Musikalisches Kartoffelschälen

 Der obligatorische Kartoffelsalat zu Weihnachten ist in der Mache…Dabei hörte ich ein bisschen Musik, eine Empfehlung einer treuen Leserin. Mir war der Komponist Zoltán Kodály bisher unbekannt. Dieses Stück hatte meine Leserin während eines Konzerts in der Mercatorhalle gehört und war begeistert:

Es gefiel mir gut, aber diese Komposition sprach mich noch mehr an, war wohl in der passenden Stimmung…

 

Sind wir in St. Petersburg?

In Nancy übernachteten wir in dem 5-Zimmer-Designer-Hotel „Enclos“. ca. 4 km vom Stadtzentrum von Nancy entfernt. Sehr ruhig, eigener Parkplatz, eigenes Restaurant, um die Ecke lag ein kleiner Park mit beeindruckenden alten Bäumen und Skulpturen. Vernünftige Zimmerpreise.

Am nächsten Morgen fuhren wir ins Zentrum und steuerten zuerst das Museum der École du Nancy an, ein Museum, das sich ausschließlich dem Jugendstil widmet. Schon auf dem Weg dorthin entdeckten wir einige Häuserschönheiten des Jugendstils.

Das Museum zeigt mehrere Wohnräume und Gegenstände verschiedener Jugendstilkünstler. Eigentlich fand ich bisher Gegenstände, die in der Zeit des Jugendstils angefertigt wurden, immer schön, aber in diesem Museum gab es zuviel Üppigkeit und meine Meinung kippte um. Zu wuchtig die Möbel, zu überfrachtet Vasen, Lampen usw. Das war eine besondere Erfahrung, Schönheit sollte nur in Häppchen genossen werden…

Unser zweites Ziel war der Stanislav Platz. Wir wussten nur, dass er ein Weltkulturerbe ist, aber damit hätten wir nicht gerechnet und wir waren „geflashed“:

Alles weiß und golden, uns erinnerte es an St.Petersburg, sehr, sehr eindrucksvoll.

Um den Platz herum gibt es verschiedene Straßen mit weiteren Jugendstilhäusern. Es gibt viel zu gucken und natürlich auch, wie das in Frankreich so üblich ist, Leckeres zu essen. Wir entschieden uns für eine süße Mittagspause.

Gestärkt fuhren wir weiter zu unserem Zielort Lyon, in dem wir eine Woche verbrachten. Mehr darüber ab nächste Woche.

Metz/Nancy…Übrigens haben beide auch einen sehenswerten Weihnachtsmarkt…

Bin ich die Erste?

Gehört Frau Broszeit zu der ganz frühen Truppe, die jetzt schon die ersten Weihnachtsplätzchen backt? Oder will sie jetzt schon einmal üben, damit ihr so ein Desaster wie letztes Jahr erspart bleibt?

Weder, noch. Das sind kleine Sterne aus Ton, ich brauche sie für meine Unikat-Weihnachtskarten. Ich freue mich sehr, dass die Duisburger Buchhandlung Scheuermann und Rheinhauser Mayersche Bücherinsel diese wieder in der Vorweihnachtszeit den Kunden anbieten möchten und deshalb muss ich jetzt ran. Die ersten sind schon fertig:

Cavatina- mein Lied für Sie zu Weihnachten

Sie werden in den letzten Tagen schon viele Weihnachtslieder gehört haben und solche evtl. auch noch hören, deshalb habe ich ein anderes Lied ausgesucht, das für mich aber auch zu diesen Tagen passt. Ob Sie die Weihnachtstage besinnlich, familiär, faul verbringen oder Sie feiern gehen, ich wünsche Ihnen Festtage mit schönen Erinnerungen für später!

Restaurantbesuch zwischen zwei Deckeln

Sie sitzen im Restaurant mit Lebenspartnern oder Kunden und eine Stille macht sich breit, weil die Gespächsthemen ausgegangen sind? Dieses Buch wird Sie in Zukunft davor schützen, denn Sie werden mit Ihrem Wissen rund um das Thema „Restaurant“ kurzweilig unterhalten und brillieren.

Restaurantbuch

Seit dem 18.Jahrhundert gibt es Einrichtungen, die mit unserem heutigen Verständnis von einem Restaurant verglichen werden können. Der Autor erzählt im Stil eines Romans oder in Form eines Sachbuches von den verschiedenen „Komponenten“, die ein Restaurant ausmachen. Da sind erst einmal die Einrichtung und der Standort des Restaurants. Durch sie wurden und werden schon manche Etablissements zu Tempeln, zu denen man hinpilgert, um seinen Hunger zu stillen, aber noch wichtiger, um auch gesehen zu werden und „dabei gewesen zu sein“. Ja, die Gäste eines Restaurants…Sie bekommen natürlich ein besonderes Kapitel in diesem Buch. Auch diverse Restaurantkritiker haben ihren Auftritt, sei es George Orwell, Marcel Proust oder Wolfram Siebeck. Aber am wichtigsten sind natürlich die Menschen, die in einem Restaurant arbeiten: Die ausgebeuteten Küchenhilfen, die mächtigen Kellner oder die Köche, deren Kreativität zumeist bewundernswert ist, über deren Missgunst gegenüber anderen Köchen man aber auch manchmal den Kopf schütteln kann. (Nicht wahr, Herr Bocuse?) Weitere Themen: Der Einfluss von Restaurants in der Politik ( z.B. Rassentrennung in Südafrika), die Erfindung von Fast Food Ketten, die Recherchen von Günter Wallraff oder Frances Donovan, die bereits 1917 undercover recherchierte, um über Arbeitsbedingungen von Kellnerinnen zu schreiben oder auch Reflexionen über die Psychologie der Speisekarte.

