
Bild 364 von 365
Wer nicht neugierig bleibt, wird nur noch älter (Marianne Frauchiger)
Eine Museumsreise „rund um die Welt“. Hier stelle ich aus vielen Museen Ausstellungsstücke vor, die ich faszinierend finde und gebe Tipps für Museumsbesuche.

Bild 364 von 365

Bilder von Piet Mondrian sind mir bei diversen Museumsbesuchen immer wieder begegnet, aber ich konnte mich bisher mit ihnen nicht „anfreunden“. Warum ist das so?
In der noch bis März in Düsseldorf laufenden Mondrian Ausstellung liegen Handzettel aus, mit denen Museumsbesucher angeleitet werden, sich auf Mondrians Bilder einzulassen im Sinne von „Wie wirken die Farben auf mich?““Was machen die Rechtecke und Quadrate mit mir?“ „Wie ist die Rhythmik der Striche?““ Sehe ich das Bild anders, wenn ich die Augen schließe, bis 10 zähle und dann wieder öffne?“ Ich habe es versucht, fand es aber schwierig, zumal in der lauten Umgebung einer gut besuchten Ausstellung. Auch die einstündige Führung zuvor brachte mir die Bilder des Künstlers nicht näher. Unter dem Thema „Evolution“ wird die Entwicklung Mondrians als Maler anhand von vielen Werken nachvollzogen. Impressionismus, Pointillismus und Kubismus sind die drei Hauptströmungen, die ihn beeinflusst haben. Schon früh „schleichen“ sich bei ihm Rechtecke in die Bilder. Seine Auswahl der Farben wird zunehmend von seinem theosophischen Weltbild geprägt, in dem die Wirkung einer Farbe eine große Rolle spielt. Schließlich bleiben die Grundfarben rot, blau, grün, kombiniert mit weiß und schwarz übrig. Mondrian hat seinen unverkennbaren Stil gefunden, er nennt ihn neoklassizistisch.
Um mich Herrn Mondrian noch auf andere Weise zu nähern, versuchte ich mich an einem Bild à là Mondrian und da merkte ich plötzlich, was mir bei den Bildern von Mondrian nicht gefiel, bzw. fehlte. Ahnen Sie es?

Bild 355 von 365
Ich legen Ihnen zu diesem Thema meinen Blogbeitrag „Lassen Sie sich auf Hilma ein“ ans Herz. Es geht um eine Künstlerin, die schon einige Jahr vor Mondrian eine ähnliche Kunstphilosophie verfolgte, doch die Ergebnisse fallen ganz anders aus.
Noch bis zum Wochenende läuft im von-der-Heydt-Museum in Wuppertal diese Ausstellung:


Mich haben die ausgestellten Fotos sehr beeindruckt. Die zwischen ca. 1860 und 1910 entwickelten Bilder vermittelten eine ganz besondere Atmosphäre und beeindruckten durch ihre Bildschärfe und der Bildkomposition. Man bekommt darüber hinaus einen guten Überblick, welche Entwicklungs-und Aufnahmeverfahren in den frühen Zeiten der Fotografie angewandt wurden. Die Fotos sind nach Themen geordnet, wie z.B. „Am Meer“, „In der Stadt“, „Bäume“ oder „Arbeitende Menschen“ und werden bekannten impressionistischen Gemälden gegenüber gestellt. Mich spornte die Ausstellung an, Fotos zu erschaffen, die diese Stimmung vermitteln. Hier ein Beispiel:

Bild 342 von 365
Wem diese Ausstellung noch nicht als Motivation reicht, sich nach Wuppertal aufzumachen, der kann seinen Museumsaufenthalt noch durch zwei weitere Ausstellungen erweitern:
Noch bis zum 29.1. zeigt das Museum ganz unterschiedliche gemalte und fotografierte Portäts unter dem Motto „Fremde sind wir uns selbst“.

Hier gefiel mir gut, dass in der Ausstellung ausführlich erklärt wurde, wie wichtig die Perspektive des Porträts für die Aussage des Bildes ist. Das war mir davor nicht bewusst.
Die dritte Ausstellung ( bis zum 16.7.23) macht eine Zeitreise in die 60er und 70er Jahre.

