Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)
Kategorie: Gutes tun
„Ich kann ja doch nichts ändern“, das denkt man oft und tut nichts, was anderen hilft. Diese Kategorie ist dafür da, über ganz unterschiedliche Möglichkeiten zu berichten, was man auch mit wenig Zeit und/oder wenig Geld machen kann. Alles ist von mir ausprobiert.
Kennen Sie den Podcast „COSMO Daily Good News“? So wird er auf der Homepage beschrieben:
Rechtspopulismus, Naturkatastrophen, Terrorismus: Bad News sind gut für das Geschäft. Deswegen schätzen wir die Weltlage oft düsterer ein, als sie wirklich ist. Die COSMO Daily Good News legen den Fokus auf die guten Nachrichten. Denn die Welt ist besser, als die meisten Menschen denken.
Ein Beitrag dauert jeweils ca. 2 Minuten, hier kann man ihn hören:
Vor einigen Tagen wurde in Cosmo über die Homepage „Mutpost“ berichtet, die vom Dresdener Werner-Felber-Institut für Suizidprävention nach einem englischen Vorbild ins Leben gerufen wurde.
Auf der Seite findet man kurze und längere Briefe, in denen Männer und Frauen anderen Menschen Mut machen möchten, weiterzuleben. Diese Briefe können in jeder Lebenskrise Hoffnung vermitteln. Manche beschreiben anscheinend ausweglose Situationen, andere versuchen, Kraft für ein eigenes positiveres Selbstbildnis zu geben. Was diese Briefe auf jeden Fall schaffen: Sie vermitteln Mitgefühl und die Erkenntnis, nicht alleine zu sein, das ist wohl der größte Verdienst dieser Seite.
Jeder kann einen Mutbrief schreiben. Er wird geprüft und veröffentlicht, wenn er den Richtlinien entspricht. Hier geht es zu der Mutpost-Seite
Der Frühling lässt sich in den nächsten Tagen blicken. Vielleicht die richtige Zeit, sich an der frischen Luft ein bisschen ehrenamtlich zu engagieren?
Blaue Windröschen
Vor einigen Wochen erzählte ich Ihnen über die Seite mitforschen.org, auf der verschiedene Institutionen die Mithilfe von Bürgern suchen. Unter dem Oberbegriff „Citizen Science“ helfen Bürger, Daten für Forschungszwecke zu sammeln. Ich mache bei einem Forschungsprojekt der Uni Luxemburg mit, bei der die Sprache im öffentlichen Raum anhand von Fotos erforscht wird. (Siehe unten der Link zu dem Beitrag).
Inzwischen habe ich noch zwei andere Aufgaben auf der Seite entdeckt, die mir auch gut gefallen. Studierende der Universität Bochum untersuchen die Biodiversität von Friedhöfen und brauchen Daten über Pflanzen und Tiere, die auf Friedhöfen zu finden sind. In Zeiten, in denen Friedhöfe immer häufiger aufgegeben und zu Bauland erklärt werden, will man dokumentieren, wie wichtig Friedhöfe als Naturinseln für Städte sind.
Tiersichtungen melde ich direkt auf der Seite der Universität. Mit Hilfe der App „Flora Incognita“ fotografiere ich Pflanzen auf dem Friedhof. Die App bestimmt die Pflanze und fügt den Standort hinzu. Ich ergänze das Foto noch mit dem Schlagwort „Friedhof“. So können die Studierenden auf die Daten zugreifen. Hier wird das Projekt beschrieben:
Wenn Sie einen Garten haben, können Sie die Leipziger Universität unterstützen. Hier untersucht man, welche Pflanzen in Privatgärten zu finden sind und wie sich die Auswahl verändert unter der Berücksichtigung, dass Gärten für die heimische Tierwelt immer wichtiger werden und dashalb Gartenbesitzer bewusst das Pflanzenangebot verändern. Auch hier kommt die App „Flora incognita“ zum Einsatz, nur gibt man anstatt „Friedhof“ das Wort „Garten“ ein. Nähere Informationen dazu gibt es hier:
Im letzten Beitrag erzählte ich Ihnen von der Internetseite mit:forschen. Hier werden Forschungsprojekte von Universitäten, Instituten oder Vereinen vorgestellt, bei denen die ehrenamtliche Hilfe von Bürgern gebraucht wird.
