Mein Mann und ich waren letzte Woche für ein paar Tage in Dubai, um einen ehemaligen Schulfreund meines Mannes zu besuchen. Ich hatte absolut keine Lust mitzureisen, da ich mir bei unserem ersten eintägigen Besuch vor ein paar Jahren geschworen hatte: “Nie wieder!“ Dubai stand für mich für vieles, was ich schrecklich fand. Exzessives Shopping, kaum Grün, von Umweltschutzgedanken weit entfernt. Doch die Tatsache, dass jemand sich vor Ort auskennt und vielleicht ein anderes Dubai zeigen kann, bewog mich dann doch, meinen Mann zu begleiten.
Vom Flughafen kommend, empfing uns Dubai, wie ich es erwartet hatte:
Collage aus vier Fotos mit Wolkenkratzern
Am ersten Tag hatten wir Tickets für das höchste Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa (828 m und 163 Etagen) und sahen uns die Wolkenkratzer von oben an.
Fotocollage: Was der Stadtwerketurm für Duisburg ist, ist der Burj Kalifa für Dubai- er ist unübersehbar
Fotocollage aus vier Fotos, die Wolkenkratzergruppen von oben zeigen und ein Teil der „Mall of Dubai“ (links unten)
Da der Turm nahe bei der „Mall of Dubai“ liegt, absolvierten wir direkt auch den Shoppingteil der Reise. Ich kaufte mir in einem der 1200 Geschäften und Restaurants ein Safran/ Karak-Chai Eis und wir bewunderten das Meeresaquarium. Ansonsten fühlten wir uns heimisch, denn Oberhauser Centro-Feeling machte sich breit.
Vier Fotos, die leckeres Eis zeigen, je eine Ansicht der Mall und des Aquariums und von einem Roboter, der in der an der Mall angeschlossenen U-Bahn Auskünfte für Touristen gab
Außen waren es inzwischen 35 Grad und wir warfen nur einen kurzen Blick auf die Wasserzone, wo eine der größten Springbrunnenshows der Welt stattfindet. (Ja, hier reihen sich Superlative wie Perlen auf einer Kette aneinander, ich kann nichts dafür).
Bei einer abschließenden kleinen Rundfahrt sahen wir noch ein paar andere Dubai-Wahrzeichen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.
Zu sehen oben links ist eine Teilansicht des Atlantis The Palm Hotels, rechts daneben das Luxushotel Burj Al Arab. Links unten der größte Bilderrahmen der Welt (150 x 93 m), in dem ein kleines Museum untergebracht ist und ein Lift, der Besucher zu einer Aussichtsplattform in der 48. Etage nach oben bringt. Rechts unten sieht man das Museum der Zukunft…
…und dieses besuchten wir am nächsten Tag. Von unserer großen Begeisterung erzähle ich nächste Woche!
Ich lese Bücher auf einem E-Reader oder in Papierform. Letzte Woche hatte ich dieses Buch auf meinem E-Reader angefangen:
Der Autor Martin Oswald ist Turmschreiber im Ort Abenberg, südwestlich von Nürnberg gelegen. Er nutzt seinen längeren Aufenthalt, im Ort und in den dazu gehörigen Dörfer ausgiebig spazieren zu gehen und dabei Beobachtungen zu sammeln und sich mit Ansässigen zu unterhalten. Mir gefiel das Buch sehr gut, direkt die ersten Sätze waren ganz nach meinem Geschmack: „Nebensächlichkeitsforscher bin ich. …“Täglich breche ich auf zu meinen Erkundungsgängen, als Marginaliensammler, als Stadtrandläufer und Ortumgehungsethnologe.“
Um so ärgerlicher war es, als ich an einem Abend merkte, dass die Batterie des E-Readers leer war. Etwas unwirsch nahm ich das erstbeste Buch von meinem Bücherstapel auf dem Nachttisch.
Die Autorin lebt in Berlin. Sie hatte vor Jahren eine Panikattacke in der U-Bahn und das konzentrierte Beobachten der Mitfahrenden und das Zuhören der Gespräche halfen ihr, diese Attacke zu überstehen. Dabei entdeckte sie quasi ihr Talent zum genauen Hinsehen und Zuhören und machte daraus ein Buchprojekt. Vorzugsweise besuchte sie Cafés und saugte dort viel Menschliches auf, was sie in ihrem Buch zu Papier bringt. Auch dieses Buch mochte ich sehr und am nächsten Abend fiel es mir schwer, welches Buch ich weiterlesen sollte. Kein Wunder, denn letztendlich sind beide Titel „Flaneurbücher“, in denen der Alltag auf der Straße unter die Lupe genommen wird. Das Spannende bei diesen beiden Bücher war der Unterschied zwischen Land und Stadt und diesen Doppelpack kann ich sehr empfehlen.
