Kraniche-Besuch bei Vögeln (1)

Letzte Woche fuhren wir nach Diepholz nördlich von Osnabrück. In der Umgebung der Kreisstadt gibt es noch kleine Stellen von altem intakte Moor, bzw. bemüht man sich seit einigen Jahren, neue Moorwiesen zu gestalten. Der Grund sind Kraniche, die dieses Gebiet als Schlafplätze erwählt haben. Tagsüber finden sie auf den umliegenden Feldern Nahrung und können sich Reserven für den langen Flug anfuttern. Diese Gegend ist inzwischen bei den Kranichen so beliebt, dass in Hochzeiten bis zu 80000 Vögel dort eine Pause einlegen. Für alle, die einmal Kraniche beobachten möchten, also eine erfolgsversprechende Stelle.
Im Internet gibt es mehrere Seiten, mit denen man sich auf einen Besuch bei den Kranichen vorbereiten kann. Mir gefiel diese am besten:

https://www.naturpark-duemmer.de/juwelen-im-naturpark/kraniche/beobachtungspunkte-fuer-kraniche.html

Es gibt dort eine Karte, auf der man sich einen Überblick der Beobachtungsplätze verschaffen kann. Die einzelnen Plätze werden beschrieben, jeder hat andere Voraussetzungen.

(Mal liegen sie näher an den Feldern, mal direkt unter einer Einflugschneise in das Moorgebiet, das bei den Schlafplätzen nicht betreten werden darf).

Ich wählte nahe von Rehden den Aussichtsturm in Hemsloh, Moordamm Nr. 10.

Obwohl wir an einem Wochentag da waren, gab es viele Besucher. (Was ist dort an den Wochenenden los?) Wir waren um 16.30 Uhr da, der Sonnenuntergang war für 18.17 Uhr angekündigt. Fast alle tummelten sich um oder auf dem Turm mit Blickrichtung zum Moor. Da wir noch etwas Zeit hatten, der Einflug der Kraniche sollte ca. 1 1/2 Stunden vor Sonnenuntergang beginnen, machten wir noch einen kleinen Spaziergang weg vom Turm, Richtung Felder. Die beste Entscheidung des Tages!

Schon bald entdeckten wir die ersten Kraniche auf einem Feld. Die anderen Vogelbeobachter, die wir am Parkplatz gesehen hatten, waren Profis mit 500 mm und mehr Zoomobjektiven. Damit konnte ich nicht dienen, mein Zoom war nur 200 mm stark. Wir hatten aber auch noch ein Fernglas dabei und damit sahen wir die Kraniche „hautnah“. Porträtfotos waren nicht möglich, da Kraniche sehr geräuschempfindlich sind und man einen gewissen Abstand einhalten sollte, damit sie nicht wegfliegen.

Ja und dann hörten wir sie am Himmel…Erst einige, dann wurden es immer mehr, ein Spektakel, das bei mir Gänsehaut erzeugte.

Da wir alleine am Feldrand standen, war um uns herum Ruhe, sodass wir schon früh hörten, aus welcher Richtung eine neue Kranichgruppe angeflogen kam. Nicht immer verständigten sie sich durch Rufe und man hörte in der Stille manchmal nur die Flügelschläge.

Wir konnten uns nur schwer von unserem Platz trennen und erst als es schon dämmerte, gingen wir zu unserem Auto zurück. Was für ein Erlebnis!

Noch bis ca. Mitte November können an dieser Stelle Kraniche beobachtet werden. Im Frühjahr machen die Vögel dann auf ihrem Rückflug hier wieder eine Pause, allerdings sind es dann nicht so viele Vögel.

Tipp 1: Sollten Sie auch einen Kranichausflug planen und diese Beobachtungsstelle wählen, parken Sie ihr Auto auf dem Parkplatz, gehen dann aber bis zu der Ecke Graben Am Bruchholz/ Moordamm und biegen dann rechts ab. Hier war unser Standpunkt. Möchten Sie beim Turm bleiben, vergessen sie nicht das Mückenspray- man merkt die Nähe des Moors.

Tipp 2: Da wir merkten, dass wir viel zu früh ankommen würden, machten wir eine Mittagspause in der Kurstadt Bad Rothenfelde. Hier gibt es diverse Restaurants und nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Rundgang im Kurpark. Bei den Kuren liegt der Schwerpunkt auf Lungenkrankheiten und so stehen hier zwei Salinen. In der neueren kann man innen etwas entlanglaufen und die gute Luft einatmen. Am Ende liegt ein Nebelraum mit noch besserer Luft, in dem man 15 Minuten sitzen und bewusst atmen kann.

