Glückauf- Film ab!

Diese Ausstellung sollten Sie nicht verpassen:

Wir waren erstaunt, wie vielfältig das Thema „Film im Ruhrgebiet“ präsentiert wurde.

Fotocollage: Oben links: Ein Beispiel von vielen Originalplakaten, daneben ein Kassenhäuschen für den Ticketkauf. „Rex“ hießen im Ruhrgebiet einige Kinos. Links unten: Gesammelte Filmrollen der Vorfilme. Rechts unten: In dem Buch „Häkel dir dein Revier“ taucht auch Schimanski auf.
Fotocollage: Oben links: Auch Filmrequisiten werden gezeigt wie beispielsweise eine original Schimanskijacke. Darunter Kostümentwürfe für den Film „Die roten Schuhe“. Rechts oben: Der Grimmepreis darf natürlich nicht fehlen. Rechts unten ein Erinnerungsstück an die Zeiten der Videotheken.

Neben Unterhaltungsfilmen werden bis heute auch viele Dokumentarfilme im Ruhrgebiet gedreht. Hier wurde ich kalt erwischt, als plötzlich Theo Steegmann groß vor mir auf einer Leinwand auftauchte. Er war einer der Wortführer während des Arbeitskampfes in Rheinhausen.

Fotocollage: Oben eine Filmsequenz mit Theo Steegmann, der 2023 viel zu früh verstarb. Unten: Auch in der permanenten Ausstellung des Ruhr Museums widmet sich dem Rheinhauser Arbeitskampf.

Es gibt neben der Hauptausstellung auch kleinere Räume zu verschiedenen Themen wie z.B. Filme aus der Zeit des Nationalsozialismus, erotische Filme oder Filmfestivals.
Das Sterben der alten Kinos wird mit Filmen und Fotos dokumentiert.

Fotocollage: Oben: In den 50er Jahren gab es über 500 Kinos im Ruhrgebiet, viele waren architektonische Schmuckstückchen wie dieser Saal. Unten: In den 80er Jahren hat Oliver Ehlert das Kinosterben im Ruhrgebiet in mehreren Fotoalben dokumentiert.

Wir verbrachten einen Nachmittag in dieser Ausstellung und sahen uns anschließend noch das Brandenburger Tor an:

Ach ja, Sie warten auf die Auflösung meines Fotorätsels?

Es handelt sich um eine:

Weiter geht es am Donnerstag mit zwei Tagen an der Südküste Englands.

KI als Hilfe für Ihre Argumentation (Tu was Abend Teil 2)

Im ersten Teil zum „Tu was- Abend“ schrieb ich u.a. : Wie kann man Jugendliche in der TikTok Blase, in der sie sehr oft AfD Propaganda ausgesetzt sind, aus dieser Blase herausholen und überzeugen, eine andere Partei zu wählen? Dies wurde an dem Abend als großes Problem angesehen.

Foto von Pixabay- Junger Mensch mit Laptop

Dieses Thema treibt mich noch um, da ich danach auch noch mit zwei betroffenen Müttern gesprochen habe. Ich kam auf die Idee, Chat GPT zu fragen ( Wie argumentiere ich gegenüber Jugendlichen, dass sie nicht die AfD wählen).
Und hier die KI-Antwort:

1. Werte ansprechen, die Jugendlichen wichtig sind

Jugendliche legen oft Wert auf Themen wie Toleranz, Vielfalt, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Zeige, wie die AfD diese Werte nicht unterstützt:

Toleranz und Vielfalt: Die AfD vertritt oft Positionen, die gegen gesellschaftliche Vielfalt gerichtet sind. Sie lehnt z. B. die Unterstützung von LGBTQ+-Rechten oder die Gleichstellung von Frauen in vielen Bereichen ab. Frage: „Willst du in einer Gesellschaft leben, in der Menschen ausgeschlossen werden, nur weil sie anders sind?“

Umweltschutz: Die AfD leugnet oder relativiert den Klimawandel und blockiert konsequente Klimaschutzmaßnahmen. Für Jugendliche, die sich für Nachhaltigkeit und die Zukunft unseres Planeten einsetzen, ist das oft ein Widerspruch.

