Haben die Museumsbetreiber einen Vertrag mit einem Optiker?

Letzten Freitag hatte ich ein paar Stunden frei und wollte mich im Garten austoben. Das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Da ich nun aber schon ganz auf Garten eingestellt war, entschloss ich mich, nach Benrath zu fahren und mir das „Museum für europäische Gartenkunst“ anzusehen. 

Das Museum ist im linken Seitenflügel des Schlosses untergebracht, (Eintrittskarten gibt es nur im rechten Schlossflügel! 6 Euro). Ich war die einzige Besucherin und fing frohgemut im ersten Raum an, mir Ausstellungsstücke und Zitate zum Thema Paradies anzusehen, bzw. zu lesen. Noch ahnte ich nicht, dass ich ab dem zweiten Raum eine Taschenlampe hätte mitbringen sollen. Die Fensterläden waren geschlossen, nur kleine Strahler leuchteten weitere Exponate aus. Waren diese so wertvoll, dass sie kein Regen-Tageslicht vertrugen? Ich gab schnell auf, die kleinen Beschriftungstafeln auch lesen zu wollen, denn meine Augen waren mir wichtiger. So machte ich einen unbefriedigenden Schnelldurchlauf durch die Geschichte der Gartenkunst (diese hörte allerdings auch schon mit dem englischen Landschaftsgarten auf) und ging in die obere Etage. Hier wurden mit Nummern verschiedene Rundwege angezeigt, ob die Rundwege verschiedene Themen beinhalten, konnte ich nicht ausfindig machen. So streunerte ich von einem Raum zum anderen, der rote Faden war „Alles was noch zum Thema Garten gehört“, wie z.B. bedruckte Stoffe mit Blumenmotiven, Duftproben (die z.T. schon altersbedingt ihren Duft verloren hatten), Gemüseanbau, Samen sammeln und vieles mehr. Hier war die Ausleuchtung besser und ich verbrachte etwas mehr Zeit. Aber auch nicht viel, denn die Lautstärken mehrerer Videoinstallation schallten durch alle Räume und waren nervig. 

Ich ging recht frustriert zum Ausgang zurück und wollte die beiden Herren, die zuvor an der Kasse gesessen hatten, auf das mangelnde Licht ansprechen. Jetzt war die Kasse verwaist…

Einen Hinweis bekam ich ein bisschen später, als ich mich spontan noch mit einem Bekannten und dessen Frau in Benrath traf. Als ich ihnen von meinem Besuch erzählte war die erste Reaktion: „Ach, da hatten die mal wieder keine Lust, die Fensterläden aufzumachen…“. Der Bekannte ist im Förderverein der Benrather Schlossmuseen (es gibt noch ein Naturkundemuseum) und berichtete über unerfreuliche Zustände, die ihn auch zum Austritt aus dem Verein veranlassen.

Sooo schade! Wenn Sie nach Benrath kommen, halten Sie sich an den Park, vielleicht auch noch ans Schloss, aber heben Sie sich Ihre Museumslust für andere Museen auf.

Damit dies kein Bericht ist, der miese Stimmung verursacht, hier noch ein Foto von Ron, dem Gartenzwerg. Ron ist ein Mann, der als Gartenzwerg in einer englischen Kleinstadt lebt und nie (!) seine Zipfelmütze abnimmt. Ich liebe die Engländer…

 

 

Ein englischer Nachmittag

Bei unserer Düsseldorfer Altstadtführung ( siehe Post unten) bekamen wir von Manes Meckenstock den Tipp, unbedingt in Düsseldorf-Angermund den Park von Schloss Heltof während der Rhododendronblüte zu besuchen. Gesagt, getan.

