Vier Kirchen in Palermo-welche ist die schönste? (Sizilien Nr. 5)

Die Angaben, wie viele Kirchen es in Palermo und Umgebung gibt, schwanken zwischen 130 und 300. Wir sahen uns vier an und trauten mehrmals unseren Augen nicht. Wer Kirchen in Palermo besucht, entdeckt nicht nur Touristenattraktionen, sondern taucht in Palermos komplexe Geschichte ein, die von Byzantinern, Arabern, Normannen und Spaniern geprägt wurde.

Ich fange mit einer Kirche außerhalb von Palermo an, der Kathedrale von Monreale. Die Busfahrt dorthin dauert ca. eine halbe Stunde. Ein Ausflug nach Monreale ist eine weitere Reise in die Zeit der Normannen. Wie beim Schloss in Palermo ist auch die Kathedrale ein gewaltiges Bauwerk, doch mein Herz schlug höher bei dem anliegenden Klostergang.

Dieser Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert ist ein Meisterwerk der Synthese aus normannischen und arabischen Stilelementen. Die doppelten Arkadenreihen ruhen auf 228 Säulenpaaren, auf denen jeweils einzigartige, handgeschnitzte Motive aus Flora, Fauna und biblischen Szenen zeigen.


In der Kathedrale sind auf fast 6000 Quadratmetern viele Wände fast mit Mosaiken aus Gold und Glas bedeckt. Wir kamen in die Kirche und alles schimmerte. Doch dann wurden plötzlich Scheinwerfer angemacht, die Kirche erstrahlte und das Licht brach sich in den goldenen Flächen. War ich plötzlich in eine riesige Schatzkammer gereist? Es war unglaublich!

Zurück in der Stadt thront die Kathedrale von Palermo im Herzen des Viertels Vucciria. Ihr Äußeres ist ein einzigartiges architektonisches Puzzle, das die wechselvolle Geschichte Siziliens in Stein manifestiert. Auf der Fassade zeigt sich auf der Südseite der arabisch-normannische Stil mit charakteristischen Zickzackmustern, blinden Arkaden und vier massiven Türmen. Im Nordosten finden sich gotische Türme, an der Westfassade ist es üppig barock. Der Innenraum der Kathedrale überraschte mich hingegen mit seiner weißen Schlichtheit.


Die Chiesa del Gesù, auch bekannt als Casa Professa, bietet einen faszinierenden Kontrast. Von außen wirkt die Fassade schlicht, fast streng und abweisend. Doch betritt man hier den Innenraum, so trifft man auf eine für mich erdrückende Überfrachtung des Barocks: Die Wände und die gewölbte Decke sind vollständig mit Stuckarbeiten, vergoldeten Ornamenten und riesigen Fresken bedeckt. Es gibt kaum eine freie Fläche; jedes Detail ist mit kunstvollen Ranken, Engeln und biblischen Szenen überladen. Staunen Sie selbst:

Die Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria ist nicht nur eine Kirche, sondern Teil eines großen Klosterkomplexes. Während die Kirche selbst ein Meisterwerk des sizilianischen Barock ist, liegt der eigentliche Reiz in der Verbindung von Sakralraum und klösterlichem Leben. Auch hier ist der Kircheninnenraum ein Paradebeispiel für den sizilianischen Barock: geschwungene Linien, gewaltige Säulen und wieder eine Fülle an Skulpturen.

Doch das Kloster Santa Catarina aus dem 17. Jahrhundert mit seine Klostergang und seinem ruhigen Inneren, lässt die asketische Welt des Ordens der Theatiner erahnen.

Ich fand die Besuche der Kirchen sehr eindrucksvoll und bewunderte besonders die verschiedenen Handwerkskünste. Innerlich bewegt haben mich die Kirchen allerdings nicht, das geschah mehrmals an anderen Stellen. In dunklen Gassen, an Hausfassaden, die schon sehr viel bessere Tage gesehen haben, trafen wir immer wieder auf Altäre, die der Jungfrau Marie gewidmet waren. Diese kleinen Erinnerungen an Liebe und Trost berührten mich mehr.

