch einige Eindrücke:

Diese Art von Übernachtung ist eigentlich nicht „unsere Liga“, doch fand mein Mann bei DERTOURS ein Angebot, bei dem wir nicht widerstehen konnten. Im Winter versuchen die Hotels eben mit allen Mitteln, die Zahl der Zimmerbelegungen zu erhöhen und dann kann man schon einmal Glück haben.

So nahm ich mir dieses Buch mit, denn vor dem Hotel gibt es noch einen Fellini Park und es gab sogar mal ein kleines Fellini-Museum.

Fellini gibt in diesem Buch Kommentare zu seinen berühmten Filmen ab, er macht sich Gedanken über das Filmemachen und Filmkritiker. Aber auch Themen wie z.B. Kindererziehung, Feminismus, Jugendkultur oder Humor  werden behandelt. Wie „frisch“ manchmal seine Meinungen sind, hat mich überrascht, denn die Passagen aus Interviews stammen z.T. aus den 50er und 60er Jahren. Herr Fellini war ein kluger, sympathischer und abgeklärter Mann, so meine Meinung nach der Lektüre dieses Buches. Ich kenne bisher erst zwei Filme von ihm, werde mir aber sicherlich im Laufe der Zeit noch andere ansehen.

Mein zweiter Lesestoff war dieser Titel: 

Berlin, Frühling 1929: Theresa, Sekretärin und Übersetzerin in der Radiofabrik Bogner, wird von ihrem Chef nach Italien geschickt, um dort ansässige Firmen für Bogners innovative Radiotechnologie zu interessieren. Sie fährt zusammen mit den beiden Kindern von Bogner, die lieber auf Partys gehen, anstatt sich in der Firma zu engagieren.  Alle drei steigen im Grand Hotel in Rimini ab und lassen es sich zusammen mit anderen Reichen und Schönen gut gehen. Pflichtbewusst versucht Theresa aber auch, den Auftrag ihres Chefs zu erfüllen, doch werden ihr die Papiere und Anschauungsmodelle direkt gestohlen. Es wird sehr dramatisch, denn Theresa traut sich nicht, die Tat zu melden und verdächtigt jeden, sogar Massimilliano, einen italienischen Dokter, den sie kennengelernt und in den sie sich verliebt hat. Im Herbst, am Ende der Saison ist nichts mehr so, wie es zu Beginn war: Tote sind zu beklagen, Gäste der Grand Hotels sind wegen der Wirtschafkrise ruiniert, die Kinder von Bogner flüchten in die USA, Theresa kehrt nicht nach Berlin zu ihrem Verlobten zurück…

Das Grand Hotel wird in diesem Buch lebendig und der Werdegang Riminis als Badeort wird erzählt. Aber auch italienische Geschichte ist für die Handlung wichtig:  1929 ist Mussolini schon an der Macht, seine in Schwarz Uniformierten tauchen überall auf. Die italienische Bevölkerung ist gespalten zwischen Bewunderung und Angst. Jeder steht unter Verdacht, heimlich Kommunist zu sein und mit Kommunisten machen Mussolinis Schergen kurzen Prozess. 

Spannende, eher leichte Unterhaltung-für Rimini-Urlauberinnen ist dieses Buch perfekt, ansonsten muss man es aber nicht unbedingt lesen.

Ich kann mich immer noch nicht von Italien trennen, deshalb morgen zum Abschied noch ein bisschen „Teutonengrillmusik“.

 

Rätsel für Filmgucker-Die Auflösung

Sie haben richtig geraten, die beiden gezeigten Filmszenen stammen aus dem Film „Das Parfüm“. Die Fotos zeigen zwei der Originalräume, in denen der Film gedreht wurde. Gesehen habe ich sie im „ Miniaturen-und Filmmuseum“ in Lyon, über das ich morgen berichte. Sie werden staunen, was man dort noch alles entdecken kann.

Rätsel für Filmgucker

Wissen Sie, aus welchem Film diese Szene stammt?