2. Fakten und Widersprüche aufzeigen

Populismus statt Lösungen: Die AfD bietet oft einfache Antworten auf komplexe Probleme, hat aber selten konkrete oder umsetzbare Lösungen. Frage: „Hast du dir mal überlegt, wie die AfD ihre Versprechen umsetzen will?“

Wirtschaftliche Konsequenzen: Die AfD vertritt Positionen, die langfristig Arbeitsplätze gefährden könnten, z. B. durch Isolation von der EU oder die Rückkehr zu alten Energiesystemen. Frage: „Wie sieht deine Zukunft aus, wenn Deutschland international isoliert ist?“

3. Gefahren für die Demokratie erklären

Radikale Ansichten: Teile der AfD stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutzes wegen verfassungsfeindlicher Tendenzen. Frage: „Wollen wir wirklich eine Partei unterstützen, die demokratische Grundwerte in Frage stellt?“

Manipulation und Hetze: Die AfD nutzt oft gezielte Desinformation oder hetzt gegen bestimmte Gruppen, um Stimmen zu gewinnen. Zeige Beispiele von Hassreden oder Fake News auf.

4. Emotionale Ebene ansprechen

Zukunftsängste thematisieren: Jugendliche wollen in einer sicheren, friedlichen und offenen Welt leben. Zeige, wie die AfD mit Abschottung und Misstrauen eine solche Zukunft gefährdet.

Persönliche Fragen stellen: „Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand dich oder deine Freunde wegen ihrer Herkunft oder Meinung ausgrenzt?“

5. Alternative Parteien vorstellen

• Stelle positive Alternativen dar: Parteien, die sich für Bildung, Klima, Vielfalt und Innovation einsetzen, bieten Jugendlichen oft mehr Perspektiven. Frage: „Warum nicht eine Partei wählen, die sich für deine Träume und Ziele stark macht?“

6. Dialog statt Konfrontation

• Höre zu, warum sie die AfD in Betracht ziehen, und hinterfrage ihre Gründe behutsam. Oft basieren solche Meinungen auf Unsicherheiten, Angst oder Desinformation.

• Biete respektvolle Gegenargumente und vermeide Vorwürfe oder Belehrungen – das erzeugt nur Widerstand.

London mit Banksy light

Kurz vor Weihnachten wurde bekannt gegeben, dass es fünf neue Bilder im Großraum London von dem Graffitikünstler Banksy gibt. Einmal ein Banksybild „live“ sehen, das war für uns die Motivation, Richtung East End zu fahren.
Zuerst besuchten wir den Old Spitalfield Market, wo man überdacht zwischen Gemüse, Kunsthandwerk, Kleidung und Essensständen bummeln kann. Bei nasskaltem Wetter war das genau richtig.

Nicht weit entfernt liegt die Brick Lane, eine Straße, bekannt durch Vintageläden, Märkte und Graffitis. Hier sollte ein neuer Banksy entstanden sein und in der Tat, wir haben ihn entdeckt. Aber…

Die drei Affen, die sich unterhalb einer Bahnlinie entlang hangeln, wurden bereits zwei Tage später von Bahnbediensteten übermalt unter dem Motto „Wehret den Anfängen-Nulltoleranz bei Graffitischmiererreien auf dem Gelände der Bahn!“. Wie ich später las, war der Aufschrei in der englischen Presse, bzw. Kunstwelt groß, zumal ein anderes Banksybild zuvor auch schon wieder übermalt worden war.

Nun denn…Wir sahen viele andere Wandbilder, aber noch mehr gefiel mir der unterirdische Kellermarkt mit Vintagekleidungsstücken und viel „Gedöns“.

Vier Fotos: Graffitis noch und nöcher…Interessant fand ich, dass wir uns anscheinend in der Karl Marx Gegend bewegten.
Vier Fotos. Oben links: Wer kennt noch Hugo die Schnecke aus der alten Kinderfernsehserie „Das Zauberkarussell“? Rechts daneben und unten links: Das zufällige Nebeneinander von Alltagsbildern und Gegenständen ist manchmal skurril. Unten rechts: Ein typischer Laden auf der Brick Lane.

Um dem schlechten Wetter zu entfliehen, besuchten wir danach das Tate Museum. Der Eintritt in das Kunstmuseum ist umsonst und man kann sich hier zig Stunden aufhalten.

Fotocollage: Bild oben: Ansicht des Tate Museums, einem umgebauten Kraftwerk, Bild unten: Momentaufnahme einer Museumsbesucherin mit einem Tatebeutel

Es gibt eine permanente Ausstellung und mehrere Sonderausstellungen, zwei gut bestückte Museumsshops, ein Café und schöne Ausblicke auf London.

