Tiny house – Blick in die Zukunft in Duisburg

Gestern war ich im Duisburger Innenhafen, um mir dort ein „Tiny House“ mit 25qm Wohnfläche anzusehen.

Das kleine Haus vor der Volksbank.

Gezeigt wurde das Haus „Cabin One“ des Berliner Büros Cabin Spacey GmbH. Zwei Architekten haben es entwickelt unter den Prämissen Nachhaltigkeit, aktueller Technikstandard eines „Smart Home“ , Platzersparnis und Möglichkeit, das Haus auf das Flachdach eines anderen Gebäudes aufstellen zu können. (Allein in Berlin wäre es auf mehreren Tausend Dächern durchführbar).

Mich interessiert das Thema Wohnen auf kleinem Raum schon lange und ich war über die geschickte Aufteilung von Cabin One angetan. Hier wird ein kleiner Film gezeigt über Aufteilung und Technik:

https://www.schwaebisch-hall.de/wohnen-und-leben/wohntrends/smarthaus.html

Bei einem Vortrag über das Konzept des Hauses wurden die bereits heute bestehenden Möglichkeiten beschrieben, wie man ein Haus durch Technik noch bequemer und sicherer machen kann. Das war faszinierend, da auch darauf eingegangen wurde, wie diese Technik für alte Menschen oder Menschen mit Demenz einsetzbar ist.

Als ich wieder zuhause war, trieb ich mich noch länger im Internet herum, um mehr über das Thema zu erfahren. Viel Aktuelles gibt es noch nicht, aber dieses Artikel gibt annähernd einen Eindruck über den Vortrag.

https://www.schoener-wohnen.de/architektur/38528-rtkl-smart-home-fuer-senioren

Wie wird es in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren aussehen, wenn auch für meine Generation Hilfen zwingend notwendig werden? Noch besser als heute und das macht mich ein bisschen gelassener. Man muss nur neugierig und offen bleiben und sich für weitere Entwicklungen auf diesem Gebiet interessieren, um nicht den Anschluss zu verpassen.

KEINE BEZAHLTE WERBUNG!

Woche der Demenz (Demenz im Alltag Nr.4)

Für eine Woche wird das Thema Demenz bundesweit mit vielen besonderen Veranstaltungen und Vorträgen der Öffentlichkeit näher gebracht. Ein bisschen möchte ich dazu beitragen.

In Duisburg gibt es viele Stellen, die Ansprechpartner für dieses Thema sind. Hier nur eine kleine Auswahl an Informationsmaterial, das in meiner neuen Arbeitsstelle, der Rheinhauser AWO BBZ auf der Friedrich-Ebert-Str. ausliegt und das sich jeder holen kann.

Zurück zu einem Thema

Vor ca. 1 1/2 Jahren schrieb ich einige Beiträge zum Thema Demenz. Hintergrund war die Pflege meiner Mutter und die Erfahrungen, die ich bis dahin gemacht hatte.

Meine neue Arbeitsstelle bringt es mit sich, dass ich mich nun u.a. auch mit diesem Thema erneut beschäftigen werde. Jetzt aus einem anderen Blickwinkel, da ich nun pflegenden Angehörigen helfen möchte, wichtige Informationen nicht zu verpassen oder Anregungen zu geben, wie man als Pflegende(r) den Alltag meistern kann ohne selbst dabei krank zu werden.

Ich habe deshalb eine neue Kategorie eingerichtet, in der sich die alten und neuen Beiträge befinden, sie heißt Pflegealltag.

Diese Zeitung lernte ich jetzt erst kennen. Sie gibt es seit 2016 4x pro Jahr.

Die potentiellen Käufer sind die ca. 4,8 Millionen pflegenden Angehörigen. Ein besonderes Anliegen der Herausgeber ist es, die Angehörigen auch mental bei ihrem schwierigen Alltag zu unterstützen und z.B. Tipps für das eigene Wohlbefinden zu geben, Adressen aufzulisten, wo man sich Hilfe holen kann oder Erfahrungsberichte Betroffener zu veröffentlichen. Es gibt diverse Checklisten, wie man unbekannte Aufgaben bei der Pflege am besten löst und auch Produktvorstellungen, die das Leben der zu pflegenden Person erleichtern. Rechtliche Neuerungen, die es ja häufiger gibt, werden ausführlich erklärt.

Das Heft hat über 100 Seiten und kostet 4,50 Euro. Der Anteil an Werbeanzeigen ist erfreulich niedrig.

Ich kenne bisher nur dieses Heft und von ihm war ich angetan. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass sich bei der Lektüre mehrere Hefte die Themen irgendwann wiederholen, ein längeres Abonnement würde ich deshalb nicht nehmen. Am Ende des Magazins steht das nächste Erscheinungsdatum. Dann einfach sich das neue Heft ansehen und entscheiden, ob es Neues bietet.

