Das besondere Mädchen

Dieses Buch hatte ich letzte Woche als Urlaubslektüre dabei- es war ein Glücksgriff!

Das Mädchen ohne Namen erzählt Episoden aus seinen oftmals turbulenten und dramatischen Alltag. Am Anfang des Romans ist sie in der dritten Klasse, am Ende „fast erwachsen“, nämlich dreizehn Jahre. Sie lebt mit ihrer Familie (Vater, Mutter,jüngerer Bruder und verhasste Tante Millie) in gutbürgerlichen Verhältnissen, da ihr Vater eine Fabrik besitzt, wenngleich die Auswirkungen des ersten Weltkrieges auch ihm zu schaffen machen.

Das Mädchen bringt alle Erwachsene immer wieder zur Verzweiflung, da sie nach deren Meinung, freundlich ausgedrückt, nur Blödsinn im Kopf hat. Das stimmt aber nur teilweise, denn oftmals handelt das Mädchen konsequent so, wie Erwachsene es auch tun oder wie sie meint, dass es Erwachsene tun würden. Nur als Kind darf man noch lange nicht alles und so prasseln Tadel über Tadel auf das Mädchen ein und es nimmt sich immer wieder vor, absolut artig zu werden. Doch dann schleicht sich die Wut wieder in den Kopf, wenn es sieht, wie inkonsequent und ungerecht Erwachsene sind. Auch spielt es nun mal lieber im Wald mit den Freunden Ottchen Weber und Hänschen Lachs, als dass es brav am Tisch sitzt, wenn die Mutter ihre Freundinnen zum Kaffee einlädt.

Schon lange nicht mehr habe ich meinem Mann ganze Passagen eines Buches erzählt, weil ich mich so amüsiert habe. Das Mädchen ist ein neugieriges und angepasstes Kind mit dem Herz auf dem rechten Fleck, großem Wahrheits-und Gerechtigkeitssinn, Liebe zu Tieren und großer Hilfsbereitschaft. Eine Kölner Pippi, die den Erwachsenen den Spiegel vors Gesicht hält-wunderbar!

Fotofreunde sollten nach Köln fahren

Noch bis zum 6. Januar werden in Köln im Käthe-Kollwitz-Museum Bilder der ungarischen Fotografin Eva Besnyö gezeigt.

Wir besichten die Ausstellung vorgestern und waren überrascht, wieviele Fotos wir kannten, obwohl uns der Name vorher nicht geläufig war. Aktuell taucht beispielsweise ein Foto in den Buchbestsellerlisten auf, denn es ist das Cover des Buches, nach dem die Serie „Babylon Berlin“ gedreht wurde.

In der Kölner Ausstellung werden über 80 Schwarzweissfotografien gezeigt, aufgenommen in Budapest, in Berlin der 30er Jahre und in Holland mit Schwerpunkt Amsterdam. Nach einem Zeitungsartikel, den ich über Eva Besnyö gelesen hatte, dachte ich, sie sei eine zweite Vivien Maier, doch das stimmt nur zum Teil. Besnyö wurde zwar auch durch ihre spontanen Fotos bekannt, doch diese sind immer ästhetisch, während bei Maier es um Witz, Skuriles oder Kritisches geht. Auch hatte Besnyö eine fundierte Ausbildung zur Fotografin, ihr „Markenzeichen“ wurden diagonale Linien in ihren Fotos. Sie arbeitete mit anderen Fotografen zusammen, was Vorteile hatte aber auch den Nachteil, dass ihre Fotos unter dem Namen des berühmteren Kollegen in Zeitungen veröffentlicht wurden und es später nicht einfach war, Fotos Eva Besnyö zuzuordnen.

Die Ausstellung ist ein wirklicher Leckerbissen für alle, die sich für Fotografie interessieren. Auch der WDR war begeistert:

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/westart/video-ausstellung-der-fotografin-eva-besnyo-in-koeln-100.html

Wir waren zum ersten Mal im Käthe-Kollwitz-Museum und hatten nur wenig Zeit, uns die Werke von der Künstlerin in Ruhe anzusehen. Doch was wir sahen, das hat uns tief beeindruckt (z.B. ihre Eigenporträts) und ein zweiter Museumsbesuch steht 2019 auf dem Programm.

