…hier lässt’s sich leben

Korschenbroich wirbt mit diesem Slogan und das habe ich am Mittwoch mal „überprüft“. Meine Bewertung bezieht sich dabei nur auf das merkantile Angebot in der Ortsmitte.

Der Ortskern von Korschenbroich ist übersichtlich. Sofort ins Auge fallen diverse Häuser, die unter Denkmalschutz stehen,

sowie die Kirche Sankt Andreas, die mir mit ihren modernen Fenstern und ihrer Schlichtheit gut gefiel. Sie besitzt die zweitgrößte Orgel im Bistum Aachen und alle zwei Jahre findet ein Orgelfestival statt.

Auf den zweiten Blick, und jetzt wird der Slogan „unterfüttert“, fallen diverse inhabergeführte Läden mit ausgefallenen Sortimenten auf. Ich kam an einem „Feinkosthimmel“ vorbei, in der Nähe lagen ein Käseladen, ein Fischgeschäft und auch eine „Schnapsidee“ war nicht fern. Ergänzt wurde dieses Angebot von mehreren Restaurants und Kneipen, sowie der Eisdiele „Cipriani“, deren sahniges Eis ich empfehlen kann. Geht es nicht um das Hunger-und Durststillen, wartet Korschenbroich mit weiteren schönen Geschäften auf. Für mich die Nummer Eins:

Wer ein Faible für schöne Glückwunschkarten, Kalligraphie und geschmackvoller Dekoration hat, ist hier genau richtig.
Der andere Dekorationsladen „Dördelmann“ war leider geschlossen, die Schaufenster waren aber auch ansprechend.
Natürlich fehlen in Korschenbroich weder Buchhandlung, noch Bekleidungs-oder Schuhgeschäfte, so dass man bei einem Ausflug auch auf diesem Gebiet Anregungen bekommt.

Ein Besuch in Korschenbroich lohnt sich und wem das Beschriebene noch zu wenig ist, der ergänzt seinen Ausflug mit einem Abstecher nach Liedberg und/oder Schloss Dyck, beides liegt in der Nähe.

Dieser Artikel enthält keine bezahlte Werbung!

Ausflug nach Kleinkölndüsseldorf

Kleinkölndüsseldorf? Das ist für mich Monheim am Rhein. 2010 las ich dieses Buch und war beeindruckt. Da war in Monheim ein junger Mann, der anpackte, praktisch dachte und alten Zöpfen den Kampf ansagte.

Daniel Zimmermann ist in Monheim bis heute noch Bürgermeister im Amt. In den letzten Jahren tauchte diese Stadt mit seinen rund 40000 Einwohnern immer wieder positiv und negativ in den Medien auf und ich wollte jetzt endlich einmal mit eigenen Augen sehen, ob Monheim wirklich etwas Besonderes ist dank Daniel Zimmermann.
Bei der Fahrt in die Monheimer Innenstadt erinnerte mich ein Gebäudeensemble etwas an Köln, nur zwei Nummern kleiner.

Das ist in Köln

Dann kamen wir an der neusten mediengehypten Errungenschaft von Monheim vorbei, dem Geysir in der Mitte eines Kreisverkehrs.

Ein Kunstwerk für round about 450000 Euro, das Monheim einen 12 Meter hohen Geysir beschert, wenn die Sonne insgesamt ca. 64 Stunden lang geschienen hat. Wann der nächste Ausbruch voraussichtlich stattfindet, kann man auf dieser Website erfahren:

https://www.monheim.de/freizeit-tourismus/geysir

Die Autos werden dann kurz vor Ausbruch dank roter Ampeln daran gehindert, den Kreisverkehr zu benutzen. Geben Sie in die Suchmaschine Ihres Vertrauens „Monheim“ und „Geysir“ ein und ein vielfältiges Angebot an Filmchen, Informationen und Satire erwartet Sie.

Wir fanden am Rhein einen kostenlosen Parkplatz, wo uns diese Informationstafel empfing. (Nicht mit Graffiti bemalt, was für ein Lesegenuss).

Also gingen wir erst einmal in die Altstadt, vorbei an der Marienburg (ehemaliges Landhaus des Abgeordneten Eugen von Kessler aus dem 19. Jahrhundert, heute ein Tagungszentrum) mit dem kleinen englischen Schlosspark.

