Anfang Mai machten mein Mann und ich eine einwöchige kleine Rundreise mit dem Auto durch die beiden o.g. Länder. Wir flogen mach Riga, mieteten dort ein Auto, mit dem wir zuerst nach Vilnius fuhren. Weiter ging es dann über Kaunas nach Klaipeda, von wo wir auf die Kurische Nehrung übersetzten. Wieder zurück, ging es weiter nach Jurmala, einem alten Seebad, ca. 30 km von Riga entfernt. Hier übernachteten wir dreimal und machten ein paar Ausflüge.
In den nächsten Tagen werde ich über unsere Reise berichten, denn als Deutsche, die nicht organisiert durch das Land fahren, ist man noch ein wenig exotisch.
Unsere Ankunft in Riga verspätete sich um 2 1/2 Stunden dank Ryanair und einer ausgefallenen Maschine und mit der einstündigen Zeitumstellung kamen wir erst Mitternacht in Riga. Ein Lob an die Autovermietung“Budget“, an deren Empfang jemand auf uns wartete, um den Mietwagen zu übergeben. Glücklicherweise hatten wir direkt am Flughafen ein Zimmer im „Sky High Hotel“ gebucht, so dass wir um 1 Uhr uns hinlegen konnten.
Wie es dann in diesem Hotel am nächsten Morgen weiterging, hebe ich mir für den nächsten Blogbeitrag auf. (Erscheint morgen).
Vorletzte Woche besuchte ich mit einer Freundin zusammen für 2 Tage Wien. Ich kannte Wien schon von früher, meine Freundin noch nicht, so hatte ich Pläne geschmiedet, Typisches und Nichtsobekanntes zu besichtigen. Aber es kam alles anders. Neben uns beiden noch gefühlte 100000 andere Touristen, nicht schön. Aber wir waren flexibel und fielen schnell in den Bummel-und Entdeckermodus und so sahen wir u.a. diese Schönheiten, indem wir einfach mal in alte Häuser hineingingen, bei denen die Haustüren gerade offen standen.
Wo man hinsieht, Jugendstil und anderes Schmuckes
Was sich als gute Investition erwies, war ein 48 Stundenticket für alle Fortbewegungsmöglichkeiten.(Inkl. Zug vom Flughafen zur Wiener Innenstadt). Wir nutzten es u.a. für eine Straßenbahnrundfahrt (Linie 1 – nicht die Touristenstraßenbahn nehmen- viel teurer!) auf den verschiedenen Wiener Ringen. Dabei eröffnet sich ein weiteres Mal die ungeheure Pracht dieser Stadt.
Natürlich haben wir uns zwischendurch immer wieder gestärkt. In den Reiseführern fehlen nie das Café Sacher, Central, Hawelka, Demel oder Landtmann. Bei den beiden ersten legten wir auch einen Stop ein, aber dort gibt es fast immer Warteschlangen und man muss u.U. Geduld mitbringen, bis man einen Platz zugewiesen bekommt. Köstlich war es, keine Frage, aber es gibt auch so viele schöne kleine versteckte Cafés, in denen man auch sehr gut Süßes genießen kann.
Links ein schönes Café in einer Passage, rechts oben und in der Mitte Café Central und das Sacher Café
Angedacht waren auch die Besichtigungen von Karlskirche und Stephansdom, aber die Schlangen vor diesen Eingängen schreckten uns ab. So wichen wir auf kleinere Kirchen aus, deren barocke oder gotische Pracht nicht weniger beindruckend war, wie z.B. Maria am Gestade, Peterskirche, Kirche im Hof oder die Ruprechtskirche.
Die beiden berühmtesten Kirchen von außen, die Innenansichten aus „kleinen Kirchen“.
Um dem Trubel ein bisschen zu entfliehen, eignen sich hervorragend die Parks von Wien. Hier gibt es lauschige Plätzchen oder auch mal ein launiges Konzert. Die Wiener Passagen sind ebenfalls nicht überlaufen und beim bekannten Naschmarkt gab es auch kein Drängeln und Schieben. (Einkehrtipp auf dem Naschmarkt: „Neni“ ein israelisches Restaurant)
Das Sichtreibenlassen war wirklich schön und wie oben schon erwähnt stressfrei. Unsere ganzen kleinen Entdeckungen kann ich gar nicht alle aufzählen, hier zum Schluss nur vier:
Oben links: Kunstvolle Graffitis, oben rechts: Sehr entspannt geht es auf dem Spittelberg zu, unten links: Ein Beispiel für viele inhabergeführte Geschäfte, „Wäscheflott“ war vor einer Kirche“, unten rechts: Endlich weiß ich, wer die Nähmaschine erfunden hat!