Passend zum heutigen Thema habe ich morgen für Sie ein Fotorätsel zum Wochenende.

Wenn Düsseldorf und Köln sich im Karneval einig sind…

…dann muss es was Ernstes und Wichtiges sein. Auf beiden Rosenmontagszügen gab es jeweils einen Wagen zum Thema Bienensterben. Fand ich beachtlich. Aber vor ein paar Wochen las ich auch, dass bei der Gestaltung von Gärten jetzt immer häufiger Steinlandschaften entstehen, um nicht zu sagen Steinwüsten. Hier geht es zu einer Seite vom NABU mit Fotos von „Gärten des Grauens“

http://garten/naturschutz-im-garten/23829.html

Das freut doch das Bienenherz!

In meiner nächsten Umgebung gibt es auch einige dieser sterilen Gruseligkeiten.

Fast klinisch rein

Ich glaube, wenn ich zukünftig an so einem Garten vorbeikomme, hinterlasse ich einen Zettel mit einem Text: Wir finden Ihren Garten potthässlich- Die Bienenvölker aus Duisburg. (Ist noch nicht pfiffig genug, da muss ich noch dran pfeilen- oder hat jemand einen Vorschlag?)

P.S. Falls ich jetzt einem Gartenbesitzer auf den Schlips getreten bin, macht nichts, vielleicht besinnen Sie sich ja und gestalten Ihren Garten bienenfreundlich um. Dann berate ich Sie gerne bei der Pflanzenauswahl!

Es gibt im Internet auch diverse Seiten über bienenfreundliche Pflanzen wie z.B. diese vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft:

http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Broschueren/Bienenlexikon.pdf?__blob=publicationFile

Kölner Momente

Für meine “Es gibt Momente” Sammlung habe ich heute ein paar  zu dem Thema “Köln” zusammengefasst. Ich bin sehr gerne dort und deshalb ergaben sich in der Vergangenheit schon einige besondere Momente. Hier sind sie:

Wenn man linksrheinisch über die Autobahn nach Köln fährt und plötzlich taucht am Horizont der Dom auf, da geht mein Herz auf

Wenn einem plötzlich in der Innenstadt ein Fuchs über den Weg läuft

Wenn man einige witzige Stadtteilnamen liest, z.B. Bilderstöckchen

Wenn einem die Halsbandsittiche haarscharf über den Kopf fliegen

Wenn man burschikos draußen beim Dom als Fußgänger umgeleitet wird, weil in der Philharmonie ein Konzert gegeben wird

Wenn man nur mal eben ein Kölsch trinken will und dann werden es zwei, drei…

Und dann der Moment, wenn man bei einer Führung auf dem Dach vom Kölner Dom steht…

 Wir hatten bei der Begehung großes Glück, denn die ehemalige Dombaumeisterin Frau Dr. Barbara Schock-Werner war für  1 1/2 Stunden unsere Führerin. ( Wir buchten die Führung über die NRW-Stiftung, tolles Ausflugsangebot und viele Eintrittsvergünstigungen für einen Jahresbeitrag von 30 Euro- vielleicht ein Weihnachtsgeschenk?). Hier ein paar Bilder aus luftiger Höhe:

 

Oben links zwei Aufnahmen gemacht von der Fahrstuhlplattform, oben rechts die Dombauhütte, darunter die Treppe, die zum Dach führt. Unten links zwei weitere Fotos vom Dach aus und rechts unten auf der Galerie, die innen unterhalb des Daches verläuft. So ist man quasi auf Augenhöhe mit dem Richter-Fenster.

Unsere Führerin erzählte viel Wissenswertes (die Dombauhütte war z.B. die erste Konstruktion in Deutschland, bei der Stahlträger eingesetzt wurden. Das war so revolutionär, dass Herr Eiffel nach Köln kam, um für seinen Turm Inspirationen zu suchen.) Auch Dönekes kamen nicht zu kurz, bei ihnen spielte der Kölner Klüngel öfter eine Rolle.

