Fotografieren im Wald

Am Sonntag war ich zum ersten Mal in meinem Leben in der Leucht. Wir suchten uns für den Osterspaziergang den Weg A6 aus (6,3 km). Das schöne Wetter und die Tatsache, dass ich schon lange nicht mehr in einem Wald war, schärften wohl meine Sinne und ich fand viele Fotomotive.

Diese Fotos machte ich auf dem ersten Teil des Rundwegs.

Auf dem zweiten Teil des Spaziergangs ging es nur schnurstracks geradeaus, doch auch hier gab es viel zu sehen.

Zwei Naturdenkmäler: Rotbuchen, die ca. 250 Jahre als sind.
Das frische Grün der Buchenblätter flirrte in der Sonne, Schattenspiele gab es viele.
Kleine Überraschungen am Weg: Tannenbaum mit Ostereiern, Waldbesucher, Wünschelrutenbaum

Oberhausensonntag

Am Sonntagmorgen empfahl ich Ihnen eine Sendung über den Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, dessen bedeutende Gemäldesammlung u.a. im Essener Folkwangmuseum zu sehen ist. Wie der Zufall es will, besuchten wir mit Freunden am selben Sonntag in Oberhausen das „Rheinische Industriemuseum“. In der Sendung und beim Museumsbesuch tauchte jeweils der Name Peter Behrens auf.

Diese Ausstellung sahen wir uns an:

Wir machten eine Führung mit, die Meinungen zu der Ausstellung waren bei uns vier Personen unterschiedlich. Da ich sehr gerne fotografiere, fand ich die Erläuterungen, wie unser heutiges Sehen und künstlerisches Fotografie-Empfinden von den Umwälzungen in der Fotografie z.Zt. der Weimarer Republik noch beeinflusst werden, sehr interessant. Die Qualität der gezeigten Fotos und ihre Aussagekraft sind beeindruckend. Mein Mann und unsere Freunde hatten wohl eher eine Führung über die Geschichte der Weimarer Republik erwartet. Was uns alle vier wunderte: Die über 300 Bilder wurden in diesem großen Gebäude leider nur auf engem Raum präsentiert, so dass bei der Führung ein unbeschwertes Ansehen der Fotos kaum möglich war. Hätte man da nicht etwas großzügiger mit dem Platz sein können?

Wenn Sie mehr über die Ausstellung wissen und ein paar Fotos sehen möchten:
https://industriemuseum.lvr.de/de/die_museen/peter_behrens_bau/ausstellungen_7/sonderausstellung/inhaltsseite_73.html

Der Zufall: Von Peter Behrens, der einen Teil des Folkwangmuseums entworfen hat, stammt auch das Gebäude in Oberhausen und in der 5. Etage gibt es eine permanente Ausstellung über das Lebenswerk von Behrens. Er war ein äußerst umtriebiger Architekt und ein bedeutender Botschafter des Jugendstils und der späteren Bauhaus-Periode. Viele Fotos zeugen von der Schönheit der Inneneinrichtungen der Gebäude. Einige kann man heute noch bewundern, wie beispielsweise in Darmstadt.

Nach den beider Ausstellungen stärkten wir uns im liebevoll eingerichteten und gemütlichen „Geli‘s Café“ in Oberhausen Osterfeld.

Da das Café nicht sehr groß ist, sollte man einen Tisch vorab reservieren.

Trotz des üblen Wetters konnten wir über diesen Sonntagnachmittag nicht meckern.

Ausflug zum Seewerk

In Moers/Kapellen liegt der Silbersee. Hier habe ich schwimmen gelernt und meine Eltern und Großeltern fuhren in den 60er Jahren gerne zum Kaffeetrinken in das dazugehörende Ausflugslokal. Irgendwann war das Lokal geschlossen und der Silbersee wurde für mich zu einer Kindheitserinnerung.

Und dann sahen mein Mann und ich vor ca. 2 Wochen zufällig im Fernsehen „Westart“ mit einem Bericht über das Seewerk am Silbersee. Seit 2009 sollte es quasi vor unserer Nase einen Skulpturenpark, Museumsräume und Werkstätten geben? Wir konnten es nicht glauben, dass wir das nicht mitbekommen hatten.
Am Sonntag besuchten wir das Gelände und waren beeindruckt. Hier ein paar Impressionen:

Auf dem Außengelände kann man auf Entdeckertour gehen
Der Künstler ANATOL arbeitete hier bis zu seinem Tod 2019 und es gibt auf dem Gelände einen Erinnerungsraum und ein kleines Museum
Dieses Werk von Manuel Franke hat es mir besonders angetan und meine Fotoexperimente haben gerade erst angefangen…

Am jetzigen Wochenende kann man zum letzten Mal ohne Voranmeldung das Seewerk besuchen. Mehr Informationen über diesen niederrheinischen Kunst-Hotspot gibt es hier: https://das-seewerk.de/

Wir waren anschließend im nahe gelegenen Bauernhofcafé „Café Frieda“ in Moers-Holderberg. http://www.cafe-frieda-moers.de/Aktuelles/. Sehr leckerer Kuchen!

