Wann man in Afrika einen Baum pflanzt

Auf der Suche nach einem schönen Spruch zum 70. Geburtstag bin ich im Internet durch Zufall auf eine Seite (Wikiquote) gestoßen, die u.a. afrikanische Sprichwörter veröffentlicht. Manche gefielen mir so gut, dass ich Ihnen eine kleine Auswahl heute vorstellen möchte.

  • Der Mensch ist die beste Medizin des Menschen.” – Aus Nigeria
  • “Die Arbeit, die man sich selbst vorgenommen hat, ist nie unmöglich.” – Sprichwort der Gikuyu
  • “Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.” – Aus Uganda
  • „Ich zeigte dir den Mond, und du sahst nichts als meinen Finger.” – Sprichwort der Sukuma
  • „Jemandem zu helfen, bedeutet nicht, sich selbst zu vernachlässigen.” – Sprichwort der Mamprussi
  • „Schöne Dinge wachsen inmitten der Dornen.” – Aus dem Kongo
  • „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.” – Sprichwort der Xhosa (Tansania, Südafrika, Botswana und Lesotho)

J wie….

Letzte Woche lautete das Rätsel:

Die Größen welcher Länder würden zusammenaddiert fast der Größe des afrikanischen Kontinents entsprechen? Hier eine Länderauswahl:Portugal, Spanien, Frankreich,Deutschland,Schweiz,Belgien, Niederlande, Italien, Großbritannien, Polen, Republik Moldau, Bundesstaat Russland, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Ukraine, Weißrussland, Indien, China, USA

Lösung: Alle genannten Länder passen auf den afrikanischen Kontinent! Wer jetzt auch erstaunt ist wie ich es war, hat dank der Weltkarten, deren erste Entwürfe von Herrn Mercator kamen und die bei uns zumeist benutzt werden, ein völlig falsches Bild von der Größe Afrikas. Die „Gall-Peters-Projektion“ zeigt die richtigen Maßstäbe:

Das heutige Rätsel besteht darin, die passenden Begriffe zu den Beschreibungen zu finden. Alle zehn gesuchten Wörter beginnen mit J.
– Ist blau und hat zwei Beine
– In seinen Räumen ist es goldig
– Gibt es in rot, schwarz und weiss
– Nicht früher und auch nicht später
– Eine besondere Art zu singen
– Eine „Nicht Fisch, nicht Fleisch“ Antwort
– Eine Person, die man nicht kennt
– Bewegt sich auf- und abwärts
– Hat vier Beine und vier Räder
– Steht am Anfang einer Ehe

Wie groß ist Afrika?

Die Größen welcher Länder würden zusammenaddiert fast der Größe des afrikanischen Kontinents entsprechen? Hier eine Länderauswahl:Portugal, Spanien, Frankreich,Deutschland,Schweiz,Belgien, Niederlande, Italien, Großbritannien, Polen, Republik Moldau, Bundesstaat Russland, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn, Ukraine, Weißrussland, Indien, China, USA

Das ist die Denksportaufgabe für dieses Wochenende.

Letzte Woche sollten Sie mindestens 25 Wörter aus den Buchstaben des Wortes „Heringssalat“ bilden. Voraussetzung : Jedes Wort sollte mindestens vier Buchstaben haben: Hier meine Vorschläge:

hastig, Haar, sahnig, Last, Ring, Saga, Tasse, hassen, lassen, Aale, Lager, Eintrag, Arglist, Gehalt, Gehirn, Inhalt, Angler,halten, hastig, Laser, Hengst, Hagel, Rassen, Rasen, sehnig, heil, Regal, Nagel, gehst, Algen

Sollte es bei uns am Wochenende eisig werden, fahren Sie bitte vorsichtig!

Die Löwenbändigerin

„Ich habe den Löwen gebändigt-
sehr her, seht her!“
Doch ihre Eltern sprachen über ihre Schulden
und beachteten die Tochter nicht mehr.

„Seht her, seht her-
ich reite jetzt nach Afrika fort!“
Doch die Eltern hörten von ihr
kein einziges Wort.

„Kommt her, kommt her
und helft mir von dem Löwen herunter!“
Doch auch das machte ihre Eltern nicht munter.