Einer meiner ersten Blogeinträge war die Beschreibung einer Führung zu den Glocken im Kölner Dom. (Siehe auch „Related Posts). Sicherlich war die Dach-Führung nicht die letzte in Köln, bin gespannt, welches Thema sich irgendwann neu ergibt. (Weitere Empfehlungen für Köln Führungen, die ich schon mitgemacht habe: Eine Nacht in Köln, wichtige Kölner Frauen und kleine Geschichte der Kölsch-Brauereien, alle gebucht über das Kölner Tourismusbüro).

 

 

 

Er hängt bei uns fast umme Ecke ( Auflösung des Adlerrätsels vom 18.11.)

…der preussische Adler, nämlich unter dem Dach vom Kölner Dom.

Dies ist das eigentliche Bild, das ich aufgenommen habe. Das deutsche Schild hätte es zu einfach gemacht, da musste ich ein bisschen retuschieren.

Morgen gibt es noch mehr Kölner Momente und ich berichte von der Dachbesichtigung auf dem Dom.

Wo hängt er?

Heute sollen Sie sich den Kopf „zermatern“?, in welchem Gebäude dieser preussische Adler hängt:

 

Ich biete Ihnen fünf Möglichkeiten an:

Unter dem Dach vom Kölner Dom

Im Lager des Pariser Museums Centre Pompidou

In der einzigen Diskothek auf Bora Bora

In der deutschen Botschaft in Tokio

Im Rathaus von Antwerpen

Morgen Abend erlöse ich Sie…

 

Karneval aus einem anderen Blickwinkel

Am Samstag war der 11.11….

Ich bin keine Anhängerin vom Karneval, aber ein bisschen hinter die Kulissen zu schauen, das fand ich doch interessant und so nahm ich dieses Buch aus der Bücherei mit nach Hause.

Jaques Tilly ist seit über 30 Jahren verantwortlich für den Bau der Themenwagen verantwortlich, die am Rosenmontag durch Düsseldorf ziehen. Als junger Mann half er zuerst nur beim Wagenbau mit, merkte dann aber nach seinem Studium für Kommunikationsdesign, dass das Entwerfen der Wagen sein Berufung ist. 

Mit seinen Wagen hat er schon für sehr viel Aufsehen und auch Aufregung gesorgt, da besonders in den ersten Jahren sein Vorgesetzter ihm ermunterte, bis zur Schmerzgrenze frech zu sein und mit den Wagen in offene politische Wunden den Finger zu legen. Anfänglich wurden die Wagen noch vor Rosenmontag der Öffentlichkeit vorgestellt und es kam zu diversen gerichtlichen Verboten. Danach entschloss man sich, um die Wagen ein großes Geheimnis zu machen und sie erst kurz vor dem Zug zu enthüllen. Es gab Wagen, die es durch ihre Kritik geschafft haben, dass politische Entscheidungen wieder zurück genommen wurden. Über 500 Mal berichtete man in ausländischen Medien rund um die Welt über einzelne Wagen und man nahm sie zum Anlass, auf Missstände hinzuweisen.

Das Buch bietet viel, so z.B. auch eine kleine Geschichte über die Entstehung des Karnevals, diverse Histörchen zum Verhältnis mit dem Kölner Karneval, der viel “braver” ist und einen Einblick, wie der Entstehungsprozess eines Wagens verläuft. Man mag es kaum glauben, wie oft fertige Wagen kurz vor Toresschluss entsorgt wurden, weil die politische Lage sich plötzlich geändert hat oder man Wagen noch am Karnevalssonntag umgestalten musste.