Seit zwei Wochen mache ich bei einem Projekt der Universität Luxemburg mit, das 2016 begonnen wurde. So wird es auf mit:forschen beschrieben:
“Im Projekt Lingscape erforschen wir die Vielfalt von Sprache im öffentlichen Raum. Ob Sticker, Straßenschild oder Graffiti, ob auf Deutsch oder mehrsprachig, ob in Deutschland oder auf der ganzen Welt – geh mit Lingscape auf Sprach-Safari und hilf uns dabei, Sprachlandschaften zu dokumentieren.“
Fotocollage mit Schildern zu den Themen Denkmalschutz, Nachbarschaft, Handball und Kulturfestival
Ich fotografiere gerne, mich interessieren Graffitis, öfter ärgere ich mich über Aufkleber, finde manche Schilder überflüssig- warum nicht mitmachen, um eine weitere Motivation zu haben, häufiger mal spazieren zu gehen?
Bei den letzten Spaziergängen kam ich mir ein bisschen wie auf einer Schnitzeljagd vor, was mir Spaß machte. Mein Jäger-und Sammlerinstinkt war geweckt. Ich lernte schon eine Menge über die Sprache im öffentlichen Raum. Ungefähr 60 Sprachäußerungen habe ich bisher gesammelt, es gibt so viele Unterscheidungskriterien…hier ein paar Beispiele:
Schilder: private und installiert von einer öffentlichen Stelle
Fotocollage mit drei Bildern von Verkehrsschild, Verbotshinweis und Namensschild eines Büdchen.
Sie vermitteln: Hinweise, Verbote, Namen, Werbung, Meinungen, Aufrufe, Erinnerungen
Gültigkeit: aus der Vergangenheit, zeitlich begrenzt, zukunftstauglich?
Wie sieht es mit der Zukunft dieser Schilder aus? Sterben „Winterdienste“ in unseren Breitengraden in ein paar Jahren aus? Auch „Fuck Jäger“ könnte an Aktualität verlieren, wenn diese Felder zum Naturschutzgebiet erklärt werden. „Alle zusammen gegen Faschismus“- diese Aufforderung verliert nicht an Bedeutung.
Materialien: Blech, Papier, Mauer, Plastik, Holz, Metall, Stoff, Glas
Fotocollage aus Schildern aus verschiedenen Materialien
Sprachen (bisher): Deutsch, englisch, türkisch
Gestaltung: nüchtern, künstlerisch, handgemalt
Ich bekam schon ein kleines Gefühl von Sprachlandschaften, denn die Aufkleber in den Duisburger Stadtteilen Rumeln-Kaldenhausen, Rheinhausen und Duisburg-Mitte unterschieden sich. Nach R-K „schwappten“ schon Aufkleber von Vereinen aus dem benachbarten Krefeld, in R. fand ich die meisten türkischen Aufkleber, in Mitte stieß ich auf eine Reihe politischer Aussagen oder auf Aufkleber aus anderen Städten.
Fotocollage
Gemeinsam hatten alle Stadtteile MSV Fußball-Aufkleber, die es in diversen Ausführungen gibt und die mir leider immer wieder negativ auffielen, weil sie andere Schilder überklebten. Muss das sein?
Fotocollage mit MSV Aufklebern
In dem Projekt wurden bisher weltweit gut 140000 Fotos eingepflegt. Auf einer interaktiven Karte kann man sehen, wo wie viele Schilder bisher dokumentiert sind und nach weiteren Klicks werden diese abgebildet. Oder man gibt auf einer Seite von Lingscape ( https://lingscape.app/de/ ) als Suchbegriff eine Stadt oder ein Land ein, um sich die Schilder anzeigen zu lassen. So sieht dies z.Zt. für Duisburg aus:
Möchte man sich beispielsweise als Schule, Verein o.a. eine eigene Datenbank für Schilder aufbauen, muss man einmalig einen Nutzernamen eintragen, nach dem man auch suchen kann. Im Urlaub Schilder sammeln- eine neue Art von Souvenirs?