Martin Oswald hat einen feinen Humor. Wenn er beschreibt, wie auf der Straße ein Beerdigungszug den eiligen Fahrer eines Amazon-Prime Autos zur Entschleunigung zwingt, so ist das wie ein feiner Pinselstrich. Zudem versorgt er seine Leser en passant mit vielen Informationen über Abenberg und Umgebung und ja, er hat es geschafft, dass ich im Internet mehr über dieses Städtchen lesen wollte. Das Klöppelmuseum hatte es mir beispielsweise angetan, die Burg oder die Kneipe, die nur noch am Donnerstag geöffnet hat. Die Abschnitte, in denen er über seine Gespräche schreibt, zeigen besonders deutlich, dass das „alte“ Leben mit traditioneller Gemeinschaft nur schwer aufrecht zu erhalten ist. Das Buch von Martin Oswald schärft das genaue Hinsehen in Orten und Dörfern, die nur auf den ersten Blick nichts sagend sind.
Mit dem Buch von Linda Rachel Sabiers tauchen wir so richtig in Berlin ein, denn in den Momentaufnahmen, die vielfach nicht länger als auf einer Seite beschrieben sind, wird oft herrlich berlinert. Ob alte Leute, Kinder, Hundebesitzer, Cafébetreiber oder Ehepaare, die Autorin beobachtet mit menschenfreundlichem Auge und ihre kurzen Schilderungen zeigen oft, wie viel Gutes in uns Menschen steckt. Weitere Texte beinhalten kurze Gespräche, die die Autorin mit ihrer 96 jährigen Großmutter am Telefon führt. Zu ihr hat sie ein sehr inniges Verhältnis und die Großmutter mit ihrer Abgeklärtheit und ihrem Witz sieht die Welt mit besonderen Augen.
Wenn Sie Bedarf an kleinen positiven Auszeiten haben, sind diese beiden Bücher genau richtig!
Braucht eine Frau, die schreiben möchte, ein Zimmer für sich allein? Die norwegische Autorin Kristin Valla, Anfang vierzig, hat mehrere Jahre keinen Roman veröffentlicht, während sie für ihre Familie da war und als Redakteurin gearbeitet hat. Ihre Unzufriedenheit über diesen Mangel wächst inzwischen täglich und belastet das Familienleben. Sie versucht deshalb, in Oslo Freiräume für sich zu schaffen, um erneut mit dem Schreiben anzufangen. Es funktioniert nicht, der Abstand zu ihrer Familie mit allen Alltagssorgen ist nicht groß genug. Deshalb entscheidet sich Kristin, alleine nach Südfrankreich zu fahren. Schon bald setzt sich bei ihr die Idee fest, dort ein kleines Haus zu kaufen, es wäre ein Haus ganz für sie allein. In Roquebrun in der Region Okzitanien wird sie fündig.
Ihr Mann weiß, wie wichtig dieses Haus für seine Frau ist und akzeptiert ihre zukünftigen längeren Auszeiten in Frankreich. Seine einzige Bedingung: Er hat nichts mit dem Haus zu tun, sie muss sich um alles alleine kümmern.
Kristin hat nur wenig Geld und das Haus, das sie sich leisten kann, ist dementsprechend in keinem guten Zustand. Es ist voller Schimmel, hat ein undichtes Dach, Fenster und Türen sind verzogen, das Badezimmer ist eine noch größere Zumutung, an die elektrischen Leitungen möchte sie gar nicht denken. So wird das Tränenvergießen in den ersten Jahren zu ihrem ständigen Begleiter. Üppige Renovierungsarbeiten lassen sie immer wieder an ihrer Kaufentscheidung zweifeln, zumal sie kaum Französisch spricht und auch in dieser Beziehung immer auf die Hilfe von anderen Bewohnern angewiesen ist. Und doch….Es gibt viele schöne Momente in den Haus, in dem sie merkt, dass sie hier unverstellt leben kann. Sie fühlt sich vielen Schriftstellerinnen nahe, die während ihres Lebens in einer ähnlichen Situation waren. Von diesen Autorinnen, in deren Karrieren Häuser oder eigene Räume eine besondere Rolle gespielt haben, lesen wir ebenfalls in dem Buch. Virgina Woolf, die mit ihrem Buch „Ein Zimmer für sich allein“ ein wegweisendes Buch über Frauen und Literatur geschrieben hat, ist für Kristin eine Heldin. Alice Walker, Patricia Highsmith, Selma Lagerlöf, die im 15. Jahrhundert lebende Christine de Pizan, Tania Blixen sind nur einige der vorgestellten Schriftstellerinnen, die während des Schreibens Häuser renovierten oder deren Dichtkunst nach dem Einzug in ein eigenes Haus deutlich zunahm. Kristin schreibt in ihrem Haus nur selten, jedoch kehrt sie immer wieder mit einem freien Kopf nach Oslo zurück. Schließlich findet sie dort auch einen Platz zum Schreiben und das Haus in Frankreich wird nach fünf Jahren ein Haus für die ganze Familie. Ich mag dieses Buch sehr. Frauen, die in irgendeiner Weise kreativ sein wollen, brauchen Freiräume. Um diese müssen sie oftmals kämpfen oder haben ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Partner/ der Familie, wenn sie diese Freiräume haben und beanspruchen. Das war im 15. Jahrhundert so und ist auch heute noch ein Thema.
Am vorletzten Sonntag durfte ich zusammen mit meiner Kollegin an einem eintägigen Workshop zum Thema Buchbinden teilnehmen. Ich hatte mir immer mal wieder ein Buch zu diesem Thema ausgeliehen bzw. gekauft, um es selbst einmal zu versuchen, doch war es dazu nie gekommen. Man braucht relativ viele Werkzeuge und mir blieben die dort beschriebenen Falt-,Knick-,Näh,-und Klebetechniken ein Buch mit sieben Siegeln. Bei unserer Lehrerin, meiner Freundin Ilse Heines, konnten wir uns quasi an den gedeckten Werkzeugtisch setzen, alles Wichtige lag bereit!
Als Einstieg zeigte sie uns, wie man selbst kleine und große Hefte fabriziert. Das ging recht schnell, die Nähtechnik war leicht nachzuvollziehen und wir waren beide nach einer Stunde schon sehr stolz auf unsere Werke!
Aber dann: Ein Buch von Anfang bis zum Ende selbst binden- ich habe mir vorher nicht vorgestellt, wie viele Arbeitsschritte dazu nötig sind und werde zukünftig auf jedem Kunsthandwerkermarkt vor Buchunikaten mit Ehrfurcht stehen bleiben.
Folgende Fotocollage zeigt nur ein paar Arbeitsschritte, ich hoffe, dass sie ein bisschen die Atmosphäre unseres kreativen Sonntags wiedergibt.
Wem diese Collage nicht reicht, hier geht es zu einer sehr guten 45 minütigen Sendung über das Buchbinden:
Ich habe schnell gemerkt, dass das Buchbinden mit geklebtem Buchdeckel bei mir keine Zukunft hat. Man muss äußerst präzise arbeiten und ich bin da doch eine Spur zu großzügig. Aber ich biss mich durch und war und bin immer noch von meinem Minibuch entzückt.
Auch meine Kollegin beendete den Sonntag hochzufrieden mit diesen drei Eigenproduktionen.
Noch einmal nahm ich einen Tag später mehrere Buchbindebücher zur Hand und ich weiß nicht, wie viele Lichter mir jetzt aufgingen.
Zig Ideen wurden in meinem Kopf geboren, aber ich gehöre eindeutig zur „Nähfraktion“. Deshalb freue ich mich jetzt schon auf einen zweiten Sonntag Ende April, an dem wir in die Geheimnisse der „koptischen Bindung“ und anderen Nähmöglichkeiten eingeführt werden. Im Sommer draußen Aquarellbilder malen, stempeln oder Collagen kleben, im Winter aus diesen Bildern Bücher machen- hört sich das nicht nach einem guten Plan an?
Dieses Buch erschien 2017 und nimmt als Ausgangspunkt das Pariser Klimaabkommen von 2015.
Dem Handeln der Kommunen in Sachen Klimaschutz fällt eine entscheidende Rolle zu, wenn Deutschland bis 2030 seine gesteckten Klimaziele erreichen will. 14 Themen werden dazu von verschiedenen Autoren aus mehreren Umweltinstitute aufgegriffen. Ein Themenschwerpunkt ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen Stadt und Einwohner, um die Zustimmung von Klimaschutzmaßnahmen und Suffizienzpolitik (Erläuterung siehe unten) in der Bevölkerung zu erhöhen. Es werden Projekte einzelner Städte vorgestellt, die unmittelbar nach dem Abkommen an den Start gingen. Zu den aktiven Städten mit bereits messbaren Erfolgen gehören beispielsweise Bottrop, Essen, Heidelberg, Schweinfurt oder Rostock. In vielen Städten liegt der Fokus bei der Kommunikation zur Bevölkerung noch auf der Darstellung technischer und finanzieller Komponenten. Politiker, die „weiche“ Vorteile kommunizieren, wie z.B. eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Stadt der Zukunft und darüber hinaus die Bevölkerung aktiv und transparent in Planungen zum Klimaschutz mit einbinden, erreichen bei den Einwohnern eher eine Akzeptanz der politischen Entscheidungen zum Klimaschutz.
Bemerkenswert sind die Abschnitte, in denen es darum geht, wie man Jugendliche und Bevölkerungsschichten, deren Alltagsleben von finanziellen Nöten geprägt ist, für ein Engagement zum Klimaschutz begeistern kann.
Zwei Kapitel zur urbanen Energiewende stellen das Mieterstrommodell, sowie die Idee des Energiespar-Contractings vor, Kapitel zur Bodenentsiegelung und Gebäudebepflanzung sind zwei weitere Eckpfeiler im Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz.
Besonders interessant fand ich die Ausführungen, wie sich die Hierarchien innerhalb einer Stadtverwaltung ändern müssen, um diese Mammutaufgabe zu bewältigen. Für kleinliches Konkurrenzdenken oder Animositäten gegenüber der Person, die für das Klimaschutzmanagement eingesetzt wird, darf kein Platz mehr sein, gefragt ist gemeinsames und abgestimmtes Handeln.
Seit Erscheinen des Buches sind acht Jahre vergangen. Es eignet sich deshalb hervorragend dazu, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Was wurde in meiner Stadt bisher erreicht, was auf den Weg gebracht oder welche Umsetzungen warten auf den Start? Gibt es in diesem Buch Ideen, auf die meine Stadt bisher vielleicht noch nicht gekommen ist?
Und was sage ich bei diesem Thema zu meiner Heimatstadt Duisburg? In Duisburg hat man leider erst mit einiger Verspätung angefangen, die Klimaziele zu erarbeiten und umzusetzen. Die Kommunikation der Stadt empfinde ich als schlecht. Drei Beispiele: Wissen Sie, liebe Duisburger, was „KLIAS“ bedeutet oder was die Duisburger „Klima-Roadmap“ ist? Ein weiteres Beispiel zur Kommunikation: https://www.duisburg.de/microsites/klimaschutz/klimaschutzideenportal/index.php
Abgesehen davon, dass ein Teil der Seite schon mehrere Monate lang nicht richtig funktioniert, habe ich nirgendwo ein Feedback gefunden, wie die Ämter mit den Klimaschutzideen aus den Reihen der Bevölkerung umgehen.
Eine Kernaussage des Buches ist, dass, wenn der Wille zum Klimaschutz bei Politikern ernsthaft vorhanden ist, die verfügbaren Finanzen dann auch für diese Zukunftssicherung eingesetzt werden müssen. Viel Geld ausgeben für teure Prestigeobjekte, deren zukünftige Erfolge kaum zuverlässig kalkulierbar sind, ist in der heutigen Zeit unverantwortlich. Ich wünsche mir für das Buch viele Leser und Leserinnen in der Stadtverwaltung und würde mich freuen, wenn private Personen das Buch als Grundlage für öffentliche Diskussionen hinzuziehen.
Zum Schluss ein Zeitungsartikel aus der RP vom Samstag, der zeigt, wie aktuell das Buch noch ist:
Screenshot
Begriffserläuterung:
Suffizienzpolitik ist ein Ansatz, der darauf abzielt, den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung zu reduzieren, indem die Bedürfnisse der Menschen auf eine nachhaltige Weise gedeckt werden. Der Fokus liegt weniger auf Wachstum und mehr auf der Reduzierung des Konsums sowie der Förderung von Lebensstilen, die weniger Ressourcen verbrauchen.
