Mit der „Princess Amalia“ über den Niederrhein

Vom Flughafen Weeze aus kann man an einem 30 minütigen Rundflug über den Niederrhein in einem Oldtimerflugzeug, der Douglas DC3, teilnehmen. Für uns war es letzten Sonntag soweit. Bevor es losging, durften wir das Schmuckstück von allen Seiten fotografieren.

Oben links: Die Sorgfaltspflicht des Piloten

Dann erzählte uns der Kapitän die Geschichte unserer Douglas Dakota. Gebaut wurde sie 1944 in Kalifornien und war danach im 2. Weltkrieg für die Air Force in Großbritannien im Einsatz. Nachdem ging das Flugzeug in den Besitz von Prinz Bernhard von den Niederlanden. Er war ein begeisterter Pilot und flog mit der DC 3 bis 1961. Die DC 3 wurde danach einem Museum übergeben, was den Zustand der Maschine verschlechterte. In den 90er Jahren äußerte der Prinz dann den Wunsch, dass das Flugzeug wieder fliegen sollte. Es wurde restauriert und bekam den Wunschnamen des Prinzen: „Princess Amalia“. (Seine älteste Enkelin heißt so). Die niederländische Stiftung DDA Classic übernahm es, Rundflüge zu organisieren.

Wir ( ca. 15 Leute) nahmen in dem Flugzeug Platz und dann startete es schon. Unter Flugzeugliebhabern ist der „satte Sound“ der Maschine sehr beliebt und das Brummen spürte ich in der Magengegend.

Wir mussten während des Fluges nicht auf den Plätzen sitzen bleiben und durften sogar ins Cockpit:

Unser Rundflug ging Richtung Xanten, Issum und zurück- ein Erlebnis und ich hätte immer weiter fliegen können…

Oben links Blumenfelder, darunter der Freizeitpark „Irrland“. Rechts unten ein Blick auf Xanten und auf den Rhein.

Wieder gelandet, wurde noch darauf hingewiesen, dass unser Flugzeug höchstwahrscheinlich in diesem Jahr (bis Ende September) das letzte Mal fliegen wird. Der Hangar wurde der Stiftung gekündigt und ab 2025 muss laut EU Vorschrift mit einem andere Benzin geflogen werden und man weiß noch nicht, ob der Motor der DC 3 dieses Benzin verträgt. Eine Ära ginge zu Ende, denn laut eines Artikels im „Stern“ ist : „Die DC-3 das wichtigste Flugzeug in der Geschichte der Luftfahrt wegen der tragenden Rolle im Aufbau des Luftverkehrs“, …Ende der 30er Jahre wurden weltweit 80 bis 90 Prozent aller zivilen Flüge mit der DC-3 durchgeführt“. Mit 16.079 Exemplaren gehört sie bis heute zu den meist gebauten Verkehrsflugzeugen der Welt. In Deutschland kam dieser Maschinentyp auch während der Berliner Luftbrücke Ende der 40er Jahre zum Einsatz.“

Tapir macht mir Spaß

Es muss nicht immer ein dicker Schmöker sein, um vollen Lesegenuss genießen zu können! Seit dem Frühjahr gibt es eine neue Reihe im Diogenes Verlag. Sie heißt „Tapir“ und Diogenes will mit Tapir … Zitat: „neues Terrain erkunden und ermutigen, klug und eigensinnig die richtigen Fragen zu stellen: Wie können wir zukünftig besser und versöhnlicher leben? Die Sachbücher und Romane in dieser Reihe lassen uns unsere eigenen Antworten finden, sie trösten und verzaubern, erzählen von Natur, der Geschichte der Menschheit, ihren Kulturen, von Gemeinschaft und Respekt. Es sind Bücher, die uns wach, aber auch gelassen machen. ›Take Care‹ ist das Motto von ›Diogenes Tapir‹: Auch die Ausstattung der Bücher schließt sich mit dem nachhaltigen Cradle to Cradle Verfahren dieser Philosophie an.“

Ich habe bisher diese drei Bücher aus der Reihe gelesen:

Die Kombination aus Sachinformationen zu diesem besonderen Baum und vier ganz unterschiedliche Kurzgeschichten, die in dem der Baum oder ein ganzer Wald von Zedern eine Rolle spielen, finde ich großartig!

