Kopenhagen für Anfänger mit Vorkenntnissen

Rechts neben der Kleinen Meerjungfrau Bild aus der Freistadt Christiania, darunter das Restaurantviertel Nyhavn und der botanische Garten. Unten links die königliche Wachablösung und der Kongens Nytorv, von dem die Haupteinkaufsstraße Stroget abgeht.

Über die o.g. Sehenswürdigkeiten werde ich nicht schreiben, denn sie werden als Highlights zumeist beim ersten Besuch Kopenhagens „abgearbeitet“.

Nach acht Stunden Fahrt (darin enthalten eine Stunde Fähre von Fehmarn aus) kamen wir in unserem Hotel im Kopenhagener Stadtteil Vesterbro an. Dieser liegt hinter dem Hauptbahnhof und damit etwas entfernt von den üblichen Touristenpfaden.

Vesterbro erinnert mich an den Berliner Prenzlauer Berg oder an das Düsseldorfer Loretto Viertel (siehe auch unten): Kleine außergewöhnliche Geschäfte und Hotels, viele Cafés in prächtigen Gebäuden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Besondere an Vesterbro: Früher gab es hier viele Schlachtereien( Meat Packing District) und diese Gebäude sind inzwischen größtenteils in Restaurants umgewandelt worden. (Siehe Fotocollage oben rechts). Hier trifft man sich als Kopenhagener momentan am liebsten. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Tatsache, dass sich Vesterbros Grenzen mit denen des Rotlichtviertels vermischen. Wir waren zu verschiedenen Tageszeiten dort und fühlten uns zu keiner Zeit irritiert oder unwohl.

Neben den vielen Museen Kopenhagens bietet auch die königliche Bibliothek (Den Sorte Diamant) sehr interessante Ausstellungen. Während unseres Aufenthalts wurden über 300 Memorabilien des Sängers Nick Cave gezeigt. Aber auch ohne Ausstellung lohnt eine Besichtigung. Ein beeindruckender Mix aus Altem und Ultramodernem erwartet den Besucher.

In diesem Viertel trifft man noch auf weitere architektonische Highlights wie z. B das „BLOX“ und… eine alternative Seejungfrau!

Kopenhagen ist auch eine Stadt der Schlösser. Wir besuchten dieses Mal Rosenborg. Räume und Schatzkammer:WOW! Sehr prächtig und ein Hohelied auf alte Handwerkskünste.


Wir waren nur 1 1/2 Tage in Kopenhagen und fuhren ausschließlich mit dem Rad. Eine besondere Erfahrung, die mit dem Gedanken endete: Wie schön könnte das Radfahren auch in Deutschland sein! Sich fortbewegen mit dem Rad hat in Dänemark einen viel höheren Stellenwert und das merkt man fast an jeder Ecke. Wer als Tourist aufs Rad steigen möchte, bekommt häufig durch das Hotel die Möglichkeit oder durch verschiedene Verleiher. Wir haben gute Erfahrungen mit der Firma „Donkey Republik“ gemacht. Diese Räder kann man per App mieten. Für 4 1/2 Stunden bezahlten wir für zwei Drahtesel 22 Euro. (Foto siehe unten, die orangen Räder).

Oben rechts: Als Postbote verteilt man stilvoll die Post. Daneben: Öfter begegnet man Rädern auch als Kunstobjekt.

Ein dritter Besuch? Immer wieder! Allerdings gehört ein langes Wochenende in Kopenhagen nicht zu der Kategorie „Günstig“. Diese Stadt ist ein teures Pflaster und das sollte man bei der Planung nicht vergessen.

Am Samstag geht es mit einem goldenen Rätsel weiter, am Dienstag steht ein Ausflug nach Malmö auf dem Programm.

Der Tivoli in Kopenhagen

Gestern zeigte ich Ihnen Fotos von meiner Reise um die Welt in zwei Stunden (siehe unten), nun diese fand in Kopenhagen statt, genauer gesagt im

Der Tivoli von 1843 ist einer der ältesten Vergnügungsparks der Welt und liegt auf ca. 6 Hektar mitten in Kopenhagen. Es gibt diverse Fahrgeschäfte, die z.T. wirklich atemberaubend sind (schreibt eine Zuguckerin), aber dieser Park lädt auch zum Flanieren ein. Es ist sehr gepflegt und ich nahm einige Anregungen mit, wie ich zuhause Töpfe bepflanzen kann.

