Marseille an einem Tag (Fr. Nr. 9)

Wir hatten für die Besichtigung von Marseille einen Tag eingeplant. Uns war klar, dass wir nicht alle Top-Sehenswürdigkeiten sehen würden, denn um diese alle zu erreichen, müsste man sich mehrmals in die U-Bahn setzen und das braucht Zeit.
Wir beschränkten uns deshalb auf das Gebiet des alten Hafens, dem „Vieux Port“und auf einen Spaziergang zum Cours Julien.

Neben der eindrucksvollen Sicht auf die vielen Segelboote und auf die Kirche „Notre-Dame-de-La-Garde“ auf dem Hügel, finden sich in diesem Viertel gleich drei der Hauptsehenswürdigkeiten. Unübersehbar ist die Kathedrale de la Major, eine Prachtkirche aus dem 19. Jahrhundert.

Das MUCEM wurde 2013 eröffne, ein moderner Museumsteil wird durch eine Brücke mit dem Fort Saint-Jean verbunden.In diesem Komplex gibt es nicht nur vier Ausstellungen, sondern auch Grünflächen mit Liegestühlen und einem Gemüsegarten, Cafés, ein Restaurant und eine Bücherei. Und alles mit Blick auf das Meer und den Hafen!


Wir besuchten die permanente Ausstellung, die völkerkundliche Ausstellungsstücke aus den Mittelmeerländern zeigt.

Vom alten Hafen ist es nicht weit bis zum Altstadtviertel „Le Panier“. In Reiseführern wird diese Gegend gerne mit dem Pariser Montmartre verglichen. Das konnten wir nicht nachvollziehen. Wir erlebten Le Panier als bürgerliches Wohnviertel, in dem es viele Wandbilder gibt, ein paar Restaurants und Cafés, aber kaum typische Touristenläden.

Mitten in Le Panier liegt „La Vielle Charitè“, einer barocke Anlage aus dem 17. Jahrhundert, in dem weitere Museen untergebracht sind. Auch hier haben wir uns treiben lassen und fanden lauschige Ecken.

Der alte Hafen wird von vielen Restaurants umrandet, da stand einer leckeren Pause nichts im Wege. Danach machten wir uns zum Cours Julien auf, laut Reiseführer einer der schönsten, fast dörflich anmutenden Plätze von Marseille. Wenn man bummelt, braucht man ca. 20 Minuten zu Fuß und flaniert dabei teilweise über die Prachtstraße Rue de la République.

Biegt man dann rechts ab, ist man eine Straße weiter schon in einer völlig anderen Welt mit vielen afrikanischen Geschäften, einem Markt und weiteren Wandbildern.

So langsam dämmerte es uns, dass Marseille anscheinend die Hauptstadt der Street-Art ist, denn neben den Häuserwänden wurden auch Straßen, Treppen und andere freien Flächen beklebt, bemalt, besprayt.

Der Cours Saint Julien erinnerte uns an das Schanzenviertel in Hamburg. Er ist ein schöner Platz mit Bäumen, Wasserspielen und kleinen Fachgeschäften auf der einen Seite, auf der anderen Seite stehen Häuser, an denen Street-Art nicht mehr schön war, sondern nur noch verschandelnd und Drogendealer sich an einigen Ecken trafen. Vielleicht ist die Atmosphäre an einem sonnigen Tag besser, wir konnten die Begeisterung für diesen Platz im Reiseführer nicht so ganz nachvollziehen.

Der Tag in Marseille war herausfordernd, denn die Eindrücke waren vielfältiger als beispielsweise in Paris. In der Hauptstadt befindet man sich in einem Viertel meistens in einer Blase, in dem es kaum Brüche gibt, egal ob gut oder weniger gut. In Marseille sind die Grenzen fließend und macht die Stadt aufregend im positiven Sinne. Als wir abends wieder in unserer Ferienwohnung waren, hatten sich einige Fotoideen in meinem Kopf gesammelt und ich probierte zum ersten Mal die Pro-Version der Foto-App Picsart aus. Die Ergebnisse zeige ich Ihnen am Donnerstag.