Minivideo: 2 Schnappschüsse, eine Buchentdeckung mit einem 1A Titel und eine Collage aus einem Bild und einem Schnappschuss.
Fotocollage mit drei Ansichten von London, u.a.sieht man die St.Paul’s Cathedral, die Millennium Bridge und die London Bridge.

Von London aus fuhren wir noch zwei Tage an die Südküste nach Brighton, das quasi das Seebad der Londoner genannt wird. (Ca. 1 1/2 Stunde Fahrt mit dem Zug). Wir hatten sehr schönes Wetter und gerne möchte ich Sie nächste Woche auf den Geschmack bringen, dort vielleicht mal ein langes Wochenende zu verbringen.

Der Tu was- Abend

Gestern fand der Tu was- Abend in der Duisburger Buchhandlung Scheuermann statt.

Nach einer Vorstellung meiner Person berichtete ich über meine Versuche seit September 24, mich politisch zu engagieren, beispielsweise auf Instagram, im Schreiben von Leserbriefen oder mit der Teilnahme an Treffen der Gruppe Klimaentscheid Duisburg. Danach wurde über Möglichkeiten diskutiert, wie man sich auch noch anders einbringen kann.
Bei der Diskussion wurden einige meiner Gedanken bestätigt und ich habe wieder Neues dazugelernt:
-Wenn man anfangen möchte, sich zu engagieren, ist dies ein Prozess, in dem man ausprobiert, bei welchem Thema man sich wohl fühlt und was eine Herzensangelegenheit werden könnte.
-Eine Besucherin erzählte, dass es ihr, nachdem sie angefangen hat, sich zu engagieren, mental besser geht. Das Selbstbewusstsein steigt und man fühlt sich nicht mehr so hilflos bei schlechten Nachrichten. Da kann ich nur zustimmen.
-Duisburg hat ein Kommunikationsproblem. Es gibt ein Klimaprogramm, mit dem Duisburg bis 2035 klimaneutral werden soll. Den Fahrplan, die sogenannte „Roadmap“, kannte niemand, ebenso war die Duisburger „Grüne Aktie“ völlig unbekannt.
-Ich gehöre mit Jahrgang 1959 zu der Generation, deren Eltern und Großeltern als Erwachsene den Krieg miterlebt haben. Sie erzählten mir viel vom Krieg und das kann ich weitergeben und damit Behauptungen der AfD entkräften.
-Wie kann man Jugendliche in der TikTok Blase, in der sie sehr oft AfD Propaganda ausgesetzt sind, aus dieser Blase herausholen und überzeugen, eine andere Partei zu wählen? Dies wurde an dem Abend als großes Problem angesehen.
-Es ist eine gute Sache, wenn Orte wie die Buchhandlung für einen Meinungsaustausch zur Verfügung gestellt werden und man damit das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

-Am Ende der Veranstaltung stellte ich mein Kronkorken-Sammelprojekt vor und – gute Nachricht! – die Buchhandlung Scheuermann macht mit und ist ab sofort offizielle Sammelstelle! Jeder war an diesem Abend von der Idee begeistert.
-Eine zweite Idee ist mein „Leserbriefpool“. Gerne würde ich öfter zu einem Thema ein fundierten und gut formulierten Brief zu einem bestimmten Thema schreiben ( zur Zeitung, zu einer Partei oder an die Stadtverwaltung), doch fehlt mir oft das Know How und auch die Zeit. Könnte man gute Brief von mehreren Menschen sammeln, könnten diese Schreiben, inhaltlich etwas abgeändert, von mehreren Menschen verschickt werden und so würde Schritt für Schritt eine Meinung mehr Gehör bekommen.

Ich habe mich sehr gefreut, dass ich am Ende des Abends darauf angesprochen wurde, ob ich meinen Vortrag auch an anderer Stelle halten würde. Gerne- schreiben Sie mich an: linda.broszeit@gmx.de.

Zum Schluss noch eine Liste, auf denen die Bücher aufgeführt sind, die ich in letzter Zeit gelesen habe, sowie ein paar Tipps für Internetseiten und Instagramkonten, die Informationen und Aufklärung bieten.