Teil 2 zum Thema Vögel beobachten kommt in Kürze. Dann geht es um Eulen und Greifvögel.


Ein Morgen an der Loire

Von Tour aus fuhren wir gen Osten Richtung Vouvray. Stellvertretend für diverse kleine Weindörfer sahen wir uns dieses kleine Städtchen an. An mehreren Plätzen stehen Infotafeln über die Geschichte und über die Besonderheiten des Ortes. Da das Wetter es nicht gut mit uns meinte, hier nur ein paar Eindrücke:

Oben: Eine phantasievolle Gartenmauer
Links unten: Einer der vielen Weinkeller, bei denen Höhlen als Lagerungskeller dienen
Unten rechts: Die Hauptstraße

In der Nähe von Vouvray liegt das Chateau de Bourdaisiére. Das Schloss ist heute ein Hotel, dessen Räume man sich teilweise gegen Eintritt ansehen kann. Das Tickethäuschen war noch geschlossen, also besuchten wir nur Keller, Park und Souvenirladen.
Im Keller werden Ausstellungen präsentiert.

Die Ausstellung sprach Kinder und Erwachsene an. Die Romanfigur „Der kleine Prinz“ erklärte das Weltall und zeigte, wie jeder auf der Erde etwas dafür tun kann, dass es der Umwelt wieder besser geht.

Das Schloss ist auch bekannt für seine Tomaten. Über 400 Sorten werden im schlosseigenen Gemüsegarten angebaut und im Souvenirladen findet man viele Produkte, die sich dem Tomatenthema annehmen. Besonders beeindruckend das Angebot an verschiedenen Tomatensamen, Tomatensäften, Seifen und Parfüms mit Tomatenduft.

Oben: Das Schloss und der Park mit einigen der vielen alten Bäume
Mitte links: Eine kleine Kapelle mit einem Teil des Gartens
Unten: Eine Alpenveilchenwiese

Drei Tage in Tours haben unsere Liebe zu Frankreich wieder aufgefrischt. Wir hatten eigentlich noch geplant, nach La Rochelle ans Meer zu fahren, mussten aber nach Hause zurück. So freuen wir uns jetzt schon auf den zweiten Teil der Reise, der irgendwann nachgeholt wird.

Tour nach Tours

Endlich eine französische Skype Sprachfreundin und ein Konzert besuchen, das waren die beiden Antriebsfedern, die uns nach Tours an der Loire führten. Wir waren gespannt, denn Tours ist eine der beliebtesten Städte in Frankreich und ist Partnerstadt der Duisburger Deutsch-Französischen Gesellschaft. (Die Sprachfreundin habe ich durch das Tandemprojekt der Gesellschaft kennengelernt). Der erste Eindruck: Eine weiße Stadt, wie die meisten Städte und Schlösser an der Loire. Bei einem ersten Spaziergang machte es Spaß, weiße Details zu fotografieren:

Die Stadt ist zweigeteilt. Östlich der Hauptteinkaufsstraße, der Rue Nationale, geht es ruhig und beschaulich zu, westlich davon befindet sich die rummelige Altstadt mit der modernen Markthalle, die Kirche St. Martin mit dem Grab des heiligen Sankt Martin und dem schönsten Platz, dem Place Plumerau mit vielen Restaurants. Wir besuchten die verwinkelten Gässchen und erfreuten uns an den alten Holzhäusern aus dem 15. Jahrhundert.

Rechts: Die Basilika Sankt Martin, auf der Kuppel steht der heilige Sankt Martin
Links: Der Place Plumerau, darunter Straße in der Nähe der Markthalle.

Die Rue National gefiel uns nicht, wir fanden sie steril in der Architektur und auch in der Auswahl der Geschäfte (Filialen der großen Ketten).

Allerdings gibt es am Anfang der Straße ein Museum, dessen Besuch ich unbedingt empfehle. Es heißt „Musée du Compagnonnage “ und zeigt alte Handwerktraditionen. In einem großen Raum mit diversen Vitrinen kann man sich die Nase platt drücken. Nur ein paar Eindrücke von vielen:

Oben rechts: Zuckerpyramide vom Bäckermeister, darunter ein Beispiel für die Glaskunst. Links: Holz, Leder, Seilkunst

Ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt die Loire mit der alten Wilson Brücke. Am Ufer des Flusses lässt es sich schön promenieren.

Der Ostteil der Stadt wird dominiert von der Kathedrale Sankt Gatien. Gotik in Reinform mit wunderbaren alten und modernen Kirchenfenstern.

Ein weiterer Besichtigungspunkt ist in diesem Viertel das Museum der schönen Künste. Dieses Museum wirbt zwar damit, dass man sich dort Bilder von Rembrandt, Monet oder Degas ansehen kann, aber das hat das Museum gar nicht nötig. Es bietet eine spannende Auswahl an nicht so bekannten Künstlern.

Oben links:Beeindruckende Emaillearbeiten von Jean Laudin aus dem 17. Jahrhundert
Rechts daneben:Ein Bild von Théodore Chasseriau, gemalt ca. 1846. Der Beginn des Impressionismus wird häufig mit ca. 1860 angegeben, aber hier wurde schon früher nicht gegenständlich gemalt.
In der Mitte ein Werk von Jean-Baptiste Carpeaux- seine Köpfe fand ich toll.
Links unten: Neben einem ausgestopften Elefanten ist diese alte Libanonzeder, gepflanzt 1804, Wahrzeichen des Museums.
Fand ich sehr charmant: Um Museumsbesucher daran zu hindern, sich auf wertvolle Stühle zu setzen, wurde eine trockene Blüte der „Wilden Karde“ drapiert. Sie kratzt ordentlich!

Weitere Entdeckungen waren die Rue de la Scellerie und die Rue Colbert mit kleinen Fachgeschäften und diversen Restaurants und Bars. Am ersten Abend waren wir eingeladen in das „Mao“ Restaurant auf der Avenue de Grammont. Der Name ist zwar chinesisch, die Küche aber thailändisch-französisch. Wir haben sehr gut gegessen.

Am zweiten Abend besuchten wir ein Konzert der Analogues, ein Konzert, das in Deutschland aus verschiedenen Gründen viermal abgesagt worden war und wir nun hier die Chance nutzten unsere alten Tickets einzulösen und die Gruppe zum dritten Mal zu sehen. Wieder ein „Erste Sahne“ Konzert. (Besprechung des ersten Konzerts s.u., dieses Mal spielten die Gruppe u.a. die Platte „Abbey Road“). Das Konzert fand im Centre International de Congrès Vinci statt, einer sehr modernen Halle direkt gegenüber des altehrwürdigen Bahnhofs.

Nach dem Konzert machten wir noch einen kleinen Rundgang und kamen am Rathaus und am Justizpalast vorbei.

Tours bietet sich für ein langes Wochenende oder als Standort für eine Besichtigung des Loiretals bestens an. Da wir unsere Reise abbrechen mussten, kann ich Ihnen am Donnerstag nur einen kleinen Appetithappen für einen Loire-Aufenthalt bieten.

Von Schlafhäfen, Wildpferden und der Waal

Am vorletzten Samstag fuhren mein Mann und ich mit dem Schiff auf dem Rhein von Rees nach Nimwegen. Ein toller Urlaubstag!

Wir hatten Aprilwetter und konnten die Rheinlandschaft auf der Hinfahrt bei Sonnenschein in Ruhe genießen. Der Reiseleiter hielt sich mit Erklärungen zurück.

Oben das malerische Dorf Grieth, darunter ein altes Boot der Rheinfischer.
Bauernhof hinter dem Deich, darunter Ansicht von Emmerich

Ein Höhepunkt waren mehrere Sichtungen von Konik Wildpferden und Gallowayrindern im Naturreservat de Klompenwaard.

Manchmal erinnerte mich das Rheinufer an Südseeinseln.

In Nimwegen verließ uns das Wetterglück. Aber die Stadt hat diverse Einkaufsstraßen mit sehr abwechslungsreichen Läden und unzähligen Cafés und Restaurants. Wir hatten 2 1/2 Stunden Aufenthalt und gingen zuerst zum „Grote Markt“, wo samstags ein Markt stattfindet. Dort sahen wir uns die Stevenskirk an.

In diesem Buch fanden wir weitere Tipps und wurden u.a. neugierig auf „leder z‘n Vak“ auf der „Lange Hezelstraat“.

Ein großes Ladenlokal, in dem Regale stehen, die an unterschiedliche Anbieter für Ausgefallenes vermietet werden. Genau richtig für eine Regenphase.

Auf der Rückfahrt unterhielt uns der Reiseleiter mit vielen Informationen. Arbeiten am und auf dem Rhein, da konnte er schon viel erzählen.