Der letzter Beitrag über Palermo beschäftigt sich übernächste Woche noch mit zwei Orten, die mich am meisten beeindruckt haben.

Kurzurlaub im Weserbergland (1)

Die Landesgartenschau in Höxter ist dieses Jahr ein Besuchermagnet in der Region. Wir übernachteten im ca. 30 km entfernten Bad Driburg (die Hotelpreise in Höxter sind „sportlich“) und kauften uns ein 2-Tages-Ticket für die Ausstellung.
Unser erster Spaziergang führte uns an den Wallanlagen von Höxter entlang. Diese wurden für die Schau schön bepflanzt und hier gibt es die ersten Themen wie beispielsweise einen Buddha-oder Porzellangarten, Ideen für Hausgärten und Grabgestaltung oder einen Pavillon der Kunst zu entdecken.

Oben rechts Teilansicht des Porzellangartens, darunter ein Grabbepflanzungsbeispiel. Leider gab es hier kaum Anregungen, wie man auch ein Grab insektenfreundlich übers Jahr gestalten kann. Das ist eine „Marktlücke“, auf die ich in einem anderenj Beitrag noch einmal zurückkommen werde.

Geht man anschließend durch die Innenstadt von Höxter, stößt man zwischen schönen Fachwerkhäusern auf kleine Blumeninseln, die von den dortigen Geschäftsleuten gestaltet wurden.

Oben Ansichten von der Höxter Innenstadt. Es gibt allerdings auch diverse Bausünden. Unten zwei Beispiele der Minigärten von Höxter Unternehmen

Höxter liegt an der Weser und das Ufer wurde in die Landesgartenschau integriert. Man flaniert ca. 2,5 km ( oder fährt mit der Bimmelbahn) bis zum Kloster Corvey, entlang an den „Weserstauden“, an Murmelbahnen und kann u.a. einen Schöpfungsgarten oder ein Tagliliental besuchen.

Den zweiten Tag verbrachten wir in und um das Kloster Corvey herum. Hier finden sich weitere Garten-und Landwirtschaftsthemen und es wird verstärkt auf Umweltprobleme und ihren Lösungen eingegangen.

Oben die Weserpromenade , unten links die „Weserblüten“ (Schulklassen sammelten Müll am Weserufer und bastelten darauf Tiere), unten rechts eins der Weserblumenbeete
Oben rechts eine schöne Blumenwiese, darunter zwei Ansichten aus dem Klostergarten

Das Kloster Corvey gehört mit seiner über 1000 jährigen Geschichte zum UNESCO Weltkulturerbe. Religiöses ist hier mit Weltlichem vereint, denn das Kloster wurde 1803 endgültig säkularisiert und war danach Wohnsitz verschiedener adeliger Familien.
Der vielleicht bekannteste Bewohner war Hoffmann von Fallersleben, der hier als Bibliothekar tätig war. Die erste Bibliothek des Klosters wurde zerstört, die zweite nach der Säkularisierung aufgelöst. Von Fallersleben war z.T. für die Wiedereinrichtung der dritten Bibliothek verantwortlich. In 15 Räumen stehen heute 200 Schränke mit ca. 74000 Büchern- grandios!

Oben links eine Teilansicht der Klosteranlage, daneben die Kirche mit barocken Elementen.
Unten links: Eins der 15 prächtigen Bibliothekszimmer, daneben das Esszimmer der Fürsten.