Diese Schilder sind nicht nur Sprachgeschichte, sondern auch ein Stück Alltagsgeschichte und zeigen, wie die Welt heute ist. Mir gefällt der Gedanke, ein bisschen dazu beizutragen, dass diese Geschichten in der Zukunft gezeigt werden können und nicht in Vergessenheit geraten.
Schil mit einem Hinweis, dass an dieser Stelle am 14.10.1779 nichts passiert ist
Dieser Hinweis stand unter einem Artikel in der Zeitung „Chrismon“. In dem Artikel ging es um Porträts von Bürgern, die ehrenamtlich Universitäten, Vereine oder Interessengruppen bei ihren Forschungen unterstützen. Meine Neugierde war geweckt und ich besuchte die Homepage :
Das hatte ich nicht erwartet! Es gibt hier zig Angebote, bei denen man mitmachen kann, bzw. es werden auch abgeschlossenen Projekte angezeigt, um einen Eindruck zu bekommen, wo Bürger in der Vergangenheit mitgeholfen haben.
Man kann die Angebote nach folgenden Themen filtern:
Screenshot
Die Projekte werden genau beschrieben, d.h. wer Hilfe bei seinen Forschungen braucht, welche Ziele verfolgt werden und ob das Mitmachen auch für Kinder geeignet ist. Bei manchen Projekten bleibt man zuhause und hilft am PC mit, bei anderen geht man raus und zählt, beobachtet oder fotografiert. Ein paar Beispiele:
Dokumentation des Verhaltens und der Persönlichkeit des eigenen Hundes: https://www.wau-app.com/
Ich habe mir nicht jedes Angebot angesehen, doch gewann ich den Eindruck, dass man sein ehrenamtliches Engagement sehr individuell einrichten kann bezüglich Verpflichtung und Zeitaufwand. Während der Feiertage habe ich angefangen, mich an einem Projekt zu beteiligen, das mich ein bisschen an eine Schnitzeljagd erinnert. Ich gehe seitdem regelmäßiger spazieren, mein Handy zum Fotografieren immer parat. Mehr verrate ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag.
Voller Schwung nehmen sich viele Menschen am Jahresanfang etwas vor. Mehr Sport, öfter Freunde anrufen oder vielleicht auch etwas Gutes tun? Hier ein Tipp für die dritte Kategorie. Folgenden Zeitungsartikel entdeckte ich letzte Woche in der Rheinischen Post
Was machen Sie mit Ihren alten Laptops oder Tablets?
Recycling statt Wegwerfen – der Trend zur Wiederverwertung ist ungebrochen. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Labdoo“. Wie die Idee umgesetzt wird.
Übergabe der Morsbags an Labdoo: Jede Menge der bunten Taschen sind jetzt im Umlauf. Fotos (2): Nikolay Dimitrov
Die Aktion sorgt dafür, dass Laptops länger laufen und nicht so schnell im Elektroschrott landen.Foto: Fabian Sommer
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VON MIKE MICHEL
Die Taschen wurden im Rahmen einer Aktion im Stadtfenster produziert.
DUISBURG Nachhaltigkeit ist ein schönes Schlagwort – noch schöner ist es, wenn es mit Leben gefüllt wird. Und zahlreiche Repair Cafés in Duisburg zeigen, wie dieser Gedanke dank privatem Engagements ein Erfolg werden kann. Noch einen Schritt weiter gehen die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) zusammen mit dem gemeinnützigen Verein „Labdoo“: Was für viele nur noch Elektroschrott ist, wird für andere zum Schlüssel für Bildung und Zukunft. Das ist der Grundgedanke, der hier bereits durchaus professionell umgesetzt wird – allein die Zahlen können sich sehen lassen (siehe Box).
In Duisburg werden an den vier Recyclinghöfen und im H2O-Gebäude der Wirtschaftsbetriebe Duisburg ausgediente Laptops und Tablets gesammelt, aufbereitet und weltweit an Schulen weitergegeben – und das schon seit vielen Jahren. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können sogar an insgesamt sieben Annahmestellen im Stadtgebiet nicht mehr genutzte Laptops und Tablets abgeben.