Auch kamen wir an diversen älteren Häusern vorbei.

Obwohl in der Altstadt Kneipen und Restaurants noch nicht geöffnet waren, stellte sich ein kleines uriges Gefühl ein à la Düsseldorf oder Köln in besseren Zeiten. Wir schlenderten die Hauptstraße entlang, wo uns besonders stark die Bautätigkeiten auffielen- größer, schöner und moderner scheint das Motto zu sein.
Die Umwelt ist in Monheim ein Thema. Zwei Beispiele: Das Busfahren ist für die Bürger kostenlos, viele Baumscheiben sind so gestaltet:

Insektenfreundlich und mit Tipps für Gärtner auf den Schildern.

Der Weg zurück zum Parkplatz führte auf der Rheinpromenade entlang, vorbei am bis 2004 noch aktiven Aalschokker

und vorbei an einer kleinen Loreley.


Wir waren eigentlich schon beim Parkplatz, doch der Landschaftspark im Rheinbogen mit seinen Ausblicken zum Durchatmen ließ uns noch länger spazieren gehen.

So machten wir noch diese Entdeckung:

Monheim ist ein interessantes Ausflugsziel. (Auch für Kinder, denn es gibt einen schönen Spielplatz und einen Pferdehof am Rhein und es fährt normalerweise auch eine Fähre auf die andere Rheinseite zu einem Ausflugslokal). Das, was wir von Monheim gesehen haben, war proper, aber ob es sich besser in Monheim leben lässt, das kann ich nicht beurteilen.

Neersen: Kinder-Kunst-Kanäle-Kleingartenverein

Neersen, ein Stadtteil von Willich, bietet ein wunderbares Ausflugsziel: Schloss Neersen und dessen Umland. Das Schloss hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich

https://www.stadt-willich.de/de/willichundich/schloss-neersen/

und heute ist dort u.a. das Rathaus von Neersen untergebracht oder es finden im Sommer auch Festspiele statt.


Zu dem Schloss gehört ein schöner Park, in dem Kinder und Kunstliebhaber besonders auf ihre Kosten kommen. Neben einem schönen Spielplatz gibt es ein Labyrinth, eine besondere Schaukelanlage und einen Pfad der Sinne.

In dem Park sind knapp dreißig Skulpturen installiert und es macht Spaß, sie zwischen den z.T. sehr alten Bäumen zu entdecken.

Dabei kommt man dann auch noch an einem Rosarium vorbei

Die Rosen waren noch nicht so weit, aber trotzdem blühte es in Hülle und Fülle.

und in Nichtcoronazeiten hat man die Möglichkeit, an zwei Plätzen einzukehren.

Auf der Internettplattform „Komoot“ fand ich einen schönen Spaziergang, der vom Schloss aus in das Umland der Anlage führte.

Auf Komoot heißt der Spaziergang „Schloss Neersen-Aussichtsplattform am Nierssee Runde“. Er ist knapp 6km lang und wird als „mittelschwer“ angegeben. Wir fanden ihn leicht, die Bewertung „mittelschwer“ basiert auf der Tatsache, dass nicht alle Wege befestigt sind.

Wir kamen vorbei an Kanälen, der Niers und dem Nierssee. Hier ein paar Eindrücke:

Nach langer Zeit mal wieder ein Lieblingsbank-Foto.
Seit 2019 gibt es diesen Zugang zum Nierssee.


Dieser Spaziergang bot viele Fotomotive, dank der Skulpturen,

der alten Naturzeugen

und dank des vielen Wassers, in dem man schöne Spiegelungen entdecken konnte.

So oder….
so…?

Fast am Ende des Spaziergangs hielt der Neersener Kleingartenverein eine Überraschung für uns bereit. Eigentlich sehen wir uns Kleingärten gerne an, aber hier verzichteten wir darauf. Selbst vom Außenzaun der Anlage sah man, dass mehrere Gärten bereits in ach so praktische Schotterwüsten umgewandelt waren. Der Geist eines Kleingartenvereins ad absurdum geführt…


Wir verbrachten eine halben Tag in Neersen und tankten dabei unsere Batterien wieder auf. Man kann sich auf den Niederrhein verlassen!