Ausflug zu Otto Pankok

Sechs Jahre war das Otto Pankok Museum auf dem Gelände von Haus Esselt wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Jetzt ist es wieder von Mittwoch bis Sonntag geöffnet (Stand 23.5.24) und wir nahmen das zum Anlass, an einem Donnerstag einen Ausflug nach Hünxe zu machen.
Momentan wird das Café im Museum noch nicht betrieben, so fuhren wir zum Landhotel Voshövel im nahen Schermbeck. Am Wochenende gibt es dort auch Kuchen, wir begnügten uns mit gutem Cappuccino auf einer schönen Terrasse.

Das Museum liegt nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Momentan werden von Otto Pankok noch Kohlezeichnungen und Holzdrucke zum Thema Frühling gezeigt. Wann es eine neue Ausstellung gibt, stand noch nicht fest. Mir waren bisher hauptsächlich Holzdruck Porträts von Otto Pankok bekannt und mich überraschten die Kohlezeichnungen positiv.

Unten rechts ein Selbstporträt von Otto Pankok aus den 50er Jahren.
Oben: Der Niederrhein, wie wir ihn kennen, unten zwei weitere tierische Holzschnitte.

Vom Museum aus kann man noch einen schönen Spaziergang auf einem Waldpfad machen. Hier blühten die Fingerhüte um die Wette, am Museum fiel der duftige Zierlauch.

Der Spaziergang führte auch an der Issel vorbei, ein guter Platz, um die Niederrheinseele wieder aufzutanken. Am Ende kam man am Wohnhaus der Pankoks vorbei, das man nur während einer Führung besichtigen kann.

Die blaue Iris (FR Nr.8)

Bis zu unserem Besuch in der Provence konnten mich blaue Irisblumen nicht besonders begeistern. Doch jetzt sind sie ein Souvenir, das mich zukünftig an diesen Urlaub erinnern wird. Sie blühten in vielen Gärten, in öffentlichen Parks und in der Heilanstalt des ehemaligen Klosters Saint-Paul de Mausole in Saint- Rémy-de-Provence. Hier verbrachte Vincent van Gogh fast zwei Jahre und die Räume und der Garten sind teilweise zu besichtigen.

Die Umgebung des Klosters und Teilansichten des Gartens.
In dem Garten waren Abbildungen von van Goghs Werken verteilt und es wurde erklärt, wie die Anlage die Motivwahl von van Gogh beeinflusst hat.
Das Kloster mit seinem Klostergang, rechts unten das Zimmer von Vincent van Gogh.

Wir hatten Glück, am späten Nachmittag in der Anlage nicht mehr so viele Besucher anzutreffen. Die tummelten sich alle in Saint-Rémy und wir entschieden uns, dieses wohl sehenswerte Städtchen bei der nächsten Rundreise anzusehen.

Als passende Lektüre am Abend wählte ich diesen Roman aus:

Gina ist 24 Jahre alt, eine Schönheit und sehr intelligent. Die Welt steht ihr offen, doch sie fühlt sich leer, weiß nicht, was sie tun soll. Die geschiedenen Eltern sind keine Vorbilder, besonders das Verhältnis zu ihrem Vater ist problematisch. Er hat vor zig Jahren einen Roman geschrieben, der ein Bestseller wurde und ihn über Nacht berühmt machte. Es gibt keinen zweiten Bestseller, er hält sich mit dem Schreiben von Reden und Werbetexten über Wasser. Seinen Rat, Kunstgeschichte zu studieren, folgt Gina zuerst mit wenig Begeisterung. Doch dann entdeckt sie Jo. Jo ist die Frau von Theo, dem Bruder von Vincent van Gogh. Sie muss sich ihren Mann mit den Bildern von Vincent teilen, denn Theo unterstützt seinen Bruder wo er nur kann und richtet selbst die Wohnung, in die er mit Jo nach der Heirat zieht, als Galerie ein. Gina ist von Jo fasziniert, denn als erst Vincent und kurze Zeit später Theo sterben, beschließt Jo, Vincents Bilder zu vermarkten und durch den Verkauf den Schuldenberg abzutragen, den die beiden Brüder hinterlassen haben. Jo schlägt bei der Vermarktung völlig neue Wege ein, die bahnbrechend werden, wenn es um das Kuratieren einer Ausstellung und die Werbung für Kunst geht. Sie schafft es schließlich, dass Vincent van Gogh weltberühmt wird.

