Kraniche-Besuch bei Vögeln (1)

Letzte Woche fuhren wir nach Diepholz nördlich von Osnabrück. In der Umgebung der Kreisstadt gibt es noch kleine Stellen von altem intakte Moor, bzw. bemüht man sich seit einigen Jahren, neue Moorwiesen zu gestalten. Der Grund sind Kraniche, die dieses Gebiet als Schlafplätze erwählt haben. Tagsüber finden sie auf den umliegenden Feldern Nahrung und können sich Reserven für den langen Flug anfuttern. Diese Gegend ist inzwischen bei den Kranichen so beliebt, dass in Hochzeiten bis zu 80000 Vögel dort eine Pause einlegen. Für alle, die einmal Kraniche beobachten möchten, also eine erfolgsversprechende Stelle.
Im Internet gibt es mehrere Seiten, mit denen man sich auf einen Besuch bei den Kranichen vorbereiten kann. Mir gefiel diese am besten:

https://www.naturpark-duemmer.de/juwelen-im-naturpark/kraniche/beobachtungspunkte-fuer-kraniche.html

Es gibt dort eine Karte, auf der man sich einen Überblick der Beobachtungsplätze verschaffen kann. Die einzelnen Plätze werden beschrieben, jeder hat andere Voraussetzungen.

(Mal liegen sie näher an den Feldern, mal direkt unter einer Einflugschneise in das Moorgebiet, das bei den Schlafplätzen nicht betreten werden darf).

Ich wählte nahe von Rehden den Aussichtsturm in Hemsloh, Moordamm Nr. 10.

Obwohl wir an einem Wochentag da waren, gab es viele Besucher. (Was ist dort an den Wochenenden los?) Wir waren um 16.30 Uhr da, der Sonnenuntergang war für 18.17 Uhr angekündigt. Fast alle tummelten sich um oder auf dem Turm mit Blickrichtung zum Moor. Da wir noch etwas Zeit hatten, der Einflug der Kraniche sollte ca. 1 1/2 Stunden vor Sonnenuntergang beginnen, machten wir noch einen kleinen Spaziergang weg vom Turm, Richtung Felder. Die beste Entscheidung des Tages!

Schon bald entdeckten wir die ersten Kraniche auf einem Feld. Die anderen Vogelbeobachter, die wir am Parkplatz gesehen hatten, waren Profis mit 500 mm und mehr Zoomobjektiven. Damit konnte ich nicht dienen, mein Zoom war nur 200 mm stark. Wir hatten aber auch noch ein Fernglas dabei und damit sahen wir die Kraniche „hautnah“. Porträtfotos waren nicht möglich, da Kraniche sehr geräuschempfindlich sind und man einen gewissen Abstand einhalten sollte, damit sie nicht wegfliegen.

Ja und dann hörten wir sie am Himmel…Erst einige, dann wurden es immer mehr, ein Spektakel, das bei mir Gänsehaut erzeugte.

Da wir alleine am Feldrand standen, war um uns herum Ruhe, sodass wir schon früh hörten, aus welcher Richtung eine neue Kranichgruppe angeflogen kam. Nicht immer verständigten sie sich durch Rufe und man hörte in der Stille manchmal nur die Flügelschläge.

Wir konnten uns nur schwer von unserem Platz trennen und erst als es schon dämmerte, gingen wir zu unserem Auto zurück. Was für ein Erlebnis!

Noch bis ca. Mitte November können an dieser Stelle Kraniche beobachtet werden. Im Frühjahr machen die Vögel dann auf ihrem Rückflug hier wieder eine Pause, allerdings sind es dann nicht so viele Vögel.

Tipp 1: Sollten Sie auch einen Kranichausflug planen und diese Beobachtungsstelle wählen, parken Sie ihr Auto auf dem Parkplatz, gehen dann aber bis zu der Ecke Graben Am Bruchholz/ Moordamm und biegen dann rechts ab. Hier war unser Standpunkt. Möchten Sie beim Turm bleiben, vergessen sie nicht das Mückenspray- man merkt die Nähe des Moors.

Tipp 2: Da wir merkten, dass wir viel zu früh ankommen würden, machten wir eine Mittagspause in der Kurstadt Bad Rothenfelde. Hier gibt es diverse Restaurants und nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Rundgang im Kurpark. Bei den Kuren liegt der Schwerpunkt auf Lungenkrankheiten und so stehen hier zwei Salinen. In der neueren kann man innen etwas entlanglaufen und die gute Luft einatmen. Am Ende liegt ein Nebelraum mit noch besserer Luft, in dem man 15 Minuten sitzen und bewusst atmen kann.