Es ist ein sehr berühmter Film, gedreht nach einem Bestseller eines deutschen Autoren. Falls es zu schwer ist: Eigentlich melde ich mich für die Auflösung des Wochenendrätsels ja immer erst am Sonntagabend, aber dieses Mal werde ich morgen früh noch ein zweites Foto mit einer weiteren Szene veröffentlichen.

Vier Frauentypen

Heute möchte ich Ihnen mal wieder einen Film empfehlen. Er heißt “Alles über Eva”. Dieser Titel ist für mich von doppelter Bedeutung. Es geht einmal um die junge Eva, die sich in das Leben der bekannten Schauspielerin Margo Channing einschleicht. Eva scheint der Typ Mauerblümchen zu sein, doch im Laufe des Films wird klar, dass sie eine eiskalt berechnende Frau ist, die selbst Theaterschauspielerin werden will und das Leben von Margo und deren Freundin Karen fast zerstört.

Nimmt man “Eva” als Synonym für Frausein, so werden in diesem Film vier völlig unterschiedliche Frauentypen präsentiert. Margo ist eine Diva. Alles an ihr ist opulent. Sie steht immer im Mittelpunkt, aber im Grunde genommen ist sie verletzlich und hat Angst vor dem Alter. (Toll gespielt von Bette Davis). Eva (Schauspielerin Anne Baxter ) ist die aparte Schönheit, berechnend mit kaltem Herz. Karen, gespielt von Celeste Holm, verkörpert für mich die anscheinend angepasste, verständnisvolle Frau, die aber, wenn es darauf ankommt, klug die Fäden zieht und in der Hand hält. Und dann ist da noch Marilyn Monroe in einer ihrer ersten Rollen. Kleines Dummchen, die aber auch schon eine gewisse Schläue besitzt, um Vorteile für sich herauszuschlagen.

Begegnung mit einem Tausendsassa

Den Schauspieler Ulrich Tukur nahm ich zum ersten Mal vor zwei Jahren bei einem Tatortkrimi wahr. Bin ansonsten kein großer Tatort-Fan, aber diesen Tatort fand ich gut. Danach sah ich einen Spielfilm mit Tukur, in dem er einen erfolglosen Headhunter spielt und las dann letztes Jahr sein Buch “Die Spieluhr”. Eine etwas skurile Geschichte, die aber durchaus ihren Reiz hatte. Letzte Woche nun hatte ich das sehr große Vergnügen, Ulrich Tukur als Musiker und Schauspieler auf der Bühne zu erleben. Er trat mit seiner Band “Die Rhythmus Boys” in Bochum auf und es war ein sehr vergnüglicher Abend. Gespielt wurden Lieder von Porter, Gershwin, Miller & Co, also alles Lieder aus den 20er bis 40er Jahren und bei den vier Musikern ging so richtig “die Post ab”. Tukur erzählte noch ein bisschen aus dem Leben der Komponisten, aber nicht “trocken”, sondern sehr witzig und da konnte man sein Schauspielertalent einmal mehr bewundern. Seine Mitstreiter waren sich dann auch nicht zu schade, ein paar Slapstick-Einlagen zu bieten, die Grinsen oder Tränenlachen hervorriefen.

Sollten Tukur und seine Rhythmus Boys mal wieder ins Ruhrgebiet kommen (vorläufig erst einmal nicht mehr, treiben sich jetzt mehr im süddeutschen Raum herum), und Sie Lust auf Swing, Jazz und Spaß haben, gönnen Sie sich Eintrittskarten. Oder sofort die CD “Misbehave!”. Wenn ich sie höre, tänzele ich durch die Küche, Wohnzimmer….

Und damit Sie auch sehen können, von was ich schreibe, hier zwei Musiknummern aus ihrem aktuellen Programm:

 

 

Teekesselchen: Ein Kartenspiel und ein Begriff aus der Musik

Wenn Sie den Begriff erraten haben, dann kennen Sie den Titel des Films, den ich Ihnen heute empfehle. Es ist der erste Film, den Dustin Hoffman als Regisseur gedreht hat und das merkt man.

Brauchen Sie was am Wochenende fürs Herz, möchten Sie lachen, möchten Sie Opernarien hören? Hier eine kleine Kostprobe: