Besuch der EU in Brüssel

Die Duisburger Volkshochschule bietet seit mehreren Jahren diese Fahrt an.

In diesem Frühling waren wir dabei und fuhren nach Brüssel.

Nach drei Stunden Busfahrt erreichten wir das EU-Viertel und nach unserer Legitimation als Besucher wurden wir von einer Dame empfangen, die uns eine einstündige Einführung rund um das Thema EU geben wollte. Fragen waren von Seiten des Publikums jederzeit möglich.


Bereits die ersten Grafiken ihrer vorbereiteten Powerpointpräsentation lösten Fragen und Diskussionen aus. Die Gastgeberin stand sehr engagiert Rede und Antwort, bei kritischen Fragen versuchte sie mit geschulter Rhetorik Schwierigkeiten bei der Durchsetzung von Gesetzen und Missstände zu erklären und gab an einigen Stellen auch Handlungsbedarf zu. Nach 60 Minuten hatten wir ca. nur ein Drittel der Grafiken gesehen, waren aber trotzdem um einiges klüger, wenn es um Arbeitsabläufe, Zuständigkeiten, Fraktionszusammensetzungen oder Abstimmungen ging.
Wir suchte danach den Plenarsaal auf, der mich mit seiner Größe beeindruckte. Hier bekamen wir noch Erklärungen zu der Sitzordnung der 720 Abgeordneten und das Thema Dolmetschen wurde ausführlich erläutert. Nach der Besichtigung machten wir noch einen kurzen Spaziergang im EU-Viertel und fuhren anschließend in die Brüsseler Innenstadt zum „Grand Place“. Hier hatten wir zwei Stunden zur freien Verfügung.

Oben rechts der „Grand Place“, darunter eine Passage, in der es u.a. mehrere berühmte Schokoladengeschäfte gibt. Links Mitte und unten eine alte Markthalle, die jetzt für Veranstaltungen genutzt wird.
Rechts die Kathedrale St. Michael und St. Gudula, links zwei Beispiele, für die Präsenz von Comicfiguren in Brüssel. Der Hinweis in der Mitte gefiel mir.

Mein Resümee: Ich bin froh, dass ich an dieser Fahrt teilgenommen habe. Meine Einstellung zur EU war vorher „positiv mit Abstrichen“, jetzt sind es ein paar Abstriche weniger und ich weiß die Leistungen der EU in den vergangenen Jahrzehnten mehr zu schätzen.
Gefreut hat mich, dass wir zahlreiche Schulklassen in dem Parlamentsgebäude getroffen haben. Sie kamen beispielsweise aus Thüringen, Spanien, aus der Schweiz und auch aus England! Schade war, dass kein Parlamentsmitglied die Zeit fand, unsere Gruppe zu empfangen und einen persönlichen Einblick in seine Arbeit zu geben.
So wünsche ich mir nun noch mehr, dass in den Medien öfter über die Arbeit der EU geschrieben wird, um die Transparenz und das Verständnis für die EU und ihren Leistungen zu erhöhen.

Hell-dunkel Ausflug nach Belgien mit überraschendem „Nervenkitzel“

Mit der Duisburger VHS fuhren wir nach Belgien Richtung Limburg.
30 Teilnehmer waren erfreut über den sehr geräumigen Bus, der 14 Meter lang war und eine Höhe von 3,75 m hatte.

Unsere Freude nahm zum ersten Mal ab, als wir uns unserem ersten Ziel näherten. Wir wollten „Schopsheim“ besichtigen, einen über 300 Jahre alten Gutshof mit außergewöhnlichem Garten.

Die Straßen wurden immer enger, hier sollte dieser Bus durchkommen?

Unser Busfahrer war ein alter Hase und schaffte es tatsächlich bis nach Gravenvoeren, wo wir mit Traktor und Planwagen abgeholt und zum Bauernhof gefahren wurden.

Bei einem ersten Rundgang konnten wir auf 1,5 Hektar die schönen Ausblicke genießen, u.a. auf das Schloss Altenbroek (siehe oben rechts). Bei der Restaurierung des Hofes und dem Anlegen des Gartens vor ca. 25 Jahren fanden Maria Kapteijns und ihr Mann unzählige Feuersteine im Boden, so dass einige Hauswände aus Feuersteinen neu gebaut wurden. Rechts unten der lauschige Innenhof mit einem mediterranen Brunnen

Im Gutshaus und im Garten war viel zu entdecken.

Im Garten gefiel mir die Kombination aus rotem Perückenstrauch und rotem Wiesenknöterich. Es gab sechs Terrassen, jede Terrasse hatte ihren eigenen Stil mit Blumen in einer Farbe.

Nach einer Mittagspause mit Brötchen, Kaffee und selbstgebackenem Kuchen fuhren wir zu den belgischen Remouchamps Grotten in den Ardennen.