Ich sehe den Niederrhein schwarz-weiß (Fleuthkuhlen2)

Während der Radtour im Fleuthkuhlengebiet kam ich auch an typischen Niederrheinmotiven vorbei, die ich schon so oft fotografiert habe. Aber ich kann einfach nicht anders und muss dann wieder auf den Auslöser drücken. Diese Fotos habe ich jetzt mal in schwarz-weiß Bilder umgewandelt, was ich auch sehr reizvoll finde.

Auch die Fleuthkuhlen „haben was“ in schwarzweiß.

In Aengenesch gibt es eine kleine Kirche. Sie war geschlossen, doch vom seitlich gelegenen offenen Gebetsraum kann man auch in das Innere sehen. Schöne Fenster und ein für die kleine Kirche imposanter Holzaltar sind zu entdecken.

Ganz in der Nähe steht die Turmruine von Haus Langendonk, sie ist eine meiner niederrheinischen Lieblingsmotive, weil sie zu jeder Jahreszeit anders wirkt und mich auch ein bisschen an Schottland erinnert.

Aber kommen wir zu Farbbildern zurück. Die Lösung meines Vogelquiz steht ja noch aus.

Oben links sehen Sie einen Mäusebussard, daneben einen Star, darunter ein Kleiber.. Unten links geht es mit einem Fink weiter, in der Mitte sieht Sie keck ein Zaunkönig an und rechts sitzt eine Feldlerche. Ihr Gesang gehört für mich auch zum Niederrhein:

Und hier ein neues Rätsel, bei denen ich aber Ihren Rat brauche. Ich bin an diesem Baum vorbei gefahren- gibt es Bunkerbäume?

Wer weiß mehr darüber?

Bis Samstag!

„Expedition“ zu den Fleuthkuhlen

Am letzten Donnerstag nutzte ich das schöne Wetter, um meine erste Radtour in diesem Jahr zu machen. Auf meiner „To go“- Liste standen schon länger die Fleuthkuhlen zwischen Issum und Geldern. Ich parkte meinen Wagen in Aengenesch, von dort ist es nicht weit zum Radwegknotenpunkt 82, der am Rand der Fleuthkuhlen liegt.

Was sind die Fleuthkuhlen?

Ich fuhr mit meinem Rad zuerst ein Stück auf dem R 82 entlang. Außer zwei Spaziergängern kam mir niemand entgegen.

Doch schöne Ausblicke in Seitenwegen rechts und links ließen mich den R 82 bald verlassen. Auf der Internetseite von Komoot sah ich nach, wo Wege ans Wasser führten und so mäanderte ich durch das Naturschutzgebiet.

Solche Eindrücke ließen mich das Wort „Expedition“ in der Überschrift wählen. Manchmal fühlte ich mich wie in den Swamps von Louisiana, es war märchenhaft, auch mal ein bisschen unheimlich.

Aber die Zivilisation ist nicht weit. Man kommt am Haus Beerenbrouk vorbei,

Der Hof wird erstmals 1331 in Aufzeichnungen erwähnt.

auch Schloss Haag liegt in der Nähe. (Habe vergessen, ein Foto zu machen…).

Man fährt natürlich auch durch Felder oder kleine Haine und da wurde es dann schon ganz schön blumig.

Für die Blüte der gelben Sumpf-Schwertlilie in den Fleuthkuhlen war es leider noch ca. 2 Wochen zu früh, wie mir eine nette Spaziergängerin mitteilte. Das muss dann auch traumhaft aussehen.

In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mein Wissen über die heimische Vogelwelt zu erweitern und da sind die Fleuthkuhlen auch ein geeignetes Gebiet, sich als „Birdy“ zu versuchen. (Birdy= englische Bezeichnung für engagierte Vogelliebhaber mit liebenswerten Macken.) Ich besitze keine Tarnkleidung und habe auch kein 1000er Teleskop, aber meine Ohren waren die ganze Zeit gespitzt und schließlich konnte ich neben den üblichen Verdächtigen wie Meisen, Spatzen, Krähen, Spechte, Tauben und Elstern auch ein paar andere Vogelarten bestimmen und z.T. auch sehen.

Die Fotos kommen von Pixabay

Welche Vögel erkennen Sie? Am Mittwoch geht es mit „Fleuthkuhlen 2“ weiter.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Irgendwann werden wir wieder in den Urlaub fahren können, da bin ich einfach mal optimistisch. Nachdem nun unser Aufenthalt im Hunsrück so gelungen war, eignet sich der Winter doch sehr gut dazu, neue Pläne zu schmieden, um Deutschland ein bisschen weiter zu entdecken.

