Lang lebe die Postkarte! Österreichtour- Nr. 6

In Wien gibt es einen Postkartenladen auf der Margaretenstraße, den ich an einem Nachmittag besuchte. Inhaber sind die Schauspielerin Caroline Peters und ihr Lebensgefährte Frank Dehner, den ich im Laden antraf und der mir viel Wissenswertes über die Postkarte berichtete.

Einige Tage zuvor hatten die beiden in ihrem Laden den 152. Geburtstag der Postkarte gefeiert. Hier ein kurzer Auszug aus Wikipedia:
Postamtliche Einführung
Am 1. Oktober 1869 erschien bei der österreichisch-ungarischen Post die von Dr. Emanuel Herrmann entwickelte Correspondenzkarte mit eingedrucktem Postwertzeichen. Die Rückseite der 8,5 cm × 12,2 cm großen Correspondenzkarte konnte bei Erscheinen der Karten, zur Vereinfachung, frei beschrieben werden. Der von Herrmann vorgeschlagene Name „Postkarte“ wurde von der Postverwaltung in Wien in „Correspondenzkarte“ geändert.[20] Die Karte kostete im Unterschied zum fünf Kreuzer teuren Brief nur zwei Kreuzer, was gleichzeitig dem Wert der eingedruckten Briefmarke entsprach, und verkaufte sich bereits im ersten Monat 1,4 Millionen Mal.

Und so sah diese Karte aus:

Die beschriebene Karte wurde direkt dem Postboten gegeben, der sie dann weiterleitete.

In dem Laden, der wie der dazugehörige Verlag, den schönen Namen „art postal“ trägt, gibt es nur hochwertige Fotopostkarten. Das Paar veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Postkarteneditionen von bekannten Fotografen und Fotografinnen. Die Bildmotive sind „wild gemischt“ und ich hatte die Qual der Wahl, welche Karten ich mit nach Hause nehme. Herr Dehner erzählte mir die Entstehungsgeschichte einiger Editionen und wies mich auf besondere Bildmotive hin. Auch erklärte er mir, warum beide sich so für die Postkarte einsetzen. Jemandem heutzutage eine Postkarte und nicht nur schnell eine digitale Nachricht zu schicken zeugt von Wertschätzung, denn man wählt ein passendes Postkartenmotiv aus und nimmt sich die Zeit, ein paar Zeilen per Hand zu schreiben. Wer freut sich nicht über so einen persönlichen Gruß? Das Motto lautet also: Postkartenschreiben nicht vergessen!

Ein Beitrag über Postkarten und kaum Fotos. Um nicht in ein rechtliches Fettnäpfchen zu treten, zeige ich keine der von mir gekauften Karten.
Hier geht es zu dem Internetauftritt von art postal
https://www.art-postal.com/

Damit der Beitrag aber noch ein bisschen bunter wird, hänge ich noch zwei Motive meiner letzten Postkartenunikarte an.

Vorsicht! Wildwechsel in Duisburg!
Der wahre Herrscher der Welt

Am Donnerstag gibt es einen Tipp für einen Ausflug am Wochenende, nächste Woche erzähle ich Ihnen von unserem Aufenthalt in Graz.

Wien für Spezialisten- Österreichtour Nr. 5

Ich fange meinen Beitrag mit einer „Abratung“ ab. (Fällt Ihnen ein Wort ein, das das Gegenteil von Empfehlung ausdrückt?) Wir besuchten endlich einmal das Schloss Schönbrunn und waren dann doch recht enttäuscht.