Da die 70 er Jahre meine „Sturm-und Drang“ Jahre waren, kam bei der Besichtigung bei einigen Werken Wiedersehensfreude auf und mir gefiel die Ausstellung, weil sie einen guten Überblick über die Künstler dieser Zeit bietet.
… in Zeiten von QR-Codes?

Bild 348 von 365
Unter diesem Motto läuft Im Duisburger Museum Küppersmühle z.Zt. eine Ausstellung mit ca. 400 Werken des Künstlers Martin Assig. Mich interessierten seine Bilder und Installationen, da er u.a. mit Wachs arbeitet, was ich vor einigen Jahren eine Zeit lang auch gemacht habe. Seine Aussagen in den Bildern und Installationen betreffen seine Alltagsbeobachtungen und seine Gedanken dazu. Das ist mal poetisch, mal humorvoll, er legt aber auch Finger in Alltagswunden.

Besonders gefiel mir die Installation „Vorräte“. Pappschachteln wurden komplett mit Wachs überzogen und mit Baumwollstoff dekoriert.

Welche Vorräte wurden da gesammelt? Warum waren die Schachteln versiegelt? War es ein Schutz für den Inhalt? Man konnte viel spekulieren und das brachte mich auf folgende Idee:


Auch bei meinem heutigen 365 Tage-Projekt habe ich mich von Martin Assig inspirieren lassen.
Die Ausstellung ist noch bis Anfang März im Museum Küppersmühle zu sehen.
In diesem Jahr feiert das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich sein 25jähriges Jubiläum. Noch bis zum 22.1.2023 läuft eine Sonderausstellung, die die Entwicklung dieser Kunst über mehrere Jahrhunderte zeigt.

Die Ausstellung erstreckt sich auf sieben Ebenen. Neben Werken von bekannten Glaskünstlern finden sich auch Exponate von Künstlern, die durch andere Kunstrichtungen bekannt geworden sind.

Abgesehen von den Kunstwerken lassen sich auch sehr schön Spiegelungen fotografieren.

In dem Museum gibt es noch einen Museumsshop und es werden diverse Aktivitäten angeboten wie z.B. Workshops, in denen man sich in der Herstellung eines Kunstobjektes aus Glas selber versuchen kann.
Wir waren zu viert in dem Museum und waren alle begeistert. Eine solche besondere Ausstellung erwartet man nicht in so einem relativ kleinen Ort, doch ist in Linnich seit 1857 die älteste Glasmalerei Werkstatt Deutschlands, die Dr. H. Oidtmann GmbH, ansässig und die Linnicher Bürger sind diesem Thema sehr verbunden.
Wer mehr über das Museum wissen möchte: https://www.glasmalerei-museum.de/
Das Krefelder Textilmuseum widmet sich z.Zt prähistorischen Stoffen aus Peru.

Für einen grauen Wintertag ist das Betrachten der Farbenpracht genau das Richtige, darüber hinaus erfährt man eine Menge über das Alltagsleben in Peru und in seinen Nachbarländern zu den Zeiten, die man bei uns das Mittelalter nennt. Letztendlich lernt man eine außergewöhnliche Frau kennen, die diese Ausstellung ermöglicht hat. Aber der Reihe nach…

Die gezeigten Stoffexponate stammen zumeist aus geräuberten Gräbern. Die Räuber waren zumeist nur an Gold interessiert und nahmen selten Stoffliches mit, sodass Stoffe auch später noch von Forschern in Gräbern gefunden wurden. Man versuchte herauszubekommen, aus welchen Materialien die Stoffe hergestellt waren, wie man sie färbte und was auf den Stoffen dargestellt wurde. Oft erkennt man Tiere (Vögel, Katzen, Fische) oder Figuren, die in den Religionen der Andenvölker eine Rolle spielten. Mein „Lieblingsstück“ war dieses Hemd aus der Wari Kultur (700-1000 n.Chr.), dessen Bilderwelt einer Geheimsprache glich, die nur wenige entschlüsseln konnten.

Eine Ausnahmestellung unter den Stoffen stellten diese Gaze-und Jourgewebe dar.

