Auch 2021 wird bei mir rechteckig

Letzte Woche hatten einige Leser und Leserinnen das „Vergnügen“, einen Blogbeitrag in der Entstehung zu lesen. Beim Schreiben merkte ich, dass ich mit dem Text nicht weiterkam und mir auch noch passende Fotos fehlten. Ich speicherte den Entwurf erst einmal ab, ohne auf das Datum der Veröffentlichung zu achten. So erschien das Textskelett am letzten Donnerstag. Ich bitte um Entschuldigung!
Hier nun ein neuer Versuch:

Letztes Jahr beschäftigte ich mich u.a. mit dem Thema Postkarten und stieß dabei auf diese Internetseiten:

https://postsecret.com/ und http://postsecretdeutsch.blogspot.com/

Der Amerikaner Frank Warren und später Sebastian J.Schultheiß aus Deutschland starteten einen Aufruf, anonym auf einer Postkarte ein persönliches Geheimnis zu verraten.
Warren hoffte, für jeden Tag eines Jahres eine Karte zu erhalten, doch es waren tausende, die man ihm zuschickte. Er bekam in den folgenden Jahren immer mehr Zuspruch und der Strom der Postkarten von Kindern und Erwachsenen riss nicht ab. Bücher wurden herausgegeben und Warren richtete die o.g. linke Internetseite ein, auf der bis heute aktuell zugeschickte Karten abgebildet sind..
Die Entwicklung in Deutschland war ähnlich und so erschien 2014 dieser Bildband:

Die meisten Menschen haben Geheimnisse und denken oftmals, sie hätten sie ganz alleine auf der Welt. Dieses Buch zeigt: Wir sind uns ähnlicher, als wir wahrhaben wollen. Viele Geheimnisse drehen sich um Liebe und Freundschaft in allen Variationen und um schulische, berufliche und gesundheitliche Ängste. Verzweiflung und Depression kommen dazu. Es gibt aber auch Geheimnisse ganz anderer Art wie Kindheitserinnerungen oder anarchistische Gedanken. Absender reflektieren ihren eigenen Charakter und meinen, dass man um sie lieber einen großen Bogen machen sollte, weil sie sich selbst für schlecht oder oberflächlich halten. Kleine und große Wünsche werden verraten: Ein Ticket für ein Fußballendspiel, mal wieder das Lieblingslied hören oder ein Kind wünscht sich, dass es seine Fische und Pflanzen am Leben halten kann.
So vielfältig wie die Geheimnisse sind, so breitgefächert sind auch die künstlerischen Talente der Postkartenabsender. Collagen, Zeichnungen, Aquarelle, Fotos, kalligraphische Texte- das Buch überrascht noch nach mehrmaligem Durchblättern.
Auf dem Kleinformat einer Postkarte etwas auszudrücken, das mich beschäftigt, hat für mich einen besonderen Reiz. Zwei Beispiele:

Sammlung Jahrgang 2020/2021 von leere Worthülsen der Politiker

Diese Karte habe ich inzwischen schon verschickt. Trotz Sekundenklebers war bei der Empfängerin nur noch eine Hülse auf der Karte. Ob das ein gutes Zeichen ist???

Demut tut uns immer gut…

Es wird dieses Jahr auch lustige Karten von mir geben. Wenn einige fertig sind, gibt es eine Fortsetzung dieses Artikels.

Signal, Wire, Threema- Alternativen zu WhatsApp?

Am Freitag las ich in der Rheinischen Post einen Artikel über die neuen Nutzungsbestimmungen bei WhatsApp. Diese neuen Vorgaben können Magenbeschwerden verursachen, wenn man sich als Anwender/in über die fremde Nutzung der eigenen Daten ein paar Gedanken macht. Weg von WhatsApp- geht das? In dem Zeitungsartikel wurden einige Alternativen zu WhatsApp genannt und mit ihnen habe ich mich am Wochenende etwas beschäftigt.
Zuerst las ich diesen Artikel im Internet:https://www.netzwelt.de/news/166958_2-whatsapp-alternativen-2021-besten-messenger-android-iphone-vergleich.html

Mit dem kostenlosen „Signal“ fing ich an. Mit meinem Iphone war die Installation schnell erledigt und ich fand drei Bekannte, die ebenfalls schon „Signal“ benutzten. Ihnen konnte ich bequem eine Nachricht schicken und allen WhatsApp-Kontakten ließ ich einen Text zukommen, der darauf hinweist, dass ich nun auch unter „Signal“ zu erreichen bin. Bei diesem Dienst kann man u.a. auch den Verlauf von Chats löschen, finde ich gut.