Links ein Weinstockbonsai, rechts ein Rosmarinstrauch mit Klee und Kapuzinerkresse

Im Garten der Inspiration gibt es eine jährlich wechselnde Ausstellung, 2020 sind außergewöhnliche Gartensitzgelegenheiten zu bestaunen.

Als Fundgrube für nostalgische Fotomotive kann ich den Tivoli ebenfalls empfehlen.

Eine Tageskarte ohne Fahrten kostet für Erwachsene ca. 17 Euro, mit Benutzung der Attraktionen ca. 33 Euro. Natürlich gibt es diverse Restaurants, u.a. das „Nimb“, eines der besten Smörebröd Lokale laut Aussage von Kopenhagen Kennern. (Wir haben es nicht ausprobiert)

Maskenfrage: In Dänemark nur in Verkehrsmitteln, in Schweden gibt es keine Maskenpflicht. Da wir außer nach Malmö nur mit Rädern unterwegs waren und draußen gegessen haben, konnte man für ein Wochenende ein bisschen maskenloses „altes Leben“ genießen.

Im nächsten Artikel gebe ich noch andere Tipps für ein Wochenende in Kopenhagen.

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort

Warum es sich lohnt, zur diesjährigen Landesgartenschau nach Kamp-Lintfort zu fahren:

1.

Wer einen Balkon oder Garten besitzt, bekommt z.T. ausgefallene Anregungen, wie man Kästen, Töpfe oder Beete bepflanzen kann. Bekannte Stauden sind mit unbekannteren kombiniert, ungewöhnliche Farbkombinationen werden geboten, dazu summt und brummt es und der ein oder andere schöne Duft weht einem um die Nase. Hinweis: Tipps für Schattengärten sind rar.

2.

Das Informationsangebot ist groß an diversen Ständen oder in der großen Blumenhalle, die Einrichtungsideen mit Blumen bietet. Sei es beispielsweise am Stand der Landfrauen oder am Stand für Gartenzäune, überall bekam man freundliche und fachkundige Auskünfte. Ein Schwerpunkt der Landesgartenschau sind Naturschutzthemen. Auch hier gibt es Anlaufstellen, um sich mündlich Rat zu holen oder konkrete Beispiele zum Ansehen:

Links: Renaturierter Bachlauf auch als Anregung für einen Gartenteich, oben „Zutaten“ für einen schmetterlingsfreundlichen Garten, unten ein „pflegeleichter“ Steinvorgarten, ein halbes Jahr nach der Neuanlage.

3.

Hingucker gibt es viele:

Blumen aus Abfall, beispielsweise aus Plastikflaschen und Plastiktüten


4.

Nicht zu vergessen, die Anlagen für beispielhafte Gärten. Sei es ein formaler Garten, ein Garten, in dem Wasser die Hauptrolle spielt, eine hitzeresistenter Garten, ein japanischer Garten und noch einige andere.

Oben: 2 Fotos aus dem „Geheimnisvollen Garten“, den man nicht betreten konnte, in der Mitte eine Ansicht vom Wassergarten mit großem Bienenhaus. Unten Bilder vom Kloster Kamp, das mit in die Gartenschau einbezogen ist. Links der Weinberg am Kloster, den Wein kann man vor Ort verkosten.

Fazit: Wir kamen am Samstag um 9.30 Uhr an und es war noch angenehm leer. Gegen 14.30 Uhr fuhren wir wieder nach Hause, inzwischen waren viele Besucher unterwegs. Wir machten in diesen 5 Stunden zwei Pausen. Im Restaurant „Polster“ aßen wir vorzüglich. (Haben Sie schon einmal Nudeln +Kirschtomaten+ Ruccolasalat+Gemüsechipse gegessen? Nudeln und Chipse-genial!). In der zweiten Pause tranken wir im Park von Kloster Kamp einen Kaffee. Ca. 3 1/2 Stunden sind wir also gelaufen, gesehen haben wir ungefähr die Hälfte.
Wir sind gespannt auf die Herbstbepflanzung und werden Ende September noch einmal zur Gartenschau fahren. Dann bringen wir auch noch ein bisschen mehr Zeit mit für die tierischen Attraktionen.

Was willst du denn in Braunschweig?