BÜCHER:
Philipp Blom: Hoffnung
Rudger Bregman: Moralische Ambition
Volker Busch: Kopf hoch!
Martin Hecht: Die Einsamkeit des modernen Menschen
Miriam Junge: Kleine Schritte mit großer Wirkung
Heidrun Deborah Kämper: Die Sprache der Rechten
Elsa Koester: Im Land der Wölfe
Marcel Lewandowsky: Was Populisten wollen
Ruprecht Polenz: Tu was!
Jonas Schaible: Demokratie im Feuer
Tanjev Schultz (Hrsg.): Was darf man sagen?
Arne Semsrott: Machtübernahme
Ronja von Wurmb-Seibel: Wie wir die Welt sehen
Paula Brandt: Die Zukunft ist besser als gedacht
WEBSITES:
🔗 bundestag.de
🔗 bpb.de (Bundeszentrale für politische Bildung)
🔗 demokratie-leben.de
🔗 demokratie-in-aktion.de (DemokratieKreis Duisburg)
🔗 mehr-demokratie.de
🔗 statistischesbundesamt.de
🔗 gesichtzeigen.de
🔗 abgeordnetenwatch.de
🔗 fragdenstaat.de
🔗 brandnewbundestag.de
🔗 campact.de
🔗 uebermedien.de
🔗 correctiv.org
🔗 duisburg.de
INSTAGRAM:
politikverstanden
mark_raschke
politikschau.de
team.recherche
omas-gegenrechts_buehl_achern
monitor.wdr
hopp_stagram
amadeuantoniofoundation
rechtsschreiber
tim_acht
die.insider


London vom Wasser aus- aber ohne Themse

Wenn Sie die Top 10 in London kennen oder mal eine besondere Halbtagestour unternehmen möchten, wäre der Regent‘s Canal der erste Tipp von mir.

In London, in der Nähe des Kings Cross Bahnhofs, befindet sich das Londoner Canalmuseum. Hier wird auf zwei Etagen die Geschichte des Kanals erzählt und mit vielen Ausstellungsstücken lebendig gemacht.
Der Kanal, Anfang des 19. Jahrhunderts in Betrieb genommen, war für London eine Lebensader, denn hier wurden auf sogenannten „Narrowboats“ Lebensmittel, Brennmaterial oder andere wichtige Dinge für das Alltagsleben transportiert.

Fotocollage: Oben links: Ein altes restauriertes Narrowboat kann auch von innen besichtigt werden. Darunter: Neben den Narrowboats gab es auch noch andere Schiffstypen auf dem Kanal. Mitte: In dem Haus des Museums wurde früher u.a. Eis eingelagert und Carlo Gatti aus dem Tessin war hier der erste, der in England Speiseeis verkaufte. Auf dem Foto unten sieht man einige Beispiele der schön bemalten Töpfe und Kannen der Bootsbesitzer. Jeder hatte sein eigenes Blumenmuster, mit dem er auch sein Boot schmückte.


Ab den 50er Jahren wurde die Schifffahrt eingestellt und der Kanal mit seinen Booten verfiel.

Ab den 80er Jahren besann man sich dann darauf, den Kanal wieder zu beleben und heute sind das Leben in einem Narrowboat auf dem Kanal und das Wohnen in einem Haus am Kanal sehr beliebt (und teuer) und die Spazierwege entlang am Kanal sind für Londoner und Touristen ein schönes Ausflugsziel.
Seit ein paar Jahren kann man auf einem alten Narrowboat auch eine geführte Bootstour machen und diese Gelegenheit nahmen wir wahr.

Fotocollage: Oben: Wir fuhren u.a. auch durch den ca. 800 m langen Islington Tunnel und sahen, siehe unten, Schleusen und Brücken. Mitte rechts: Zwei bewohnte Narrowboats, links daneben ein Rettungsboot. Auf den Fotos sieht man auch die Wege, die früher Treidelpfade für Pferde waren, die die Boote gezogen haben.
Fotocollage: Zwei Männer fahren mit ihrem Boot durch den Tunnel, mit ihren Füßen hangeln sie sich an der Tunnelwand entlang, um vorwärts zu kommen. Darunter ein altes Wohnhaus des Kanalmeisters, der Gebühren für die Benutzung eintrieb. Links daneben die Erklärung des „Horse Boating“.

Die Bootsfahrt hat uns gut gefallen. Bei Cream Tea erfuhren wir einiges über die Geschichte Londons und es war schön, mal einen Teil von London „von hinten“ zu entdecken.