Der Eintritt in den Park kostet 3 Euro, das Schloss kann nicht besichtigt werden. Fragen Sie an der Kasse nach eine Wegbeschreibung für den Park, er ist über 50 Hektar groß. Es blühen z.Zt. schon viele Rhododendronbüsche (wir waren letzten Sonntag da), aber viele tragen auch noch Knospen, die erst in den nächsten Tagen aufgehen. Die Büsche sind bis zu 190 Jahre alt und bis zu 8 Meter hoch. Wir waren sehr beeindruckt, aber noch mehr staunten wir über die vielen alten Bäume. (z.B. viele alte Buchen und 70(!) verschiedene Eichensorten). Das Anwesen wird erstmalig im 12. Jahrhundert erwähnt, der Park im englischen Landschaftsstil wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Und so komme ich zu der Überschrift, man hat wirklich das Gefühl, in einem englischen Park zu lustwandeln, zumal momentan die englischen Blue Bells blühen. Man wird außerdem mit Düften von Maiglöckchen und einigen Rhododendronarten verwöhnt.

Wir sind eine Stunde spazieren gegangen, es hätten aber auch gut zwei werden können, wenn wir jeden Weg abgelaufen wären und drei, wenn ich noch mehr fotografiert hätte… Im Anschluss kann man sich im nahegelegenen Café stärken. Wir werden sicherlich noch einmal im Herbst wiederkommen, denn der Kassierer sagte uns, dass die Laubfärbung im Park an einen „Indian Summer“ erinnern würde.

Schade ist es, dass der Park nur am Wochenende geöffnet hat und die Bäume und Pflanzen keine Beschriftungen tragen. Das hätte ich mir bei so vielen Besonderheiten gewünscht. Auch die Wegbeschreibung ist eher dürftig, ein bisschen hat man den Eindruck, dass Graf von Spee nur zwangsweise den Park für die Allgemeinheit öffnet und kein wirkliches Interesse an Besuchern hat. Aber das sollte Sie nicht weiter stören.

Wer mehr wissen möchte: http://www.forst-graf-spee.de/park_heltorf/park_heltorf.htm

 

Nix für Etepeteteleute

Wenn Sie ein bisschen etepetete sind und barsche Witze in Ihren Ohren nichts zu suchen haben, dann müssen Sie folgenden Beitrag über eine Führung in der Düsseldorfer Altstadt nicht weiterlesen.

Wenn Sie aber z.B. wissen wollen
-woher die Begriffe Pumpernickel, Schäl Sick oder Fisimatenten kommen
-wie ein Altnazi die Düsseldorfer Altstadt verschandelt hat
-warum es zwischen Kölnern und Düsseldorfer öfter krieselt
-wieso Jakobe, Adele und Johanna für Düsseldorf so wichtig waren
– weshalb ein Konzertsaal nur bis 18 Uhr genutzt werden darf

-und das sind nur ein paar Themen, die auf der dreistündigen Altstadttour angesprochen wurden- dann sollten Sie sich Herrn Manes Meckenstock anvertrauen. Seit acht Generationen leben die Meckenstocks in Düsseldorf,  er weiß also, von was und von wem er erzählt.

 Die Gruppe (ca. 20 Interessierte) hat viel gelacht und ganz viel über Düsseldorf erfahren. Warum war ein Schwiegersohn aus Oberkassel früher ein „No Go“? Was hat die weiße Frau von Persil mit dem Schlossturm zu tun? Weshalb ist z.B. der Kirchturm von St.Lambertus schief? Wer hat es zu verantworten, dass es in der Altstadt Arkaden gibt und warum heißt das abgebildete Fass „Heidelberger Fass?

Wir hätten Herrn Meckenstock noch stundenlang weiter zuhören können…

Ich möchte mich auf diesem Weg bei ihm bedanken, denn er hat mir ein „weites Feld“ eröffnet. Düsseldorf ist eine spannende Stadt, die nur 15 Minuten von meinem Zuhause entfernt liegt und ich habe dadurch für die Zukunft noch viel zu „erforschen“. Die etwas unlockere Haltung mancher Düsseldorfer nehme ich dabei gerne in Kauf.

Dass ich keinen Quatsch schreibe möchte ich mit diesem Buch beweisen. Ich bestellte es mir direkt nach der Führung bei einem Antiquariat. Jakobe von Baden-Baden, eine Frau, die sich in Düsseldorf im 16.Jahrhundert(!) z.B. sehr für Religionsfreiheit eingesetzt hat…

Ach ja, hier noch mehr Infos zu der Altstadtführung:

http://www.manesmeckenstock.de/index.php/dorfschoenheiten