Lohnt sich eine Fahrt nach Höxter, wenn man nur die Landesgartenschau besucht? Meiner Meinung nach nein. Drei Pluspunkte: Die Lage der Ausstellung, viel Interessantes für junge Familien und die Tatsache, dass diverse Schulklassen und andere Gruppen mitgemacht haben. Ansonsten hatten wir den Eindruck, dass eine B-Mannschaft die Ausstellungen geplant und organisiert hat. Ein paar Beispiele: Es fehlten z.B. öfter Beschriftungen oder die Gastronomie an der Weser war auf Kaltgetränke und Eis beschränkt. Die Schaugärten fand ich kaum inspirierend, eher hausbacken, teilweise sogar zusammengeschustert. (Tulpen, Goldlack, Bellis und Vergissmeinnicht waren überall zu sehen, es gibt in dieser Jahreszeit aber noch andere Pflanzen, die blühen). Ich ärgerte mich darüber, wenn an einem Stand zum Thema bienenfreundlicher Garten Tulpen gepflanzt wurden. In dem Prospekt zur Gartenschau bewirbt man Ausstellungen, es ist aber nicht ersichtlich, dass diese Ausstellungen verteilt zwischen April und Oktober stattfinden. Das enttäuschte mich.

Kombinieren Sie einen Besuch der Landesgartenschau mit dem Besuch des Klosters, wird der Ausflug schon interessanter. Aber wir entdeckten in der Umgebung und auf der Rückfahrt noch Highlights, die den Kurzurlaub perfekt machten.

Zu Besuch in Mailand (GSLI Nr. 7)

Die Hauptattraktionen von Mailand sind der Dom,

die Einkaufspassage „Galleria Vittorio Emanuele II“ mit weiteren anliegenden Shoppingstraßen

und Brera, die Altstadt.

Wir wollten dieses Mal aber in das Stadtviertel Magenta S.Vittore, wo in dem Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie eins der berühmtesten Gemälde der Welt zu sehen ist.

Wir fuhren von Como aus mit dem Auto bis zu der Mailänder Bahnstation „Molino Dorino“. Dort gibt es viele, z.T. kostenlose, Parkplätze und wir nahmen die rote U-Bahn-Linie bis in die Mailänder Innenstadt. (Ausstieg „Cociliazione). Von hier aus waren es nur noch ein paar hundert Meter bis zur Piazza Santa Maria delle Grazie. Das Viertel zeichnet sich durch prächtige Stadtpaläste mit eindrucksvollen Hinterhöfen aus und diverse kleine Fachgeschäfte laden zum Entdecken ein.

Um sich „Das letzte Abendmahl“ ansehen zu können, muss man vorab Tickets bestellen. Wenn man dies frühzeitig tut, kostet ein Ticket momentan 15 Euro. Das beinhaltet ein Besichtigungszeitfenster von 15 Minuten. Da wir nicht frühzeitig gebucht, uns aber in den Kopf gesetzt hatten, das Bild einmal in natura zu sehen, blieb uns ein Privatanbieter, der Tickets für 60 Euro verkaufte. Darin enthalten war eine einstündige Führung in englischer Sprache, in der die 15 Minuten Besuchszeit eingebettet waren..
Vor der Führung sahen wir uns das prächtige Kloster an.

Zu dem Bild nur so viel: Es ist ein beeindruckend großes Wandgemälde. Unter welchen Umständen das Bild entstand, ist spannend zu hören, wie das Bild bedingt durch negative Einflüsse wie beispielsweise Wasserschäden oder falsche Behandlung von Restauratoren über die Jahrhunderte hinweg gelitten hat, ist ein Trauerspiel. (In der Nähe von Lugano, in Wien und Antwerpen gibt es von dem Bild Kopien, angefertigt von Schülern Leonardo da Vincis und man sieht, wie Farbenpracht und Details verloren gegangen sind.) Alles auch bei Wikipedia nachzulesen.


Nach der Besichtigung liefen wir in die Altstadt ( ca. 15 Minuten Fußweg) und beendetet dort unseren Besuch in Mailand.

Nächste Woche erscheint der letzte Beitrag zu dieser Reihe. Um die Rückreise interessanter zu machen, hielten wir mehrere Male und verlebten noch einige schöne Stunden.

Konzert im Kloster Knechtersteden

Heute möchte ich von einem besonderen Konzert in der Kirche der Klosteranlage Knechtersteden berichten. Die Klosteranlage liegt in der Nähe von Dormagen. Das Konzert fing um 20 Uhr an und wir waren früh genug da, um in der Anlage ein bisschen spazieren zu gehen.