Nächste Woche nehme ich Sie mit in einen anderen Stadtteil Londons, wo wir uns auf die Suche nach einem Banksy Bild machen.

Wird 2025 ein Kronkorken Jahr ?

Vor Weihnachten berichtete ich darüber, dass ich auf der Plattform nebenan.de dazu aufgerufen habe, über die Feiertage Kronkorken zu sammeln. (Für den Duisburger Verein Herzenswärme, der sich um Obdachlose kümmert und die Kronkorken an einen Metallhändler verkaufen kann).
Hier nun ein erstes Resümee:
Die Resonanz war großartig und Stand gestern (12. 1. 25) wurden bisher bei mir ca. 22 KG Kronkorken abgegeben!

Foto Große Kiste, gefüllt mit Kronkorken

Die bisherigen Teilnehmer werden weiter sammeln, aber es wäre schön, wenn noch mehr Menschen sich daran beteiligen würden. Ob 2025 ein Kronkorkenjahr wird?
Vielleicht ist diese Aktion auch eine Anregung für Ihren Stadtteil?

Stand 13.1.,11 Uhr: Gerade hat es wieder „geprasselt“…Das Ergebnis einer Feier zu einem runden Geburtstag…

Foto mit einer weiteren Wanne voller Kronkorken

Als hätte M.C. Escher einen Roman geschrieben

Zwei Hände, die sich gegenseitig zeichnen…Immer, wenn ich dieses Bild von M.C.Escher sehe, stellt sich eine unbestimmbare Verunsicherung ein und ich frage mich, ist eine Hand dominant und welche Hand hat angefangen ?

Diese Verwirrung merkte ich am Anfang auch bei dem neuen Buch von Wolf Haas, das gestern erschienen ist.

Franz Escher ist Single, professioneller Trauerredenschreiber und passionierter Puzzleleger. Er hat in seiner Wohnung ein Stromproblem und ruft einen Elektriker an. Dieser ist sehr sympathisch und vertrauensvoll und Escher lässt ihn in seiner Wohnung werkeln. In der Zeit liest Escher ein Buch über den Mafiosi Elio. Er sitzt in Italien im Gefängnis und soll als Kronzeuge in ein Zeugenschutzprogramm. Nach Deutschland möchte er und sein deutscher Gefängniskumpel bringt ihm mit Hilfe eines Buches die deutsche Sprache bei. In dem Buch wird die Geschichte von Franz Escher erzählt, in dessen Wohnung ein Elektriker durch eine Unachtsamkeit von Escher stirbt.

Sie ahnen, wie der Roman weitergeht?

Im Laufe der Geschichte lesen Escher und Elio immer wieder in ihren Büchern und so erfährt man bei der Lektüre von Escher, wie Elio nach Deutschland geht und in Duisburg sesshaft wird. Bis zum Sommer 2007, als Duisburg durch mehrere Mafiamorde erschüttert wird und Elio flüchten und ein Leben mit neuer Identität in Berlin beginnen muss. Er gründet mit Gabi eine Familie und sie bekommen ihre Tochter Ala. Doch auch hier kommt Elio, der inzwischen als Elektriker arbeitet und Marko Steiner heißt, nicht zur Ruhe.
Steiner liest, dass Franz Escher von der Polizei nicht verdächtigt wird, mit dem Tod des Elektrikers etwas zu tun zu haben. Doch Escher plagt das schlechte Gewissen und das möchte er mit einer besonderen Trauerrede beruhigen. Er kontaktiert die Witwe. Sie heißt Gabi…

Wolf Haas hat sich mit diesem Buch selbst übertroffen. Er bietet ein Feuerwerk an Ideen. Das Buch ist leicht zu lesen, Haas schreibt rasant und humorvoll und die Geschichte hat ein geniales Ende.

Bei der Darts Weltmeisterschaft in London

Nach Weihnachten fuhren wir ein paar Tage nach London. Der Hauptgrund unserer Reise: Wir hatten offizielle PDC-Tickets ergattert für ein Viertelfinale der Darts Weltmeisterschaft im legendären Alexandra Palace, auch liebevoll Ally Pally genannt.

Foto: Linda hat es ins Ally Pally geschafft, bzw. hier steht Paddy. Paddy Power ist der Sponsor der Weltmeisterschaft.


