In diesem Monat verbrachten wir zwei Wochen in der Bretagne, die erste Woche im Norden, die zweite im Süden. Es war unser dritte Besuch und wir wollten noch ein paar unbekannte Flecken kennenlernen. Die Aushängeschilder der Bretagne, die Sie auf jeder Reisehomepage oder jeden Bretagne-Kalender finden, kommen in meinen Beiträgen der nächsten Wochen nicht vor, denn ich „arbeite“ sie jetzt direkt ab.
Leuchttürme:
Wir besuchten im Süden den „Pointe du Raz“ und machten einen Spaziergang entlang der Küste. Vier Leuchttürme auf einen Schlag findet man nicht so schnell. Als ich dieses Foto machte, stand hinter mir übrigens der fünfte Leuchtturm.
Alleinstehende Häuser mit dramatischer Felsenformation:
Im Norden an der Côte de Granit Rose
Menhire:
Unterwegs entdeckt: Einsam und verlassen steht er in der Nähe von St. Malo.
Traumhafte Strände:
An der Nordküste in der Nähe von Ploumanac‘h.
Kalvarienberge:
Dieser „Calvaire“ in Guimiliau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ca. 200 Figuren zeigen biblische Szenen.
Das war alles sehr schön, aber es sind touristische Hotspots, die man nur dann relativ ungestört genießen kann, wenn man sie gegen Abend besucht. Wir hielten deshalb tagsüber Ausschau nach Orten, die uns überraschten oder die das Bild der Bretagne vermittelten, das wir in unseren Köpfen hatten.
Solche Orte und bretonische Themen haben wir gefunden- Fortsetzung folgt!
Diesen Titel hörte ich während einer längeren Autofahrt:
Ein gestresster Mann fährt zum Wochenendhaus ohne seine Familie- endlich mal wieder in Ruhe etwas abarbeiten! Doch daraus wird nichts, denn er lernt zufällig einen älteren Kartoffelbauer kennen, der ihn zu sich nach Hause einlädt. Der Bauer ist ein sehr emphatischer Mensch und beide verbringen das ganze Wochenende mit Gesprächen über den Sinn der Lebens. Am Ende sind beide Freunde und der jüngere Mann gewinnt eine große Portion Weisheit.
„ 25 Sommer“ reiht sich in die Gruppe von Erfolgsbüchern ein, zu denen auch „Johannes“ von Körner oder „Der Alchimist“ von Coelho gehören. Mir ist diese Geschichte zu perfekt und heimelig , was vielleicht durch die Stimme von M. Hoffmann noch verstärkt wurde.
Ich bekenne, dass ich noch nie ein Buch von B. Wells gelesen habe. So las ich ganz unvoreingenommen dieses Buch über seinen Werdegang als Schriftsteller. Das fand ich unterhaltsam und machte mich neugierig auf seine Bücher und auch auf Titel anderer Autoren, die für Wells Vorbilder und Anleitungen zum Schreiben gegeben haben, Auch die Kapitel am Ende, in denen er die Erstfassung von Auszügen aus seinen ersten beiden Bücher präsentiert und danach zeigt, was daran alles nicht gut war, ist lesenswert. Bei seiner Anleitung, wie man einen guten Roman schreibt, war ich froh, dass ich keinerlei Ambitionen diesbezüglich habe. Mich hätten seine Ausführungen eher abgeschreckt, denn was man alles falsch machen kann und was man beachten sollte, das ist schon ein „dickes Brett“. Da helfen auch am Ende nicht seine Beteuerungen, dass man auch ohne Beachtung von gewissen Regeln einen erfolgreichen Roman schreiben kann. Wer bereits dem Schreiben verfallen ist, der wird dieses Buch sicherlich sehr wertschätzen.