Welche nicht so überlaufenden Urlaubsregionen gibt es? Setzen Sie die folgenden Silben richtig zusammen und Sie bekommen elf Anregungen, wo man in Deutschland Urlaub machen kann.

MARK- BIR – SCHE – MEER – HOL – MÜHL – FRAN – GE – SART – LAND – BREIS – OBER – BURG – SPES – STEIN – BRAN – GAU – NUS – ERZ – DER – ALT – STEIN – TAU – DEN – SAAR – TAL – GE – SCHWEIZ – KEN – UCKER – HU

Letzte Woche wollte ich von Ihnen die Namen dieser Bilder- und Kinderbuchfiguren wissen:

Links unten: Na klar, Pippi Langstrumpf und Herr Nilsson, daneben Karlsson vom Dach mit seinem Freund Lillebror, alle vier erdacht von Astrid Lindgren

Links oben: Katze Findus mit Freund Pettersson von Sven Nordqvist, daneben von Jujja Wieslander die coole Mama Muh mit ihrer trotzigen und motzigen Freundin, die Krähe.

Vielleicht haben Sie noch irgendwo alte Kinderbücher und fangen am Wochenende beim Entstauben mit dem Schmökern an?

Bei mir geht es weiter am Dienstag.

Geheimnisvoller Glan (Hunsrück Urlaub Nr.7)

Unter diesem Motto zeigte im Mai 2020 der SWR eine 45 minütige Sendung über den Hunsrücker Fluss „Glan“.
https://www.ardmediathek.de/swr/video/expedition-in-die-heimat/geheimnisvoller-glan/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExMjAzNjI/

Als wir im Hunsrück Urlaub machten, kannten wir diese Sendung noch nicht, doch war unsere Begegnung mit dem Glan ein Highlight für mich.

Seit Jahren gab es einen Running Gag zwischen meinem Mann und mir: Ich wünschte mir schon so lange, einen Eisvogel in natura zu sehen und bei jedem Fluss, in dessen Nähe wir kamen, brachte ich meinen Spruch an:„Ich finde, dass das hier ein typischer Eisvogel-Fluss ist!“ Mein Mann nahm mich dementsprechend nicht wirklich ernst, als ich meinen Spruch dieses Mal aufsagte. Und dann sah ich ein schillerndes Blau….

Dieses Foto habe ich nicht selbst gemacht, es wurde mir von Herrn Takashi Yanagisawa zur Verfügung gestellt

Auch mein Mann konnte sich gar nicht von dem Anblick lösen. Erst sonnte der Vogel sich, dann tauchte er, ordentliches Federputzen folgte…wunderschön!
So wird der Glan in meinem Herz für Flüsse immer einen ganz besonderen Platz einnehmen. Dass ich damit nicht alleine bin sieht und hört man auch in der Fernsehdokumentation. Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen hat es an den Glan verschlagen, um hier etwas Neues auszuprobieren oder einfach so zu leben, wie man immer schon wollte. Schöne Lebensgeschichten findet man hier.
An den Glan kamen wir bei einem Spaziergang durch Meisenheim. Durch dieses Städtchen weht noch mittelalterliche Geschichte, denn es wurden nur wenige Gebäude zerstört. Wer in die Stadtgeschichte eintauchen möchte, sollte mindestens einen halben Tag einplanen.

Die evangelische Schloßkirche mit einer Orgel aus dem 18. Jahrhundert der Brüder Stumm. (Rechts oben). Sehr empfehlenswert ist das „Café Meisentörtchen“ mit köstlichem Kuchen. (Mitte). In Meisenheim fielen mir diverse originelle Blumenbepflanzungen auf.(Unten rechts).

Eigentlich wollte ich mit dem Glan-Beitrag die Hunsrück-Reihe enden lassen. Doch es gibt noch ein P.S., weil ich mich unwohl fühle, wenn ich nicht noch kurz auf dieses Hunsrücker Kleinod eingehe:

Einfach nur schnuckelig…

Alles Wissenswerte zu diesem besonderen Ort können Sie hier lesen:

Ich habe es ja schon gesagt: „Hunsrücker packen es an!“

Übermorgen gibt es wieder ein Rätsel, das Thema verrate ich Ihnen heute schon: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub!