Oben rechts die Kirche, in der das Konzert stattfindet, links daneben ein Glas Klosterbier. Unten links das Missionshaus, daneben eine Bücherstube, in der man gebrauchte Bücher für kleines Geld kaufen kann.

Das Konzert fand im Rahmen des Alte Musik-Festivals statt, zu dem das Kloster seit bereits 31 Jahren in jedem September einlädt. Wir hörten das Vokalensemble „Heinavanker“ aus Estland, das gregorianische Gesänge, Werke von Johannes Ockeghem, Hildegard von Bingen und Marbrianus de Orto vortrug. (Datiert zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert in unseren Breitengraden). In dieser Zeit entstanden im nordischen Raum auch sogenannte Runenlieder, eine Art Volkslieder, von denen Heinevanker ebenfalls zwei präsentierte.

Diese Lieder hatten auf mich eine ungemein beruhigende Wirkung und der Untertitel des Festivals „Verborgende Wirklichkeiten“ passte sehr gut. Die vorgetragenen Lieder wurden z.T. schon vor über 900 Jahren gesungen, dieser Gedanke faszinierte mich sehr. Den Stimmen der fünf Sänger und Sängerinnen zuzuhören war ein Genuss.

Ein estnisches Volkslied


Ein typisches Lied des flämischen Kirchenkomponisten Ockeghem. Auf dem Bild von Hieronymus Bosch sieht man übrigens Heinavankar, was übersetzt Heuwagen bedeutet. Während unten bei den Rädern Verderben und Chaos zu erkennen ist, entsteht oben bei den Engeln Musik.

Und noch etwas zum Hören: Das Lied von Hildegard von Bingen einfach nur schön.

Kloster Steyl bei Sonnenschein

Im Dezember 2016 berichtete ich über meinen Besuch in Steyl an einem trüben Tag. (Siehe unten). Damals besuchte ich das Museum, dieses Mal bestimmte das schöne Wetter die Besichtigungspunkte.
Neben dem Kloster gibt es den Jochumhof, zu dem ein botanischen Garten gehört. Hinter dem Eingang (Eintritt 3 Euro) schließt sich direkt ein naturbelassener Teil an, der auf den ersten Blick nicht so recht zu einem botanischen Garten passt. Doch nach ein paar Minuten wird man eines Besseren belehrt. Sammlungen exotischer Pflanzen lösen sich mit verschiedenen Gartenthemen ( z.B. Steingarten, Rosengarten usw.) ab.

Am Ende des botanischen Gartens liegt das „Grand Café“ direkt an der Maas gegenüber von Lottum.

Empfehlung: Apfelkuchen mit Zitronencreme…

Nach der Pause gingen wir zuerst ein bisschen an der Maas spazieren, danach besuchten wir den Klostergarten. Holen Sie sich vorher in der Touristeninformation eine Karte, um den ganzen Garten zu erkunden. Wir taten es nicht und haben leider nicht alles gesehen.

Oben links: Im Garten ist auch das Atelier eines Bildhauers. So ist der Teufel auch nicht weit…Darunter: Im Garten gibt es auch zwei Grotten und schöne stille Plätze. Rechts: Teil eines Kreuzgangs.

In dem Klostergarten entdeckten wir auch eine kleine Kapelle (links). Rechts zwei Fotos aus der Doppelkirche des Missionshauses St. Michael. Oben die Oberkirche, die nur sonntags und an Feiertagen geöffnet ist, unten ein Fenster aus der Unterkirche, in der täglich Gottesdienste stattfinden.

Möchte man sich vor der Rückfahrt noch stärken, empfiehlt sich ein Besuch des Gasthauses „Vaerhuis“.

Wachau Impressionen (Österreichtour 3)

Auf dem Weg von Linz nach Wien suchten wir uns kleine Straßen, die möglichst nah an der Donau entlangführten. Mehrmals legten wir kleine Pausen ein, um die schöne Landschaft zu genießen.