Unsere Unterkunft lag in Palmers Green, zwei Bahnstationen entfernt vom Ally Pally. Die meisten Häuser wurden hier zwischen 1900 und 1920 gebaut und es sah alles noch stimmungsvoll weihnachtlich aus. Dazu gibt es eine gute Infrastruktur mit Geschäften, Pubs und Restaurants, wir fühlten uns hier wohl.

Foto: Beispiele für gemütliche Cafés und Pubs , die bunten Tiffanytüren sind typisch für viele Wohnhäuser in Palmers Green

Nun, was macht diese Weltmeisterschaft im Ally Pally so einzigartig?
Meine Version: Ca. 3500 Menschen, egal ob jung oder alt, aber mit leichtem Hang zum Dartsirrsinn, treffen sich und schlagen mal über die Strenge. Das äußert sich äußerlich so:

Foto: Egal ob alleine oder in der Gruppe, Verkleidung ist für viele Besucher Pflichtprogramm. Ich fiel da mit meinem Sumo T-Shirt nicht so sehr auf…

Hat man alle Ticket-und Taschenkontrollen geschafft und steht im Ally Pally …

Foto: Vor und im Alexandra Palace

… wird man von unglaublich lauter Musik empfangen, der Boden klebt und es riecht nach altem Fett und Schweiß. Gehört alles dazu! Ein Muss sind riesige Bierpötte, die Pitcher mit 1,5 Liter (33, 50 Euro), da sind die Maß auf dem Oktoberfest Kinderkram.

Foto: Oben Szene aus dem Duell zwischen Price und Dobey, darunter ein Überblick über die Halle

Wir saßen rechts von der Bühne und konnten gut sehen. (Das Ticket kostete 70 Euro). Die Sitzreihen sind allerdings eng, für große Menschen kann es unbequem werden. Da ist es dann schon gut, wenn man ab und zu aufstehen muss und sei es, um zu zeigen, dass man wirklich ein Dartsfan ist.

Video: Es wird gesungen: Stand up, if you love the darts…Meistens wurde es bei einem Spiel laut, wenn das Spiel langweilig wurde. So hörte man dann auch mal: Boring tables, boring tables!

Unser erstes Viertelfinale fand zwischen Gerwyn Price und Chris Dobey statt. Die Mischung aus großer Emotionalität (Price) und Coolness (Dobey) gepaart mit diversen 180er Würfen (sind die besten) machten dieses Spiel zu einem Genuss für Dartsfans. Große Spannung bis fast zum Schluss und der Überraschungssieger war Dobey.

Foto: Bilder von Gerwyn Price (oben) und Chris Dobey

In den Pausen wurde den Fans mit Musik eingeheizt und wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Abgesehen von einigen deutschen Zuschauern, die von englischer Fairness wohl noch nichts gehört hatten, geht es den meisten Zuschauern nicht unbedingt darum, dass eine bestimmte Person gewinnt (abgesehen vom Endspiel, siehe unten), sondern dass ein gutes Dartspiel gezeigt wird. So wird jeder gute Wurf honoriert.

Dieses Video gibt unsere Pausenstimmung am besten wieder, obwohl es der Einlauf des Dartspielers Joe Cullens ist.

Das zweite Viertelfinale trugen Michael van Gerwen und Callan Rydz aus. Van Gerwen war der große Favorit, aber Rydz machte es ihm schwer und die Halle tobte.

Foto: Szenen aus dem Spiel zwischen Rydz und van Gerwen

Van Gerwen gewann, aber Callan Rydz hat viele neue Fans gewonnen, denn er war der letzte nicht gesetzte Spieler in dieser WM, der es so weit geschafft hatte.

Nach fünf Stunden war für uns das Ally Pally Erlebnis zu Ende. Wir sind froh, dass wir an diesem Dartshighlight teilnehmen durften.

Das zweite Viertelfinale, sowie Halbfinale und Finale sahen wir uns in Pubs an. Sehr gute Stimmung, besonders weil im Endspiel das englische Darts-Wunderkind Luke Littler gegen den mehrfachen Weltmeister Michael van Gerwen klar gewonnen hat.

Nachdem Darts bis vor Corona eher ein Nischensport war, wird dieses Spiel jetzt immer beliebter und der Dartsverband sieht Dollarzeichen am Horizont. So soll die Veranstaltung evtl. in eine andere Halle verlegt werden mit einer viel höheren Zuschauerkapazität und es wird sogar darüber diskutiert, dass die WM in einem anderen Land stattfinden soll- Saudi-Arabien…Bitte nicht!