Vorgestern erzählte ich Ihnen von der Autostadt in Wolfsburg. Auf dem Weg dorthin machten wir eine etwas längere Pause in Braunschweig. Eine gute Entscheidung!
Braunschweig ist das fünfte Mitglied meiner Sammlung „Verkannte Städte“ (bisher: Mannheim,Wuppertal,Kassel,Frankfurt).
Unser Spaziergang führte uns durch die drei „Altstadtinseln“. Hier ein paar Eindrücke:

Es wurden einige historische Gebäude im Krieg zerstört, diese wurden teilweise originalgetreu wieder aufgebaut. So z. B die Burg Dankwarderode auf dem linken Bild. Davor der Braunschweiger Löwe.
Nicht nur hier gibt es schöne Restaurants, Kneipen und kleine feine Geschäfte.

Apropos Geschäfte: Hier hat Braunschweig etwas Besonderes zu bieten:

Ein Einkaufszentrum mit Schlossfassade. Das Schloss wurde ebenfalls im Krieg zerstört. Das Land hatte für den Wiederaufbau kein Geld, aber ein Investor sprang ein mit der Bedingung, die Nutzung der Innenräume zu bestimmen. Auf dem Schlossdach steht übrigens die größte Quadriga Europas.

Zurück zur Kultur:

Wir kamen an vielen Kirchen vorbei, so auch am Dom in der Stadtmitte. Die drei Gotteshäuser, die wir uns ansahen, waren alle evangelisch, daher eher schlicht, aber sie beeindruckten durch einzelne Kunstwerke.
Oben rechts: Das Rizzi-Haus, ein weiteres Wahrzeichen von Braunschweig. Es gibt schöne Parks und einen botanischen Garten. Die Oker fließt durch Braunschweig und bietet weitere Möglichkeiten, die Natur zu genießen.
Natürlich gibt es in Braunschweig auch ältere Viertel, die nicht „blinken“. Aber hier findet man andere Fotomotive.

Unser Spaziergang war nur der Vorgeschmack auf ein ganzes Wochenende in Braunschweig, denn die Museen sind eine weitere Attraktion, für die man Zeit mitbringen muss. Das Herzog Anton Ulrich-Museum ist eins der ältesten Kunstmuseen Europas mit ca. 4000 Ausstellungsstücken und wurde vor einigen Jahren grandios restauriert. Naturkunde, Stadtgeschichte und Fotografie sind Themen weiterer Museen.

Und wenn Ihnen Braunschweig nicht genug bietet? Wolfenbüttel ist nicht weit, ein Abstecher lohnt sich-siehe unten der Beitrag „Wallfahrt“.

Sind wir alle halbe Elois?

Diese beiden Schilder stehen am Eingang eines Parks- wo bin ich? Bei Beginn des Besuchs dachte ich mir noch nicht viel bei der Frage, am Ende hatten die Worte eine besondere Bedeutung für mich bekommen.
Wortspiele sind in diesem Park allgegenwärtig und irgendwann wirken sie nicht mehr pfiffig

Am Wochenende lernte ich die Autostadt von Wolfsburg kennen. „Autostadt“ nennt sich der VW-Vergnügungspark, in dem man u.a. ein neues Auto abholen kann. Das Abholen kostet 400 Euro, darin enthalten sind bis zu sechs Eintrittskarten für Abholer+Freunde u. Verwandten, Gutscheine für VW-Souvenirs und VW-Zubehör im Wert von 40 Euro und ein Essensgutschein für 30 Euro.
In einer großen Halle melden sich Abholer an und geben das mitgebrachte Autokennzeichen ab. Die begleitenden Personen können sich in der Zeit z.B. die Zukunft des Autos ansehen.

Die Zukunft bei VW: das lenkradloses Auto „ID Vizzion“, das nur durch eine Art virtueller Brille und mündliche Befehle gesteuert wird. 2030 soll es wohl auf den Markt kommen.

Oder man lässt sich von einer Serviceperson, von denen es in der Halle sehr viele gibt, erzählen, wie toll Wolfsburg ist, wie toll VW ist. Manchmal versteht man allerdings die Erklärungen nicht, da eine dröhnende Männerstimme Coronahinweise gibt oder „Special Events“ ankündigt.

Hat man seinen Zeitslot für die Abholung des Autos bekommen, kann das Vergnügen beginnen! Dieses besteht hauptsächlich darin, sich in mehreren Gebäuden alte Autos oder momentan aktuelle Autotypen der verschiedenen VW-Marken (z.B. Audi, Seat, Skoda) anzusehen. (Hinweis: Das berühmte Automuseum von Wolfsburg findet man nicht auf diesem Gelände, also seien sie nicht enttäuscht).

Wir entschieden uns für die alten Autos.