Eine Mittagsrast machten wir in Melk, das auch als „Tor zur Wachau“ bezeichnet wird. Der Anziehungspunkt ist das imposante Stift und die schöne kleine Altstadt. Auf mehreren ausgeschilderten Spazierwegen kann man das Städtchen entdecken.

Auch dank guter Gastronomie und abwechslungsreichem Einzelhandel ist Melk ein beliebter und moderner Touristenort.

Unser nächster Halt war Dürnstein. Wir fühlten uns ein bisschen wie in einem Ort an der Mosel, auch hier viele romantische Ecken und überall Weinkeller.

Übernachtet haben wir im Stift Göttweig. Hoch oben thront das Benediktinerkloster über dem Donautal und vielen Weinbergen.

In dem Kloster leben z.Zt. 38 Mönche in einem abgetrennten Teil der Anlage. Man kann sich die Stiftskirche und das Museum innerhalb einer Führung ansehen und den Klostergarten besichtigen.

Da in früheren Zeiten das Stift ein beliebter Übernachtungsort für Adelige war- angeblich soll Napoleon das Stift besucht haben- waren die Räume für diese Gäste sehr prunkvoll. Links in der Mitte sieht man das Treppenhaus, unten die Bibliothek.

Unser Übernachtungszimmmer war einfach, aber wie im Restaurant war auch hier die Aussicht beeindruckend. Und dann die Stille…Gerne wäre ich länger geblieben.

Der Blick von der Restaurantterasse, links unten der Blick aus unserem Zimmer.

Abends fuhren wir nach Krems, ebenfalls eine sehr malerische Stadt. Hier bummelten wir ein bisschen durch die Altstadt und besuchten einen Heurigen, um den für die Wachau typischen Veltliner Wein und Käse aus der Region zu probieren.

Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen noch einmal nach Krems zurück. Dort gibt es mehrere Museen, u.a. ein berühmtes Karikaturenmuseum. Aber das Wetter war so schön, so dass wir uns für „DIE GARTEN TULLN“ entschieden. In über 70 Schaugärten werden Möglichkeiten der ökologischen Gartengestaltung gezeigt. Darüber und über eine ganz besondere Burg erzähle ich in Kürze.

Besuch in der „alten Villa“…

…das ist die Übersetzung des Ortsnamens Eltville. Ein Katzensprung von Frankfurt entfernt, kommt man in ein wunderschönes altes Städtchen mit Burg, Adelshöfen und anderen historischen Gebäuden, direkt am Rhein gelegen. Wir hatten das Glück, dass wir bei „Königswetter“ zum Rosenfest da waren-einfach traumhaft!

Rosenkaffee, Zutat für Rosenlikör, Rosentörtchen

Zu Eltville gehört noch das berühmte Kloster Eberbach. Es ist wegen seiner Geschichte und seinem Weingut bekannt und…weil hier viele Szenen aus dem Film „Der Name der Rose“ gedreht wurden. Wie in Eltville, so kann man auch hier seine Zeit sehr angenehm verbringen.

Wenn Sie den Beitrag von gestern über Frankfurt noch nicht gelesen haben, sollten Sie es tun, denn die Mischung aus Metropole und beschaulichem Städtchen ist genau richtig für ein langes Wochenende- nur falls Sie noch eine Anregung brauchen.

Morgen kombiniere ich Musik mit „Fridays for Future“.

Das Päckchen

Ernst, Bibliothekar in der Schweiz, mittleres Alter, verheiratet, will in einer öffentichen Telefonzelle telefonieren, als dort plötzlich das Telefon klingelt. Ernst nimmt ab, am anderen Ende ist eine alte Frau, die einen Ernst auffordert, zu ihr zu kommen, um ein Päckchen abzuholen. Später weiß Ernst nicht mehr, warum er zu der alten Frau geht, doch er tut es. Sie ist fast erblindet und erkennt nicht, dass es der falsche Ernst ist, dem sie das Päckchen zur Aufbewahrung gibt. Sie hat Angst, denn mehrere bedrohliche Männer waren schon bei ihr, fragten nach dem Päckchen, doch sie verriet nichts, hatte sie dies doch ihrem verstorbenen Mann versprochen.