Ich hatte zuvor noch nie von Jo van Gogh-Bonger gehört und fand ihre Lebensgeschichte sehr interessant. Lieber hätte ich in dem Buch mehr über sie und ihre genialen Geschäftsideen gelesen und hätte gerne auf Gina und ihren Vater verzichtet. Diese beiden Figuren waren für mich eher unsympathisch und der Versuch, Parallelen zwischen Ginas und Jos Geschichte zu ziehen, ist aus meiner Sicht nicht gelungen.

Am Samstag tummele ich mich in Hünxe und Schermbeck.

Arles ohne van Gogh (FR Nr. 7)

In Arles trafen wir zum ersten Mal viele Touristengruppen, die sich auf den Spuren van Goghs durch die Straßen schoben. Das hieß für uns: Planänderung! Kein van Gogh, einfach in den Seitenstraßen treiben lassen und mal sehen, wie die Stadt auf uns wirkt.


Arles gilt auch als die „Hauptstadt der Fotografie“ und so verwunderte es uns nicht, dass an mehreren Stellen selbst Hauswände zu Ausstellungsflächen wurden. 100% Streetfotografie!

Nicht zu übersehen sind die steinernen Zeugnisse aus der Römerzeit, an erster Stelle die Arena, die heute noch vielfältig genutzt wird. Mal zur Abwechslung in schwarz-weiß:

Es war Mittag und sehr warm. So waren wir froh, ein bisschen an der Rhône spazieren gehen zu können.

Verlässt man die Altstadt, ist man nach ca. 15 Minuten Fußmarsch bei dem von Frank Gehry entworfenen LUMA Kulturzentrum. Hier haben Künstler ihre Ateliers, es finden Veranstaltungen und abwechselnde Ausstellungen statt. Alleine das Gebäude lohnt einen Besuch!

Wir hatten bei den Ausstellungen Glück, denn es gab eine große Retrospektive mit Fotos von Diane Arbus.

Oben rechts: Eine Teilansicht der Ausstellung, die durch Spiegel fast unendlich groß wirkt. Rechts unten ein doppelter Museumswärter à la „Being John Malkovich“. Links oben „Alleine und zu zweit“, darunter „White and Black“.

In der zweiten Ausstellung präsentierte der bekannte Kunstkurator Hans Ulrich Obrist Exponate aus dem Archiven der Regisseurin Agnès Varda. Da ich ihre Filme sehr mag, war ich besonders angetan, einen kleinen Eindruck in ihre Arbeits- und Denkweise zu bekommen.

Unten rechts: Als Erinnerung gab es für die Besucher Faksimile von Notizblockzetteln, auf denen Agnès Varda Ideen notiert hat.

Kein Vincent van Gogh in Arles, aber der Tag war ja noch nicht vorbei. Wir fuhren nach Saint-Rémy-de-Provence, ca. 25 km von Arles entfernt und dort erfüllten sich unsere Erwartungen. Wie, darüber schreibe ich morgen.

Ein Buch im Buch im Buch im Buch…

Der Autor Jean-Philippe Touissant gerät in Panik, als er während der Coronazeit hört, dass der erste Lockdown bevorsteht. Er hat gerade sein Buch „Die Gefühle“ abgeschlossen, die Korrekturfahnen vom Verlag gegenzulesen, wird für diese besondere Zeit nicht erfüllend sein. So beschließt er, das Buch „Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig zu übersetzen, einen Essay über das Übersetzen von Büchern zu verfassen und mit einem neuen Buch anzufangen, in dem er darüber schreibt, was es für ihn heißt, ein Buch zu schreiben.
Jetzt kommt der „Spiegel im Spiegel“- Effekt, denn wir lesen das fertige Buch, in dem er schreibt, wie er plant, ein Buch zu schreiben und es dann auch wirklich tut und quasi darin eintaucht. Für Touissant ist das Schreiben ein Akt, um innere Verknotungen zu lösen und so liest man beispielsweise von seiner Kindheit und Jugend mit dem besonderen Verhältnis zu den Eltern, er spricht das Thema Alter an, erinnert sich, wie er seine Frau Madeleine kennen und lieben gelernt hat, erzählt von seinem Leben in Brüssel, Paris und Berlin und setzt sich mit den Auswirkungen der Pandemie auseinander. Wie ein roter Faden zieht sich bei seinen Gedanken das Schachspielen durch das Buch, sei es, dass über Schwierigkeiten bei der Übersetzung der Schachnovelle geredet wird oder Touissant bei seinen Erinnerungen besonders auf Momente eingeht, in dem das Schachspiel im Leben eine große Rolle gespielt hat. Die Partien mit seinem Vater waren etwas ganz Besonderes, er hat Schachweltmeister „live“ gesehen und durch Schach hat er gute Freunde gefunden.