Ein Tipp für einen abwechslungsreichen Sonntagnachmittag.

Erst gucken, dann buddeln

Seit Anfang des Monats sind wieder einige private Gärten am Niederrhein geöffnet.

https://www.kleve-tourismus.de/reisefuehrer/natur-in-kleve/offene-gaerten-im-kleverland

Ich habe am Sonntag eine gärtnerische Wissenslücke geschlossen und mir u.a. die über die Niederrheingrenzen bekannten Gärten von Herrn Lucenz und Herrn Bender und von Mutter und Tochter Imig angesehen. Einfach mal wieder über den eigenen gärtnerischen Tellerrand schauen, Ideen sammeln und neue Pflanzen kennenlernen. Vielleicht bringe ich Sie ja auf den Geschmack?

Was mich bei den besuchten Gärten besonders faszinierte, das waren die Ausblicke auf die niederrheinische Landschaft. Neben den beiden oben erwähnten Gärten sah ich mir noch den „gARTen Atelier Peters“ und „Viller the Garden“ an.
Pflanzen, mit denen ich für meinen Garten liebäugele. Rechts unten z.B. ein Paradiesbaum (Elaeagnus „Quecksilber“), der wunderbar duftet und auch in Töpfen gepflanzt werden kann. Zur Bestimmung der Pflanzen eignet sich sehr gut die kostenlose App „PlantNet“.
Besonders im Garten der Imigs bekommt man schöne Präsentationsideen.

Alle Gärten liegen im nahen Umkreis von Bedburg-Hau. Um sich zwischendurch zu kräftigen, eignet sich beispielsweise der Landgasthof Westrich. Er hat eine großzügige Terrasse, von der man ebenfalls „puren Niederrhein“ und leckeres Essen genießen kann.

Keine bezahlte Werbung!

Und zum Kaffeetrinken? Decke mitnehmen, ein Kaffeetrinkenpicknick machen und weiter die Seele baumeln lassen oder Buddelpläne für den eigenen Garten schmieden.

Besuch bei einem Papiertheater

Am Sonntag waren mein Mann und ich im St. Laurentius Museum in der Rheinhauser Eisenbahnsiedlung. Wir hatten eine Einladung zu Papirniks Papiertheater bekommen. Es sollte die Oper „Abu Hassan“ von Carl Maria von Weber aufgeführt werden. Ich war sofort Feuer und Flamme, denn in Spielzeugmuseen haben mich alte Papiertheater schon immer fasziniert.

Zuerst erzählte uns Herr Papirnik (er heißt wirklich so und seine Familie hat seit mehreren Generationen immer etwas mit Papier zu tun) über seinen Werdegang als Betreiber eines Papiertheaters, dann gab er uns einen kurzen Überblick über den Inhalt der Oper, die er auf ca. 30 Minuten gekürzt und mit ein paar Texten versehen hatte.

Sobald das Licht aus und der Vorhang hochgezogen war, befand man sich in einer Welt aus 1001er Nacht. Die nach alten Vorbildern neu gedruckten Puppen und Bühnenbilder waren zauberhaft. Die Texte der einzelnen Personen hatten zuvor Arbeitskollegen von Herrn Papirnik auf Band gesprochen. Sie hatten einen Hauch von Ruhrpottambiente und machte die an sich schon lustige Oper noch ein bisschen witziger. Die Opernarien kamen ebenfalls vom Band.

Die Aufführung war viel zu schnell vorbei, es gab viel Applaus mit mehrere Vorhängen. Nach der Vorstellung hatte man dann noch die Gelegenheit, hinter die Bühne zu gucken und Herr Papirnik beantwortete geduldig alle Fragen zur Geschichte und der Technik des Papiertheaters.

Das Lorettoviertel in Düsseldorf

Am letzten Samstag nahmen wir an einer Führung durch das Lorettoviertel in Düsseldorf-Unterbilk teil. Kennen Sie es? Waren Sie in den letzten 3 oder 4 Jahren dort? Früher war die Lorettostraße mit ihren Nebenstaßen eins der beschaulicheren und ruhigeren Viertel von Düsseldorf. Doch das ändert sich seit ein paar Jahren zunehmend. Immer mehr ausgefallene Restaurants und Cafés siedeln sich dort an, ebenso kleine inhabergeführte Geschäfte mit ungewöhnlichen Angeboten.