Oben eine Werft, auf der gerade ein neues Passagierschiff innen ausgestattet wird.
Am Samstag war sehr reger Schiffverkehr und die Schiffe waren wieder voll beladen.
Bild 3 zeigt eine Raps-und Sonnenblumenölfabrik.
Darunter eine Art Tankstation für Schiffe.

Wir bekamen einen kleinen Vortrag über die unglaubliche Geschichte des Freizeitparks in Kalkar zu hören. Darüber hinaus lernten wir noch das Fort Pannerden kennen, in dem sich heute ein Heimatmuseum befindet. Direkt daneben beginnt der Pannerden Kanal, auf dem man bis nach Arnheim fahren kann. Wir kamen an einem alten Schlafhafen vorbei und an einer riesigen Baustelle für einen neuen Schlafhafen, in dem ab 2023 dreißig Rheinschiffe „übernachten“ können.

Nicht weit davon entfernt liegt das Schiffswrack Elisabeth, das man im Sommer bei Niedrigwasser noch komplett sehen konnte. Jetzt ragten nur noch ein paar Teile des Schiffsmasts aus dem Wasser.
Zum Schluss noch eine wichtige Stelle im Fluss: Rechts von der Markierung sehen Sie den Rhein, links davon die Waal, wir sind also an der deutsch-niederländischen Grenze.

Ich hatte mir für die Schiffsfahrt ein Buch mitgenommen, weil ich dachte, dass die 2 (Hinfahrt) bzw. 3 (Rückfahrt) Stunden etwas monoton werden könnten. Ich brauchte es nicht. Es gibt auf dieser Fahrt immer etwas zu sehen und zu entdecken oder man lässt seine Gedanken einfach mal schweifen.

Kassel als Ferienort

Wir besuchten im August Kassel für zwei Tage. Wegen der Documenta? Nein. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, das Konzept der diesjährigen Documenta zu verstehen und mir jedes Infofitzelchem im Internet durchgelesen, aber keine Aktion oder Ausstellung weckte mein Interesse. Nein der Hauptgrund war der Bergpark im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe. Er gehört seit 2013 zum Unesco Weltkulturerbe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bergpark_Wilhelmsh%C3%B6he

Der Grund für diese Auszeichnung sind u.a. seine Wasserspiele. Am Mittwochnachmittag und an Wochenenden kann man Zeuge dieses 1 1/2 stündigen nassen Spektakels werden.
Um 14.30 Uhr beginnt das Wasser oben auf der Höhe bei der Herkulessäule zu fließen.

Man läuft ca. 2,2 Kilometer zusammen mit vielen anderen Menschen den Berg hinunter und kommt dabei an weiteren vier eindrucksvollen Wasserspielen vorbei.

Oben links die Herkulessäuke, daneben die großen Kaskaden unterhalb der Säule.
Unten links die Fontäne am Ende der Wasserspiele, rechts daneben der Äquadukt.

Am Ende des Spaziergangs wird man von der großen Fontäne verabschiedet und kann sich im Café von Schloss Wilhelmshöhe stärken. Wer mag, kann danach den Museumsteil des Schlosses besuchen.

Wir waren aus Zeitgründen nur im Teil für antike Fundstücke. Es gibt z.B. noch Räume, in denen ein Teil der Grafiksammlung gezeigt wird, „Alte Meister“ werden präsentiert und eine Sonderausstellung gehört ebenfalls zum Museumsangebot.

Wenn man den Wasserspielen folgt, sieht man nur von weitem die imposante Löwenburg Ruine. Diese sahen wir uns nach der Kaffeepause noch einmal genauer an, denn sie war schön häufiger Filmkulisse.

Am 2. Tag besuchten wir morgens die Neue Galerie oberhalb der Karlsaue. Ein bisschen Documenta wollten wir dann doch erleben und in diesem Museum wird in einem Flügel die Geschichte der Documenta präsentiert. Man findet Ausstellungsstücke von früher, Modelle von großen Installationen und Beschreibungen über die Intentionen der einzelnen Ausstellungen. Das war sehr interessant, da parallel dazu jeweils eine Fotoreihe verdeutlichte, was in den einzelnen Jahren die Welt politisch und gesellschaftlich bewegte.

Oben links das Gebäude des Museums, unten rechts ein schöner Gang.
Kleines Rätsel: Welche Stadt sieht man oben rechts auf dem Bild?
Die Lösung steht am Ende des Beitrags!

In dem Museum gibt es dann noch Räume mit Kunst ab 1800 und eine Ausstellung ist dem Gründer der Dokumenta Arnold Bode gewidmet. Er war u.a. auch Künstler.