Glück ist nicht gleich Glück (Demenz im Alltag Nr. 3)

Bei dem monatlichen Treffen von pflegenden Angehörigen bekamen wir die Aufgabe, jeden Tag in ein kleines Buch zumindest einen Moment aufzuschreiben, in dem wir trotz aller Belastung durch die Pflege so etwas wie ein Glücksgefühl hatten oder zumindest Zufriedenheit oder Freude verspürten. Das habe ich gemacht und dabei wurde mir erstmals sehr deutlich bewusst, wieviele Möglichkeiten es gibt, sich täglich selbst ein bisschen Freude zu bereiten. Hier meine elf gefundenen „Glückskategorien“:

Glück durch

eigene Dankbarkeit für „Selbstverständliches“
liebe Mitmenschen
schöne Erinnerungen
draußen in der Natur sein
den inneren Schweinehund überwinden
etwas lernen und dann können
überraschende Geschenke
Musik hören oder ein Buch lesen
Hilfe leisten für andere Menschen oder Tiere
etwas Leckeres essen oder trinken
sich ein bisschen Zeit für ein Hobby nehmen

 

Haben Sie noch andere Kategorien?

Schöpfen Sie den Entlastungsbetrag voll aus? (Demenz im Alltag Nr. 2)

Wissen Sie, dass Ihnen pro Monat zusätzlich zum Pflegegeld 125 Euro als Entlastungsbetrag zur Verfügung stehen, die Sie für eine Haushaltshilfe oder eine Person ausgeben können, die Sie zuhause vertritt?

Ich wusste es nicht, ein Mitarbeiter des Pflegedienstes „medidoc“ machte mich darauf aufmerksam. Er sagte mir, dass es für viele pflegende Angehörige nicht transparent sei, bei welchem Geldtopf man Anspruch gelten machen kann und der Entlastungsbetrag würde oft verfallen. Er gab mir den Tipp bei der Krankenkasse anzurufen und mich nach dem Betrag zu erkundigen, den mir zur Verfügung steht. Habe ich gemacht. Ein Teil des Entlastungsbetrages wurde für den Aufenthalt meiner Mutter in der Tagesstätte vom Roten Kreuz verwendet und doch waren in den letzten Monaten 800 Euro aufgelaufen, die ich nun noch zur Verfügung habe. Allerdings nur bis Ende Juni, danach ist das Anrecht auf das Geld verfallen. 

Vielleicht schütteln jetzt einige über mich den Kopf, wie kann sie nur so dumm sein…Stimmt, aber ich bin keine bürokratieaffine Frau und das fällt für mich eindeutig in diese Kategorie. Ich war sehr dankbar für den Tipp und lernte daraus, dass man möglichst viele Leute kennen sollte, die in irgendeiner Form mit dem Thema Demenz zu tun haben, „neudeutsch“ gesagt, man sollte sich möglichst vernetzen.

Treffen Sie sich! (Demenz im Alltag Nr.1)

 

Dies ist nun mein erster Beitrag zum Thema Demenz. Ich wusste anfangs nicht, was ich zuerst schreiben sollte, doch wurde mir dann klar, dass mir mein Alltag erleichtert wurde, als ich begann, zu dem momatlichen Treffen der AWO BBZ im Lene-Reklat-Seniorenzentrum in Rheinhausen zu gehen. Hier tauschen sich Angehörige von Demenzkranken aus, begleitet wird die Gruppe von Frau Cárry Stief. Man berichtet den anderen über seinen Alltag und über besondere Erlebnisse mit den Angehörigen. Geschichten von anderen Betroffenen zu hören, rückt das Bild von sich und der eigenen Situation zurecht und Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber es wird auch häufiger gelacht. Man lernt durch die Erfahrungen anderer und bekommt wertvolle Tipps. Frau Stief stellt uns darüberhinaus Informationsmaterial zur Verfügung oder besorgt welches zu besonderen Problemen. Man kann sie alles fragen- sie hilft oder macht sich für einen schlau. Das ist ein sehr gutes Gefühl, eine Ansprechpartnerin zu haben. Sehr wichtig ist es auch, dass immer wieder Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man als Pflegender mit seinen schlechten Gewissen besser umgeht und man es trotz allem schafft, Momente im Alltag zu finden, die einen selbst zufriedener oder sogar glücklich machen.

Die Treffen dauern ca. 1-1 1/2 Stunden. Ich bin noch nicht lange dabei und da kam mir schon öfter der Gedanke „Wärst Du doch mal früher hingegangen!“

Wenn Sie es irgendwie einrichten können, dann machen Sie nicht den selben Fehler wie ich. Suchen Sie sich eine Gruppe, egal, ob von der AWO, dem Roten Kreuz, der Caritas oder einer anderen Institution. Es tut gut und man lernt viel.