Nachtrag 25.1.2025: Der Hautsponsor der Darts WM hat sich eine besondere Aktion einfallen lassen: Für jeden 180er Wurf wurde für die Männergesundheit gespendet.

Darts gewinnt an Popularität

Während Darts vor einigen Jahren als Hobby in Kneipen belächelt wurde, ist es mittlerweile sehr beliebt. Bei der jährlich um den Jahreswechsel in London stattfindenden Weltmeisterschaft im Alexandra Palace (Ally Pally) erhält der Sieger immerhin 500.000 Pfund (aktuell rund 600.000 Euro). Für Begeisterung sorgte das Darts Talent Luke Littler, der das Turnier mit gerade einmal 17 Jahren gewann.

WM-Sponsor mit kreativer Idee

Hauptsponsor der Darts-WM war Paddy Power. Im Laufe der Darts-WM spendeten sie für jeden 180er Wurf, dem höchsten Score mit drei Darts, 1.000 Pfund an die Organisation Prostate Cancer UK. Für das perfekte Spiel, den Neundarter, wurden 180.000 Pfund ausgeschüttet. Davon gingen 60.000 Pfund an den Spieler, 60.000 Pfund an einen Zuschauer im Publikum und die letzten 60.000 Pfund an Prostate Cancer UK. Laut Berichten wurde bei der Darts-WM 2025 ganze 907 Mal die 180 geworfen. Zudem gab es zwei Neundarter. Das macht eine Spende in Höhe von über 1.2 Millionen Euro für den Kampf gegen Prostatakrebs.

Nächste Woche gebe ich noch ein paar Tipps, was man in London machen kann, wenn man die Top 10 Touristenziele schon kennt. Wir fuhren danach noch an die Südküste nach Brighton, darüber werde ich auch noch schreiben.

Krachend scheitern bei den guten Vorsätzen

Wissen Sie schon, was Sie im neuen Jahr besser machen wollen? Oder nehmen Sie sich nichts vor, weil Sie es in den letzten Jahren nicht geschafft haben?
Ich habe vor ein paar Wochen das Buch von Stephen Guise gelesen. (Gibt es leider nur noch antiquarisch, das Buch von Miriam Junge ist aber eine Alternative).

Stephen Guise ist immer wieder mit seinen guten Vorsätzen krachend gescheitert. Er schreibt, dass der Fehler in den zu hoch gehängten Zielen lag, für die der Motivationsvorrat nicht reichte. Unser Gehirn ist eine faule Socke die, wenn es nicht ums Überleben geht, für jede Handlung eine Portion Motivation braucht. An Tagen, an denen wir uns krank fühlen, schlecht geschlafen haben, mit Stress auf der Arbeit oder zuhause fertigwerden mussten, bleibt dann nichts mehr für die hehren Ziele des Vorsatzes übrig.
Es sei denn…
Guise nennt es die „Goldene Liegestützregel“. Er hatte sich vorgenommen, mehr Sport zu treiben, mehr zu schreiben und zu lesen. So formulierte er drei Minimalvorsätze: Er macht eine Liegestütze, schreibt 50 Wörter und liest zwei Buchseiten pro Tag. Das war so lächerlich, dass der innere Schweinehund schwieg und Guise selbst an schlechten Tagen oder im Urlaub seine Vorsätze erreichte. Das machte ihn zufrieden und motivierte ihn ohne große mentale Anstrengung, an guten Tagen seine Ziele freiwillig zu übertreffen. Er geht bis heute 3x/Woche ins Sportstudio, schreibt an manchen Tagen bis zu 2000 Wörter und liest wie ein Weltmeister.

Klappt das auch bei dir, fragte ich mich und dachte mir vor ca. zwei Wochen drei Vorhaben aus, u.a.

Pro Tag 1 Glas Wasser trinken (Ich trinke zu wenig)
Pro Tag auf meinem PC entweder 1 Mail oder 1 Foto löschen (Meine Festplatte ist bald voll)
Pro Tag einmal Seilchen springen (Für meine Ausdauer)

Bisher bin ich im „Vorsätze-Flow“, es funktioniert tatsächlich. Diese Befriedigung, Vorhaben geschafft zu haben und das direkt mehrmals am Tag, ist ein Gefühl, auf das mein Gehirn anscheinend nicht mehr verzichten möchte.