Fällt Ihnen als geneigte(r) Blogleser(innen) etwas auf? Ich war in keinem Museum! Das Wetter war einfach zu schön. Drei Museumsshops besuchten wir kurz und das ist mein Souvenir aus Wien:
Eine Briefkarte aus dem Kunstgewerbemuseum
Wien? Immer wieder!
Morgen können Sie Wien erst einmal „verdauen“, übermorgen geht es mit einer Französischstunde weiter.
Am Sonntag waren wir nach sehr langer Zeit mal wieder in Kleve. Grund war eine Fotoausstellung der “berühmtesten ‚unbekannten’Fotografin Amerikas“.
Das Zitat über Evelyn Hofer stammt aus der New York Times
Evelyn Hofer wurde 1922 in Deutschland geboren, zog einige Jahre später zusammen mit ihren Eltern nach Mexiko. Dort machte sie eine Ausbildung zur Fotografin, ging dann wegen mangelnder Aufträge nach New York. Dort erkannte man ihr Talent und schon bald arbeitete sie für bekannte Magazine wie Life oder Vogue und war Fotografin für Bildbände und Reportagen. So bereiste sie z.B.Italien, den Libanon, Irland oder das Baskenland. Ihre Porträts der Einwohner sind mal ergreifend, mal sehr humorvoll. Sie hatte aber auch einen Blick für Details in Häusern oder auf der Straße und schenkt damit dem Betrachter eine neue Sicht auf ansonsten nicht beachtete Dinge. Mit zunehmenden Ruhm kam sie auch mit Berühmtheiten zusammen und zeigte sie in ihrer Umgebung. So widmet sich z.B. ein Raum im Museum nur der Präsentation von Fotos mit Andy Warhol.
Evelyn Hofer fotografierte noch bis ins hohe Alter und beschäftigte sich mit Stillleben. Ihre Fotos wurden im Dye Transfer Verfahren gedruckt und haben eine samtige Oberfläche. Man möchte in die Bilder hineingreifen und sich etwas Obst stibitzen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 23.Juni und eignet sich wunderbar als Ausflugsziel. Danach kann man im Museum Kaffee trinken oder man geht in den gegenüberliegenden Kurpark, lustwandelt dort noch ein bisschen und stärkt sich dann in dem Landhaus mit großem Kuchenengebot und guter Speisekarte.
Wir fuhren noch in die Klever Innenstadt, da dort ein Kunsthandwerkermarkt stattfinden sollte. Dieser war recht übersichtlich, aber es war gleichzeitig noch verkaufsoffener Sonntag. Dank des großen Einzugsgebietes von Kleve ist hier die Einzelhandelslandschaft noch intakt und wir waren von der Vielfalt der Geschäfte beeindruckt. Es war sehr voll, so dass ich zum Einkaufen keine Lust hatte, kann mir aber gut vorstellen, demnächst noch einmal nach Kleve zu fahren. Shopping kombiniert mit Radtour- hört sich doch gut an, oder?
Morgen kommt eine Filmempfehlung, nichts Dramatisches oder Spannendes, eher was Schönes.
Diese Kette ist aus Porzellanperlen gemacht oder doch nicht? Nein, sie ist aus Papier und dieses schöne Papier-Dekor habe ich in Delft gefunden.
Vor Weihnachten waren wir einen Tag dort. Zuerst besuchten wir die Porzellanfabrik „Royal Delft“. Dort staunten wir über Porzellankreationen aus verschiedenen Jahrhunderten, lernten viel über die Geschichte des Porzellans und dessen besonderes Blau und sahen zu, wie Rohlinge gegossen werden. Danach färbt man diese entweder mit Schablonen ein oder bemalt sie mit der Hand.
Die rechts zu sehende Tulpenvase war handbemalt und kostete 16000 Euro- nur, um mal eine Hausnummer zu nennen. Das Papier für meine Kette bekam ich im dortigen Geschenkeshop. (Eintritt ins Museum 13 Euro, Museumscafé vorhanden).