Viele Gebäude in diesem Park haben einen futuristischen Touch. Die Grünflächen passen gut dazu, man kann lustwandeln, sich hinsetzen und träumerischer Gitarrenmusik lauschen

Oben links ein „Dufttunnel“ mit über 100 Blumentöpfen, die mit Vanilleblumen bepflanzt sind, rechts daneben Sitzflächen.(Frappante Ähnlichkeit mit der Duisburger „The Curve“, nur in Wolfsburg zu Ende gebaut).
Viel Glas mit vielen Spiegelungen und alles staubfrei

Oder man staunt über futuristische Gimmicks .

Die Nummernschilder werden von A nach B transportiert


Wenn man als Familie ein Elektroauto hat, können ab sofort Kinder nach der Schule 2 Stunden pro Tag für das Aufladen des Familienautos sorgen

Es gibt diverse Einkehrmöglichkeiten. Alles perfekt organisiert, im Selbstbedienungsrestaurant bekommt man einen Pieper, der sich meldet, wenn das Essen fertig ist und man es abholen kann.

Und dann schlägt die Stunde der Wahrheit. Auf einer klickenden Tafel, ähnlich der, die in Flughäfen die Flüge anzeigt, wird der Name des neuen Autobesitzers aufgerufen, damit er sich zu „Gate A„ begibt. Das Auto verlässt den Turm

und wird in das VW-Gebäude gebracht. Hier werden dann Autokäufer und Auto vereint und nach kurzer Einführung von einem VW-Mitarbeiter fährt man aus dem Gebäude, macht eine

und ist fertig.

Was hat nun die Überschrift mit diesem Besuch zu tun?
Es gibt einen Film, dessen Vorlage das Buch „ Die Zeitmaschine“ von H.G.Wells ist. Am Ende des Buches ist der Held mit seiner Zeitmaschine in der Zukunft gelandet. Anscheinend ist es ein Paradies. Friedvolle und freundliche Menschen, die Elois, wandeln umher, der Held ist beeindruckt und verliebt sich in eine Eloi. Sie erklärt ihm die Welt, alles Hässliche ist Vergangenheit, alles ist perfekt. Doch dann ertönt eines Tages ein Sirene und alle Elois gehen wie in Trance zu einem Eingang und verschwinden dort auf Nimmerwiedersehen. Was passiert? Das verrate ich Ihnen nicht, falls Sie sich den Film einmal ansehen möchten.

Schon in der Eingangshalle beschlich mich ein unbehagliches Gefühl. In dem riesigen Gebäude kam ich mir wie ein kleiner Bauer auf einem Schachbrett vor, dazu die anonyme Beschallung und die z.T. puppenhafte Freundlichkeit des Servicepersonals (noch sind es keine Roboter), es war manipulativ und dumpf. Einen kleinen Trost bekam ich nur kurz, als ich entdeckte, wie unprofessionell das Auto der Zukunft (siehe oben), den nötigen Strom bekam: Mit Hilfe einer schmuddeligen und ungesicherte Dreifachsteckdose.

Mein ungutes Gefühl wurde dann zum Unwohlsein, als wir an diesem Gebäude vorbeikamen.

Wenn Sie den Film kennen, werden Sie sich an den Eingang, in dem die Elois verschwinden, erinnern. Sollten Sie den Film irgendwann einmal sehen, wird Ihnen mein heutiger Beitrag wieder einfallen.

Die Überschrift zu diesem Beitrag hätte auch „Brot und Spiele im 21. Jahrhundert“ heißen können. Statt Gladiatoren wie im alten Rom haben wir jetzt das Autoabholevent, aber sonst…Das dumme Volk muss bei Laune gehalten werden. Verstehen Sie, warum ich die Schilder jetzt anders interpretiere?

Hier der Werbefilm von VW für die “Erlebnisabholung Classic“.

https://www.autostadt.de/fahrzeug-abholen/video

Bilden Sie sich selbst eine Meinung, ob sie 400 Euro ausgeben möchten.

Übermorgen habe ich einen Tipp für Sie, wo Sie in der Nähe von Wolfsburg ein abwechslungsreiches Wochenende verbringen können.

Düsseldorfer Nordfriedhof

Vor dem neuen Beitrag eine kurze Anmerkung: Seit einigen Tagen habe ich manchmal Schwierigkeiten, Verbesserungen an Texten abzuspeichern. Der Support von Word Press hat sich noch nicht gemeldet. Ich entschuldige mich deshalb für fehlerhafte Sätze.