Die Eltern hatten ihre Tochter vergessen,
die beiden dafür zu verurteilen,
das liegt in Ihrem Ermessen.

„Sucht mich, sucht mich“,
war das Letzte, was die Tochter noch rief,
bevor sie in Afrika in der Mähne des Löwen einschlief.

Kleine Vogelkunde Ostafrikas

Ich lese sehr selten ein Buch zum zweiten Mal, aber in den letzten Tagen war mir nach einem Buch fürs Gemüt und ich las dieses Buch erneut:

Rose, Anfang 60 und Vogelkundlerin, macht jeden Dienstag zusammen mit anderen Vogelliebhabern eine kleine Exkursion rund um Nairobi. Zu dieser Gruppe gehört auch der Pensionär Mr.Malik, den die Vögel allerdings nur zweitrangig interessieren. Er ist in Rose verliebt, aber seine Bescheidenheit und Höflichkeit verbieten es, sich Rose zu offenbaren. Die Situation ändert sich, als Harry Khan in der Gruppe auftaucht. Mit Goldkettchen behangen, großspurig, macht er Rose sofort Avancen und das passt Mr.Malik überhaupt nicht. Khan merkt das und schlägt Malik eine Wette vor: Wer in einer Woche die meisten Vogelarten Kenias sieht und auflistet, darf Rose zu einem Tanzball ausführen. Malik nimmt die Wette an. Seine Aussichten zu gewinnen, werden jedoch von Tag zu Tag schlechter, da er sich an die Regeln der Wette hält, während Khan diese kaltschnäuzig ignoriert. Doch dann bekommt Malik plötzlich Hilfe von einem kleinen Jungen und der Wettausgang ist wieder offen. Wird Malik mit Rose am Ende doch noch tanzen können?
Eine herzerwärmender Roman, mit feinem Humor geschrieben, bei dem man sogar ein bisschen Fernweh nach Kenia mit seiner faszinierenden Vogelwelt bekommt.

Dies ist der zweite Band mit den Figuren Rose und Mr. Malik. Das stört nicht, aber ich werde mir jetzt noch Band 1 zulegen, in dem es um die Tierwelt Kenias geht. Dann habe ich ein Gemütsbuch für den „Notfall“.

Leuven- nur zwei Stunden Fahrt

Waren Sie schon einmal in Leuven? Von Duisburg aus braucht man nur knapp zwei Stunden bis zu der berühmten belgischen Universitätsstadt und diese Fahrt lohnt sich!

Leuven ist eine junge und quirlige Stadt mit vielen historischen Gebäuden und noch mehr Restaurants, Kneipen und ausgefallenen Geschäften.

Oben links ein typisches Beispiel eines schönen Einzelhandelsgeschäfts-dieses ist spezialisiert auf Briefkarten aller Art. Unten links: eine Bushaltestelle, die mir gefiel. Rechts das Rathaus als Beispiel für die zahlreichen Prachtbauten.

Vor vierzehn Jahren waren wir zum ersten Mal in Leuven und sahen uns die Stadt ein Wochenende lang an. Bei der Stadtinformation bekommt man dieses Info-Leporello, in dem sich mehrere Flyer mit vorgeschlagenen Spaziergängen befinden.

Dieses Mal fuhren wir am ersten Tag zur „Fondation Folon“, nicht weit von Leuven entfernt- ein Museum in einem großen Schlosspark- der Park ist englisch angehaucht, das Schloss könnte auch an der Loire stehen.

Das Museum zeigt viele Werke des belgischen Künstlers Jean-Michel Folon (1934-2005). Mir sagte dieser Name zuvor nichts, aber als ich seine Bilder sah, erkannte ich den Stil wieder. Folon malte in Aquarell und hat in den 50er bis 80er Jahren u.a. viele Plakate und Titelseiten für bekannte Organisationen (Greenpeace), Firmen (Olivetti) und Wochenmagazine gestaltet.

Das Ende der Privatheit-die Titelgeschichte des französischen L‘Express Journals von …1972!