Möglich macht dies die erfolgreiche Zusammenarbeit der Wirtschaftsbetriebe mit dem gemeinnützigen Verein Labdoo.org, die ihr Engagement für digitale Bildung und nachhaltiges Handeln fortsetzen. Die gespendeten Geräte werden technisch a
Jede IT-Spende trage so zur digitalen Chancengleichheit bei und schone gleichzeitig wertvolle Ressourcen, so die Macher des Projekts. Die Projekte zeigten, wie lokales Engagement, Ehrenamt und nachhaltige Ideen gemeinsam dazu beitragen könnten, Bildungschancen zu verbessern und Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft zu übernehmen.
Die Annahmestellen sind Teil des internationalen Labdoo-Netzwerks. Ehrenamtlich Engagierte kümmern sich dort um die Annahme, Registrierung und Vorbereitung der Geräte für ihren späteren Einsatz in Bildungsprojekten.
Ergänzend zur IT-Spendenaktion ist auch die Initiative „Morsbags“ in Duisburg aktiv. Nach dem zweiten Nähmarathon in der „machbar“ der Stadtbibliothek im Stadtfenster an der Steinschen Gasse in der Stadtmitte wurden insgesamt 100 wiederverwendbare Stofftaschen gefertigt und an Labdoo übergeben. Sie dienen dem sicheren Transport der gespendeten Laptops und verbinden Umweltbewusstsein mit sozialem Engagement. Und dabei sehen die farbigen Behältnisse auch noch ausgesprochen gut aus.
Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sind weiterhin eingeladen, nicht mehr genutzte, funktionsfähige Laptops und Tablets an den sieben Annahmestellen im Stadtgebiet abzugeben und so aktiv zur Förderung digitaler Bildung beizutragen. Informationen zu Standorten, Annahmezeiten und zum Projekt finden sich unter www.wb-duisburg.de sowie www.labdoo.org.
INFO
Fast 2500 Geräte für die Weiterverwertung
Bilanz Seit 2012 wurden insgesamt 2495 IT-Geräte in Duisburg gespendet, registriert oder verarbeitet. Rund 1000 dieser Geräte gingen an 47 Schulen und Bildungsprojekte in Duisburg oder mit direktem Bezug zur Stadt.
Funktion Sie unterstützen dort unmittelbar den Unterricht und den Erwerb digitaler Kompetenzen.
Seit 1987 ist im Landesmediengesetz von NRW festgeschrieben, dass Bürger das Recht haben, einen eigene Sendung im Radio auszustrahlen. In Duisburg gibt es seitdem mehrere Vereine, Gruppen und Privatpersonen, die von diesem Recht Gebrauch machen. Der Sender „Radio DU“ ist verpflichtet, dem Bürgerfunk Sendezeit zur Verfügung zu stellen. So läuft beispielsweise
Das Logo der Sendung
mindestens 1x pro Monat dienstags zwischen 20 und 21 Uhr. Verpasst man eine Sendung, kann man diese ein paar Tage später dann auch als Podcast hören:
Ich durfte in den letzten Wochen zweimal an einer Redaktionssitzung von „Unser Duisburg“ teilnehmen und bekam ein bisschen mit, wie eine Sendung, die aus Interviews, Kommentaren und Musik besteht, zusammengeschnitten wird. „Welche Interviews sind wochenaktuell, welche haben eher allgemeinen Informationscharakter und können auf die nächste Sendung verschoben werden? Gibt es Wunschkandidaten für ein Interview?“, waren nur einige Fragen, die diskutiert wurden. Ganz stolz bin ich, dass morgen Abend, am 2.12., auch ein Interview von mir gesendet wird. Ich habe Anja Harder über ihre Kronkorkensammelaktion interviewt, bei der die gesammelten Kronkorken verkauft werden und der Betrag dem Verein „Herzenswärme Duisburg e.V.“ gespendet wird. Dieser Verein kümmert sich um obdachlose Menschen.
In den nächsten Wochen stehen Nikolaus- und/ oder Weihnachtsfeiern in den Firmen an und auch in der Familie werden bestimmt die ein oder andere Flasche zu Weihnachten oder Silvester geöffnet. Möchten Sie nicht beim Sammeln mitmachen?