Flusslandschaften Nr. 1 (Hunsrück-Urlaub Nr. 4)


Während unseres Urlaubs haben wir Teile der Nahe und ihres Nebenflusses Glan kennengelernt. Was wir von der Nahe gesehen haben, gefiel uns gut, geschockt waren wir allerdings von der Tatsache, dass sie in einem Ort völlig verschwunden ist.
Ende der siebziger Jahre besuchten wir Idar-Oberstein, weil ich zu der damaligen Zeit eine fleißige Mineraliensammlerin war und diese Stadt als deutsches Mekka für Steininteressierte galt. Es gibt dort zu diesem Thema mehrere sehenswerte Ausstellungen und diverse Geschäfte, die Edelsteine und Mineralien anbieten. Damals alles in einem schönen Ambiente, sprich Altstadtflair.
2020: Als ich nunmehr zum zweiten Mal in Idar-Oberstein war, traute ich meinen Augen nicht. Habe ich schon einmal eine so trostlose Stadt gesehen? Mir fällt spontan keine ein. Der Hauptgrund:

Unter der vierspurigen Bundesstraße, die Sie in dieser Filmeinstellung sehen, fließt die Nahe, man verpasste dem Fluss einen Deckel. Ein zweiter Grund: Mitten in der Stadt wurden in den letzten Jahren mehrere hässliche Betonklötze hochgezogen. U.a. ein Einkaufszentrum, das die Fußgängerzone ausbluten lässt. Wenn Sie sich also nicht für Mineralien und Edelsteine interessieren, ersparen Sie sich die Fahrt nach Idar-Oberstein. Oder machen Sie einen Bogen um die Innenstadt und besuchen Sie nur das Schloss Oberstein.

Links unten sehen Sie die Ruine des Schlosses. Auch hier arbeiteten tatkräftige Hunsrücker zusammen und restaurierten das Anwesen in den 80er Jahren. Oben der Rittersaal, links daneben ein Fenster mit Achat-Splittern. Unten die Aussicht auf Idar-Oberstein.

In Kirn kamen wir zum ersten Mal mit der Nahe in Berührung. Hier darf sie noch durch die Innenstadt fließen und ein kleiner Bummel lohnt sich auf jeden Fall:

Die Ruine der Kyrburg (oben links) und Gebäude aus fünf Jahrhunderten (darunter einige der Fürstenfamilie Salm Kyrburg) machen Kirn zu einem interessanten Ausflugsziel.


Bad Münster war der zweite „Nahe“-Ort, hier hat der Fluss ein ganz anderes Erscheinungsbild:

Man kann am Fluss spazieren gehen, Rad fahren oder ein Paddelboot mieten. Das Ziel ist das nicht weit entfernte Bad Kreuznach. Aber vorher sollte man noch ein bisschen in Bad Münster flanieren, denn hier ist noch ein Hauch der Jahrhundertwende zu spüren, als die Bäderkultur ihren Aufschwung nahm.

Unten rechts ein Plakat, wie es damals in Bad Münster aussah. Unten links ein Blick in die Brunnentrinkhalle, wo man noch heute etwas für seine Gesundheit tun kann.

Auch in Bad Kreuznach prägt die Nahe das Stadtbild. Wenn Sie sich an meinem „Hunsrück-Abitur“ am vorletzten Samstag beteiligt haben, kennen Sie ja schon die berühmten Brückenhäuser von Bad Kreuznach.

Neben der Postkartenansicht der Brückenhäuser oben links gibt es noch weitere Häuser, z. B. unten links. Oben rechts der Marktplatz von Bad Kreuznach, unten rechts die Teilansicht des kleinen Museumviertels, in dem auch das Puppenmuseum liegt.

Wir haben nicht so viel von Bad Kreuznach gesehen, wie wir eigentlich wollten und machten nur einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt und den Schlosspark. Schuld daran war das Puppenmuseum, das uns verzauberte…

Warum das so war, darüber schreibe ich am Freitag, nächste Woche geht es dann mit dem Glan-Fluss weiter.