Schließlich sind es die 70 Farbfotos von spektakulären Wagen der letzten 15 Jahre, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Man schmunzelt oft und bekommt beim Betrachten en passant eine Rückblende zu den Themen, über die wir uns in den letzten Jahren aufgeregt oder auch beunruhigt haben. Hier kann man sich einige Wagen ansehen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jacques_Tilly

Das Buch ist inzwischen wieder in der Bücherei, aber es kommt auf meine Wunschliste für den nächsten Geburtstag. Und wer weiß, wo ich 2018 am Rosenmontag bin…

Es ist an der Zeit, mal wieder über die Beatles zu sprechen

Gestern fand im Kölner Tanzbrunnen-Theater ein Konzert mit der niederländischen Musikgruppe “The Analogues” statt. In den Niederlanden schon sehr bekannt, war dies erst das dritte Konzert der Gruppe in Deutschland. The Analogues haben das Credo, die Lieder der Beatles mit dem Equipment zu spielen, das der Gruppe 1967 zur Verfügung stand und auch nur Instrumente zu benutzen, die in dieser Zeit gebaut wurden.

In der ersten Konzerthälfte wurden alle Stücke der “Magical Mystery Tour” gespielt. Man musste nur die Augen schließen, dann waren Paul, John, George und Ringo ganz nah- unglaublich! Nach der Pause machten The Analogues nicht Machbares wahr: Sie führten die Platte “Sgt Peppers Lonely Heart Club Band” auf- von den Beatles nie auf der Bühne gespielt, da wegen der vielen benutzten und z.T. sehr ausgefallenen Instrumente diese Lieder als nicht aufführbar galten. Welches Adjektiv soll ich jetzt nehmen? Unfassbar? 

Durch The Analogues bekommt die Musik der Beatles für die heutige Zeit noch einmal einen ganz anderen Stellenwert, wenn man live miterlebt, wie diese Lieder musikalisch umgesetzt werden.

Am 2.5.2018 findet ein Konzert in Essen statt. Sie sollten es sich nicht entgehen lassen.

Auf Youtube gibt es diverse Clips von verschiedenen Aufführungen. Ich habe mir fast alle angesehen, leider kommt kein Video annähernd an die Qualität eines Liveauftritts heran. Aber ich möchte Ihnen wenigstens eins zum Abschluss zeigen:

Nix für Etepeteteleute

Wenn Sie ein bisschen etepetete sind und barsche Witze in Ihren Ohren nichts zu suchen haben, dann müssen Sie folgenden Beitrag über eine Führung in der Düsseldorfer Altstadt nicht weiterlesen.

Wenn Sie aber z.B. wissen wollen
-woher die Begriffe Pumpernickel, Schäl Sick oder Fisimatenten kommen
-wie ein Altnazi die Düsseldorfer Altstadt verschandelt hat
-warum es zwischen Kölnern und Düsseldorfer öfter krieselt
-wieso Jakobe, Adele und Johanna für Düsseldorf so wichtig waren
– weshalb ein Konzertsaal nur bis 18 Uhr genutzt werden darf

-und das sind nur ein paar Themen, die auf der dreistündigen Altstadttour angesprochen wurden- dann sollten Sie sich Herrn Manes Meckenstock anvertrauen. Seit acht Generationen leben die Meckenstocks in Düsseldorf,  er weiß also, von was und von wem er erzählt.

 Die Gruppe (ca. 20 Interessierte) hat viel gelacht und ganz viel über Düsseldorf erfahren. Warum war ein Schwiegersohn aus Oberkassel früher ein “No Go”? Was hat die weiße Frau von Persil mit dem Schlossturm zu tun? Weshalb ist z.B. der Kirchturm von St.Lambertus schief? Wer hat es zu verantworten, dass es in der Altstadt Arkaden gibt und warum heißt das abgebildete Fass “Heidelberger Fass?

Wir hätten Herrn Meckenstock noch stundenlang weiter zuhören können…

Ich möchte mich auf diesem Weg bei ihm bedanken, denn er hat mir ein “weites Feld” eröffnet. Düsseldorf ist eine spannende Stadt, die nur 15 Minuten von meinem Zuhause entfernt liegt und ich habe dadurch für die Zukunft noch viel zu “erforschen”. Die etwas unlockere Haltung mancher Düsseldorfer nehme ich dabei gerne in Kauf.