 

 

 

 

 

Dezembermomente- nicht weihnachtlich

Der Moment, wenn ich…

eine Schreibblockade überwinde und endlich eine Idee habe, wie ich eine Buchbesprechung beginne

den Duft von alten Büchern in einem Antquariat rieche

wenn ich nach langem Anstehen am Postschalter endlich dran bin (hat doch was mit Weihnachten zu tun- Weihnachtspäckchen werden aufgegeben)

mir ein Licht bei einer Gebrauchsanweisung aufgeht

in Duisburg Stadtmitte eine grüne Welle habe

Staunen in Steyl

Wie gestern angekündigt, erzähle ich heute nun noch ein bisschen über meinen Besuch im Steyler Klosterdorf. Gegründet wurde es 1875 von Arnold Janssen mit einer Missionarsschule. Auf dem Gelände, malerisch direkt an der Maas gelegen, stehen heute zwischen verschiedenen Klostergärten diverse Gebäude, die man z.T. besichtigen kann, aber dafür braucht man wohl fast einen Tag.

Steyler Plan

Ich ging erst ein bisschen an der Maas spazieren

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und dann in das Missionsmuseum.

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Hier kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Museum gibt es seit 1931 und zeigt, was Missionare bei ihrer Rückkehr nach Steyl mitgebracht haben. Eine sehr exotische Sammlung im gutem wie auch schlechtem Sinne- aber bilden Sie sich darüber selbst ein Urteil.

Nur eine ganz kleine Auswahl an gezeigten "Mitbringseln"
Nur eine ganz kleine Auswahl an gezeigten „Mitbringseln“

In zwei Nebenräumen, und jetzt wird es weihnachtlich, findet z.Zt. eine Krippenausstellung statt mit Krippen von verschiedenen Künstlern aus Oberammergau. Hier ging das Staunen dann weiter.

In der Mitte eine Krippe in einer Nussschale, ober eine Krippe aus Holz, unten aus Papier
In der Mitte eine Krippe in einer Nussschale, oben eine Krippe aus Holz, unten aus Papier

Wenn Sie jetzt nach Steyl fahren, sind Sie fast alleine und es ist still. Im Sommer pilgern Tausende zu diesem Ort und die Stimmung wird höchstwahrscheinlich sehr viel „weltlicher“ sein. Trotzdem werden mein Mann und ich einmal zu einer warmen Jahreszeit dort hinfahren, ich habe ihn mit meinen Schilderungen neugierig gemacht 

Wer sich über Steyl informieren möchte:

http://www.steyler.eu/svd/niederlassungen/steyl-gruendungsort.php

 

 

Und noch ein Weihnachtsstern-ganz japanisch

Meine Vorliebe für japanische Haikus wird den meisten Lesern und Leserinnen ja schon bekannt sein, aber ich bin auch große Liebhaberin von Wabi-Sabi. Um das mal wie eine Ruhrgebietsfrau auszudrücken: Dat is alles, watt ne Macke hat oder schon reichlich vergammelt oder oll aussieht und eigentlich wech kann. Hat aber trotzdem watt und wenne über wahre Schönheit nachdenken tust, dann kommse schon ins Grübeln.

wabi-Sabi Stern
Mein Wabi-Sabi Stern aus Ton im Garten

Hier jetzt die wissenschaftliche Wikipedia-Erklärung:

Wabi-Sabi (jap. 侘寂) ist ein japanisches ästhetisches Konzept (Konzept der Wahrnehmung von Schönheit). Eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden, ist es eine Entsprechung zur ersten der buddhistischen Vier Edlen Wahrheiten, Dukkha.

Ursprünglich bedeutet Wabi sich elend, einsam und verloren fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit Sabi, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren. (Wilhelm Gundert)

In den Wäldern drüben,
tief unter der Last des Schnees,
ist letzte Nacht
ein Pflaumenzweig erblüht.

In diesem berühmten Vers liest der Verständige das Sabi und Wabi.

 

 

Viel zu schade, um sie zu essen

Als ich noch ein kleines Mädchen war, kaufte mir meine Oma immer diese Schokoladensterne.

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Jetzt entdeckte ich sie beim Einkaufen und Erinnerungen waren plötzlich da. Ich fand sie damals viel zu schön, um sie zu essen, also blieben sie noch bis spät im neuen Jahr irgendwo bei mir im Kinderzimmer hängen. Konnte ich mich dann doch überwinden, die Schokolde zu essen, war diese zumeist schon warm geworden und schmeckte nicht so doll. Aber darauf kam es auch gar nicht an. Weil ich die Sterne immer ganz vorsichtig auspackte, konnte ich das bunte Papier mit den Strahlen noch zum Basteln benutzen. Ja und was bastelte ich damit? „Fetzige“ Perücken für meine Barbiepuppe!

 

 

Blattgesicht-Stille-Gänse

Zum Monatsabschied mal wieder drei neue Haikus:

Blattgesicht

Das Blatt dort am Zaun,
ein Gesicht erkenne ich-
Erinnerungen…

Keine Bänke mehr,
Hütten geschlossen- nur noch
die Stille am See

Schnatternde Gänse
heiteres Bild übers Jahr-
bis zum Weihnachtsfest