Da ich etwa der gleiche Jahrgang bin wie Frau Dörrie, konnte ich die Kindheitserinnerungen besonders genießen. Aber wer das nicht kann, aber neugierig, romantisch, entdeckungsfreudig, interessiert und aufgeweckt ist, wird dieses Buch trotzdem gerne lesen, denn ihre kurzen Betrachtungen und Erinnerungen zu Reisesouvenirs und Flohmarktfunden sind etwas für die Seele.

Eigentlich müsste der Titel „Sie und die Natur“ heißen, denn die kanadische Autorin erzählt nicht nur, wie auf der Buchrückseite beschrieben, von der Zeit , in der sie zusammen mit drei weiteren Erwachsenen und fünf Kindern während der Coronapandemie in ein Haus zieht, das abgeschieden in den kanadischen Wäldern liegt. Sie lässt uns auch teilhaben an ihren eigenen Erlebnissen und Gefühlen in der Natur als Kind und junge Frau. Mal sind es kleine Geschichten, mal ist es das Festhalten eines besonderen Moments, ihre Texte zeugen von einem intensiven Leben als Frau und Mutter, ihr wachsamer Geist ist offen für alles. Ein drittes Buchjuwel in der Tapir=Reihe.

Keie bezahlte Werbung

Besuch im BoSy

Bald beginnt wieder die Konzertsaison und allen, die sich darauf schon freuen, möchte ich heute das Anneliese Brost Musikforum Ruhr, auch gerne „BoSy“ genannt, vorstellen.
Diese Konzertstätte gibt es seit 2016 und ist insofern speziell, als dass an der ehemaligen St. Marien- Kirche ein Konzertsaal gebaut wurde und die Kirche jetzt als Foyer genutzt wird.

Ich sah zum ersten Mal den Duisburger Violinisten Frank Peter Zimmermann, der im europäischen Raum als einer der besten Geigenspieler gilt. Hier eine kleine Hörprobe:

An unserem Konzertabend spielte er u.a. dieses Stück, was mir sehr gut gefiel.

Frank Peter Zimmermanns Auftritt zeichnete sich nicht nur durch sein Können aus, sondern auch durch seine freundliche und natürliche Art. Ist eben ein „Duisburger Jung“!
In der Pause gingen wir nach draußen und wurden von lautem Autogehupe und vielen Menschengruppen überrascht. Die türkische Fußballmannschaft war gerade Sieger in einem EM-Spiel und das wurde gefeiert. Im Konzertsaal hatten wir davon nichts mitbekommen- ein Lob auf den Konzertsaal! Nach der Pause hörten wir die 9.Symphony von Anton Bruckner, bei der der Saal seine sehr gute Akustik noch einmal präsentierte.

Hier geht es zum Spielplan 24/25 vom BoSy: https://www.bochumer-symphoniker.de/fileadmin/user_upload/240527_BoSy_Kalender_24_25_E-Book.pdf

Selbstfindung einer Großmutter

Oscar kommt aus reichem Haus und ist ein mathematisches Wunderkind, das mit 17 Jahren bereits an der Universität studiert. Am ersten Tag in der Uni setzt sich im Hörsaal Moni neben ihn. Diese Person ist für den nerdigen Oscar völlig inakzeptabel, denn sie ist alt (53), ihre grelle Erscheinung verursacht bei ihm Augenkrätze, Moni ist laut und hat scheinbar von Mathematik keinen blassen Schimmer. Auch bringt sie immer häufiger zu Vorlesungen ein Baby mit, das jüngste Kind ihrer Tochter Püppi, die mit ihrer Mutterrolle überfordert ist.
Professor Herbst verdonnert Oscar und Moni zur Zusammenarbeit und Oscar schreibt für Moni alle Hausaufgaben, um möglichst schnell wieder in die Einsamkeit seiner Wohnung entschwinden zu können. Doch dann erfährt er, dass Moni, die inzwischen mit jedem Professor und allen Studenten quasi per du ist, mit Daniel Johanssen sogar schon einen Kaffee getrunken hat. Oscar vergöttert diesen Professor, ein Mathematikgenie, dessen Assistent er zu gerne sein würde. Was kann Moni, was er nicht kann? Und wer ist dieses engelsgleiche Wesen, das eines Tages unerwartet um Moni herumschwirrt? Und warum will Moni unbedingt Mathematik studieren? Oscar beginnt, sich für Moni zu interessieren und lernt dabei eine Familie mit einer außergewöhnlichen Geschichte kennen.
Bald wird das Wetter wieder grau und trüb, das Buch ist ein garantierter Stimmungsaufheller- merken Sie sich diesen Titel vor!