Uns war mal wieder nach Abwechslung zumute. Wie wäre es mit ein bisschen Alaska, da waren wir noch nie? Gedacht, getan!
Fotocollage, u.a. mit einem Bild von einer Trapperbehausung, einem Alaskarestaurant und einem Totempfahl.
Alaska ist für seine tollen Landschaften und seine vielfältige Tierwelt bekannt. Wir hatten Glück und bekamen eine Idee vom „Wildlife of Alaska“.
Fotocollage mit einem Landschaftsbild und jeweils einem Foto mit einer Schneeeule, einem Rentier, einem weißen Wolf und zwei Seeottern.
Na und wenn wir schon einmal da sind, warum sollen wir nicht noch einen Abstecher nach Afrika machen?
Zwei Fotos mit einer Savannenlandschaft und zwei Holzhütten.
Auch hier schlug uns die Stunde des Fotografenglücks und es gelangen einige schöne Tierporträts.
Collage mit Fotos von einem Erdmännchen, einem Watussirind, einem Giraffenkopf und einem Löwen.
Wir mussten nicht fliegen, von Duisburg ist man mit dem Auto in 40 Minuten da. Wo? Im der Zoom Erlebniswelt von Gelsenkirchen, einem sehr weitläufigen Zoo mit ca. 900 Tieren (100 Arten) und liebevoll ausstaffierten Landschaften. Wir lernten auch uns bis dahin unbekannte Tiere kennen
Drei Tiere werden anhand von Informationstafeln beschrieben.Rechts Mitte: die beiden frühlingsmüden Baumstachler stehen stellvertretend für viele Tiere, die bei der Sonne von einer gewissem Frühjahrsmüdigkeit erfasst wurden.
Uns hat es dort gut gefallen und wir haben uns „Asien“ und den „Grimberger Hof“ für den nächsten Besuch aufgehoben. Einen Kritikpunkt muss ich allerdings loswerden: Es war warm und sonnig. Auf den beiden Rundwegen (2 und 2,4 km) gab es keine Möglichkeit, sich etwas zu trinken zu kaufen. Alle Buden und Cafés waren noch geschlossen, da die Hauptsaison noch nicht begonnen hat. (Die einzige Trink- und Essensausgabe lag abseits beim Spielplatz am Ausgang). Wenn jemand mit einem Rad mit einem Getränkeangebot durch die Anlage gefahren wäre, hätte er bestimmt ein gutes Geschäft gemacht.
Die Flußpferddame Rupia macht auch ein Schläfchen…
Eva Herbergen, Anfang 60, ist Strafverteidigerin und wirft am Anfang des Romans einen Brief in einen Briefkasten. Sie blickt zurück auf neun Fälle in ihrer Laufbahn, die sie letztendlich dazu geführt haben, diesen Brief zu schreiben. Sie verteidigt u.a. einen Kannibalen, einen ehemaligen Kindersoldaten, eine berühmte Schriftstellerin oder einen Chirurg. Bei der Schuldfrage sind die Fälle nicht immer eindeutig, sobald man die Vorgeschichten der Täter und auch Opfer mit in die Waagschale wirft. Eva versucht nach bestem Gewissen, einen Freispruch für ihre Mandanten zu erreichen. Doch bei einer Studentin, in deren Obhut ein kleines Kind gestorben ist, wäre für die junge Frau ein Schuldspruch besser gewesen, damit sie ihre großen Schuldgefühle verarbeiten kann. Wenn Eva von schuldigen Mandanten getäuscht wurde, hinterlässt das Narben und es gibt tatsächlich den Fall mit einem perfekten Verbrechen, der über Jahre Eva beschäftigt, bis sie einen Weg findet, den Mörder doch noch ins Gefängnis zu bringen. Aber das ist noch nicht der Fall, der sie an sich selbst und dem Rechtssystem zweifeln lässt. Ein Mann wird verurteilt und beginnt danach eine Verzweiflungstat. Wie kam es dazu? Eva bewertet die Schwere eines Wirtschaftsdelikts nicht richtig und das überängstliche Auftreten des Mandanten nervt sie, weil sie privat mit der Planung ihrer Hochzeit beschäftigt ist. Schließlich überlässt sie die Verhandlung ihrer Stellvertreterin und geht auf Hochzeitsreise nach Italien. Die Katastrophe nimmt danach ihren Lauf. Um wohl ein Exempel zu statuieren, verhängt das Gericht eine viel höhere Strafe als von ihr angenommen, ihr Mandant bricht psychisch zusammen und tötet sich und seine Familie.
