Kassel als Ferienort

Wir besuchten im August Kassel für zwei Tage. Wegen der Documenta? Nein. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, das Konzept der diesjährigen Documenta zu verstehen und mir jedes Infofitzelchem im Internet durchgelesen, aber keine Aktion oder Ausstellung weckte mein Interesse. Nein der Hauptgrund war der Bergpark im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe. Er gehört seit 2013 zum Unesco Weltkulturerbe.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bergpark_Wilhelmsh%C3%B6he

Der Grund für diese Auszeichnung sind u.a. seine Wasserspiele. Am Mittwochnachmittag und an Wochenenden kann man Zeuge dieses 1 1/2 stündigen nassen Spektakels werden.
Um 14.30 Uhr beginnt das Wasser oben auf der Höhe bei der Herkulessäule zu fließen.

Man läuft ca. 2,2 Kilometer zusammen mit vielen anderen Menschen den Berg hinunter und kommt dabei an weiteren vier eindrucksvollen Wasserspielen vorbei.

Oben links die Herkulessäuke, daneben die großen Kaskaden unterhalb der Säule.
Unten links die Fontäne am Ende der Wasserspiele, rechts daneben der Äquadukt.

Am Ende des Spaziergangs wird man von der großen Fontäne verabschiedet und kann sich im Café von Schloss Wilhelmshöhe stärken. Wer mag, kann danach den Museumsteil des Schlosses besuchen.

Wir waren aus Zeitgründen nur im Teil für antike Fundstücke. Es gibt z.B. noch Räume, in denen ein Teil der Grafiksammlung gezeigt wird, „Alte Meister“ werden präsentiert und eine Sonderausstellung gehört ebenfalls zum Museumsangebot.

Wenn man den Wasserspielen folgt, sieht man nur von weitem die imposante Löwenburg Ruine. Diese sahen wir uns nach der Kaffeepause noch einmal genauer an, denn sie war schön häufiger Filmkulisse.

Am 2. Tag besuchten wir morgens die Neue Galerie oberhalb der Karlsaue. Ein bisschen Documenta wollten wir dann doch erleben und in diesem Museum wird in einem Flügel die Geschichte der Documenta präsentiert. Man findet Ausstellungsstücke von früher, Modelle von großen Installationen und Beschreibungen über die Intentionen der einzelnen Ausstellungen. Das war sehr interessant, da parallel dazu jeweils eine Fotoreihe verdeutlichte, was in den einzelnen Jahren die Welt politisch und gesellschaftlich bewegte.

Oben links das Gebäude des Museums, unten rechts ein schöner Gang.
Kleines Rätsel: Welche Stadt sieht man oben rechts auf dem Bild?
Die Lösung steht am Ende des Beitrags!

In dem Museum gibt es dann noch Räume mit Kunst ab 1800 und eine Ausstellung ist dem Gründer der Dokumenta Arnold Bode gewidmet. Er war u.a. auch Künstler.

Kassel als Ferienort? Das können wir uns gut vorstellen! Es gibt in der Stadt noch viele andere Besichtigungspunkte. (Beispielsweise das Gebrüder Grimm Museum, auch toll für Kinder). Die Stadt hat eine Reihe von grünen Ausflugszielen. ( Neben der Wilhelmshöhe gibt es z.B. die Fulda Auen).
Was Kassel als Ferienstandort attraktiv macht, ist aber auch sein Umland. Nicht weit liegen Göttingen, Hann.-Münden oder Höxter mit der Klosteranlage Corvey. (Und 2023 mit Landesgartenschau).
Wir hatten zwei Ziele außerhalb von Kassel. Zuerst steuerten wir das Schloss Wilhelmsthal an.

Wir machten eine Führung mit, die sehr aufschlussreich war. Das Schloss aus der Rokokozeit wurde durch Kriege nicht beschädigt und war nur sieben Jahre bewohnt. Wer einen Faible für handwerkliches Können auf allerhöchstem Niveau hat, dem sei ein Besuch des Schlosses empfohlen.

Anschließend fuhren wir zur Hansestadt Warburg, die für ihre alten schönen Fachwerkhäuser in der Alt- und Neustadt bekannt ist.

Sie möchten noch mehr Anregungen bekommen? Ich lieh mir diesen Dumontatlas in der Bücherei aus und bekam noch neue Urlaubsideen.

Lösung: Auf dem Bild sieht man die Anfänge von Paris!

Kleine Sonnenscheinchen- Das Brombeerfeld im August Teil 3

In diesem Monat scheint es an manchen Stellen so, dass die Sonne auf das Feld herabgestiegen ist. Die Blütenfarbe gelb herrscht eindeutig vor:

Links oben: Goldblume, daneben Topinambur und Färber-Mädchenauge
Mitte links: Natterkopf, in der Mitte Sonnenblume, daneben dreifarbige Winde
Unten links: Garten-Amarant, daneben großblütige Breitsame, rechts Zyperngras

Gegen Abend erkundet seit ein paar Tagen ein Igel das Feld und die Katze der Nachbarn hält schon mal ein Schläfchen zwischen Melisse, Löwenzahn und Malve. Herr und Frau Fasan gucken auh manchmal vorbei.


Um noch mehr über Pflanzen zu erfahren, die mit der Trockenheit besser zurecht kommen, habe ich mir diese vier Bücher aus der Bücherei ausgeliehen.

Dies ist nicht nur für das Brombeerfeld ein aktuelles Thema, sondern auch für unseren Garten. Gas, Öl und Strom müssen gespart werden, aber auch das Grundwasser wird immer knapper.
Ich möchte zukünftig aber weiterhin einen im Spätsommer und Herbst blühenden Garten haben ohne viel gießen zu müssen.

Wenn man zukünftig mehr hitzeresistentere Pflanzen verwendet, die beispielsweise aus Südamerika oder Asien stammen, sollte man sich fragen, inwieweit sie einheimische Pflanzen verdrängen und ob sie für die heimische Insektenwelt von Nutzen sind. Auf diese beiden Punkte gehen die Bücher in der oberen Reihe ein. Hier kann man bei den einzelnen Pflanzenporträt nachlesen, woher die Pflanze kommt und welchen „Mehrwert“ sie in unseren Breitengraden für Mensch und Tier bringt. Bei den anderen beiden unteren Büchern wird dieses nur manchmal im Text erwähnt.

In meinem Garten gibt es Schattenplätze, in denen die Pflanzen ebenfalls unter der Hitze leiden. Also wünsche ich mir ein Buch, das auf diese Problematik eingeht. Dieses Thema behandelt das Buch rechts unten am ausführlichsten.

Wenn ich meinen Garten umgestalten möchte, freue ich mich über Gestaltungstipps. Das bietet am besten das Buch oben rechts mit schönen Fotos. Das Buch oben links gibt insofern Tipps, als das es zu einzelnen Pflanzen immer noch einige andere Pflanzen auflistet, die gut zusammenpassen.

Entscheidet man sich, seinen Garten auf das zukünftige Klima einzustellen, sollte man sich auch ein bisschen mit Gartentheorie befassen. Ich habe dabei viel Neues gelernt, das ich sofort anwenden kann. Hier ist Buch unten links sehr detailreich.

Resümee: Es gibt inzwischen eine Reihe von Gartenbüchern zum Thema Hitzeresistenz. Bei meiner Auswahl ist das Buch von Annette Lepple „Garten ohne gießen“ dasjenige, das mir die brauchbarsten Informationen und Anregungen geliefert hat. Dazu ist es mit 14 Euro noch das preisgünstigste. (Keine bezahlte Werbung).

Zum Schluss stelle ich Ihnen die ersten zwei Pflanzen vor, die nach der Lektüre der Bücher in meinem Garten neu eingezogen sind:

Der Zwergbleiwurz – ein winterharter Bodendecker, der blüht und gleichzeitig eine schöne Herbstfärbung bekommt. Er bevorzugt sandigen, humusarmen Boden, wächst in Sonne und Halbschatten und verträgt Trockenheit.
Chinesische Kreppmyrte: Wenn sie in der Sonne steht, zeigen sich ab August kleine rosa Blüten, die lange blühen und die von Bienen sehr gemocht werden. Im Herbst färben sich die Blätter golden und rot. Da die Pflanze nur bedingt winterhart ist, habe ich sie in einen Topf gepflanzt, den ich bei Bedarf einräumen kann.

Fortsetzung folgt.

Kurstadt Hamm (Teil 2)

„Was gibt es denn in Hamm zu sehen?“ fragten uns schon mehrere Bekannte. Und wenn wir dann anfangen zu erzählen, staunen sie- mal mehr, mal weniger.
Nachdem ich Ihnen im ersten Teil den Hindutmpel und den Maximilianpark vorgestellt habe, komme ich heute zu der Kurstadt Hamm. Es gibt einen Stadtteil, der heißt „Bad Hamm“ und hier findet man ein Kurhaus, einen Kurpark und ein Gradierwerk. Daneben noch Häuser, in denen Anwendungen für eine bessere Gesundheit angeboten werden. Bedingt durch fehlenden Regen, hatte der Park schon ein herbstliches Flair, aber die Lage am Datteln-Hamm-Kanal gefiel mir sehr.

Nach einem schönen Spaziergang fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hammer Bahnhof.

Dabei machten wir gleichzeitig ein kleine Innenstadt-Rundfahrt und kamen am Marktplatz mit der Pauluskirche oder an der Lutherkirche vorbei. Zwischen den modernen Bauklötzen tauchten immer wieder alte Fachwerkhäuser auf und ein kleines Altstadt-Häuserensemble ist auch zu besichtigen. Wegen der Hitze verzichteten wir allerdings darauf und gingen in das Gustav-Lübcke-Museum, das in der Nähe des Bahnhofs liegt.
Das Museum ist eine weitere Perle in der Museumslandschaft des Ruhrgebiets.

Auf zwei Ebenen kann man viel über die Geschichte Hamms erfahren und es werden verschiedene Handwerkskünste vorgestellt.

Innovative Kleidungsstücke aus Papier in historischem Ambiente

Neben regionalen archäologischen Fundstücken widmet man sich in diesem Museum auch ausführlich der ägyptischen Kunst. Eine andere Ebene ist für Wechselausstellungen reserviert. Noch bis zum 23. Januar 2023 werden u.a. Kunstwerke aus Papier gezeigt und diese Exponate sind *****!

Oben links: Raten Sie, was die Grundlage für die Maske ist? Eine Toilettenpapierrolle!Darunter ein sehr großer Scherenschnitt. Rechts oben, ein weiteres Kleidungsstück aus Papier, darunter eine Wandskulptur.

Alles quasi vor der Haustür – ist das nicht toll?