Dieser Titel sollte in mir Erinnerungen an frühere Meerurlaube während heißer Sommertage auslösen. Kapitelüberschriften wie „Meerglas“, „Flaschenpost“ oder „Strandgutsammler“ hörten sich vielversprechend an. Die Autorin zieht mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn auf die Shetland-Inseln, da sich hier eine berufliche Verbesserung für ihren Mann ergibt. Sie kennt niemand auf der Insel, mag das Meer nicht besonders und fühlt sich ausgebremst als studierte Umweltwissenschaftlerin. Zudem ist sie gesundheitlich sehr labil, bedingt durch ein geschwächtes Immunsystem und einer Rheumaerkrankung. So ist die Stimmung des Buches am Anfang eher grau und zäh. Das ändert sich ein bisschen, als sie sich einer Gruppe von Nachbarn anschließt, die Strände von Plastikmüll säubern und Funde von toten Vögeln dokumentieren. Sally Huband ist von dieser Sammeltätigkeit fasziniert und beginnt, Strände zu erkunden, um Besonderes zu entdecken und herauszufinden, woher es kommt: Müll aus Kanada oder Norwegen, Knochen von Walen oder Samen aus der Karibik, eine Flaschenpost aus den USA. Das ist interessant zu lesen, aber ich fand das Buch letztendlich eher bedrückend. Die Schilderungen über ihre Krankheiten, die Beschreibungen der Meeresverschmutzung, die Alltagsprobleme der Inselbewohner- nur wenige Buchseiten war unbeschwert.
Wir schreiben das Jahr 2033. Die Firma „Omen SE“ist dank KI omnipräsent im deutschen Alltag. Ein paar Beispiele: Das Programm „Dieter“regelt alles innerhalb der vier Wände, untersucht z.B. täglich die Ergebnisse der Toilettengänge, um die Ernährung nötigenfalls umzustellen, das Programm „Diana“ bietet therapeutische Gespräche und Ratschläge an, „Intelligenzija“ wurde auf den Markt gebracht, um paarungswillige Menschen mit ähnlichem IQ zusammenzubringen.
Das neuste Projekt von Omen heißt „Homen“ und soll jedem Deutschen ein komfortables Heim bieten. Die vier ersten Bungalows werden mit einer epochalen Rede des CEO im Niemandsland von Brandenburg eingeweiht. Jochen, der „Brain“ der Firma, Nifular, die junge Creative Director, verantwortlich für die besonders erfolgreiche KI-Wein-Plattform „Veritas“, Daniel, ein erfolgreicher Sachbearbeiter und Christiane, eine gestandene Workalcoholikerin sind die Bewohner dieser vier Behausungen, denn die Firmenleitung schickt sie in den wohlverdienten Ruhestand. Was werden sie nun tun, welche Träume und Albträume haben sie, welche Wünsche werden sie sich erfüllen?
Dieses Buch trieft an vielen Stellen vor Zynismus und ich hatte Spaß beim Lesen. Allerdings nicht bedingungslos. Die vier Protagonisten stammen aus einer reichen „Techno-Bubble“, die auf die spießigen Kleinbürger mit Verachtung herabblicken. Ihre Luxusprobleme gibt es auch schon heute in gewissen Kreisen und 2033 wird das Gros der deutschen Gesellschaft wohl ganz andere Probleme haben. Das Buch zeigt deshalb für mich keine typischen deutschen Herbst im Zeitalter der KI, wie der Klappentext es vermuten lässt.
Wir waren vor vielen Jahren schon einmal in Blackpool und hatten uns damals nur die Strandpromenade mit ihren alten Piers angesehen.
An der Promenade steht auch das Wahrzeichen von Blackpool: Der Blackpool Tower mit seinem berühmten Ballroom, in dem Tanz-Weltmeisterschaften durchgeführt, aber auch zum Tanztee eingeladen wird.
Dieses Mal gingen wir zuerst in die Innenstadt und machten Bekanntschaft mit schönen viktorianischen Theatern, in denen bis heute Veranstaltungen stattfinden.
Tagsüber kann man einige der Theater innen kostenlos besichtigen
Die Pracht der alten Gebäude spiegelt nicht den Lebensstandard der Bevölkerung wieder, was an jeder Ecke zu erkennen ist. Wohlfahrtsläden, viele Fast Food Restaurants und Schnäppchenmärkte lösen sich in den Einkaufsstraßen ab, dazwischen ein großes trostloses Einkaufszentrum. An der Strandpromenade ein ähnliches Bild: alte Hotels, daneben Spielhallen, Fressbuden, Pubs, billige Souvenirshops für die vielen Touristen, die den breiten Sandstrand und das Meer tagsüber und abends das laute Angebot der Piers und der Strandpromenade lieben.
Aber hier kann man auch so sein wie man will und das ist ein unbezahlbares Pfund, das Blackpool zu bieten hat.