Die Tücher, hauptsächlich trugen sie Frauen über ihrem Haar, erinnern entfernt an geklöppelte Spitze, ihre Fragilität und Leichtigkeit sind beeindruckend.
Die Stoffe dienten zu verschiedenen Zwecken. Neben Kleidung stellte man auch Dinge für religiöse Handlungen oder für den Alltag her.

Wer hat diese Ausstellung ermöglicht? Folgenden kurzen Text übernahm ich von der Internetseite des Textilmuseums:
Lange geschah der Ankauf präkolumbischer Textilien für die Sammlung nicht unter kulturhistorischen Gesichtspunkten, sondern war auf technische und motivische Aspekte begrenzt. Frau Dr. Renate Jaques, zwischen 1946 bis 1974 Leiterin der Gewebesammlung, bereicherte mit ihrer Forschungsarbeit und zwei Studienreisen nach Peru die Kenntnisse über die bei archäologischen Grabungen geborgenen Textilien. Sie war eine wichtige Akteurin in der Nachkriegsgeschichte des Museums, die sowohl in der Ausstellung als auch im Katalog vorgestellt wird.
In der Ausstellung wird ausführlich auf das Leben und die Forschungsarbeiten von Frau Dr. Jaques eingegangen. Sie war eine beeindruckende Persönlichkeit, die in den 60er Jahren gegen Widerstände ihrer männlichen Kollegen ihre Forschungen oft alleine durchführte und die Entwicklung der Gewebesammlung vorantrieb.
Zum Schluss ein kurzes Video, dass noch einen kurzen Einblick in die Vorarbeiten zu dieser Ausstellung gibt:
Nach einem Museumsbesuch empfiehlt sich der Besuch des Cafés vom Burgmuseum ganz in der Nähe. Meine Freundin und ich genossen Spekulatiuskäsekuchen! (Das Café hat bis 17 Uhr geöffnet).
In Aachen gibt es einige kleine und feine Museen, die sich als Ausflugsziel bestens eignen. Eins davon stelle ich Ihnen heute vor.

Wie oben im Text zu lesen ist, gibt es u.a. Zeitungsraritäten im Original oder als Duplikat. Hier einige Beispiele:

Neben Zeitungsgeschichte gibt es aber auch eine Reihe von Schaukästen und interaktive Bildschirme, die sich mit aktuellen Fragen zum Zeitungswesen beschäftigen.

Am meisten beeindruckte mich die Dokumentation über die Manipulation von Pressefotos. Auch hier war der Pressecodex in der Vergangenheit immer wieder Wunschdenken.

Wem die Fülle an Informationen nicht reicht oder wer zu einem Thema noch mehr wissen möchte, dem steht eine Bibliothek zur Verfügung, in denen Publikationen über das Zeitungswesen gesammelt werden.

Zum Museum gehört noch ein kleines Café, das rundet den Museumsbesuch ab.
Noch bis zum 5.2.2023 läuft im Düsseldorfer NRW-Forum die Ausstellung „Wonderwalls“. Wir besuchten sie an einem trüben Donnerstag, sie ist an diesem Tag bis 21 Uhr geöffnet. In der Ausstellung werden eine Auswahl von Spielzeugen gezeigt, die von Künstlern gestaltet wurden, sogenannte „Designer Toys“ und man bekommt einen Überblick über die Geschichte der „Street Art“. Die Exponate stammen aus der Sammlung des Düsseldorfers Selim Varol, der in den 70er Jahren zu sammeln begann und inzwischen über 10000 Stücke besitzt.
Schon der erste Raum bietet mit unzähligen Figuren ein Farbspektakel. Figuren in Schaukästen erinnern an Wimmelbilder, andere werden wie eine Ahnengalerie präsentiert.

Für den nächsten Raum braucht man eine Extraportion Zeit, denn hier sind die „Be@rbricks“ von Tatsushiko Akashi und Kunst-Skateboards von Craig R. Stecyk III zu entdecken.

Diese Kunstszene habe ich bisher nicht als solche wahrgenommen und ich lernte einige neue Künstler kennen und schätzen.
Der zweite Teil der Ausstellung zeigte die breite Palette von bekannten Street Art Künstlern wie z.B. Werke Banksy, JR, Swoon, Shepard Fairey oder Blek le Rat.