Abwechslungsreiche Museen im Hunsrück (Urlaub Nr. 3)

Waren Sie schon einmal in einem Motorsägemuseum oder wollten Sie immer schon einmal ein Telefonmuseum besuchen? Gibt es im Hunsrück! Die Museumslandschaft ist hier vielfältig und drei Sammlungen möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen. Sie sind auf Initiative einzelner Bürger entstanden, meine ersten „Beweise“ für unseren Eindruck, dass im Hunsrück öfter gesagt wird:“Geht nicht, gibts nicht!“

Pfiffig fand ich die Idee, ein Restaurant mit einer Art Oldtimerausstellung zu kombinieren. (Wer speist und trinkt darf kostenlos sehen und staunen).

Diese Kombination finden Sie in Grolsheim.“ClassicX“ ist ein amerikanischer Diner (Foto oben links) . Dieser Diner befindet sich in den Räumen von „Classicbid“, einer Auktionsfirma für Oldtimer. Hier können Sie sich ca. 150 Oldtimer ansehen und die meisten von ihnen auch spontan kaufen, wenn das Kleingeldbudget stimmt und Sie Lust auf einen Zweitwagen verspüren. Die Modelle sind mit technischen Angaben und Preisen versehen. Oder Sie warten, bis die nächste Auktion für Oldtimer durchgeführt wird.

In Windesheim, neben dem Gebäude der Orgelbaufirma Oberlinger, wurde 2001 ein Orgel-und Klaviermuseum, genannt „OAM-Orgel Art Museum, eröffnet.

2017 wurden Orgelmusik und Orgelbau als immaterielles Kulturerbe von der UNESCO bestätigt. Erfindungsgeist und handwerkliche Meisterschaft kann man in diesem Museum bewundern. Historische Orgeln und Klaviere stehen neben Instrumenten, die erst vor einigen Jahren von der Firma Oberlinger gebaut wurden. Wir lernten diverse Orgelarten kennen, von denen wir bis dahin noch nie gehört hatten, z.B. ein „Nonnenpositiv“, ein „Regal“ oder ein „Claviorganum“. Sie suchen eine Orgel fürs Wohnzimmer? Kein Problem, auch für kleinere Raummaße gibt es „vollen Orgelsound“.
Mir juckte es regelrecht in den Fingern, mal eine Tastatur anzuschlagen. Für alle Museumsbesucher mit ähnlich kribbelnden Fingern wäre es schön gewesen, wenn man bei einem Instrument etwas hätte spielen dürfen. Auch Orgelmusik als leise Hintergrundmusik würde das Museum noch etwas stimmungsvoller machen.
Hier ein bisschen passende Musik zu meinem Beitrag:

Noch eine positive Anmerkung: In den Räumen finden auch wechselnde Kunstausstellungen statt. An den Wänden kann man z.Zt. von zwei Künstlern Bilder betrachten, die sich alle dem Thema Musik widmeten.

Diese Skulptur gehört zu dem Skulpturenpark in Bad Kreuznach. Zusammen mit einem Museumsgebäude ist die Anlage in der Welt einzigartig, da ausschließlich Skulpturen aus Stein gezeigt werden. Eröffnet wurde sie 2010 von dem Künstlerpaar Kubach-Wilmsen, das vor Ort auch seine Werkstätten hat. Wenn man zwischen den einzelnen Skulpturen lustwandelt (ca. 65 sind es momentan, weitere Kunstwerke sollen noch dazukommen), wird man von einer ganz besonderen Atmosphäre gefangen genommen.

Diese Ausstellung ist auch ein Fest der Haptik. Augen schließen und fühlen… Die Kühle der Steine, das Glatte, das Raue, Kurven, Wellen, Spitzen…Dazu kommen die Farbspiele der Steine, das Glitzernde, das Matte- einfach grandios!

Wer schon einmal in Neuss bei der ehemaligen Raketenstation war und das Museum der Foundation Langen besucht hat (siehe auch Hinweis am Ende) wird vielleicht an seinen dortigen Besuch erinnert, denn beide Museumsgebäude wurden von dem japanischen Architekten Tadao Ando entworfen.

Leider hatte im Museum schon die Winterpause begonnen, so dass wir nur einen kleinen Eindruck von dem Innenhof des Museums bekamen.

Übermorgen zeige ich Ihnen noch weitere Bilder von diesem Urlaubshighlight und kombiniere die Fotos mit der Besprechung meiner Urlaubslektüre.