Sammeln für Energie und für Erinnerungen

Heute stelle ich Ihnen kurz zwei Ideen für eine Besichtigung vor, die man im Rahmen einer Führungen mitmachen kann.

Wir nahmen im Juni an der Abendführung in der GMVA Müll-Verbrennungsanlage in Oberhausen teil. Den Recyclinghof im Duisburger Norden hatte ich bei einem VHS Kurs schon kennengelernt, jetzt wollte ich wissen, wie es mit dem Restmüll weitergeht.
Die Führung in der Müllverbrennungsanlage dauerte fast zwei Stunden. In der ersten halben Stunde zeigten zwei pensionierte Herren anhand von Schaubildern, wie die Müllverbrennungsanlage funktioniert, nahmen zu der Umweltverträglichkeit Stellung und beantworteten offen kritische Fragen der Gruppe. (Darunter auch drei Kinder zwischen 4 und 12 Jahren, die das eher langweilig fanden, von der Führung waren sie begeistert).
Danach liefen wir über das Gelände und besichtigten einige Gebäude.

Oben links: Auf dem Weg zu der Anlage. Rechts daneben: LKWs laden den Restmüll in Schächten ab, die zu riesigen Hallen führen- siehe unten rechts. Hier kam ich mir vor wie im Horrorfilm „Tarantula“, die Greifzangen waren riesig, links unten sahen wir dem Kranführer über die Schulter. Der Müll muss vermischt werden, um eine Masse mit einheitlicher Verbrennungstemperatur zu bekommen. Ca. 700.000 Tonnen Müll bereitet man so pro Jahr zur Verbrennung vor.

Nach dem Vermischen wird der Müll verbrannt und wir konnten einen Blick in das „Höllenfeuer“ werfen (oben links), das ca. 50000 Haushalte via Fernwärme versorgt. Wir gingen zu weiteren Gebäuden, vorbei an riesigen Ventilatoren (oben rechts) oder an Kühlungsanlagen. Der Rundgang endete schließlich in der Kommandozentrale, wo alle Vorgänge überwacht wurden.

Interesse geweckt? Hier gibt es mehr Informationen zu dieser Führung:

https://www.gmva.de/unternehmen/fuehrungen

Der Besuch des zweiten Depots liegt schon etwas länger zurück. Auf der Zeche Zollverein liegt in einer alten Salzfabrik das Zentral- und Schaudepot des Ruhr Museums, ein Lager mit ca. 25000 zumeist regionalen Exponaten. Diese sind nach verschiedenen Themen sortiert.


Unsere Führerin nahm das Alphabet von A-Z als roten Faden und zeigte uns pro Buchstaben ein exemplarisches Ausstellungsstück, erklärte jeweils die Besonderheit und wie das Museum in den Besitz gekommen ist. Das war sehr kurzweilig und vieles brachte die Gruppe zum Staunen.

Thema Geschichte und Natur: Fundstücke aus dem Ruhrgebiet, die mehrere Millionen Jahre alt sind
Thema Kultur: Zeitreise gefällig? Von Kircheneinrichtungen, Wohnzimmermöbel hin zu Schaufensterpuppen, Spielzeug und Fortbewegungsmittel- hier kommen Erinnerungen angeflogen!

Wer mehr wissen möchte: https://www.zollverein.de/erleben/ruhr-museum/schaudepot-ruhr-museum/

Das Gelände der Zeche Zollverein bietet auch immer wieder schöne Fotomotive. Meine Themen waren an diesem Tag „Muster“ und „Spiegelungen“:

Meine Tasche ist mein Hund

Menschen kommen dank ihrer Hunde ins Gespräch mit anderen Leuten, bei mir ist der Hund diese Tasche:

Ich kaufte sie letztes Jahr in Italien in einem kleinen Laden, in dem eine junge Frau nur selbstgemachte Sachen anbot. Diverse Male bin ich auf diese Tasche schon angesprochen worden, sie wurde zum Nachmachen mehrmals abfotografiert und ich musste sie von innen zeigen wegen der zusätzlichen Taschen. Auch wurden mir Geschichten von anderen Lieblingstaschen erzählt.