Ich fühlte mich am Anfang wie auf einem Flughafen. Die Besucher wurden durch Gates geschleust und es gab Taschen-und Personenkontrollen. In den 40 Prachträumen wechselte meine Stimmung und ich hatte ein Ikea-déja-vu. Auf einem vorgegebenen Weg schob sich die Masse von einem dunklen Zimmer zum nächsten. (Um wohl die wertvollen Zimmereinrichtungen zu schützen, waren alle Fenster abgedunkelt und die Lichter nur schwach). Ich war danach froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Wir spazierten danach noch ein bisschen durch den riesigen Park. Imposant die Alleen, aber nicht unbedingt abwechslungsreich. Das Eintrittsgeld für zwei Erwachsene betrug 44 Euro, nicht enthalten war der Besuch der Orangerie und des Rosengartens, dann hätte es 60 Euro gekostet. Diesen Betrag kann man lieber in andere Eintrittsgelder investieren.
Sehr empfehle ich einen Besuch in der Albertina. Dieses Kunstmuseum gehört zu dem „Big Ten“ auf der Welt und hier können Sie die hellen (!) Räume bewundern

einige der bekanntesten Bilder ganz nah betrachten oder Überraschendes entdecken: Ein Bild von August Macke mit dem Titel:“ Hafenbild mit Kindern auf der Mauer: Duisburger Hafen“ von 1914

Ein Museum für Spezialisten ist das Fotomuseum WestLicht auf der Westbahnstraße in Wien. (Auf dieser Straße und in den Nebenstraßen befinden sich auch noch mehrere Spezialläden für Fotografie). Neben 800 alten Kameras und Spezialfotoapparaten gibt es zwei wechselnde Fotoausstellungen und eine gut sortierte Ecke mit Fotobildbänden. Wir sahen eine Ausstellung mit den besten Pressefotos 2020/2021.

Nach dem Besuch des Museums war meine Fotomuse erwacht und ich experimentierte bis in die Nacht hinein mal wieder mit Doppelbelichtungen.

Weiter geht es mit „Wien für Spezialisten“, Thema Theater. Wir besuchten an beiden Abenden eine Theatervorstellung. Dabei ging es uns nicht um die Stücke, sondern um die Gebäude und die Atmosphäre.
Am ersten Abend waren wir im Theater in der Josefstadt. Das Theater wurde 1788 gegründet und hat eine beeindruckende Geschichte. Beethoven und Wagner dirigierten hier, mehrere bekannte Opern hatten hier ihre Erstaufführung und berühmte Schauspieler gaben sich hier ein Stelldichein. Bei Interesse hier die Wikipediabeschreibung https://de.wikipedia.org/wiki/Theater_in_der_Josefstadt

Das Theaterstück „Medea“ von Grillparzer in einer modernen Version gefiel uns nicht uneingeschränkt gut, schön war es auch, die Wiener Kulturbeflissenen zu beobachten.

Den zweiten Abend verbrachten wir im Wiener Burgtheater, ebenfalls eine Spielstätte mit „großen Namen“. https://de.wikipedia.org/wiki/Burgtheater

Hier war das Publikum gemischter, was aber vielleicht auch an der Komödie „Mein Kampf“ von George Tabori lag. (Ein Stück, das in den 80er Jahren für Furore sorgte, da es das Thema Hitler als Farce präsentierte). Eine Komödie, in der uns das Lachen mehrmals im Hals stecken blieb.

Zurück zum Gebäude des Burgtheaters, unserem eigentlichen Anliegen:

Ohne Worte…

Ein ganz spezielles Wiener Thema hebe ich mir für nächste Woche auf, danach geht es dann weiter Richtung Graz. Morgen habe ich für Sie aber noch ein Wochenendrätsel. Es hat mit unserem Besuch auf der Burg Kreuzenstein zu tun und ich glaube, Sie werden erstaunt sein.

Vor den Toren von Wien- Österreichtour Nr 4

Auf dem Weg nach Wien besuchten wir „Die Garten Tulln“ (Kein Schreibfehler). 2008 als Teil einer Landesgartenschau eröffnet, war es die erste Anlage Europas, die ausschließlich naturnahe Schaugärten zeigte.
Da wir Anfang Oktober die Gartenschau besuchten, konnte man nicht mehr die volle Blumenpracht der ca. 70 Schaugärten bewundern, aber an manchen Stellen sorgten noch Herbstblumen für Farbenfreude.