Kassel als Ferienort? Das können wir uns gut vorstellen! Es gibt in der Stadt noch viele andere Besichtigungspunkte. (Beispielsweise das Gebrüder Grimm Museum, auch toll für Kinder). Die Stadt hat eine Reihe von grünen Ausflugszielen. ( Neben der Wilhelmshöhe gibt es z.B. die Fulda Auen).
Was Kassel als Ferienstandort attraktiv macht, ist aber auch sein Umland. Nicht weit liegen Göttingen, Hann.-Münden oder Höxter mit der Klosteranlage Corvey. (Und 2023 mit Landesgartenschau).
Wir hatten zwei Ziele außerhalb von Kassel. Zuerst steuerten wir das Schloss Wilhelmsthal an.

Wir machten eine Führung mit, die sehr aufschlussreich war. Das Schloss aus der Rokokozeit wurde durch Kriege nicht beschädigt und war nur sieben Jahre bewohnt. Wer einen Faible für handwerkliches Können auf allerhöchstem Niveau hat, dem sei ein Besuch des Schlosses empfohlen.

Anschließend fuhren wir zur Hansestadt Warburg, die für ihre alten schönen Fachwerkhäuser in der Alt- und Neustadt bekannt ist.

Sie möchten noch mehr Anregungen bekommen? Ich lieh mir diesen Dumontatlas in der Bücherei aus und bekam noch neue Urlaubsideen.

Lösung: Auf dem Bild sieht man die Anfänge von Paris!

Kurstadt Hamm (Teil 2)

„Was gibt es denn in Hamm zu sehen?“ fragten uns schon mehrere Bekannte. Und wenn wir dann anfangen zu erzählen, staunen sie- mal mehr, mal weniger.
Nachdem ich Ihnen im ersten Teil den Hindutmpel und den Maximilianpark vorgestellt habe, komme ich heute zu der Kurstadt Hamm. Es gibt einen Stadtteil, der heißt „Bad Hamm“ und hier findet man ein Kurhaus, einen Kurpark und ein Gradierwerk. Daneben noch Häuser, in denen Anwendungen für eine bessere Gesundheit angeboten werden. Bedingt durch fehlenden Regen, hatte der Park schon ein herbstliches Flair, aber die Lage am Datteln-Hamm-Kanal gefiel mir sehr.

Nach einem schönen Spaziergang fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hammer Bahnhof.

Dabei machten wir gleichzeitig ein kleine Innenstadt-Rundfahrt und kamen am Marktplatz mit der Pauluskirche oder an der Lutherkirche vorbei. Zwischen den modernen Bauklötzen tauchten immer wieder alte Fachwerkhäuser auf und ein kleines Altstadt-Häuserensemble ist auch zu besichtigen. Wegen der Hitze verzichteten wir allerdings darauf und gingen in das Gustav-Lübcke-Museum, das in der Nähe des Bahnhofs liegt.
Das Museum ist eine weitere Perle in der Museumslandschaft des Ruhrgebiets.

Auf zwei Ebenen kann man viel über die Geschichte Hamms erfahren und es werden verschiedene Handwerkskünste vorgestellt.

Innovative Kleidungsstücke aus Papier in historischem Ambiente

Neben regionalen archäologischen Fundstücken widmet man sich in diesem Museum auch ausführlich der ägyptischen Kunst. Eine andere Ebene ist für Wechselausstellungen reserviert. Noch bis zum 23. Januar 2023 werden u.a. Kunstwerke aus Papier gezeigt und diese Exponate sind *****!

Oben links: Raten Sie, was die Grundlage für die Maske ist? Eine Toilettenpapierrolle!Darunter ein sehr großer Scherenschnitt. Rechts oben, ein weiteres Kleidungsstück aus Papier, darunter eine Wandskulptur.

Alles quasi vor der Haustür – ist das nicht toll?

Ein Hammer Tag- Ausflug Teil 1

Das Wortspiel ist zu verführerisch, um es nicht zu verwenden, zumal wenn es Ausflug nach Hamm wirklich großartig war.
Wir fuhren von Duisburg aus mit der Bahn zum Hammer Hauptbahnhof und von dort mit dem Bus zur Endhaltestelle Uentrop. Hier erwartete uns ein dörflicher Stadtteil, der ein bisschen etwas von „Lost Place“ hatte. (Keine öffentliche Toilette, falls Sie suchen sollten).

Viel Industrie und plötzlich…

steht man vor dem Sri Kamadchi Ampal Tempel. Er ist der zweitgrößte hinduistische Tempel Europas. Die Besichtigung (bis 13 Uhr) katapultierte uns sofort ganz weit weg vom schnöden Alltag.