Dieses Buch ist ein Literaturleckerbissen. Persönliche Themen, Ideen und Gedanken des Autoren zum Schreiben und zum Schach sind so miteinander verschlungen, dass das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis wird. Muss man Schach spielen können, um das Buch genießen zu können? Nein, es fehlt dann nur die Kirsche auf einem großen Stück leckeren Schokokuchen.

Blumensouvenirs ( FR Nr. 6 )

Auf unserer Rundreise fand ich auch einige städtische Blumenrabatte und Blumentöpfe für den eigenen Garten inspirierend. Besonders gefiel es mir, Studentenblümchen mit Lavendel zu kombinieren. Vielleicht bleiben mir die Stundentenblumen so länger erhalten und werden nicht sofort von Schnecken abgefressen?

Oben links: In einem Garten sah ich die Kombination von Tagetes und Lavendel. Ob der Lavendel die Studentenblümchen vor Schnecken beschützt? Ich werde es ausprobieren!

A propos Schnecken: Ich habe im Garten mehrere Storchenschnabelpflanten, deren Blätter duften. An diesen Pflanten war bisher noch keine Schnecke. So pflückte ich einige Blätter ab und legte sie vor ein paar Tagen rund um meine schon stark abgenagten Astern. Seitdem werden ,toi, toi, toi, die Astern in Ruhe gelassen.
Wieder zurück in die Provence:

So einen Salbeikorb wünsche ich mir auch noch für meinen Garten- ein Projekt, falls mal wieder die Sonne scheint.

Bei den vielen Anregungen kamen mir ein paar Ideen für florale Fotocollagen, für die ich als Grundlage japanische Druckstockmotive genommen habe::

Unser erster Ausflug in die Umgebung von Martigues führte uns nach Arles, der Stadt, die sich dem Künstler Vincent van Gogh verschrieben hat. Auf den Spuren des Künstlers wandeln, das hörte sich im Reiseführer doch schön an. Am Montag erzähle ich davon, morgen gibt es eine Buchbesprechung, die nur ein bisschen mit Frankreich zu tun hat.

Kein Eintritt für Kleinvenedig (FR Nr. 5)

Bei unserem längeren Aufenthalt in der Provence übernachteten wir in Martigues und fühlten uns dort sehr wohl.
Martigues liegt zwischen Marseille und Arles auf einer Landzunge zwischen Mittelmeer und dem Étang de Berre. Die Stadt besteht aus einem modernen Gebiet, Industrieanlagen und einer dreiteiligen Altstadt, die man mit ihren Kanälen zurecht Kleinvenedig nennt.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Stadtplan von Martigues

Es gibt drei kleine Häfen, mehrere Kirchen und diverse Restaurants und Kneipen. Im Stadtteil Ferrières findet täglich ein kleiner Markt und zweimal pro Woche ein großer Markt im Stadtteil Jonquières statt. Wir gehörten zu den wenigen Touristen, die Martigues für sich entdeckt haben- sehr angenehm.

Martigues bietet verschiedene interessante Besichtigungsorte (Mehr darüber unter https://de.wikipedia.org/wiki/Martigues ), wir suchten das Museum Felix Ziem auf.
Felix Ziem war ein Künstler, der z.Zt. des Impressionismus malte. Er unternahm viele Reisen, seine Heimat aber war Martigues. So vermachte die Enkelin des Künstlers der Stadt viele Bilder, die neben archäologischer Fundstücke aus der Römerzeit, den Grundstock des Museums bilden. Auch zeigt das Museum zahlreiche Bilder von Raoul Dufy, der zeitweise ebenfalls in Martigues lebte. Ich fand es schön, Ansichten von der Stadt zu sehen, die ca. 120 Jahre alt waren.