Die Autorin ist Professorin für Strafrecht und die im Roman erzählten Geschichten wurden durch reale Fälle inspiriert. Obwohl dem Gesetz verpflichtet, bewegt sich Eva Herbergen öfter in Grauzonen, weil sie ein Mensch mit moralischem Kompass und Mitgefühl ist. Das Buch ist spannend zu lesen. Einige Stellen sind wegen ihrer Brutalität und Menschenverachtung schwer zu ertragen, doch lohnt die Lektüre, denn beim Lesen kreist im Kopf die Frage, was man selbst getan oder welche Entscheidungen man getroffen hätte.
Im letzten Monat berichtete ich über den Besuch der Ausstellung „Film ab“, in der es um die Filmszene im Ruhrgebiet ging. Hier bekam ich u.a. mehrere Tipps für Filme, die vor Ort spielen und einer ist „Das Wunder des Malachias“.
Foto mit DVD Hülle des Films „Das Wunder des Malachias“
Das Buch, auf dem der Film basiert, wurde vom schottischen Autor Bruce Marschall geschrieben und erschien erstmals 1950 in Deutschland. Es musste mehrmals nachgedruckt werden, denn die Geschichte des verschmitzten Geistlichen, der ein Wunder erbittet, kam im Nachkriegsdeutschland gut an. Doch bei Bernhard Wicki wird aus dieser Geschichte ein beißendes Gesellschaftspanorama, das der Regisseur in Gelsenkirchen drehte. Worum geht es? Neben der Kirche der Pfarrei St.Johannes steht die Eden Bar und sie ist den Geistlichen ein Dorn im Auge. Malachias, ein junger Mönch, der gerade der Pfarrei zugeteilt wurde, möchte etwas Gutes tun und betet zu Gott, dass die Bar verschwinden soll. Gott erhört das Gebet, das Haus löst sich in Luft auf. Die Gäste und das Haus landen unversehrt auf einer Insel in der Nordsee. War es ein Wunder? Auch in den 50er Jahren wird dieses Thema nun bis zum letzten Knöchelchen ausgeschlachtet. Die Stelle, wo die Bar gestanden hat, wird zum Pilgerort mit allen denkbaren monitären Auswüchsen, wie beispielsweise dem Verkauf von geheiligtem Wasser, Wackelmönch oder gesegneten Würstchen. Gläubige Touristen strömen ins Ruhrgebiet. Die Presse überschlägt sich mit neuen Spekulationen, Verschwörungstheoretiker tauchen auf, eine Frau, die das Verschwinden der Bar gesehen hat, wird zur Werbeikone und gefragter Begleitung reicher Männer. Als ein Architekt an der Nordsee um die alte Edenbar einen hypermodernen Glaskasten installiert und zum Luxusresort für Superreiche ernennt, sind die oberen Tausend ebenfalls vom Wundervirus infiziert und feiern zur Eröffnung ein rauschendes Fest. Mönch Malachias ist todunglücklich über die Konsequenzen seines Gebets. Er fährt an die Nordsee und wendet sich ein zweites Mal an Gott, um für die Rücknahme des Wunders zu bitten.
Wir haben den Film mit Freunden geguckt und alle waren begeistert. Wenn es auch amüsante Szenen gibt, so bleibt einem mehrmals das Lachen im Hals stecken, denn der Film hat eine visionäre Aktualität. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen bekannten Schauspielern wie z.B. Loriot, Senta Berger, Pinkas Braun, Brigitte Grothum oder Günter Pfitzmann. Die Ansichten der Ruhrgebiets zu seiner kohlenschwarzen Blütezeit in dem Schwarzweißfilm sind ebenfalls sehenswert. Und dann waren da die Gesichter der Statisten. Viele Gelsenkirchener haben damals mitgespielt. Einfache Menschen, in deren Gesichter und Haltung der Krieg Spuren hinterlassen hat. Diese Gesichter gibt es heute nicht mehr.