Neben Gartenideen für die Stadt, gab es auch Gärten, die geografische Besonderheiten mit berücksichtigten ( z.B. Garten als Moorlandschaft, ein Garten an den Hängen eines Weinbauers oder in der Nähe eines Strandes.). Ich nahm einige Tipps mit, wie ich meinen Garten noch tierfreundlichen gestalten kann.

Oben rechts z.B. Klebestreifen für Fensterscheiben. Von innen sind diese durchsichtig, von außen reflektieren sie, so dass Vögel nicht gegen das Glas fliegen. Wirkungsvolle als schwarze Vogelabziehbilder.

Nicht weit von Tulln entfernt liegt auch die Burg Kreuzenstein. Ich hatte gelesen, dass diese Burg dank ihrer perfekten mittelalterlichen „Ausstrahlung“ schon oft als Filmkulisse gedient hat und quasi das „Schloss Neuschwanstein“ Österreichs sei. Und in der Tat, der erste Eindruck war sehr imposant.

Während einer Führung hörten wir dann allerdings zu unserem großen Erstaunen, dass diese Burg ein Puzzle sei. Johann Nepomuk Graf Wilczek, vermögender Polarforscher, hatte ein Gelände gekauft, auf dem die Ruinen einer mittelalterlichen Burg aus dem 12. Jahrhundert stand. Danach scheute er keine Mühen, in ganz Europa Teile von Burgen zu erwerben und daraus sein Idealbild einer perfekten mittelalterlichen Burg zusammenzusetzen.
Leider durfte man innen nicht fotografieren, aber Wilceks Perfektionismus setzte sich auch dort fort. In ca. 70 Räumen sammelte er alles (ca. 11000 Exponate sollen es sein), was zum Mittelalter einen Bezug hatte. Am meisten beeindruckte mich die Sammlung der Ritterrüstungen, ich hätte nicht gedacht, dass es so viele unterschiedliche Ausführungen gibt…

Collage aus Fotos von Pixabay- nur eine kleine Auswahl von Ritterrüstungen

Neben der Burg befindet sich eine Greifvogelstation, in der auch Veranstaltungen stattfinden. Wir besuchten eine Flugschau und waren wirklich beeindruckt. Die Vögel fliegen hier nicht nur von rechts nach links wie oftmals in anderen Vorführungen, sondern die Adlerwarte befand sich oben auf einem Bergplateau und die Vögel flogen hinab Richtung Tal, bevor sie wieder hochstiegen und vor den Zuschauern landeten.

Es ist für mich jedes Mal unfassbar, wenn ich lese, dass Menschen diese Vögel töten.

Am späten Nachmittag fuhren wir dann nach Wien hinein, wo wir zweimal in dem Bezirk Josefstadt übernachteten. Der Titel des nächsten Beitrags lautet “Wien für Spezialisten“ und kommt voraussichtlich am Freitag.

Bunt ist meine Lieblingsfarbe

Dieses Zitat von Walter Gropius ist das Motto unserer neuen Ausstellung im AWO BBZ Rheinhausen. Ist es draußen nebelig oder grau und man ist novemberbluesgefährdet oder dezembervorweihnachtsgestresst, lohnt sich ein kleiner Spaziergang. In unseren Fenstern zeigen wir achtzehn Bilder, in denen Farben und Zitate oder Haikus sich bestens ergänzen. Hier zwei Beispiele:

Die Ausstellung geht bis Ende Dezember.

Wachau Impressionen (Österreichtour 3)

Auf dem Weg von Linz nach Wien suchten wir uns kleine Straßen, die möglichst nah an der Donau entlangführten. Mehrmals legten wir kleine Pausen ein, um die schöne Landschaft zu genießen.

Eine Mittagsrast machten wir in Melk, das auch als „Tor zur Wachau“ bezeichnet wird. Der Anziehungspunkt ist das imposante Stift und die schöne kleine Altstadt. Auf mehreren ausgeschilderten Spazierwegen kann man das Städtchen entdecken.