Nummer 2 war das kostenlose „ Wire“. Als Nachteil stellte sich hierbei heraus, dass bestehende Kontakte nicht synchronisiert werden, ich also nicht angezeigt bekomme, wer Wire installiert hat. Auch blieb das Programm zweimal hängen.

Schließlich investierte ich noch einmalig 3,99 Euro, um „Threema“ herunterzuladen. Bevor man loslegen kann, wird mit dem Abdruck eines beliebigen Fingers ein persönlicher Zahlencode erstellt, der auch mit zur Identifizierung herangezogen wird. Das beeindruckte mich. Bei „Threema“ fand ich dank Kontaktsynchronisation eine Freundin, der ich auch ein passendes „Hallo“ schrieb. Unter den Einstellungen kann man Vieles definieren, z.B. wann Altes gelöscht werden soll, wie viele Bilder oder Videos ein Absender mir schicken darf, wie der Hintergrund meiner Nachricht aussehen soll, wie groß die Schrift sein soll usw.

Ich habe nicht alle Möglichkeiten ausprobiert, die die einzelnen Apps bieten. „Signal“ ist im Bedienungskomfort gut und sicher schon um Einiges beim Datenschutzthema besser, „Threema“ ist in der Datenschutzprofiliga.

Ein Traum: Die neuen Nutzungsänderungen von WhatsApp, die Ende Februar in Kraft treten, bewegen noch andere Leute, sich abzuwenden und einen neuen Dienstleister für Nachrichten zu suchen. Herr Zuckerberg sollte etwas zum Nachdenken bekommen.
Traum 2: Und wenn man schon mal dabei ist: Sich von Google abzunabeln, das ist noch leichter. Ich benutze seit einem guten Jahr die deutsche Suchmaschine „Ecosia“, die auf der Suchmaschine „Bing“ basiert. Der Unterschied: Die Suchanfragen werden gezählt, da der Betreiber dieser Suchmaschine sich verpflichtet hat, pro 45 Suchanfragen einen Baum zu pflanzen. Es gibt somit irgendwo schon einen kleinen „Linda Hain“ mit 57 Bäumen, der von Monat zu Monat größer wird.

Der Herzfaden erreichte mich nicht

Der Roman über die Geschichte der Augsburger Puppenkiste von ihren Anfängen bis zur Ausstrahlung der Jim Knopf Episoden in Fernsehen steht seit mehreren Wochen auf der Bestsellerliste, wurde wohl in fast allen Medien besprochen und dabei z.T. frenetisch gefeiert. Deshalb werde ich keine ausführliche Inhaltsangabe schreiben, sondern merke zum Hörbuch nur an:
Auf die heute spielende Rahmenhandlung hätte ich gerne verzichtet. (Ein pubertierendes Mädchen gerät nach einer Vorstellung auf den Dachboden des Augsburger Puppentheaters, wo sie auf diverse sprechende Marionetten trifft. Das Mädchen findet alles uncool und ist anfänglich nur genervt. Das ändert sich, als sie mit den Marionetten gegen den bösen Kasper kämpfen muss.) In diesem Romanteil gab es meiner Meinung nach Ungereimtheiten und er hätte auch besser lektoriert werden können. Was mich aber in der Hörbuchfassung am meisten störte, war die Stimme von „The Voice“ Christian Brückner ,dem Synchronsprecher in Deutschland. Ich bin von dieser salbungsvollen und z.T. auch weinerlichen Stimme schlichtweg übersättigt und hätte mir gewünscht, dass die jüngere Valery Tscheplanowa, die den anderen Teil des Romans sehr gut liest, auch die Geschichte des pubertierenden Mädchens mit Handy übernimmt, das wäre passender gewesen.
Der Hauptteil des Buches ist besser gelungen, besonders gefielen mir die Passagen, in dem es um das Marionettenspiel selbst geht. Auf Jim Knopf & Co zu treffen, machte mir Freude und das Hörbuch animierte mich, noch einmal tiefer in die Geschichte der Augsburger einzusteigen. Ich schreibe tiefer, weil die Zeit während des Nationalsozialismus zwar auch behandelt wird, mir dies aber recht oberflächlich erschien.
Zusammengefasst: Trotz einiger Ärgerlichkeiten hörte ich wegen des schönen Hörbuchthemas bis zum Ende zu.