Teil 2 zum Thema Vögel beobachten kommt in Kürze. Dann geht es um Eulen und Greifvögel.


Vogel des Jahres 2023

GEFÄHRDET

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Zuerst rief ich in meinem Blog auf, sich an der Wahl zum „Vogel des Jahres“ zu beteiligen. Jetzt ist er gewählt!

Wer möchte mit abstimmen? Hier geht es zu der Seite des NABUS:

https://www.vogeldesjahres.de/?utm_source=Interessenten&utm_campaign=df15922df9-EMAIL_CAMPAIGN_DO22KW37&utm_medium=email&utm_term=0_af58dac727-df15922df9-267601387

Man muss einen der fünf Vögel nur anklicken, dann öffnet sich das Abstimmungsfenster. Bis zum 27.Oktober kann man noch mitmachen.

P.S. Heute, am 28.10 lese ich, dass das Braunkehlchen zum Vogel des Jahres gewählt wurde. Es ist stark vom Aussterben bedroht, da sein Lebensraum, feuchte Wiesen, um geben von Büschen oder Zaunpfählen, immer seltener wird.

Auf der Insel Trischen

Die Autorin Anne de Walmont ist eine außergewöhnliche junge Frau. Sie möchte in ihrem Leben Vieles ausprobieren und bewirbt sich nach einem Studium der Musikwissenschaft, der Skandinavistik und einer Lehre als Schneiderin als Vogelwartin auf der Insel Trischen. Trischen (Trieschen ausgesprochen), liegt im Wattenmeer 20 Km vor Cuxhaven und ist ein Vogelschutzgebiet, das von Menschen nicht betreten werden darf. Die Autorin bekommt den Zuschlag und beobachtet 2019 sieben Monate lang die Vogelwelt und die geologischen Veränderungen der Insel. Ihre Tagebuchaufzeichnungen darüber sind lebhaft und liebevoll geschrieben, die Autorin ist eine Beobachterin, die wahrlich mit dem Herzen sieht und dies auch auf stimmungsvollen Fotos dokumentiert. Wie unterhaltsam kann das Zählen von Vögel sein, wie unterschiedlich wirken die Insel und der Himmel bei Ebbe, bzw. bei Flut. Und was gibt es Kurioses zu berichten… Wie kommt z.B. plötzlich ein Reh auf die Insel? Aber auch auf einer anderen Ebene ist dieses Buch sehr lesenswert. Die Autorin schreibt offen über ihr Seelenleben während dieser sieben Monate. Der einzige menschliche Kontakt ist Alex, der alle paar Tage mit seinem Schiff vorbeikommt und ihr Lebensmittel bringt. Sonst ist sie allein, lebt in einer karg eingerichteten Hütte auf Stelzen (siehe auf dem Buchumschlag) und muss besonders im Herbst den Stürmen widerstehen, bei denen das Meer die Insel überschwemmt und nur noch ihre Hütte aus dem Meer herausgucken lässt. Sie hat keine Angst, aber ungeheuren Respekt vor dem Wattenmeer.
Anne de Walmont möchte mit ihrer Arbeit einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass die Insel Trischen noch lange ein sicherer Rückzugsort für viele Vögel bleibt. Das Buch hat sie geschrieben, um zu zeigen, was wir Menschen verlieren, wenn wir die Natur nicht mehr schützen und wir sollten Tieren das gleiche Lebensrecht einräumen, wie wir es für uns Menschen selbst beanspruchen. Alles andere ist ein Armutszeugnis für den „Homo sapiens“.

Seen für die Seele (Havellandurlaub 2)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist wohl inzwischen das deutsche Mekka für alle Wassersportler und es ist dementsprechend oft überlaufen. Eine Alternative könnte das Havelland sein. Wir lernten während der einen Woche verschiedene Seen und die Havel an mehreren Stellen kennen.

Der Mühlensee bei Vehlefanz – er erzählt Geschichte. Der Spaziergang dauerte
1 1/2 Stunden und war dank seines ausgebauten Weges besonders geeignet für einen nieseligen Regentag.

Der kleine Ort Linum mit seinem Netz aus Seen steht stellvertretend für alle Gewässer, in und an denen man Störche, Kraniche, Gänse und viele andere Vögel beobachten kann. Auch hier sind die Spazier-und Wanderwege gut ausgebaut, oftmals gibt es Beobachtungsstationen und Informationsschilder oder NABU-Anlaufstellen.