Auch dank guter Gastronomie und abwechslungsreichem Einzelhandel ist Melk ein beliebter und moderner Touristenort.

Unser nächster Halt war Dürnstein. Wir fühlten uns ein bisschen wie in einem Ort an der Mosel, auch hier viele romantische Ecken und überall Weinkeller.

Übernachtet haben wir im Stift Göttweig. Hoch oben thront das Benediktinerkloster über dem Donautal und vielen Weinbergen.

In dem Kloster leben z.Zt. 38 Mönche in einem abgetrennten Teil der Anlage. Man kann sich die Stiftskirche und das Museum innerhalb einer Führung ansehen und den Klostergarten besichtigen.

Da in früheren Zeiten das Stift ein beliebter Übernachtungsort für Adelige war- angeblich soll Napoleon das Stift besucht haben- waren die Räume für diese Gäste sehr prunkvoll. Links in der Mitte sieht man das Treppenhaus, unten die Bibliothek.

Unser Übernachtungszimmmer war einfach, aber wie im Restaurant war auch hier die Aussicht beeindruckend. Und dann die Stille…Gerne wäre ich länger geblieben.

Der Blick von der Restaurantterasse, links unten der Blick aus unserem Zimmer.

Abends fuhren wir nach Krems, ebenfalls eine sehr malerische Stadt. Hier bummelten wir ein bisschen durch die Altstadt und besuchten einen Heurigen, um den für die Wachau typischen Veltliner Wein und Käse aus der Region zu probieren.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch einmal nach Krems zurück. Dort gibt es mehrere Museen, u.a. ein berühmtes Karikaturenmuseum. Aber das Wetter war so schön, so dass wir uns für „DIE GARTEN TULLN“ entschieden. In über 70 Schaugärten werden Möglichkeiten der ökologischen Gartengestaltung gezeigt. Darüber und über eine ganz besondere Burg erzähle ich in Kürze.

Höhenrausch in Linz (Österreichtour 2)

Am nächsten Morgen, einem Sonntag, gingen wir zuerst zum neuen Dom, in dem ein Orgelkonzert um 10 Uhr stattfinden sollte. Ein schöner Einstieg in den Tag. Ein bisschen irritierte uns die Außenwerbung am Dom, in Deutschland eher unüblich.

Der Höhepunkt unseres Besuchs in Linz war der Linzer Höhenrausch. Eine Kunstausstellung über den Dächern von Linz, wie z.B. auf dem Dach eines Parkhauses oder im Dachstuhl einer Kirche.

Diese Kunstausstellung gab es zum ersten Mal, als Linz europäische Kulturhauptstadt war. Jedes Jahr wurde der Höhenrausch unter ein anderes Motto gestellt, dieses Jahr zeigte man Kunsterwerke und Installationen zum Thema Paradies.

Angeblich soll es der letzte Höhenrausch gewesen sein. Das fände ich sehr schade, denn mit diese Kunstaktion hat Linz ein Alleinstellungsmerkmal.

Eine weitere Besonderheit in Linz ist die Straßenbahn, die zum Pöstlingberg hinauffährt. Sie ist in Europa die Straßenbahn mit der steilsten Wegstrecke. Auf dem Berg kann man eine Basilika besichtigen, die schöne Aussicht genießen und auch Hunger und Durst stillen.

Wieder im Tal, mieteten wir uns Räder am Lentosmuseum und machten eine kleine Radtour an der Donau entlang. Dank des schönen Wetters waren viele Menschen unterwegs, die Stimmung war gut und locker.

Wir kamen auch zum „Alten Hafen“, wo wir ein paar der über hundert Wandbilder bewundern konnten.

Um diese „Outdoor“ Kunstgalerie komplett zu bewundern, muss man z.Zt. noch aus Sicherheitsgründen eine Führung mit einem Boot mitmachen. Linz ist auch eine Industriestadt und auf dem Gelände ist u.a. ein große Stahlwerk. Die Plätze auf der Bootstour sind sehr begrenzt, man muss sich gfs. früh anmelden.