Auch letzte Woche in Gräfrath sprach mich eine Dame im Klingenmuseum am Empfang an und ich erzählte ihr meine kleine Geschichte und erwähnte in einem Nebensatz, dass ich Buchhändlerin sei. Das war sie früher auch und sie schreibt ebenfalls einen Blog. Für alle, die ausführliche Buchbesprechungen suchen, empfehle ich gerne diese Seite:

https://leselebenszeichen.wordpress.com

Von Messer, Gabel, Schwert und Säbel

Vor einiger Zeit wurden in der Sendereihe „Wunderschön“ vom WDR Ausflugsziele rund um Wuppertal vorgestellt. Der Solinger Ortsteils Gräfrath schien uns ein Ausflug wert zu sein und so machten wir uns auf ins Bergische Land.
Zuerst besuchten wir das Deutsche Klingenmuseum.

Hier finden sich Sammlungen von Bestecken, Schneidewerkzeugen und Waffen, die oft atemberaubende Handwerkskunst dokumentieren. Die Vitrinen sind sehr gut beschriftet und verdeutlichen die Entwicklung von Zeiten vor Christus bis heute. Ich zeige Ihnen einige Bilder, die meiner Meinung nach schon für sich sprechen.

Leider waren einige Räume wegen Umbauarbeiten geschlossen, aber es spricht nichts gegen ein Wiederkommen, denn im Untergeschoss befindet sich noch das Gräfrather Heimatmuseum.
Der Besuch des Klingenmuseums hatte uns hungrig gemacht und so gingen wir auf den Marktplatz, wo wir im „Kaffeehaus“ sehr gut aßen und besonders freundlich bedient wurden.

Oben rechts der Marktplatz mit dem Kaffeehaus, links ein Hotel, das zu seiner Eröffnung sehr innovativ war und Prominente wie Max Schmeling oder Willy Fritsch beherbergte.

Während des nachfolgenden Spaziergangs durch Gräfrath gab es viel Schönes und Witziges zu entdecken.

Wir gingen zu zwei anderen Museen, dem „Zentrum für verfolgte Künste“ und die „Kunstsammlung der Stadt Solingen“, die in diesem Gebäude untergebracht sind,

Auch dieser Museen sind ein Grund, Gräfrath noch einmal zu besuchen.

kamen an dem Grüngürtel „Gräfrather Heide“ vorbei und erreichten von dort aus wieder das Klingenmuseum.

In der „Wunderschön“-Sendung gab es noch eine andere Empfehlung, die uns neugierig machte und zwar das Landhaus Café, ca. 15 km von Gräfrath entfernt, mitten im Wald gelegen. Hier gibt es einen grandiosen Afternoon Tea mit einer dreistöckigen Etagere voller Köstlichkeiten. Das wollten wir live sehen, mussten dann aber erfahren, dass man diese Art der Beköstigung vorbestellen muss. So genossen wir leckeren Kuchen auf der Terrasse. Der Innenraum der Cafés ist auch sehr gemütlich und es gibt dazu noch einen kleinen Laden mit schönen Geschenkideen. https://www.haus-honigstal.de/landhaus-cafe/
(Keine bezahlte Werbung).

Wieder viel gesehen und Neues gelernt und zum Schluss habe ich noch eine Momentaufnahme für Sie, ebenfalls eine Entdeckung auf unserem Spaziergang. Zu diesem Bücherschrank-Foto fallen mir einige Untertitel ein…

Das ernsthafte Bemühen um Albernheit

Am Samstag waren wir in Würselen auf der Burg Wilhelmstein.

Hier gibt es ein gutes Restaurant, die Anlage ist aber auch als stimmungsvoller Veranstaltungsort bekannt. Wir waren zum ersten Mal hier und verbrachten einen Abend mit

Gute zwei Stunden (Pause abgezogen) beste Unterhaltung. Die Loriottexte ( u.a. „Feierabend“, wo das Publikum teilweise mitsprechen konnte) wurden von Herbst vorgetragen und waren „eine Bank“. Die zahlreichen Parodien beispielsweise auf Klaus Kinski, Udo Lindenberg, Dieter Thomas Heck oder Michael Mittermeier hätten nicht besser sein können. Auch beim humorvollen Plaudern aus dem Nähkästchen, was bei Veranstaltungen so alles passieren kann, applaudierte das Publikum enthusiastisch. Meine Favoriten: Fußballfans in der Kölner Philharmonie unterhalten sich (mehr oder weniger) und Hänsel & Gretel, vorgetragen von einem Sportreporter, einem Piloten und Hamburger Fischmarktverkäufer…

Die beiden Künstler reisen noch bis Ende 2025 mit diesem Programm durch Deutschland. Vielleicht sind sie einmal in Ihrer Nähe.