Zu den Seen führen oftmals schöne Alleen. Als Stellvertreter aller Vögel habe ich den kecken Berliner Spatz ausgesucht.

Schließlich gibt es noch ein großes Angebot für Wassersportler und Schwimmer. Im letzten Beitrag zeigte ich Ihnen schon ausleihbare Flöße, aber Kajaks, Kanus, Ruder- und Tretboote, Moto-und Segelschiffe sowie Hausboote stehen ebenfalls an vielen Stellen zur Verfügung. Persönlich war ich von den vielen erlaubten Möglichkeiten angetan, an den Seen in kleinen Buchten schwimmen gehen zu können. (Siehe dazu auch den Beitrag „Begleiter durch den Sommer- ein Buch über 52 Seen in und um Berlin).

Schwimmen im Wannsee, unten ein kleiner Hafen in Werder.

In vielen Orten ist diese maritime Atmosphäre zu spüren, es herrschen „Good Vibrations“, wie man so schön sagt. Was mir übrigens aufgefallen ist: Für Wohnmobile gibt es an den Seen oft schöne Plätze, die nicht überlaufen waren.

Wochenstart mit Sommerlaune (Französischstunde Nr. 30)

Ich möchte Ihnen zum Wochenanfang ein bisschen Sommer schenken. Und wer Französisch lernt, kann gleich noch ein bisschen üben. Der Text des Liedes ( von 1986) ist nicht schwer zu verstehen.

Ça fait rire les oiseaux.
Ça fait chanter les abeilles.
Ça chasse les nuages
et fait briller le soleil.
Ça fait rire les oiseaux et danser les écureuils.
Ça rajoute des couleurs aux couleurs de l’arc-en-ciel.
Ça fait rire les oiseaux,
oh, oh, oh, rire les oiseaux.
Ça fait rire les oiseaux,oh, oh, oh, rire les oiseaux. 

Une chanson d’amour,
c’est comme un looping en avion:
ça fait battre le cœurdes filles et des garçons.
Une chanson d’amour,c’est l’oxygène dans la maison.
Tes pieds touchent plus par terre,
t’es en lévitation.
Si y a de la pluie dans ta vie,
le soir te fait peur,la musique est là pour ça.
Y a toujours une mélodie pour des jours meilleurs.
Allez, tape dans tes mains: ça porte bonheur.
C’est magique, un refrain qu’on reprend tous en chœur. 

 T’es revenu chez toi
la tête pleine de souvenirs:
des soirs au clair de lune,des moments de plaisir.
T’es revenu chez toi et tu veux déjà repartir
pour trouver l’aventure qui n’aurait pas dû finir.
Si y a du gris dans ta nuit,
des larmes dans ton cœur,la musique est là pour ça.
Y a toujours une mélodie pour des jours meilleurs.
Allez, tape dans tes mains :ça porte bonheur.
C’est magique, un refrain qu‘on reprend tous en chœur. 

.https://lyricstranslate.com

Tagtagebuch

Ich wollte immer schon einmal ein Tag-Tagebuch als Blogbeitrag schreiben, um zu gucken, was für schöne Momente trotz grauem und kalten Wetters und der C-Endlosschleife an einem Tag möglich sind. Vorgestern war es soweit:

8.30 Uhr: Ein Dompfaffpaar im Garten! Nach so langer Abwesenheit freue ich mich sehr.

9.40 Uhr: Mit der Hand über meinen Lavendel in der Küche gewuschelt.

An der Hand riechen, Augen zu: Ich sitze auf dem Marktplatz von Biot, sehe den Boulespielern zu und trinke einen Pernod. Augen auf. Draußen hat es gerade wieder geschneit. Na und?

10.05 Uhr: Endlich mal den Trinkalarm ausprobieren. Ein Geschenk einer Bekannten, weil ich immer zu wenig trinke. Das Geschenk hatte ich zu gut weggeräumt, jetzt aber wiedergefunden…. Alle 20 Minuten leuchtet der Untersetzer, der am Laptop angeschlossen ist, blau auf und gibt Töne von sich, die erst wieder aufhören, wenn man getrunken hat. Es funktioniert.