Die derzeitige Sonderausstellung präsentierte Fauna-und Florabilder von Ziem und anderen Künstlern. Eine vielfältige Auswahl von Motiven und Machart. Deshalb widme ich den morgigen Beitrag dem Thema „Blumen“, u.a. mit Pflanzideen, die ich während des Urlaubs entdeckt habe.

Herzlich willkommen! (FR Nr. 4)

Meine Vorfreude auf die Einladung von Axel Birgin und seiner Frau Marie in Saint-Julien de Peyrolas war groß, denn ich hatte zuvor dieses Buch von Axel gelesen:

Er beschreibt mit Humor und dokumentiert es auch mit Fotos, wie er und seine erste Frau ein ca. 300 Jahre altes Gehöft mit viel dazugehörigem Land gekauft haben und dann anfingen, es zu renovieren und auch umzugestalten. Kein leichtes Unterfangen, wenn man eigentlich in Karlsruhe wohnt, kein Französisch spricht und auch handwerklich anfangs kein Tausendsassa ist. Aber die beiden haben viel Glück mit ihren Nachbarn, die immer tatkräftig zur Seite stehen und gute Ratschläge parat haben und Schritt für Schritt erschaffen sie sich ein kleines Paradies.
Inzwischen sind 30 Jahre vergangen. In der Coronazeit sind Axel und seine zweite Frau Marie erstmalig acht Monate am Stück in Frankreich und merken, dass sie nach Deutschland eigentlich nicht mehr zurück möchten. So sind sie heute in Karlsruhe nur noch zu Besuch und genießen ihr französisches Domizil. Na ja, fast immer, denn auch hier knarzt es manchmal, wie in dem Buch in kleinen Alltagsgeschichten zu lesen ist. Ergänzt werden diese Berichte durch Beschreibungen der besonderen Tierwelt auf ihrem Land und es gibt auch Erklärungen über typisch Französisches. Wussten Sie z. B., wie das typische Tabakschild zu seinem Aussehen kam?

Gibt es etwa eine Schutzheilige der Raucher???

Das Buch ist feiner Lesestoff für Frankreichliebende und Pflichtlektüre für alle, die von einem eigenen Heim in Frankreich träumen.

Der schöne Abend war schnell vergangen. Wir wurden herzlich empfangen und hatten uns viel zu erzählen, obwohl wir uns vorher persönlich gar nicht kannten.

Axel und Marie in ihrem Garten
Oben: Von der Terrasse hatte man einen grandiosen Blick bis zum Mont Ventoux.
Links unten: Der Hahn ist fast schon ein Wahrzeichen für das Anwesen, daneben: In der Einfahrt empfingen uns diese herrlichen blauen Iris und prompt war man in „Van-Gogh-Stimmung“!

Am nächsten Tag sahen wir uns morgens Aiguèze an. Zuerst mussten wir diese ziemlich spektakuläre Brücke überqueren.

Kurz danach empfing uns das wie aus dem Ei gepelltes provenzialisches Örtchen Aiguèze. Keine Menschenseele, wir hatten alle Schönheiten für uns alleine!

Danach ging es weiter zum Gorges d‘Ardèches. Es war unglaublich windig, beim Fotografieren musste man aufpassen, dass man nicht von den Aussichtspunkten weggeweht wurde.

Wir wären gerne länger geblieben, aber der Sturm wurde immer unangenehmer und es zog uns weiter Richtung Martigues, wo wir für die nächsten Tage unsere erste Ferienwohnung bezogen. Als wir ankamen, fragten wir uns etwas verwundert: „Sind wir wirklich noch in Frankreich“? Mehr dazu am Donnerstag.

Berühren erwünscht

Nur noch bis zum 20. und 26. Mai 2024 laufen im Düsseldorfer Kunstpalast zwei Ausstellungen, die so gut sind, dass es heute einen Extrabeitrag gibt. Besuchen!

