Nachrichten aus dem Garten

Schon lange habe ich für diese Kategorie nichts mehr geschrieben, aber jetzt haben sich wieder so einige Gedanken angesammelt.

Thema Gartencenter: Letzte Woche bekam ich ein Weihnachtsmann-trifft-Osterhase-Gefühl: Wurde doch tatsächlich am 5.7. schon verstärkt die neue Herbstbepflanzung präsentiert mit neuen Züchtungen! Gut, wenn das Gartencenter meint, es müsste so handeln, dann soll es mir auf der anderen Seite auch recht sein. Große Stauden, die größtenteils schon abgeblüht sind, die aber durchaus auch noch eine zweite Blüte bekommen können und nächstes Jahr wiederkommen, wurden für 3 Euro/Stück verschleudert. Da musste ich mich eindecken, genau mit den Blumen, die mir die Schnecken komplett weggefressen haben. Mal sehen, ob sie diese Pflanzen auch komplett verschlingen.

Thema Schnecken: In meinem Garten wachsen verschiedene Sorten von Storchenschnäbel und diese wurden von Schnecken alle verschont. Nun habe ich Folgendes probiert:

Vor diesen Sonnenhut-Blumen und mitten in den Storchenschnäbel-Pflanzen habe ich verschiede Astern eingebuddelt.

Vielleicht werden diese jetzt vor Schnecken geschützt und haben die Chance, 80 cm hoch zu werden, um später die verblüten Sonnenhut Pflanzen zu verdecken.

Nachtrag vom 2.11.18: Die Astern haben es geschafft!

Thema Geranien: Bienenfreundlich sind sie nicht, diese Blumen. Deshalb kommen auch keine bei mir in den Blumenkasten. Bisher…Es gibt eine Geraniensorte mit Apfelduft und diese hat kleine Blüten. Da brummt es! 

Apropos Bepflanzung von Blumenkästen: Hier mein Vorschlag für Sonne/ Halbschatten mit Lavendel, Salbei, Cosmea, Verbene, Glockenblume und blauem Gänseblümchen. Wird von Bienen, Schmetterlingen und Hummeln auch gerne besucht

 

Morgen erzähle ich etwas darüber, wie ich Stempel selbst geschnitzt habe und so zum Linolschnitt gekommen bin.

Bienenprojekt Nr. 2

Inzwischen sind einige Pflanzen dazu gekommen, doch muss ich nicht nur gegen die Brombeeren kämpfen, sondern auch gegen die Schnecken, und bei ihnen ergebe ich mich dem Schicksal. Sonnenhut, Astern, zwei Diestelarten, Ringelblumenpflänzchen-alles weg! Standhaft sind aber bei den neuen Pflanzen die Wilde Karde, Wegwarte, Mädesüß, kalifornischer Mohn, Wiesenknöterich, Nachtkerze und Morade. Deshalb sieht die leere Fläche jetzt schon ein bisschen grüner aus.

Anfang Mai:

Ende Mai:

Neckermann und Quelle Kataloge

Ja, damals, als es noch kein Internet gab (…) war das Erscheinen dieser beiden Kataloge zweimal im Jahre für viele ein Highlight. Ich erinnere mich noch daran, das Arbeitskolleginnen sich extra einen Tag frei genommen haben, um in Ruhe blättern zu können oder es „Katalogparties“ gab. Meine Begeisterung hielt sich bei diesen beiden Wälzern (aus vier Katalogen konnte man ünrigens einen Papierhocker basteln) in Grenzen. Ich hatte allerdings auch ein „Kataloglaster“ und das war der Katalog von Gärtner Pötschke.

Zu Beginn meiner Gartenkarriere war dies quasi meine Bibel. Ich schaute an, lernte, bestellte und schnitt bei alten Katalogen die Bilder aus, um daraus Kollagen zu machen. Das war in den 80er Jahren. Dann kamen viele Englandreisen, bei denen ich mich mit neuen Pflanzen eindeckte und ich verlor Gärtner Pötschke aus den Augen und irgendwann bekam ich dann auch keine Kataloge mehr zugeschickt.