Zum Schluss noch zwei Tipps: Wir waren mit unserem Hotel Stadtoase Kolping sehr zufrieden. Die Atmosphäre war herzlich und an manchen Kleinigkeiten merkte man, dass die Hotelleitung mitdachte.

Suchen Sie ein Restaurant für den Abend? Wir aßen in der Stadtmitte im „Los Mayas“, wo leckere Gerichte aus Yukatan angeboten werden. Das Restaurant liegt im ersten Stock (War es mal eine Wohnung?). Sehr gemütlich und originell mexikanisch eingerichtet.

Keine bezahlte Werbung!

Österreichische Städtetour (1) – Linz

Wir kamen nachmittags in Linz an und wollten uns nach einer neunstündigen Autofahrt zuerst ein bisschen kräftigen. Das traditionelle Kaffeehaus Traxlmayer lag in der Nähe unseres Hotels und so arbeiteten wir unser erstes Linzer To do ab und probierten ein Stück Linzer Torte. Nicht unter den Topfive unserer Tortenliste, aber „passt schon“. (Diesen Begriff gewöhnten wir uns innerhalb einer Woche an = Allzweckredewendung).

Nach einem Bummel über die größte Einfaufsstraße von Linz kamen wir zum Hauptplatz, er ist der Bauchnabel von Linz. Ein guter Ort, sich noch einmal hinzusetzen und ein bisschen „Leute zu gucken“. Wir saßen in der „Liebhaberei“, wo wir am späteren Abend auch aßen. Nette und flotte Bedienung, gutes Speisekarte.


Um 18 Uhr trafen wir uns am alten Rathaus zu einem Abendspaziergang, veranstaltet von einer Privatinitiative. Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung durch Herrn Vanek (Er sparte das Thema „Hitler in Linz“ nicht aus, fand ich gut), bekamen wir einen Einblick hinter die Kulissen des Hauptplatzes. Hier sind Hinterhöfe versteckt wie z.B. dieser hier:

Erinnert ein bisschen an das spanische Corduba

Weiter ging es in die Altstadt mit z.T. sehr herrschaftlichen Häusern. Auf einem kleinen Platz kamen wir auch an einem Lichtbrunnen vorbei, der tagsüber Licht speichert, um dann im Dunkeln Licht zu spenden.

Wir gingen dann noch hoch zum Schloss mit einem sehr modernen Museumsanbau, von wo man einen schönen Blick auf Linz hat. Das Mozarthaus (Ja, gibt es nicht nur in Salzburg…), das Linzer Landhaus (= Name für den Oberösterreichischen Landtag) und der alte Dom waren unsere nächsten Besichtigungspunkte, bevor wir wieder auf den Hauptplatz zurückkehrten.

Rechts oben einer der Ausblicke auf Linz, darunter Teilansicht des Landhauses. Oben links Innenhof des Landhauses, darunter Museum am Schloss, links unten Blick auf die andere Donauseite. Das in grün strahlende Gebäude ist das Museum Ars Electronica, in dem man in eine mögliche Zukunft sehen kann.

Die Führung dauerte 1 1/2 Stunden und ich kann sie sehr als Einstieg für einen Aufenthalt in Linz empfehlen. Mehr darüber unter https://linzerleben.at/linz.html.

Am Freitag gibt es den zweiten Teil über Linz.

Und nun die Auflösung des Rätsels vom Samstag:

In diesem Ladenlokal befand sich eine Eisdiele!

Wenn es in Österreich wieder Sturm gibt, dann kann man Federweißer kaufen!

Stürmischer Buchtag

Momentan findet in Frankfurt wieder die Buchmesse statt. Vielleicht kam mein Unterbewusstsein deshalb auf die Idee, gestern einen Buchtag einzulegen? Um der alten Zeiten willen?