Sammeln Sie in Rumeln-Kaldenhausen, können Sie Ihre Kronkorken gerne in die Darwinstr. 58 bringen- einfach auf die bunte Bank vor dem Haus legen.
Hier die Liste der Stellen, die in Duisburg Stadtmitte Kronkorken annehmen:
Vielleicht ist ja die Mimikama Homepage für Sie ein alter Hut, ich kannte sie nicht und bekam den Tipp von einer jungen Frau, die bei einer Firma arbeitet und mit der Fütterung von KI ihren Lebensunterhalt als Studentin verdient.
Mimikama ist der Name einer Internetseite, auf der fast täglich Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht werden. Diese Nachrichten tauchen frisch in den sozialen Medien oder in Printmedien auf. Dabei wird unterschieden, ob es sich um reine Fake-News handelt oder inwieweit eine Aussage stimmt, aber verfälscht wurde.
So sieht die Eingangsseite aus:
Klickt man auf die blauen „Mimikama“ Felder, öffnet sich eine neue Seite. Dazu ein Beispiel. Die Fotos 1-5 zeigen an, in welcher Reihenfolge die Informationen kommen, wenn man auf der Seite nach unten scrollt.
Diese Informationen stehen kostenlos zur Verfügung. Wenn man zusätzliches Hintergrundmaterial lesen möchte und Artikel, die zu diesem Thema passen, gibt es drei Versionen, bei denen man eine Gebühr bezahlt.
Wenn ich diese Berichte gelesen habe, brauche ich manchmal einen Ausgleich und lese “Good News“. Auch hier werden fast täglich neue Nachrichten verkündet. Diese verbessern die Laune und es ist toll zu sehen, welche Möglichkeiten Menschen haben und was sie schaffen können, wenn der Mut und der Wille zur Veränderung da ist. So werden diese Nachrichten präsentiert:
Beide Seiten haben mir in den letzten Wochen bereits geholfen, bei Diskussionen neue Fakten und Ideen in die Runde zu werfen und das Interesse war geweckt.
Dieses Buch erschien 2017 und nimmt als Ausgangspunkt das Pariser Klimaabkommen von 2015.
Dem Handeln der Kommunen in Sachen Klimaschutz fällt eine entscheidende Rolle zu, wenn Deutschland bis 2030 seine gesteckten Klimaziele erreichen will. 14 Themen werden dazu von verschiedenen Autoren aus mehreren Umweltinstitute aufgegriffen. Ein Themenschwerpunkt ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Stadt und Einwohner, um die Zustimmung von Klimaschutzmaßnahmen und Suffizienzpolitik (Erläuterung siehe unten) in der Bevölkerung zu erhöhen. Es werden Projekte einzelner Städte vorgestellt, die unmittelbar nach dem Abkommen an den Start gingen. Zu den aktiven Städten mit bereits messbaren Erfolgen gehören beispielsweise Bottrop, Essen, Heidelberg, Schweinfurt oder Rostock. In vielen Städten liegt der Fokus bei der Kommunikation zur Bevölkerung noch auf der Darstellung technischer und finanzieller Komponenten. Politiker, die „weiche“ Vorteile kommunizieren, wie z.B. eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt der Zukunft und darüber hinaus die Bevölkerung aktiv und transparent in Planungen zum Klimaschutz mit einbinden, erreichen bei den Einwohnern eher eine Akzeptanz der politischen Entscheidungen zum Klimaschutz.
Bemerkenswert sind die Abschnitte, in denen es darum geht, wie man Jugendliche und Bevölkerungsschichten, deren Alltagsleben von finanziellen Nöten geprägt ist, für ein Engagement zum Klimaschutz begeistern kann.
Zwei Kapitel zur urbanen Energiewende stellen das Mieterstrommodell, sowie die Idee des Energiespar-Contractings vor, Kapitel zur Bodenentsiegelung und Gebäudebepflanzung sind zwei weitere Eckpfeiler im Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz.
Besonders interessant fand ich die Ausführungen, wie sich die Hierarchien innerhalb einer Stadtverwaltung ändern müssen, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Für kleinliches Konkurrenzdenken oder Animositäten gegenüber der Person, die für das Klimaschutzmanagement eingesetzt wird, darf kein Platz mehr sein, gefragt ist gemeinsames und abgestimmtes Handeln.