Der nächste Bericht zu dieser Reise kommt am nächsten Freitag, dann berichte ich von Bletchly Park, wo das Geheimnis der Enigma entschlüsselt wurde.
Am Montag mache ich erst einmal einen Buchabstecher nach Frankreich. Schönes Wochenende!
Heute zeige ich Ihnen einige meiner Fotos aus einer Serie mit dem Titel „Die Ahnungslosen“. Beim Aufräumen fand ich eine CD mit 200 alten Porträtfotos, da kam mir die Idee zu der Serie.
Die Stranduhr tickt
Die alten Fotos sind ca. 100 Jahre alt. Wird es von uns in 100 Jahren Bilder geben mit dem Titel „Die Ahnungslosen“?
Am Freitag habe ich eine neue Buchbesprechung für Sie, nächste Woche habe ich einen weiteren Beitrag mit alten Fotos.
Dieses Buch ist für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert. Bettina Baltschev besucht acht Strände, um aufzuzeigen, wie unterschiedlich die Bedeutung von „Strand“ für Menschen sein kann.
Ich bin ein Strandmensch. Direkt beim ersten Kapitel über den Strand von Scheveningen wurde ich an mehrere eigene Strandepisoden erinnert. Das animierte mich, eine Liste über meine bisher besuchten Strände zu erstellen. Dabei wurde mir bewusst, wie viele verschiedene Strandgeschichten in mir selbst schlummerten. Dafür schon einmal ein Dankeschön an die Autorin!
Der Strand in Scheveningen war einer der ersten, den die Menschen bewusst besuchten und benutzten, sei es, um 1602 mit einem ersten Segelwagen über den Strand zu jagen, zum Flanieren, zum Malen oder um erste Badeversuche im Meer zu wagen. Vorher wurde der Strand hauptsächlich von Fischern bevölkert oder von Soldaten. In den oberen Schichten war es plötzlich chic, sich am Strand aufzuhalten, auch die positive Wirkung des Meeres auf die Gesundheit wurde wichtig. Doch diese Exquisität bröckelte und das „gemeine Volk“ rückte nach. Die Strände von Brighton und Benidorm dienen als Beispiele. Unterhaltung rund um die Uhr wurde genauso wichtig wie das Liegen am Strand. Damit verbunden die Verschandelung der Küste durch maßloses Bauen von Hotelklötzen.
Der Strand als Ort von Geschichte…Ostende- deutsche Literaten wie Irmgard Keun, Stefan Zweig oder Joseph Roth flüchten in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts an diesen Ort und hoffen bis zuletzt, dass der Krieg nicht ausbricht. Utah Beach in der Normandie- die Alliierten landen während des zweiten Welt an diesem Strand. Heute verdient man vor Ort mit den Erinnerungen Geld. Lesbos- Touristen flüchten von den Stränden, weil Flüchtlinge an den Strand kommen, weil er das Ende der Lebensgefahr bedeutet und zum Hoffnungort wird.
Bleiben noch die Strände von Hiddensee und Ischia. Auch hier spielt die Geschichte eine Rolle, aber der Sehnsuchtsort „Strand“ in unseren Köpfen wird hier von der Autorin noch einmal genau unter die Lupe genommen.
Oben links: Spiekeroog, darunter Wilhelmshaven und Nizza. Rechts oben in der Bretagne, darunter Rimini
Eine Matrjoschka stand am Strand, da kam von links ein Mann gerannt. Von weitem hatte er sie gesehen und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Es war für ihn Liebe auf den ersten Blick, die Matrjoschka war für ihn so lieblich und so schick. Auch sie fand den jungen Mann sehr schön und fragte beherzt: “Wollen wir miteinander gehn?“ Kurze Zeit später heirateten sie- ob das gut geht, das weiß man nie. Doch man sieht sie immer wieder am Strand, verliebt Hand in Hand und ihre fünf Töchter buddeln fleißig im Sand.
Das Wirrwarr des gestrigen Fotorätsels gehörte zu diversen Sonnenschirmen, die im Winter jetzt Pause haben.
Um Ihnen noch ein bisschen Sommer zu bieten, hier ein Musikclip eines Liedes, das mich in den 80er Jahren während zweier Sizilienurlaube begleitet hat und das ich jetzt in Rimini wieder hörte!
Keinen Wirrwarr, sondern prachtvoll sortierte Steine biete ich Ihnen morgen mit den berühmten Mosaiken von Ravenna.
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