Gestern gab es Sturm und Regen,
das war für mich ein wahrer Segen.
Konnte mit gutem Gewissen zuhause bleiben
und mir ein paar Bücher einverleiben.

Morgens um sieben fange ich mit Eckengas Gedichten an,
Humor zu Beginn,
das ist für meine noch müde Stimmung ein Gewinn.

Danach widme ich mich dem Buch von Herta Müller,
hier wird es schon etwas anspruchsvoller.
Die Nobelpreisträgerin schneidet Wörter aus
und setzt sie neu zusammen.
Da verdient sie doch Applaus,
denn damit konnte sie mich entflammen.

Schnell selbst ein paar Wörter aus einer Zeitung ausgeschnitten,
darf ich Sie zu meinem Œuvre um Ihre Meinung bitten?

Noch einmal macht die Buchmesse sich in meinem Kopf breit…

Zum zweiten Frühstück sind Tintin und Milou dran,
ihre Abenteuer ziehen mich noch heute in den Bann.
Ich fühle mich wie ein Kind,
das sich vom Schulstress eine kleine Auszeit nimmt.

Kein Mittagessen und die Siesta ist auch nicht lang,
jetzt ist mir nach einem Buch über den musikalischen Klang.

Ein Roman mit einem japanischen Klavierstimmer,
über dieses Instrument zu lesen, das geht bei mir doch immer.

It‘s teatime, dazu noch ein paar Plätzchen,
danach suche ich mir ein neues Bücherschätzchen.
Einen Bildband möchte ich jetzt haben,
denn meine Augen sollen sich auch mal laben.

Bilder von František Kupka

Viele bunte Farben gegen das so graue Wetter,
wie schnell wird das Leben durch ein Buch doch viel netter!
Ich blättere und versinke, fast wie in einem Traum,
vergesse die Zeit und um mich herum den unaufgeräumten Raum.
Plötzlich streift mich das schlechte Gewissen,
ist Putzen und Aufräumen heute ein Müssen?
Nö, beschließe ich und blättere weiter,
meine Stimmung bleibt deshalb auch heiter.
Mein Kater möchte auf meinen Schoß,
da ist der Bildband jetzt doch zu groß.
Schnell nehme ich einen Krimi zur Hand,
dieses Buch ist ein Unterhaltungsgarant.

Wolf Haas, er ist mein Favorit,
denn seine Bücher haben österreichischen Kolorit.
Mein Kater schnurrt laut und ich werde dösig,
ein weiteres Buch zu suchen ist dann wohl müßig.

Um halbzehn habe ich mich hingelegt,
von diesem Tag noch tief bewegt.
Zufrieden schlafe ich schnell ein,
dankbar für mein schönes Bücherheim.

P.S. Morgen habe ich einen zum Wetter passenden Rätselbeitrag für Sie.





Die Mode- und Beautyseite an mir

Der Vollmond wirkt sich nicht auf die Schlafgewohnheiten der Menschen aus, so wird immer wieder von Wissenschaftlern behauptet. Ohne zu wissen, dass heute Nacht Vollmond war, saß ich kerzengerade im Bett, an Schlaf war nicht zu denken. Und dann kamen sie, die Worte…

Vor ein paar Wochen beschloss ich:
Linda du musst dein Gedächtnis trainieren,
willst du dich nicht länger vor neuen Bekannten blamieren!
Die Welt der Mode ist für sie wie das tägliche Brot,
spreche ich davon, gerate ich öfter in Erklärungsnot.

Für mich waren bisher Modemarken und Stile einerlei,
doch diese Ignoranz ist nun komplett vorbei.
Habe mir die Ausdrücke schnell reingezogen
und kenne sie jetzt alle-ungelogen.