Diese Veranstaltungen werden in den nächsten Wochen auf Burg Wilhelmstein angeboten: https://www.burg-wilhelmstein.com/tickets/

Bei einem Besuch habe ich noch diese drei Hinweise:

Tipp 1: Die Freilichtbühne ist nicht komplett überdacht. Angesichts des regnerischen Sommers kauften wir überdachte Plätze, Reihe 6, Block A. Nicht nehmen, denn man sitzt hier am Rand des Segeldaches und wird im Rücken nass, wenn es regnet und windig ist.

Tipp 2: Das Restaurant war wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht geöffnet. Wir mussten trotzdem nicht hungern, es wurden Getränke und Snacks am oberen Rand des Theaters verkauft.

Tipp 3: An der Burg gibt es nicht viele Parkplätze, in Würselen ist aber ein großer Parkplatz ausgeschildert.

Das Ende unserer Frankreichrundreise (FR Nr. 18)

Am letzten Tag unserer Rundreise übernachteten wir in Beaune. Auf dem Weg von Riom zu dieser Weinstadt machten wir einen kleinen Umweg und besuchten Moulins. Der Grund waren das wohl größte europäische Museum für historische Kostüme und ein Bilderbuchmuseum. Um es direkt vorweg zu sagen: Beide Museen waren wegen Personalmangels geschlossen. Nichtsdestotrotz haben wir Moulins direkt ins Herz geschlossen als ville très sympa! Schon die Anfahrt über die Allier nahm uns für dieses Städtchen ein.

Blick auf Moulins und den Allier Fluss Unten: Eine besondere Kuhherde empfing uns an einem Ufer.

In der Altstadt fanden wir schnell einen Parkplatz, obwohl Markttag war. Während unseres Urlaubs haben wir mehrere Märkte erlebt, doch dieser war der lebendigste. Es wurde gesungen, an manchen Ständen gab es ein Wein mit passenden Häppchen.

Wir machten eine Pause in diesem schönen Café von 1899, in dem ebenfalls eine ausgelassene Stimmung herrschte.

Danach stromerten wir noch ein bisschen durch die Innenstadt, in denen schmucke Fachwerkhäuser neben Prachtbauten der Bourbonen stehen.

Oben links das Bilderbuchmuseum, daneben ein Beispielfür Art Déco. Der Turm links ist der Tour Jacquemart, ein 30m hoher Uhrturm von 1445, daneben zwei weitere Museen.

Die Fahrt nach Beaune führte durch die schöne Landschaft des Burgund, gespickt mit kleinen und großen Weingütern.

Ein paar Eindrücke aus der Innenstadt von Beaune

Nach dem Bezug des Hotelzimmers nahmen wir die Gelegenheit wahr und besichtigten einen Weinkeller. Man bekam ein leeres Glas und konnte im Keller zu mehreren Stationen gehen, an denen vieles über die Region der Grand Crus erklärt wurde und man nach und nach fünf verschiedene Weine probieren konnte. Es hat uns gemundet.

Nicht anfreunden konnten wir uns mit dem berühmten Dijonsenf. In einer Filiale der bekannten Senffabrik Fallot wurden mehrere Sorten angeboten, aber sie machten unserem Favoriten, dem Bautzener Senf, keine Konkurrenz.

Beaune hielt noch einen Höhepunkt unserer Reise parat: Das Hôtel-Dieu, ein altes Krankenhaus!