Wer mehr über den Tempel und Hinduismus in Deutschland erfahren möchte, dem empfehle ich diese Fernsehsendung:

https://www.zdf.de/gesellschaft/sonntags/deutschlands-groesster-hindutempel—spurensuche-in-hamm-100.html

Auf dem Weg zurück in die Hammer Innenstadt legten wir einen Halt im Maximilianpark ein. Sein Markenzeichen ist der gläserne Elefant. Ihn besuchten wir zuerst.

Ist man im Elefant, kann man mit einem Fahrstuhl nach oben fahren und hat von oben eine gute Aussicht. Im Inneren befinden sich eine Kunstgalerie, ein Café und diverse Figuren, die sich auf Knopfdruck bewegen, wie beispielsweise unten der Palmenputzer und oben das durstige Huhn.

Ein zweites Highlight ist das Schmetterlingshaus.

Für Kinder ist dieser Park besonders attraktiv, denn es gibt ganz unterschiedliche Spielplätze, die großzügig angelegt sind. Wer Blumen liebt, wird hier mit beeindruckenden Blumenbeeten ( alle gut beschriftet!) verwöhnt.

Oben links: Ein Herbstbeet, u.a. mit insektenfreundlichen Köcherblume, Staubdenlobelie, Feuer-und Mehlsalbei.
Links unten: Ein kleiner Ausschnitte eines 2000qm großen Areals, in denen 70 verschiedene Stauden und Gräser von dem bekannten holländischen Gartenarchitekten Piet Oudolf gepflanzt wurden.
Rechts daneben: Ebenfalls nur ein kleiner Ausschnitt des großen Rosengartens.
Es gibt außerdem noch einen Kräuter,- Apotheker- und. garten.

Da wir in Hamm noch zwei andere Besichtigungspunkte ansteuern wollten, sahen wir im Park nicht alles. Nicht schlimm, denn eine Fahrt im nächsten Frühjahr ist schon vorgemerkt. Vielleicht verbinden wir diese dann auch noch mit der Besichtigung einer besonderen Ausstellung oder dem Besuch einer Veranstaltung im Park. Hier ist immer etwas los. (Momentan läuft z.B. eine Playmobilausstellung und eine Freilichtausstellung zum Thema „Leben in der Arktis).

Fortsetzung folgt nächst Woche!

Was kennen Sie von Koblenz?

Das Deutsche Eck? Höchstwahrscheinlich, deshalb hake ich das schnell mal ab.

Die Altstadt? Vielleicht auch, aber hier kann man viele kleine Schönheiten entdecken, wenn man den Kopf öfter mal nach oben hält.

Festung Ehrenbreitstein auf der anderen Seite des Rheins? Auf unserer Tagestour war die Fahrt mit der Seilbahn ein Höhepunkt. Eine Aussicht, die man nicht so schnell vergisst. (Tipp: Kaufen Sie sich online ein Ticket für die Bahn+Festung, die Schlange vor den Kassen war recht lang und es gab kaum Schatten).

Die Festung ist sehr weitläufig. Sie zu fotografieren, um einen Gesamteindruck zu gewinnen, das habe ich nicht geschafft, deshalb hier ein Foto, das für mich die Essenz der Anlage widerspiegelt.

In vielen Räumen wird den Besuchern die Geschichte der Festung anhand von Einzelausstellungsstücken näher gebracht. Es gibt aber auch kleine Wechselausstellungen. Momentan eine mit Fotos von jungen Fotografen und Fotografinnen, eine Ausstellung über die Ideen zur Bundesgartenschau 2029 und eine Ausstellung von Objekten, die den Designerpreis Rheinland-Pfalz gewonnen haben. Zukunftsorientierte Themen in altem Gemäuer, das hat mir gefallen.

Apropos Zukunft: In Koblenz wurde 2013 das Forum Confluentes eröffnet. In ihm befinden sich u.a. das Mittelrhein Museum und die Koblenzer Stadtbücherei.

Dieses Gebäude war eine Spielwiese für meine Schwarzweißvorliebe.

In der ebenso modernen Bibliothek verbrachten wir einige Zeit, denn die Medienauswahl war groß und das Stöbern machte Spaß.

Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof kamen wir noch an dem Stammgeschäft der Buchhandlung Reuffel vorbei. (Keine bezahlte Werbung!). Reuffel ist eine inhabergeführte Buchhandlung, die über Jahrzehnte in buchhändlerischen Fachkreisen oft wegen ihrer Bereitschaft zu Innovationen bewundert wurde. Also rein in die Buchhandlung. Von der Größe her ist sie mit größeren Thalia-Filialen zu vergleichen, aber man merkt den Unterschied im Detail und im Buchangebot, bei dem Titel von kleinen Verlagen gleichberechtigt neben Bestsellern präsentiert wurden. Ich schwelgte ein bisschen.

Koblenz ist eine Stadt für ein langes Wochenende, das ist unser Fazit. Der Tag war sehr schön, aber zu kurz.

Tipp für 9 Euro Ticket-Fahrer: Steigen Sie auf der Hinfahrt „Stadtmitte“ aus, zurück sollten Sie aber unbedingt im Hauptbahnhof einsteigen, da hier der RB 5 beginnt und noch leer ist.

Tipp für Kaffeetrinker: Die Preise der Restaurants, die an der Mosel und am Rhein liegen, sind naturgemäß „sportlich“. An der Rheinpromenade gibt es das italienische Restaurant „Amalfi“. Dort bekommt man ein Stück Kuchen + eine Tasse Kaffee für 4,80 Euro.

Tipp für Gartenliebhaber: Im Schlossgarten gibt es viel grüne Fläche, aber wenig Blumenbeete. Ist kein Muss.


Tipp fürs Shopping: In Koblenz finden Sie alles von Kick bis Giorgio Armani. Rund um den Josef-Görres-Platz fielen mir ein paar besonders interessante Fachgeschäfte auf. In einem entdeckte ich diesen Schal- Ein Souvenir an Koblenz und mit seinen Farben, die mich an meinen Garten erinnern, ein Stimmungsaufheller für den Winter.

Die Gemeinde Horst

Im Juli beschrieb ich Ihnen einen Ausflug nach America in Holland (siehe unten unter „Related Posts“). Das Dorf America gehört zu der Gemeinde Horst und von dieser Gemeinde bin ich inzwischen ein richtiger Fan dank des bemerkenswerten Marketings.
Dieses Mal besuchten wir in Horst zuerst das Teehaus „Theetuin de Ronde Vennen“in Broekhuizen. Sehr schön in einem kleinen Park gelegen, der direkt zu einem Waldgebiet führt, in dem man spazieren gehen oder Rad fahren kann. (Die Wege sind z.T. asphaltiert).
Zu einer beachtlichen Teeauswahl gibt es Kuchen, man hat die Möglichkeit, englische Scones zu probieren oder man sättigt sich mit leckeren Sandwiches.

Weiter ging es nach Lottum, dem Rosendorf Hollands. Wir machten Halt an einer großen Rosengärtnerei (Rosarium) und ließen uns von den Rosendüften verwöhnen. Sicherlich über 100 Rosenarten wurden angeboten, ich konnte mich nicht entscheiden…

Den Rosengarten, am Marktplatz von Lottum gelegen, besuchten wir dieses Mal noch nicht, es war inzwischen zu warm geworden.
Vom 12. bis 14. August findet in Lottum das Rosenfestival statt. Vielleicht eine Idee fürs nächste Wochenende?

Ich komme noch einmal auf das Thema Marketing der Gemeinde Horst zurück. Sollten Sie in der Gegend sein, halten Sie nach diesen Karten, Flyern und Broschüren Ausschau und lassen Sie sich für weitere Ausflüge inspirieren.

Abends sahen wir uns noch diesen Film an. Zum Wohlfühlen und Genießen!

Mit der Straßenbahn von Duisburg nach Witten

Im Deutschlandfunk wurde im März 2022 über die längste Straßenbahnverbindung der Welt berichtet.

https://www.deutschlandfunk.de/per-strassenbahn-durchs-ruhrgebiet-dlf-665a3355-100.html

Zwei Freunde fuhren von Krefeld über Düsseldorf nach Duisburg und von dort bis nach Witten ausschließlich mit Straßenbahnen. Sehr reizvoll, wenn man ein 9 Euro Ticket besitzt…
Mein Mann suchte alle Verbindungen heraus:

und vorletzte Woche verließen wir schließlich an einem Morgen um 9 Uhr das Haus. Wir teilten uns diese Fahrt (ca. 102 km mit ca. 133 Haltestationen) auf und begannen sie auf der Karl-Jarres-Straße in Duisburg.

Erste Alltagseindrücke: Ein Autofahrer diskutierte mit zwei Polizisten, ein alter Mann führte seinen Hund auf einer zugemüllten Wiese Gassi, an einer Häuserwand tauchte das Bild des rosaroten Panthers auf. Noch müde E-Scooter, noch müde oder telefonierende Menschen in der Bahn.