Aber er widmete sich auch den Themen Collage, Skulpturen, Artlettering und kaufte ausgefallene Bilderrahmen, um dazu passende Bilder zu malen.

Es war ein sehr schöner Ausflug, zumal wir hier auch im wallonischen Teil Belgiens waren und die Atmosphäre noch einmal anders ist als im flämischen Leuven.

Den Abend verbrachten wir in Leuven, der Altmarkt ist angeblich die längste Theke der Welt.

Am Sonntag machten wir eine Reise nach Afrika= wir besuchten das Königliche Museum für Zentralafrika, untergebracht in einem Prachtbau, der entstand, als Belgien noch Kolonialmacht war.

Über diesen Museumsbesuch könnte ich lange erzählen und hätte nur ein Fitzelchen von den Ausstellungsstücken beschrieben. Ich gebe nur zwei Beispiele: Unter dem Motto „Sprache“ wurden diverse Bohnen gezeigt, die jede eine andere Bedeutung hat. Gibt man einem Mann eine schwarze Bohne, war die Übersetzung: „Du müffelst, wasch Dich mal wieder!“. Oder in der Küche benutzten die Frau verschiedene Deckel für ihre Kochtöpfe. Diese Deckel sind verziert und haben auch immer eine andere Bedeutung.

Bei diesem Deckel ist zwischen Mann und Frau dicke Luft, denn er hat vergessen, das Wasser zum Kochen zu holen und jetzt gibt es deshalb kein Mittagessen, die Frau streikt…

Ein paar Bilder, die nur ein bisschen die Vielfältigkeit der Museums widerspiegeln:

Nach drei Stunden waren wir erschöpft und brachen wegen Gehirnaufnahmestopp ab. Auch den weitläufigen Park haben wir uns für den nächsten Besuch aufgehoben, es war zu heiß.

Der Abstecher nach Duisburg musste allerdings noch sein, es gibt halt solche und solche Duisburg-Ortschaften.

Unsere belgische Freundin machte uns einmal mehr klar, dass ihr Heimatland oft völlig zu unrecht im Schatten der Niederlande steht und man sich bei einem Kurzurlaub häufiger für Belgien entscheiden sollte. Ich hoffe, dass dieser Beitrag Ihre Reiselust entflammt hat.

Bei mir klang der Besuch im afrikanischen Museum noch nach. Unter dem Motto „Wer weiß, für was man es noch braucht“, habe ich ein paar Innenrollen von braunem Klebeband aufgehoben. Zwei konnte ich nun für Armreifen im „Africalook“ gebrauchen.

Erst mit weißer Farbe grundiert, dann mit Acrylfarbe und verschiedenen Filzstiften bemalt, danach lackiert, um die Armreifen wasserdicht zu machen und die Farben noch mehr zum Glänzen zu bringen.

Wenn mir jetzt mal nach richtig bunt zumute ist, hole ich dann noch diese Tasche

und eine bunte Kette heraus, dann hat es der graue Alltag schwer.

Galadio

Galadio ist der eigentliche Vorname von Ulrich Ruden, doch er darf ihn nicht benutzen. Der Name stammt aus dem Sudan, dem Heimatland seines Vaters und alles Afrikanische ist in den 30er Jahren den Nazis suspekt. So wird Ulrich, der mit seiner deutschen Mutter in Duisburg-Ruhrort lebt, auch eines Tages verhaftet und nach Köln in eine Klinik gebracht, wo er erst einmal sterilisiert werden soll. Im Krankenhaus tauchen einige Tage später zwei Leute auf, die aus Berlin kommen. Sie suchen für eine Filmproduktion nichtreinrassige Komparsen und Galadio wird in die Filmstudios nach Babelsberg mitgenommen. Dort macht er seine Sache gut und wird während des Krieges für weitere Filme engagiert. Bei seinem letzten Film mit Hans Albers hat er während der Dreharbeiten in Afrika die Möglichkeit zu fliehen. Er muss sich 1800 km bis zu dem Heimatdorf seines Vaters durchschlagen, doch er trifft dort nur seinen Onkel an, der Vater ist nach seinem Einsatz während der französischen Besatzung in Duisburg nicht mehr in sein Dorf zurückgekehrt. Galadio bleibt einige Zeit im Dorf und meldet sich dann freiwillig beim französischen Militär.