Dass ich keinen Quatsch schreibe möchte ich mit diesem Buch beweisen. Ich bestellte es mir direkt nach der Führung bei einem Antiquariat. Jakobe von Baden-Baden, eine Frau, die sich in Düsseldorf im 16.Jahrhundert(!) z.B. sehr für Religionsfreiheit eingesetzt hat…

Ach ja, hier noch mehr Infos zu der Altstadtführung:

http://www.manesmeckenstock.de/index.php/dorfschoenheiten

 

 

 

Tewinkel- Barenboim- Wang- Teil 2

Heute nun die angekündigte Besprechung zweier Klavierkonzerte.

Die alte Stadthalle von Wuppertal ist aus dem Jahr 1900 und wurde Ende des letzten Jahrhunderts restauriert.

Wir saßen in der 14. Reihe, also ziemlich mittig, die Sicht war gut. Barenboim sollte an diesem Abend Werke von Schubert spielen, leider war vorher nicht bekannt gegeben worden, um welche Stücke es sich handelte. So waren mein Mann und ich unvorbereitet “ganz Ohr”, als Herr Barenboim sich an seinen Flügel setzte.

Schon nach wenigen Tönen war ich sehr irritiert, denn ich hatte den Eindruck, die Sonate Nr. 4 durch Watte zu hören. Gedämpft, schleppend vorgetragen, ermüdend, auch meinte ich, ein paar Misstöne gehört zu haben. Auch bei der zweiten Sonate wurde es nicht besser und sehr ernüchtert mit einer Portion Selbstzweifel ging ich in die Pause. Wie konnte mir ein Konzert mit einem so bekannten Pianisten so wenig gefallen? Es tröstete mich einen Moment lang, dass es meinem Mann genau so ergangen war und er sich ebenfalls ratlos fühlte. Hatte die Tatsache, dass es beides Moll-Sonaten waren, damit zu tun? Lag es am Flügel von Herrn Barenboim, eine Sonderanfertigung, die, so stand es im Programmheft, die Vorteile eines historischen Klaviers und eines modernen Flügels vereinigt? Hatte Herr Barenboim einen schlechten Tag? In beiden Stücken gibt es langsame und schnelle Passagen, aber Herr Barenboim spielte ohne großen Enthusiasmus und setze wenig Akzente. Vielleicht kann man das nach so vielen Jahren Bühnenerfahrung auch nicht mehr? Oder lag es an der Akustik der Halle? 

Die Sonate nach der Pause war eine Dur-Sonate und sie gefiel uns beiden besser. Also hatte das Moll bestimmt etwas mit unserem Unbehagen zu tun. Aber das konnte nicht die einzige Erklärung sein und mich beschäftigte dieses Konzert in den nächsten Tagen sehr.

Die “Erlösung” kam dann letzte Woche beim Besuch des Konzerts mit Yuja Wang in der Kölner Philharmonie (24. Reihe, aber das macht bei dieser Halle gar nichts). Sie spielte u.a. Stücke von Chopin, Brahms, Prokofiev und riss uns schon bei den Präludien von Chopin aus den Sitzen. Man hat das Gefühl, dass Wang es wirklich liebt, Klavier zu spielen und sie es genießt. Sie ist voller Tatendrang, hat viel Spaß und verändert auch mal schelmisch ein paar Passagen. Als dritte von fünf Zugaben (Klavier zu spielen scheint sie auch nicht anzustrengen, denn danach gab sie noch eine Signierstunde) widmete sie sich dann der Sonate Nr. 4 von Schubert…

Was soll ich schreiben? Auch bei Frau Wang gefiel mir dieses Stück nicht besonders. So fand ich meinen Frieden mit dem Wuppertaler Konzert. Es lag ein bisschen am Moll in Kombination mit der Sonderanfertigung des Flügels und an der Tatsache, dass ich anscheindend die Sonaten von Herrn Schubert mir nicht so zu Herzen gehen, sondern mich eher an musikalische Denksportaufgaben erinnern. Punkt. 

Um auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen, von wegen Langeweile und Konzert. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen, von Langeweile keine Spur, und ich stürze mich mit Vorfreude in neue Konzerte!