Diese Anlage stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde bis 1971 als Krankenhaus genutzt. Die Bilder können nur eine Ahnung vermitteln, wie schön der Gebäudekomplex von außen und innen ist. Wie verbrachten ca. 2 Stunden, um einen Eindruck von den vielen Räumen zu bekommen und darüber zu lesen, wie fortschrittlich teilweise die Behandlung der Kranken war. Manches Gute in der Pflege von damals sollte heute wiederbelebt werden!
Es gibt so viel über dieses Krankenhaus zu erzählen, wen es interessiert, kann sich hier informieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Hôtel-Dieu_(Beaune)

Rechts oben der Krankensaal für Nichtadelige, in denen ca. 40 Betten standen, links ein Beispiel eines Krankenbettes.
Rechts unten die Küche, links daneben das Medizindepot
Oben zwei Beispiele für die schmucken Decken des Komplexes, links unten ein Beispiel für die Gobelinarbeiten an den Wänden, rechts für die schönen Fußböden.

Nach fast zwei Monaten sage ich nun „Adieu“ , am Donnerstag geht es weiter mit einem Tipp für Ihre gute Laune.

Wo spielt das Wunderkind?

Nachdem die Fußball-EM vorbei war, begann ich, dieses Buch zu lesen.

Es geht um die Brüder Mark und Geoff. Mark lebt in den USA, hat Frau und Tochter und arbeitet als technischer Redakteur in eine Genossenschaft. Er ist eher ein stiller und ernster Mensch, der zu Tagträumereien neigt und sich viele Gedanken um sich und seine Mitmenschen macht. Dass er innerhalb kurzer Zeit auf der Arbeit zweimal ausrastet, ist deshalb sehr ungewöhnlich und seine Vorgesetzte verordnet ihm eine Auszeit.
Von seinem Bruder Geoff hat er jahrelang nichts gehört und so ist Mark überrascht, als dieser eines Tages aus London anruft und ihn um Hilfe bittet. Mark lässt sich von seiner Frau überreden, nach London zu fliegen und damit beginnt das Abenteuer. Geoff, eher ein Luftikus und bisher wenig erfolgreicher Talentscout für Fußballer, zeigt Mark ein Video, auf dem man einen Jungen auf einem Fußballplatz überirdisch gut spielen sieht.

Mit diesem Jungen könnte man Millionen verdienen, das Problem ist, dass Geoff nicht weiß, wo das Video in Afrika gedreht wurde. Da er ein Gipsbein hat und Mark eh der klügere von beiden ist, soll er gegen eine spätere Gewinnbeteiligung den Jungen finden. Mark lässt sich darauf ein und beginnt die Recherche. Er bekommt gegen Bares Hinweise von Lefebvre, einem französischen Bekannten von Geoff, ebenfalls Talentscout, aber mit viel mehr Erfahrung.
An dieser Stelle machte ich eine Lesepause und ging zum MSV, um noch mehr Fußballatmosphäre für das weitere Lesen im Kopf abzuspeichern.

Am Samstag spielte der MSV in Homberg gegen den ältesten Profifußballverein der Welt, dem Notts County FC aus England. Der MSV gewann 3:1 und als Zuschauer lernte man die neuen Spieler von Duisburg kennen. Meinen Favoriten hatte ich schnell ausgemacht, es war die Nr. 7. Ich wusste nicht, wie der junge Spieler hieß, nur er war unermüdlich und zeigte gute Pässe. Später sah ich dann seinen Namen- Bookjans- besser geht es nicht für eine Buchhändlerin…

Am Sonntag freute ich mich auf das Buch im Liegestuhl, doch nach wenigen Seiten wurde ich sehr überrascht. Der Autor wechselte plötzlich das Thema und schilderte den Alltag in der Genossenschaft, für die Mark arbeitete. Das erinnerte mich sehr an die Stromberg-Fernsehserie. Auch nett, aber doch nicht jetzt! Wo ist dieses Stadion, wo ist das Wunderkind Godwin? Ich war zunehmend verärgert und überblätterte diverse Seiten, bis es unvermittelt wieder mit der Fußballgeschichte weiterging. Mark findet das Stadion, aber es ist schließlich Lefebvre, der nach Afrika fliegt, um Godwin nach Europa zu holen. Ob er das schafft?
Das Buch hat ein völlig unerwartetes Ende, dessen Plausibilität ich mit einem „Na ja“ bewerte. Ein Buch also mit Licht und Schatten.
Aber trotzdem war es keine verlorene Lesezeit, denn ich war zum MSV gegangen und das war ein schöner Nachmittag, der die Fans hoffnungsvoll nach Hause fahren ließ, ganz nach dem Motto: