Vier auf einen Streich

Vor ein paar Tagen machte ich eine Gartencentertour und besuchte vier Gärtnereien, die ich bisher noch nicht kannte. Vielleicht waren Sie bisher auch noch nicht dort und machen es mir einmal nach? Ich hatte drei rote größere Töpfe zu bepflanzen und wollte mir Anregungen holen. Die Gemeinsamkeit der vier: Es waren kaum Kunden da. Das lag sicherlich am warmen Wetter und an der Tatsache, dass es momentan eigentlich nichts neu zu bepflanzen gibt, denn es gab nur bei einem der vier schon Herbstblumen. Ansonsten waren die Unterschiede sehr deutlich, musste auch sein, denn drei der vier Gärtnereien lagen auf der Nieper Str. zwischen Traar und Kapellen direkt nebeneinander. Hier meine Eindrücke:

Nr 1: BlumenArten – eine kleinere Gärtnerei, die damit wirbt, dass sie Pflanzen aus vielen Regionen anbietet. Dies hat sich mir beim Besuch nicht erschlossen, es gab die üblichen Sommerblumen, Zimmerpflanzen und Garten- und Dekoaccesoires. Bei meinen suchenden Blicken wurde ich aber sehr freundlich angesprochen und für mein „Problem“ empfahl man mir weiße Hortensien oder einen immergrünen Schneeball. Man bot mir auch an, Pflanzen zu bestellen (kleinwüchsige weiße Rosen), wenn die Zeit zum Pflanzen gekommen wäre. Ich kaufte dieses Mal nichts, würde aber bei anderer Gelegenheit wieder kommen, z.B. im Frühling, denn die Homepage klärte mich später auf, dass die Spezialgebiete dieser Gärtnerei Primeln und Hortensien sind.

Nr.2 Wenn Sie schon einmal in der Nähe von Venlo Pflanzen gekauft haben (Peters, Plantencentrum Velden), dann muss ich nicht mehr viel schreiben. Die Gärtnerei „1000schön“ ist das Plantencentrum en miniature (allerdings mit Hühnern, die frei herum laufen, etwas chaotischerer Anmutung und ein bisschen vergammelten „Look“). Hier gab es bereits Herbstblumen und diese waren, wie alle andern Pflanzen auch, sehr günstig. Die Mitarbeiter waren freundlich und sehr beschäftigt. Hier kaufte ich Astern und eine Veronikaart, denn in meinem Kopf hatte sich inzwischen die Idee verfestigt, eine permanente Bepflanzung erst nächstes Jahr in Angriff zu nehmen.

Nr. 3  Das genaue Gegenteil: Die Gärtnerei „Der blühende Garten“. Alles sehr edel, strukturiert und stylish. Neben den Pflanzen (entdeckte nichts Ungewöhnliches) gibt es ausgefallene Assecoires für den Garten, Schmuck, sowie eine Ecke mit schönen Dingen für Hunde. Die Preise sind ebenfalls edel. Was mich bei dieser Gärtnerei begeisterte: Die bepflanzten Körbe und Schalen- zum Niederknieen. Wenn ich also mal etwas Außergewöhnliches verschenken oder mir gönnen möchte, wäre „Der blühende Garten“  meine erste Adresse. Hier kaufte ich zwei weiße Graslilien. Diese liebe ich sehr, denn ihre dünnen Äste schwingen im leisesten Wind hin und her und Bewegung im Garten finde ich attraktiv.

Nr. 4- Sehr schnell besprochen. Lag auf der Rückfahrt in Traar. Gartenfachmarkt Nitsch hatte nun schlechte Karten, da er der letzte war. Angebot: Es gab u.a. einige Bäume bereits mit Herbstfärbung und Vieles für den Gartenteich…Die Preise für die Topfpflanzen waren etwas höher, aber noch akzeptabel. Theoretisch hätte ich die Gärtnerei leerräumen können, denn es war niemand da, ein Schild wies darauf hin, dass man im Büro klingeln solle. Im nächsten Jahr bekommt diese Gärtnerei eine zweite Chance.

Das war viel Text und keine Fotos zwischendurch. Ich hatte dummerweise mein Handy vergessen und so kann ich nur ein Bild bieten: So sehen meine roten Töpfe jetzt aus:

Rote Töpfe

 

Meine Gartentour dauerte ca. 2 Stunden, eine schöne kleine Auszeit, bei der ich mehrmals an England und dortige Gärtnereibesuche denken musste.

 

Borretsch-viel zu wenig beachtet

Borretsch

Mich macht es immer glücklich, wenn meine Gartenblumen viele Besucher haben. Der Borretsch ist bei Bienen und Hummeln sehr beliebt, aber ich sehe ihn nur ab und zu in Bauerngärten. Dabei bietet uns Menschen diese Pflanze auch sehr viel. Hier ein Auszug aus Wikipedia:

Die Blätter des Borretschs werden in Salaten gegessen oder in Suppen gekocht. Aus den etwa drei Millimeter großen, dunklen Samen wird Borretschsamenöl gewonnen. Borretsch ist ein Bestandteil der Grünen Soße, die im Raum Frankfurt am Main (als Frankfurter Grüne Soße), in Mittelhessen und im Raum Kassel nach unterschiedlichen Rezepten als typisches Gericht der hessischen Regionalküche zubereitet wird. Borretsch wird dort auf regionalen Wochenmärkten, aber auch beim Lebensmittelhandel verkauft.