Unsere Führung begann bei der Kirche St. Martin. Hier erfuhren wir etwas über die Geschichte der Kirche, die mit der Geschichte Bilks eng verbunden ist. Da diese Führung nicht nur etwas für den Geist war, sondern auch für das leibliche Wohlbefinden, steuerten wir danach das Café „Don Melone“ gegenüber von der Kirche an. Dort bekamen wir ein köstliches Bananenküchlein serviert.(Der Duft des Kuchens…-Siehe Beitrag von gestern!) Die Stimmung im Café war sehr nett, ich wäre gerne direkt noch ein bisschen geblieben.

Aber es ging weiter, vorbei an schönen Wohnhäusern aus der Zeit des Historismus und der Gründerzeit.

Der zweite Halt war vor diesem Schokoladengeschäft.

Leider war es schon geschlossen, doch unsere Begleitung, Frau Knauer-Wagner, holte aus ihrer Tasche eine kleine Dose mit Kühlaggregat und reichte sechs Salz-Karamell-Pralinen herum, die aus diesem Geschäft stammten. Einhellige Meinung: Schokogenuss zum Niederknien.

Wir gingen zum „Friedensplätzchen“, über den es auch Einiges zu erzählen gab, wie anschließend auch über das alte Polizeipräsidium, das während des zweiten Weltkrieges ein Gebäude der Nazis war.

Noch drei weitere kulinarische „Haltestellen“ machten diese Führung sehr abwechslungsreich. Wir hielten bei einem vietnamesischen Restaurant an, in dem wir leckere gefüllte Baguettekostproben bekamen und in einem Weinlokal mit über 150 offenen Weinen konnten wir etwas Flüssiges genießen. (Eine erfrischende selbstgemachte Beerenlimonade-besser als Wein bei den doch wieder hohen Temperaturen).

Im „Efin“, einem helenischen Restaurant ohne der üblichen „ Überfülltetellermentalität“,gab es Zucchini-Plätzchen mit Tzatziki. Zu allen besuchten Lokalen konnte Frau Knauer-Wagner die Entstehungsgeschichte erzählen.

Das Lorettovietel bietet wirklich jedem etwas.

Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, Weihnachtseinkäufe dort zu erledigen, zwischendurch neue Cafés auszuprobieren und noch das ein oder andere Fotomotiv zu entdecken. Oder mal an einem Pralinenworkshop teilzunehmen oder mal den Bauernmarkt zu besuchen oder mal…

Wenn Sie Lust auf eine Führung bekommen haben, hier geht es zu der passenden Website von Frau Knauer-Wagner:

Kultur findet Stadt(t)

Gleich zwei neue Veranstaltungsorte lernten wir am Wochenende und vorgestern kennen.

Am Wochenende waren wir in Krefeld, wo unter dem o.g. Motto an drei Tagen am verschiedenen Orten Kulturelles angeboten wurde. Wir besuchten den Willy-Göldenbachs-Platz, wo unter freiem Himmel das „Triadische Ballett“ von Oskar Schlemmer aus dem Jahr 1922 in einer neuen Interpretation zu sehen war. Ein spannendes Erlebnis anläßlich der 100 Jahre Bauhaus-Feierlichkeiten.

Diese Kulturtage in Krefeld werden zukünftig auf unserem „Veranstaltungsradar“ verankert, wie auch das Programm des Hauses „Kunstwerk“ in Mönchengladbach Wickrath. Man fährt nur eine halbe Stunde und kann im Sommer den Besuch einer dortigen Veranstaltung schön verbinden mit einem Spaziergang im Park des Wickrather Schlosses und anschließend in einem Essen in einem der beiden Restaurants. (Vorher über Öffnungszeiten informieren).

Momentan ist der Park dank vieler Rosen ein Traum in rosa und weiß und auf der Niers, die durch den Park fließt, fangen die Seerosen zu blühen an.

In der „Kunstwerk“ Halle gibt es u.a. eine Veranstaltungsreihe, die da lautet „Pioniere der Welt“. Prominente Menschen werden eingeladen, um einen Vortrag zu halten und ein Interview zu geben. Wir hatten das große Vergnügen, dem englischen Bildhauer Sir Tony Cragg zuzuhören. Er erzählte erst ein bisschen von sich bevor er zu seinem Hauptthema kam: Warum ist die Bildhauerei gerade in einer Zeit so wichtig, in der Vieles steriler, oberflächlicher und vorhersehbarer wird? Interviewt wurde er vom Schauspieler und Moderator Max Moor, dem es gelang, noch ein bisschen mehr die private Seite Craggs offenzulegen. Bei Craggs Antworten blitzte dabei immer wieder sein wunderbarer englischer Humor durch und auch seine Bescheidenheit- in der heutigen Gesellschaft ist er ein „großer Leuchtturm“, wie ihn der Schirmherr der Veranstaltung, Eugen Viehof, in seiner begleitenden Rede nannte.