Als Ernst wieder zuhause ist, öffnet er das Päckchen, der Inhalt ist ein sehr altes Buch, der „Abrogans“, das älteste Buch in deutscher Sprache aus dem 8. Jahrhundert, wie Ernst bald herausfindet. Wie kommt die alte Frau in den Besitz dieses Buches? Was ist mit ihrem Mann, der vor 40 Jahren von einem Skiausflug nicht zurück gekommen ist? Was soll Ernst mit diesem Buch machen? Er verstrickt sich immer mehr in Spekulationen, belügt seine Frau, muss sogar vor der Polizei fliehen.

Dies ist ein Teil des Romans.

In dem anderen Teil begleiten wir den Mönch Heimo über mehrere Jahre. Er hat den Abrogans geschrieben und wurde dann von seinem Abt beauftragt, mehrere andere Klöster aufzusuchen, um dort andere Bücher zu kopieren, während die dortigen Klosterbrüder den Abrogans abschreiben sollten. Die Verbreitung des Abrogans liegt dem Abt am Herzen, denn er ist das erste deutsch-lateinische Wörterbuch und ist für die Verbreitung der Bibeltexte unter dem einfachen Volk, das kein Lateinisch spricht, enorm wichtig.

Beide Teile sind im Roman miteinander verwoben und machen das Buch zu einem interessanten und unterhaltsamen Lesestoff. Einmal mehr enttäuschte mich ein Werk des schweizerischen Autors Franz Hohler nicht, er ist fast so eine „Bank“ wie mein schweizer Krimiautor Hansjörg Schneider.

Auch als Hörbuch empfehlenswert, gesprochen von Gert Heidenreich.

Staunen in Steyl

Wie gestern angekündigt, erzähle ich heute nun noch ein bisschen über meinen Besuch im Steyler Klosterdorf. Gegründet wurde es 1875 von Arnold Janssen mit einer Missionarsschule. Auf dem Gelände, malerisch direkt an der Maas gelegen, stehen heute zwischen verschiedenen Klostergärten diverse Gebäude, die man z.T. besichtigen kann, aber dafür braucht man wohl fast einen Tag.

Steyler Plan

Ich ging erst ein bisschen an der Maas spazieren

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und dann in das Missionsmuseum.

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Hier kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Museum gibt es seit 1931 und zeigt, was Missionare bei ihrer Rückkehr nach Steyl mitgebracht haben. Eine sehr exotische Sammlung im gutem wie auch schlechtem Sinne- aber bilden Sie sich darüber selbst ein Urteil.

Nur eine ganz kleine Auswahl an gezeigten "Mitbringseln"
Nur eine ganz kleine Auswahl an gezeigten „Mitbringseln“

In zwei Nebenräumen, und jetzt wird es weihnachtlich, findet z.Zt. eine Krippenausstellung statt mit Krippen von verschiedenen Künstlern aus Oberammergau. Hier ging das Staunen dann weiter.

In der Mitte eine Krippe in einer Nussschale, ober eine Krippe aus Holz, unten aus Papier
In der Mitte eine Krippe in einer Nussschale, oben eine Krippe aus Holz, unten aus Papier

Wenn Sie jetzt nach Steyl fahren, sind Sie fast alleine und es ist still. Im Sommer pilgern Tausende zu diesem Ort und die Stimmung wird höchstwahrscheinlich sehr viel „weltlicher“ sein. Trotzdem werden mein Mann und ich einmal zu einer warmen Jahreszeit dort hinfahren, ich habe ihn mit meinen Schilderungen neugierig gemacht 

Wer sich über Steyl informieren möchte:

http://www.steyler.eu/svd/niederlassungen/steyl-gruendungsort.php