Bernhard Wicki drehte diesen Film nach seinem großen Erfolg „Die Brücke“. Auch dieser Film wurde mehrfach ausgezeichnet, doch dann verschwand er in der Versenkung, weil die UfA, die für den Verleih des Filmes zuständig war, ein Jahr später pleite war. Wie gut, dass es die DVD-Sammlung „Filmjuwelen“ gibt.
Ich bin mir zu 99% sicher, dass Sie den Künstler dieser Bilder kennen…
Foto mit einer Collage aus vier Bildern, auf denen drei Frauen und ein Mann dargestellt sind.
Noch keine Idee? Ein Zitat von ihm lautet „Das, was am Leben komisch ist, das sind die Krisen, alles, was nicht Krise ist, ist auch nicht komisch.“ Ein Lied, das er geschrieben hat, heißt: „Ich wünsch‘ mir ne‘ kleine Mietzekatze“, obwohl er Mopsliebhaber war.
Momentan läuft eine Ausstellung in Oberhausen mit seinen Bildern, Entwürfen und Fotos von seinen Filmen. In der Ausstellung bewegt man sich durch lächelnde oder quietschende Besucher, nur ca. 1% verzieht keine Miene. Na, klingelt es ?
In der Ausstellung steht eine Couch, auf der 99% der Besucher sich fotografieren lassen wollen.
Foto mit Couch, auf der ich sitze.
Auf seinen Bilder spielen Nasen eine nicht unwesentliche Rolle:
Uns er äußerte sich auch gerne zu politischen Themen und zu Fragen der Umwelt:
Collage aus zwei Fotos und zwei Zeichnungen. Auf den Fotos sind Königen Elisabeth, bzw. Franz-Josef Strauß zu sehen, auf den Zeichnungen baden zwei Erwachsene in einem vermüllten Meer, in der zweiten Zeichnung sitzt eine Biene auf einem Stuhl, liest und saugt dabei Kunsthonig.
In der Ausstellung sieht man auch viele Bilder, in denen andere Künstler seine Themen aufnehmen und ihm mit ihren Werken Respekt erweisen.
Das Bild zeigt unsere gesuchte Person in einigen seiner Filmrollen.
I proudly present:
LORIOT mit seiner unvergessenen Partnerin Evelyn Hamann! Sorry, das Bild hängt etwas schief.
Mit meiner kleinen Bildersammlung bekommen sie nur einen Hauch von Eindruck, welche Erinnerungsschätze auf Sie warten. Diese werden auf drei Etagen präsentiert, hinzu kommt noch die Möglichkeit, einen Film zu sehen, in dem Loriot über seine Arbeit spricht.
Möchten Sie sich auf die Besprechung dieses Romans musikalisch einstimmen?
Dann hören Sie sich bitte diese beiden kurzen Musikstück an, sie vermitteln perfekt die Stimmungen, die in Maries Alltag vorherrschen:
Die zehnjährige Marie Higginbottom lebt mit ihren Eltern und drei Geschwistern (später sind es vier) in der langweiligen Kleinstadt Roanville in Kentucky. Das zehnjährige Mädchen hat es nicht leicht, denn neben der trostlosen Armut, in der sie aufwächst, muss sie auch die Prügelstrafen ihres strengen Vater aushalten, der sie als Laienprediger vor den Versuchungen der gottlosen Welt schützen will. Marie hat den Traum, Tänzerin zu werden und Roanville zu verlassen. Dank ihrer Freundin Misty, ihrem für andere nicht sichtbaren Freund Frédéric Chopin und ihrem eigenen starken Willen gibt sie nicht auf. Schließlich tritt eine Tanzlehrerin in Maries Leben und wird zum guten Engel. Lakonisch erzählt Marie von ihrer trostlosen Welt, ihren eigenen Unzulänglichkeiten und ihrem Glauben an sich selbst. Dazu kommen die bissigen Kommentare von Chopin, der gerne den Finger in eine offene Wunde legt. Nicht nur Prélude 14, auch andere Préludes erwähnt Marie, um besondere Situationen musikalisch zu beschreiben. Dadurch bekommt der Roman, der streckenweise sehr humorvoll zu lesen ist, noch eine zusätzliche Wertigkeit, wenn man sich die Mühe macht, die Musik parallel zur Lektüre zu hören. Ich habe Marie ins Herz geschlossen.
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