Am König-Heinrich-Platz mussten wir zum ersten Mal umsteigen, um nach Mülheim zu kommen. Fotomotive der Bahnhöfe sollten mich den Tag über begleiten.


Schon auf der Fahrt nach Mülheim gab es erste Schmunzler beim Lesen von Werbetafeln.

Links oben-ein altes Tanzlokal, schon lange geschlossen.
Rechts daneben: Erst in die Disco, danach Hörgeräteshopping
Links unten: Bestattungsinstitut bietet viel Liebe
Rechts unten: Ein anderer Name eines Friseursalons: Paschas HAAR‘m, gesehen in Gelsenkirchen

In Mülheim war an der Haltstelle direkt ein Büdchen, praktisch, um für den kleinen Hunger vorzusorgen, wenn man die Butterbrotdose zuhause vergessen hat.

Hocken- die gesunde Haltung an Mülheimer Wartestellen

Auf dem Weg nach Essen gab es nicht so viele optische Spezialitäten, aber Fahrgästen zuzuhören, das war auch kurzweilig. Zwei Hundebesitzer unterhielten sich z.B. lautstark über die ultimativ besten Hundeleckerli, die man ganz schnell selber machen kann. Dumm war nur, dass der eine Hund das geschenkte Leckerli wieder ausspuckte und sein Hundebesitzer dann schnell versicherte, dass das normal sei…
Ab Essen HBF war eine kleine Straßenbahnstrecke wegen Gleisarbeiten gesperrt, ein Bus stand aber schon bereit. Jetzt merkte man den Unterschied zwischen leisem Gleiten über Schienen und dem Fahren über Huckelstraßen. Wir kamen an der Essener Synagoge vorbei und an der Zeche Zollverein.

Links: Zollverein- Bochumer Jahrhunderthalle- Synagoge
Rechts: Interessante Kirche in Witten

Dazu ein nettes Gespräch mit einer älteren Dame über die Vorteile des 9 Euro Tickets. Sie erzählte begeistert, dass sie schon 4 x zum Friedhof gefahren sei, sonst ginge das nur ein mal im Monat, da eine Fahrt normalerweise 13 Euro kosten würde. Ihr Sohn war aus Bochum mit der Straßenbahn auch schon nach Duisburg gefahren.
In Gelsenkirchen machten wir eine Pause. Der erste Eindruck, wenn man aussteigt: Prächtig!

Wir setzten uns in das türkische Schnellrestaurant „Borsa“. Man wird satt und es war das scheinbar einzige geöffnete Restaurant mit einer Toilette. Unseren Eindruck der Einkaufsstraße mussten wir auf dem Rückweg zum Bahnhof revidieren, aber machen Sie sich lieber selbst ein Bild.

Nächste Station: Bochum. Der Bochumer Bahnhof muss lobend erwähnt werden, denn hier ist die Beschilderung mit Abstand die beste. In Duisburg und besonders in Essen, waren wir zeitweise desorientiert, weil wir nicht wussten, welchen Weg wir zur nächsten Haltestelle nehmen mussten.
Von Bochum nach Witten wurde die Strecke immer grüner.

Kurz vor der Wittener Innenstadt ein Telefongespräch: „ Hey Alter, ich muss Rathaus. Warte da auf mich. Ich muss dort Friseur, nein nich im Rathaus, muss im Friseur!! Äj Alter, kapierst du nich? Muss Friseur!!“ Ein Junge, ca. 7. Klasse.

Und das ist die Endstation der längsten Straßenbahnverbindung der Welt:


Von hier aus gingen wir ein paar Schritte und fanden dann ein Café/Restaurant, wo es leckere Waffeln gab. Geschafft!
Mit der Pause in Gelsenkirchen brauchten wir 6 Stunden für die Strecke. (Laut Radiobericht soll man die komplette Strecke in einem halben Tag schaffen, das zweifeln wir aber sehr an). Zurück fuhren wir mit dem Bus zur Bochumer Uni und von dort nahmen wir einen Regionalzug nach Duisburg, danach dann noch einmal die Straßenbahn bis zu Karl-Jarres-Straße. Nach 8 Stunden waren wir glücklich und zufrieden wieder zuhause.
Am meisten hat uns auf dieser Fahrt die Freundlichkeit der Leute beeindruckt. Eine schöne Erfahrung.

Lust auf den zweiten Teil der Reise? Am Donnerstag geht es weiter.