Seit Erscheinen des Buches sind acht Jahre vergangen. Es eignet sich deshalb hervorragend dazu, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Was wurde in meiner Stadt bisher erreicht, was auf den Weg gebracht oder welche Umsetzungen warten auf den Start? Gibt es in diesem Buch Ideen, auf die meine Stadt bisher vielleicht noch nicht gekommen ist?
Und was sage ich bei diesem Thema zu meiner Heimatstadt Duisburg? In Duisburg hat man leider erst mit einiger Verspätung angefangen, die Klimaziele zu erarbeiten und umzusetzen. Die Kommunikation der Stadt empfinde ich als schlecht. Drei Beispiele: Wissen Sie, liebe Duisburger, was „KLIAS“ bedeutet oder was die Duisburger „Klima-Roadmap“ ist? Ein weiteres Beispiel zur Kommunikation: https://www.duisburg.de/microsites/klimaschutz/klimaschutzideenportal/index.php
Abgesehen davon, dass ein Teil der Seite schon mehrere Monate lang nicht richtig funktioniert, habe ich nirgendwo ein Feedback gefunden, wie die Ämter mit den Klimaschutzideen aus den Reihen der Bevölkerung umgehen.
Eine Kernaussage des Buches ist, dass, wenn der Wille zum Klimaschutz bei Politikern ernsthaft vorhanden ist, die verfügbaren Finanzen dann auch für diese Zukunftssicherung eingesetzt werden müssen. Viel Geld ausgeben für teure Prestigeobjekte, deren zukünftige Erfolge kaum zuverlässig kalkulierbar sind, ist in der heutigen Zeit unverantwortlich. Ich wünsche mir für das Buch viele Leser und Leserinnen in der Stadtverwaltung und würde mich freuen, wenn private Personen das Buch als Grundlage für öffentliche Diskussionen hinzuziehen.
Zum Schluss ein Zeitungsartikel aus der RP vom Samstag, der zeigt, wie aktuell das Buch noch ist:
Screenshot
Begriffserläuterung:
Suffizienzpolitik ist ein Ansatz, der darauf abzielt, den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung zu reduzieren, indem die Bedürfnisse der Menschen auf eine nachhaltige Weise gedeckt werden. Der Fokus liegt weniger auf Wachstum und mehr auf der Reduzierung des Konsums sowie der Förderung von Lebensstilen, die weniger Ressourcen verbrauchen.
Gestern fand der Tu was- Abend in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann statt.
Nach einer Vorstellung meiner Person berichtete ich über meine Versuche seit September 24, mich politisch zu engagieren, beispielsweise auf Instagram, im Schreiben von Leserbriefen oder mit der Teilnahme an Treffen der Gruppe Klimaentscheid Duisburg. Danach wurde über Möglichkeiten diskutiert, wie man sich auch noch anders einbringen kann. Bei der Diskussion wurden einige meiner Gedanken bestätigt und ich habe wieder Neues dazugelernt: -Wenn man anfangen möchte, sich zu engagieren, ist dies ein Prozess, in dem man ausprobiert, bei welchem Thema man sich wohl fühlt und was eine Herzensangelegenheit werden könnte. -Eine Besucherin erzählte, dass es ihr, nachdem sie angefangen hat, sich zu engagieren, mental besser geht. Das Selbstbewusstsein steigt und man fühlt sich nicht mehr so hilflos bei schlechten Nachrichten. Da kann ich nur zustimmen. -Duisburg hat ein Kommunikationsproblem. Es gibt ein Klimaprogramm, mit dem Duisburg bis 2035 klimaneutral werden soll. Den Fahrplan, die sogenannte „Roadmap“, kannte niemand, ebenso war die Duisburger „Grüne Aktie“ völlig unbekannt. -Ich gehöre mit Jahrgang 1959 zu der Generation, deren Eltern und Großeltern als Erwachsene den Krieg miterlebt haben. Sie erzählten mir viel vom Krieg und das kann ich weitergeben und damit Behauptungen der AfD entkräften. -Wie kann man Jugendliche in der TikTok Blase, in der sie sehr oft AfD Propaganda ausgesetzt sind, aus dieser Blase herausholen und überzeugen, eine andere Partei zu wählen? Dies wurde an dem Abend als großes Problem angesehen. -Es ist eine gute Sache, wenn Orte wie die Buchhandlung für einen Meinungsaustausch zur Verfügung gestellt werden und man damit das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