P.S. Den Herzfaden braucht der Puppenspieler, um den Ausdruck einer Marionetten zu steuern.

Kunststückchen am Zaun

In den letzten Tagen nutzte ich zwei Regenpausen für eine kleine Radtour und einen Spaziergang. Die Radtour führte mich u.a. Richtung Schwafheimer Meer, wo ich diese Art von Zaunpfählen entdeckte.

Auf den ersten Blick eher hässlich, aber sie wurden für mich zu einer Schatzkiste für Fotomotive, ich musste nur nah genug herangehen. Hier zwei Beispiele:

Bearbeitet man diese Makroaufnahmen weiter (Fotoapp Pics Art), können dabei solche Gemälde herauskommen:

Das war „Kunst am Zaun“ Nr. 1.

Früher stellte ich Ihnen schon meine Kunststückchen vor. In Zeiten von geschlossenen Museen hatte ich die Idee, an der frischen Luft eine Miniausstellung zu improvisieren und da spielten Zäune auch eine wichtige Rolle.

Insgesamt 14 Kunststückchen installierte ich, am nächsten Tag waren bis auf zwei alle weg. Diese nahm ich wieder mit nach Hause, sie bekommen beim nächsten Mal eine zweite Chance.

Mein Weihnachtsstern für Sie

Alles ist diesem Jahr durcheinander gewirbelt, doch der Weihnachtsstern bleibt…
Unbeschwert sein- das ist mein herzlich gemeinter Wunsch für Sie und Ihre Familie für die Weihnachtstage ⭐️?⭐️ Haben Sie eine schöne Zeit!

Nächste Woche melde ich mich wieder.

Französisch deutsche Wörter

Letzte Woche wurden mit einem Silbenrätsel französische Wörter gesucht, die sich auch in der deutschen Sprache durchgesetzt haben. Diese Ausdrücke waren gesucht:

Blamage – Charmeur – Jargon – Engagement – Fauxpas – Kartonage – Malheur – Marotte – Metier – Pardon – Pendant – Promenade – Resümee – Souvenir – Tirade

Ein Buch mit Worttropfen

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen oder liegen irgendwo, lesen gemütlich und es ist still. Idylle. Doch dann hören Sie ein Geräusch. Sie wollen es ignorieren, schließlich genießen Sie gerade Ihre Lektüre, doch die zum Lesen nötige Konzentration lässt nach, dieses Geräusch piesackt Sie. Sie sehen nach, es ist der Wasserhahn, der tropft. Die Irritation ist schnell behoben, doch die Lust aufs Weiterlesen ist vergangen.
Dieses Gefühl hatte ich auch bei dem Buch von Esther Kinsky.

Der Unterschied: Es war kein Wassertropfen, der mich gestört und immer mehr genervt hat, es waren mehrere Worttropfen im Buch.
Kinskys Buch „Am Fluss“ war 2014 für mich ein Ereignis. Ihre Fähigkeit, noch so Unbedeutendes in einer wunderbaren Sprache zu charakterisieren, beeindruckte mich sehr. Jetzt wollte ich mir „Hain“ gönnen, in dem sie über ihre Aufenthalte in Italien schreibt.
Kinskys Lebenspartner(?) M. ist gestorben und sie fährt daraufhin im Winter in eine kleine Stadt bei Rom, wo sie ein Haus auf einem Hügel für mehrere Monate mietet. Durch das Küchenfenster hat sie einen Blick auf den Friedhof, der auf dem gegenüberliegenden Hügel mit seinen hohen Mauern einer Trutzburg ähnelt. Dank der Lage ihrer Unterkunft breitet sich auch ein Teil der Stadt wie eine Miniaturlandschaft vor ihr aus, die sie ebenfalls ausgiebig beobachtet. Eine andere Beschäftigung ist das Erkunden der Gegend zu Fuß. So erzählt sie in kurzen Kapiteln von der Landschaft, den Bewohnern, besonders gerne von Tieren und dem italienischen Winterhimmel mit seinen unwiderstehlichen Blautönen.
Im zweiten Teil des Buches erinnert sich die Autorin an mehrere Urlaube in Italien in den 70er Jahren. Der Vater liebte das Land, die Sprache und die Geschichte. Frau und zwei Töchter mussten immer mit, viele Kirchen, Museen und Ausgrabungsstellen lernte Kinsky auf diese Weise kennen.
Gibt es Eindrücke, die sie aus ihrer Kindheit als erwachsene Frau noch einmal abrufen kann? Welche Gefühle löst Altbekanntes bei ihr aus? Davon handelt das letzte Drittel des Buches. Kinsky fährt nach Ferrara, wandert in der Poebende, sieht sich die Mosaiken von Ravenna an.