Dieses Buch stand schon lange ungelesen in meinem Buchregal.

Am vorletzten Wochenende führte es uns nun erstmals zum 70 Hektar großen Düsseldorfer Nordfriedhof. Nur wenige Besucher waren dort und diese kamen sich dank der breiten Wege nicht in die Quere.

Der Friedhof wurde 1884 eingeweiht und es finden sich dort ca. 50000 Gräber. Diese Karte kann man sich im Internet herunterladen. Sie erleichtert es, bestimmte Gräber zu finden, die durch ihre Geschichte oder auch durch die Gestaltung bekannt geworden sind.

Besonders die Felder Nr. 61 bis 64 sind berühmt und werden auch „Millionenhügel“ genannt. Hier sieht man die größten und prächtigsten Gräber großer Industriefamilien wie z.B. von Henkel, Haniel, Grillo oder Zapp. Aber auch in den anderen Feldern findet man sehenswerte Erinnerungsstätten. Die Gräber prominenter Düsseldorfer wurden und werden auch noch heute von bekannten Künstlern gestaltet, der Einfluss der Düsseldorfer Kunstakademie ist nicht zu übersehen.

Wenn Sie sich den Friedhof ansehen möchten, bringen Sie viel Zeit mit oder besuchen Sie ihn in dem Bewusstsein, nicht jedes Kunstdenkmal zu sehen. In dem Buch werden zwei Spaziergänge von 2 oder 3 Stunden (auf der Karte von mir grün eingezeichnet) vorgeschlagen und die Bedeutung der auf den Wegen liegenden Gräber erörtert. Folgen Sie diesen Wegbeschreibungen, werden Sie zusätzlich außergewöhnliche Gräber entdecken, die das Buch nicht erwähnt, so dass aus den 2-3 Stunden auch schnell 4-5 Stunden werden können.

Oder Sie vergessen alle Hinweise und Beschreibungen und entdecken selbst. (Bitte klicken Sie die Bilder an, dann vergrößern sie sich).

Dirigentin gefunden

Hier nun mein letzter Parisbeitrag. Erstmalig besuchten wir die Pariser Philharmonie.

Ein weiteres architektonisches Prunkstück in Frankreichs Hauptstadt, das 2015 erst eröffnet wurde. Es liegt im „Musikerviertel“ direkt neben dem Parc du Villette im Nordosten von Paris. Früher eher eine Gegend, in der die Menschen arm waren, ist das Viertel heute dank der musischen Ausrichtung mit vielen Musikschulen und anderen Gebäuden prosperierend.

Der Besuch hielt zwei sehr positive Überraschungen für uns parat. Für mich war es das erste Konzert mit klassischer Musik, bei dem ich das Gefühl hatte, dass die Menschen wegen der Musik kamen und nicht um gesehen zu werden oder weil ein Besuch in den Kreisen „dazugehört“. Das konnte man an der Kleidung ausmachen, aber auch an den Einkaufstaschen, Rucksäcken oder Aktenkoffer, die in den Konzertsaal mitgebracht wurden. Die Eintrittspreise von 8 Euro bis 50 Euro ermöglichten einer viel größeren Zahl an Musikinteressierten, sich auch ein Ticket leisten zu können.

Wir hörten Musik von Sibelius und Schostakowich, dirigiert von Karina Canellakis, einer knapp vierzig jährigen Amerikanerin. Ihr gefühlvoller Stil des Dirigierens macht Musik sichtbar und noch besser erlebbar- nichts für Anhänger des minimalistischen Dirigierens. Möchten Sie einen Eindruck gewinnen?

Wer sie live erleben möchte, der hat vom 24.-26.Mai in der Kölner Philharmonie die Möglichkeit. Weil wir so begeistert waren, haben wir dann Karten für Sitze hinter dem Orchester, um ihr beim Dirigieren von vorne zusehen zu können.

Paris- bis 2100 immer wieder

Mir ist momentan so futuristisch zumute, und das hat mehrere Gründe: Ich war letzte Woche in Paris, habe am Wochenende das Hörbuch „Factfullness“ beendet und gestern einen Bericht über den Städteplaner Vincent Callebaut gesehen. Über alle drei „Zukunftskomponenten“ werde ich im Laufe der nächsten Tage berichten.