Das Mergelland ist eine liebliche Landschaft, ca. 20 km von Maastricht entfernt. Hier kann man wunderbar wandern und Rad fahren, nur Reisebusse sollten Nebenstraßen meiden.

Die Höhlenanlage besteht aus Sälen und Galerien und wir gingen ca. 800 m in die Tiefe des Berges.

Am Ende des Weges erwarteten uns Boote, die uns auf dem Fluss Rubikon zurückbrachten. Ein ganz besonderes Erlebnis war es, wenn niemand sprach und man fast lautlos durch die Höhle glitt.

Der Garten kann innerhalb einer Gruppenführung oder an Tagen der offenen Gartenpforte besucht werden, die Grotten sind das ganze Jahr geöffnet.

Arno- zu spät kennengelernt

Im Deutschlandfunk Kultur widmete man sich vor einigen Tagen dem belgischen Chansonnier Arno, der im April verstarb. Die Redaktion des Radiosenders nannte ihn den „anderen König der Belgier“. Auch bezeichnete man ihn als den belgischen Tom Waits. Er war wohl eine Art Nationalheiligtum der Belgier und ich bedaure, seine Lieder jetzt zum ersten Mal gehört zu haben. Zu spät, um ihn einmal in einem Konzert zu erleben.

Hier eine Liedkostprobe:

Und hier geht es zu der Sendung vom Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunkkultur.de/arno-100.html

Brüssel- Drei Tage sind zu wenig!

Letzte Woche erzählte ich Ihnen von unserem Besuch des Hergé Museums in Brüssel, heute möchte ich Ihnen nun die Brüsseler Innenstadt schmackhaft machen. Diese drei Sehenswürdigkeiten, die die meisten kennen, hakten wir schnell ab:

Das Atomium links kann man gut auf der Rückfahrt nach Deutschland besichtigen, da es etwas außerhalb von Brüssel in einem schönen Park steht, Männeken Pis, mal wieder angezogen in der Nähe vom Grand Place, hier knubbeln sich die Touristen

Wir wohnten in dem Stadtteil Saint-Gilles, ca. 15 Minuten entfernt von o.g. Touristenmagneten. Das war eine gute Wahl, denn hier gibt es kleine Geschäfte und Restaurants mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten. ( Wenn man tagsüber die leckeren Pommes Frites gegessen hat, ist das genau richtig). Die U-Bahn Anbindung ist sehr gut und Saint- Gilles ist nicht weit entfernt von den Straßen der Antiquitätenhändler und Galerien, sowie vom Place du Jeu de Balle, wo täglich ein großer Trödelmarkt stattfindet.

Ein Eldorado zum Staunen und Fotografieren

Setzen sie sich in ein Café am Platz und beobachten Sie die Leute beim Stöbern auf dem Markt oder wie sie stolz ein Schnäppchen nach Hause tragen. Oder schlendern Sie durch die umliegenden Gassen und entdecken Wandmalereien

oder, wenn Sie Richtung Altstadt gehen, die vielen schönen Häuser und Passagen.

Im rechten Art Deco Gebäude ist ein Musikmuseum untergebracht, links unten sieht man eine der Passagen, in der sich u.a. mehrere Schokoladengeschäfte befinden.

Spannende Museen gibt es in Brüssel wirklich viele, wir besuchten u.a. das königliche Museum der schönen Künste (in diesem Gebäudekomplex ist auch das Magritte Museum untergebracht) und den Coudenberg Palast mit seinen Katakomben.

Auch nach Einbruch der Dunkelheit ist Brüssel sehenswert, egal ob es Parkanlagen, Plätze, Gebäude, kleine Gassen oder interessante Schaufenster sind.

Das war der Schnelldurchgang eines langen Wochenendes. Drei Tage sind für Brüssel zu wenig. Uns fehlen beispielsweise noch das Europaviertel, das afrikanische Quartier, das „In“-Viertel oder auch zwei sehr schöne Parks. Also mindestens noch einmal hin!

Tim und Struppi hautnah

Vor einigen Wochen waren mein Mann und ich für ein langes Wochenende in Brüssel. Bevor wir in die Innenstadt von Brüssel fuhren, besuchten wir in Louvain-la-Neuve ein Museum., das dem Illustrator Hergé, dem Vater von Tim und Struppi, gewidmet ist. Obwohl ich überhaupt kein Comicfan bin, wollte ich es unbedingt sehen, denn die Abenteuergeschichten von Tim und Struppi waren in der Coronazeit ein Mittel, meine Stimmung zu verbessern.
Das Museum wurde 2009 eröffnet und ist sehr weitläufig und modern.

Das Museum liegt in der Rue du Labrador 26, das ist auch die Adresse von Tim und Struppi in den Comicbüchern.