Blüten und Blätter haben einen gurkenähnlichen, erfrischenden Geschmack. Sie eignen sich sehr gut zum Aromatisieren von kalten Getränken. Feingehackt benutzt man die jungen Blätter als Würze für Obstsalate und Gemüse.

Die blauen Blüten sind essbar (sie enthalten deutlich weniger Alkaloide als die Blätter), haben einen süßlichen Geschmack und werden gerne als Salatdekoration verwendet. Essig lässt die Farbe der Blüten in rot umschlagen. Die Blüten können kandiert werden und so Süßspeisen dekorieren. Die Blüten werden dazu mit Eischnee bestrichen, mit Puderzucker bestreut und anschließend getrocknet. In getrockneter Form finden die Blüten im Iran vor allem als Tee Verwendung (Gole Gāw Zabun). Der Tee wird bei Husten und Erkältung eingenommen und gilt als nervenberuhigend.

Die Pflanze ist einjährig und kann sehr leicht aus Samen gezogen werden. Die starken Regenfälle haben den Pflanzen bisher nichts anhaben können.

Borretsch2

 

Bin ich zu schnell zu begeistern?

Am letzten Freitag war ich im botanischen Garten in Krefeld. Allen, denen ich davon bisher erzählt habe, wussten nicht, dass Krefeld so einen Garten hat. Beim Erzählen merkte ich, dass es aus mir heraussprudelte, denn ich finde die Entdeckung dieses Gartens für mich genial. Er liegt beim Krefelder Zoo, also Fahrzeit von Rheinhausen aus nur ca. 15 Minuten. Wer manchmal wie ich Sehnsucht nach einem englischen Garten hat, kann hier ein bisschen auftanken, denn neben diversen Themengärten bietet der Schönwasserpark, in dem der botanische Garten eingebettet ist, Durchblicke, die an englische Gärten erinnern. Darüber hinaus gibt eine Anzahl erstaunlicher Bäume (z.B. Urmammutbaum) zu bewundern, man bekommt Ideen für den eigenen Garten und Leutegucken geht auch. ( z.B. eine Thai Chi Gruppe oder ein Fotografen mit einem Nacktmodell nutzten die Schönheit der Natur.)

Aber jetzt erst einmal ein paar Bilder:

Botanischer Garten

Als tolles Extra gibt es z.Zt. für Shakespearefreunde das Thema „Pflanzen in den Werken von Shakespeare“ und man bekommt passend Textauszüge serviert.

Shakespeare

Ich bin ohne Pause zwei Stunden lustgewandelt und habe gestaunt und die Natur genossen. Kann sein, dass manche Besucher nur mit den Schultern zucken, aber ich bin einfach begeistert von diesem Park mit seinem besonderen Garten.

 

 

 

Libellen im Garten

Libelle

Zu Libellen im Garten habe ich ein ganz besonderes Verhältnis. Ich freue mich immer sehr, wenn ich eine sehe und kann sie stundenlang beobachten. Die kleinen Libellen haben für mich etwas Märchenhaftes, Verzauberndes, wenn sie über dem Wasser schweben und dann plötzlich und ganz schnell wegfliegen. Aber es gibt auch ein Rätsel: Seit über 20 Jahren taucht im August eine sehr große grüne Libelle auf. Ich vermute, dass es eine große Königslibelle ist. Sie fliegt durch die offene Terrassentür ins Hausinnere und dort muss man sie retten. Das gelingt immer. Ich würde ja sagen „Bis zum nächsten Jahr!“, aber diese Libellen werden nur bis zu 2 Monate alt. Wieso kommt dann jedes Jahr fast zur gleichen Zeit immer wieder eine neue Libelle und fliegt zielsicher ins Haus?

 

 

 

Garteninventur

Nach den vielen Regentagen habe ich mich gestern erstmalig wieder im Garten getummelt. Hauptaufgabe war wegschneiden, wegschneiden, wegschneiden. Aber ich machte auch eine „Inventur“ und musste drei Verluste beklagen. Der Salat war den Schnecken zum Opfer gefallen, der Lavendel wurde ertränkt (und das, nachdem ich ihn in Töpfen über den Winter gebracht habe…) und an einer Stelle hat der Hausmaulwurf mal wieder gewonnen und zwei Pflanzen, die ich vor ca. 4 Wochen eingesetzt hatte, einfach rausgeschmissen. An dieser Stelle wächst nichts, kennt jemand eine Schattenpflanze, die übel duftende Wurzeln hat?

Aber ich hatte gestern auch viel Freude. Geht es Ihnen auch so, dass Sie manche Pflanzen im Garten als selbstverständlich hinnehmen und sich bei anderen besonders freuen, dass sie blühen? Finde ich den Dauerbrennern gegenüber nicht fair, aber mein Herz schlug höher, als ich sah, dass meine erste Strauchfuchsie zu blühen angefangen hat.