Auf YouTube gibt es einen guten englischsprachigen Film, in dem Tony Cragg porträtiert wird.

https://youtu.be/T9HDF4JNcb4

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende-bis Montag!

Dick und Doof in Solingen

Die WAZ war schuld, denn sie berichtete vor zwei Wochen von diesem Museum. Da mein Mann und ich bekennende Dick und Doof Fans sind, fuhren wir nach Solingen. Leider verbrachten wir auf dem Weg dorthin einige Zeit auf der A3 wegen einer Baustelle, so dass wir im Museum nur noch eine gute halbe Stunde Zeit hatten, bevor das Museum schloss. Viel zu wenig! Das Museum besteht aus drei Räumen, wo fast jeder Zentimeter mit einem Erinnerungsstück an die beiden Komiker besetzt ist. Um alles zu sehen bräuchte man viel mehr Zeit, denn es kommen auch noch viele alte Fotos in Mappen dazu und ein 20 minütiger Film wird auch gezeigt.

Aber wir bekamen sofort gute Laune, als wir dort waren und staunten und staunten. Hier alles Wissenswerte über das Museeum und ihre beiden Besitzer:

Das Museum liegt nicht weit entfernt von der Mitte Solingen-Walds. Dort gibt es u.a. ein Café und eine Eisdiele, so dass man nach dem Museumsbesuch sich stärken kann. Ein kleiner Rundgang um die Kirche herum rundete unseren Nachmittag ab.

Morgen ist „Frei“-tag, am Samstag habe ich etwas für Ihre Kreativität.

Venlo- Des Tanzes wegen

Letzte Woche hatte ich das Glück, bei der Duisburger VHS einen Platz für eine Fahrt zum Tanztheater nach Venlo zu ergattern. Diese Fahrt wird schon seit mehreren Jahren angeboten und es gibt eine große Gruppe „Stammbesucher“, die jedes Mal mitfahren.

In den 70er Jahren hatte ich mehrere Balletts von Pina Bausch in Wuppertal mit großer Begeisterung gesehen, aber dann war bei mir, aus welchen Gründen auch immer, die Ballettluft heraus und so war dieser Abend nach Jahrzehnten erstmals wieder ein Begegnung mit dem Tanz. Besonders reizvoll fand ich, dass vier kürzere Stücke (20-35 Minuten) von vier verschieden Choreographen unter dem Titel „Settle for More“ aufgeführt wurden. Die Tanztruppe war das „Nederlands Dans Theater“ mit z.T. noch sehr jungen Akteuren (17-23 Jahre).

Ein verantwortlicher Choreograph war der Grandseigneur der niederländischen Tanzszene Hans van Manen. In seinem Stück fanden sich die meisten Elemente aus dem klassischen Tanztheater. Schön, aber nicht so hinreißend wie die Vorführungen von Marco Goecke und Felix Landerer. Beim Ballett von Marco Goecke wurde indische Musik von Ravi Shankar als Grundlage genommen und die Bewegungen der Tänzer erinnerten an Bilder indischer Götter mit vielen Armen und Beinen. Ich konnte es beim Zusehen nicht fassen, welche Bewegungen man mit seinen Beinen und Händen machen kann. Das Stück von Felix Landerer war ebenso erstaunlich ob der Bewegungsabläufe, aber hier kam noch die Musik von Christoph Littmann dazu. Tanz und Musik erinnerten an Huxleys „Schöne neue Welt“ und waren faszinierend unheimlich. Bleibt noch der Tanz von Bryan Arias zu erwähnen, der von der Modernität an den Landerers erinnerte, auch sehr gut, aber verursachte keine Gänsehaut.

Die beiden folgenden Videos sind beide wirklich nur ein Eindrucksschnipsel vom gezeigten Können an diesem Abend. NDT, so die Abkürzung der Tanzformation, tritt in vielen holländischen Städten auf, hier geht es zu der Homepage:

https://www.ndt.nl/en/tickets/events.html

Nächste Woche werde ich das Thema Ballett noch einmal aufgreifen. Morgen mache ich aber erst einmal eine Pause, zum Wochenende gibt es dann wieder etwas Knobeliges.