Am Rhein- Hunsrück-Urlaub (2)

Bacharach, Bingen, Rüdesheim und Ingelheim waren die Orte, die wir am Rhein besuchten. In der Vergangenheit hatten wir um diese Ausflugsziele immer einen großen Bogen gemacht, der Ruf, dort von Touristenscharen aus der ganzen Welt empfangen zu werden, schreckte uns ab.

Ein kleiner Beweis für die Internationalität der Besucher in Bacharach

In diesen Tagen hatten wir allerdings die Rüdesheimer Drosselgasse fast für uns alleine…

Rechts unten die Drosselgasse, die anderen Bilder sind ebenfalls aus Rüdesheim.

Diese Leere fanden wir auch in den anderen Orten. Waren in Rüdesheim trotzdem noch fast alle Cafés und Restaurants geöffnet, wurde es in Bacharach schon schwieriger, eine süße Kaffeepause einzulegen.

Clemens Brentano widmete Bacharach ein Gedicht, für Victor Hugo war Bacharach der schönste Ort der Welt

Mich beeindruckte in Bacharach am meisten die Ruine der Wernerkapelle. Hier eine Fotocollage:

Wenn Sie die Geschichte der Kapelle interessiert: https://www.bacharach.mittelrhein.net/rhein/wernerkapelle/

Besucht man diesen Teil des Rheins, sollte Zeit für eine kleine Rheinfahrt einplant werden, um Rheinromantik vom Wasser aus zu erleben:

In Bingen startet die „Burgenfahrt“ mit einem Schiff der „Weißen Flotte“, sie dauert eine gute Stunde.

Apropos Bingen: Das Rheinufer- sehr schön, dort fand 2008 eine Landesgartenschau statt und dadurch hat die Promenade sehr an Attraktivität gewonnen. Die Innenstadt-eher traurig. Eine Kollektion von Bausünden erwartet sie.

Ingelhein: Das Zentrum des Städtchens liegt auf dem Gelände einer prunkvollen Kaiserpfalz von Karl dem Großen. Ein beschilderter Rundweg führt zu den einzelnen Ruinenteilen der Pfalz. Wir wurden insofern enttäuscht, dass z.Zt diverse Abschnitte dieser Anlage gar nicht zugänglich sind, sei es, weil die Videoüberwachung kaputt ist, es zu behebende Bauschäden gibt oder die Eingangspforten ohne Angabe von Gründen abgeschlossen waren.
Positiv zu erwähnen: Im „Alten Rathaus“ finden seit 1949 hochkarätige Kunstausstellungen statt, gesponsert vom Pharmaunternehmen Böhringer. Noch bis Februar werden z. Zt. erstmalig in Deutschland die Tierbilder von Klee präsentiert.

Dieser Tag am Rhein hat mich berührt. Meine romantische Seele schmolz dahin, als ich die Burgen betrachtete und dann auf den Rhein blickte.

Der berühmte englische Künstler William Turner liebte ebenfalls den Rhein und malte ihn oft. Mit diesem Foto habe ich versucht, die Stimmung einiger seiner Bilder wiederzugeben.

Was mich aber ebenso beschäftigte, das war die Leere der Städte. Natürlich ist diese Saison eine besondere, aber in Bacharach hörten wir in einem Hotel an einem Nebentisch ein Gespräch eines jungen Wirts mit anderen Gästen mit. Er hatte in den letzten Monaten Einbußen, doch was ihm viel mehr zu schaffen machte war, dass in den Hotels, Restaurants und Geschäften seit einigen Jahren kaum ein Generationswechsel stattfindet und dadurch das Angebot für Touristen immer schmaler wird und man junge Menschen nicht mehr anspricht. Er malte ein ziemlich düsteres Bild und schloß nicht aus, dass in einigen Jahren die „Rheinperlen“ ausgestorben sind.

Auf den „Charme“ der 50er und 60er Jahre trifft man in diesen Orten noch häufig

Wie kann man die Entwicklung aufhalten? Der Hunsrück muss ebenfalls um Touristen kämpfen, aber wir gewannen in unserer Urlaubswoche mehrmals den Eindruck, dass hier die Menschen mehr Eigeninitiative entwickeln, um für Gäste interessanter zu werden. Es gibt zig Fördervereine und Stiftungen, in denen sich viele Menschen engagieren. Nächste Woche zeige ich Ihnen einige Beispiele.
Übermorgen gibt es aber erst wieder Kraftfutter für Ihr Gedächtnis.