11 Uhr bis 11.30 Uhr. Regenpause ausgenutzt und zum Briefkasten gegangen. Dabei kurzen Abstecher zum Bücherschrank, wieder ein bisschen Beute gemacht:

Das Buch links soll laut Terry Pratchett das komischste Buch seit 500000 Jahren sein, das Cover des mittleren Buches von 1958 fand ich schön und die Geschichten wollte ich immer schon einmal lesen. Beim rechten Buch machte mich der Autor neugierig. Von ihm habe ich schon zwei Bücher gelesen, er schreibt düster, aber teilweise auch witzig, man muss in Stimmung für seine Bücher sein. Aber vielleicht bin ich das ja demnächst einmal.

12.40 Uhr: Habe noch einen Rest leckerer Bärlauchsuppe im Kühlschrank, genau richtig bei dem kalten Wetter. Hier das Rezept von „Camouflage 165“ auf Chefkoch.de:

Man braucht für vier Portionen:

100 g Bärlauch, frisch
5 m.-große Kartoffel(n) 
Zwiebel(n) 
1 Liter Gemüsebrühe 
50 ml Sahne 
Salz und Pfeffer 
2 EL Butter

Die Zwiebel schälen und würfeln, die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden.
Die Zwiebel in einer Pfanne mit der Butter anschwitzen, bis sie goldgelb ist. Mit der Brühe aufgießen und Kartoffeln sowie Bärlauch beifügen, dabei vier Blätter Bärlauch für die Garnitur zurückbehalten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und langsam köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. 
Dann die Suppe mit einem Pürierstab mixen und zum Schluss die Sahne unterrühren. 
Nochmals kurz aufkochen lassen und heiß, mit dem Bärlauch garniert, servieren.

14.50 Uhr: Französische Teepause mit Lieblingskeks.

15.20 bis 16.50 Uhr: Gebügelt mit amüsantem Hörbuch als Begleitung.

Besprechung folgt nächste Woche!

Ab 17.15 Uhr: Neue Postkarten geklebt. diese z. B. ist tagesaktuell:

Steigende Bildungsdefizite

22.10 Uhr: Noch ein bisschen lesen…Solche Lektüre macht mir bewusst, wie dankbar ich sein kann, ein Buchmensch zu sein.

Das war die heutige schöne Momente- Ausbeute. Ich bin zufrieden.

Spaziergang früh morgens um 4.30 Uhr

Noch Stille bei den Vögeln,
ein paar Sterne blinken mich an.
In einer Siedlung legen die Bewegungsmelder
eine Extraschicht für mich ein.
Hinter einem hellen Fenster sitzt ein Mann
an einem Küchentisch
und starrt auf den Bildschirm seines Laptops.
Ihm scheint warm zu sein,
in meiner Augenhöhe hat er nichts an.
Eine Amsel meldet sich,
aber sie erhält noch keine Antwort.
Auf der Hauptstraße knattert eine Vespa vorbei
und hinterlässt ihren typischen Benzingeruch.
Ciao Napoli!
Auf dem Rückweg kommt mir eine Frau entgegen.
Meinen Morgengruß erwidert sie nicht,
aber ihr dreibeiniger Hund schaut mich herzig an.
Leere Busse haben es eilig und verzichten auf Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Fast wieder zuhause, kreuzt ein Jogger meinen Weg.
Er telefoniert. Um 10 Uhr wird er sich mit Uwe im Konferenzraum treffen.
Der Tag hat begonnen.

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Spaziergang morgens früh um 5 Uhr

Die frische Morgenluft ist die erste Dusche an diesem Tag.
Gehe los und störe zwei Amseln,
die sich schon angeregt über ihre Träume unterhalten.
Stille.
Ein paar Schritte weiter sitzt ein stattlicher Hase und sieht mich an.
Soll er weglaufen? Er bleibt sitzen.
Stille,
wäre da nicht das Geknirsche unter den Schuhen,
wenn man auf einem Feldweg läuft.
Eine alte gebrechliche Frau kommt aus einem Bauernhaus und
holt die Tageszeitung aus dem Briefkasten, lächelnd wünscht sie einen guten Morgen.
Ein paar Gänse fliegen am Himmel- gen Süden?
Ein Baby weint hinter einem halbhochgezogenen Rolladen, fast wird es überstimmt von Spatzen, deren Geschilpe im Hinterhof widerhallt.
Stille,
bis eine Taube auf einem Schornstein zu gurren anfängt,
einer Alternative zu einem Wecker, wenn das Schlafzimmer in der Nähe ist.
Stille.
Betörender Duft von Lindenblüten-
ich bleibe stehen und genieße den Sommer.
Fast schon wieder Zuhause, lacht mich die erste reife Brombeere an.
Sie ist süß.