Vor ein paar Tagen entdeckte ich ihn nun wieder. Ich war bei IKEA in Kaarst und guckte nach, welche Gärtnereien in der Nähe waren. Knapp sechs Kilometer trennten mich nur von meinem alten Bekannten, also fuhr ich zu dieser Gärtnerei, die ich bisher nur aus dem Katalog kannte.

Fazit: Ein solides Gartencenter. Die Pflanzen sind alle sehr gepflegt, es gibt einige Besonderheiten (mir fiel es beim Angebot der Gräser und Wasserpflanzen auf) und Stauden sind bei Bienenfreundlichkeit auffällig gekennzeichnet. Preisniveau im mittleren Bereich, es gibt Sonderangebote. Neben den Pflanzen werden Dekorationsartikel und  Balkon-und Gartenbedarf präsentiert.

Ich würde nicht extra zu Gärtner Pötschke fahren. Aber in Kombination mit einem Besuch bei Ikea, einem Aufenthalt im nahe gelegenen großen Badesee oder einem Spaziergang im gegenüberliegenden Naturschutzgebiet  kommt ein zweiter Besuch durchaus in Betracht.

P.S. Das ist meine momentane Augenweide im Garten.

Letztes Jahr schrieb ich, dass meine Gartenlust gen Null tendiert. Das ist glücklicherweise vorbei. Wir haben vor ca. 4 Wochen einen Gärtner kommen lassen, der den Garten kritisch unter die Lupe genommen hat, d.h. viele Pflanzen wurden ausgedünnt und beschnitten, manche entfernt, einige Baumäste wurden gekürzt. So scheint nun im Garten zumindest für einen halben Tag wieder die Sonne.

Die zweite Runde ist eingeläutet-Bienenprojekt Nr.1

Hinter unserem Garten ist Wiese, die z.T. mit Brombeerpflanzen zugewachsen ist. Ich liebe diese Brombeeren, denn in ihnen sitzt „unser“ Spatzenclan, es ist immer etwas los. Was allerdings nicht so schön ist: Die Brombeeren wollen sich ausbreiten und somit auch in unseren Garten hinein. Vor ein paar Jahren versuchte ich, das Brombeerwachstum durch permanentes Abschneiden zu stoppen und pflanzte in den Zwischenräumen auch einige Stauden und kleine Büsche. Ich verlor aber den Kampf, da für die neuen Pflanzen die Erdschicht zu dünn war und merkwürdige Menschen auch meinten, dort ihren Gartenabfall entsorgen zu können…

In diesem Frühjahr starte ich nun einen neuen Versuch. Die Voraussetzungen sind besser, da durch Pflasterarbeiten in unserem Garten diverse Liter Erde bewegt und ausgetauscht wurden. So schnitt ich die Brombeeren herunter und begrub sie über einer dickeren Schicht Erde.

Hier werde ich nun ?-freundliche Pflanzen einbuddeln, die wenig Pflege bedürfen und anspruchslos sind. Genug Arbeit werde ich haben, wenn ich dann erneut den Kampf mit den nachwachsenden Brombeeren aufnehme. Was Sie auf der freien Fläche bereits sehen, sind Bärlauch, Sedum, Storchenschnabel und Goldrute. Einige Ringelblumensamen sind eingearbeitet.

Fortsetzung folgt.

Meine Lieblings-Zeitungsseite in der WAZ

…ist momentan diese (sie erscheint seit letztem Jahr in unregelmäßigen Abständen):

 Warum?.

Man kan aus dem Papier schöne Perlen drehen!

Hier zwei Beispiele der „Ketten für Garten-.bzw. Naturfreundinnen“:

Im Februar schrieb ich, dass ich nun einen eigenen Arbeitsplatz habe, um Perlen zu drehen und Ketten zu gestalten. Das ist wunderbar, wenn man zwischendurch alles liegenlassen kann.

Dadurch kommen dann immer wieder neue Ideen. Hier ein paar meiner neuen Halsketten:

Bei dieser Gelegenheit möchte ich allen danken, die in den letzten Monaten meine Ketten gekauft haben. So konnte ich nun schon zum zweiten Mal dem  Tierrettungsdienst Schütz eine etwas höhere Summe spenden.

Man pilgert zu Eisdielen und zu… Gärtnereien

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in dieser Gärtnerei in Willich-Anrath.

Auf dem Parkplatz standen z.B. Autos aus Köln oder Dortmund, anscheinend „pilgert“ man zu diese Gärtnerei. Auf dem Gelände erwartet einen zuerst ein neuen Hausgarten. Obwohl es ja noch recht früh im Gartenjahr ist, wird man hier schon mit Blütenpracht verwöhnt.

Den van Diemens liegt es besonders am Herzen, bienenfreundliche Pflanzen anzubieten. Also war ich hier genau richtig. Die Begrüßung von den beiden war sehr freundlich und dann durfte ich stöbern.

Das war eine große Freude.  Im Gegensatz zu einigen anderen engagierten Gärtnereien im Duisburger Raum, hat das Ehepaar Verständnis für den Laiengärtner, dem die lateinischen Namen der Pflanzen nicht flüssig über die Lippen kommen: Jede Pflanze hat nicht nur eine Beschriftung mit lateinischem Namen, sondern auch ein Schild mit Foto und Angaben zu Standort, Blütezeit und Wachshöhe.

Dies war meine Ausbeute. Ich kaufte einige Pflanzen, die ich bisher noch in keiner anderen Gärtnereien vorrätig gefunden habe.

Das Umpacken und Kassieren wurde genau beobachtet. Die meisten Pflanzen kosteten zwischen 3-5 Euro, sehr faire Preise.

Eigentlich war ich wegen der Hummelschaukel, eine Salbeiart, gekommen, doch diese war noch nicht im Verkauf. Frau van Diemen notierte sich meinen Namen und Mailadresse und wird mich benachrichtigen, wenn die vorbestellte Pflanze für mich da ist. Toller Service.

Ich freue mich schon darauf, wenn ich die Hummelschaukel abholen und dann im neuen Hausgarten wieder lustwandeln kann.

An dieser Stelle möchte ich mich bei meiner Nachbarin für den Gärtnerei-Tipp bedanken. Sie ist auch eine große Gartenfreundin. (Haben Sie vielleicht auch einen Gärtnerei- oder „geheimen“Ausflugstipp für mich? Freue mich über jeden Hinweis!)

Ich fuhr anschließend noch zu diesem Bauerhofladen, keine 5 Minuten von der Gärtnerei entfernt.

Im Bistro stärkte ich mich mit Kaffee und frisch gebackenen Kuchen. Im Laden war es sehr voll, deshalb verzichtete ich hier aufs Einkaufen. Vielleicht habe ich da ja mehr Glück, wenn ich wieder in der Gegend bin.

Essbar oder giftig?

In den nächsten Wochen werde ich meine Rätsel ein bisschen auf die Jahreszeit abstimmen, d.h., es gibt Aufgaben zum Thema Natur oder auch im weitesten Sinne Fragen, die zur Urlaubszeit passen. 

Im Frühjahr und Sommer werden wir draußen wieder mit Blumen verwöhnt. Einige Blüten sind dafür bekannt, dass man sie auch essen kann, aber einige sind auch giftig! Kennen Sie sich aus? Welche drei Pflanzen sind für Menschen extrem gesundheitsgefährdend?

Pfingstrose-Geranie-Rhododendron-Flieder-Fuchsie-Edelwicke-Orchidee-Klee-Begonie-Hortensie

Nicht vergessen: Morgen Abend gibt es die Auflösung!

Heile Gartenwelt

15 Jahre lang sind mein Mann und ich 2-3/Jahr nach England gefahren, Menschen, Landschaft, Gärten, alles stimmte für uns. So war dieses Buch für mich in den letzten Tagen quasi ein Ersatzurlaub, der mich allerdings auch etwas nachdenklich machte.