Die Ausstellung erstreckt sich über mehrere Etagen und ist nach Themen aufgeteilt. Gleich im ersten Saal sieht man Originalskizzen von Hergé, sowie auch originale Skriptseiten von einzelnen Geschichten.

Hier bekommt man schon eine erste Ahnung, wie viel Arbeit in einem Comicheft steckt. In weiteren Räumen wird dann auf den Inhalt jedes einzelnen Heftes eingegangen und neben dem Prozess des Zeichnens (und später auch des Kolorierens) erfährt man viel darüber, wie Hergé für jeden neuen Band recherchiert hat. Das war ihm eine Verpflichtung, denn die Geschichten um Tim und Struppi waren zwar für Kinder geschrieben, aber jedes Abenteuer hatte auch einen historischen Hintergrund oder blickte in die Zukunft. (Hergé nahm sich z.B. 1954 bereits der Mondlandung an und erzählt von ihr sehr realistisch). So wurden auch Erwachsene zu treuen Lesern.
Durch das Recherchieren wurde Hergé zum Sammler von außergewöhnlichen Dingen, die man im Museum auch bestaunen kann. Letztendlich erfährt man auch Einiges über Hergé als Person.

Bild Mitte rechts: Bevor Hergé mit seinen Tim und Struppi Geschichten berühmt wurde, verdiente er sich als Illustrator von Werbeanzeigen sein Geld. Links: Tim und Struppi Bücher sind in zig Sprachen übersetzt worden, eine Wand zeigte ein paar Beispiele.

Nach einer mehrstündigen Besichtigung stärkten wir uns im Museumscafé, in dem man auch gut essen kann.
Ich erwähnte es oben schon: Welche Arbeit steckt in einer Comicgeschichte! Wir waren nach dem Museumsbesuch tief beeindruckt und ich werde im nächsten Winter alle Geschichten „mit einer neuen Brille“ noch einmal lesen.

Nächste Woche erzähle ich noch ein bisschen über unseren Aufenthalt in Brüssel, vielleicht ist ja eine Anregung für Sie dabei.

Humorvoller Sommerabschied und Winterankunft mit Martin Parr

Am Sonntagnachmittag war ich mal wieder in Düsseldorf, um die Retrospektive des britischen Fotografen Martin Parr zu besuchen. Es ist schon lange her, dass ich so oft in einer Ausstellung schmunzeln musste. Da ich aus Copyrightgründen keine Fotos von Parr zeigen darf, füge ich in diesen Beitrag ein paar Fotos von mir ein und versuche damit, ein bisschen die Atmosphäre der Ausstellung wiederzugeben.

Hauptthema der Ausstellung sind Fotos von Kleingartenbesitzern in Düsseldorf und Krefeld. In jedem Foto stecken Details, die obskur, anheimelnd oder auch überraschend sind. Wo und wie lassen sich die Besitzer in ihrem Garten fotografieren? Das zu sehen ist sehr aufschlussreich.

Aber genauso gelungen sind Parrs Bilder von Menschen in englischen und belgischen Seebädern- da kamen bei mir viele eigene Urlaubserinnerungen und Sommergefühle auf.

Engländer- das Volk der Hardcore-Picknicker
Des einen Leid, des anderen Freud…

Auch seine farbenfrohen Bilder aus Mexiko stimmten mich noch einmal sommerlich.

Was in den nächsten Monaten auf uns zukommt, nämliche graue Regentage, war für Parr aber auch Grund genug, mit seiner Kamera loszuziehen. Schwarzweiße Fotos, trübe, grau und dann entdeckt man plötzlich wieder ein Augenzwinkern des Fotografen. Herrlich!

Und was kann man noch im Winter machen, wenn man sich mit dem Fotografieren beschäftigen will? Parr hat über Jahrzehnte Fotostudios besucht und wünschte dort, dass man von ihm ein Porträt in ungewöhnlicher Umgebung. anfertigen. So sehen wir Herrn Parr z.B. zusammen mit Herrn Putin, er ist Astronaut oder schwebt in einer Schneekugel.

Die Ausstellung geht noch bis zum 10.November. Gönnen Sie sich den Spaß und schaufeln Sie sich zwei Stunden Zeit für die Ausstellung frei. Weitere Infos finden Sie hier:

https://www.nrw-forum.de/ausstellungen/martin-parr

Und noch ein Tipp: Wenn Sie an einem Sonntag die Ausstellung besuchen, parken Sie auf der Emmericher Straße kostenlos und gehen Sie dann über den alten Golzheimer Friedhof zum Museum. Oder Sie kommen wegen des Friedhofs noch einmal extra, denn hier gibt es auch Einiges zu entdecken.

https://www.duesseldorf.de/stadtgruen/park/golzheimer-friedhof.html Golzheimer Friedhof – Landeshauptstadt Düsseldorf