Es war sehr kalt und so suchten wir zwei weitere Gebäude auf, nämlich die alte und die neue Kirche. Beide werden noch als Kirchen genutzt, sind aber gleichzeitig auch Museen. In der alten Kirche, dessen Kirchtum auch in Pisa stehen könnte, findet man Gräber berühmter Menschen, wie z.B. das Grab von Johannes Vermeer und Gedenktafeln, die von Berühmtheiten berichten. Besonders sind auch die Fenster dieser Kirche.
Unter der neuen Kirche liegt das Mausoleum der königlichen Familie der Niederlande und mitten in der Kirche geht eine Treppe in das Mausoleum hinunter. In der Kirche selbst wird die Geschichte der Familie mit vielen Schautafeln und Animationen erzählt. Sehr interessant, da es ja auch immer wieder Bezüge zu deutschen Adelsfamilien gibt.- Für beide Kirchen zusammen bezahlten wir einen Eintritt von 5 Euro.
Man kann sich noch weitere Museen ansehen, wie z.B. das Vermeer Haus. Doch wir wärmten uns nach den Kirchenbesuchen lieber noch einmal ordentlich auf und bummelten dann durch die Gassen mit schönen Grachten. Delft hat keinen Weihnachtsmarkt, nur an einem Wochenende im Dezember wird die Stadt besonders beleuchtet. (Nicht hinfahren, in der übersichtlichen Delfter Altstadt knubbeln sich dann bis zu 40000 Besucher!)
Es gibt auch sehr nette Geschäfte, wie z.B. den LP-Laden, siehe oben links.
Das Angebot an Cafés und Restaurants ist vielfältig. Besonders erwähnen möchte ich, dass Bewohner aus Delft sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Wir hatten an nur einem Tag mehrmals die Gelegenheit zu netten Gesprächen.
Von Delft aus machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Leiden, wo es an diesem Sonntag aber sehr nebelig und noch usseliger war.
Unten links: Eine von vielen Hauswänden, an denen Gedichte verewigt sind. Kann man sich auch besser im Sommer ansehen.
Ich wollte unbedingt den auf der Welt einzigartigen schwimmenden Weihnachtsmarkt sehen. Enttäuschend. In einer Gracht sind auf einem sehr großen Ponton Häuschen installiert. Soweit nett, aber das Warenangebot überzeugte ganz und gar nicht. Massagesessel, Gartenzwerge, Räucherstäbchen…Wenn Sie Leiden besuchen möchten, dann lieber im Sommer.
Ich bleibe morgen noch bei dem Thema Ketten und übermorgen ein bisschen bei der Farbe Blau.
Wenn Sie gerne Museen besuchen, dann müssen Sie sich überhaupt keine Kopfschmerzen machen, wie Sie einen Regentag verbringen können. Nizza hat eine sehr hohe Museumsdichte und rechnet man die Nebenstädte noch dazu, kommt man bestimmt auf 50 oder noch mehr. Für 20 Euro kann man in Nizza ein Ticket kaufen, mit dem man 10 von 11 wichtige Museen besichtigen kann. (Es fehlt das Chagallmuseum). Wir waren z.B. im Musée des Beaux Arts und im Musee Massena.
Beide Museen sind in historischen Palästen alten Adels untergebracht. Beim ersten Museum liegt der Schwerpunkt auf der Präsentation von Künstlern, die irgendeinen Bezug zu Nizza bzw. der Côte d‘Azur haben. Im Massena-Museum nehmen die Geschichte Nizzas und die Leben der Familie Massena und Napoleon Bonapartes einen großen Raum ein. Es gibt dabei aber auch immer interessante Nebenausstellungen. In unserem Fall war es „Geschichte mit Legosteinen dargestellt“- die Besucher von 4-80 hatten viel Spaß daran, uns eingeschlossen. Eine zweite Ausstellung befasste sich mit dem Ehepaar Klasfeld, das berühmt wurde durch das Aufspüren von Naziverbrechern.
Wenn Sie Museen nicht spannend finden, bieten Ihnen mehrere Straßen mit z.T. wunderbar alten Läden und modernen Einkaufspassagen viele Möglichkeiten, Geld auszugeben. (Beim Thema Geld fallen mir auch noch diverse üppige Casinos ein…). Alternative: Sie machen eine Tour durch die Konditoreigemeinde und testen, wer die besten Macarons in Nizza anbietet.
Oder Sie besuchen die Kirchen Nizzas, bewundern den XXL-Barock und zählen mal die Engelchen in der Kathedrale.
Sie nehmen ein Parfüm? Steigen Sie in den Bus, fahren Sie bis Grasse und besuchen dort die Firma Fragonard. Dort kann man sein eigenes Parfum komponieren!