Irgendwann ist der Krieg zuende. Galadio weiß inzwischen, dass sein Vater als Soldat gestorben ist und und er kehrt in das zerbombte Duisburg zurück. Was ist mit seiner Mutter geschehen, was mit seinen jüdischen Freunden? Vieles bleibt am Ende offen.

Mit 158 Seiten ein schmaler Roman, den ich ohne Pause gelesen habe. Die Sprache ist einfach, aber Galadios Geschichte berührt und verstärkt wird dies noch durch einige historische Fotos, die Duisburg während der Herrschaft des Naziregimes und nach dem Ende des Krieges zeigen.

Sind Duisburger Lehrer unter meinen Leser und Leserinnen? Das Buch kostet 9,90 Euro, hat also einen Taschenbuchpreis und ist bestens als Klassenlektüre geeignet.

Dieses Buch ist wichtig

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  • Richard, Witwer, sitzengelassener Geliebter, Professor an der Berliner Humboldt-Universität, ist gerade pensioniert worden. Er muss sich in seiner Einsamkeit und in der vielen freien Zeit neu einrichten und hat eines Tages die opstruse Idee, afrikanische Flüchlinge, die auf dem Oranienplatz streiken, zum Thema Zeit zu befragen. Bereitwillig antworten die Streikenden und davon ermutigt, stellt Richard weitere Fragen. So lesen wir von verschiedenen Flüchtlingsschicksalen, erfahren, warum die Männer geflüchtet sind und was für ein Leben sie in ihrem Heimatland hatten. Je mehr Richard erfährt, desto mehr will er helfen. Er versucht, ihnen bei bürokratischen Problemen beizustehen, fährt sie durch Berlin, sucht für sie Aushilfsjobs bei Bekannten oder lädt sie nach Hause ein, um ihnen für ein paar Stunden ein anderes Leben zu bieten. 

Die Autorin hat einen Roman geschrieben, der es viel besser als zig Fernsehrreportagen versteht, das Schreckliche zu vermitteln, das hiesigen Flüchtlingen in der Vergangenheit passiert ist. Wie sie aus ihrem Leben herausgerissen und von ihren Familien getrennt wurden, wie viele Verwandte und Freunde auf der Flucht gestorben sind, wie gefährlich die Flucht war, das ist kaum mit Worten zu beschreiben. Der Roman hört damit aber nicht auf, denn er bietet viele Fakten darüber, was mit den Flüchtlingen in unserem Land geschieht und das ist bei vielen Dingen grotesk.

Der Roman ist 2015 erschienen und wurde in den Buchhandlungen gut verkauft. Doch dann kamen schon wieder die nächsten Neuerscheinungen und der Titel geriet in Vergessenheit. Jetzt kann man ihn als Taschenbuch erwerben, eine Chance, dass diese Geschichte, die zumindest das Mitgefühl eines jeden vergrößern sollte, doch noch häufiger gelesen wird.

Ich habe das Buch teilweise gelesen und teilweise gehört. Das Hörbuch berührte mich noch mehr, beim Buch habe ich einige Passagen mehrmals gelesen.

 

 

 

Trokosi

Ein Krimi, der in Ghana spielt? Machte mich sofort neugierig. Die Handlung: Dawson, ein junger Detektiv, wird aus der Hauptstadt aufs Land geschickt, um dort den Mord an einer Medizinstudentin aufzuklären. Sie half bei der AIDS Hilfsorganisation mit und versuchte die Trokosi, junge Mädchen, die einem Fetischpriester geopfert wurden, aus dessen Herrschaft zu befreien. Tatmotive gibt es viele, und Dawson scheitert zuerst wegen seines Jähzorns und der Angst der Bevölkerung vor Hexerei. Erst als er suspendiert ist, findet er eine Spur, die auch mit dem Verschwinden seiner Mutter vor über 20 Jahren zu tun hat.
Moderne prallt auf Tradition in einem afrikanischen Staat. Die Alltagsschilderungen und die spannende Handlung machen diesen Krimi zu etwas Besonderem.