Links die Skulptur „Die Welle“ darunter ein Detail
Rechts unten ein Foto von Kathrin Sonntag, die Erklärung für den oberen Fotoraum:

Die Fotoausstellung heißt „Size Matters- Größe in der Fotografie“ und befasst sich nicht nur mit der Größe, sondern auch noch mit vielen anderen Aspekten der Fotografie. Neue Ideen entwickelten sich bei mir im Kopf und Fotomotive fallen einem fast in den Schoß.

Die zweite Ausstellung heißt „Please Touch!“ 30 Skulpturen des Bildhauers Tony Cragg dürfen von den Museumsbesuchern berührt und erfühlt werden. Was für ein Erlebnis!

Auf diese Ausstellung komme ich in einem späteren Beitrag noch einmal zurück.

Wir verbrachten in den beiden Ausstellungen ca. 1 1/2 Stunden. Da wir noch Zeit hatten, wollten wir uns „mal kurz“ die „neue Hängung“ im Museum ansehen. Nach drei Räumen erkannten wir unsere Naivität, man braucht Zeit, Zeit , Zeit!

Nur ein kleiner Eindruck von der Vielfältigkeit der neugestalteten Räume und .Säle

Ich wünsche Ihnen schöne Pfingsttage!

Mit dem Auto unterwegs in Frankreich ( FR Nr. 3)

Während der Fahrt auf der N7 sahen wir auch einige alte Autos. Die finde ich immer sehr schön und so kamen diese Collagen zustande:

Und hier meine Tipps für Autofahrer:

Nr. 1: Wir waren mit einem VW Caddy unterwegs (1,80 m Höhe) und schwitzen manchmal ganz schön, wenn wir in Parkhäuser der Firma Indigo fuhren. Sie sind meistens nur für bis zu 1,85 cm hohe Autos geeignet, in Arles stimmte dies aber nicht, die Latte an der Einfahrt schrammt am Dach. Auch sind die Parktaschen sehr eng. Nehmen Sie lieber Parkhäuser der Firma Q-Park oder noch besser

Nr. 2: laden Sie sich Park-Apps herunter und stellen Sie sich auf die Straße. Bei mit „Payant“ markierten Plätzen haben wir die Apps „Flowbird“ in der Auvergne und „Pay by Phone“ in der Provence benutzt und kamen gut zurecht.

Nr. 3: In den Cevennen haben wir am Eingang von mehreren Dörfern ein kleines weißes Schild gesehen mit der Aufschrift „Village branché“ und einem kleinen Auto. Hier finden Sie Aufladeplätze für Ihr E-Auto. In anderen Gegenden fanden wir diese Schilder nicht.

Nr. 4: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie manche Ortseingangsschilder nicht auf Anhieb lesen können!

Das Schild auf den Kopf zu drehen ist ein Ausdruck des Protests. Bauern protestieren damit gegen Bestimmungen und Gesetze der französischen Regierung und der EU.

Nr. 5: Seit unserer letzten Rundreise in Frankreich 2018 hat sich in Frankreich Einiges geändert. Wir mussten während unseres Urlaubs lernen, dass die Zahl von Restaurants oder Cafés wirklich dramatisch abgenommen hat und wenn sie es in Dörfern oder kleinen Städten gibt, haben sie oft nur noch ab Mittwoch oder nur am Wochenende geöffnet. Unser Mägen haben öfter geknurrt und schließlich nahmen wir immer ein Notfallpaket mit, falls wir nichts fanden.

Nr. 6: Sollte Ihr Auto Ihr Augenstern sein, überlegen Sie sich, ob Sie mit Ihrem Auto in die Innenstadt von Marseille fahren. Paris ist dagegen „pillepalle“. Warum? In Marseille fahren vor, hinter, links und rechts neben Ihnen Motorräder und Mopeds, deren Fahrer und Fahrerinnen glauben, das ultimative Augenmaß für Lücken zwischen den Autos zu haben. Urlaubserholung kommt da nicht auf…

Ich war fleißig und habe für morgen einen weiteren Beitrag geschrieben. Wir waren gestern in zwei tollen Ausstellungen, die in den nächsten Tagen enden. Mein Tipp für die Feiertage!