Bei Regen geht Leute beobachten natürlich auch. Stellen Sie sich dabei auf viele sportbegeisterte junge Leute ein und alte Ehepaare, bei dem sie zum 70-80sten Geburtstag ein Facelifting geschenkt bekommen hat, das leider schief ging und das sie jetzt mit brauner Farbe übertüncht und bei dem ihm die lächerlich aussehende Baseballkappe, die verspiegelte Sonnenbrille (bei Regen) und die pastellfarbende Steppjacke anscheinend angewachsen sind.
Das waren ein paar Ideen für einen Kurzurlaub in Nizza. Morgen mache ich eine Pause, dann geht es wieder mit einer bunten Mischung weiter.
Wenn man Glück mit dem Wetter hat, setzt man sich nach einem Spaziergang auf der Meerpromenade an den Strand und lässt es sich gutgehen oder in eins der zig Straßencafés und beobachtet Leute oder erfreut sich am Himmel.
Flanieren durch Parks geht auch gut, die Mimosen blühen frisch, die Bougainville hat noch vom letzten Jahr überlebt und orangenduftgefüllte Windchen umschmeicheln die Nase.
Zum Herumstreichen eignen sich auch die Altstadt mit dem täglichen Markt, der Hausberg, der Hafen und die Stadtviertel mit den pompösen Villen.
Oder Sie setzen sich in den Bus (eine Fahrt kostet 1,50Euro) und besuchen in Cagnes-sur-Mer (40 Minuten Fahrt) beispielsweise das Wohnhaus mit Atelier von Paul Auguste Renoir.
Natürlich können Sie mit dem Bus auch weiterfahren, z.B. nach Cannes, Menton, Monaco oder Antibes. Ob Sie ein langes Wochenende oder längere Zeit in Nizza verbringen, Sie werden sich nicht langweilen.
Letzte Woche verbrachten mein Mann und ich ein paar Tage in Nizza. Ein perfekter Ort für eine Auszeit im Januar. Die Hotelpreise sind angenehm, denn viele Hotels versuchen in diesem ruhigen Monat, wenigstens kostendeckend zu arbeiten und locken mit besonderen Angeboten. Das nutzten wir wie im letzten Jahr in Rimini aus und übernachteten jetzt im Negresco Hotel.
Hotel ist eigentlich nur halbrichtig, besser man nennt es Museumshotel. Die Inhaberin, Madame Augier, hat über Jahrzehnte Kunstwerke gekauft und diese sind im ganzen Hotel platziert. Jede Etage hat ein eigenes Thema, zusammengestellt aus Antiquitäten und Bildern ab ca. dem 17.Jahrhundert. (Insgesamt sind ca. 6000 Kunstwerke auf das Gebäude verteilt). So wurde das Hotel sehr bekannt und war in der Vergangenheit auch für Prominente eine „gute Adresse“.
Die Napoleonetage
Das Foyer
Die Zimmerkorridore haben jeweils noch ein eigenes Motto, wie z.B. „Dali“, „Tiere“ oder „Frauenbilder“. Man findet bei den Bildern dann auch schon mal ein Original von Cocteau oder Vasarely.
Die Gästezimmer selbst sind ebenfalls eine Antiquitätenfundgrube.
Das Personal ist sehr nett und zuvorkommend, die Befürchtung, schief angesehen zu werden, weil man nur zum Fußvolk behört, ist unbegründet. Das liegt vielleicht aber auch daran, dass es das Hotel (von 1912) nicht leicht hat, mit sehr modernen Hotels zu konkurrieren und man sich deshalb trotz glamorösem Ruf anstrengen muss. Waschbecken auf Kniehöhe sind z.B. für immer größer werdende Menschen rückenunfreundlich…Aber es wird renoviert und gewerkelt (lautlos) und das Negresco gibt den Kampf nicht auf.
Was nun tun im winterlichen Nizza? Ein paar Tipps gibt es morgen und übermorgen.
Tipp Nr. 5: Für Architektur-Liebhaber ist Prag ein Paradies. Von Gebäuden aus der Zeit der Gotik und Renaissance, über Barockbauten bis hin zu Jugendstilschönheiten, Kubismus-oder Brutalismushäusern, fast alles erstrahlt in neuem Glanz und das natürlich meistens da, wo auch viele andere Touristen sind.
Deshalb sollten Sie immer mal wieder in Seitenstraßen abbiegen (z.B. beim Wenzelsplatz). Wir entdeckten dabei das Hauptpostamt
oder solche Details.