Nachdem ich mich im Badezimmer dem Soothing, Sculpting und Refining unterzogen habe-vergessen sind die Falten der letzten 60 Jahre-
gehe ich in mein briefmarkengroßes Ankleidezimmer,
was ich anziehen soll, ich habe noch keinen Schimmer.
Ins Auge fällt mir meine neue Boxclutch mit Minaudière,
die muss es schon einmal sein,
dazu passen die lila D‘orsay Pumps,
sehr edel und sehr fein.
Oder nehme ich lieber die Fugly Shoes und die Tasche mit Guitar Strapsen,
doch eigentlich finde ich sie ugly und breche mir bestimmt die Haxen…
Nein, ich trage die Kittenheels, die sind so schön bequem,
doch jetzt muss ich auch mal nach Klamotten für oben herum sehn.

In Hosen mit Galons und einem Pullover mit Popcorn Knit
fühle ich mich besonders jung und fit.
Oder wähle ich was im Preppy Look,
den zu tragen, bräuchte ich auch einen großen Whiskyschluck.
Ein ganzes Whiskyglas bräuchte ich für Track Suitpants oder ein Yoke Kleid-
ich bekomme Kopfschmerzen und bin das ganze Modegefasel allmählich leid.
Schließlich entscheide ich mich für Color Blocking,
rote Hose mit Tulip-Cut von Off-White, gelbe Weste von Gucci und von Jaquemus das blaue Hemd,
da bin ich mir nur noch ein kleines bisschen fremd.

Sehnsüchtig schiele ich nach meiner alten Jeans am Ende vom Schrank
und frage mich plötzlich, bin ich eigentlich im Kopf nur noch krank?
Das bin nicht ich, will es auch gar nicht sein,
neue Bekannte liebt mich so oder lasst es eben sein.














Meine Sammlungen auf dem Handy (u.a. auch Französischstunde Nr. 32)

Ich gehöre normalerweise zu den Menschen, die bei Wartezeiten ein Buch aus der Tasche holen und sich dann über die Lesezeit freuen. Manchmal jedoch ist es nicht voraussehbar, dass man irgendwo warten muss. (Beliebt: Überraschende Staus als Beifahrerin). Dann werde ich in letzter Zeit auch zur Handyguckerin, denn ich habe mir dort verschiedene Sammlungen angelegt.

Sammlung 1:
Im Internet gibt es unzählige Seiten mit französischer Grammatik. Meine Kenntnisse darüber sind im Prinzip vorhanden, aber manche Themen müssen immer wieder wachgeküsst und aufgefrischt werden. Diese speziellen Lücken auf den Seiten im Internet zu suchen, finde ich umständlich und so kam ich auf folgende Idee:
Seit zwei Jahren liegt dieser Kalender auf meinem Schreibtisch und

ich sammle die Kalenderblätter, auf denen man meine grammatikalischen Schwächen kurz und knackig erklärt. Sonderfälle werden ausgelassen, aber das finde ich besonders gut, denn „Mut zur Lücke“ sollte man haben, um keine Scheu beim Sprechen aufkommen zu lassen.
Ich fing vor einiger Zeit an, diese Kalenderblätter mit meinem Handy zu fotografieren und werfe immer mal wieder einen Blick darauf.

Sammlung 2:
Zuhause stapeln sich bei mir (zu) viele Bildbände, da ich bei Museumsbesuchen immer euphorisch Ausstellungskataloge gekauft habe, um Bilder, die mir besonders gut gefielen, nicht zu vergessen. Seitdem das Fotografieren in Museum immer häufiger erlaubt ist, mache ich davon gerne Gebrauch und habe mir eine kleine Fotosammlung mit Kunstwerken auf meinem Handy angelegt, die ich mir immer wieder gerne anschaue.

Diese Bilder sind im Barberini Museum in Potsdam zu bewundern.

Sammlung 3:
Bei Gedichten und Zitaten mache ich es ähnlich wie bei Kunstwerken. Manche möchte ich parat haben, um mich an ihnen zu erfreuen, zu schmunzeln oder zu erinnern. An manchen Tagen tanke ich auch Kraft aus ihnen oder lese sie einem lieben Menschen vor. Wenn ich im Stau oder in einer anderen Wartezeit diese Texte bei mir habe, wird das Warten zur Nebensache.