In England sieht man Fuchsiensträucher öfter, hier sind sie wegen des Klimas rarer. Ich habe vor 4 Jahren drei Pflanzen an verschiedenen Stellen im Garten ausgepflanzt und bisher immer über den Winter bekommen. Sie blühen bis Oktober und vertragen auch sonnige Zeiten gut.

Fuchsie

Dies ist mein Wettersalbei. Wenn das Wetter schön ist, bleibt er ganz rot, wird das Wetter schlechter, werden die Blüten weiß. Er duftet wunderbar und wird von Bienen sehr geliebt.

Wettersalbei Abends fotografiertimage Mittags fotografiert

Dieses Blümchen heißt Knautia, auch sie ist eine Bienenpflanze. Ihr gilt mein ganzer Respekt, weil sie eigentlich Wiese und viel Sonne liebt und bei mir Halbschatten und schweren Boden bekommt. Vielleicht erkennt sie an, dass ich sie jede Woche dünge?

Knautia

Und dann ist da noch der Cornus kausa, der dieses Jahr erstmalig so prächtig blüht. Die Jahre zuvor spendierte er mal ab und zu eine Blüte, aber dieses Jahr…Im Herbst bekommt er rote Früchte, die ein bisschen nach Mango schmecken, ob diese dann auch so zahlreich erscheinen werden?

Cornus

Bis Donnerstag sollen ja 35 Grad werden, da suche ich mir dann aber lieber ein schattiges Plätzchen…

Bootsste

 

Tierische Zugänge

Am liebsten würde ich jeden Tag über den Garten berichten, über seine Düfte ( z.Zt. duftet es nach Rosen, Baldrian, Salbei, Thymian) oder über seine Veränderungen ( der Fingerhut“startet durch“, ebenso die Kugeldisteln). Aber besonders auffällig sind die tierischen Veränderungen. Im Teich quakt nach vielen Jahren mal wieder ein Frosch, die ersten Libellen wurden gesichtet, Schnecken mit Häuschen gibt es dieses Jahr sehr viele, ein Gimpelpäarchen fühlt sich anscheinend bei uns wohl und die Weisheit ist bei uns jetzt auch eingezogen…?

 Noldes berühmte Eule aus dem Bild
Noldes berühmte Eule 

 

 

Der Mai verabschiedet sich

Hier noch drei Haikus, die zu diesem Monat passen:

Unscheinbar wächst er
sein Duft doch verrät ihn bald-
dort der Waldmeister

Waldmeister

Schönes Ritual-
Maibaum, Tanz in den Mai,
Waldmeisterbowle

image

Verblühte Tulpe-
ein seltsames Gebilde,
es verdient Respekt

(Wie kam letztes Haiku zustande? Ich war im Garten von Nolde und beobachtete einen Gärtner, wie er roten verblüten Tulpen ihre Blätter abschlug, es sah auf dem Boden wie ein Blutbad aus. Ich finde Tulpen auch noch in diesem Stadium sehr schön!)

Was hat kalifornischer Mohn mit Fernando Pessoa zu tun?

Dieser Eintrag „bedient“ gleich drei Kategorien. Einmal möchte ich jetzt den kalifornischen Mohn vorstellen, von dem ich im März so viele Ableger gefunden habe. (s. unter „Mein Garten). Er ist entweder gelb oder orange.

Kalifornischer Mohn

Zum andern möchte ich aber noch eine Textstelle anfügen von Fernando Pessoa, dem portugiesischen Dichter.

Pessoa

 

Es gibt ein sehr schönes Buch mit Texten von ihm.

Denken mit Pessoa

Aus diesem Buch stammen folgende Sätze:

Jedes Ding, das wir sehen, sollten wir zum ersten Mal sehen, da es auch tatsächlich das erste Mal ist, daß wir es sehen. Und so ist jede gelbe Blume immer wieder eine neue gelbe Blume, selbst wenn es die wäre, die man als eben die gleiche wie gestern bezeichnen will. Aber weder ist der Mensch derselbe, noch ist die Blume dieselbe. Selbst das Gelb kann nicht dasselbe sein. Es ist schade, daß die Augen der Menschen nicht so beschaffen sind, dies zu begreifen, dann nämlich wären wir alle glücklich.

Ich glaube, dass alle Menschen, die gerne fotografieren, etwas näher an diesem Glück sind, denn ihre Augen sehen öfter näher oder genauer hin und beim Fotografieren erschließt sich ihnen öfter eine neue Welt.

Immer etwas zum Entdecken

Immer etwas zu entdecken
Immer etwas zu entdecken

Vor einigen Jahren besuchte ich mit der Duisburger VHS mehrere Gärten in Holland. Die Spezialität eines Gärtners waren Schalen mit Holz, Steinen und Steingartenpflanzen. Er hatte kleine „Gartenwelten“ erschaffen und diese faszinierten mich, denn man konnte in den Schalen viele Details entdecken. Heute habe ich auch ein paar Schalen (solche Schalen zu gestalten kann fast ein bisschen süchtig machen) und sitze mit meinem Fotoapparat immer wieder davor.