Hier gehört Prag noch den Pragern und bei uns kamen Erinnerungen auf von unseren Aufenthalten in den 70er und Ende 90er Jahren. Es ist eine Stadt aus dem Ostblock, nicht mehr so schön, aber wenigstens mit Ecken und Kanten und für Fotoentdeckungen immer gut.
Tipp Nr.6: Das Abbiegen gilt auch für Cafés und Restaurants. Besonders an der Grenze von Altstadt zur Neustadt ist das Preisgefälle bei Speisen nicht zu übersehen. Es gibt eine deftige tschechische Hausmannskost (Vegetarier kommen aber nicht zu kurz) und auch eine Kaffeehaustradition.
Stärkung hat man sich dann aber auch verdient, wenn man lange zu Fuß unterwegs war, wie beispielsweise auf der Kampa. Und damit komme ich zu meinem vorletzten Tipp.
Tipp Nr.7: Prag hat kleine Parks, aber auch einige Inseln in der Moldau, auf denen man schön spazieren gehen kann. Die Kampa-Halbinsel nennt man auch Kleinvenedig.
Von hier aus hat man schöne Ausblicke+tolles Museum+nette Aufwärmstationen.(Bei uns waren minus 6 Grad, nur um mal eine Hausnummer zu nennen).
Warum ist Prag zu dieser Jahreszeit so voll? Die Vermieterin meinte, dass es an den sechs Weihnachtsmärkten liegt, die von Ende November bis spätestens zum ersten Advent eröffnet werden. Immer mehr Leute „sammeln“ Weihnachtsmärkte als Reiseziel.
Die beste Jahreszeit für einen Besuch wäre das Ende des Winters, also Ende Februar, Anfang März. Dann würde Prag durchatmen. Wenn Sie es ausprobieren wollen, suchen Sie sich eine gemütliche Unterkunft, in der Sie gerne auch mal etwas länger verweilen. Wir hatten eine kleine Maisonettewohnung unterm Dach, zentral gelegen, das war optimal.
Morgen schließe ich das Thema Prag mit einem Lesetipp ab.
Weiter geht es mit Tipps für einen Aufenthalt in einem überfüllten Prag.
Tipp Nr.3: Wenn Sie zum ersten Mal in Prag sind und vielleicht gerne eine Rundfahrt mit einem Bus machen würden, so rate ich Ihnen davon ab, denn wenn Sie keinen Fensterplatz ergattern, sehen Sie nicht viel. Prag bietet eine stilvolle Alternative, die zwar etwas teurer ist, bei der Sie aber alleine durch die Stadt gefahren werden, Wünsche bei der Route ansprechen können und man auch extra Fotostopps vereinbaren kann.
Dies sind zwei von diversen Möglichkeiten, mit einem Oldtimer Prag zu erkunden.
Tipp Nr.4 Eine schöne Beschäftigung am späten Nachmittag oder abends ist das Besuch eines Konzerts. Dank Karl IV hat Prag noch sehr viele Kirchen (es waren einmal 80…) und in einigen werden tägliche Konzerte mit Orgel, Streichquartetten, Gesang oder Gitarrenbegleitung angeboten. Man bekommt leicht Karten, denn klassische Musik ist nicht jedermanns Geschmack, selbst wenn die „Gassenhauer“ der Klassik gespielt werden.
Wir besuchten dieses Konzert und es war sehr stimmungsvoll.
Was wir vorher nicht wussten: In dieser Kirche wurden Ausschnitte aus dem bekannten Mozartfilm „Amadeus“ gedreht, so dass die Kirche recht bekannt wurde und man heute zu ihrer Erhaltung wohl ein bisschen mehr tut als bei anderen Gotteshäusern. Wir suchten uns dieses Konzert wegen der Orgel aus, weil wir unbedingt ein Orgelkonzert in einer Kirche hören wollten. Und damit komme ich zu Geschenktipp Nr.2.
Im Sommer fuhren wir an einem Sonntagmorgen zu einer Orgelführung in der Essener Philharmonie. Der Orgelkustos Wolfgang Kläsener erklärte sein Instrument mit so viel Begeisterung und für Laien sehr verständlich, dass die 1 1/2 Stunden der Führung viel zu schnell vergingen. Das Besondere war auch dabei, dass wir ihm beim Spielen diverser Musikstücke quasi über die Schulter gucken konnten, da das Spielpult ein externes war und nicht oben an der Orgel stand, sondern direkt vor unserer Nase. Mit zwei Händen und zwei Füßen gleichzeitig spielen…Staunen erlaubt!