-Am Ende der Veranstaltung stellte ich mein Kronkorken-Sammelprojekt vor und – gute Nachricht! – die Buchhandlung Scheuermann macht mit und ist ab sofort offizielle Sammelstelle! Jeder war an diesem Abend von der Idee begeistert. -Eine zweite Idee ist mein „Leserbriefpool“. Gerne würde ich öfter zu einem Thema ein fundierten und gut formulierten Brief zu einem bestimmten Thema schreiben ( zur Zeitung, zu einer Partei oder an die Stadtverwaltung), doch fehlt mir oft das Know How und auch die Zeit. Könnte man gute Brief von mehreren Menschen sammeln, könnten diese Schreiben, inhaltlich etwas abgeändert, von mehreren Menschen verschickt werden und so würde Schritt für Schritt eine Meinung mehr Gehör bekommen.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich am Ende des Abends darauf angesprochen wurde, ob ich meinen Vortrag auch an anderer Stelle halten würde. Gerne- schreiben Sie mich an: linda.broszeit@gmx.de.
Zum Schluss noch eine Liste, auf denen die Bücher aufgeführt sind, die ich in letzter Zeit gelesen habe, sowie ein paar Tipps für Internetseiten und Instagramkonten, die Informationen und Aufklärung bieten.
BÜCHER: Philipp Blom: Hoffnung Rudger Bregman: Moralische Ambition Volker Busch: Kopf hoch! Martin Hecht: Die Einsamkeit des modernen Menschen Miriam Junge: Kleine Schritte mit großer Wirkung Heidrun Deborah Kämper: Die Sprache der Rechten Elsa Koester: Im Land der Wölfe Marcel Lewandowsky: Was Populisten wollen Ruprecht Polenz: Tu was! Jonas Schaible: Demokratie im Feuer Tanjev Schultz (Hrsg.): Was darf man sagen? Arne Semsrott: Machtübernahme Ronja von Wurmb-Seibel: Wie wir die Welt sehen Paula Brandt: Die Zukunft ist besser als gedacht WEBSITES: 🔗 bundestag.de 🔗 bpb.de (Bundeszentrale für politische Bildung) 🔗 demokratie-leben.de 🔗 demokratie-in-aktion.de (DemokratieKreis Duisburg) 🔗 mehr-demokratie.de 🔗 statistischesbundesamt.de 🔗 gesichtzeigen.de 🔗 abgeordnetenwatch.de 🔗 fragdenstaat.de 🔗 brandnewbundestag.de 🔗 campact.de 🔗 uebermedien.de 🔗 correctiv.org 🔗 duisburg.de INSTAGRAM: politikverstanden mark_raschke politikschau.de team.recherche omas-gegenrechts_buehl_achern monitor.wdr hopp_stagram amadeuantoniofoundation rechtsschreiber tim_acht die.insider
Vor Weihnachten berichtete ich darüber, dass ich auf der Plattform nebenan.de dazu aufgerufen habe, über die Feiertage Kronkorken zu sammeln. (Für den Duisburger Verein Herzenswärme, der sich um Obdachlose kümmert und die Kronkorken an einen Metallhändler verkaufen kann). Hier nun ein erstes Resümee: Die Resonanz war großartig und Stand gestern (12. 1. 25) wurden bisher bei mir ca. 22 KG Kronkorken abgegeben!
Foto Große Kiste, gefüllt mit Kronkorken
Die bisherigen Teilnehmer werden weiter sammeln, aber es wäre schön, wenn noch mehr Menschen sich daran beteiligen würden. Ob 2025 ein Kronkorkenjahr wird? Vielleicht ist diese Aktion auch eine Anregung für Ihren Stadtteil?
Stand 13.1.,11 Uhr: Gerade hat es wieder „geprasselt“…Das Ergebnis einer Feier zu einem runden Geburtstag…
Foto mit einer weiteren Wanne voller Kronkorken
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