2022 erklärte NRW Ministerpräsident Hendrik Wüst den Wald zum Klimaschützer Nr. 1 und rief auf, unserer Wälder zu erhalten und zu stärken.
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Vielleicht haben Sie es schon in den Medien gelesen oder gehört, welche Baumrodungen in Duisburg geplant sind:
Eine Pipeline soll CO2 zur Nordsee transportieren, wo es am Meeresgrund verpresst werden soll (Was allerdings umstritten ist). Die Planung sieht vor, dass die Pipeline quer durch Duisburg gebaut werden soll, genauer gesagt durch das Naturschutzgebiet Rheinaue mit Seeadlern und Störchen und durch den Stadtwald. Bis zu 17 ha Wald sollen gefällt werden, darunter bis zu 200 Jahre alte Bäume. Letzte Woche (in den Sommerferien!) gab es eine „Infoveranstaltung“. Nun sammelt die Deutsche Waldjugend Unterschriften, damit eine walderhaltende Strecke für die Pipeline gewählt wird. (Diese Streckenalternativen gibt es). Die Unterschriften werden an Landtagsabgeordnete übergeben.
Es dürfen auch Nicht-Duisburger unterschreiben, bitte nur einmal, entweder online oder schriftlich.
Möchten Sie mehr über die Deutsche Waldjugend wissen? Ich habe diese Verlinkung bewusst gewählt, um eventuelle Vorbehalte direkt zu entkräften. Wenn Sie unten weiterlesen, kommen Sie von dort aus auch zu der Startseite:
Im letzten Monat berichtete ich über den Besuch der Ausstellung „Film ab“, in der es um die Filmszene im Ruhrgebiet ging. Hier bekam ich u.a. mehrere Tipps für Filme, die vor Ort spielen und einer ist „Das Wunder des Malachias“.
Foto mit DVD Hülle des Films „Das Wunder des Malachias“
Das Buch, auf dem der Film basiert, wurde vom schottischen Autor Bruce Marschall geschrieben und erschien erstmals 1950 in Deutschland. Es musste mehrmals nachgedruckt werden, denn die Geschichte des verschmitzten Geistlichen, der ein Wunder erbittet, kam im Nachkriegsdeutschland gut an. Doch bei Bernhard Wicki wird aus dieser Geschichte ein beißendes Gesellschaftspanorama, das der Regisseur in Gelsenkirchen drehte. Worum geht es? Neben der Kirche der Pfarrei St.Johannes steht die Eden Bar und sie ist den Geistlichen ein Dorn im Auge. Malachias, ein junger Mönch, der gerade der Pfarrei zugeteilt wurde, möchte etwas Gutes tun und betet zu Gott, dass die Bar verschwinden soll. Gott erhört das Gebet, das Haus löst sich in Luft auf. Die Gäste und das Haus landen unversehrt auf einer Insel in der Nordsee. War es ein Wunder? Auch in den 50er Jahren wird dieses Thema nun bis zum letzten Knöchelchen ausgeschlachtet. Die Stelle, wo die Bar gestanden hat, wird zum Pilgerort mit allen denkbaren monitären Auswüchsen, wie beispielsweise dem Verkauf von geheiligtem Wasser, Wackelmönch oder gesegneten Würstchen. Gläubige Touristen strömen ins Ruhrgebiet. Die Presse überschlägt sich mit neuen Spekulationen, Verschwörungstheoretiker tauchen auf, eine Frau, die das Verschwinden der Bar gesehen hat, wird zur Werbeikone und gefragter Begleitung reicher Männer. Als ein Architekt an der Nordsee um die alte Edenbar einen hypermodernen Glaskasten installiert und zum Luxusresort für Superreiche ernennt, sind die oberen Tausend ebenfalls vom Wundervirus infiziert und feiern zur Eröffnung ein rauschendes Fest. Mönch Malachias ist todunglücklich über die Konsequenzen seines Gebets. Er fährt an die Nordsee und wendet sich ein zweites Mal an Gott, um für die Rücknahme des Wunders zu bitten.
Wir haben den Film mit Freunden geguckt und alle waren begeistert. Wenn es auch amüsante Szenen gibt, so bleibt einem mehrmals das Lachen im Hals stecken, denn der Film hat eine visionäre Aktualität. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen bekannten Schauspielern wie z.B. Loriot, Senta Berger, Pinkas Braun, Brigitte Grothum oder Günter Pfitzmann. Die Ansichten der Ruhrgebiets zu seiner kohlenschwarzen Blütezeit in dem Schwarzweißfilm sind ebenfalls sehenswert. Und dann waren da die Gesichter der Statisten. Viele Gelsenkirchener haben damals mitgespielt. Einfache Menschen, in deren Gesichter und Haltung der Krieg Spuren hinterlassen hat. Diese Gesichter gibt es heute nicht mehr.
Bernhard Wicki drehte diesen Film nach seinem großen Erfolg „Die Brücke“. Auch dieser Film wurde mehrfach ausgezeichnet, doch dann verschwand er in der Versenkung, weil die UfA, die für den Verleih des Filmes zuständig war, ein Jahr später pleite war. Wie gut, dass es die DVD-Sammlung „Filmjuwelen“ gibt.
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