Paris: Kennen Sie den Parc de la Villette? Er liegt im Nordosten von Paris und wurde ab 1984 Stück für Stück auf dem Gelände der Pariser Schlachthöfe gestaltet. Drei der Schlachthöfe ließ man stehen und gab ihnen andere Funktionen, die anderen riss man ab und errichtete neue Gebäude sowie die „Folies“, alle umgeben von viel Grün mit diversen Themengärten und Kanälen.

Wir besuchten diesen Park, weil am Rande auch die neue Pariser Philharmonie steht und wir uns dort ein Konzert anhören wollten. (Bericht folgt). Bis zur Metrostation „Stalingrad“ fahren und dann erst einmal am „Bassin de la Villette“ entlangschlendern (oben rechts), das war der Touranfang. Jetzt im Januar befand sich alles im Winterschlaf, wie z.B. die diversen Restaurant- oder Caféboote (sieht man auf dem Foto nicht, es zeigt aber auch nur einen Teil des Bassins). Auch die vielen Bänke an den Boulebahnen waren leer- in wärmeren Jahreszeiten muss es sich hier gut leben lassen. Aber ein kleines maritimes Gefühl kam trotzdem auf, denn die Möwen schrieen, das Wasser plätscherte und Fahnen schlugen im Wind an ihre Masten.

Der Eintritt in den sehr großzügig angelegten Park ist kostenlos. Es gibt diverse Museen und Ausstellungen innen und außen, Spielplätze, Restaurants oder 10 Themengärten. Hier ein paar Schnappschüsse:

Oben links ist eins der „Folies“- 26 zumeist unterschiedliche rote Gebäude, bzw. Landmarken, die bestiegen, innen besucht oder auch gerne fotografiert werden können. Unter dem Folie eine der vielen Skulpturen, die zu einer Ausstellung gehörten. Rechts oben eine große „Zauberkugel“, ein 1985 eröffnetes Kino, darunter eins der alten Gebäude, heute als großer Veranstaltungssaal genutzt. Die jetzige Jahreszeit brachte es mit sich, dass wir von den Themengärten nicht viel gesehen haben, aber der Garten der Spiegel konnte dann doch beeindrucken. (unten rechts)

Der Park würde auch bei wärmeren Temperaturen nicht mein Lieblingspark, denn ich ziehe Verwinkeltes dem Reißbrettartigem vor. Aber man kann sich, obwohl die meisten Gebäude aus den 80er Jahren stammen, schon ein bisschen wie in einem Science Fiction Film fühlen und wirklich viel Zeit im Park angenehm verbringen. Deshalb ist er von mir eine Empfehlung für alle, die das typische Paris bereits gut kennen.

Warum die Jahreszahl 2100 im Titel? Das verrate ich Ihnen im nächsten Beitrag.

Haarlem im Dezember

Wie vorgestern versprochen, nun noch ein Tipp für einen Dezember City-Trip.

Der große Markt. Auf ihn treffen zehn Straßen, er ist der „Nabel“ von Haarlem. Der Herr, der uns den Rücken zudreht, ist übrigens L.J.Costers. Er ist ein Zeitgenosse Gutenbergs und ihm wird, zumindest in den Niederlanden, die Erfindung des Buchdrucks zugeschrieben.

Wir waren im späten Herbst in Haarlem und es war ein reichlich verregnetes Wochenende. Aber trotzdem fiel die gute Laune nicht aus, denn es gibt genügend Möglichkeiten, um sich ins Trockene zu retten.

Haarlem gilt mit seinen vielen kleinen Geschäften als die schönste Einkaufsstadt in den Niederlanden. Viele Straßen sind für Fußgänger reserviert und ein Bummel durch die Läden ist abwechslungsreich. Für Pausen zwischendurch findet man urige Kneipen oder schnuckelige Cafés.

Das kulturelle Angebot kann sich auch sehen lassen. Besonders beeindruckt waren wir von der Müller-Orgel, die von 1735 bis 1738 erbaut wurde und auf der schon Mozart und Händel gespielt haben. Um 12 Uhr mittags gibt es in der „Grote Kerk“ immer ein halbstündiges Konzert, das man ohne Eintrittskarte besuchen kann.

Museen gibt es mehrere (z.B. Frans-Hals-Museum und Teylers Museum), die Eintrittspreise sind allerdings teilweise recht sportlich.

Wir bildeten uns weiter, in dem wir in einer als Museum ausgebaute Mühle ein Führung mitmachten.

Und das ist der letzte Tipp: Machen sie bei trockenem Wetter einen Hofje-Spaziergang. Diverse Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert haben schöne Innenhöfe.

Bis morgen zum Gedächtnistraining!