„Sie spielt schneller, als ich hören kann“

Vorgestern besuchten wir in der Essener Philharmonie ein Konzert der Jazzpianistin Hiromi. Die Überschrift ist ein Zitat meines Mannes am Ende des Konzerts. Ein weiteres Zitat meines Sitznachbarns: „Ich fasse mein Klavier nie wieder an!“ Oh ja, nach dem Konzert überkam auch mich eine Welle der Frustration, ich fühlte mich wie ein klavierspielendes Würmchen. Aber das hielt nur bis zum nächsten Morgen an, dann klappte ich den Klavierdeckel wieder hoch.

Das Konzert, das wir übrigens 2020 besuchen wollten (siehe unten, da mache ich Ihnen in meinem Artikel Appetit auf das Konzert) und das dann viermal verschoben wurde, war einzigartig. Chilli Gonzales und Igor Levit, meine beiden Lieblingspianisten, haben Konkurrenz bekommen. Ihr Einfallsreichtum, was man wie mit den Tasten alles machen kann, scheint unendlich. In ihren Kompositionen zeigt sie ihre eigene Gefühlswelt ungeschminkt. Manchmal scheint ein Hauch von Wahnsinn in ihrem Spiel zu liegen, doch dann zeigt sich der Schalk in ihrem Nacken und es wird klar, dass alles ein großer Spaß für sie ist.

Hiromi spielt „Isolation“

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Spielte Hiromi vor Corona zumeist nur solo, hat sie nun ein vierköpfiges Streichquartett an ihrer Seite. Dadurch trat der „Jazztouch“ ihrer Musik in der zweiten Hälfte des Konzerts etwas in den Hintergrund und ihr Stilrepertoire hat sich dadurch positiv erweitert.

Dieses Video wurde letzte Woche in Wien aufgenommen. Die Qualität ist nicht so gut, aber Sie lernen die aktuelle Hiromi kennen. Ein besseres Video finden Sie unten unter „Related Posts“.

Ein Tipp für das Klavier-Festival Ruhr

Letzte Woche wurden die Programme für das o.g. Festival verschickt. Sollten Sie auch vorhaben, das ein oder andere Konzert zu besuchen, so habe ich einen Tipp für Sie:

Es fällt schwer, ruhig sitzen zu bleiben und keine Wippbewegungen mit dem Kopf zu machen…

Und das steht über die Künstlerin im Programmheft:

Einen weiteren Tipp finden Sie unter den „Related Posts“. Einfach mal „Vorfreude auf eine Verabredung“ anklicken, dieser Künstler ist auch Gast des Festivals.

Hätte es nicht besser schreiben können

Am 3. Januar beendete ich dieses Buch, morgens am 4.1. erscheint diese Besprechung in der WAZ. Ich versuchte sie beim Schreiben meiner eigenen Besprechung zu ignorieren, kam aber immer wieder auf einzelne Sätze des Zeitungsartikels zurück. Diese Buchbesprechung ist einfach gut, warum also das Rad neu erfinden?

Zwei Anmerkungen habe ich allerdings trotzdem noch: Dieses Buch widmet sich hauptsächlich dem Jazz. Das ist eine Musikrichtung, deren Stücke ich nur dann zum Hören auswähle, wenn ich in Jazzstimmung bin. So kenne ich mich nicht sehr gut bei den einzelnen bekannten Jazzmusikern aus und war deshalb etwas schockiert, als ich las, wie viele hochbegabte Jazzmusiker in den 40er bis 60er Jahren jung gestorben sind. Welchen Stellenwert hätte der Jazz in unseren heutigen Gesellschaft, wenn diese große Zahl an Künstlern lange gelebt hätte und unseren Musikgeschmack viel mehr hätte beeinflussen können?

Das Buch basiert auf Texten und Musik aus zwei Radiosendungen, die Willemsen zu Lebzeiten bestritten hat. Wenn man es liest, will man sofort die Lieder hören, ja muss sie hören, um Willemsens Texte noch besser goutieren zu können. Ich weiß nicht, ob das Buch wirklich so viel teurer geworden wäre, wenn man eine MP3 CD mit den besprochenen Liedern beigelegt hätte. Auf Spotify gibt es eine von einem Privatmann zusammengestellte Playlist mit fast allen Stücken, nur muss man sich bei Spotify anmelden. Wäre eine pfiffige Idee vom Fischer Verlag gewesen, diese Playlist auf der Homepage bereitzustellen, auch gerne gegen eine Gebühr. Die beiden CDs, die mit einigen Texten und Musikstücken. veröffentlicht wurden, haben den Stellenwert zum Buch wie eine Vorspeise zur Hauptspeise.