Vor fast drei Jahren schrieb ich in meinem Blog über einen Winterurlaub in Rimini. (siehe unten). An diesen musste ich beim Lesen sehr oft denken, denn der „Geländeroman“, wie das Buch auch genannt wird, bot mir ein Fundus an Erinnerungen. In den ersten beiden Kapiteln schwelgte ich geradezu und erfreute mich dabei an der überraschenden, aber immer stimmigen Sprache. Diese Freude verging mir dann allerdings im dritten Kapitel. Unsägliche Wortwiederholungen wurden für mich zu ärgerlichen Worttropfen. Ein paar Beispiele: Platz 1: Gestrüpp und struppig, Platz 2: ausgefranst, Platz 3: Obdach, Platz 4: gestutzt, Platz 5: bitterkalt

Teil eins und zwei in „Hain“ sind großartig, bei Teil 3 bin ich ratlos. Wie konnten Autorin und Lektorat plötzlich so schludern?

Noch mehr Weihnachtsvorfreude

Am Samstag stellte ich meinen kleinen Weihnachtsvorfreudetisch vor. Ich bekam für diesen Beitrag einigen Zuspruch per Mail, deshalb zeige ich Ihnen auch noch den zweiten Tisch.

Er ist in den letzten Tagen immer voller geworden, denn auch hier sammle ich alles, was mir über die Feiertage Freude bereiten wird. Das sind nicht nur das Geschenkeauspacken und Weihnachtspostlesen, Bücher fürs Sofa liegen natürlich auch bereit.
Sie sehen auf dem Foto ein 1000 Teile Puzzle, mit denen wir uns einige Abende vergnügen werden. Dahinter eine Weihnachtsplatte, die neue LP von Chilli Gonzales. Sich hinsetzen, in Ruhe hören, dazu vielleicht ein paar leckere Weihnachtsplätzchen (Keksdosen links und rechts) mit einer Tasse Kaffee oder einem Glas Glühwein (siehe Flasche) schnabulieren, ist das eine schöne Aussicht?
Last and least ein paar DVDs , wenn unsere Augen keine Puzzlesteine mehr sehen oder Buchseiten lesen können.

Ganz links liegt neben der Keksdose eine meiner Lieblingspostkarten. Abgebildet ist ein lächelnder (!) Engel, der die Besucher am Eingang der Kathedrale in Reims begrüßt.

Mein französischer Weihnachtstisch

Ich habe in unserer Wohnung zwei weihnachtliche Tische, mit denen ich meine Vorfreude auf die Feiertage nach und nach erhöhe. Dieser ist der kleine Tisch:

Jeden Tag esse ich eine Madeleine (ist quasi ein französischer Adventskalender) und blättere dabei ein bisschen in den Parisbüchern. Der Tintin Comic und das Reclambändchen werden u.a. meine Feiertagslektüre sein. Den Paris-Armreif schenkte mir eine liebe Freundin, das SW-Foto erinnert mich an einen weiteren schönen Parisaufenthalt. Die Dame mit dem Hündchen-Karte ist eine Wackelkarte, wenn man sie bewegt, wird Madame auch mal sehr schlank. (Vor und nach Madeleinegenuss).
Der Tisch ist meine Art, das Fernweh etwas einzudämmen.