Die Autorin kehrt nach mehreren Jahren Aufenthalt in München nach England zurück. Sie bezieht mit ihrer Familie eine altes, heruntergekommenes Cottage, das früher eine kleine Milchfarm war. In den ersten Kapiteln des Buches bangen und leiden wir mit ihr, wie sie Haus, aber besonders natürlich Hof, bzw. Garten wieder auf Vordermann bringt und sich mit vielen tierischen Nachbarn ( von Kühen, über Dachse bis hin zu frechen Eichhörnchen) arrangieren muss. 

Als echte englische Gärtnerin ist sie aber natürlich auch an anderen Gärten interessiert und nimmt Leser und Leserinnen mit auf diverse Besichtigungstouren. Ganz oben steht dabei eine Fahrt zum Anwesen von Prinz Charles oder eine Besichtigung der Gärten vom Buckingham Palace. Zum gärtnerischen Pflichtprogramm gehören darüberhinaus  auch noch Besuche zu diversen Pflanzenmärkten oder dörfliche Gartenwettbewerbe, nicht zu vergessen die Tage der offenen privaten Gärten. Tee spielt bei allen Besuchen eine große Rolle, ist quasi eins der Lebenselexiere eines Vollblutgärtners und in einem Kapitel werden wir in die Geheimnisse eines guten Afternoon Teas eingeweiht.

Das Buch ist vor zehn Jahren geschrieben worden, also ist es noch nicht so alt. Aber sie kam mir manchmal fast etwas surreal vor, diese heile Welt, von der die Autorin erzählt und die ich während meiner Urlaube als gegeben angesehen habe. Fünf Jahre waren wir nicht mehr auf der Insel, der Abstand  zu England hat sich in dieser Zeit bei mir vergrößert, die rosarote Brille ist verblasst. Will ich das? Nein, das Rosa muss unbedingt mal wieder aufgefrischt werden!

 

Lyrische Gartentage

Ich liebe meinen Garten sehr, doch wurde aus Zeitmangel und auch, weil ich nicht gerne bei Minusgraden oder Schnurregen gärtnere, der Garten in den letzten Jahren nicht optimal gepflegt. So entschlossen sich mein Mann und ich, einem Fachmann mal freie Hand zu lassen, zu stutzen, zu schneiden, auszugraben, umzusetzen, eben freie Hand-Arbeiten. Drei Männer waren an zwei Tagen jeweils 10 Stunden mit einem ca. 200qm kleinen Garten beschäftigt… Aus einem Halbschatten-Schattengarten ist ein Sonnen-Halbschatten-Garten geworden, ich habe jetzt tatsächlich die Chance, dass Dahlien und Klatschmohn bei mir blühen werden. Von den Bodendeckern sieht man z.Zt. außer Bärlauch (Braucht noch jemand Bärlauch? Gerne verschenke ich wie letztes Jahr wieder Bärlauchtöpfe!) nichts mehr, aber ich bin sicher, einige werden wiederkommen. Ich muss jetzt erst einmal beobachten und abwarten bevor ich zu den Gärtnereien pilgere. Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht so ausführlich schreiben.

Einer der drei Gärtner war früher Schauspieler (spielte z.B. mit Eva Matthes im Kleist Stück „Prinz von Homburg“). Er hatte wohl Spaß daran, auf eine Ex-Buchhändlerin zu treffen, die mit Gottfried Benn, Fontane, aber auch Chris Carter (Krimiautor von der „brutalen Sorte“) etwas anfangen konnte. Und so rezitierte er in seiner Mittagspause und zum Abschied Gedichte in unserem Garten. Wunderbar, ich hätte ihm noch gerne länger zugehört. Damit Sie von meinen poetischen Gartentagen auch etwas haben, hier zwei seiner Lieblingsgedichte:

Gottfried Benn: Blaue Stunde

Ich trete in die dunkelblaue Stunde –
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen – du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
Dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit vorgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde – nichts gehofft und nichts gelitten –
mit ihrer Schale später Rosen – du.

2 Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angeströmten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
todweiße Rosen Glied für Glied – Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundergroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

3 Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

„Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt – wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau.“