Ich schicke Sie jetzt in ein langes Wochenende, bin am Dienstag wieder für Sie da. Tschüss!

 

Hier kann ich einfach nicht still sitzen bleiben

Beim mal wieder Durchsehen alter CDs entdeckte ich diese aus den 90er Jahren. Ich legte die erste CD sofort auf und prompt stellte sich das Kribbeln in den Beinen ein: Hier muss man einfach tanzen, egal, ob der Abwasch oder die Bügelwäsche warten!

Um Ihnen einen kleinen Eindruck zu geben, hier zwei Kostproben:

 

 

Jazz- gehört und gelesen

Wenn Sie sich musikalisch auf meine folgende Buchbesprechung einstimmen möchten, hier ein passendes Lied:

Chicagojazz Chicago in der zwanziger Jahren,

die Geschichte zweier Familien:

Benny Lehmann hat Musik im Blut. Eigentlich soll er die Firma seines Vaters übernehmen, doch schon als Jugendlicher treibt es sich in den Jazzclubs Chicagos herum, um die Klaviermusik der schwarzen Musiker aufzusaugen. Er ist der einzige Weiße und zuerst begegnet man ihm mit Misstrauen, doch sein Können überzeugt die Profimusiker. Benny hilft seinem verschuldeten Vater in der Fabrik, doch sein Lebensunterhalt verdient er als Pianist.

Pearl gehört zu einer Familie, über die ein großes Unglück gekommen ist. Bei einem Schiffsunglück sind drei Brüder gestorben, seitdem muss Pearl sich um die Geschwister kümmern, da die Mutter sich von dem Unglück nicht mehr erholt. Es ergibt sich, dass sie als junge Erwachsene einen Jazzclub eröffnet. Eines Tages taucht Benny dort auf. Beide sehen sich an, woher kennen sie sich?

Wer sich für Jazzmusik und die Zeit der goldenen Zwanziger interessiert, der wird den Roman gerne lesen. Suchen Sie eine schöne Familiengeschichte, gibt es bessere. 

Eine neue Kategorie wird “geboren”

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In den letzten Tagen war mein Kopf so voll, dass ich mich abends noch nicht einmal mehr auf ein Hörbuch konzentrieren konnte. Also hörte ich wenigstens noch ein bisschen Musik. Da wurde mir einmal mehr klar, wie gut mir Musik tut, denn nach einiger Zeit ging es mir schon wieder besser. Ich höre kaum Radio, denn bei der dort angebotenen Musik bevorzuge ich eher die Stille. Deshalb habe ich vor einigen Jahren angefangen, mir Musiklisten zusammen zu stellen. Da gibt es dann z.B. Kategorien ” Für gute Laune”, “Zum Träumen und/oder traurig sein”, “Für miese Laune”, “Für immer” (The absolutly Best of) oder “Klassik” und “Jazz”.

Da ich ja meine Leser und Leserinnen mit meinem Blog u.a. ermutigen möchte, sich Gutes zu tun, fange ich deshalb eine neue Kategorie an  (“Musik muss sein” ist erst einmal der Arbeitstitel). Ich stelle wöchentlich ein, zwei Musikstücke mit Hilfe von YouTube Links vor. Zu einigen wird es eine kleine Geschichte geben, einige gibt es einfach “nur so”. Vielleicht entdecken Sie Musik von früher, die Sie auch schon lange nicht mehr gehört haben und bei der schöne Erinnerungen hochkommen oder Sie lernen neue Gruppen oder Solisten kennen. Bei den meisten Liedern spielt der Text nur eine untergeordnete Rolle, wenn ich ihn wichtig finde, gebe ich eine Übersetzung dazu.

Mit welchem Lied fange ich jetzt aber an ??? Ich möchte Sie ja nicht direkt vergraulen. Aber trotzdem..Es ist eine Jazzgruppe aus New York mit einem instrumentalen Stück, das ich z.Zt. sehr oft höre. (Nächste Woche kommt ein Chanson und dann gibt es was für nicht empfindliche Ohren ?).