„Wonderwalls““ bietet die Chance, von der Vielfältigkeit der künstlerischen Ausdrucksweise bei Street Art überrascht zu werden, sich am Witz von Werken zu erfreuen und über unseren Alltag nachzudenken.
Wer sich mehr mit dieser Kunstszene beschäftigen möchte, dem kann ich den Ausstellungskatalog aus dem Kettler Verlag wärmstens empfehlen:

Endlich eine französische Skype Sprachfreundin und ein Konzert besuchen, das waren die beiden Antriebsfedern, die uns nach Tours an der Loire führten. Wir waren gespannt, denn Tours ist eine der beliebtesten Städte in Frankreich und ist Partnerstadt der Duisburger Deutsch-Französischen Gesellschaft. (Die Sprachfreundin habe ich durch das Tandemprojekt der Gesellschaft kennengelernt). Der erste Eindruck: Eine weiße Stadt, wie die meisten Städte und Schlösser an der Loire. Bei einem ersten Spaziergang machte es Spaß, weiße Details zu fotografieren:

Die Stadt ist zweigeteilt. Östlich der Hauptteinkaufsstraße, der Rue Nationale, geht es ruhig und beschaulich zu, westlich davon befindet sich die rummelige Altstadt mit der modernen Markthalle, die Kirche St. Martin mit dem Grab des heiligen Sankt Martin und dem schönsten Platz, dem Place Plumerau mit vielen Restaurants. Wir besuchten die verwinkelten Gässchen und erfreuten uns an den alten Holzhäusern aus dem 15. Jahrhundert.

Die Rue National gefiel uns nicht, wir fanden sie steril in der Architektur und auch in der Auswahl der Geschäfte (Filialen der großen Ketten).

Allerdings gibt es am Anfang der Straße ein Museum, dessen Besuch ich unbedingt empfehle. Es heißt „Musée du Compagnonnage “ und zeigt alte Handwerktraditionen. In einem großen Raum mit diversen Vitrinen kann man sich die Nase platt drücken. Nur ein paar Eindrücke von vielen:

Ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt die Loire mit der alten Wilson Brücke. Am Ufer des Flusses lässt es sich schön promenieren.

Der Ostteil der Stadt wird dominiert von der Kathedrale Sankt Gatien. Gotik in Reinform mit wunderbaren alten und modernen Kirchenfenstern.

Ein weiterer Besichtigungspunkt ist in diesem Viertel das Museum der schönen Künste. Dieses Museum wirbt zwar damit, dass man sich dort Bilder von Rembrandt, Monet oder Degas ansehen kann, aber das hat das Museum gar nicht nötig. Es bietet eine spannende Auswahl an nicht so bekannten Künstlern.

Weitere Entdeckungen waren die Rue de la Scellerie und die Rue Colbert mit kleinen Fachgeschäften und diversen Restaurants und Bars. Am ersten Abend waren wir eingeladen in das „Mao“ Restaurant auf der Avenue de Grammont. Der Name ist zwar chinesisch, die Küche aber thailändisch-französisch. Wir haben sehr gut gegessen.

Am zweiten Abend besuchten wir ein Konzert der Analogues, ein Konzert, das in Deutschland aus verschiedenen Gründen viermal abgesagt worden war und wir nun hier die Chance nutzten unsere alten Tickets einzulösen und die Gruppe zum dritten Mal zu sehen. Wieder ein „Erste Sahne“ Konzert. (Besprechung des ersten Konzerts s.u., dieses Mal spielten die Gruppe u.a. die Platte „Abbey Road“). Das Konzert fand im Centre International de Congrès Vinci statt, einer sehr modernen Halle direkt gegenüber des altehrwürdigen Bahnhofs.

Nach dem Konzert machten wir noch einen kleinen Rundgang und kamen am Rathaus und am Justizpalast vorbei.

Tours bietet sich für ein langes Wochenende oder als Standort für eine Besichtigung des Loiretals bestens an. Da wir unsere Reise abbrechen mussten, kann ich Ihnen am Donnerstag nur einen kleinen Appetithappen für einen Loire-Aufenthalt bieten.