Nach der Führung aßen wir noch in dem nahe gelegenen türkischen Restaurant „Tablo“ auf der Huyssenallee sehr gut zu Mittag, so dass dieser Sonntagmorgen zu einer runden Sache wurde. Vielleicht verschenken Sie einen Gutschein zu Weihnachten?
An diesen Terminen finden die nächsten Führungen in der Essener Philharmonie statt.
Sa, 19.01.2019, 16:00 Uhr » mehr
Sa, 02.03.2019, 16:00 Uhr » mehr
So, 26.05.2019, 11:00 Uhr » mehr
So, 16.06.2019, 11:00 Uhr » mehr
…hat man die Stadt für sich „alleine“? So ein bisschen hatten wir die Hoffnung , als wir vorletzten Mittwoch in Prag ankamen. Aber das war ein Trugschluss, es war sooo voll! (Aber nicht sooooooo voll wie im Frühjahr, Sommer und Herbst, wie uns die Vermieterin unserer Ferienwohnung bestätigte).
Wenn das Baden in der Masse von Touristen ein Spaß für Sie ist und Ihnen ein kakophonisches Umfeld dank japanischer, chinesischer, russischer, italienischer und deutscher Reisegruppen nichts ausmacht, können Sie gerne weiterlesen, müssen aber nicht, denn ich gebe in den nächsten Tagen Tipps, wie der Urlaub in Prag trotzdem gelingt. Wir entwickelten Strategien, den Touristengruppen aus dem Weg zu gehen und das gelang ziemlich gut.
Tipp 1: Die Epizentren der Touristengruppen sind die Karlsbrücke, der Altstätter Ring mit anliegenden Seitenstraßen und der Hradschin. Besuchen Sie Ring und Brücke am besten noch vor dem Frühstück oder frühstücken Sie früh. Gegen 8.30 Uhr wird es hell. Geschäfte sind dann natürlich noch nicht auf, aber das macht nichts, da sich hier ein weiteres Epizentrum befindet, nämlich das der Souvenirläden. Glas,Marionetten, Schmuck und Hanf-und Absinthschnäpse sind die Schlager, kann man früh morgens drauf verzichten. Den Hradschin sollten Sie ab 15 Uhr besuchen, da der Dom nur bis 15.30 Uhr geöffnet ist. Ist noch ziemlich voll, aber von da aus kann man weiter hoch zum Strahov Kloster gehen. Dort warten auf Sie u.a. zwei alte Bibliotheken aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit Buchschätzen und einer kleinen naturkundlichen Sammlung.
Hier ist es fast leer. Gegen 18 Uhr kommen Sie dann auf dem Rückweg ins Pragzentrum durch das goldene Gässchen, wo Sie zu dieser Uhrzeit keinen Eintritt mehr bezahlen müssen.
Tipp 2: Museen: Auf dem Hradschin gibt es mehrere Museen, u.a. Ausstellungsorte der Nationalgalerie. Wenn Sie schon einmal oben sind, nutzen Sie die beginnende Dunkelheit ab 16.30Uhr für Museumsbesuche. Die meisten Museen haben bis 18 Uhr geöffnet. Wir waren, wie schon am Sonntag erzählt, im Wallensteinschen Reitstall, um die Kupka-Ausstellung zu sehen und besuchten noch ein Biermuseum in der Altstadt. Das Thema Bier ist in Tschechien wichtig, die Einwohner des Landes konsumieren angeblich pro Jahr die höchste Literzahl auf der Welt. In dem Museum war es ebenfalls leer und wir konnten in Ruhe Einiges über die Geschichte und Herstellung des Bieres lernen. Zum Abschluss gab es dann in einem gemütlichen Kellergewölbe eine Bierverkostung.
Linksunten der Stammbaum des Bieres
Sollten Sie die Absicht haben, jüdische Museen zu besuchen, denken Sie daran, dass diese samstags geschlossen sind und informieren Sie sich vorher, welche man einzeln oder welche man nur mit einem Kombiticket besuchen kann. (Dies gilt übrigens auch für den alten jüdischen Friedhof, den man nur noch im Rahmen einer Führung betreten darf.) Auch einige Spezialmuseen sind nicht frei zugänglich, man muss sich vorher anmelden.
Fortsetzung folgt morgen.
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